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Sexualtherapie-
Fragen, Ablauf, Behandlung, Theorie

Sexualtherapie für Singles oder in der Partnerschaft: eine Beratung oder Therapie hilft bei allen Problemen rund um Sexualität und Partnerschaft.

Das ist beim persönlichen Gespräch in meiner Praxis möglich, aber auch online per Chat oder Skype und per Telefon.

Sexualtherapie

Häufig gelesene Artikel hier im Blog
zum Thema Sexualtherapie

In dieser Übersicht finden Sie Informationen zum Ablauf der Therapie, Antworten auf häufige Fragen und Überlegungen zum theoretischen Hintergrund der Therapie.

Ablauf einer Therapie

Fragen zur Therapie

Theoretische Aspekte

Weitere Infos finden zu den Möglichkeiten der Online-Beratung finden Sie hier.

Persönlichkeitsstörungen in der Partnerschaft

Persönlichkeitsstörungen-
eine Aufgabe für die Sexualtherapie

Persönlichkeitsstörungen
Persönlichkeitsstörungen sind als Krankheitsbild in der Öffentlichkeit weithin unbekannt. Und das, obwohl die Ergebnisse verschiedener wissenschaftlicher Studien vermuten lassen, dass etwa 10% der Bevölkerung in Deutschland an einer Persönlichkeitsstörung leiden. Dazu kommen noch weitere Menschen, die zwar das Vollbild einer Persönlichkeitsstörung nicht erfüllen, aber dennoch einen großen Teil der Diagnosekriterien erfüllen (sogenannte Persönlichkeitsakzentuierung).

Im Rahmen der Paartherapie bedeutet das: rein statistisch gesehen, ist in jeder fünften Beziehung einer der Partner betroffen. Bei Paaren, bei denen Partnerschaftsprobleme bestehen, liegt der Prozentsatz sicherlich noch höher.


Erstaunlicherweise ist in der Sexualtherapie und in der Paartherapie die Häufigkeit des Krankheitsbilds Persönlichkeitsstörung oft unbeachtet geblieben.

In fast allen Büchern zum Thema Sexualtherapie gehen die Autoren davon aus, dass es sich bei ihren Klienten um insgesamt psychisch gesunde Menschen handelt, die nur an Funktionsstörungen auf sexuellem Gebiet leiden. Nach meiner eigenen Erfahrung ist aber genau das Gegenteil der Fall: Probleme auf sexuellem Gebiet sind meist nur ein Symptom, hinter dem noch weitere und tiefgreifendere psychische Störungen stehen (übrigens noch häufiger als Persönlichkeitsstörungen sind depressive Erkrankungen als Ursache für sexuelle Probleme).

Natürlich heißt das nicht, dass in jeder Paarbeziehung, in der es Probleme gibt, einer oder beide Partner automatisch eine psychische Störung haben müssen.

Es bedeutet aber, dass in jeder Therapie mit dem Vorhandensein solcher Störungen zu rechnen ist. Die praktische Konsequenz daraus: Häufig haben Probleme in der Partnerschaft sehr viel weniger mit der Partnerschaft selbst zu tun, als das auf den ersten Blick scheinen mag.

Persönlichkeitsstörungen-
was bedeutet das?

Das Diagnosemanuals DSM-5 der Vereinigung amerikanischer Psychiater definiert die Persönlichkeitsstörungen durch folgende Kriterien:

  • Deutliche Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit des Selbst (Identität oder Selbststeuerung) und der zwischenmenschlichen Kommunikation (Einfühlungsvermögen, Nähe).
  • Auftreten von krankhaften Persönlichkeitszügen in einem oder mehreren Bereichen.
  • Die Beeinträchtigungen sind ein dauerhaftes Muster, über lange Zeit hin stabil, und treten ähnlich in unterschiedlichen Situationen auf.,
  • Die Beeinträchtigungen können nicht allein durch den Entwicklungsstand des Betroffenen oder durch sein soziokulturelles Umfeld erklärt werden.
  • Die Beeinträchtigungen können nicht durch die Einnahme von Drogen, Medikamenten oder sonstige medizinische Schädigungen (z.B. Hirnverletzung) erklärt werden.
  • Die Beeinträchtigungen können nicht durch den Entwicklungsstand des Betroffenen oder durch sein soziokulturelles Umfeld erklärt werden.

Persönlichkeitsstörungen-
Konsequenzen in der Paartherapie

Nach den neuesten Erkenntnissen der Psychologie werden Persönlichkeitsstörungen nicht -wie noch bis zur Jahrtausendwende- als tief greifende Störungen der Gesamtpersönlichkeit verstanden, sondern als Störungen der Interaktion und der Beziehungsgestaltung. Bei Paaren, in denen ein Partner an einer „Persönlichkeitsstörung“ leidet, sind die Beziehungsprobleme sozusagen vorprogrammiert.
Als therapeutische Konsequenz ergibt sich daraus:

• Bei Paartherapien ist eine sorgfältige Diagnose erforderlich, um festzustellen, ob die gemeinsamen Probleme durch das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung bei einem der Partner (oder auch bei beiden) mitbedingt sein kann.

• Bei Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung ist der Fokus der Therapie nicht nur auf die jeweils konkret vorliegenden Probleme zu setzen, sondern darauf, dass beide Partner den Wirkmechanismus der gestörten Beziehungsgestaltung, die in der Persönlichkeitsstörung liegt, zu verstehen beginnen und Umgangsstrategien erlernen, damit umzugehen.

Eine Therapie kann den Leidensdruck, der durch eine Persönlichkeitsstörung innerhalb einer Partnerschaft verursacht wird, erheblich reduzieren. Dabei geht es vor allem auch um die Verbesserung der Lage des Partners, der selbst keine Persönlichkeitsstörung hat, indem er lernt,
1. nicht jede Reaktion des anderen auf sich zu beziehen,
2. mit gestörten Verhaltensmustern so umzugehen, das sie ihn selbst nicht belasten und
3. dafür zu sorgen, selbst innerhalb der Partnerschaft nicht mit den eigenen Bedürfnissen zu kurz zu kommen.

Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung, wenn sie denn bei einem der Partner vorliegt, kann im Rahmen einer Partnerschaft eine große Entlastung bedeuten: etwa dann, wenn durch eine solche Erkenntnis andauernde wechselseitige Schuldzuschreibungen der Partner wegfallen und die Erklärung der Schwierigkeiten im Krankheitsbild selbst gesehen werden kann. Außerdem können Umgangstrategien mit dem Krankheitsbild Persönlichkeitsstörung nur dann gefunden werden, wenn es zuvor diagnostiziert wurde.

Persönlichkeitsstörungen-
Warnung vor Laiendiagnosen

Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung kann nur durch einen Psychiater oder einen erfahrenen Psychotherapeuten festgestellt werden. Laien und insbesondere Partner, Familienmitglieder und enge Freunde sind grundsätzlich nicht die Richtigen, um eine solche Diagnose abzugeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die selbst im Beziehungsgeflecht beteiligt sind, Fehldiagnosen abgeben, ist sehr hoch.

Außerdem sind Laien nicht dazu ausgebildet, mit den Folgen möglicher Diagnosen umzugehen und die entsprechenden Hilfsangebote zu geben. Im Extremfall kann eine mitgeteilte Diagnose Menschen in akute Suizidgefahr bringen.

Daher wird ein erfahrender Therapeut sich hüten, eigene Verdachtsdiagnosen auszusprechen, bevor er nicht Konzepte gefunden hat, wie der Patient mit den möglichen Folgen der mitgeteilten Diagnose umgehen kann.

Wenn ich in diesem Blog Beispielfälle für Persönlichkeitsstörungen im Rahmen sexualtherapeutischer Behandlung vorstelle, bitte ich Sie als Leser, diese Überlegungen keineswegs als Vorlage für eigene Diagnosestellungen zu übernehmen. Diese Ausführungen haben allein den Zweck, darauf aufmerksam zu machen, dass hinter bestimmten Schwierigkeiten in der Paarbeziehung Persönlichkeitsstörungen stehen können.

Ich habe dazu beispielhaft drei Formen der Persönlichkeitsstörung ausgewählt, die besonders häufig bei der Sexualtherapie eine Rolle spielen: die abhängige, die narzisstische und die paranoide Persönlichkeitsstörung.

Wenn in einer Beziehung einer der Partner den Verdacht hat, er selbst oder der andere könnte an einer Persönlichkeitsstörung leiden, dann ist das ein dringender Anlass, den Arzt oder Psychotherapeuten aufzusuchen. Das gilt genauso, wie wenn Sie vermuten würden Ihr Partner hätte eine schwere Lungenentzündung oder eine andere schwere körperliche Erkrankung: Dann würden Sie es ja auch nicht mit einer Laiendiagnose bewenden lassen, sondern möglichst schnell die fachlich kompetente Hilfe eines Arztes einholen.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Zum Thema narzisstische Persönlichkeitsstörung finden Sie ausführliche Informationen und einen Gastbeitrag von mir unter himmelundhoelleblog.

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Ablauf einer Sexualtherapie oder Online-Beratung

Ablauf einer Sexualtherapie- bei mir in der Praxis oder online: beides ist möglich

Ablauf und Einzelschritte

Ablauf einer Therapie oder Online-Beratung:
Die Voraussetzungen

Der erste und vielleicht wichtigste Schritt überhaupt beginnt bei Ihnen selbst: dadurch, dass Sie feststellen, dass Sie mit Ihrer Lebenssituation nicht 100% zufrieden sind und dass Sie sich eine Veränderung wünschen.

Diese Entscheidung zu einer Therapie oder Beratung können Sie gemeinsam mit Ihrem Partner treffen, aber auch alleine. Eine Beratung oder Therapie ist immer sowohl einzeln möglich wie auch als Paar.

Durch Ihre Entscheidung zu einer Therapie bzw. Beratung haben Sie bereits die wichtigsten zwei Voraussetzungen für eine erfolgreiche Lösung Ihrer Probleme erreicht:

  • Sie merken selbst, dass es Probleme gibt, und reden es sich selbst nicht länger schön.
  • Dadurch, dass Sie mit einem Therapeuten in Kontakt treten, nehmen Sie Ihr Leben aktiv in die Hand und öffnen sich den Weg zu neuen Lösungen.

Ablauf einer Therapie oder Online-Beratung:
Das kostenlose Erstgespräch

Nach dieser Entscheidung ist der nächste Schritt vergleichsweise einfach: die Vereinbarung eines kostenloses Erstgesprächs.

Für jedes Erstgespräch nehme ich mir Zeit (ca. 20-30 min). Damit wir nicht durch andere Anrufe unterbrochen werden, ist eine Email der beste Weg, mich zu erreichen.

Sie schreiben mir eine kurze Mail mit Ihrer Festnetznummer und den für Sie günstigen Anrufzeiten- und ich rufe Sie zu Ihrem Wunschzeitpunkt zurück. Alternativ können Sie mir auch Ihre Skypeadresse mitteilen und ich rufe Sie auf Skype an.

Bei unserem Erstgespräch am Telefon oder per Skype können wir uns schon ein Stück weit kennenlernen und uns über die wichtigsten organisatorischen Fragen unterhalten:

  • Was ist Ihr Problem?
  • Welche Hilfe kann ich Ihnen bei einer Therapie oder Online-Beratung anbietenn?
  • Wie sollen unsere nächsten Arbeitssitzungen stattfinden? (per Skype, per Telefon oder per Chat?)
  • Wie möchten Sie bezahlen? (Überweisung oder anonyme Bareinzahlung bei der Bank)

Ablauf einer Therapie oder Online-Beratung:
Der Zeitplan

Wie viele Sitzungen für die Lösung eines Problems notwendig sind, ist individuell sehr unterschiedlich.

Manchmal genügt ein einziges, kurzes Beratungsgespräch, wenn es nur um die Beantwortung einer einzelnen, konkreten Frage geht. In der Regel aber sind mehrere Sitzungen nötig- schließlich sind die meisten Probleme auch über einen längeren Zeitraum entstanden und benötigen daher auch etwas mehr Zeit zur Lösung.

Es kann sinnvoll sein, zunächst mit einem Block von 5 Sitzungen telefonischer Beratung oder Beratung per Skype zu beginnen. In diesen ersten Sitzungen kann es um folgende Themen gehen:

  • Wir lernen uns besser kennen und Sie schildern mir Ihr genaues Anliegen.
  • Ich selber kann mir ein Bild von Ihrer Person und Ihren Problemen machen: Dabei können wir auch über Ihre bisherigen Lebenserfahrungen und über frühere Lebenskrisen sprechen.
  • Gemeinsam können wir Ziele für unsere Arbeit festlegen und mögliche Lösungswege abstecken.

Wichtig ist, dass Sie selbst jederzeit bestimmen, über welche Themen wir miteinander sprechen und über welche nicht.

Therapie oder reine Online-Beratung?
Sie haben die Wahl

Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt feststellen, dass Sie etwas langfristiger mit mir zusammen an Ihrer Situation arbeiten möchten, kann das der Zeitpunkt sein, zur klassischen Form der Therapie zu wechseln.

Dazu kann es sinnvoll sein, dass Sie -allein oder mit Partner- für einen Block von 2 bis 3 Sitzungen (z.B. für ein Wochenende) persönlich zu mir nach Hildburghausen bei Coburg kommen. Dann haben wir die Zeit und Ruhe, bestimmte Themen noch intensiver anzugehen.

Nach einem solchen Block ist es möglich, Folgetermine wieder per Telefon oder Skype zu vereinbaren.

Ablauf einer Paartherapie
in Sitzungsblöcken

Für eine Paartherapie kann es sinnvoll sein, ca. alle 4-8 Wochen Präsenztermine bei mir in der Praxis in Hildburghausen zu vereinbaren- die sich für Sie jeweils auch als kurze Auszeit aus dem Alltag gestalten lassen. Schließlich ist die Region Coburger Land/Rennsteig eine wunderbare Ferienregion.

Dann haben wir genügend Zeit und Ruhe, miteinander intensiv zu arbeiten. Auf Wunsch ist es möglich, zu einzelnen oder allen Terminen einer Paartherapie auch eine weibliche Therapeutin hinzuzunehmen.

Ablauf einer Therapie oder Online-Beratung:
Wann ist eine Therapie oder Beratung zu Ende?

Wann eine Beratung oder Therapie zu Ende ist, bestimmen Sie selbst. In der Regel ist das dann der Fall, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie meine Beratung nicht mehr benötigen und selbst mit Ihrer Situation gut zurecht kommen.

Sie sagen mir also einfach, wann für Sie das Ende der Therapie oder Beratung gekommen ist- sinnvollerweise ein bis zwei Sitzungen vorher, damit wir gemeinsam noch offene Fragen klären können und zu einem sinnvollen Abschluss finden.

Wobei es Ihnen natürlich jederzeit frei steht, sich wieder erneut an mich zu wenden: Denn es steht nirgendwo geschrieben, dass sich alle Probleme des Lebens in einer einzigen Sitzungsreihe lösen lassen. Manchmal ergeben sich erst mit einigem zeitlichen Abstand nach einer Beratung oder Therapie neue Fragen, die dann wieder neu angegangen werden können.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Ihr Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Langeweile in der Beziehung- Was kann helfen?

Langeweile-
im Alltag und im Bett nichts als Routine

Langeweile in der Beziehung Foto © elnariz Fotolia.com
Seit fast vier Jahren lebe ich mit meinem Freund zusammen. Die erste Zeit unserer Beziehung war wirklich wunderschön: Wir haben viel miteinander unternommen, haben uns mit Freunden getroffen…

Seit einiger Zeit ist das irgendwie zu Ende. Am liebsten hängt er vor seinem Computer, spielt jeden Abend stundenlang irgendwelche epischen Ballerspiele. Am Wochenende kommt er kaum aus dem Bett. Er sagt, das bräuchte er, um sich von der Anspannung der Woche zu erholen.

Ich selbst habe viele Interessen, gehe gern aus und habe eine Menge Freunde. Das wiederum nervt ihn. Außerdem ist er wahnsinnig eifersüchtig, wenn ich in seiner Gegenwart auf mein Handy schaue, um nachzuschauen, was meine Freunde bei facebook gepostet haben.

Dabei tue ich das eigentlich eher aus Langeweile. Bei uns in der Beziehung läuft einfach nichts mehr außer Essen, Kuscheln, Schlafen. Und das ist mir einfach zu wenig.

Auch beim Sex läuft nicht mehr viel. Er selbst hat schon gemerkt, dass ich nicht mehr richtig feucht werde, und deswegen bei mir sogar nachgefragt. Ich meinte dann, ob er vielleicht eine Idee hätte, mich mehr in Erregung zu bringen. Und seine Reaktion war nur: Na gut, dann verschieben wir das halt auf später…

Ist unsere Beziehung tatsächlich so augelutscht, dass da nichts mehr läuft? Oder ist das völlig normal und passiert in jeder Beziehung nach den ersten Jahren?

Im Prinzip mag ich meinen Freund und will ihn auch nicht verlieren- andererseits wüßte ich gern, ob für mich in Sachen Liebe vielleicht doch noch mehr drin ist…

Melanie W. (Name geändert)

Langeweile in der Beziehung-
Anfang vom Ende der Partnerschaft?

Hallo Melanie,

Seit fast vier Jahren leben Sie mit Ihrem Freund zusammen. Jetzt stehen Sie an einem Punkt, an dem Sie Ihre Beziehung nur noch langweilig finden. Und auch beim Sex läuft nur wenig, weil Sie bei ihm in keine richtige Erregung kommen.

Langeweile in der Beziehung-
ein häufiges Thema in der Sexualtherapie

Mit Ihrem Problem stehen Sie nicht allein da. Langeweile in der Beziehung gehört zu den häufigen Gründen, warum Menschen sich Rat bei einem Sexualtherapeuten holen.

Viele Paare erleben die erste Zeit der Beziehung als unvergleichbar spannenden Moment -der er ja auch ist- und verbinden damit die Erwartung, dass diese Spannung niemals nachläßt.

Wenn sich dann im Laufe der Jahre so etwas wie Routine einstellt, bewerten viele Menschen das als negativ.

Langeweile in der Beziehung-
Routine kann auch positiv sein

Dabei ist auch die genau umgekehrte Bewertung von Routine in der Partnerschaft möglich: aus der Anfangsspannung kann sich durch Routine auch Vertrautheit entwickeln, das Wissen, den Partner sehr gut zu kennen und sich daher auf ihn in jeder Beziehung verlassen zu können.

Diese Vertrautheit bietet die Chance, beim Partner auch kompliziertere Themen anzusprechen, die in der Anfangszeit vielleicht nie zur Sprache kamen: so etwa das Thema unterschiedlicher Bedürfnisse.

Was in der Anfangszeit möglicherweise als Affront gewirkt hätte („Ich will etwas anderes als du!“, „Ich empfinde etwas anders als du!“), kann in der späteren Phase der größeren Vertrautheit auch ausgesprochen werden. Sollte es sogar- denn langfristig kann keine Partnerschaft funktionieren, wenn ein oder beider Partner dauerhaft sich mit ihren eigenen Vorstellungen zurückhalten, bloß um dadurch die Gemeinsamkeit nicht zu gefährenden.

Langeweile in der Beziehung-
die Entdeckung der Unterschiedlichkeit

Die Entdeckung der Unterschiedlichkeit kann ein gutes Mittel gegen mögliche Langeweile in der Beziehung sein.

Dadurch, dass die Partner in der Beziehung ihre unterschiedliche Interessen haben, stellt sich immer wieder neu die Frage, wie die Partnerschaft zwischen den beiden Polen Gemeinsamkeit und Einzelinteressen der Partner neu auszubalancieren ist- eine Aufgabe, die in einer Beziehung auch über Jahrzehnte hinweg immer wieder neue Herausforderungen mit sich bringt.

Langeweile in der Beziehung-
Patentlösungen gibt es nicht

Langeweile in der Beziehung wurzelt letztlich darin, dass die Partner sich aus irgendeinem Grunde damit zufrieden geben, in der Beziehung nicht mehr ihre eigenen Bedürfnisse immer wieder neu aushandeln zu wollen.

Dafür kann es die unterschiedlichsten Gründe geben, wie zum Beispiel:

  • Die Partner haben ein sehr hohes Ideal von ihrer Beziehung und glauben, keine unterschiedlichen Interessen haben zu dürfen
  • Die Partner haben Angst, die Beziehung könnte eine Auseinandersetzung um unterschiedliche Interessen nicht überleben und halten daher lieber an dem Zustand fest, in dem sich die Beziehung gerade befindet
  • Die Partner wissen schlicht und ergreifend selber nicht, was ihre persönlichen Interessen eigentlich sein könnten.

Die Gründe können also sehr vielfältig sein, warum in einer Partnerschaft nicht offen über unterschiedliche Interessen ud Bedürfnisse gesprochen werden kann. Klar ist jedoch: Wenn ein solcher Stillstand erst einmal eingetreten ist, wird die Beziehung langweilig.

Es gibt keine Patentrezepte, wie ein solcher Stillstand – und damit auch die Langeweile- überwundern werden kann. Schließlich sind alle Menschen verschieden und auch jede Beziehung anders. Was für die einen eine passende Lösung ist, muss nicht automatisch für die anderen passen.

Langeweile in der Beziehung-
Kommunikation als Lösungsansatz

Letztlich können nur Sie und Ihr Partner das Problem lösen- indem Sie beide herausfinden, ob und wie Sie Ihre jeweils eigenen Bedürfnisse und Ihre Partnerschaft miteinander verbinden können.

Wichtigstes Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, wird es sein, dass Sie mit Ihrem Freund offen darüber reden, was er und was Sie selbst benötigen, um sich in Ihrer Beziehung wohl zu fühlen.

Dabei kann es sein, dass das ganz unterschiedliche Punkte sind. Von seiner Seite reicht vielleicht tatsächlich die immerwährende Wiederholung von Essen, Kuscheln, Schlafen. Von Ihrer Seite besteht dagegen das Bedürfnis nach Abwechslung, nach Ausgehen, nach Kontakt zu weitere Freunden.

In dem Moment, wenn Sie diese Unterschiedlichkeit wechselseitig anerkennen und trotz dieser Unterschiedlichkeit nach Wegen suchen, dass auch Ihre Gemeinsamkeit ihren Platz behält, dürfte es mit der Langeweile in der Beziehung vorbei sein.

Langeweile in der Beziehung-
Wie eine Therapie helfen kann

Die Entdeckung der Unterschiedlichkeit fällt vielen Paaren sehr schwer-zum Beispiel:

  • weil die Partner ihre jeweils eigenen Bedürfnisse nicht kennen bzw. nicht kommunizieren können
  • weil die Partner Schwierigkeiten haben, diese Unterschiedlichkeit überhaut wahrzunehmen
  • weil die Entdeckung der Unterschiedlichkeit so starke Konflikte auslöst, dass dadurch die Partnerschaft selbst in Bedrohung gerät.

Sollten Sie solche Schwierigkeiten in Ihrer Beziehung haben, könnte es sich -für Sie allein oder auch zu zweit- lohnen, in einige Sitzungen gemeinsam mit einem Therapeuten zu investieren.

Langeweile in der Beziehung-
die Klärung Ihrer eigenen Bedürfnisse

Bis jetzt wissen Sie vor allem, was Sie sich in Ihrer Beziehung nicht wünschen. Ein erster Schritt im Gespräch mit Ihrem Therapeuten könnte daher sein, dass Sie sich mehr darum kümmern, welche Erwartungen Sie grundsätzlich an Ihre Partnerschaft haben.

Dazu könnte die Klärung folgender Fragen beitragen:

  • Wie viel Zeit möchte ich gemeinsam mit meinem Partner verbringen und wieviel Zeit Brauche ich für mich alleine bzw. für die Interessen, die ich nicht mit ihm teile?
  • Was würde ich mit ihm in der gemeinsamen Zeit machen, wenn ich allein darüber bestimmen könnte?
  • Was möchte ich beim Sex in meinem Leben noch ausprobieren?
  • Welche sexuellen Fantasien machen mich an?
  • Wie sieht meine Wunschbeziehung in 10 Jahren aus?
  • Möchte ich mit meinem Partner irgendwann Kinder bekommen oder nicht?

Je genauer Sie Ihre eigenen Fantasien, Erwartungen und Wünsche (und die Ihres Freundes) kennen, desto mehr Möglichkeiten haben Sie, die eine oder andere Idee auch in Wirklichkeit umzusetzen.

Langeweile in der Beziehung hat oft auch den Grund, dass beide Partner nichts Neues mehr miteinander ausprobieren. Und das liegt wiederum vor allem daran, dass sie sich die jeweils eigenen Fantasien und Wünsche nicht mitteilen.

Kommunikation und offenes Aussprechen der eigenen Bedürfnisse ist also ein ganz wichtiges Mittel, um aus der Langeweile in der Beziehung herauszukommen.

Wenn Sie selbst anfangen, in der Partnerschaft neue Wünsche auszusprechen, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch Ihr Freund neue eigenen Ideen entwickelt. Und wenn das einmal so weit ist, ist das Thema Langeweile in der Beziehung ganz sicher wieder vom Tisch.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

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Paarberatung online- Hilfe bei Partnerschaftsproblemen

Paarberatung online-
erste Hilfe bei Krisen in der Partnerschaft

Paarberatung online – auch zuhause auf dem Bett Foto © Boggy Fotolia.com

Unzufriedenheit in der Beziehung ist ein Warnsignal, das immer ernst zu nehmen ist. Denn die Unzufriedenheit ist oft der erste Schritt zum Scheitern einer Partnerschaft- und das, obwohl beide Partner eigentlich gut zueinander passen und eine gemeinsame Zukunft haben können.

Für viele Probleme aus dem Bereich Sex und Partnerschaft kann eine Online-Paarberatung die entscheidende Hilfestellung sein. Es lohnt sich, die Sichtweise des Therapeuten als außenstehender Person hinzuzuziehen. Viele Fragen lassen sich bereits bei einer Paarberatung klären.

Dabei kann die Anfrage sowohl von einem Partner allein wie auch gemeinsam gestellt werden- ganz so, wie es Ihr Bedürfnis ist.

Paarberatung online-
die wichtigsten Vorteile

Oft ist es schwierig, für ein Problem einen Termin bei einem Paartherapeuten zu bekommen- besonders, wenn es sich eigentlich nur um eine einzige Frage handelt, die geklärt werden soll. Eine Online-Paarberatung kann hier eine gute Alternative sein und bietet gleich eine ganze Reihe an Vorteilen:

  • Die Beratungsanfrage kann jederzeit per Mail gestartet werden, der Beratungstermin erfolgt innerhalb weniger Tage.
  • Eine Paarberatung online ist auch für eine einzelne Frage möglich, ohne gleich eine Paartherapie beginnen zu müssen.
  • Es geht keine Zeit für Anfahrt und Warten verloren.
  • Die Beratung kann auch völlig anoynm erfolgen.
  • Bei Bedarf ist es jederzeit möglich, einen zweiten Termin auszumachen- oder, wenn der Klärungsbedarf umfangreicher ist, einige Sitzungen Paartherapie hinzuzubuchen.

Paarberatung online-
Mögliche Themen

Eine Online-Paarberatung kann Ihnen eine erste Orientierungshilfe geben, wie Sie Ihr Problem selbst in den Griff bekommen können.
Dabei geht es, wie der Name sagt, um Beratung: So kommen Sie auf neue Ideen, an die Sie selbst vielleicht noch nicht gedacht haben. Und Sie erfahren, welches die nächsten Schritte zur Lösung Ihres Problems sein könnten.
Eine Online-Beratung kann keine Therapie ersetzen- aber abklären, ob eine Therapie nötig ist bzw. was eine Therapie an zusätzlicher Hilfe leisten könnte.

