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Zwangsgedanken
als Thema der Sexualtherapie

Zwangsgedanken sind für die Betroffenen eine große Belastung. Das sind eigene Gedanken, Bilder und Vorstellungen, die sich gegen den eigenen Willen über einen längeren Zeitraum (mehr als zwei Wochen) regelmäßg wiederholen und zutiefst unangenehm sind. Besonders sexuelle Vorstellungen können sich zu einer Zwangsstörung entwickeln.

Sexuelle Zwangsgedanken können sehr verstörend und auch gewaltsam sein. Beispiele für solche zwanghaften Vorstellungen finden sich in den nachfolgenden Artikeln. Ca. 2-3 Prozent der Bevölkerung sind in ihrem Leben von Zwangsstörungen betroffen.
Zwangsgedanken

Die Erkrankung beginnt oft schon in der Pubertät. Verschlimmerungen können schubweise durch besondere Lebensumstände ausgelöst werden, z.B. Schwangerschaft, Arbeitslosigkeit.

Die Ursache der Erkrankung liegt nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen meist sowohl an einer Störung des Hirnstoffwechsels (also einer rein körperliche Ursache, die mit Medikamenten behandelt werden kann) als auch in eingeübten Gedankenmustern, die eine psychotherapeutische Behandlung erfordern. Die Lebensqualität kann bei manchen Menschen so sehr darunter leiden, dass Suizidrisiko besteht.

Deshalb ist eine Zwangsstörung als Krankheit immer sehr ernst zu nehmen. Eine ärztliche oder therapeutische Behandlung ist unbedingt angebracht.

Häufig gelesene Artikel hier im Blog zum Thema

Homosexuelle Zwangsgedanken, die mich quälen

Homosexuelle Zwangsgedanken
homosexuelle Zwangsgedanken

Homosexuelle Zwangsgedanken-
Bin ich schwul oder nicht?

Seit etwa zwei Monaten quälen mich (m, 37) täglich homosexuelle Zwangsgedanken. Das geht mir seit dem Tag so, als ich eigentlich Sex mit meiner Freundin hatte, aber überhaupt keine Erregung zustande gebracht habe. Da setzte sich der Gedanke fest: Möglicherweise kannst du nicht, weil du eigentlich homosexuell bist.

Mittlerweile läßt mich dieser Gedanke überhaupt nicht mehr los. Mir ist jetzt eingefallen, dass schon in der Schule die Mitschüler in der Turnkabine mich als „schwul“ gehänselt haben. Und sogar meine Mutter hatte mal zu mir gesagt, als ich mit 17 noch keine Freundin hatte, dass ich vielleicht schwul wäre. Tatsähclich ist es mir auch schon mehrfach so gegangen, dass schwule Männer irgendwie auf mich zu stehen scheinen und mich schon ein paar Mal angesprochen haben.

Dabei habe ich bis vor zwei Monaten mich pornomäßig immer nur für Frauen interessiert.

Das ist die letzten Wochen anders- da schaue ich nur noch Schwulenpornos, auch wenn ich eigentlich gar keine richtige Lust dazu habe. Wahrscheinlich will ich so herausfinden, ob ich schwul bin oder nicht. Besonders anmachen tut mich das nicht.

Ehrlich gesagt- ich weiß jetzt überhaupt nicht mehr wo ich stehe. Die Beziehung mit meiner Freundin ist auseinandergegangen, ohne dass wir über den Grund gesprochen haben. Vielleicht lag es daran, dass ich sexuell so versagt habe. Allerdings war das nur bei diesem letzten Mal so, davor hatte ich keine Probleme.

Bin ich jetzt schwul oder nicht?

Uwe D.. (Name geändert)

Homosexuelle Zwangsgedanken-
Schwulenpornos als Homo-Test

Hallo Uwe,

beim letzten Mal Sex mit Ihrer Freundin hatten Sie keine Erektion. Kurz darauf ist Ihre Beziehung auseinandergegangen. Seitdem plagen Sie homosexuelle Zwangsgedanken und Sie schauen täglich Schwulenpornos, um herauszufinden, ob Sie homosexuell sind.

Homosexualität und Zwangsgedanken-
Das sind zwei paar Stiefel…

Mir fällt auf, dass Sie in Ihrer Nachricht drei Problembereiche miteinander vermengen:

  • Die Trennung von Ihrer Freundin
  • Die quälenden Zwangsgedanken
  • Die Frage, ob Sie homosexuell sind oder nicht

Da diese drei Themenbereiche sehr unterschiedlich sind, lohnt es sich aus meiner Sicht, sie jeweils für sich näher zu betrachten.

Um der Sache wirklich auf den Grund zu gehen, wäre es jetzt nötig, dass wir uns sehr viel ausführlicher über die ganze Angelegenheit unterhalten. Nehmen Sie deswegen die folgenden Gedanken als erste Anregung zum Nachspüren, ob sich meine Überlegungen für Sie selbst stimmig anfühlen oder nicht.

Wenn Sie möchten, können und sollten wir uns viel ausführlicher unterhalten.

Die Trennung von Ihrer Freundin

Ich kann mir nach meinem ersten Eindruck nur schwer vorstellen, dass die fehlende Erektion beim letzten Sex mit Ihrer Freundin tatsächlich der Grund für Ihre Trennung gewesen ist.

Mir scheint es sehr viel wahrscheinlicher, dass sich die Trennung schon vorher angebahnt hat- auch wenn Sie selbst das bewußt gar nicht mitbekommen haben.

Aber irgendwie hätten Sie bei diesem letzten Sex bereits selbst gespürt, dass mit Ihrer Beziehung etwas nicht stimmt. Das scheint aus meiner Sicht ein sehr viel einleuchtenderer Grund für Ihre Erektionsstörung als das plötzliche Aufkommen homosexueller Zwangsgedanken.

Im Augenblick Ihrer Erektionsstörung hätten Sie dann lieber sich selbst und Ihrer möglichen Homosexualität die Schuld am misslungenen Sex zugeschoben- statt sich einzugestehen, dass möglicherweise in Ihrer Beziehung insgesamt etwas nicht stimmt.

Es könnte sich also für Sie lohnen darüber nachzudenken, ob es noch weitere Gründe gibt, warum Ihre Freundschaft auseinander gegangen ist.

Homosexuelle Zwangsgedanken

Wenn Sie seit zwei Monaten täglich darüber nachdenken, ob sie Homosexuell sind oder nicht, und wenn Ihnen dieser Gedanke unangenehm ist- dann ist das ein klassischer Fall von Zwangsgedanken. Wenn Sie dazu auch noch täglich Schwulenpornos ansehen, ohne daran Genuß zu finden, dann sind das obendrein auch noch Zwangshandlungen, die Sie verfolgen.

Da ein Mensch selbst aus solchen Zwängen nur schwer wieder herausfindet, sobald diese sich über einen Zeitraum von mehr als 14 Tagen verfestigt haben, ist es sinnvoll, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Oft haben Zwangsgedanken den unbewußten „Zweck“, andere, noch unangenehmere Gedanken zu verdecken. Bei Ihnen wäre da zu prüfen, ob die homosexuellen Zwangsgedanken Sie möglicherweise davon freistellen, sich über die gründe für das Scheitern Ihrer Beziehung insgesamt Gedanken machen zu müssen.

Homosexuell oder nicht?

Homosexualität ist kein Defizit an Männlichkeit, sondern eine sexuelle Präferenz: Sie sind dann homosexuell, wenn Sie Menschen ihres eigenen Geschlechts für sexuell begehrenswert halten.

Nach Ihrer eigenen Beschreibung werden Sie durch die täglichen Schwulenpornos nicht erregt, so dass das Anschauen dieser Pornos für sich genommen kein Indiz dafür ist, dass Sie homosexuell sind (sondern nur dafür, dass Sie an einer Zwangserkrankung leiden).

Allerdings scheint Ihre sexuelle Erregbarkeit mit dem Ende Ihrer Beziehung insgesamt gelitten zu haben. Es ist also gerade kein besonders günstiger Zeitpunkt für die Frage, an welchem Sex Sie nun eigentlich Freude haben, da in Sachen Sex insgesamt gerade nichts läuft.

Wen Sie, am besten im Rahmen einer Therapie, das Ende Ihrer Beziehung und das Problem Ihrer Zwänge aufgearbeitet haben, kann sich die Frage nach der Homosexualität aber durchaus noch einmal für Sie stellen, dann aber als der sehr viel angenehmere Gedanke: Welche sexuellen Fantasien machen mir Freude und erregen mich?

Sollte sich dann herausstellen, dass Ihnen der Gedanke an einen männlichen Freund besser gefällt als der an eine Freundin, dann könnte der Zeitpunkt gekommen sein, sich auf die entsprechende Suche nach einem Mann zu machen. Und wenn nicht- dann nach einer neuen Frau.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Vgl auch den Artikel: Homosexuell durch falsche Gedanken?
und „Die späte Entdeckung der Homosexualität„.