Mögliche Themen für eine Online-Paarberatung könnten zum Beispiel sein:

  • Beziehungsprobleme
  • Kommunikationsprobleme zwischen den Partnern
  • Sexualprobleme (z.B. Orgasmusschwierigkeiten)
  • Probleme mit der sexuellen Orientierung
  • Probleme bei der Partnersuche

Paarberatung online-
per Mail, Skype oder Telefon

Paarberatung online ist ein einfacher Weg, sich kompetente Hilfe zu holen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Paarberatung online- Anfrage per Mail und Antwort per Mail
    Sie senden mir Ihre Anfrage per Mail und Sie erhalten kostenlos und unverbindlich von mir ebenfalls per Mail einen Beratungsvorschlag mit Honorarangabe. Wenn Sie diesen Vorschlag annehmen wollen, bekommen Sie von mir eine Rechnung und gleich nach Zahlungseingang die Antwort auf Ihre Anfrage. Für eine durchschnittlich umfangreiche Anfrage entstehen dabei Kosten von 60 € inkl. MwSt.
  • Paarberatung online-
    Anfrage per Mail und Beratung per Skype oder Telefon

    Gerne können wir auch einen persönlichen Onlie-Beratungstermin per Skype oder Telefon ausmachen. Dazu schicken Sie mir bitte eine Mail, wann ich Sie am günstigsten im Festnetz erreichen kann. Ich rufe Sie dann kostenlos und unverbindlich an und wir können das weitere Beratungsverfahren absprechen. Für viele Fragen genügt es, einen einzigen Beratungstermin von 30 min auszumachen. Kosten auch hier: 60 € inkl. MwSt. .

Für eine Anfrage erreichen schicken Sie mir bitte eine Mail.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Als Paar können Sie mit mir auch einen persönlichen Termin (auch am Wochenende) in meiner Praxis in Hildburghausen bei Coburg ausmachen. Hier ist bei größeren Problemen z.B. auch ein 3×90 min Block möglich.

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Angst vor Therapie- und davor, über Probleme zu reden

Angst vor Therapie- weil ich
über mein Thema nicht sprechen kann

Angst vor Therapie? Foto © Photographee.eu Fotolia.com

Grundsätzlich möchte ich gern eine Therapie machen, weil ich im Bereich Sex einige Probleme habe.

Allerdings habe ich große Angst, einen Termin zu vereinbaren, weil ich glaube, darüber absolut nicht sprechen zu können.

Vor ein paar Jahren habe ich schon einmal eine Therapie bei einem Therapeuten begonnen. Da habe ich es einfach nicht geschafft, irgendetwas zu sagen. Ich konnte nicht einmal sagen, um was es überhaupt geht. Ich habe mich dafür sehr geschämt, war auch ärgerlich, für eine so eine verlorene Stunde so viel Geld bezahlt zu haben. Ich habe deswegen keinen Folgetermin vereinbart- und bin mit meinem Problem weiter allein geblieben.

Richtig schlimm ist, dass ich jetzt eine Freundin habe, mit der ich mich eigentlich sehr gut verstehe. ihn weiß aber, dass ich sie verlieren werde, wenn ich jetzt nicht bald etwas gegen meine Probleme tue.

Ich habe jetzt gleich doppelt Angst. Angst vor dem, was mich erwartet, wenn ich die Therapie mache. Und Angst davor, dass meine Freundin mich verläßt, wenn ich sie nicht mache. Richtig blöd!

Aber ich habe überhaupt keine Idee, wie ich aus dieser Zwickmühle wieder herauskommen soll…

N.N.

Angst vor Therapie- und gleichzeitig davor,
keine Therapie zu machen

Hallo,

Einerseits haben Sie das Gefühl, dass eine Therapie Ihnen helfen kann, insbesondere auch dabei, Ihre Freundin zu behalten, andererseits haben Sie große Angst vor dem, was Sie in einer Therapie erwartet und insbesondere davor, über Ihr Problem überhaupt nicht sprechen zu können.

Angst vor Therapie- Anzeichen dafür,
dass die Therapie sich lohnen kann

Den meisten Menschen, die eine Therapie anfangen, geht es wahrscheinlich ähnlich wie Ihnen. Es gibt nur wenige, die eine Therapie einfach nur aus Neugier und ohne irgendwelche ambivalenten Gefühle anfangen.

Denn einerseits ist da das Bedürfnis, das Problem anzugehen, andererseits und gleichzeitig das Gefühl, genau dieses eigentlich nicht zu wollen.

Wenn ein solcher Zwiespalt vorliegt, zeigt das in gewisser Hinsicht, dass tatsächlich eine Therapie sinnvoll sein kann:

  • Das Problem ist offenbar so groß, das man alleine keine Lösung bereit hat
  • Die eigene Motivation, das Problem allein und ohne Unterstützung anzugehen, ist eher gering.
  • Gleichzeitig gibt es wichtige Gründe, das Problem jetzt anzugehen.

In genau so einen Fall ist Psychotherapie das Mittel der Wahl.

Angst vor Therapie-
Das Vertrauen zum Therapeuten ist wichtig

Gerade weil ein gewisses Mass an Angst vor der Therapie durchaus zu Beginn einer Therapie völlig normal ist, ist es wichtig, dass die Beziehung zum Therapeuten stimmt. Suchen Sie sich also einen Therapeuten, der zu Ihnen passt.

Es ist keine Schande, nach einem ersten Kennenlernen zum Entschluß zu kommen, bei einem Therapeuten nicht weitermachen zu wollen. Viele Therapeuten bieten daher einen ersten Termin kostenlos und unverbindlich an: Sie brauchen also nur dann weiterzumachen, wenn Sie sich bei Ihrem Therapeuten wohlfühlen.

Angst vor Therapie-
Große Themen brauchen ihre Zeit

Es kann auch sinnvoll sein, die erste oder vielleicht sogar die ersten Sitzungen ganz bewußt noch gar nicht über das eigentliche Problem zu sprechen. Manche Dinge brauchen eben Zeit. Und es ist besser, sich für die Bearbeitung eines großes Themas genügend Vorlauf zu nehmen als sich an die großen Themen in seinem Leben niemals heranzutrauen.

Statt über das große Thema zu sprechen, können Sie mit Ihrem Therapeuten die Zeit auch dazu nutzen, sich erst einmal besser kennenzulernen. Sie könnten Ihrem Therapeuten zum Beispiel etwas über Ihre sonstige Lebensgeschichte erzählen, damit dieser dann später ein besseres Bild davon hat, welche Erfahrungen und Erlebnisse Sie insgesamt geprägt haben.

Sie können aber auch vereinbaren, erst einmal überhaupt nichts zu besprechen, sondern zum Beispiel gemeinsam Techniken einzuüben, die Ihnen helfen, mit Ihrer Angst besser umzugehen. Dazu können zum Beispiel Entspannungsübungen beitragen, von denen Sie ganz konkret auch in Ihrem Alltagsleben profitieren. Hier kann Ihnen Ihr Therapeut bestimmt verschiedene Vorschläge machen.

In einer guten Therapie bestimmen Sie selbst, was das Thema einer Sitzung sein soll und wann ein bestimmtes Problem zur Sprache kommt. Sie brauchen also keine Angst davor zu haben, dass Sie der Therapeut zu irgendetwas drängt, das Sie selbst nicht möchten.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS. Vgl. auch den Artikel Was ist Sexualtherapie eigentlich?

Haben Sie selbst eine Frage
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michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
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Erektionsstörung und Versagensangst

Erektionsstörung-
Auch mit der Traumfrau geht nichts

Erektionsstörung? © Syda Productions Fotolia.com
Erektionsstörung
Als Jugendlicher hatte ich nie eine Freundin, mit der es zu richtigem Sex gekommen ist. Dazu dauerten diese Beziehungen nie lange genug.

Das erste Mal Sex hatte ich mit 20 Jahren. Das war ein ziemliches Fiasko, weil ich im Bett einfach keine richtige Erektion hinbekommen habe. Im Nachhinein kann ich mir das schon erklären: Im Grunde paßte diese Frau überhaupt nicht zu mir. Es ging mir eigentlich gar nicht um sie- ich wollte nur endlich meine erste sexuelle Erfahrung machen, und das ist dann gründlich daneben gegangen. Ziemlich peinlich!

Leider habe ich diese Erfahrung dann auch noch ein zweites Mal gemacht, mit einer Kommilitonin, mit der ich eine kurze Affäre hatte. Schon wieder eine blöde Erfahrung.

Jetzt habe ich eine neue Freundin, in die ich mich total verliebt habe. Was für mich richtig furchtbar ist: Auch bei ihr bekomme ich im Bett einfach keine Erektion. Dabei liebt sie mich, sie ist wunderhübsch und unglaublich zärtlich… Aber bei mir tut sich da unten einfach nichts. Das ist total heftig.

Erektionsstörung-
auch ohne körperliche Ursache

An körperlichen Ursachen kann es absolut nicht liegen. Ich onaniere regelmäßig, immer mit einer starken Erektion, ohne alle Probleme.

Wahrscheinlich ist das mittlerweile meine Angst, die mich dermaßen blockiert. Ich kann mich einfach nicht mehr fallenlassen. Sobald es Richtung Bett geht, denke ich nur noch, dass es bei mir nicht klappt und wir keinen Sex haben können.

Bis jetzt hat sie noch richtig viel Verständnis und ist total nett zu mir. Aber ich weiß nicht, ob nicht auch bei ihr der Geduldsfaden irgendwann reißt. Schließlich will sie ja gern Sex mit mir haben, und ich kann ihr das einfach nicht geben.

Ich habe schon nachgedacht, ob ich Viagra nehmen soll. Ob das ein Ausweg ist?

Selbst bin ich mir da nicht sicher. Schließlich hat mein Problem, wie gesagt, hundertprozentig KEINE körperliche Ursache.

Tobias K. (Name geändert)

Erektionsstörung– Belastung für die Beziehung

Hallo Tobias,

obwohl Sie alleine beim Onanieren keine Erektionsprobleme haben, klappt es nicht, wenn Sie sexuellen Verkehr mit einer Frau haben wollen: so schon mit Ihren ersten zwei Bekanntschaften und jetzt wieder mit Ihrer neuen Freundin. Und das, obwohl Sie sehr verliebt sind.

Erektionsprobleme-
Medikamente lösen nur körperliche Probleme

Das Wichtigste vorweg: körperliche Impotenz ist nicht Ihr Problem. Von daher ist es unwahrscheinlich, dass ein Medikament wie Viagra überhaupt eine Wirkung bei Ihnen hat.

Viagra kann durch chemische Prozesse die sexuelle Erregung beim Mann verstärken- Voraussetzung ist allerdings, dass es überhaupt zu einer solchen Erregung kommt. Wenn Sie also alleine keine Schwierigkeiten haben, in sexuelle Erregung zu kommen und die Erregung nur in Gegenwart Ihrer Freundin ausbleibt, kann ein Medikament wie Viagra kaum helfen.

Erektionsprobleme-
Versagensangst als Ursache?

Da bei Ihnen körperlich offenbar alles in Ordnung ist, hat das Problem bei Ihnen wohl eine psychische Ursache, so wie Sie das schon selbst vermutet haben.

Versagensangst, also die Angst, das es nicht klappen kann, reicht völlig aus, um zu erklären, dass es auch tatsächlich nicht klappt.

Dadurch entsteht ein sich selbst verstärkender Teufelskreis: jedes Mal, wenn es nicht geklappt hat, wird die Versagensangst noch größer. Und wenn die Versagensangst noch größer wird, kann es beim nächsten Mal noch weniger klappen.

Aus einem solchen Teufelskreis ist es sehr schwierig, ohne therapeutische Hilfestellung herauszukommen. Deshalb lohnt es sich für Sie ganz bestimmt, ein paar Therapiestunden zu nehmen- vielleicht auch gemeinsam mit Ihrer Freundin.

Erektionsprobleme-
Wie eine Psychotherapie helfen könnte

1. Schritt: Psychischen Druck reduzieren

Ein erster Schritt könnte sein, Ihnen (und Ihrer Freundin) aufzuzeigen, dass Ihr Problem vielleicht gar nicht so riesige Dimensionen hat, wie Ihnen das auf den ersten Blick erscheint.

Wenn Sie selbst sicher sein können, dass es Ihrer Freundin mit Ihnen rundherum gut geht, ganz gleich ob Sie nun bei Ihr eine Erektion bekommen oder nicht, dann wäre das bereits ein erster Schritt, um dem Problem seine Bedrohlichkeit abzunehmen und den psychischen Druck zu reduzieren.

Es könnte also sinnvoll sein, wenn Sie Ihrer Freundin in nächster Zeit ab und an zu einem Orgasmus verhelfen, auch ohne selbst einen Orgasmus anzustreben.

Vielen Männern ist nicht klar, dass es durchaus möglich ist, mit einer Frau gemeinsam Sex zu haben, ohne dabei selbst eine Erektion und einen Orgasmus zu bekommen. Einzige Voraussetzung dafür ist, sich von den Vorstellungen des Normsex zu verabschieden, wonach beim Sex einzig der Koitus mit gemeinsamen Orgasmus zählt.

2. Schritt: an der Versagensangst arbeiten

Ein zweiter Schritt wäre die therapeutische Arbeit an Ihrer Versagensangst. Um hier ein geeignete Vorgehensweise zu finden, ist zuvor eine gründliche Klärung im therapeutischen Gespräch erforderlich. Wichtige Fragen könnten dabei sein:

  • Kennen Sie das Thema Angst auch aus anderen Bereichen Ihres Lebens?
  • Welche Normen gelten für Sie beim Sex?
  • Was würde passieren, wenn Sie Ihre Angst plötzlich nicht mehr hätten?

Parallel zu der inhaltlichen Arbeit am Thema Angst könnte Ihnen der Therapeut auch vorschlagen, Entspannungstechniken zu erlernen, die Ihnen generell helfen, innere Verspannungen aufzulösen.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Erektionsprobleme- wenn die Frau ständig zu kurz kommt

Erektionsprobleme-
Dauererregung und doch kein Sex

Erektionsprobleme? © dmitrimanuta Fotolia.com
Erektionsprobleme
Seit einem guten Jahr habe ich einen neuen Freund. Alles eigentlich prima- wir verstehen uns gut, haben viele gemeinsame Interessen, unternehmen viel miteinander… Mir gefällt auch seine Wärme und wie er es schafft, mir jeden Tag zu zeigen, dass er mich liebt.

Der einzige Haken: der Sex.

Seitdem wir uns kennen, hat er Schwierigkeiten, eine richtige Erektion zu bekommen. Egal, ob Handjob oder Blowjob, ich schaffe es nicht, ihn steif zu bekommen. Auch beim Koitus hält er nicht bis zum Orgasmus durch, muss seinen Penis irgendwann herausziehen und es sich selbst besorgen (wobei ihm auch das ein ziemliches Mass an Anstrengung abverlangt). Auf diese Weise komme ich selber beim Koitus nie zum Orgasmus, was mich ziemlich frustriert.

Ich brauche mittlerweile schon etwas Überwindung, um dieses Spiel jedes Mal wieder mitzumachen.

Erektionsprobleme-
Mit einem solchen Mann das Leben teilen?

Was dazu eigentlich gar nicht passt, ist: Er wünscht sich jeden Tag Sex. Er steht irgendwie unter einer Dauererregung: Ich habe das Gefühl, dass es für ihn schon ausreicht, dass er mich nur sieht- und schon will er Sex. Mir selber würde, selbst wenn es ihm leichter fiele, zweimal die Woche durchaus ausreichen.

Auch wenn ich ihn sonst total gern mag: Richtig vorstellen kann ich es mir nicht, mit so einem Mann mein ganzes Leben zu verbringen. Ich hätte auch Angst, dass mir irgendwann ein Mann über den Weg läuft, der es einfach besser kann als er und dass ich dann nicht Nein sagen kann…

Mein Freund hat bei dem ganzen Rumgetue übrigens anscheinend gar kein Problem. Wenn ich ihm das mit seiner mangelnden Erektion sagen würde, empfände er das bestimmt nur als Kränkung und würde nicht zum Arzt gehen.

Kann das gut gehen, eine Beziehung, in der die Frau permanent sexuell unterversorgt ist? Wie soll man da jahrelang glücklich beieinander bleiben?

Yvonne S. (Name geändert)

Erektionsprobleme-
Grund für Auflösung der Partnerschaft?

Hallo Yvonne,

die Partnerschaft mit Ihrem neuen Freund hat viele gute Seiten: gemeinsame Interessen, viele Unternehmungen, Liebe und Wärme.

Nur beim Sex haben sie das Gefühl, ständig zu kurz zu kommen, da Ihr Freund weder durch Handjob, noch Blowjob, noch Koitus zum Orgasmus kommt, sondern nur durch Selbstbedienung. Sie selbst kommen durch den Koitus bei ihm auch nicht zum Orgasmus.

Das frustriert sie so sehr, dass Sie sich überlegen, ob sie beide überhaupt für eine langfristige Partnerschaft zueinander passen.

Erektionsprobleme-
eine medizinische Ursache?

Auch wenn es sicher kein Fehler ist, wenn Ihr Freund darüber einmal mit einem Arzt sprechen würde: Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Ihr Freund ein medizinisches Problem hat (Impotenz).

Schließlich ist er ja in der Lage, eine Erektion zu bekommen und, bei Selbstbedienung, auch einen Orgasmus. Auch Sie als Person üben so viel sexuellen Reiz auf ihn aus, dass er sehr leicht in sexuelle Erregung kommt.

Von daher glaube ich nicht, dass irgendeine medikamentöse Behandlung besondere Fortschritte bringen würde.

Erektionsprobleme-
ein Problem von ihm oder mit ihm?

So wie Sie das schildern, hat er -streng genommen- gar kein Erektionsproblem und auch kein Orgasmusproblem. Denn auf körperlicher Ebene funktioniert das ja, jedenfalls bei der Selbstbefriedigung. Er selbst sieht das offenbar auch so und will deswegen auch nicht zum Arzt gehen.

Dennoch haben Sie ein Problem mit ihm, da er im Sex nicht die Erwartungen erfüllt, die Sie an einen Mann stellen: Orgasmusfähigkeit bei Handjob, Blowjob und im Koitus.

Außerdem ist bei Ihnen beiden der Sex am Ende, sobald er durch Selbstbedienung seinen Orgasmus bekommen hat- und Sie bleiben danach unbefriedigt.

Erektionsprobleme-
Bleibt die Frau ewig unbefriedigt?

Offenbar haben Sie ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie für Sie funktionierender Sex aussieht (vgl. Artikel: Normen für den Sex). Sie erwarten von einem Mann die Orgasmusfähigkeit bei Handjob, Blowjob und im Koitus- und das kann Ihnen Ihr Freund nicht bieten.

Grundsätzlich gibt es drei Veränderungsmöglichkeiten:

  1. Irgendwie schafft es Ihr Freund, die von Ihnen gewünschten Fähigkeiten doch noch zu bekommen.
  2. Sie finden einen Weg, wie Sie mit Ihrem Freund auch ohne Veränderung seiner Orgasmusfähigkeit befriedigenden Sex erleben können.
  3. Sie trennen sich von Ihrem Freund und suchen sich einen Mann, der diese Fähigkeiten hat.
Zu Möglichkeit 1: Die Veränderung Ihres Freundes

Sexuelle Fähigkeiten können sich ändern. Es ist durchaus möglich, dass Ihr Freund irgendwann auch ohne Selbstbefriedigung zum Orgasmus kommt. Allerdings gibt es kaum einen Weg, das irgendwie herbeizuzwingen. Hier gibt es definitiv keine Patentlösung.

Es kann sein, dass Ihr Freund durch innere Versagensängste daran gehindert ist, durch die genannten Methoden zum Orgasmus zu kommen. In diesem Fall könnte möglicherweise eine psychotherapeutische Beratung weiterhelfen. Das geht aber nur, wenn Ihr Freund selbst sich das selber wünscht.

Es kann aber genauso gut sein, dass Ihr Freund für seinen Orgasmus rein körperlich genau die Form der Stimulation benötigt, die er sich nur selber in Form der Masturbation geben kann. Das erhebliche Mass an Anstrengung, das er auch selbst aufwenden muss, kann ein Hinweis darauf sein, dass sein Orgasmus tatsächlich ein so starkes Mass an Stimulation benötigt- und dass dafür die anderen Techniken einfach nicht ausreichen.

Zu Möglichkeit 2: Neue Wege beim Sex

Bisher haben Sie den Sex mit Ihrem Freund als unbefriedigend erlebt. Ein Ansatz zu einer Verbesserung sind vielleicht folgende Überlegungen:

  • Was benötigen Sie selbst, um einen befriedigenden Orgasmus zu erleben?
  • Benötigen Sie unbedingt den Koitus und dazu den Samenerguss des Mannes, um einen befriedigenden Orgasmus zu erleben?
  • Kann es für Sie auch andere Möglichkeiten geben, zum Orgasmus zu kommen? Wie ließe sich eine solche Form des Orgasmus in Ihren gemeinsamen Sex einbeziehen: so dass Sie Ihren Orgasmus noch vor ihm erleben (eventuell auch im Koitus) oder danach (und dann nicht im Koitus)?

Gemeinsamer Sex kann durchaus anders aussehen als der „Normsex“ mit Orgasmus beider Partner beim Koitus.

Vielleicht haben Sie beide Lust, hier ein Stück weit zu experimentieren? Ich kann mir gut vorstellen, das es hier noch Möglichkeiten gibt, an die Sie vielleicht selbst noch gar nicht gedacht haben.

Bei einer solchen Entdeckungsreise zu neuen Möglichkeiten des sexuellen Miteinander kann es ggf. auch hilfreich sein, in ein paar Sitzungen bei einem Sexualtherapeuten zu investieren.

Zu Möglichkeit 3: Die Trennung von Ihrem Freund

Das ist die Möglichkeit, die Ihnen in jedem Fall offensteht. Aber vielleicht wäre es schade, diesen Weg zu wählen, ohne nicht vorher alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Denn Sie und Ihr Freund passen offenbar in allen anderen Lebensbereichen sehr gut zueinander…

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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BDSM Beratung, Psychotherapie und Sexualtherapie

BDSM Beratung und Hilfe rund um die härtere Spielart des Sex Foto © sakkmesterke Fotolia.com

BDSM Beratung und Hilfe
rund um die härtere Spielart des Sex

Die Zeiten, in denen BDSM als krank oder problematisch angesehen wurde, sind zum Glück längst vorbei. In der modernen Sexualwissenschaft gelten die härteren Spielarten des Sex als genauso „normal“ und „gesund“ wie Kuschel- und Schmusesex. Natürlich unter den drei Voraussetzungen, dass

  1. beide Partner den Sex wollen,
  2. kein Partner sich selbst oder dem anderen psychische oder körperliche Schäden zufügt
  3. und keine anderen Menschen geschädigt oder brüskiert werden

Aber diese drei Regeln gelten für Kuschelsex ja ganz genauso. Aus sexualtherapeutischer Sicht gibt es aber auch Punkte, die beim Thema BDSM Beratung besondere Beachtung verdienen.

BDSM Beratung- die verschiedenen Bereiche

Das Kürzel BDSM steht für: „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“. Damit sind also die folgenden sexuellen Techniken gemeint:

  • Bondage: Fesselung des Sexualpartners zum Zweck der Luststeigerung (mit Handschellen, Seilen, auch als Hängebondage);
  • Discipline: Die Züchtigung des Partners, etwa durch Versohlen des Hinterteils mit der Hand (spanking), oder Schlagen mit der Reitgerte oder Peitsche
  • Dominance & Submission: Rollenspiele, bei denen ein Partner die überlegene Rolle spielt (top) und der andere dessen Opfer (sub)- z.B. Rollenspiel Aufseher und Gefangener
  • Sadism & Masochism: Rollenspiele, bei denen ein Partner dem anderen körperliche Schmerzen zum Zweck der Luststeigerung zufügt.

BDSM Beratung- die häufigsten Probleme

1. Unausgesprochene Wünsche

Viele Menschen träumen von BDSM- und haben Schwierigkeiten, sich selbst oder ihrem Partner diesen Wunsch einzugestehen.

Der oder die Betroffene nehmen sich dadurch selbst die Chance, eine Form des sexuellen Spiels auszuprobieren, welche möglicherweise das eigene Leben und die eigene Sexualität deutlich aufregender und erfüllender machen könnte.

Das ist besonders schade, wenn der eigene Partner eigentlich ganz ähnliche Wünsche hat, sie sich aber ebenfalls nicht auszusprechen traut.

2. Unverständnis des Partners

Oft reagieren Partner im ersten Moment sehr abweisend auf den Wunsch, Elemente aus dem BDSM-Bereich ins eigene Sexualleben einzubauen. Wer sich vor seinem Partner outet, riskiert, als pervers oder zumindest irgendwie nicht ganz normal dazustehen. Hier können Verletzungen entstehen, die später kaum wieder zurücknehmbar sind.

Umgekehrt kann auch das eigene Outing mit BDSM-Wünschen den Partner überfordern, etwa dann, wenn ein Partner vom anderen sexuelle Spiele erwartet, die dieser nicht erfüllen kann oder möchte.

Besonders schwierig wird es, wenn emotionaler Druck auf den Partner aufgebaut wird, um eigene sexuelle Wünsche durchsetzen zu wollen.

3. Schuld- und Schamgefühle

Schuld- und Schamgefühle können für Betroffene eine erhebliche Belastung darstellen, zum Beispiel, wenn einen die Frage nicht mehr los läßt: Was habe ich da eigentlich getan oder mit mir machen lassen? Über solche Themen direkt mit dem Partner zu sprechen, ist besonders schwierig.

4. Probleme mit der eigenen Rolle

Für viele Menschen ist es nicht leicht, mit neuen Erfahrungen aus dem BDSM-Bereich umzugehen. Für viele ist das Sich-Einlassen auf BDSM zunächst nur etwas, das man als Geschenk oder Gefälligkeit dem Partner zugestanden hat.

Was aber, wenn ein Mensch, der sich selbst bisher privat und im Berufsleben als eher stark und dominant erlebt hat, nun entdeckt, beim Sex gern selber dominiert zu werden? Oder gar masochistische Freude über körperlichen Schmerz verspürt? Oder umgekehrt entdeckt, Freude daran zu haben, den Partner zu dominieren und körperliche Schmerzen zuzufügen?

5. Die eigenen Grenzen kennen

Viele Menschen haben beim BDSM die Angst, sich selbst zu verlieren. Sie empfinden Unsicherheit bei der Frage, „wo das Ganze eigentlich enden soll“.

BDSM ist immer ein Spiel mit den Grenzen- den eigenen und denen des Partners. Es kann etwas Wunderbares sein, festzustellen, wieviel mehr im Sex möglich ist, als man sich es je hätte träumen lassen. Es kann aber auch etwas Beängstigendes sein, zu bemerken, das bisher gültige Grenzen und Regeln jetzt nicht mehr gültig sind.

Oft besteht die Gefahr, dass Menschen sich beim BDSM selbst überschätzen und weiter gehen, als es Ihnen selber gut tut. Ein gelungenes Spiel mit dem BDSM setzt also vor allem voraus, die jeweils aktuellen, eigenen Grenzen zu kennen (und die des Partners!)- und sich gemeinsam mit dem Partner über diese Grenzen auszutauschen.

5. Spiel und Wirklichkeit

BDSM ist ein sexuelles Spiel auf Gegenseitigkeit- und hat nichts mit tatsächlicher Gewalt, Unterwerfung oder Versklavung zu tun.

Es ist wichtig, dass beide Spielpartner diese Unterscheidung zwischen Spiel und Wirklichkeit kennen und beachten.

Problematisch wird es, wenn es hier zu Unklarheiten kommt, zum Beispiel,

  • wenn die BDSM-Rollen sich verselbständigen,
  • wenn die Partner nicht vor dem Spiel darüber sprechen, was sich welcher Partner wünscht und was nicht
  • wenn der „Sklave“ oder die „Sklavin“ sich auch im wirklichen Leben der „Herrin“ oder dem „Herrn“ unterwerfen will und sämtliche Eigenverantwortung abgeben möchte
  • wenn der „Herr“ oder die „Herrin“ glaubt, auch über das Spiel hinaus den Partner dominieren zu dürfen,
  • wenn unklar ist, wann die Spielsituation anfängt und wann sie aufhört und deswegen in der Beziehung überhaupt kein Raum für den „Alltagsstatus“ mehr bleibt
6. Missbrauchserfahrungen und BDSM

In unserer Gesellschaft hat ein hoher Prozentsatz von Männern und Frauen in der Kindheit sexuelle Missbrauchserfahrungen gemacht.

BDSM kann für Betroffene durchaus ein Weg sein, eigene, leicht unangenehme Erfahrungen und Verletzungen zur sexuellen Stimulation einzusetzen (ein Klassiker sind z.B. Spiele, die an Erinnerungen aus der Schulzeit anknüpfen, also z.B. Lehrer/in und Schüler/in etc.

Kritisch wird es allerdings, wenn es um die Re-Inszenierung von tatsächlichen Traumata geht (z.B. Missbrauch, Vergewaltigung).

Eine sogenannte Re-Traumatisierung, die eine/n Betroffene/n unfreiwillig plötzlich in die Gefühlswirklichkeit des originalen Traumas zurückwirft, ist auch bei scheinbar harmlosen BSDM-Szenarien jederzeit möglich- gerade auch deswegen, weil viele Betroffene von ihrer psychischen Verletzbarkeit selbst bewusst gar nichts wissen.

Vorsicht und Behutsamkeit ist also unbedingt erforderlich im Umgang mit BDSM! Und im Falle einer aufgetretenen Re-Traumatisierung ist unbedingt psychotherapeutische Hilfe erforderlich.

7. Umgang mit dem Fetisch

Den Spaß am eigenen Fetisch zu entdecken, kann eine ausgesprochen beglückende Entdeckung sein. Viele Männer, die deswegen übrigens nicht automatisch homosexuell sind oder Transvestiten, tragen beim Sex gern Frauenkleider.

Schwierig wird es, wenn der eigene Fetisch den jeweiligen Partner überfordert. Wenn also z.B. die Frau sich ihren Mann beim Sex explizit nicht in Frauenkleidern wünscht.

8. Partnersuche und BDSM

Idealerweise haben Partner auf sexuellem Bereich ähnliche Fantasien und Wünsche, durch die sie ihre Beziehung gegenseitig bereichern.

Von daher ist es gut verständlich, wenn sich ein Mensch, der eine Affinität zu BDSM hat, auch einen Partner wünscht, der diese Leidenschaft mit ihm teilt- sei es in einer langfristigen Beziehung, sei es, als ein kurzfristiges und aufregendes Date.

Im BDSM-Bereich (genauso wie auch bei der ganz „normalen“ Partnersuche) besteht das Risiko, Menschen zu begegnen, welche die eigene Veranlagung ausnutzen oder missbrauchen. Es ist daher, insbesonder bei neuen Bekanntschaften über das Internet, ein gesundes Mass an Vorsicht geboten.

BDSM Beratung- Wann therapeutische Hilfe sinnvoll ist

Wenn Sie bei diesen Punkten eigene Probleme wiedererkennen und feststellen, allein nicht mehr recht weiter zu wissen, ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich Unterstützung zu holen.

Gern stehe ich Ihnen mit meiner therapeutischen Erfahrung zur Verfügung für ein vertrauliches Gespräch ohne Vorurteile und ohne Wertung. Gemeinsam können wir bei einer Beratung oder Therapie daran arbeiten, unbewusste Zusammenhänge zu verstehen und neue Handlungsperspektiven zu gewinnen.

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Noch nie Orgasmus erlebt-
und das als Frau mit 38

Noch nie Orgasmus mit einem Mann-
immer nur alleine

Noch nie Orgasmus(Gustav Klimt: Jungfrau 1913 (Detail), Narodni Galerie, Prag
Als Frau habe ich Sex bisher nur so erlebt, dass sich der Mann sexuell befriedigt, aber nicht die Frau. Bei meinem Ehemann und bisher einzigem Sexualpartner, von dem ich mich jetzt getrennt habe, habe ich nie erlebt, dass er sich darum gekümmert hätte, dass ich selber zum Zug komme. Bestenfalls hat er kurz vor der Penetration mit einem Finger geprüft, ob meine Vagina feucht genug zum Eindringen ist- das war dann alles.

Einen eigenen Orgasmus kenne ich nur alleine- die seltenen Male, wo ich das heimlich mache, wenn mein Mann nicht zuhause ist.

Da ich sehr prüde erzogen wurde, habe ich nie gelernt, über Sex zu sprechen. Wenn ich jetzt irgendwann einen neuen Mann kennenlerne, habe ich große Angst, mich lächerlich zu machen, weil ich so gar keine Erfahrung habe, was meine eigenen sexuellen Bedürfnisse betrifft.

Ich habe auch große Angst, dass ich vielleicht vollkommen unfähig bin, mit einem Mann einen Orgasmus zu erleben.

Ich fände es furchtbar, wenn ich auf sexuellem Gebiet nur noch einmal die gleichen Erfahrungen mache wie mit meinem geschiedenen Mann.

Sandra T. (Name geändert)

Noch nie Orgasmus erlebt-
außer bei Selbstbefriedigung

Hallo Sandra,

gemeinsam mit Ihrem geschiedenen Mann haben Sie beim Geschlechtsverkehr noch nie einen Orgasmus erlebt. Bisher haben Sie sich nur durch Selbstbefriedigung einen Orgasmus erlebt. Ihre Sorge ist, ob Sie generell unfähig sind, gemeinsam mit einem Mann einen Orgasmus zu erleben und ob Sie sich lächerlich machen, da Sie so wenig Erfahrung haben.

Noch nie Orgasmus erlebt-
Neue Erkenntnisse der Sexualwissenschaft

Mit Ihrer Erfahrung stehen Sie nicht allein da. 70-80 Prozent aller Frauen kommen durch den Koitus allein nicht zum Orgasmus (vgl. Artikel Weiblicher Orgasmus)- eine Tatsache, die vor allem Männern weitgehend unbekannt ist.

Wenn Sie als Frau also beim Sex mit einem Mann einen Orgasmus erleben wollen, ist es sinnvoll, sich mit ihm darüber auszutauschen, was Sie genau brauchen, um befriedigenden Sex zu erleben. Das kann zum Beispiel heißen, dass er Ihre Klitoris beim Koitus zusätzlich stimuliert. Bei vielen Frauen ist es aber auch so, dass sie ihren Orgasmus grundsätzlich nicht beim Koitus bekommen können, sondern nur „alleine“.

Wie dem auch sein mag- wichtig ist, dass Ihr Partner Ihnen die notwendige Zeit einräumt, damit auch Sie einen Orgasmus erleben können: während des gemeinsamen Koitus oder davor oder danach.

Noch nie Orgasmus erlebt-
Phasen der Lust beachten!

Nach den Forschungen von Masters und Johnson besteht -bei Mann und Frau gleichermaßen- der Zyklus der Lust aus vier Phasen (vgl. Artikel Weiblicher Orgasmus). Diese Phasen können bei Mann und Frau bei jedem einzelnen Akt höchst unterschiedlich lang dauern.

Es ist also wichtig, dass kein Partner vom anderen erwartet, diese Phasen in exakt dem gleichen Zeitmaß zu durchleben wie er selbst. Vielmehr sollte jeder dem anderen so viel Zeit und Zuwendung schenken, wie er/sie nun einmal in seinem/ihren Erregungszyklus braucht.

Ein schönes sexuelles Erlebnis kann nicht nur darin bestehen, selbst zum Orgasmus zu kommen, sondern auch bedeuten, den Partner/die Partnerin dabei zu begleiten, dass er/sie auf seine/ihre Weise zum Orgasmus kommt.

Ein solcher, nicht gleichzeitiger Orgasmus oder ein Orgasmus, der nicht im Koitus geschieht, ist dann in einem solchen Zusammenspiel ebenfalls ein gemeinsamer Orgasmus- und vielleicht sogar ein besonders intensiver.

Noch nie Orgasmus erlebt-
Die Schwierigkeit, darüber zu reden

Um Sex zu haben, der mehr ist als nur der Koitus, ist es nötig, dass beide Partner sich über ihre unterschiedlichen Bedürfnisse aussprechen- am besten nicht erst im Schlafzimmer, sondern in einem anderen Moment, wo es genügend Ruhe für dieses wichtige Thema gibt.

Für viele Paare ist es leichter, ein solches Gespräch in Gegenwart eines Therapeuten zu führen, der dabei helfen kann, Unsicherheiten zu überwinden und einen geschützten Raum für diese schwierige Thematik zur Verfügung zu stellen. So muss keiner der beiden Partner fürchten, den anderen -auch ohne Absicht- mit seinen Wünschen zu überfordern oder sich selber lächerlich zu machen.

Wenn Sie also einen neuen Mann gefunden haben und auch mit ihm Schwierigkeiten haben, über sexuelle Fragen zu sprechen, lohnt es sich für Sie beide ganz sicher, in ein paar Therapiestunden zu investieren.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grü0en
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PS: Vgl. zum Thema auch die Artikel „Kein gemeinsamer Orgasmus“, „Unfähig zum Orgasmus?“ und „Kein Orgasmus beim Koitus“.

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Unbefriedigender Sex- Fünf Ideen, die helfen können

Unbefriedigender Sex? Foto © Photographee.eu Fotolia.com

Unbefriedigender Sex-
bei ihr fehlt die Leidenschaft

Leider habe ich bei meiner Freundin oft das Gefühl, dass ihr der Sex mit mir nicht besonders gut gefällt.

Sie läßt den Sex mehr oder weniger passiv über sich ergehen, während ich selbst immer der aktive Teil bin: Immer geht von mir die Initiative aus. Ich bin es, der vorschlägt, wann und wo wir Sex haben. Sie macht dann immer mit, sagt auch, dass sie den Sex mit mir mag und alles ok ist. Das ist es dann aber auch.

Allerdings habe ich mir den Sex immer sehr viel leidenschaftlicher und aufregender vorgestellt. Vielleicht habe ich mir aber auch nur Illusionen gemacht, da ich noch nie eine andere Freundin hatte (und sie auch keinen anderen Freund). Vielleicht sind es also nur meine Träume, die mir sagen, dass noch eine ganz andere Art von Sex möglich sein müsste.

Sven R. (Name geändert)

Unbefriedigender Sex- Änderung möglich?

Hallo Sven,

Sie sind mit dem Sex mit Ihrer Freundin unzufrieden, weil Sie Ihre Freundin als zu passiv empfinden und sich wesentlich leidenschaftlicheren Sex wünschen. Sie fragen sich, ob befriedigenderer Sex überhaupt möglich ist.

Unbefriedigender Sex muss nicht sein

Die gute Nachricht:
Sex kann leidenschaftlich sein und höchst befriedigend.

Die Einschränkung:
Leidenschaftlicher Sex kommt nicht von selbst.

Unbefriedigender Sex-
eine Paartherapie könnte sich lohnen

Beim Sex gehören immer beide Seiten dazu.
Deshalb ist es schwierig, Ihnen hier Tipps zu geben, ohne dass ich weiß, wie es Ihrer Freundin eigentlich dabei geht.

Wenn Sie selbst keine rechte Vorstellung davon haben, wie es mit Ihnen beiden weitergehen soll, könnte es sich durchaus lohnen, wenn Sie sich gemeinsam ein paar Stunden Paartherapie gönnen.

Dabei könnte es ausführlich darum gehen, was Sie beide sich beim Sex eigentlich wünschen und wo Möglichkeiten bestehen, dass Sie und Ihre Freundin eine größere Zufriedenheit mit Ihrem gemeinsamen Sex finden.

Dabei könnten folgende Ideen eine Rolle spielen:

1. Idee:
Machen Sie sich frei von der Vorstellung des Normsex

Viele Menschen haben aufgrund ihrer Erziehung ein ziemlich festes Bild davon, wie der Sex in einer Beziehung auszusehen hat („Normsex“). Dieses Bild ist nicht unbedingt die Art von Sex, die auch tatsächlich am besten in die Beziehung paßt.

Im Rahmen einer Therapie lohnt es sich daher immer zu prüfen, inwieweit die Partner möglicherweise bewußt oder auch unbewusst bestimmten vorgegebenen Vorstellungen zu entsprechen suchen, mit denen sie sich unter Druck setzen und die eigentlich gar nicht die Art von Sex ausmachen, den sie sich wünschen.

Viele Frauen erleben zum Beispiel niemals beim Koitus einen Orgasmus: vgl. den Artikel Weiblicher Orgasmus- jede Frau ist anders. Falls das auch bei Ihrer Freundin der Fall ist, sollten Sie beide versuchen, auch für sie eine Möglichkeit zum Orgasmus in Ihr sexuelles Spiel zu integrieren.

2. Idee:
Leidenschaftlicher Sex ist mehr als ein geglückter Koitus

Viele Menschen beschränken in ihrer Vorstellung den Sex auf den Moment des Koitus. Leidenschaft in einer Beziehung muss nicht unbedingt einen sehr heftig ausgelebten Koitus bedeuten.

Zu einer leidenschaftlichen Beziehung können auch noch ganz andere Momente hinzukommen: die Begeisterung für gemeinsame Interessen, Freude am gemeinsamen Essen, am Aussuchen der Kleidung für sich selbst und den Partner, gemeinsames Reisen… Dazu dann noch die Gesamtinszenierung des Sex: z.B. im Anschluss an ein besonderes Essen oder an einem ungewöhnlichen Ort…

3. Idee:
Guter Sex braucht Planung

Spannender und aufregender Sex braucht ein Stück Planung.

So schön es ist, manchmal ganz spontanen Sex zu haben: im Regelfall klappt es noch besser mit etwas Planung. Ganz ähnlich, wie es zwar schön ist, zufällig seinen besten Freund zu treffen und dann spontan essen zu gehen- meist klappt es mit gemeinsamen Unternehmungen aber doch besser, wenn man sich vorher dazu verabredet.

Schaffen Sie sich also für den Sex einen Moment, in dem Sie beide nicht völlig übermüdet sind (etwa direkt nach dem Heimkommen aus der Ausbildung oder der Arbeit oder nur spätabends vorm Zubettgehen).

Planen Sie Zeit ein für romantische Stunden. Fangen Sie nicht sofort mit dem Koitus an, genießen Sie die Möglichkeiten des Vorspiels. Sorgen Sie für eine schöne Stimmung, z.B. für eine passende Musik oder für romantisches Kerzenlicht.

4. Idee:
Erzählen Sie sich Ihre Fantasien und Wünsche

Erzählen Sie sich von Ihren sexuellen Wünschen und Fantasien– vielleicht auf einem Spaziergang, wo Sie Zeit und Ruhe dazu haben. Es ist wichtig, die eigenen Wünsche zu kennen und die des Partners.

Das heißt nicht, dass alles und jedes sofort ausgelebt werden muss. Im gemeinsamen Sex kann immer nur verwirklicht werden, was beiden Partnern gefällt.

Aber es kann ja sein, dass Sie beide feststellen, doch noch mehr gemeinsame Wünsche zu haben, als Ihnen das im Augenblick klar ist.

5. Idee:
Zu einer guten Inszenierung gehören manchmal auch ein paar Requisiten

So wie es zwar möglich ist, eine sehr gute Inszenierung am Theater auch ohne alle Requisiten in Szene zu setzen, so gilt doch auch, dass das auf die Dauer wohl etwas zu puristisch wäre. Das gleiche gilt auch für den Sex.

Es kann durchaus interessant und spannend sein, hier etwas Abwechslung auszuleben, etwa durch stimulierende Kleidungsstücke (auch aus dem Fetisch-Bereich) oder durch Vibratoren, die den Orgasmus fördern können, oder auch mit Hilfe von Spielzeugen aus dem BDSM-Bereich wie z.B. Fesseln, Masken oder Peitschen.

Es kann durchaus viel Spass machen herauszufinden, was da zu einem am besten passt.

Weil Sex für die meisten Menschen sehr wichtig für die Lebensqualität ist und weil Sex ganz entscheidend zur Qualität einer Beziehung beiträgt, lohnt es sich, hier am Ball zu bleiben. Es wäre absolut schade, nichts zu tun und sich in einer Beziehung damit zu begnügen, dass unbefriedigender Sex schon alles ist…

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Vorzeitiger Samenerguss- Wenn der Mann zu früh kommt

Vorzeitiger Samenerguss- Ejaculatio praecox

Vorzeitiger Samenerguss? Foto © Photographee.eu Fotolia.com

Seit fast einem Jahr bin ich, 36, weiblich, mit meinem neuen Freund zusammen. Wir verstehen uns insgesamt sehr gut, haben viele gemeinsame Interessen und mir gefällt seine ruhige, freundliche Art.

Dennoch habe ich ein riesiges Problem mit ihm: Beim Sex läuft praktisch nichts. In den ersten Monaten hat er geradezu die Flucht ergriffen, sobald die Situation hätte erotisch werden können. Irgendwann hat er mir dann gestanden, dass er noch nie mit einer Frau geschlafen hat.

Ich habe ihm dann Zeit gegeben, und alle ein bis zwei Wochen haben wir jetzt auch Sex- allerdings kommt er, sobald er bei mir eindringt, schon nach wenigen Sekunden: immer nur ein vorzeitiger Samenerguss. Irgendein Gefühl der Sinnlichkeit stellt sich dadurch bei mir nicht ein. Danach ist es dann mit seiner Erregung vorbei, und der Sex ist zu Ende. Ich selbst fühle mich komplett frustriert, da ich von dieser Art Sex überhaupt nichts habe.

Leider schaffe ich es nicht, ihn dazu zu bewegen, dass er zum Arzt oder Psychologen geht. Was soll ich bloß machen?

Tanja U. (Name geändert)

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)-
unbefriedigender Sex als Folge für die Frau

Hallo Tanja,

Mit Ihrem neuen Freund verstehen Sie sich im Prinzip gut, der Sex ist allerdings unbefriedigend, weil Ihr Freund schon nach wenigen Sekunden einen Orgasmus bekommt und die Sache damit zu Ende ist.

Vorzeitiger Samenerguss(Ejaculatio praecox)
ein Arztbesuch ist erforderlich

Aus medizinischer Sicht leidet Ihr Freund wahrscheinlich an einer Ejaculatio praecox (vorzeitiger Samenerguss). Darunter versteht man einen Samenerguss, der nach der Penetration regelmäßig in weniger als einer Minute erfolgt (normale Durchschnittszeit für einen Orgasmus sind etwas mehr als 5 Minuten bei großen individuellen Unterschieden).

Man geht davon aus, dass etwa jeder fünfte Mann an einer Ejaculatio praecox leidet- es ist daher die häufigste sexuelle Funktionsstörung bei Männern unter sechzig.

Da es sich um eine rein körperliche Störung handeln kann, ist es in jedem Fall erforderlich, dass Ihr Freund mit einem Arzt darüber spricht.

Besonders dann wäre ein Arztbesuch nötig, wenn der vorzeitige Samenerguss ein neues Problem für ihn wäre, das er zuvor in seinem Leben nicht gekannt hätte. Da ihr Freund aber vor Ihnen noch überhaupt keine sexuellen Kontakte hatte, lässt sich nicht feststellen, ob es eine solche Veränderung gegeben hat: ein Arztbesuch ist daher der erste Schritt, der nötig ist.

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)
eine Krankheit oder nicht?

Zunächst muss ausgeschlossen werden, dass die Ejaculatio praecox nicht Folge von anderen körperlichen Krankheiten ist.

Bei einer lebenslangen Ejaculatio praecox lässt sich in der Regel keine andere Krankheit als Ursache feststellen. Die moderne Forschung geht davon aus, dass eine Mischung von neurobiologischen und psychologischen Gründen für eine Ejaculatio praecox verantwortlich ist.

Einen Krankheitswert hat die Ejaculatio praecox nur dann, wenn Sie mit erheblichen Leidensdruck verbunden ist, entweder für den betroffenen Mann selbst oder im Rahmen seiner Partnerschaft. Wenn beide Partner mit dem Phänomen kein Problem haben, liegt also kein Krankheitswert vor.

Allerdings kann die Ejaculatio praecox -so wie das wohl bei Ihnen der Fall ist- erhebliche Probleme in der Partnerschaft verursachen, insbesondere dann, wenn dadurch die sexuelle Intimität leidet. Diese Probleme lassen sich in der Regel nur im Rahmen einer Psychotherapie bzw. Paartherapie lösen.

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)
Behandlungsmöglichkeiten

Medikamente

Eine ursächliche Behandlung oder Heilung einer Ejaculatio praecox durch Medikamente gibt es nicht. Allerdings gibt es Medikamente, die zumindest für die Dauer ihrer Wirksamkeit den Samenerguss verzögern können. Dazugehören Psychopharmaka, die den Gehirnstoffwechsel beeinflussen, aber auch Sprays und Salben, die eine lokale Betäubung des Penis verursachen und dadurch die Erregbarkeit herabsetzen. Damit durch eine solche lokale Betäubung nicht auch die Erregbarkeit der Partnerin leidet, ist der Gebrauch von Kondomen erforderlich.

Sexuelle Techniken

Lange Zeit war es in der Sexualtherapie üblich, bestimmte Techniken zu üben, um den Zeitpunkt der Ejakulation beim Mann herauszuzögern. Bei der sogenannten Squeeze-Technik stimuliert die Frau abwechselnd den Penis, bis eine Ejakulation unmittelbar bevorsteht, und schwächt die Erektion dann wieder durch Zusammendrücken ab.

Bei der Stopp-and-Start-Technik nach Masters und Johnson übt der Mann, erst alleine beim Masturbieren, dann gemeinsam mit der Frau beim Geschlechtsverkehr, die sexuelle Stimulation jeweils kurz vor einem Orgasmus zu unterbrechen und erst dann fortzusetzen, wenn ein niedrigerer Erregungslevel erreicht ist.

Beide Techniken haben sich in der Praxis allerdings eher weniger bewährt, da sie mit einem spontanen und als sinnlich empfundenen Liebesspiel eher weniger gut zu verbinden sind. Außerdem können beide Techniken eine Ejaculatio praecox nicht grundsätzlich heilen.

Neue Konzepte der Sinnlichkeit

Nach meiner eigenen Ansicht hängt das Phänomen Ejaculatio praecox vor allem mit einem bestimmten Verständnis vom Normsex zusammen.

Wenn Sex ausschließlich als der Koitus von Mann und Frau angesehen wird, ist es tatsächlich ein großes Problem, wenn der Mann schon nach wenigen Sekunden kommt- und der Sex damit vorbei ist, bevor sich überhaupt eine Form der Sinnlichkeit eingestellt hat.

Ich halte es daher für wichtig, dass sich beide Partner darüber austauschen, welche sexuellen Wünsche sie haben, um sexuell befriedigt zu sein. Das kann heißen, dass z.B. die Frau ihren Orgasmus auch ohne Penetration erleben kann und der Koitus mit dem Orgasmus des Mannes erste danach erfolgt. Genauso ist auch das umgekehrte Modell denkbar: der Mann bekommt seinen Orgasmus sehr schnell, kümmert sich aber danach um die Bedürfnisse der Frau.

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)
Paartherapie kann helfen

Da es in vielen Partnerschaften schwierig ist, über die Frage eigener sexueller Bedürfnisse offen miteinander zu reden, kann es sich lohnen, in einige Stunden Sexualtherapie zu investieren.

Bei einer solchen Therapie kann es dann darum gehen, gemeinsam neue Möglichkeiten für Ihre Partnerschaft auszuloten, so dass Sie beide zu neuen Formen des Sex finden, die für Sie beide erfüllend und befriedigend sind.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Verklemmt-
die Angst vor Nacktheit

Verklemmt, weil ich ungern nackt bin?

Verklemmt? Angst vor Nacktheit Foto © bruno135_406u Fotolia.com
Ich bin männlich, 27, und wohl ziemlich verklemmt, weil ich mich ungern nackt zeige, sowohl in der Öffentlichkeit (Suana etc.), aber auch privat.

Bei meiner Exfreundin hatte ich immer das Gefühl, dass ich ihr nackt nicht richtig gefallen könnte- deswegen hatten wir Sex meist unter der Decke oder im Dunkeln. Dabei bin ich nicht häßlich. Aber irgendwie komme ich mit meiner Nacktheit nicht zurecht.

Meine Freundin hatte diese Hemmung nie: Sie ist oft nackt rumgelaufen und hat mich auch aufgezogen, wenn ich mir im Bad immer gleich ein Handtuch umgewickelt habe.

Möglicherweise hat sie mich sogar verlassen, weil ich so verklemmt bin. Ich würde gern davon loskommen, habe aber überhaupt keine Idee, wie ich das anstellen soll.

Tim N. (Name geändert)

Verklemmt-
Wie werde ich die Angst vor Nacktheit los?

Hallo Tim,

Sie haben Schwierigkeiten, sich nackt zu zeigen, und zwar sowohl in der Öffentlichkeit wie auch privat in der Beziehung mit Ihrer Exfreundin. Diese Verklemmtheit würden Sie gern loswerden.

Verklemmtheit, Schüchternheit oder Scham?

Aus psychotherapeutischer Sicht gibt es keine „Verklemmtheit“. Deswegen ist erst einmal zu überlegen, was „verklemmt“ in Bezug auf Ihre Erfahrungen überhaupt bedeuten kann.

Um das zu klären, müsste ich mich im Rahmen einer Therapiestunde etwas ausführlicher mit Ihnen unterhalten. Deshalb sind die folgenden Überlegungen ohne eine solche Klärung nur eine vorläufige Orientierung, wo die Ursache für Ihre Schwierigkeiten liegen könnte.

Zunächst einmal sollten die folgenden, „einfachen“ Begründungen untersucht werden:

  • Viele Menschen haben durch Ihre Erziehung gelernt, sich anderen gegenüber nicht nackt zu zeigen. Solange diese Regel einen Menschen nicht stört, ist das auch weiter kein Problem.
    Möglicherweise haben auch Sie eine solche Regel durch Ihre Erziehung mitbekommen. Wenn dem so sein sollte, bräuchten Sie jetzt eine Strategie, sich von diesen inneren Vorgaben auch wieder lösen zu können- insbesondere dann, wenn es Sie in Ihrem Sexualleben behindert.
  • Die fehlende Akzeptanz des eigenen Körpers kann dazu führen, sich nicht nackt zeigen zu wollen. In Ihrem Fall scheint das nicht der Fall zu sein, weil Sie schreiben, dass Sie sich nicht häßlich fühlen.
  • Umgangssprachlich ist Verklemmtheit meist etwas ähnliches wie übertriebene Schüchternheit– das allerdings scheint eher weniger Ihr Problem zu sein, denn immerhin haben Sie ja bereits eine erste Freundin gefunden. Vgl. den Artikel über Schüchternheit.
  • Auch starke Scham kann dazu führen, dass man seine Nacktheit niemandem zeigen will. Das klingt allerdings in Ihrem Fall nicht wahrscheinlich. Dann hätten Sie wohl mit dem Sex noch größere Schwierigkeiten als mit der Nacktheit gehabt.