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Exfreund-Fantasien verfolgen mich

Exfreund-Fantasien: In meinen Gedanken hat meine Freundin ständig Sex mit dem Exfreund

Exfreund-Fantasien
Meine Freundin und ich leben seit gut zwei Jahren miteinander- zu unserer großen Freude erwartet sie jetzt unser gemeinsames Baby.

Soweit alles eigentlich prima. Nur habe ich ein Problem, das mich schon die ganze Zeit unserer Freundschaft begleitet: der Gedanke an Ihren Exfreund, mit dem sie vor mir über vier Jahre zusammen war, also doppelt so lang wie mit mir.

Ich komme einfach nicht davon los, mir vorzustellen, wie sie Sex mit ihm hat, in welchen Stellungen, an welchen Orten. Übrigens nicht beim konkreten Sex mit ihr- da haben wir gar keine Probleme. Sondern eigentlich nur, wenn ich alleine bin- dann aber fast ständig. Vorm Computer muss ich fast zwangsläufig auf das Facebook-Profil Ihres Ex gehen- und dadurch werden meine Fantasien nur noch viel schlimmer. Ich weiß selbst, dass mir das nicht gut tut und mache es trotzdem.

Auch wenn ich sonst in irgendeinem Zusammenhang seinen Vornamen höre, der recht häufig ist, geht bei mir das Kopfkino los. Meine Freundin weiß schon, dass Sie diesen Vornamen vor mir auf keinen Fall aussprechen darf, und wenn es im Zusammenhang mit einem Fussballstar ist. Sie schützt mich, und versucht diesen Namen in meiner Gegenwart auf keinen Fall auszusprechen.

In der Öffentlichkeit habe ich Angst, in Gegenwart meiner Freundin durch irgend einen blöden Zufall auf Ihren Exfreund angesprochen zu werden, weil ich weiß, dass ich dann komisch reagiere. Noch schlimmer wäre es, ich würde ihm auf der Straße begegnen. Keine Ahnung, was da passieren würde.

Wenn das einmal losgeht mit diesen Gedanken, kann ich kaum wieder davon wegkommen.Ich gehe mir da selbst auf die Nerven und fühle mich richtig fertig, komme aber selbst einfach nicht davon los. Gibt es irgendeinen Weg, wie ich diese Gedanken an den Exfreund loswerden kann?

Tobias K. (Name geändert)

Exfreund-Fantasien-
eine große psychische Belastung

Hallo Tobias,

seit zwei Jahren leben Sie glücklich mit Ihrer Freundin zusammen, die Ihr gemeinsames Kind erwartet. Die ganze Zeit hindurch quälen Sie Fantasien, in denen Sie sich vorstellen, wie Ihre Freundin Sex mit ihrem Exfreund hat.

Solche Fantasien können sehr belastend sein- deshalb ist es gut, wenn Sie sich therapeutische Hilfe holen. An dieser Stelle kann ich Ihnen nur ein paar erste Überlegungen vorstellen, was Sie zur Lösung Ihres Problems tun könnten. Eine ausführliche Beratung oder Therapie kann dadurch natürlich nicht ersetzt werden.

Exfreund-Fantasien-
aus psychologischer Sicht eine Zwangsstörung

Aus psychologischer Sicht handelt es sich bei Ihren Fantasien um Zwangsgedanken, die nach der ICD-10, dem Kriterienkatalog der Weltgesundheitsorganisation, zur Gruppe der Zwangsstörungen hinzugehören: Typisch für Zwangsgedanken ist, dass sie, so wie bei Ihnen, einen unangenehmen Inhalt haben und sich über einen längeren Zeitraum beständig wiederholen.

Bei Zwangsstörungen handelt sich um eine psychische Erkrankung, die relativ häufig auftritt: In Deutschland sind nach einer Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) jedes Jahr fast vier Prozent der Bevölkerung betroffen.

Eine eindeutige Erklärung, warum manche Menschen Zwangsstörungen bekommen und andere nicht, gibt es bis heute nicht. Am wahrscheinlichsten ist eine Mischung aus genetischer Veranlagung, biochemischen Vorgängen im Gehirn und psychischen Ursachen (z.B. Stress).

Exfreund-Fantasien-
Möglichkeiten zur Therapie

Wegen dieser unterschiedlichen Ursachen, welche Zwangsgedanken haben können, gibt es auch verschiedene Therapieansätze.