Angst als mögliche Erklärung

Eine weitere Erklärungsmöglichkeit für Ihre „Verklemmtheit“ wäre eine spezifische Angst vor Nacktheit (Gymnophobie), also die Form einer Anststörung. Um diese Möglichkeit zu klären, wären unter anderem folgende Punkte zu beachten:

  • Haben Sie ein Angstgefühl bei Ihrer Nacktheit?
  • Wie lange dauert diese Angst an?
  • Wie können Sie mit einem solchen Angstgefühl umgehen?
  • Hat Angst vor Nacktheit negativen Einfluss auf Ihr Sexualleben?

Sollte sich herausstellen, dass hinter Ihrer „Verklemmtheit“ sich eine Angststörung vor Nacktheit verbirgt, wäre es auf jeden Fall sinnvoll, daran psychotherapeutisch zu arbeiten. Grundsätzlich gilt, dass es für Angststörungen verschiedene, gut erprobte Therapieformen gibt. Der Therapieerfolg ist besonders hoch, wenn mit einer Behandlung frühzeitig begonnen wird. Bei Nichtbehandlung besteht das Risiko, dass sich die Störung dauerhaft festsetzt und auch noch auf weitere Lebensbereiche ausgreift.

Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen, auf jeden Fall einen Termin mit einem Therapeuten auszumachen und genau abzuklären, was hinter Ihrem Gefühl, „verklemmt“ zu sein, genau dahintersteht.

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern nochmal an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen
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Voyeurismus-
Mein Freund und der Parkplatz

Voyeurismus-
Frauen beim Uninieren überraschen

Voyeurismus
Seit zwei Jahren bin ich mit meinem Freund zusammengezogen. Was ich von Anfang an merkwürdig fand, ist, dass er in der Freizeit immer wieder für ein paar Stunden wegfährt, ohne dass er es recht erklären kann. Ich konnte herausfinden, dass es den Schulfreund, den er angeblich besucht haben wollte, überhaupt gar nicht gibt.

Ich habe ihn zur Rede gestellt und er hat mir gebeichtet, dass er immer wieder mit dem Auto zu einem Parkplatz an der Autobahn fährt, wo es kein Dixie-Klo gibt und hofft, dass eine Frau aussteigt und hinter den Büschen urinieren geht. Er tut dann genau in dem Moment, wo sie in der Hocke sitzt, so, als würde er rein aus Zufall gerade vorbeilaufen, und starrt sie an.

Angrapschen tut er die Frauen nicht, auch nicht vor ihnen onanieren. Aber er genießt die Peinlichkeit der Situation und den Schreck, den sie bekommen. Offenbar so sehr, dass er das mehrmals die Woche tut. Alternativ geht er wohl auch immer wieder in den Stadtwald, in der Hoffnung, dort ein Pärchen beim Sex zu überraschen.

Ich war ziemlich entsetzt, als er mir das erzählte. Ich habe auch darüber nachgedacht, auszuziehen und unsere Freundschaft zu beenden. Aber ich liebe ihn dazu einfach zu sehr.

Er sagt auch, dass er sich ändern will- immer wieder. Aber spätestens nach 2 Wochen ist er dann doch wieder unterwegs zu dem Parkplatz. Neulich habe ich ihn nur kurz zum Einkaufen geschickt- zurückgekommen ist er 5 Stunden später… Anscheinend liebt er seinen Voyeurismus mehr als mich.

Meine Bitte, dass er sich einen Therapeuten sucht, hat er jedes Mal in den Wind geschlagen. Er wäre nicht krank, meint er. Nur machen ihm eben Dinge Spaß, die sich die meisten Menschen einfach nicht trauen.

Irgendwie habe ich die Lust auf Sex mit ihm verloren. Ich weiß nicht, wie ich auf Dauer mit so einem Mann zusammenleben soll. Außerdem hat er, als ich ihm einmal die Trennung angedroht habe, gesagt, dass doch ich die einzig Wichtige in seinem Leben wäre und dass er sich dann ja gleich umbringen könnte, wenn ich ihn verlasse.

Monika Z. (Name geändert)

Voyeurismus-
eine Belastungsprobe für die Partnerschaft

Hallo Monika,

Ihr Freund hat Ihnen gebeichtet, dass er regelmäßig zu einem Autobahnparkplatz fährt, um dort Frauen beim Urinieren zuzusehen. Auch im Stadtwald versucht er Pärchen beim Sex zu beobachten.

Sie selbst haben deswegen keine Lust mehr auf gemeinsamen Sex. Sie lieben ihn aber zu sehr, um sich von ihm zu trennen. Außerdem hat er für diesen Fall mit einem möglichen Selbstmord gedroht. Jetzt wissen Sie nicht, wie Sie auf Dauer mit ihm zusammenleben können.

Voyeurismus- was ist das?

Der Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisaion ICD-10 (F.65.3) definiert Voyeurismus als „wiederkehrender oder anhaltender Drang, anderen Menschen bei sexuellen Aktivitäten oder intimen Tätigkeiten, z.B. Entkleiden, zuzusehen ohne Wissen der beobachteten Person“.

Welche Probleme hat Ihr Freund eigentlich?

Für Ihren Freund trifft diese Definition nur teilweise zu. Denn im Fall der urinierenden Frauen am Parkplatz legt er selbst offenbar selbst keinen Wert darauf legt, unentdeckt zu bleiben, sondern tritt den Frauen direkt entgegen, um sie zu beschämen. Hier kommt auch ein aggressiver Zug hinzu, der bei Voyeuren nach der ICD-10-Definition nicht vorhanden ist.

Um hier zu einer genauen Diagnose zu finden, wäre eine eingehendere Untersuchung durch einen Therapeuten notwendig.

Dazu kommt noch die von ihm -allerdings nicht ganz klar- ausgesprochene Selbstmorddrohung. Schon allein deswegen, dass Ihr Freund Ihnen erklärt, mit dem Gedanken zu spielen, sich das Leben zu nehmen, ist unbedingt eine psychologische oder psychiatrische Klärung erforderlich.

Selbstmorddrohungen sind immer ernst zu nehmen und müssen fachlich kompetent begleitet werden (siehe Artikel: Selbstmorddrohung- Wie gehe ich mit damit um?).

Voyeurismus-
Sie können Ihren Freund nicht ändern

Nach Ihrer Schilderung erscheint es fraglich, ob Sie Ihren Freund zu einer Therapie bewegen können. Denn Grundvoraussetzung für einen Therapieerfolg ist persönliches Leiden unter der Krankheit und Krankheitseinsicht.

Und anders als etwa bei einem Exhibitionisten hat ihr Freund eher weniger juristische Konsequenzen zu fürchten, da sich jeder Mensch frei im öffentlichen Raum bewegen darf. In juristische Schwierigkeiten käme ein Voyeur nur dann, wenn er von fremden Personen gegen deren Willen Photos anfertigt.

Letztlich ist der einzige Nachteil, den er zu befürchten hat, dass Sie es nicht mehr mit ihm aushalten und ihn verlassen.

Vielleicht haben Sie an diesem Punkt die Möglichkeit, ihn zumindest gemeinsam mit Ihnen zu einem Besuch beim Therapeuten zu bringen- indem Sie nicht ihn und seine Probleme in den Vordergrund stellen, sondern sagen, dass Sie selbst ein Problem mit Ihrer Partnerschaft haben, das Sie gerne gemeinsam mit ihm in einer Therapie lösen möchten.

Voyeurismus des Freundes-
Wie gehen Sie damit um?

Sie selbst können nicht für Ihren Freund seine Probleme lösen. Das kann nur er selbst. Sie können aber für sich selbst sorgen und dafür, dass es Ihnen selber gut geht. Momentan scheinen Sie da aber selbst in eine ziemliche Sackgasse hineingeraten zu sein:

  • Einerseits schreiben Sie, dass Sie Ihren Freund zu sehr lieben, um sich von ihm trennen zu können,
  • Einen Absatz weiter schreiben Sie, dass Sie nicht wissen, wie Sie mit ihm auf Dauer zusammenleben können.

Ein erster Schritt, um aus dieser Zwickmühle herauszukommen, könnte sein, dass Sie sich, auch ohne Ihren Freund, für ein paar Stunden die Unterstützung durch einen Therapeuten gönnen.

Themen für Ihr Gespräch
mit einem Therapeuten

Im gemeinsamen Gespräch mit dem Therapeuten könnte es dann u.a. um folgende Themen gehen:

  • Was sind meine eigenen Bedürfnisse in einer Beziehung?
  • Was brauche ich, damit mir der Sex in einer Beziehung Spaß macht?
  • Welche sexuellen Aktivitäten meines Partners außerhalb unserer Beziehung kann ich akzeptieren, welche nicht?
  • Was mache ich, wenn ich sexuelle Aktivitäten meines Partners außerhalb der Beziehung nicht akzeptieren kann?
  • Welche Regeln können Partner in einer Beziehung vereinbaren?
  • Was mache ich, wenn mein Partner gemeinsam vereinbarte Regeln immer wieder verletzt?
  • Wie gehe ich damit um, wenn mein Partner mich mit Selbstmorddrohungen erpreßt?

Die Klärung dieser Fragen könnte ein wichtiger Schritt für Sie sein, dass Sie selbst wieder mehr Spielräume für Ihren eigenen Lebensweg finden. Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute!

Gern können Sie sich bei weitere Fragen an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen

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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Unsicherheit
gegenüber Frauen

Unsicherheit gegenüber Frauen-
Jedes Mal eine Abfuhr

Unsicherheit gegenüber Frauen
Irgendwie habe ich immer Pech mit attraktiven Frauen, schon seit meiner Pubertät. Jedes Mal ist es zu einigen Treffen gekommen, ich hatte von meiner Seite auch immer das Gefühl, dass wir uns gut verstanden haben- und dann ging es doch nicht weiter, meist aus irgendwelchen terminlichen Gründen ihrerseits.

Jetzt habe ich wieder eine wunderhübsche Frau kennengelernt. Gestern waren wir gemeinsam Essen gegangen-ein sehr gemütlicher, netter Abend. Wir haben eine Menge gemeinsamer Interessen festgestellt und konnten uns viel erzählen.

Trotzdem habe ich riesige Angst, dass ich auch sie enttäuscht habe. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass sie sich noch einmal bei mir melden wird.

Vielleicht liegt es an meiner Unsicherheit gegenüber Frauen, nach all den vorherigen Erfahrungen… Aber wie soll ich sicherer auftreten, wenn es jedes Mal nicht klappt?

Markus Z. (Name geändert)

Unsicherheit gegenüber Frauen-
Grund für das Scheitern aller Dates?

Hallo Markus,

gerade hatten Sie ein Date mit einer wunderhübschen Frau, das durchaus vielversprechend verlaufen ist. Aufgrund ihrer Unsicherheit wegen der Vorerfahrungen aus früheren Dates haben Sie Angst, dass es auch diesmal nicht geklappt hat.

Unsicherheit gegenüber Frauen-
eine sich selbst erfüllende Prophezeiung?

Ein ewiger Zirkel: Sie sind unsicher, deshalb klappt das Date nicht. Und weil das Date nicht klappt, werden Sie noch unsicherer. Das könnte man einen richtigen Teufelskreis nennen. Wenn dem so ist, haben Sie tatsächlich Schwierigkeiten, eine Frau zu finden.

Sie können in ein Date schon gar nicht mehr anders hineingehen, als dass Sie sich bereits den negativen Ausgang vorstellen. Gut möglich, dass Ihre Frau am Tisch etwas davon bemerkt, was da in Ihrem Kopf abläuft. Und dass sie es falsch interpretiert, etwa in dieser Art:

Irgendwie ist dieser Mann nicht ganz bei der Sache. Oder er kann sich selber nicht vorstellen, dass wir wirklich zueinander passen. Wenn dem so ist, passen wir wohl wirklich nicht zueinander.

Un auf diese Weise erfüllen Sie Ihre eigene Prophezeiung selbst: eine klassische self-fulfilling prophecy.

Unsicherheit gegenüber Frauen-
Wege aus dem Zirkel

Welche Möglichkeiten gibt es nun diesen Zirkel zu durchbrechen?
Hier gibt es gleiche mehrere mögliche Szenarien:

Sie finden eine Frau, die Sie genau so mag, wie Sie sind

Die einfachste Lösung: Sie finden eine Frau, die Sie inklusive Ihrer Schüchternheit mag. Für Sie vielleicht im Augenblick undenkbar, aber gar nicht so unrealistisch. Nicht jede Frau steht auf forsche Macho-Typen. Und mit etwas Glück haben Sie vielleicht schon gestern Abend genau diese Frau gefunden. Und falls nicht: Weitersuchen lohnt sich! Sie haben nur dann eine Chance, die richtige Frau für Sie zu finden, wenn Sie einfach weitermachen.

Sie üben, die katastrophisierenden Gedanken loszuwerden

Ungeachtet davon, dass obiger Fall sowieso eintreten kann, auch ohne dass Sie sich in irgendeiner Weise verändern: Schaden kann es gewiss nicht, wenn Sie Ihre katastrophiesierenden Gedanken loswerden, wie möglicherweise:

  • Ich enttäusche jede Frau, auch wenn ich es selber nicht merke.
  • Nach einem Date wird sich keine Frau nochmals bei mir melden.
  • Ich finde niemals eine Frau.

Beim Loskommen von solchen eingeschliffenen Denkmustern könnten Ihnen ein paar Stunden Psychotherapie helfen, bei denen Ihnen Ihr Therapeut ein paar Methoden aus der Verhaltenstherapie beibringen könnte, zum Beispiel die Technik des Gedankenstopps. So lernen Sie, Ihre Gedanken an dem Punkt zu unterbrechen, an dem sie ins Negative abgleiten. Das könnte für Sie eine große Erleichterung sein.

Sie daten eine nicht ganz so wunderhübsche Frau

Auffällig ist, dass Sie in Ihrer Schilderung von „attraktiven Frauen“ bzw. aktuell von einer „wunderhübschen Frau“ sprechen.
Vielleicht gibt es irgendeinen Grund dafür, dass Sie sich zwar in gewisser Weise zu genau diesem Frauentyp hingezogen fühlen, sich dann aber letztlich mit genau einer solchen Frau gar keine Beziehung wünschen und die Frau das dann auch spürt?
Tatsächlich ist es schwierig, mit einem Idealbild eine Beziehung aufzubauen- wobei übrigens auch die Frau überfordert ist, die später in der Beziehung auf Dauer dieses Idealbild spielen soll.
Seien Sie also vielleicht nicht ganz so anspruchsvoll- und daten Sie das nächste Mal eine Frau, von der Sie sich vorstellen können, dass Sie gut zu Ihnen paßt- auch wenn sie nicht „wunderhübsch“ ist, sondern „nur hübsch“. Dann brauchen Sie vor dem Date weniger Angst zu haben- und das könnte bereits der Grund sein, dass es dann tatsächlich mit einer gemeinsamen Beziehung klappt.

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern nochmals an mich wenden.
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Weiblicher Orgasmus-
Jede Frau ist anders

Weiblicher Orgasmus- bunter als allgemein bekannt (Gustav Klimt: Der Kuss (Detail)

Weiblicher Orgasmus-
normalerweise nicht beim Koitus

Weiblicher Orgasmus
Nach dem Mythos vom Normalsex sollte die Frau, möglichst gleichzeitig mit dem Mann, ihren Orgasmus im Koitus erreichen.

Schon 1976 hat die Wissenschaftlerin Shere Hite in ihrem berühmte Buch Hite Report aufgezeigt, dass die Mehrzahl der Frauen beim Koitus nicht zum Orgasmus kommen. Das überrascht nicht, da die Scheidenwand der Frau keine erogene Zone ist und kaum über Nervenverschaltungen verfügt.

Weiblicher Orgasmus-
Klitoris und G-Punkt

Tatsächlich benötigen 70-80% aller Frauen die Stimulation der Klitoris, um zum Orgasmus kommen zu können. Diese Stimulation wird durch den normalen Koitus und die Penetration mit einem Penis nicht erreicht.

Nach neueren Erkenntnissen ist die Klitoris als Organ weitaus größer als allgemein angenommen. Es handelt sich also nicht nur um die von außen sichtbare Klitorisspitze: vielmehr reichen die Nervenenden der Klitoris bis in die Vagina und in die Schenkel hinein: von daher ist die oft anzutreffende Unterscheidung in klitorale und vaginale Orgasmen nicht zu halten.

Eine weitere erogene Zone der Frau ist der G-Punkt an der Scheidenvorderwand, erstmals 1950 beschrieben vom deutschen Arzt Ernst Gräfenberg, aber bis heute noch nicht umfassend wissenschaftlich erforscht (vgl. auch die Dissertation von Anja Lehmann 2007 (Kapitel 1.4.). Viele Frauen erreichen durch die Stimulation des G-Punktes sehr schnell einen Orgasmus, manche Frauen sogar nur auf diese Weise.

Die Art, durch welche Art von Erregung eine Frau zu ihren Orgasmus kommt, ist offenbar genetisch festgelegt, wie eine britische Studien der Royal Society von 2005 mit eineiigen Zwillingen aufgezeigt hat.

Weiblicher Orgasmus- ein individuelles
Zusammenspiel der erogenen Zonen

Der weibliche Orgasmus geschieht also durch ein höchst individuelles Zusammenspiel der verschiedenen erogenen Zonen.

Dadurch läßt sich auch die statistische Beobachtung erklären, dass Frauen mit zunehmendem Alter tendenziell leichter zum Orgasmus kommen: Im Laufe des Lebens lernen sie ihren Körper, seine Bedürfnisse und die persönlichen Stimualtionsmöglichkeiten immer besser kennen.

Dabei kann es biografisch auch Veränderungen geben: so steigt die weibliche Orgasmusfähigkeit Statistiken zufolge nach der ersten Geburt eines Kindes (außer bei Kaiserschnitt).

Weiblicher Orgasmus- die vier Phasen der Lust

Die Psychologen Master und Johnson haben vier Phasen in der sexuellen Reaktion unterschieden (die übrigens analog ähnlich auch für Männer geltenn):

  1. Erregungsphase:
    Puls und Blutdruck steigen.Anschwellen von Klitoris, Schamlippen und Brustwarzen an. Die Geschlechtsteile werden feucht.
    Dauer: wenige Minuten bis zu einer Stunde.
  2. Plateauphase
    Puls und Blutdruck steigen weiter. Weitung der äußeren Schamlippen, eine Schwellung der äußeren Vagina. Weitere Absonderung von Scheidenflüssigkeit.
    Dauer: einige Minuten.
  3. Orgasmusphase
    Nochmalige Steigerung von Puls, Blutdruck und Atemtempo. Möglicherweise kurzer Bewusstseinsverlust. Muskelkontraktionen im unteren Scheidendrittel der Vagina, der Gebärmutter und der Analregion. Beim durchschnittlichen Orgasmus etwa 5 mal, beim intensiven Orgasmus 10-15 mal.
    Dauer: einige Sekunden.
  4. Rückbildungsphase
    Rükkehr zu normalem Puls und Blutdruck. Müdigkeitsgefühle. Rückgang der Schwellung von Schamlippen, Klitoris und Brustwarzen.
    Dauer: individuell sehr unterschiedlich, auch abhängig vom Lebensalter. Von wenigen Minuten bis Stunden.

Weiblicher Orgasmus-
Konsequenz für die Sexualtherapie

Da die Art, wie eine Frau zu ihrem Orgasmus kommt, genetisch festgelegt ist, kann es nicht die Aufgabe einer Sexualtherapie sein, eine Frau zu einer bestimmten Form des Orgasmus hinzuerziehen.

Eine Sexualtherapie kann allerdings eine Frau dazu ermutigen, unterschiedliche Formen des Sex auszuprobieren, um auf diese Weise herauszufinden, was ihr gefällt oder nicht. Und sie kann eine Frau darin bestärken, dass ihre eigene, höchst individuelle Form, einen Orgasmus zu bekommen, immer auch die genau richtige Form für sie ist.

Im Rahmen einer Partnerschaft kommt es dann darauf an, diese individuelle Form der Frau, ihren Orgasmus zu bekommen, so in das gemeinsame sexuelle Zusammenspiel zu integrieren, dass beide Partner an diesem Zusammenspiel Freude und Genuss verspüren. Wobei für die Integration des männlichen Orgasmus im gemeinsamen Sex natürlich das gleiche gilt.

Dabei ist es auch zu beachten, dass die vier Phasen des Orgasmus bei jedem Partner jedes Mal immer wieder unterschiedlich lang dauern können. Wichtig ist, dass beide Partner ausreichend Zeit haben, in ihrem eigenen Rhythmus die Phasen der Lust zu durchleben.

Da ein gleichzeitiger Orgasmus sehr unwahrscheinlich und aus sexualtherapeutischer Sicht kein anzustrebendes Ziel darstellt, sollte der Partner, der seinen Orgasmus bereits erlebt hat und keinen weiteren Orgasmus erleben will, das sexuelle Spiel nicht einfach abbrechen.

Vielmehr sollte jeder dem anderen Partner, so dieser es wünscht, genügend Zeit geben, ebenfalls seinen Orgasmus zu erleben. Wobei nirgendwo festgeschrieben steht, dass beide Partner ihren Orgasmus im Koitus bekommen müssen (vgl. Artikel „Normsex“).

Wenn Sie dazu Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht oder Ihren Kommentar.
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Normal oder nicht?-
Normen für den Sex

Normal oder nicht? (Henri de Toulouse-Lautrec: Der Kuss (Detail)

Normal-
die Vorstellung vom erlaubten Normsex

normal
Leider gibt es in unserer Gesellschaft immer noch zahlreiche, oft sogar unbewußte Normen in Bezug auf Sex, die sexualtherapeutisch keinen Sinn machen und bei den Betroffenen viel sexuelle Lebensfreude zerstören können.

Eine solche „Normsex“-Vorstellung könnte etwa so aussehen:

  1. Sex nur zwischen Mann und Frau
    (möglichst miteinander verheiratet)
  2. Kurzes sexuelles Vorspiel mit Umarmung und Kuss
  3. Gang ins Schlafzimmer,
    Sex findet nackt und auf der Matratze statt
    (am besten im Dunkeln und unter der Bettdecke)
  4. Mann dringt mit seinem Glied in die Vagina der Frau ein.
  5. Frau bekommt einen Orgasmus, Mann (möglichst gleichzeitig, aber erst nach einer gewissen Dauer) auch.
  6. Beide duschen und wenden sich anderen Beschäftigungen/Themen zu.

Eine Normierung des Sex nach diesen Vorgaben verengt die Möglichkeiten des Sex erheblich.

Für viele Menschen ist die Einhaltung dieser Vorgaben allein aus körperlichen/genetischen Gründen überhaupt nicht möglich.

Die meisten Frauen können rein körperlich unter diesen Vorgaben nicht zum Orgasmus kommen (siehe Artikel Weiblicher Orgasmus). Viele Männer bekommen ihren Orgasmus zu schnell und können daher die Frau nicht befriedigen (Ejaculatio praecox- vorzeitiger Samenerguss).

Normal oder nicht normal-
die Verbotsliste des Normsex

Als verboten bzw. zumindest problematisch erscheinen aus der Sicht des Normsex unter anderem:

  • Homosexualität
  • Fetischismus
  • BDSM
  • Onanie/Selbstbefriedigung
  • Sex, der nicht im Schlafzimmer stattfindet
  • jeder Orgasmus, der nicht im Koitus passiert
  • jeder Orgasmus, der „zu früh“ passiert

Normal oder nicht normal- beim Normsex
zählt nur der Orgasmus des Mannes

Eine weitere Vorgabe des Normsex ist es, dass der Mann zwingend während des Koitus zu kommen hat- und zwar in einer Zeit, die mindestens einige Minuten dauert, aber auch nicht deutlich über einer Viertelstunde liegt.

Kommt der Mann nach den Vorgaben des Normsex zu früh, ist das eine Krankheit, also ein vorzeitiger Samenerguss (ejaculatio praecox). Kommt er gar nicht, hat gar kein „richtiger Sex“ stattgefunden und der Mann gilt als impotent. (Das katholische Kirchenrecht, das die Scheidung streng ablehnt, erklärt bei einem solchen Ehehindernis auf Antrag sogar eine kirchlich geschlossene Heirat für ungültig.)

Nach den Vorgaben vom Normsex ist also Sex, bei dem der Mann nicht im Koitus seinen Orgasmus bekommt, überhaupt kein Sex.

Erstaunlicherweise ist die umgekehrte Frage, ob die Frau beim Koitus einen Orgasmus bekommt oder nicht, für den Normsex kein Kriterium. Auch wenn nur er kommt und sie nicht: das ist aus der Sicht des Normsex immer noch Sex.

Richtig schlimm wird es dagegen, wenn sexuelle Handlungen nicht einzig und allein den (ehelichen) Koitus und den Orgasmus im Koitus zwischen Mann und Frau anstreben. Alle solchen Normabweichungen gelten dann als Perversion.

Normal oder nicht normal-
Kuschelideale der 60er und 70er Jahre

Die sexuelle Revolution im Rahmen der Studentenbewegung der 60er Jahre hat die Vorstellungen des bis dahin weitgehend geltenden Normsex heftig in Frage gestellt.

Gleichzeitig wurden allerdings neue Normen aufgebracht, die bewußt oder unbewußt viele Menschen auch heute noch stark im sexuellen Bereich beeinflussen. Demnach gilt -hier zur Verdeutlichung etwas überspitzt formuliert- folgendes sexuelles Ideal:

  • Sex findet spontan statt zwischen zwei Menschen, die nicht nur sexuell, sondern auch ideell miteinander verbunden sind
  • Sex ist zärtlich und liebevoll, niemals gewaltsam („Kuschelsex“)
  • Sex passiert „wie von selbst“, wenn beide Partner völlig entspannt sind

Auch mit der Norm vom Kuschelsex ist alles verboten und ausgegrenzt, was nicht zwischen zwei Partnern stattfindet (also Onanie) oder nicht ganz so zärtlich daherkommt (also BDSM).

Normal oder nicht normal-
eine sexualtherapeutische Sicht

Der Nachteil sexueller Normvorstellungen -ganz gleich ob es der traditionelle Normsex ist oder die Norm vom Kuschelsex- ist, dass solche Normen zwar ein Ideal einer Epoche ausdrücken können, aber konkret bei den wenigsten Menschen richtig stimmig sind.

Jeder Mensch ist in seinen sexuellen Möglichkeiten und Wünschen unterschiedlich- und kann sich immer wieder in seinem Leben verändern. Wer sehr stark von sexuellen Normen geprägt ist, läuft Gefahr, die eigene Sexualität als unstimmig in Bezug auf diese Normen zu erleben. Daraus können sich vielfältige Probleme im eigenen Sexualleben entwickeln: Ängste, Minderwertigkeitsgefühl etc.

In vielen Therapien geht es daher weniger darum, sexuelle Probleme in engerem Sinn zu lösen. Weit häufiger ist das wichtigste Thema einer Sexualtherapie, den Klienten/die Klientin dabei zu unterstützen, sich von bestimmten, nicht zu einem passenden Vorstellungen vom Normsex zu lösen und der eigenen Sexualität Raum zu geben, die in den meisten Fällen nicht den Vorgaben des Normsex genügt.

Für die Frage, ob ein Mensch aus der Sicht der Sexualtherapie „normal“ ist, genügt es, zwei kurze Fragen zu stellen:

  1. Bin ich dazu fähig, ein erfülltes Sexualleben zu führen?
  2. Fügt mein Sexualleben mir selbst oder anderen Menschen einen Schaden zu?

Sobald Sie die erste Frage mit Ja und die zweite mit Nein beantworten können, ist aus der Sicht des Sexualtherapeuten alles in Ordnung.

Sollte das nicht der Fall sein, könnte sich der Gang zum Sexualtherapeuten lohnen.

* * *
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Unfähig zum Orgasmus-
sexuell nicht normal?

Unfähig zum Orgasmus-
alles probiert, doch es klappt nie

unfähig zum Orgasmus
Seit gut zwei Jahren habe ich meinen neuen Freund, mit dem ich mich hervorragend verstehe. Einziges Problem: Ich habe noch nie einen Orgasmus mit ihm gehabt (übrigens auch vorher noch nie mit meinen ersten Freund).

Mittlerweile ist es so, dass ich es nicht einmal mehr mag, wenn mein Freund mich unten berührt oder leckt. Statt eines Orgasmus geht es genau umgekehrt. Es dauert nicht einmal eine Minute, da fühle ich mich unwohl und habe nur noch das Bedürfnis, dass er mich da unten endlich in Ruhe läßt. Das ist blöd, dass ich kein einziges Mal auch nur annähernd einen Orgasmus hatte!

Sonstige Zärtlichkeiten und den Koitus mit ihm mag ich sehr. Dadurch erregt er mich auch, allerdings bin ich niemals so weit, dass ich auch selber komme. Vielmehr warte ich darauf, dass er kommt, und bin dann selbst komplett unbefriedigt.

Wir haben schon alles Mögliche probiert: diverse Dildos, Sextoys usw., auch verschiedene Stellungen. Alles ohne Erfolg.

Übrigens bin ich nicht komplett orgasmusunfähig- Selbstbefriedigung klappt bei mir immer bestens. Allerdings denke ich da an alles Mögliche, nur nicht an ihn.

Ich frage mich allmählich, ob er überhaupt der Richtige für mich ist. Wenn ich einen Mann richtig lieben würde, müsste ich doch auch einen Orgasmus bekommen???

Oder bin ich irgendwie nicht ganz normal?

Susanne K. (Name geändert)

Unfähig zum Orgasmus-
und sexuell nicht ganz normal?

Hallo Susanne,

Sie haben seit zwei Jahren einen neuen Freund, Sie verstehen sich hervorragend mit ihm. Der Koitus mit ihm macht Ihnen Spaß und erregt sie- einen Orgasmus bekommen sie trotz all dem nicht. Jetzt zweifeln Sie daran, ob er überhaupt der Richtige für Sie ist oder ob Sie „nicht ganz normal“ sind.

Bin ich mit in meiner Sexualität normal?

Für die Frage, ob ein Mensch aus der Sicht der Sexualtherapie „normal“ ist, genügt es, zwei kurze Fragen zu stellen:

  1. Bin ich dazu fähig, ein erfülltes Sexualleben zu führen?
  2. Fügt mein Sexualleben mir selbst oder anderen Menschen einen Schaden zu?

Sobald Sie die erste Frage mit Ja und die zweite mit Nein beantworten können, ist aus der Sicht des Sexualtherapeuten alles in Ordnung.

Leider gibt es in unserer Gesellschaft immer noch zahlreiche weitere, oft sogar unbewußte Normen in Bezug auf Sex, die sexualtherapeutisch keinen Sinn machen und bei den Betroffenen viel sexuelle Lebensfreude zerstören können.

Der Normsex

Eine solche unausgesprochene gesellschaftliche Norm, die viel persönliches Leid anrichten kann, ist die Vorgabe, wie Sex auszusehen hat:

  1. Sex nur zwischen Mann und Frau
    (möglichst miteinander verheiratet)
  2. Kurzes sexuelles Vorspiel mit Umarmung und Kuss
  3. Gang ins Schlafzimmer,
    Sex findet nackt und auf der Matratze statt
    (am besten im Dunkeln und unter der Bettdecke)
  4. Mann dringt mit seinem Glied in die Vagina der Frau ein.
  5. Frau bekommt einen Orgasmus, Mann (möglichst gleichzeitig) auch.
  6. Beide duschen und wenden sich anderen Beschäftigungen/Themen zu.

Eine Normierung des Sex nach diesen Vorgaben verengt die Möglichkeiten des Sex erheblich.

Für viele Menschen ist die Einhaltung dieser Vorgaben allein aus körperlichen/genetischen Gründen überhaupt nicht möglich.

Formen des weiblichen Orgasmus-
jenseits vom Normsex

Das kann -möglicherweise- auch für Sie gelten. Es gibt viele Frauen, bei denen der Orgasmus nicht durch die äußere Reizung der Klitoris ausgelöst wird. Reiben und Lecken nützt in diesem Fall nichts, es wird schlicht und ergreifend nach einiger Zeit nur unangenehm.

Der Auslösepunkt für den Orgasmus bei der Frau (G-Punkt-Orgasmus) kann genetisch auch so tief in der Vagina liegen, dass eine Stimulation durch den eingeführten Penis ebenfalls nicht möglich ist. Ausgelöst werden kann der Orgasmus in diesem Fall durch Kontraktion des Unterleibes und Zusammenpressen der Schenkel. Vielleicht ist das ja Ihre Form, zum Orgasmus zu kommen?

Sie schreiben, dass Sie bei der Selbstbefriedigung kein Problem haben, zu einem Orgasmus zu kommen. Nur gemeinsam mit Ihrem Freund haben seien Sie „unfähig zum Orgasmus“.

Das macht aus sexualtherapeutischer Sicht keinen rechten Sinn. Warum integrieren Sie beide in Ihr sexuelles Spiel neben dem Koitus nicht auch Ihre Selbstbefriedigung? Nirgendwo steht geschrieben, dass Sie Ihren Orgasmus unbedingt während des Koitus bekommen müssen.

Gemeinsamer Orgasmus-
auch unabhängig vom Koitus

Sie haben vollkommen recht, dass es schade ist, wenn Sie mit Ihrem Freund keinen Orgasmus erleben.

Wenn Sie aber vor oder nach dem Koitus (oder auch davor und danach) sich selbst in Gegenwart Ihres Freundes zum Orgasmus bringen, dann ist das genauso sehr ein gemeinsamer Orgasmus.

Es ist schade, wenn Sie sich erst durch den Koitus mit Ihrem Freund sexuell erregen lassen, dann Ihr Freund selber zum Orgasmus kommt, und Sie zuletzt auf Ihren Orgasmus verzichten.

Unfähig zum Orgasmus-
eine zweite störende Norm

Aber da gibt es möglicherweise noch eine zweite Norm, die Sie daran hindert, Ihren individuellen Orgasmus ins gemeinsame sexuelle Zusammenspiel zu integrieren. Sie schreiben, dass Sie bei Ihrem Orgasmus „an alles Mögliche denken, nur nicht an ihn“.

Auch hier die Frage: Wo steht geschrieben, an was oder wen Sie bei Ihrem Orgasmus zu denken haben? Selbst wenn Sie beide während Ihres sexuellen Zusammenspiels zur Steigerung Ihrer Erregung jeweils an irgendwelche sexuell aufregenden Filmstars denken würden- es bliebe immer noch Ihr gemeinsames sexuelles Zusammenspiel (und nicht das mit den Filmstars in Ihren Köpfen!).

Gönnen Sie sich beide während des Sex die Gedanken, die Ihnen jeweils gerade gefallen- und Ihr gemeinsamer Sex wird dadurch nur gewinnen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern nochmals an mich wenden.
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Onanie als Schlafmittel –
Ist das krank?

Onanie als Schlafmittel-
Anzeichen für Sexsucht?

Onanie als Schlafmittel
Eine möglicherweise blöde Frage: Ich onaniere relativ oft und das macht mir Spaß. Es kommt auch vor, dass ich weniger aus Lust onaniere, sondern aus Langeweile, sozusagen als Freizeitbeschäftigung.

Seit ein paar Monaten onaniere ich außerdem vorm Einschlafen, weil ich unmittelbar nach einem Orgasmus wunderbar einschlafen kann.

Jetzt frage ich mich: Ist das normal oder bin ich schon sex-(onanie)-süchtig?

Thomas R.. (Name geändert)

Onanie als Schlafmittel-
ohne Risiken und Nebenwirkungen?

Hallo Thomas,

Onanie macht Ihnen Spaß- und jetzt haben Sie auch noch entdeckt, dass Ihnen Onanie beim Einschlafen hilft. Nun machen Sie sich Sorgen, ob sie deswegen sexsüchtig sind.

In meinem Artikel „Wie erkennt man Pornosucht?“ habe ich ein paar Kriterien zusammengestellt, was Suchtverhalten auf sexuellem Gebiet bedeuten könnte.

Wichtigstes Kriterium für eine Sucht ist: Der Betroffene muss darunter leiden. Das scheint nach Ihrer Schilderung nicht der Fall zu sein- damit wäre das Thema Sucht bereits vom Tisch.

Körperliche Schädigungen durch Onanie sind wissenschaftlich nicht bekannt, also auch darüber brauchen Sie sich nicht weiter Gedanken zu machen.

Bleibt noch die Frage, ob Sie darunter leiden, dass durch Ihre Onanie tagsüber andere Ihrer Interessen zu kurz kommen oder dass Ihre Sozialkontakte dadurch eingeschränkt sind. Oder ob Sie sich durch Onanie in der Öffentlichkeit möglicherweise selbst juristisch in Gefahr bringen.

Wenn Sie auch diese Fragen verneinen können, ist Ihr Gebrauch von Onanie vollkommen unproblematisch und sogar gesund.

Andere Menschen nehmen zum Einschlafen Tabletten, die der Gesundheit ernsthaft schaden können oder sogar in die Abhängigkeit führen. Sie haben ein Mittel gefunden, das völlig harmlos ist und Sie „wunderbar einschlafen“ läßt. Was kann man sich Besseres wünschen?

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Ejakulationsprobleme beim Koitus

Ejakulationsprobleme-
Mein Freund kommt einfach nicht

Ejakulationsprobleme
Ich und mein Freund sind seit über zwei Jahren zusammen. Zu Beginn unserer Beziehung hatte er eine Vorhautverengung und kam nur zum Orgasmus, wenn er selbst neben mir onanierte. Das heißt, die Erektion funktionierte, von meiner Seite habe ich den Koitus genossen, bin auch immer zum Orgasmus gekommen. Nur bei ihm gibt es jedes Mal diese Ejakulationsprobleme. Er schafft es einfach nicht, selber zu kommen…

Er selber meinte, dass ihn das gar nicht groß stören würde, er würde auch so unseren Sex genießen, und es würde ihm genügen, mich im Koitus zu befriedigen und es sich danach selbst zu besorgen.

Ich selbst bin nicht darüber glücklich, immer nur alleine meinen Orgasmus zu haben. Dazu dann die Selbstzweifel: Findet er mich attraktiv genug? Bin ich für ihn überhaupt die richtige Frau?

Schließlich hat er sich dann vor einem Jahr beschneiden lassen. Das Ergebnis: null. Er schafft es weiterhin, nur durch Selbstbefriedigung zum Orgasmus zu kommen.

Dabei habe ich alles ausprobiert: nicht nur den Koitus, sondern auch oral oder per Hand. Da geht einfach nichts. Ich bin deswegen ziemlich verkrampft und habe jetzt auch keine Lust mehr, selbst einen Orgasmus beim Koitus zu bekommen, solange da bei ihm nichts läuft. Und das obwohl ich früher jedes Mal bei ihm gekommen bin.

Ziemlich schade das Ganze, weil der Rest unserer Beziehung hervorragend läuft, wir uns sehr lieben und eigentlich sogar heiraten wollen.

Mittlerweile haben wir aber beide Angst, unser Sexproblem nicht mehr lösen zu können. Vielleicht sind wir einfach nicht füreinander geschaffen… Vielleicht wäre es besser, sich jetzt zu trennen als zu heiraten. Oder ob Sie als Sexualtherapeut uns helfen könnten, das Problem abzustellen?

Silke K.. (Name geändert)

Ejakulationsprobleme-
das Märchen vom gemeinsamen Orgasmus

Hallo Silke,

seit über zwei Jahren sind Sie mit Ihrem Freund zusammen. Sie beide lieben sich und wollen heiraten. Einziges Hindernis: beim Sex hat Ihr Freund beim Koitus Ejakulationsprobleme. Was Sie auch ausprobieren, er bekommt den Orgasmus nur, wenn er selbst Hand anlegt.

Wo liegt das Problem?

Aus therapeutischer Sicht bin ich versucht, als erstes zu sagen: Na und? Wo liegt denn das Problem?

Offensichtlich gehören Sie beide zu den Opfern der Vorstellung, gemeinsamer Sex könne nur dann guter Sex sein, wenn beide Partner gleichzeitig im Koitus zum Orgasmus kommen.

Auch wenn diese Vorstellung sehr weit verbreitet ist: sie ist trotzdem schlicht und ergreifend falsch. Wissenschaftliche Studien haben immer wieder aufgezeigt: Der gleichzeitige Orgasmus beider Partner im Koitus ist eine Form des Sex, die eher selten ist.

Bei den meisten Paaren erleben die beiden Partner den Orgasmus nacheinander, wobei es manchmal nur die Frau ist, die den Orgasmus beim Koitus erlebt, manchmal nur der Mann, manchmal beide beim Koitus nacheinander, manchmal beide nicht beim Koitus.

Alle Menschen sind verschieden,
alle Paare sind es auch

Aus sexualtherapeutischer Sicht ist einzig entscheidend, dass Sie beide in der Lage sind, beim Sex zum Orgasmus zu kommen. Mit welcher Technik und in welcher Stellung, ob gleichzeitig oder nacheinander, das ist völlig unerheblich. Wenn Sie beide zum Sex zueinander kommen, ist jeder Orgasmus, den einer von Ihnen beiden erlebt, ein gemeinsamer Orgasmus– sogar, wenn Sie voreinander masturbieren.

Viele Paare erleben es sogar als einen Vorzug, wenn die Partner nicht gleichzeitig zum Orgasmus kommen: auf diese Weise kann jeder sowohl den eigenen Orgasmus wie auch den des anderen bewußter genießen.

Und falls Sie sich fragen, wo denn Ihr Part sein soll, wenn sich Ihr Freund nach dem Koitus selbst befriedigt: Dann fragen Sie ihn doch, wie Sie dabei beteiligt sein können: wo Sie ihn streicheln, festhalten, drücken können… Der Mensch hat viele erogene Zonen: Wenn sie gemeinsam danach suchen, werden sie bestimmt herausfinden, was Ihr Beitrag sein kann, wenn Ihr Freund seinen Orgasmus bekommt.

Ejakulationsprobleme beim Koitus-
kein Ehehindernis

Ejalulationsprobleme hat Ihr Freund übrigens nicht: weder vor, noch nach seiner Operation. Denn offensichtlich kommt er ja jedes Mal beim Sex- wenn auch nicht beim Koitus. Deshalb brauchen Sie sich auch keine Sorge um seine „Ehefähigkeit“ zu machen. Wenn Sie einmal gemeinsame Kinder haben möchten, kann er auch nach seinem Orgasmus den Penis in Ihre Scheide einführen: Auch dadurch gelangt genug Samenflüssigkeit in Ihren Körper, dass Sie davon schwanger werden können.

Möglicherweise reichen ja bereits diese Informationen, um Ihnen den Schlüssel zu einem glücklichen Sexualleben in die Hand zu geben: Machen Sie einfach so weiter wie bisher, genießen Sie beide Ihre Orgasmen und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen durch irgendwelche Vorstellungen, wie Sex „eigentlich“ zu sein hat. Denn darum geht es gar nicht: Es geht um Ihren Sex und darum, wie Sie beide diesen Sex genießen können.

Für Ihren Freund scheint die Technik des Onanierens nach dem Koitus keine Probleme zu bereiten. Bleiben also die Fragen:

  • Was ist es, was Sie beim Sex und bei Ihrem Orgasmus benötigen?
  • Ist die Vorstellung, unbedingt den gemeinsamen Orgasmus beim Koitus erleben zu müssen, bei Ihnen so tief verwurzelt, dass Sie deswegen den Sex mit Ihrem Freund nicht mehr genießen können?

Sollte letzteres der Fall sein, könnte Ihnen tatsächlich der Besuch beim Sexualtherapeuten helfen.

Ejakulationsprobleme-
Wie der Sexualtherapeut helfen kann

Wenn Sie zusammen mit mir an Ihrem Problem arbeiten wollen, wird es allerdings weniger darum gehen, welche Techniken Ihr Freund erlernen muss, um beim Koitus zum Orgasmus zu kommen (auch wenn ich Ihnen dazu, so Sie es wünschen, durchaus den einen oder anderen Trick zum Ausprobieren vorschlagen kann).

Viel wichtiger wird es sein, dass Sie beide darauf achten, was beim Sex Ihre eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse Ihres Partners sind und wie sie sich gegenseitig am besten beim Ausleben dieser Bedürfnisse unterstützen können.

Mit freundlichen Grüßen
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Sadismus- Gewalt oder Spiel?
Wie gehe ich damit um?

Sadismus: Der Namensgeber, Marquis de Sade (H. Biberstein 1912)

Sadismus-
die zwei Seiten eines Mannes


Seit ein paar Wochen habe ich mich in der Arbeit in einen Kollegen verliebt, und das ist umgekehrt genauso. Er ist ein total netter, im Grunde eher schüchterner Typ. Allerdings rastet er total aus, wenn er in sexuelle Erregung kommt.

Im Prinzip gefällt mir diese harte Seite sogar, weil sie mich selber erregt. Ich weiß auch, wie ich ihn sexuell mit meinem Verhalten ganz bewußt sexuell provoziere und ihn ziemlich rasend vor Lust mache (zum Beispiel, wenn ich mir selber in seiner Gegenwart im Büro unter den Rock greife). Umgekehrt macht er mich mit seiner Art auch total an. Allerdings habe ich Angst, wie weit das bei ihm noch geht.

Richtigen Sex hatten wir noch keinen, nur das, was im Büro so eben möglich ist: Rumschmusen auf dem Gang, Liebesbriefe auf dem Schreibtisch… Neulich ist er mir allerdings auf die Toilette gefolgt, hat mich zuerst total heftig geküßt und ist dann richtig ausgerastet. Er hat mir dann den Mund zugehalten, mich an den Haaren gezogen (allerdings nicht sehr fest), und zu mir Sachen gesagt wie : „Jetzt hast du gar nichts mehr zu melden!“, „Jetzt bist du nur noch Fickfleisch für mich. Was du jetzt fühlst, ist mir scheißegal- auch wenn du Schmerzen hast…“ etc.

Danach, als wir im Büro wieder einen Moment zu zweit waren, ist er dann angekommen wie ein kleiner Junge, hat sich ganz arg entschuldigt und gesagt, dass ich das alles nicht so ernst nehmen bräuchte, dass er mich viel zu gern hätte, um mich ernsthaft zu verletzten, dass er sich wahnsinnig freuen würde, wenn wir uns ohne diesen ganzen Bürodruck mal am nächsten Wochenende privat treffen würden…

Ich weiß jetzt überhaupt nicht mehr weiter: Soll ich mich mit ihm treffen oder lieber ganz schnell auf Abstand gehen? Ist mein Kollege ein gefährlicher Sadist, der mich als Opfer ausgesucht hat, oder ist er vollkommen harmlos?


Julia L. (Name geändert)

Sadismus- Unsicherheit der Gefühle

Hallo Julia,

Sie und ihr Arbeitskollege haben sich ineinander verliebt. Sie selber provozieren seine sexuelle Erregung durch eindeutige Gesten. Er ist Ihnen auf die Toilette gefolgt, hat Sie geküßt und Ihnen dann den Mund zugehalten und Sie an den Haaren gezogen und dabei gesagt, daß er es genießen würde, Sie sexuell zu misshandeln. Danach hat er sich bei Ihnen im Büro entschuldigt und Sie gefragt, ob Sie sich privat treffen können. Sie selbst sind unsicher, ob Sie das Angebot annehmen möchten.

Sadismus-
Sie beide spielen ein unklares Spiel

Sie beide haben im Büro begonnen, miteinander zu spielen. Sie selbst, indem Sie Ihren Arbeitskollegen mit eindeutigen Gesten sexuell provoziert haben, er dadurch, dass er Ihnen auf die Toilette gefolgt ist, dort seinen verbalen Ausbruch bekam und sich hinterher im Büro bei Ihnen entschuldigte.

Das Problem ist, dass Sie beide dieses Spiel begonnen haben, ohne sich vorher über die Regeln abgesprochen haben. Sie beide wissen nicht, was das Geschehene eigentlich zu bedeuten hat:

  • Er weiß nicht, ob Sie ihn im Büro „nur“ in die sexuelle Raserei bringen wollen oder tatsächlich Sex mit ihm wünschen.
  • Sie wissen nicht, wie seine verbalen Ausfälle auf der Toilette tatsächlich gemeint waren, ob als Ankündigung tatsächlicher Übergriffe oder nur als Verbalerotik, um sich selbst (oder auch Sie) sexuell noch mehr zu erregen.

Von daher ist es für Sie jetzt schwierig, seine Einladung anzunehmen. Denn einerseits sind Sie offensichtlich an einer Beziehung mit Ihrem Kollegen interessiert, andererseits haben Sie jedoch Angst davor, er könnte ein „gefährlicher Sadist“ sein und seine verbalen Ankündigungen wahr machen und Sie tatsächlich misshandeln.

Sadismus-
zwei mögliche Bedeutungen

Sadismus kann tatsächlich zwei höchst unterschiedliche Bedeutungen haben:

  • Eine psychiatrisch und auch strafrechtlich relevante sexuelle Störung,
    bei der eigenes sexuelles Vergnügen dadruch erreicht wird, dass einem anderen Menschen Schmerzen zugefügt werden, ohne nach dessen Einverständnis zu fragen
  • Eine Form des sexuellen Spiels zum Zweck der Stimulierung eines/beider Partner,
    bei dem Gewalt und Schmerzen nur im Rahmen eines streng abgestimmten und kontrollierten Rahmens geschehen und wo der „leidende“ Partner jederzeit die Möglichkeit zum Spielabbruch hat, z.B. durch Aussprache eines Codewortes

Sadismus- an Selbstschutz denken

Ein erster Schritt könnte sein, dass Sie mit Ihrem Kollegen noch einmal über die Toilettenszene sprechen, um zu verstehen, was da eigentlich genau passiert ist.

Wenn Sie danach den Eindruck haben, dass seine verbalen Ausfälle keinen Spielcharakter hatten, sondern der unvermittelte Ausbruch einer anderen Seite seiner Persönlichkeit waren, dann ist Vorsicht geboten. Ihr Selbstschutz geht in jedem Fall vor. Auch eine spannend erscheinende neue Bekanntschaft ist es nicht wert, sich selbst in Gefahr zu bringen.

Lassen Sie sich Zeit!

Wenn sich dagegen herausstellt, dass sein Verhalten in der Toilette eher als sexuelle Provokation zu sehen war, sozusagen als männliche Retourkutsche zu Ihrem Griff unter den Rock, dann könnte es sich lohnen, wenn Sie beide Ihre beginnende Beziehung mit etwas Ruhe nochmal neu aufsetzen.

Möglicherweise sind Sie beide, gerade weil Sie sich gegenseitig attraktiv finden, so schnell aufeinander losgegangen. Daher könnte es sinnvoll sein, die Geschwindigkeit jetzt etwas zurückzufahren: Statt dass Sie sich beide sofort mit dem Beginn Ihrer Beziehung in die harten Formen des Sex stürzen, könnten Sie es erst einmal mit Dates der traditionellen Art probieren: Kino, Restaurantbesuche, Spaziergänge.

Auf diese Weise kann zwischen Ihnen die Vertrautheit entstehen, die Sie beide für mögliche künftigere und wildere Abenteuer brauchen werden.

Sadismus als Spiel- Regeln sind nötig

Wenn zwischen Ihnen das dazu nötige Grundvertrauen aufgebaut ist, kann es durchaus sein, dass auch die Bereiche des harten Sex und des Spiels mit dem Sadismus wieder interessant für Sie werden.

Damit dieses Spiel seine faszinierende Seite behält, aber nicht zum beängstigenden Alptraum wird, haben sich der BDSM-Szene einige Spielregeln etabliert:

1. Regel:
Schon vor dem Spielbeginn müssen Sie beide wissen, welche Handlungen im Spiel OK sind und welche nicht.

Sie können zum Beispiel schon vorher festlegen, dass verbalerotische Provokationen für Sie in Ordnung sind, nicht aber Handlungen, die zu tatsächlichern Schmerzen führen (also z.B. das Ziehen an Ihren Haaren).

2. Regel:
Ihnen beiden muss klar sein, wo das Spiel beginnt und wo es aufhört.

Konkret heißt das: Sie beide sollten sich vergewissern, ob Sie gerade ein sexuelles Spiel beginnen wollen oder nicht. Möglicherweise ist es für Sie beide von Vorteil, sexuelles Spiel am Arbeitsplatz ganz und gar blieben zu lassen.
Auf jeden Fall ist es wichtig, dass Sie beide wissen, wann Sie im Spielmodus sind und wann nicht. Solange Sie sich beide im Spielmodus sehen, können auch Handlungen erlaubt sein, die ohne eine Absprache als Gewalt oder sogar Missbrauch erscheinen würden. Außerhalb des Spielmodus sind solche Handlungen für Sie beide genauso tabu wie unter allen anderen Menschen auch.

3. Regel:
Der „leidende“ Partner bricht das Spiel ab, wenn es ihm zu viel wird.

Damit aus dem Spiel kein Ernst wird (und aus dem Spiel mit der Gewaltanwendung nicht tatsächliche Gewaltanwendung) muss der/die Sub (der „leidende“ Partner) jederzeit die Möglichkeit haben, das Spiel zu unterbrechen oder ganz zu beenden.
In BDSM-Spielkreisen hat sich dazu ein Ampelcode etabliert: Wenn der/die Sub „gelb“ sagt, muss der/die Top (der“aktive“ Partner) die Intensivität seiner Handlungen zurückfahren, bei „rot“ ganz und gar abbrechen.

Wichtig: Der/die Top muss sich darauf verlassen können, dass der/die Sub das Spiel tatsächlich abbricht, wenn das Spiel zu heftig wird. Der/die Sub hat also eine genau so große Verantwortung wie der/die Top, dass das Spiel nicht aus dem vereinbarten Rahmen läuft.

Umgang mit eigener Unsicherheit

Sollten Sie sich selbst weiterhin darüber unsicher sein, wie Sie mit dem Verhalten Ihres Kollegen umgehen möchten, könnte es sich lohnen, psychotherapeutische Beratung in Anspruch zu nehmen.

Denn gerade dann, wenn einer der Sexualpartner mit sehr starken Wünschen an den anderen herantritt (und das Spiel mit dem Sadismus ist ein sehr starker Wunsch), dann ist es wichtig, dass auch der andere Partner genau weiß (in diesem Fall also Sie), was er sich eigentlich in der Beziehung wünscht und was ihm gut tut.

Solange Sie sich über Ihre eigenen Bedürfnisse nicht ganz im Klaren sind, ist die Gefahr hoch, dass Sie sich in eine Form der Sexualität hineinziehen lassen, die Ihnen nicht gefällt und Sie möglicherweise sogar beängstigt. Das aber ist mit Sicherheit nichts, was einer Partnerschaft langfristig gut tut.