Exfreund-Fantasien- Medikamente als Therapie

Ein Facharzt kann Ihnen helfen, die für die Störung verantwortichen Hirnstoffwechselprozesse durch Medikamente wieder besser einzustellen. Alternativ oder parallel dazu könnten Ihnen folgende psychotherapeutische Verfahren helfen.

Exfreund-Fantasien-
Konfrontation mit Reaktionsverhinderung

Die von der DGPPN empfohlene Methode ist die Konfrontation mit Reaktionsverhinderung. Im Rahmen der Therapie werden Sie wiederholt mit Auslösern für Ihre Zwangsgedanken konfrontiert, z.B. mit dem Vornamen des Exfreundes.

Dabei üben Sie, auf diesen Auslöser nicht wie bisher mit den Zwangsgedanken zu reagieren, sondern Verhaltensalternativen zu erlernen. Dabei kann Ihnen der Therapeut Vorschläge machen, welche anderen Reaktionsmöglichkeiten für Sie noch zur Verfügung stehen. Auf diese Weise können Sie ein „Reaktionsmanagement“ erlernen und sind Ihren Exfreund-Fantasien nicht automatisch und alternativlos ausgeliefert.

Exfreund-Fantasien- Assoziationsspaltung

Möglich wäre hier auch das Verfahren der sogenannten Assoziationsspaltung: Sie üben, parallel zu den bisherigen Zwangsgedanken, auch neue neutrale oder sogar angenehme Assoziationen zu den bisherigen Auslösern Ihrer Zwangsgedanken zu entwickeln, also z.B. bei dem bewußten Vornamen statt an den Exfreund intensiv an den gleichnamigen Fussballspieler zu denken.

Dadurch können in Ihrem Gehirn neue neuronale Vernetzungen geschaffen werden, die Ihnen eine Alternative zu den bisher eingeübten Zwangsgedanken bieten.

Exfreund-Fantasien- Inhaltliche Auseinandersetzung

Darüber hinaus kann auch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Ihren Zwangsgedanken dabei helfen, diese zu überwinden. Mögliche therapeutische Anregungen könnten sein:

  • Versuchen Sie, möglichst genau zu beschreiben, in welchen Situationen oder im Umfeld von welchen anderen Gedanken Ihre Fantasien beginnen. Möglicherweise können Sie darüber auch eine Art Tagebuch anlegen.
  • Könnten Ihre Exfreund-Fantasien eine Art von Selbst-Demütigung sein? Gibt es in Ihrem Leben Momente, in denen Sie sich selbst nicht für ausreichend stark/kräftig/intelligent etc. halten?
  • Als werdender Vater steht Ihnen eine Zeit bevor, die Ihnen ein großes Stück Verantwortung abverlangt. Wie stehen Sie zu dieser Herausforderung?

Exfreund-Fantasien-
Welche Gedanken denken Sie deswegen nicht?

Anhand solcher Fragen ließe sich möglicherweise feststellen, ob Ihre Zwangsgedanken den psychischen Zweck erfüllen, dass Sie andere, für Sie noch unangenehmere Gedanken nicht denken müssen.

So könnte es z.B. möglicherweise sein, dass Sie „lieber“ bei der Vorstellung hängenbleiben, wie Ihre Freundin Sex mit dem Exfreund hat, als dass Sie über die jetzt aktuell in Ihrem Leben anstehenden Herausforderungen nachdenken.

Wenn Sie mit Ihrem Therapeuten solche durch die Zwangsgedanken verdeckten Themen durcharbeiten, kann es sein, dass Sie die Angst vor diesen eigentlichen Problemen nach und nach überwinden- und es dann für die Zwangsgedanken auch keinen Anlass mehr gibt.

Für welche der Therapieformen Sie sich gemeinsame mit Ihrem Arzt und/oder Therapeuten auch entscheiden- ich wünsche Ihnen baldige, gute Besserung und alles Gute für die bevorstehende Geburt Ihres Kindes.
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Zwangsgedanken:
Die gefolterte Lehrerin

Zwangsgedanken
Schmerzen zufügen und Schmerzen leiden


Schon seit ich 12 Jahre alt bin, leide ich an bestimmten Zwangsgedanken, die mich überhaupt nicht mehr loslassen. Das wird so stark, dass ich mich manchmal auch tagsüber deswegen ins Bett lege und mich die Gedanken stundenlang nicht mehr loslassen. Deswegen vernachlässige ich meine Freunde und habe auch schon mehrfach in der Arbeit gefehlt.