Wenn Sie dazu Fragen haben, könen Sie sich gern nochmals an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Ständig Sex –
Er will häufiger als ich…

Er will ständig Sex
und ich selber komme zu kurz

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Seit 10 Jahren bin ich mit meinem Mann verheiratet und wir haben zwei Kinder. Am Anfang unserer Beziehung hatten wir sehr viel Sex, manchmal sogar mehrmals am Tag. Das ist dann im Laufe der Jahre weniger geworden. Allerdings geht spontaner Sex ja auch nicht mehr so einfach, wenn es Kinder gibt und die Fahrerei zur Schule, zum Schwimmkurs, zum Ballett usw. Außerdem arbeite ich auch noch halbtags in einem Laden.

Vielleicht ist es da auch ganz normal, wenn ich mich abends hin und wieder einfach nur auf die Couch legen will…

Wir haben zwar immer noch alle 2-3 Tage Sex, aber eher, weil ich das Gefühl habe, dann wieder „dran“ zu sein. Tatsächlich macht mein Mann mir schon Vorwürfe, wenn es mal vier Tage dauert. Er fragt dann gleich, ob ich wohl einen anderen hätte und deswegen keine Lust. Ganz sein Ernst kann das aber kaum sein, schließlich hätte ich beim besten Willen neben Arbeit, Haushalt und Kindern keine Zeit dazu!

Richtig schmerzen tut mich, dass er mich nach drei Tagen ohne Sex nicht mehr in den Arm nimmt und sich auch im Bett nicht mehr an mich kuschelt, als Strafe sozusagen.
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Ich frage mich allmählich, ob er mich eigentlich nur dann lieben kann, wenn ich mit ihm schlafe. Und in meiner Unsicherheit sage ich dann jedes Mal schneller Ja zum Sex, als ich das selber eigentlich haben will.

Inzwischen habe ich herausgefunden, dass er in den Tagen dazwischen Pornos auf dem Computer anschaut. Ich hab ihm dann vorgeschlagen, dass wir uns ruhig am Abend mal gemeinsam einen Porno anschauen können. Aber er war dann nur ärgerlich und meinte, dass er weder allein noch mit mir Pornos guckt.

Ich weiß echt keine Lösung mehr. Ich liebe meinen Mann über alles, und eigentlich macht mir unser Sex sogar richtig viel Spaß. Aber nicht dann, wenn er ständig Sex will und ich selber total müde und erschöpft. Was soll ich bloß machen?

Jenny L. (Name geändert)

Ständig Sex –
Mein Mann bedrängt mich mit seinen Wünschen

Hallo Jenny,

Sie haben einen Mann, den Sie lieben. Prinzipiell haben Sie Freude am Sex. Allerdings will ihr Mann häufiger Sex als Sie- insbesondere dann, wenn Sie schlicht und ergreifend nur zu müde sind. Er bedrängt sie dann, macht Ihnen Vorwürfe und straft Sie mit Liebesentzug.

Ständig Sex –
Kontraproduktive Manipulationstechniken

Die Manipulationstechniken Ihres Mannes, die Sie zu mehr Sex bewegen sollen, sind kontraproduktiv:

  • Selbst wenn er es schafft, Sie, nur weil Sie wieder „dran“ sind, zum Sex zu überreden, hat er nicht viel davon. Diesen Sex nach Dienstplan werden Sie als anstrengend und unbefriedigend empfinden (und Ihr Mann möglicherweise auch), und Sie werden bei seiner nächsten Anfrage noch weniger Lust dazu haben, darauf einzugehen.
  • Und die Technik des Liebesentzugs wird Ihre Lust auf Sex mit Sicherheit nicht erhöhen.
  • Erst recht gilt das für die Unterstellung, Sie hätten Sex mit anderen Männern: Dadurch kann er Sie höchstens wütend machen oder ärgerlich.

Um diese Manipulationsversuche zu stoppen, ist es am wirkungsvollsten, wenn Ihr Mann selber begreift, dass er so nur sich selber schadet und langfristig sogar noch weniger Sex bekommt.

Allerdings ist es fraglich, ob er diese Botschaft von Ihnen selbst annehmen kann. Möglicherweise würde er, wenn Sie ihm selbst das so erklären, darin nur wiederum für ihn unverständliche Ausflüchte Ihrerseits heraushören- und dann so weitermachen wie bisher.

Hilfe
durch gemeinsamen Besuch beim Therapeuten

Es kann sein, dass es in dieser Situation lohnt, gemeinsam einen Therapeuten aufzusuchen. Um ihn für eine solche Therapie zu gewinnen, ist es sicherlich sinnvoll, die Sache mit den Manipulationsmethoden erst einmal draußen zu lassen.

Leichter werden Sie ihn dafür gewinnen, wenn Sie sagen, dass Sie gern Ihre gemeinsamen Probleme beim Sex gemeinsam lösen wollen.
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Ständig Sex- Lösungswege aus der Krise

Hier nun ein paar Überlegungen, worum es in Ihrer Therapie gehen könnte:

  • Sie beide lernen die Bedürfnisse des jeweils anderen besser kennen.
  • Sie beide überlegen gemeinsam, was dazu beitragen kann, dass die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse des Partners befriedigt werden.
  • Dabei stellt sich gleichzeitig heraus, was dazu nicht beiträgt (u.a. Manipulationsversuche, aber auch allgemeine Faktoren wie Übermüdung, zu viel Arbeit, schlechtes Timing…).
  • Umgangsstrategien mit dem unterschiedlich häufigen Sexbedürfnis

Der unterschiedliche Sex-Rhythmus

Der unterschiedlich häufige Wunsch nach Sex ist ein Problem, das in vielen Partnerschaften unterschwellig vorhanden ist und mit dem beide Partner oft nicht recht umzugehen wissen.

Es ist es vollkommen normal, dass zwei Menschen nicht ständig genau zu den selben Zeiten und im selben Rhythmus Lust auf Sex haben. Das wäre ja genauso, als wenn beide davon überzeugt wären, immer nur zur gleichen Zeit das gleiche Essen in der gleichen Menge zu sich nehmen zu können. Auch da wären die Probleme vorprogrammiert!

Wenn in einer Partnerschaft Kinder und Arbeit hinzukommen, wird es noch schwieriger, passende Zeitpunkte für den gemeinsamen Sex zu finden. Es ist also ein Stück Planung erforderlich.

Onanie als Möglichkeit
für die sexuelle Grundversorgung

Von daher halte ich es für unbedingt sinnvoll, wenn jeder Partner sich und seinen Körper soweit kennt, dass er sich auch selbst befriedigen kann. Auch da die Analogie: So schön das gemeinsame Essen ist- Wenn ich hungrig bin, sollte ich prinzipiell in der Lage sein, auch ohne Anwesenheit des Partners etwas zu essen.

In Ihrer Beziehung scheint Ihr Mann Schwierigkeiten mit seiner Onanie zu haben, wenn er den eigenen Pornokonsum vor Ihnen abstreiten muss. Die Therapie könnte ihm helfen, hier besser mit seinen eigenen Bedürfnissen umzugehen, ohne dass ihm die eigene Scham dabei im Wege steht.

Schöner gemeinsamer Sex ist kein Zufall!

Aus dem offenen Zulassen der Onanie in der Partnerschaft ergibt sich als Konsequenz: Mein Partner sollte es vorher wissen, wenn ich mit ihm gern Sex haben will, damit er sich nicht schon vorher selbst befriedigt hat. Die Einladung zum gemeinsamen Essen spreche ich ja auch so rechtzeitig aus, dass mein Partner nicht unmittelbar vorher zum Schnellimbiss geht…

Es ist also etwas Planung nötig. Gibt es einen Abend, an dem Sie beide etwas früher aus der Arbeit kommen und die Kinder beim Babysitter oder bei den Großeltern in guten Händen sind?

Guter Sex passiert nicht aus Zufall: Ein gemeinsames Essen oder ein gemeinsames Bad können einen schönen Rahmen geben. Vielleicht auch das Ansehen eines erotisch anregenden Films, der Ihnen beiden gefällt. Da sollten Sie ruhig etwas herumexperimentieren.

Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit, alle paar Wochen einen Kurztrip mit Hotelübernachtung ohne die Kinder zu machen. Dann könnten Sie zu zweit in ein Kino, zu einem Konzert oder in die Sauna gehen und am nächsten Morgen ausschlafen… Und Gelegenheit zum ungestörten Sex hätten sie auch…

Ich wünsche Ihnen beiden viel Erfolg auf einer solchen Entdeckungsreise Ihrer wechselseitigen Bedürfnisse!

Herzliche Grüße
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Exzessive Onanie trotz Partnerschaft

Onanie trotz Partnerschaft-
bis der Unterleib schmerzt

Mausklick deaktivieren Onanie trotz Partnerschaft
Hilfe, ich leide an Onaniesucht, und das macht mein ganzes Leben kaputt! Ich schäme mich, aber weiß überhaupt keinen Ausweg.

Mit meiner Frau hat das mit dem Sex nach der Geburt unserer Tochter irgendwann nicht mehr geklappt. Wenn es hoch kommt, hatten wir einmal im Monat Sex. Wir waren zwar durchaus zärtlich miteinander, aber sie meinte immer, dass sie zu müde wäre für richtigen Sex.

In dieser Zeit habe ich angefangen mit dem Onanieren und den Pornos im Internet. Im Laufe der Jahre wurde das dann immer mehr, bis zu 20 mal am Tag… Zuletzt war das gar kein richtiger Orgasmus mehr, sondern ein einziger Schmerz im Unterleib.

Wenn meine Frau dann irgendwann doch wollte, war ich es dann, der sie vertrösten musste. Weil ich beim besten Willen ohne Pornofilm gar keinen Orgasmus mehr bekommen konnte. Das ging ein paar Mal so. Seither kommt sie selber auch nicht mehr an mit dem Wunsch nach Sex.

Ich selber finde das schrecklich. Aber wie soll ich ihr sagen, dass ich mir Pornos von anderen Frauen anschaue und es gleichzeitig nicht schaffe, mit ihr ins Bett zu gehen?Aber mit wem soll ich sonst darüber reden? Mit meinen Freunden??? Bestimmt nicht. Onanie trotz Partnerschaft
Und zu einem Therapeuten gehen kann ich auch schlecht. Da stellt sich die gleiche Frage: Wie soll ich das meiner Frau erklären?

Und noch etwas…

Seit einem Monat ist dann noch etwas dazugekommen. Auf meinem Heimweg von der Arbeit komme ich immer an einem einschlägig bekannten Parkplatz vorbei, wo Prostituierte mit ihren Wohnwagen stehen. Ich hab das einfach nicht ausgehalten, bin dreimal dran vorbeigefahren und immer wieder umgedreht. Schließlich bin ich dann doch angehalten, habe eine der Damen angesprochen: die hat mich in den Wohnwagen mitgenommen, mir ein Kondom übergestreift und mich oral befriedigt.

Auf dem Nachhauseweg war ich total wütend auf mich, fand mich selbst eklig und beschmutzt. Seitdem habe ich wahnsinnige Angst, mein eigenes Glied anzufassen, stell mir vor, ich hätte HIV oder irgendwelche anderen Krankheiten. Und das, obwohl ich weiss, dass mit Kondom gar nichts passiert sein kann. Nicht mal meine Tochter traue ich mich, auf den Arm zu nehmen, so schmutzig und widerlich fühle ich mich.

Der einzige Fortschritt: Die Lust auf Onanie ist mir vergangen. Aber nicht nur das, sondern eigentlich jede Lust auf Sex.

Gibt es irgendeine Möglichkeit, da herauszukommen und wieder normal zu werden?

Sven L. (Name geändert)

Probleme nach der Geburt der Tochter

Hallo Sven,

Nach der Geburt Ihrer Tochter ist der Sex mit Ihrer Frau immer weniger geworden und Sie haben damit begonnen, sehr intensiv zu onanieren. Zuletzt waren Sie nicht mehr fähig, ohne Pornofilme zum Orgasmus zu kommen und haben deswegen auch den sexuellen Verkehr mit Ihrer Frau eingestellt.

Seit Sie vor einem Monat mit einer Prostituierten Oralsex hatten, fühlen Sie sich komplett beschmutzt und onanieren nicht mehr. Ihr größter Wunsch ist „wieder normal zu werden“.
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Der Anfang Ihrer Probleme fällt also in die Zeit nach der Geburt Ihrer Tochter. Viele Paare haben Schwierigkeiten, nach einer Schwangerschaft wieder zu einem erfüllten Sexleben zurückzukehren.

Mögliche Gründe können physische Veränderungen bei der Frau sein (z.B. möglicherweise Erweiterung der Scheide und daraus resultierend verringertes Lustempfinden bei beiden Partnern, hormonelle Umstellungen) , dazu kommen psychische Faktoren (Umgewöhnung auf die neue Rolle als Eltern bei beiden Partnern) und handfeste organisatorische Probleme (erhöhter Finanzbedarf, zu wenig Zeit für Zweisamkeit, erhöhte Müdigkeit etc.).

Onanie ist nicht das Problem
sondern die Neugestaltung Ihrer Partnerschaft

Es ist verständlich, dass Sie in dieser Situation vermehrt auf Selbstbefriedigung zurückgegriffen haben. Aus therapeutischer Sicht ist Ihre Onanie für sich genommen kein Symptom für eine psychische Erkrankung.

Ein tatsächliches Problem ist allerdings, dass Sie und Ihre Frau es nach der Schwangerschaft überhaupt nicht mehr geschafft haben, ein erfülltes Sexualleben fortzuführen. Als bei Ihrer Frau die sexuelle Lust wieder aufkam, hatten Sie sich bereits so sehr an Ihren Pornokonsum gewöhnt, dass Sie nicht mehr in der Lage waren, Ihre Frau sexuell zu befriedigen.

Dass es überhaupt so weit kommen konnte, liegt wohl hauptsächlich an der fehlenden Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrer Frau.

Die fehlende Kommunikation

Nach der Geburt Ihrer Tochter haben Sie beide nicht mehr über Ihre sexuellen Bedürfnisse nach Sex gesprochen.

Deshalb haben Sie nicht erfahren, wann und in welchem Rhythmus Ihre Frau nach der Geburt Lust auf Sex gehabt hatte. Sie selbst konnten Ihre eigene Onanie nicht vorplanen und wurden dann vom Sexwunsch Ihrer Frau kalt erwischt.
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Als Ihre Frau dann plötzlich Sex wollte und Sie dazu nicht in der Lage waren, haben Sie Ihr nicht erklärt, dass Sie wegen Ihrer Selbstbefriedigung gerade nicht zum gemeinsamen Sex in der Lage waren.

Möglicherweise hätte Ihre Frau durchaus Verständnis für Ihre Onanie gehabt. So aber musste sie denken, Sie hätten an ihr jedes sexuelle Interesse verloren. Kein Wunder, dass sie nach diesem Erlebnis nicht noch einmal von selber mit der Bitte um Sex angekommen ist…

Sie beide wollten also nicht mehr auf Sex angesprochen werden: Sie nicht, weil Sie Angst hatten, dann schon wieder in einer Situation ertappt zu werden, wo sie wegen Ihrer Onanie nicht zum Geschlechtsverkehr in der Lage waren, und Ihre Frau nicht, weil ihr die eine Abfuhr schon schmerzhaft genug war.
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Nachdem Sie beide dadurch jede weitere Kommunikationsmöglichkeit zum Thema Sex verloren hatten, blieb Ihnen nichts anderes übrig, als weiter nach anderen Ventilen für Ihren Sexualtrieb zu suchen.

Ihr bisheriger Ausweg Onanie ist aber für Sie offenbar so wenig zufriedenstellend, dass Sie es zuletzt mit einer Prostituierten versuchten- und auch diese Erfahrung war offensichtlich nicht besonders beglückend.

Der Weg aus der Krise

Ich glaube daher, dass Sie im eigentlichen Sinn gar nicht pornosüchtig sind- Ihre eigentliche Sehnsucht gilt immer noch einer konkreten Frau. Und diese konkrete Frau ist Ihre eigene, die sich auch durch eine Prostituierte nicht ersetzen läßt.

Deshalb gibt es wahrscheinlich nur einen Weg, der Ihnen wirklich helfen kann: endlich gemeinsam mit Ihrer Frau offen über das Thema Sex und sexuelle Bedürfnisse zu reden.

Nachdem Ihnen das schon bisher nicht recht gelungen ist, dürfte es sich für Sie beide sehr lohnen, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um diese Sprachlosigkeit zu überwinden.

Es kann gut sein, dass Ihrer Frau ein Stein vom Herzen fällt, wenn Sie Ihr eine gemeinsame Therapie vorschlagen mit der ganz einfachen Begründung: weil Sie sie lieben und weil nichts anderes wollen, als mit ihr glücklich zu sein.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Masochismus-
Der Traum vom Misshandeltwerden

Masochismus- der Traum von der grausamen Domina

Masochismus- der Traum von der grausamen Domina

Masochismus
Fantasien über grausame Frauen

Masochismus: Das ideal der grausamen Frau Foto © razoomanetu Fotolia.com

Seit ungefähr dem Ende meiner Grundschulzeit verfolgen mich (männlich, 27 Jahre) ziemlich heftige Fantasien: Ich träume davon, das Frauen mich rundum brutal sexuell misshandeln: sowohl ist es nur eine, oft auch mehrere gleichzeitig. Mit Fußtritten, Schlägen ins Gesicht und in die Eier, bis hin zur Bewusstlosigkeit. Oder davon, dass sie mir ihre Zigaretten auf der bloßen Haut ausdrücken.

Ich träume auch davon, beschimpft zu werden und ungerecht bestraft zu werden. Das sind Gedanken, die mich jeden Tag quälen, gleichzeitig aber auch sehr erregen.

Das geht so weit, dass ich mich in Gegenwart von Frauen z.B. auch im Büro bei der Arbeit manchmal gar nicht richtig konzentrieren kann. Ich muss mir dann sofort vorstellen, wie ich geknebelt vor ihnen auf dem Boden liege und sie mich mit Füssen treten. Manchmal stelle ich mir vor, von ihnen zu Tode gefoltert zu werden. Oder komplett hypnotisiert zu werden und dann als willenlose Tötungsmaschoine selbst für sie morden zu müssen.

Besonders die letzte Fantasie gefällt mir unheimlich gut: Gleichzeitig bekomme ich da ziemlich Angst vor mir.

Meinen Freunden will ich das auf keinen Fall erzählen: Vielleicht denken die, ich wäre schwul, weil mir ständig so grausame Frauen vorstelle. Dabei machen mich Männer überhaupt nicht an.

Bin ich total pervers? Wenn ich davon nicht loskomme, kann ich mir echt nicht vorstellen, wie ich jemals eine Familie gründen soll.

Daniel C. (Name geändert)

Masochismus oder Zwangsgedanken?

Hallo Daniel,
die Vorstellung, von grausamen Frauen misshandelt zu werden, erregt Sie. Manchmal verfolgen Sie diese Fantasien bis ins Büro, und Sie haben Sorge, sexuell „pervers“ zu sein und deswegen keine Familie gründen zu können.

Auf jeden Fall stehen Sie mit solchen Fantasien nicht allein da. Es gibt viele Männer, denen die Vorstellung gefällt, von Frauen gedemütigt und misshandelt zu werden.

Masochismus
Davon träumte schon der österreichische Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch in seinem berühmten Roman „Venus im Pelz“. Nach ihm wurden solche sexuellen Fantasien (und auch Praktiken) Masochismus genannt.

Masochismus- benannt nach dem SchriftstellerSacher-Masoch

Masochismus, der zur Stimulation der eigenen sexuellen Erregung dient, ohne dass der Betroffene darunter leidet, ist nicht „pervers“, sondern eine mögliche und spannende Spielart sexueller Fantasien.

In Ihrer eigenen Geschichte klingt durch, dass auch Sie diese Vorstellungen als sexuell erregend empfinden. Solange Sie diese Vorstellungen dazu nutzen, Ihre eigene sexuelle Erregung zu stimulieren, ist prinzipiell nichts Schlechtes daran. Im Gegenteil, es ist gut, wenn Sie wissen, welche Vorstellungen Sie erregen.

Problematisch ist das nur dann, wenn sich Ihnen diese Gedanken auch gegen Ihren Willen aufdrängen, wie das Ihnen offenbar manchmal im Büro passiert. Wenn Ihnen das regelmäßig an den meisten Tagen der Woche passieren würde, könnte es sich lohnen, mit einem Therapeuten zu prüfen, ob Sie an einer Zwangsstörung leiden. Hier könnte, wie ich im Beitrag über sexuelle Zwangsgedanken erläutert habe, möglicherwiese eine kognitive Umstrukturierung helfen.

Masochismus
Umgang mit der sexuellen Erregung

Nach Ihrer eigenen Schilderung werden Sie nicht jeden Tag gegen Ihren Willen von diesen Träumen eingeholt. Problematisch sind diese Träume nur an manchen Tagen, wenn Sie sich im Büro nichts anderes mehr vorstellen können, als von den anwesenden Damen misshandelt zu werden.

Wahrscheinlich haben Sie an diesen Tagen von sich aus ein hohes sexuelles Erregungspotential ins Büro mitgebracht: Daher reicht allein die Anwesenheit von Frauen dazu aus, dass in Ihrem Kopf die sexuelle Bilderreise beginnt.

Es könnte sich lohnen auszuprobieren, wie es ist, wenn Sie sich an solchen Tagen Ihre sexuelle Befriedigung schon vor dem Beginn des Büroalltags besorgen, zum Beispiel, indem Sie sich noch zuhause ein Pornovideo aus dem Internet ansehen und dabei masturbieren. Es könnte sein, dass Sie so auf angenehme Weise für den Büroalltag wieder einen freien Kopf bekommen.

Auch ein solches Verhalten ist übrigens nicht „pervers“, sondern ein Akt der Selbstfürsorge. Sie würden ja auch nicht mit einem Bärenhunger oder einem Riesendurst in die Arbeit gehen und gleichzeitig von sich die volle Leistung erwarten. Nur wenn Ihre Grundbedürfnisse gestillt sind, können Sie sich auf Ihre Arbeit konzentrieren- das gilt für sexuelle Erregung genauso wie für Hunger und Durst..

Masochismus
Unterscheidung von Fantasien und Wünschen

Eine weitere Hilfe kann es für Sie sein, wenn Sie, möglicherweise auch gemeinsam mit einem Therapeuten, zu unterscheiden lernen, was bei Ihren Vorstellungen reine Fantasie ist und was dahinter an sexuellen Wünschen steht.

Wenn Sie in Bezug auf diese Unterscheidung mehr Klarheit gewinnen, werden Ihnen Ihre masochistischen Tagträume mit großer Wahrscheinlichkeit weniger Angst machen. So könnte es zum Beispiel sein, dass Sie die Vorstellung von sich selbst als hypnotisierter Tötungsmaschine klar als eine sexuelle Fantasie begreifen lernen, die Sie hin und wieder sehr erregen kann, aber in keiner Weise jemals etwas mit der Realität zu tun haben wird.

Andere Elemente Ihrer Tagträume tragen dagegen durchaus die Möglichkeit in sich, von Ihnen auch einmal spielerisch in Wirklichkeit ausgelebt zu werden. Vielleicht finden Sie eine Frau, der es Spaß macht, für Sie im sexuellen Rollenspiel die grausame Göttin zu spielen. Oder Sie genießen es, sich hin und wieder den Besuch bei einer Domina zu gönnen und so unter professioneller Anleitung Ihre sexuellen Wünsche weiter zu erkunden.

Masochismus und Homosexualität
sind zwei paar Stiefel

Ihre Sorge, dass Ihre masochistischen Fantasien irgendwie mit Homosexualität zusammenhängen, sind vollkommen unbegründet. Natürlich können auch homosexuelle Männer masochistische Fantasien haben- dann aber zumeist als ein Misshandeltwerden von anderen Männern. In Ihren eigenen Fantasien spielen Männer offenbar keine Rolle.

Trotzdem könnte es sich für Sie lohnen, mit einem Therapeuten über das Thema Homosexualität zu sprechen. Schließlich scheint Ihnen die Vorstellung, Ihre Freunde könnten Sie für „schwul“ halten, ziemliche Angst zu machen. Vielleicht finden Sie im Gespräch mit dem Therapeuten eine Möglichkeit, diese Angst abzulegen. In einem solchen Gespräch mit dem Therapeuten könnte es dann um folgende Fragen gehen:

  • Was bedeutet Homosexualität für mich?
  • Fällt es mir schwer, Homosexualität als „normale“ Form der Sexualität zu akzeptieren? Wenn ja, warum?
  • Warum habe ich Angst, für „schwul“ gehalten zu werden?
  • Beinhaltet die Bezeichnung „schwul“ in meiner Vorstellung eine Abwertung? Wenn ja, warum?
  • Warum könnten mich meine Freunde als „schwul“ ansehen wollen?
  • Werte ich selbst andere Menschen als „schwul“ ab?

Masochismus-
Kein Hindernis für Ehe und Familie

Zum Schluß noch ein paar Worte zu Ihrer Sorge, Sie könnten aufgrund Ihrer sexuellen Veranlagung niemals eine Familie gründen.

Diese Sorge ist aus meiner Sicht vollkommen unberechtigt.

Natürlich brauchen Sie für die Familiengründung eine Frau, die zu Ihnen passt. Wichtig ist außerdem, dass Ihre Frau Ihre sexuellen Fantasien und Wünsche akzeptiert. Aber das ist eine Binsenweisheit, und würde genauso gelten, wenn Sie keinerlei masochistischen Elemente in sich tragen würden.

Im übrigen bedeutet Masochismus nicht, dass Ihre zukünftige Frau auch außerhalb des sexuellen Rollenspiels eine grausame Tyrannin sein muss. Ganz im Gegenteil: Sie brauchen, wie jeder andere Mann auch, eine Frau, die Sie in Ihrer ganz besonderen Eigenart verstehen und lieben kann. Und diese Frau zu finden ist für Sie nicht leichter und nicht schwerer als für jeden anderen Mann auch.

Nicht Ihre sexuellen Fantasien und Wünsche entscheiden darüber, ob Sie ein guter Familienvater und Ehemann sein können, sondern ganz andere Eigenschaften: so zum Beispiel die Fähigkeit, Ihrer Partnerin zuhören zu können und auf deren Wünsche einzugehen, und die Fähigkeit, dass Sie Ihre eigenen Wünsche klar ausdrücken können.

Wenn dazu noch ein gutes Stück Zuverlässigkeit hinzukommt und die Bereitschaft, Verantwortung für das Wohl Ihrer Familie zu übernehmen, dann steht nichts im Wege, dass Sie ein geradezu perfekter Familienvater werden.

Gern stehe ich Ihnen für weitere Rückfragen zur Verfügung.

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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Weitere Infos im Artikel BDSM Beratung.

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Übungen in der Sexualtherapie-
Hilfe für guten Sex

Übungen in der Sexualtherapie- einfach nur zärtlich sein Foto © Photographee.eu Fotolia.com

Übungen in der Sexualtherapie-
Neue Wege zu lustvollem Sex

Mit gezielten Übungen kann eine Sexualtherapie bei vielen sexuellen Problemen in der Partnerschaft helfen. Diese Übungen führen dazu, dass beide Partner ihr eigenes Körpergefühl verbessern, ihre eigenen Wünsche besser formulieren und die Wünsche des Partners besser wahrnehmen können.

Eine solche Therapie dauert etwa 10-15 Sitzungen. Helfen können die Übungen u.a. bei folgenden Störungen:

Beim Mann:

Bei der Frau:

  • Scheidentrockenheit
  • Scheidenkrampf (Vaginismus)

Übungen nach Masters und Johnson-
Das Sensate Focusing

Das Konzept solcher Übungen geht zurück auf das amerikanische Psychologenpaar Masters und Johnson, die in den 60er und 70er Jahren das Sensate Focusing entwickelt haben.

Dabei geht es darum, dass beide Partner Schritt für Schritt den Körper des anderen zärtlich erkunden und dabei lernen, offen und eindeutig über eigene Bedürfnisse zu kommunizieren. In der Therapiestunde bespricht der Therapeut die jeweils aktuelle Situation, in der sich die Partner befinden und erklärt die Übungen, welche dann bis zur nächsten Therapiestunde von den Partnern zuhause geübt werden können.

Diese „Hausaufgaben“ sollten beide, am besten zweimal in der Woche, miteinander „durcharbeiten“- zu einem Zeitpunkt, wo sie beide dazu die nötige Zeit und Ruhe haben. In der nächsten Therapiestunde können die Partner ihre Erfahrungen mit den Übungen vorstellen- der Therapeut schlägt dann ggf. vor, mit neuen Übungen weiter voranzuschreiten.

So kann es z.B. eine erste Übung sein, dass beide Partner (nacheinander) den anderen (ohne Genitalberührung) so streicheln, wie es ihnen selber gefällt. Hier geht es darum, Vertrauen und Körpergefühl (wieder) zu festigen. Wichtig ist es hier auch zu lernen, mit welchen Berührungen der Partner möglicherweise nicht einverstanden ist (z.B. Kitzeln an Fußsohlen).

In einer zweiten Übung könnte es dann darum gehen, den anderen so zu streicheln, wie dieser es als besonders angenehm empfindet. Dabei spielt die non-verbale Kommunikation eine besondere Rolle. Es geht um Fragen wie z.B.: Wie kann ich meinem Partner zeigen, was mir gefällt? Versteht mich mein Partner in meinen Wünschen, auch ohne dass ich es explizit ausspreche?

Von Sitzung zu Sitzung können diese Hausaufgaben weiter voranschreiten, bis hin zur sexuellen Stimulation und zum Koitus.

Der Fokus liegt dabei nicht auf dem Orgasmus von einem oder von beiden Partnern- denn befriedigender Sex kann im Orgasmus enden, muss es aber nicht.

Übungen in der Sexualtherapie-
Risiken und Nebenwirkungen

Sexualität gehört zu den sensibelsten Bereichen in der Persönlichkeit eines Menschen- deswegen wiegen Verletzungen und Kränkungen im Gebiet der Sexualität sehr schwer und führen zu erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Wenn Menschen unter sexuellen Problemen leiden, ist es aus psychotherapeutischer Sicht gefährlich, Methoden „mit der Brechstange“ anzuwenden.

Gruppen-Sexseminare mit „Selbsterfahrung“-Übungen, wie sie (immer noch) im Internet angeboten werden, führen nicht notwendigerweise zu sexueller Befreiung, sondern können bestehende Probleme verschlimmern, wenn sie zu einer plötzlichen Konfrontation mit eigenen Traumata führen. Immer ist mitzubedenken, dass im deutschsprachigen Sprachraum circa 10-15 % der befragten Frauen und 5% der befragten Männer in ihrer Kindheit Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch gemacht haben.

Übungen in der Sexualtherapie-
Behutsamkeit ist wichtig

Jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus, jeder Mensch hat seine eigene Geschwindigkeit, Neues auszuprobieren und zu erlernen.

Daher gibt es kein Standard-Übungskonzept, das für jeden und jede nützlich wäre. Im Umgang mit Sexualität sind Achtsamkeit und Behutsamkeit besonders wichtig. Bei Übungen der Sexualtherapie, bei denen gleich zwei Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit beteiligt sind, gilt das ganz besonders.

Es ist wichtig, dass Übungen der Sexualtherapie immer von einem gut ausgebildeten Therapeuten angeleitet und begleitet werden.

Übungen in der Sexualtherapie-
nur ein Teilaspekt der Therapie

Die menschliche Sexualität läßt sich niemals nur auf den reinen Akt des Geschlechtsverkehrs reduzieren. Auch wenn Übungen in der Sexualtherapie dazu beitragen können, Verkrampfungen zu lösen und den Orgasmus leichter zu erreichen, geht es bei diesen Übungen doch immer nur um einen Teilaspekt der Therapie.

Das eigentliche Ziel einer Sexualtherapie ist eine erfüllte und befriedigende Sexualität in der Partnerschaft.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist mehr nötig als das Erlernen sexueller Techniken. Oft ist es sogar so, dass in einer Therapie solche Übungen völlig in den Hintergrund treten.

Dafür nehmen dann andere Inhalte einen wichtigeren Platz ein, z.B. der gemeinsame Austausch über sexuelle Wünsche und Fantasien oder die Frage, wie auch langjährige Partner immer wieder neu aufregende und erfüllende Momente des sexuellen Miteinander erleben können.

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Zwangsgedanken:
Die gefolterte Lehrerin

Zwangsgedanken
Schmerzen zufügen und Schmerzen leiden


Schon seit ich 12 Jahre alt bin, leide ich an bestimmten Zwangsgedanken, die mich überhaupt nicht mehr loslassen. Das wird so stark, dass ich mich manchmal auch tagsüber deswegen ins Bett lege und mich die Gedanken stundenlang nicht mehr loslassen. Deswegen vernachlässige ich meine Freunde und habe auch schon mehrfach in der Arbeit gefehlt.

Begonnen hat das in meiner Schulzeit. Da hatte ich eine Lehrerin, die ich eigentlich sehr gern mochte. Ich habe mir dann immer vorgestellt, dass sie irgendwo gefangen ist und sehr grausam gefoltert wird. Ich bin dann derjenige, der sie in ihrem Verließ findet. Um sie zu befreien, muss ich ihr nochmals riesige Schmerzen zufügen, zum Beispiel, dass schon alles brennt und ich ihr die Hand abschneiden muss, um sie aus dem Gefängnis zu herauszuholen.

Mittlerweile ist mir das immer wieder passiert mit diesen Vorstellungen, und es sind genau die Menschen, die mir besonders gut gefallen, bei denen ich mir vorstelle, wie sie wahnsinnige Schmerzen leiden. Manchmal bin ich es auch selber, dem all das angetan wird, und irgend jemand anders muss mir noch mehr Schmerzen zufügen, um mich zu retten.

Niemals im Leben würde ich mir wünschen, dass so etwas tatsächlich passiert. Ich weiß auch, dass das alles nur in meiner Fantasie geschieht. Aber trotzdem komme ich davon einfach nicht los.

Das Ganze ist mir so peinlich, dass ich darüber mit niemanden reden will.
Ich fühle mich total pervers, und frage mich, ob ich ein versteckter Sadist bin, vor dem die Welt geschützt werden müsste.

Gibt es irgendeine Möglichkeit, mich von diesen Gedanken zu heilen?

Lorenz T (Name geändert)

Zwangsgedanken-
als Belastung und Krankheit

Hallo Lorenz,
immer wieder nehmen Ihre Gedanken Sie gefangen: Sie stellen sich vor, wie Menschen, die Ihnen gefallen, Schmerzen erleiden, wie Sie selbst diesen Menschen Schmerzen zufügen, oder auch Sie selbst Schmerzen erleiden. Darunter leidet ihre normale Alltagstauglichkeit.

Zwangsgedanken-
Krank sind nicht die Inhalte,
sondern ihre Beharrlichkeit

Zwar gilt: Grundsätzlich ist es etwas vollkommen Normales, hin und wieder gewaltsame Tagtraumfantasien zu haben. Und in solchen Fantasien darf durchaus auch gefoltert und gemordet werden, ohne dass daraus abzuleiten wäre, dass ein Mensch ein krankhafter Sadist ist. Wahrscheinlich hat sogar jeder Mensch irgendwann einmal solche Fantasien.

Bei Ihnen liegt der Fall aber noch etwas anders. Nicht der konkrete Inhalt Ihrer Fantasien ist Anzeichen einer Krankheit. (Auch wenn es sich lohnen könnte, psychotherapeutisch zu untersuchen, warum es gerade diese Fantasien sind, die Sie heimsuchen.)

Was ein deutliches Anzeichen dafür ist, dass Sie an einer psychischen Störung leiden, ist die ständige Wiederholung dieser Tagträume, die lange Andauer und die Störung Ihrer normalen Alltagstauglichkeit durch diese Tagträume.

Zwangsgedanken-
Möglichkeiten der Therapie

Von daher ist es wichtig, dass Sie sich ärztliche und therapeutische Hilfe besorgen. Als allererstes muss abgeklärt werden, ob möglicherweise eine körperliche Erkrankung zu den Zwangsgedanken führt (z.B. neurologische Erkrankungen).

Wenn eine solche körperliche Ursache ausgeschlossen ist, sollte der behandelnde Therapeut (in Zusammenarbeit mit dem Arzt) darüber entscheiden, welche Therapieform für Sie am geeignetsten ist.

Das könnte z.B. die kognitive Umstrukturierung sein. Hier geht es darum, die Gedanken, die Ihre Lebensqualität beeinträchtigen, genau zu identifizieren und neue Verhaltens- und Denksttruktuen zu erarbeiten, welche dann die Zwangsgedanken nach und nach ersetzen.

Begleitend zu einer Psychotherapie kann es auch hilfreich sein, wenn Sie ergänzend Medikamente einnehmen, die Ihnen helfen, aus diesem eingeschliffenen Gedankenkreislauf wieder herauszukommen.

Zwangsgedanken, die lange eingeübt sind, verschwinden nicht von einem Tag auf den nächsten. Allerdings kann eine Therapie schon nach einigen Wochen bzw. Monaten eine wesentliche Erleichterung verschaffen und schließlich die Zwangsgedanken ganz und gar zu besiegen helfen.

Ihnen eine gute Besserung und alles Gute!
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Fetischismus- Selbstbefriedigung im Abendkleid

Fetischismus:
Heterosexuell im Frauengewand


Ist Fetischismus eine Krankheit? Ich bin Anfang vierzig, seit 8 Jahren verheiratet und 100% heterosexuell. Trotzdem habe ich seit Jahren einen etwas peinlichen Fetisch, von dem ich einfach nicht loskomme.

Begonnen hat das bei meiner Freundin davor, mit der ich sogar ein Jahr lang zusammengewohnt habe. Im Prinzip hatten wir ganz gut zusammengepasst- nur dass sie viel seltener Lust auf Sex hatte als ich und dass sie sich grundsätzlich weigerte, irgendwelche Röcke oder Kleider zu tragen. Auch wenn wir zu irgendwelchen offiziellen Anlässen gegangen sind, hatte sie immer nur Hosenanzug getragen.

Ich bin da jedes Mal unglaublich eifersüchtig gewesen auf die anderen Männer, die ihre Frauen in großer Robe ausführen durften. Ich kann mir einfach nichts Schöneres und Erregenderes vorstellen, als mit einer wirklich toll hergerichteten Frau nach einem solchen Abend Sex zu haben.

In meiner Verzweiflung habe ich mir dann übers Internet ein richtig schönes Abendkleid besorgt, sozusagen als Kompensation dafür, dass ich meine Freundin niemals in einem solchen Outfit sehen würde. Ich weiß noch genau, wie ich das Paket ausgepackt und mir das Kleid angezogen habe- das war ein unglaubliches Gefühl, und es dauerte keine fünf Minuten, bis ich mich selbst befriedigt hatte.

Mittlerweile sind da noch drei weitere Kleider hinzugekommen, die ich bei mir im Büro in einem verschließbaren Aktenschrank versteckt habe.

Obwohl ich jetzt ja schon lange von meiner ersten Freundin getrennt bin und meine Traumfrau gefunden habe, die übrigens keine Schwierigkeiten hat, sich für mich schön zu machen, ist mein Fetisch an mir hängengeblieben. Von Zeit zu Zeit muss ich einfach eines der Kleider überziehen und dann onanieren- weil sich das einfach unglaublich toll anfühlt.

Was mir danach allerdings bleibt, ist ein sehr schales Gefühl: ich fühle mich irgendwie krank und pervers, und außerdem habe ich das Gefühl, als hätte ich meine Frau betrogen. Ich brauche dann mehrere Tage, um dieses Gefühl wieder loszuwerden.

Was kann ich da machen?

Rainer L. (Name geändert)

Fetischismus-
Das Problem sind die eigenen Bewertungen

Hallo Rainer,

dass Männer gern Frauenkleider tragen und sich dabei selbst befriedigen, ist ganz bestimmt kein ungewöhnlicher Fetisch. Aus therapeutischer Sicht ist nur dann etwas daran interessant, wenn Sie selbst oder andere Personen darunter leiden.

Nachdem Sie Ihren Fetisch nur für sich und ohne Anwesenheit Dritter ausleben, ist also Ihre eigene Sicht entscheidend, ob Ihr Fetisch eine psychische Störung darstellt, die Sie loswerden möchten oder nicht. Offenbar sind Sie sich da selbst nicht ganz sicher, da Sie ja einerseits einen hohen Lustgewinn aus Ihrem Fetisch ziehen, sich andererseits danach tagelang schlecht fühlen.

Dieser letztere Umstand spricht eher dafür, dass Ihr aktueller Umgang mit dem Fetisch nicht ganz optimal ist- denn tagelang solche negativen Gefühle mit sich herumzutragen, ist für Sie wahrscheinlich nicht angenehm.

Es handelt sich offenbar um negative Bewertungen Ihres Fetischismus, die Sie sich selbst zum Vorwurf machen: Sie seien krank und pervers und Sie würden Ihre Frau betrügen.

Fetischismus-
Umgangsmöglichkeiten

Rein von der Logik her gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Sie verzichten auf Ihren Fetisch und entsorgen die Kleider.
  • Sie tun das nicht und arbeiten statt dessen daran, Ihre negativen Bewertungen über Ihren Fetischismus abzulegen.

Wobei anzumerken bleibt, dass die erste Möglichkeit, also die Vernichtung der Kleider, so radikal sie zunächst erscheint, Ihr Problem möglicherweise trotzdem nicht löst. Es könnte ja sein, dass Sie auch nach dem Wegwerfen immer noch davon träumen, so schöne Kleider zu haben oder sich neue zu kaufen- und sich dann wegen dieses Traumes genauso krank und pervers fühlen.

Fetischismus-
Integration ins Leben

Möglichwerweise könnte das Gespräch mit einem Therapeuten Ihnen dabei helfen, wie Sie mit Ihrem Fetischismus so umgehen, dass Sie sich selbst damit wohl fühlen. Da das eine sehr individuelle Frage ist, kann ich hier nur ein paar mögliche Fragestellungen skizzieren, um die es in einem solchen Gespräch gehen könnte.

Dabei ist klar, dass Sie in einem solchen Gespräch natürlich immer selbst entscheiden, welche Fragen für Sie interessant sind und welche nicht.

Perversität

  • Was bedeutet Perversität eigentlich für Sie?
  • Kann es sein, dass Sie auch aus dem Gefühl, „pervers zu sein“, irgendwelche Lust schöpfen?
  • Gibt es bei Ihnen eine Diskrepanz zwischen dem Fetisch, Frauenkleider zu tragen, und Ihrer Selbstsicht als heterosexuellem Mann?

Beschämung

  • Ist das Gefühl, sich schämen zu müssen, für Sie nur unangenehm oder auch irgendwie angenehm?
  • Haben Sie diese Nachricht möglicherweise auch deswegen gepostet, weil Sie einen Lustgewinn darin finden, dass Ihr Fetisch in der Öffentlichkeit diskutiert wird?
  • Trägt die Heimlichkeit Ihres Fetisch zu Ihrem Vergnügen bei oder ist die Heimlichkeit Ihnen vor allem Ballast?

Ihre Frau

  • Was würde passieren, wenn Sie Ihrer Frau von Ihrem Fetisch erzählen würden?
  • Haben Sie Angst, dass Ihre Frau Sie demütigen würde?
  • Wie wäre es, wenn Sie Ihren Fetisch in das sexuelle Spiel mit Ihrer Frau integrieren können?

Wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Therapeuten an diesen Fragen arbeiten, kann es sein, dass Sie ein gutes Stück Selbstsicherheit in Bezug auf Ihre eigene Person gewinnen und Ihren Fetisch so in Ihr Leben integrieren können, dass Sie ihn als das genießen, das er im besten Falle sein kann: ein Spiel, an dem Sie selbst (und vielleicht auch Ihre Partnerin) Freude haben und das Ihrer Lebensqualität nicht schadet, sondern sie sogar noch vergrößert.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Weitere Infos im Artikel BDSM Beratung.

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Depression- Sie kann mir ihre Liebe nicht sagen

Depression:
Meine Freundin hat an mir kein Interesse mehr

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Meine Freundin hatte zu Beginn unserer Beziehung (vor drei Jahren) gerade eine Therapie gegen ihre schwere Depression abgeschlossen. Darüber hatte sie mir auch sehr offen berichtet. Da ich selber auch schon einmal eine leichte depressive Episode mitgemacht habe, konnte ich sie sehr gut verstehen und diese Gespräche waren irgendwie auch eine gute Basis für unsere Beziehung.

Seit etwa zwei Jahren sind dann die Probleme losgegangen. Nach kleineren Streitigkeiten hat sie dann auf einmal überhaupt nicht mehr mit mir geredet und sich in ihr Zimmer eingesperrt. Erst am nächsten, manchmal erst am übernächsten Tag ist sie dann wieder aufgetaucht, um sich bei mir zu entschuldigen. Auf meine Frage, was eigentlich los war, sagt sie dann nur, sie hätte keine Ahnung. Außerdem wäre ihr schon klar, dass sie mir sicher nicht besonders gut täte. Sie wirkt dann total kalt und abweisend. Ich komme überhaupt nicht an sie ran. Sie sagt, wenn sie sich netter zu mir verhalten würde, wäre das ja nicht ehrlich; und davon hätte ich ja auch nichts.

Jetzt ist es auch schon ein Jahr her, dass sie sich das erste Mal bei der Arbeit hat krankschreiben lassen, offiziell wegen Angstattacken. Die berufliche Belastung wird ihr offenbar zu viel. Sie war dann eine ganze Zeit in der Reha, konnte sich dort gefühlsmäßig offenbar etwas öffnen und hatte sogar so etwas wie Freundinnen.

Ich musste in der Zwischenzeit alles für sie erledigen, ihren ganzen Papierkram. Wenn ich sie im Krankenhaus besucht habe, gab es kein Danke und nichts, und jetzt, wo sie wieder zurück ist, auch nicht. Wenn ich sie irgendetwas frage, kommt nur so ein Halbsatz, meistens: „Weiß ich nicht.“ oder „Dazu kann ich auch nichts sagen.“ Das geht sogar so, wenn ich sie frage, ob sie mich überhaupt noch liebt. Was mich dann schon etwas ärgert, dass sie mir dann plötzlich erzählt, es hätte da in der Reha einen Pfleger gegeben, der ihr richtig gut hätte zuhören können.
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Ich bin trotzdem nett zu ihr, habe totales Verständnis. Neulich hab ich ihr gesagt, dass ich immer zu ihr stehe, egal, was passiert. Ihre Antwort war: „Prima! Dann kannst du jetzt die Küche aufräumen.“

Ich bin echt verzweifelt, fange schon an, Beruhigungstabletten zu nehmen. Das Schlimmste ist: Ich habe Angst, dass sie mich verlassen will.

Holger R. (Name geändert)

Depression-
vor allem eine Belastung für Sie als Freund

Hallo Holger,
eine depressive Erkrankung ist etwas sehr Schlimmes- und zwar für die Menschen in der Umgebung des Kranken oft noch mehr als für den Kranken selbst.

Sie haben sich sehr fürsorglich für Ihre Freundin verhalten- und es ist für Sie kaum auszuhalten, dass Sie jetzt nicht einmal mehr sagen kann, dass sie Sie liebt. Und gleichzeitig scheint es im Krankenhaus Momente gegeben zu haben, wo sie den Mitpatientinnen und dem Pfleger mehr Wärme entgegenbringen konnte als Ihnen. Sie fürchten sogar, von ihr verlassen zu werden.

Diese Verhaltensweisen hängen eindeutig mit ihrer Erkrankung zusammen. Eine depressive Erkrankung mit wiederholten Episoden schwerer Depression, wie sie ihre Freundin zu haben scheint, ist therapeutisch nicht einfach zu behandeln. Im Fall ihrer Freundin heißt das, dass auch die letzte Reha-Behandlung sie offensichtlich noch nicht vollständig geheilt hat. Dass Ihre Freundin Ihnen nicht sagen kann, dass sie Sie liebt, ist also weiterhin als Symptom ihrer Erkrankung zu sehen- und macht in Bezug auf die tatsächliche Beziehung zwischen ihnen beiden letztlich keine Aussage.

Langfristig kann bei einer Depression eine gute Einstellung mit Medikamenten und zusätzlicher Psychotherapie Behandlungserfolge bringen und Ihre Freundin aus diesem Zustand der Lethargie wieder herausholen- aber das ist ein Prozess, der noch lange andauern kann. Auf jeden Fall ist Ihre eigene Zuneigung, auch wenn Ihre Freundin das zur Zeit nicht aussprechen kann, sicherlich ein ganz wichtiger Beitrag auf dem Weg ihrer Besserung.

Es geht jetzt auch um Sie!

Nachdem Ihre Freundin offenbar in kompetenter Behandlung ist, geht es jetzt vor allem um Sie. Denn weder Sie selbst noch Ihre Freundin haben etwas davon, wenn Sie psychischen Raubbau in der Aufopferung für Ihre Freundin begehen.

Es ist Zeit, dass Sie auf Ihre eigene körperliche und psychische Gesundheit achten. Einfach nur Beruhigungstabletten zu nehmen, ist ganz bestimmt kein guter Weg.

Am besten wäre es, Sie würden sich selbst Hilfe bei einem guten Therapeuten holen. Vielleicht haben Sie da ja auch schon Erfahrungen aufgrund Ihrer eigenen Krankengeschichte. Ein Therapeut wird viel Verständnis für Sie und die Probleme mit Ihrer Freundin haben und Sie auf Ihrem schwierigen Weg begleiten können. Es ist sehr wichtig, dass Sie jetzt mit einem Menschen reden, der Sie versteht und auch die entsprechenden Fachkenntnisse hat.

Ergänzend dazu wäre es sinnvoll, wenn Sie auch sonst an Ihren eigenen Ressourcen arbeiten. So Sie also die Möglichkeit haben, sich selbst etwas Gutes zu tun, sollten Sie das unbedingt machen: also z.B. Sport treiben, andere Freunde treffen, die eigenen Hobbies pflegen. All das auch unabhängig und ohne ständige Begleitung durch Ihre Freundin (die zur Zeit vermutlich ohnehin schwierig zu irgendwelchen Aktivitäten zu gewinnen ist). Solche Unternehmungen sind wichtig, auch als Gegenpol, damit Sie sich danach auch wieder Ihrer Freundin zuwenden können.

Ihnen und Ihrer Freundin alle guten Wünsche!
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Alkohol und Gewalt in der Partnerschaft

Alkohol und Gewalt:
Vor den Augen des Kindes verdroschen

Alkohol und Gewalt- das ist das Thema, mit dem ich mich herumschlagen muss.

Vor etwa einem Jahr bin ich zusammen mit meiner kleinen Tochter, die ich mit einem anderen Mann bekommen habe, zu meinem neuen Freund gezogen. Er ist eigentlich ein sehr schüchterner Typ und sehr ruhig. Wir passen auch prima zusammen, haben die gleichen Interessen, mögen Sport- und er hat mich zu Anfang echt rundum verwöhnt.

Leider neigt er aber auch zu ziemlichen Wutausbrüchen, meist aus total nebensächlichen Gründen. Er hat schon mal eine Flasche neben mir auf dem Tisch zerschlagen und mit einem Stuhl nach mir geworfen. Da hatte er vorher wohl etwas zu viel getrunken. Beim Autofahren macht er absolut halsbrecherische Fahrmanöver, wenn er sich über irgendetwas aufregt, das ich gesagt habe.

Ein paar Mal wollte er mich und mein Kind auch schon mitten in der Nacht aus der Wohnung rausschmeißen, wenn ich nach solch einem Streit nicht zu ihm ins Bett wollte, sondern lieber im Wohnzimmer schlafen. Das hat dann auch meine Tochter übel mitbekommen. Letztlich hab ich mich dann jedes Mal durchgesetzt und mich im Wohnzimmer mit meiner Tochter eingeschlossen.

Ich war auch schon drauf und dran, wieder auszuziehen. Einmal hatte ich sogar schon die Koffer gepackt. Da kam er dann mit roten Rosen an, hat sich riesig entschuldigt und mich angefleht, dass ich ihn nicht verlassen soll.
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Vor 14 Tagen gab es nun die bisher größte Krise. Ich hatte ihn am Abend wieder einmal ein paar klare Worte gesagt, dass er so gar nicht im Haushalt mithilft und immer das Geschirr stehen läßt usw. Ich bin dann mit meiner Tochter schlafen gegangen in unser großes Ehebett. Als wir gerade eingeschlafen waren, kam er dann rein, drängte sich an mich, versuchte bei mir einzudringen. Ich bat ihn, mich in Ruhe zu lassen, und sagte, dass es echt nicht in Ordnung wäre, dass er mich ständig alles im Haushalt alleine machen läßt. Dann bat ich ihn, mich jetzt endlich weiterschlafen zu lassen.

Darauf ist er dann aus dem Bett gesprungen, hat wie wild rumgebrüllt und hat mir einen kräftigen Stoß in den Magen verpasst und mir dem linken Arm verdreht, so dass ich vor Schmerz nur so geheult habe- all das vor den Augen meiner Tochter, die ebenfalls wie am Spies geschrien hat. Die Nacht ist er dann zu irgendwelchen Kumpeln abgehauen.

Am nächsten Tag bin ich dann tatsächlich ausgezogen- ins Gästezimmer zu meinen Eltern. Da hat das dann schon gleich wieder mit Anrufen auf dem Handy begonnen- die erste Woche habe ich das immer gleich weggeklickt, auch wenn er gefühlt alle 2 Stunden eine neue SMS mit „Entschuldigung!“ geschickt hat. Jetzt haben wir dann doch telefoniert. Eine ganz echte Entschuldigung kam dann aber doch nicht, nur so was wie: „Da haben wir wohl beide etwas zuviel getrunken an dem Abend… Soll echt nicht mehr vorkommen.“ Dabei bin ich mir komplett sicher, dass ich selber total nüchtern war an dem Abend.

Jetzt ist er sogar so weit, dass er bereit ist, eine Therapie zu machen. Aber nur dann, wenn ich zu ihm zurückziehe.

Ich selber weiß nicht, ob das eine gute Idee ist.

Emily H. (Name geändert)

Alkohol und Gewalt:
Zuerst ist das Alkoholproblem zu lösen

Hallo Emily,

Alkohol und Gewalt in der Partnerschaft ist eine sehr ungute Erfahrung: ausgerechnet dort, wo Sie Liebe, Zuneigung, Geborgenheit gesucht haben, erfahren Sie bei den Wutausbrüchen des Freundes genau das Gegenteil. Außerdem fügt Ihr Freund Ihnen körperliche Schmerzen zu und gefährdet durch sein Autofahren auch Ihr Leben und, wenn Ihre Tochter dabei ist, auch noch das Leben Ihres Kindes. Das kann ganz bestimmt so nicht weitergehen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist eine Alkoholkrankheit Ihres Freundes für solche Gewaltausbrüche verantwortlich- was Sie ja selbst auch schon vermutet haben. Auch Ihr Freund scheint ja darauf anzuspielen, wenn er sagt:„Da haben wir wohl beide etwas zuviel getrunken an dem Abend..“

Natürlich kann es für solches gewaltsames Verhalten auch noch andere psychische Gründe geben, die entweder noch zum Alkoholproblem hinzukommen oder sogar die eigentliche Ursache sind. Wenn Ihr Freund jetzt eine Therapie macht, werden die behandelnden Ärzte und Psychologen das sicher noch genauer abklären können.