Begonnen hat das in meiner Schulzeit. Da hatte ich eine Lehrerin, die ich eigentlich sehr gern mochte. Ich habe mir dann immer vorgestellt, dass sie irgendwo gefangen ist und sehr grausam gefoltert wird. Ich bin dann derjenige, der sie in ihrem Verließ findet. Um sie zu befreien, muss ich ihr nochmals riesige Schmerzen zufügen, zum Beispiel, dass schon alles brennt und ich ihr die Hand abschneiden muss, um sie aus dem Gefängnis zu herauszuholen.

Mittlerweile ist mir das immer wieder passiert mit diesen Vorstellungen, und es sind genau die Menschen, die mir besonders gut gefallen, bei denen ich mir vorstelle, wie sie wahnsinnige Schmerzen leiden. Manchmal bin ich es auch selber, dem all das angetan wird, und irgend jemand anders muss mir noch mehr Schmerzen zufügen, um mich zu retten.

Niemals im Leben würde ich mir wünschen, dass so etwas tatsächlich passiert. Ich weiß auch, dass das alles nur in meiner Fantasie geschieht. Aber trotzdem komme ich davon einfach nicht los.

Das Ganze ist mir so peinlich, dass ich darüber mit niemanden reden will.
Ich fühle mich total pervers, und frage mich, ob ich ein versteckter Sadist bin, vor dem die Welt geschützt werden müsste.

Gibt es irgendeine Möglichkeit, mich von diesen Gedanken zu heilen?

Lorenz T (Name geändert)

Zwangsgedanken-
als Belastung und Krankheit

Hallo Lorenz,
immer wieder nehmen Ihre Gedanken Sie gefangen: Sie stellen sich vor, wie Menschen, die Ihnen gefallen, Schmerzen erleiden, wie Sie selbst diesen Menschen Schmerzen zufügen, oder auch Sie selbst Schmerzen erleiden. Darunter leidet ihre normale Alltagstauglichkeit.

Zwangsgedanken-
Krank sind nicht die Inhalte,
sondern ihre Beharrlichkeit

Zwar gilt: Grundsätzlich ist es etwas vollkommen Normales, hin und wieder gewaltsame Tagtraumfantasien zu haben. Und in solchen Fantasien darf durchaus auch gefoltert und gemordet werden, ohne dass daraus abzuleiten wäre, dass ein Mensch ein krankhafter Sadist ist. Wahrscheinlich hat sogar jeder Mensch irgendwann einmal solche Fantasien.

Bei Ihnen liegt der Fall aber noch etwas anders. Nicht der konkrete Inhalt Ihrer Fantasien ist Anzeichen einer Krankheit. (Auch wenn es sich lohnen könnte, psychotherapeutisch zu untersuchen, warum es gerade diese Fantasien sind, die Sie heimsuchen.)

Was ein deutliches Anzeichen dafür ist, dass Sie an einer psychischen Störung leiden, ist die ständige Wiederholung dieser Tagträume, die lange Andauer und die Störung Ihrer normalen Alltagstauglichkeit durch diese Tagträume.

Zwangsgedanken-
Möglichkeiten der Therapie

Von daher ist es wichtig, dass Sie sich ärztliche und therapeutische Hilfe besorgen. Als allererstes muss abgeklärt werden, ob möglicherweise eine körperliche Erkrankung zu den Zwangsgedanken führt (z.B. neurologische Erkrankungen).

Wenn eine solche körperliche Ursache ausgeschlossen ist, sollte der behandelnde Therapeut (in Zusammenarbeit mit dem Arzt) darüber entscheiden, welche Therapieform für Sie am geeignetsten ist.

Das könnte z.B. die kognitive Umstrukturierung sein. Hier geht es darum, die Gedanken, die Ihre Lebensqualität beeinträchtigen, genau zu identifizieren und neue Verhaltens- und Denksttruktuen zu erarbeiten, welche dann die Zwangsgedanken nach und nach ersetzen.

Begleitend zu einer Psychotherapie kann es auch hilfreich sein, wenn Sie ergänzend Medikamente einnehmen, die Ihnen helfen, aus diesem eingeschliffenen Gedankenkreislauf wieder herauszukommen.

Zwangsgedanken, die lange eingeübt sind, verschwinden nicht von einem Tag auf den nächsten. Allerdings kann eine Therapie schon nach einigen Wochen bzw. Monaten eine wesentliche Erleichterung verschaffen und schließlich die Zwangsgedanken ganz und gar zu besiegen helfen.

Ihnen eine gute Besserung und alles Gute!
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    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
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