Auf jeden Fall sieht es so aus, dass Ihr Freund zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in der Lage ist, die Beziehungsprobleme mit Ihnen zu bearbeiten. Solange durch den Therapieerfolg nicht sichergestellt ist, dass er nicht wieder in solche Zustände der Enthemmung und der Gewaltanwendung kommt, bedeutet eine Entschuldigung von ihm letztlich keine Verbesserung der Lage, selbst wenn er sie im Augenblick noch so ernst meint und mit roten Rosen ankommt.

Gewalttätigkeit und Enthemmung infolge von Alkoholmissbrauch sind letztlich körperliche Krankheitssymptome, die nur körperlich, d.h. durch ärztlich begleitete Allkoholentwöhnung, geheilt werden können. Ein psychologisches Anti-Agressionstraining kann dann später möglicherweise zusätzlich helfen- aber zuerst muss die körperliche Krankheitsursache beendet werden.

Alkohol und Gewalt- eine kritische Selbstanfrage

Auch wenn Sie schreiben, dass Sie selbst am Abend Ihrer Trennung vollkommen nüchtern waren, müsste ich Sie in meiner Praxis trotzdem fragen, ob auch in Ihrem Leben Alkohol eine Rolle spielt.

Falls Sie (mit oder ohne Ihrem Freund) als Frau täglich mehr als 0,1 Liter Wein oder Sekt, mehr als 0,25 Liter Bier oder 4 Zentiliter Schnaps pro Tag trinken (vgl. Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), befinden Sie sich bereits in einem gesundheitlichen Risikobereich- auch ohne dass Sie jemals betrunken gewesen sein müssen.

In diesem Fall könnte es sich auch für Sie lohnen, den Arzt aufzusuchen und nachzuprüfen, ob nicht auch Sie wegen des Alkohols zu Überreaktionen neigen, die Ihnen selbst gar nicht bewusst sind. Dann könnte es sein, dass Sie sich beide manchmal nicht richtig im Griff haben und dann durch unüberlegte Äußerungen hochschaukeln.

Das soll selbstverständlich nicht die Gewalt Ihres Freundes in irgendeiner Weise entschuldigen: Gewalt ist niemals akzeptabel. Aber eine solche Untersuchung könnte Ihr Beitrag dazu sein, die Situation in Zukunft runterzufahren und, falls Sie wieder zusammenziehen, Ihnen beiden helfen, Ihr neues Leben ohne den Alkohol und seine Nebenwirkungen zu führen.

Außerdem: Wenn Sie sich auf eine mögliche Alkoholkrankheit untersuchen lassen und, falls nötig, auch selbst eine Therapie anfangen, wird es auch Ihrem Freund leichter fallen, mit seiner eigenen Therapie durchzuhalten.

Und wenn Ihr Freund durch die Therapie erfolgreich vom Alkohol weggekommen ist, ist es wichtig, dass Sie selbst in seiner Gegenwart nie wieder Alkohol trinken.

Alkohol und Gewalt-
Ihre Partnerschaft braucht einen Neuanfang

Wenn es also mit Ihrer Partnerschaft weiter gehen soll, ist ein kompletter Neuanfang nötig. Und die Bedingung dafür ist, dass Sie beide zu einem Leben finden, in dem Alkohol, Drogen und Medikamente keine Rolle spielen. Das ist außerdem auch die Voraussetzung dafür, dass Ihre Tochter keine psychischen Schäden abbekommt.

Sollte Ihr Freund nicht die Kraft und das Durchhaltevermögen besitzen, von seiner Alkoholkrankheit geheilt zu werden, müssen Sie damit rechnen, dass sich die Ihnen bekannten Gewaltausbrüche auch weiterhin wiederholen.

Wenn Sie also zu ihm ziehen, bevor er seine Therapie erfolgreich beendet hat, werden Sie genau das Leben mit den Gewaltausbrüchen weiterführen wie bisher. Wenn Sie also den echten Neuanfang durchsetzen wollen, können Sie erst dann zu Ihrem Freund zurückkehren, wenn er seine Therapie erfolgreich abgeschlossen hat.

Mit allen gute Wünschen für Sie und Ihren Freund
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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In einen 30 Jahre älteren Mann verliebt

Gefühlschaos:
In einen älteren Mann verliebt

Ich bin 24 und habe mich in einen älteren Mann verliebt- mit fast 30 Jahren Altersunterschied. Kennengelernt habe ich ihn als Coach bei einem Verkaufsseminar, zu dem mich meine Firma in ein Tagungshotel geschickt hat.

Bei diesem Wochenende ist übrigens überhaupt nichts passiert: Nur dass Hannes -er hat mir gleich das Du angeboten- sich in der Cafeteria zu mir an den Tisch gesetzt hat und mir sehr nette Komplimente gemacht hat zu meinem professionellen Auftreten. Wir haben da im Gespräch festgestellt, dass wir gar nicht so weit voneinander wohnen, und er hat mir angeboten, dass wir uns auch in der nächsten Woche nochmal bei mir um die Ecke im Café treffen können: er würde sich meine Präsentation nochmal ausführlicher ansehen und könnte mir dann noch ein paar gute Tipps geben.

Da ich sein Seminar inhaltlich richtig gut fand und ihn selber auf Anhieb sehr sympathisch, habe ich seine Einladung gern angenommen. Er hatte sich dann auch tatsächlich sehr viel Mühe gemacht und die Präsentation, die ich ihm gegeben hatte, toll überarbeitet. Wir sind dann vom Café aus noch ein Stück durch den Stadtpark spaziert. Als wir auf einer Bank saßen, hat er plötzlich versucht, mich zu küssen. Ich war total perplex, bin zurückgewichen und habe so getan, als wär nichts passiert. Er hat dann meine Hand genommen und sie gestreichelt. Das habe ich zugelassen. Weiter war wieder nichts- außer dass wir uns schon wieder für die nächste Woche im Café verabredeten, gleiche Stunde, gleicher Ort.

Gefühlsmäßig war die Zeit danach ein ziemliches Chaos. Einerseits war ich immer noch geschockt, dass er sich so an mich rangemacht hat. Andererseits fand ich ihn auch irgendwie mutig, dass er das so einfach gewagt hatte. Außerdem hatte er mich dann ja auch gleich wieder in Ruhe gelassen. Und natürlich muss er gemerkt haben, dass ich mich eigentlich von der ersten Sekunde an total zu ihm hingezogen fühlte.

Ich habe ihm dann spontan eine message geschrieben, was er sich da eigentlich gedacht hat. Er hat dann ganz locker geantwortet und gemeint, das wäre halt ein Spaß gewesen, weil wir gerade so romantisch auf der Bank gesessen sind. Ich bräuchte bestimmt keine Angst vor ihm haben, und von ihm aus bliebe es bei unserem nächsten Treffen.

So geht das jetzt schon ein paar Wochen. Und dass, obwohl ich eigentlich mit meinem Freund zusammenwohne, mit dem ich mich gut verstehe (was Hannes übrigens weiss). Und obwohl Hannes mir seinerseits erzählt hat, dass er glücklich verheiratet ist und zwei Kinder hat.

Trotzdem treffen wir uns jetzt also jeden Donnerstag um 17 Uhr. Und es passiert auch weiter nichts besonderes. Hannes ist einfach nur nett zu mir, und große körperliche Annäherungen gibt es auch nicht. Wenn er überhaupt mit mir flirtet, dann nur ganz unterschwellig. Ich lasse es mir gefallen, dass er hin und wieder kurz berührt, dass er „meine Kleidung richtet“ und dass er mich zur Begrüßung und zum Abschied umarmt und mir einen Wangenkuss gibt. All das wirkt weniger erotisch, sondern eigentlich nur freundschaftlich und nett.

Manchmal träume ich, dass ich eigentlich gern genau so einen Vater gehabt hätte wie Hannes: clever, charmant und total unkonventionell. In seiner Gegenwart spüre ich so etwas wie Vertrauen und Geborgenheit. Er hört mir auch richtig gut zu, wenn ich ihm von Problemen aus der Arbeit oder mit meinem Freund erzähle. Außerdem verwöhnt er mich richtig, wenn er mich jedes Mal einlädt.

Ich kann einfach nicht Nein sagen, wenn es darum geht, dass wir uns ein nächstes Mal treffen. Ich bin ihm regelrecht verfallen. Dabei weiss ich, dass es nie etwas werden kann aus einer gemeinsamen Beziehung, nicht nur aus Altersgründen. Hannes würde meinetwegen mit Sicherheit niemals seine Frau und seine Kinder im Stich lassen.

Allmählich bekomme ich schon die Fantasie, dass ich die Initiative ergreifen sollte und mit ihm schlafen. Wahrscheinlich würde er da gar nichts dagegen haben, vielleicht ist das sogar genau sein Ziel. Und vielleicht wäre nach dem Sex dann auch alles vorbei und ich könnte wieder zurück in mein normales Leben und hätte nicht ständig nur ihn im Kopf.

Manchmal denke ich auch, dass er vielleicht plötzlich stirbt, da er ja schon so alt ist. Dann wäre ich mit einem Mal mein Problem los- und gleichzeitig wird mir ganz schlecht bei dem Gedanken, weil ich ihn ja eigentlich total gern mag.

Ich habe echt keine Ahnung, wie ich von ihm wegkommen soll und ob ich das überhaupt will. Und Hannes geht das wahrscheinlich genauso, so dass von ihm auch keine Lösung kommt.

Carina L. (Name geändert)

In einen älteren Mann verliebt-
Gefühlsverwirrung auf beiden Seiten?

Hallo Carina,

das ist eine komplizierte Geschichte, auf die Sie sich da eingelassen haben. Sie haben sich in einen älteren Mann verliebt. Irgendetwas knistert zwischen Ihnen und Hannes. Irgendwie wünschen Sie sich seine Nähe und Zuneigung. Und gleichzeitig wollen Sie von ihm wegkommen zurück zu Ihrem früheren Leben, in dem Ihr Freund der einzige Mann gewesen ist.

Sie schreiben, dass Sie letztlich gar nicht mehr wissen, was Sie wollen. Und das es Hannes wahrscheinlich genauso geht.

Ihre Geschichte und Ihre Gefühle kann ich sehr gut nachvollziehen, nur in einem Punkt teile ich Ihre Einschätzung nicht. Ich glaube nicht, dass Hannes nicht weiss, was er will.

Eine handfeste Verführung

So wie Sie es berichten, ist Hannes recht zielstrebig auf Sie zugegangen: schon bei Ihrer ersten Begegnung in der Cafeteria im Tagungshotel. Und von ihm ist dann die Initiative zu allen weiteren Treffen ausgegangen.

Er ist es, der versucht hat, Sie auf der Parkbank zu küssen. Er ist es, der Ihre Hand genommen hat, und er ist es, der bei jedem Treffen die körperliche Berührung mit Ihnen sucht. All das gefällt ihm offensichtlich gut- denn sonst würde er sich ja nicht jede Woche weiterhin mit Ihnen treffen.

Und mit großer Wahrscheinlichkeit genießt er sogar Ihre Unsicherheit, die ja möglicherweise gerade dabei ist, den Weg zum handfesten Sex zu ebnen- und zwar so, dass Sie glauben, die Initiative dazu würde von Ihnen ausgehen. Er kann sich dann einbilden, Sie wären es, die ihn verführt hätte- und ein wunderbar gutes Gewissen behalten.

Denn eine echte Paar-Beziehung zu Ihnen sucht er ganz bestimmt nicht. Dass hat er Ihnen ja schon deutlich zu verstehen gegeben. Er will sich von seiner Frau nicht trennen. Er verlangt auch nicht, dass Sie für ihn Ihren Freund verlassen. Er genießt es einzig und allein, mit Ihnen zu spielen.

Was sind Ihre Bedürfnisse und was nicht?

Ein erster Schritt, um etwas mehr Klarheit zu gewinnen, könnte es sein, dass Sie sich überlegen, welche Bedürfnisse Sie haben und welche nicht.
Aus dem, was Sie schreiben, ergeben sich die folgenden Auflistungen. Sie selbst könnten prüfen, was da ggf. noch dazu kommt:

1. Was sind Ihre Bedürfnisse?
Ihren eigenen Worten zufolge sehnen Sie sich nach

  • Vertrauen und Geborgenheit
  • bei einem Mann, am besten bei einem Vater, der „clever, charmant und total unkonventionell“ ist und der Sie verwöhnt.

2. Wonach sehnen Sie sich nicht?
Wonach Sie sich nicht sehnen, ist:

  • einen älteren Mann als Liebhaber neben ihrem Freund zu haben.
  • Sie sehnen sich auch nicht danach, in ihren Gefühlen von diesem Mann abhängig zu sein.
  • Und schon gar nicht sehnen Sie sich danach, mit diesem älteren Mann Sex zu haben.

Im Gegenteil: Sie haben die Fantasie, dass sein Tod Sie aus Ihrer Abhängigkeit befreit. Und Sie wären in Ihrer Fantasie sogar bereit, den Sex mit ihm auszuprobieren, bloß um von ihm wieder loszukommen.

Ein nicht ganz ungefährliches Spiel

Auf den ersten Blick scheint Ihnen Hannes genau das zu bieten, wonach Sie sich sehnen: Vertrauen, Geborgenheit und Verwöhnung durch einem väterlichen Typ. Würde Ihnen Hannes all das tatsächlich schenken, wäre die Lage perfekt.

Allerdings haben Sie selbst bereits gemerkt, dass Hannes Ihnen all das nicht wirklich geben kann. Er spielt mit Ihnen- und solange Sie sich darüber klar sind, dass das ein Spiel ist und solange Sie es genießen, hier mitzuspielen, ist die Lage letztlich immer noch in Ordnung. In gewisser Weise dürfen Sie im Spiel bei Hannes die Prinzessin sein- und das ist eine Rolle, die durchaus einiges an Genuss mit sich bringt. Und das zu genießen, ist an und für sich nicht schlecht.

Allerdings handelt es sich um ein nicht ganz ungefährliches Spiel, das möglicherweise dazu führen kann, dass Sie zum Schluß sexuell ausgenutzt werden.

Die anderen Baustellen

Wenn Sie mit Ihrer jetzigen Situation nicht ganz zufrieden sind, könnte es sich auf jeden Fall lohnen, nicht nur auf Ihr Spiel mit Hannes zu achten, sondern auch noch die anderen Baustellen in Ihrem Leben anzusehen. Sie schreiben darüber nur, dass Hannes Ihnen aufmerksam zuhört, wenn Sie ihm „von Problemen aus der Arbeit oder mit ihrem Freund erzählen“.

Könnte es sein, dass Sie die Beziehung zu Hannes brauchen, um überhaupt einen Menschen zu haben, mit dem Sie über diese Probleme reden können? Wenn das so sein sollte, stellt sich die Frage, ob Hannes dafür wirklich der Richtige ist. Denn welches Interesse sollte er haben, Ihnen bei der Lösung dieser Probleme zu helfen, wenn es genau diese Probleme sind, die Sie in seine Arme treiben?

Es wäre für Sie also möglicherweise lohnend, hier noch einen anderen/ eine andere Gesprächspartnerin zu finden, möglicherweise auch einen Therapeuten oder eine Therapeutin. Denn vielleicht sind es ja Probleme aus anderen Bereichen, die Sie belasten und die zunächst gar nichts mit Hannes zu tun haben.

Klare Grenzen

Bleibt noch die Frage, wie Sie sich in der Beziehung mit Hannes davor schützen können, gegen Ihren Willen sexuell ausgenutzt zu werden. Die radikalste Lösung, an die Sie auch schon gedacht haben, heißt Schlussmachen.

Ansonsten könnten Sie ihm auch eindeutige Grenzen setzen und ihm alle Formen von körperlicher Annäherung wie Küsschen und „Kleiderrichten“ untersagen.Ein „väterlicher Freund“, wenn es ihn denn gibt, würde dafür Verständnis haben. Ein Verführer würde, wenn Sie hier wirklich streng bleiben, sehr rasch an Ihnen kein weiteres Interesse mehr haben und Sie einfach fallen lassen.

Zu verlieren haben Sie durch eine solche Grenzziehung wenig. Eine echte Freundschaft hält das aus. Das einzige, was Sie verlieren können, ist eine Illusion. Und die Gefahr, von einem älteren Mann sexuell ausgenutzt zu werden.

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Bin ich bisexuell?
Freundin will Gegenbeweis

Bin ich bisexuell? Wie kann ich das widerlegen?

bin ich bisexuell
Seit zwei Jahren lebe ich mit meiner Freundin zusammen. Alles ist soweit prima, wir haben sogar schon darüber geredet, dass wir heiraten wollen.

Jetzt hat mich leider meine Vergangenheit eingeholt. Ich habe nämlich in den Jahren davor einen Freund gehabt, der homosexuell ist und mich mehrfach dazu überredet hat, es mit ihm und auch mit anderen Männern auszuprobieren.

Da ich ziemlich einsam in der Stadt war und keine anderen Freunde hatte, wollte ich ihn nicht brüskieren und habe da mitgemacht. Echte Gefühle waren da nicht im Spiel. Es war allerdings auch nicht ganz falsch, irgendwie war das sogar eine schöne Zeit in dieser Gruppe. Aber jetzt, wenn ich mit meiner Freundin zusammen bin, denke ich nur: Wie konntest du nur?

Als mein Freund uns vor einem Monat besucht hat, hat meine Freundin sofort gemerkt, dass da zwischen mir und ihm etwas gelaufen war. Ich habe ihr auch alles gebeichtet, ihr erklärt, dass ich ganz bestimmt nie wieder etwas mit einem Mann haben werde, dass ich nur sie haben will etc.

Trotzdem ist seitdem bei uns nichts mehr wie vorher. Sie hat keine richtige Lust mehr auf Sex mit mir, sagt, sie müsse die ganze Zeit daran denken, was die Männer mit mir gemacht haben und ich mit ihnen. Außerdem hat sie riesige Angst davor, dass wir heiraten, Kinder bekommen und sich dann bei mir doch heraustellt, dass ich doch bisexuell bin und sie wegen eines anderen Mannes verlasse.

Das kann ich natürlich verstehen, auch wenn ich mir selbst total sicher bin, dass ich nur sie liebe und niemanden sonst. Ich habe echt abgeschlossen damit.

Die Frage bleibt natürlich: Bin ich bisexuell und ist das eine Gefahr für unsere Beziehung? Kann ich ihr irgendwie beweisen, dass ich nicht bisexuell bin, sondern nur noch hetero?

Es wäre toll, ihr das irgendwie eindeutig klar machen zu können.

David G. (Name geändert)

Mögliche Gründe
für die Verunsicherung bei Ihrer Freundin

Hallo David,

Sie haben eine nette Freundin gefunden, leben glücklich zwei Jahre miteinander, planen sogar schon zu heiraten- und dann besucht Sie Ihr früherer homosexueller Freund und Ihre Freundin weiss nicht mehr, ob sie Sie heiraten will. Und sie selbst stellen sich die Frage: Bin ich bisexuell?

Ich denke, die Unsicherheit bei Ihrer Freundin könnte im wesentlichen drei Gründe haben, die ich im Folgenden ausführlich erklären will.

Alle diese drei Gründe stellen für Ihre Partnerschaft jeweils ein anderes ernsthaftes Problem dar. Jeder dieser Gründe kann so tiefgreifend sein, dass Sie beide zur Lösung therapeutische Beratung gebrauchen könnten. Was genau zutrifft und was Ihnen beiden helfen kann, werden Sie nur gemeinsam mit Ihrer Freundin herausfinden können, am besten in Begleitung durch einen Therapeuten.

An dieser Stelle kann ich Ihnen daher nur als Anregung ein paar Ideen für Ihr gemeinsames Gespräch mitgeben.

1. Möglichkeit: Vermutete Unehrlichkeit

Ihre Freundin fühlt sich von Ihnen nicht ehrlich behandelt, weil sie erst nach zwei Jahren von Ihrer homosexuellen Vorgeschichte erfahren hat. Deswegen ist sie unsicher, ob Sie Ihnen jetzt Glauben schenken soll, dass sie tatsächlich die große Liebe Ihres Lebens ist.

Sollte das der Fall sein, hilft nur eines: Noch mehr mit ihr reden, bis sie Sie verstehen kann. Dabei könnten die folgenden Fragen eine Rolle spielen:

  • Warum haben Sie ihr nicht schon früher von ihrer homosexuellen Zeit erzählt?
  • Haben Sie Ihre Erinnerung selber die letzten zwei Jahre komplett verdrängt?
  • Oder war Ihnen diese Erinnerung so peinlich (und warum?), dass Sie das Ihrer Freundin nicht erzählt haben?
  • Warum hatten Sie nicht genug Vertrauen, es Ihrer Freundin früher erzählen zu können?

Je ehrlicher Sie sich selbst gegenüber sind, desto besser werden Sie es auch Ihrer Freundin erklären können.

Möglicherweise gibt es aber auch bei Ihrer Freundin Vorgeschichten. Wenn das der Fall sein sollte und sie sich also gegenseitig erzählen können, was da alles passiert ist, dann sollte es nach dieser Offenheit deutlich einfacher sein, dass Sie wieder zueinander finden.

2. Möglichkeit:
Abneigung gegen Homosexualität

Ihre Freundin hat aus irgendeinem Grund eine besondere Abneigung oder Ekel gegen Homosexualität. Diese Abneigung bekommen auch sie als Person jetzt zu spüren.

Vorurteile gegen Homosexuelle sind in vielen Familien zuhause…

Hier könnte der Therapeut mit Ihrer Freundin an Themen wie diesen arbeiten:

  • Warum findet sie Homosexualität unangenehm oder ekelerregend?
  • Gibt es vielleicht sogar in ihr selbst homoerotische/lesbische Anteile, die sie in sich selbst ablehnt?
  • Wäre es das gleiche gewesen, wenn Sie vor der Beziehung mit ihr andere Frauen gehabt hätten?
  • Hätte Ihre Freundin weniger Angst vor zukünftigem Ehebruch, wenn Sie zuvor mit anderen Frauen zusammen gewesen wären?
  • Wenn Sie die Frage Bin ich bisexuell? mit Nein beantworten würden, könnte sie sich dann Ihrer Treue sicherer sein?

3. Möglichkeit: Angst vor Bindung

Ihrer Freundin wird die Sache mit der Heirat zu „heiss“ und sie nimmt Ihre Vorgeschichte als willkommenen Vorwand, hier einen Rückzieher zu machen.

Bleibt noch diese dritte Möglichkeit: Der ganze Wirbel um Ihre Homo- oder Bisexualität und Ihre erotische Vorgeschichte ist für Ihre Freundin (bewusst oder unbewusst) nur ein Anlass, den Plan Ihrer Heirat nach hinten zu verschieben. Es gibt durchaus Menschen, welche -aus den unterschiedlichsten Gründen- Angst und Panik bekommen, sobald es um eine feste Bindung geht.
© M.Petery.
Sollte das bei Ihrer Freundin der Fall sein, wird ebenfalls der Therapeut gefragt sein. Er könnte Ihre Freundin dann dazu anregen, über Fragen wie diese nachzudenken:

  • Was macht ihr Angst, wenn sie an Heirat und Ehe denkt?
  • Was könnte sie durch eine Ehe verlieren, was gewinnen?
  • Welche Bedürfnisse haen Sie beide in Beziehung auf Nähe und Partnerschaft?

In der Therapie geht es also vor allem darum, dass Sie sich beide ein Stück weit besser kennenlernen, und zwar sowohl sich selbst wie auch Ihre/n Partner/in: vor allem in Ihren Bedürfnissen nach Nähe, aber auch in Ihren Bedürfnissen nach Eigenständigkeit.

Wenn Sie beide überzeugende Wege finden, wie Sie zwar einerseits ein Paar sein können, gleichzeitig aber jeder Sie selber bleiben- dann wird Ihrer Heirat und Ihrer Ehe sicherlich nichts im Wege stehen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen beiden alles Gute!

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS zu Ihrer Frage „Bin ich bisexuell?“
Einen sicheren Nachweis, ob Sie hetero-, bi- oder homosexuell sind, werden Sie niemals finden. Es geht auch gar nicht darum, welchen Typus der sexuellen Orientierung Sie haben, sondern darum, welche konkrete Beziehung sie leben, welchen Partner/Partnerin Sie lieben und wem sie die Treue halten. Ob Sie nun die Frage „Bin ich bisexuell?“ allgemein mit Ja oder Nein beantworten, hat keinen Einfluss darauf, wie stabil Ihrer beider Beziehung ist.
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Kein gemeinsamer Orgasmus- ein Problem für die Liebe?

Gemeinsamer Orgasmus-
Wunsch und Wirklichkeit

Kein gemeinsamer Orgasmus: Ich bin jetzt schon über ein Jahr mit meiner neuen Freundin zusammen- aber noch nie hatten wir einen gemeinsamen Orgasmus. Normalerweise ist sie es, die zuerst kommt, das sogar mehrfach, und dann ich.

Sehr viel Erfahrung haben wir beide im Sex nicht, aber ich meine, dass meine vorherige Freundin, mit der ich allerdings nur ein paar Mal geschlafen habe, immer gleichzeitig mit mir gekommen ist.

Kann es sein, dass einer von uns ein psychisches Problem hat oder warum klappt das nicht?

Marko F. (Name geändert)

Kein gemeinsamer Orgasmus ist der Regelfall

Hallo Marko,

Sie und Ihre Freundin haben regelmäßigen Sex, Sie kommen beide zum Orgasmus, aber nicht gleichzeitig. Ich wäre beinahe versucht zu fragen: „Und wo liegt da das Problem? Sie kommen doch beide beim Sex zum Orgasmus. Warum ist es für Sie so wichtig, dass das gleichzeitig passieren muss?“

Problematisch wäre doch nur, wenn einer von Ihnen überhaupt keinen Orgasmus bekäme.

Wenn man sich verschiedene Umfragewerte ansieht, dann geben 80% aller befragten Paare an, niemals gleichzeitig einen Orgasmus zu erleben, sondern immer nacheinander. Insofern ist das Nacheinander beim Sex, das Sie beschreiben, nicht nur normal, sondern sogar der Regelfall.

Ein gemeinsamer Orgasmus muss nicht
notwendig ein gleichzeitiger Orgasmus sein

Möglicherweise haben Sie -wie viele Menschen- die Idealvorstellung eines gleichzeitigen Orgasmus, wie sie in vielen Filmen oder Büchern suggeriert wird.

Vielleicht haben Sie mit Ihrer früheren Freundin auch tatsächlich gleichzeitige Orgasmen erlebt- so Ihre Freundin Ihnen den gleichzeitigen Orgasmus nicht vorgespielt hat, um Ihnen in Ihren Erwartungen entgegenzukommen. Denn, wie ebenfalls aus Umfragen bekannt ist: Viele Frauen fühlen sich verpflichtet, ihrem Partner einen gleichzeitigen Orgasmus vorzuspielen, weil das in ihrer Vorstellung zu einem befriedigenden Sex hinzugehört.

Bei dem Wunsch nach gleichzeitigem Orgasmus liegt wohl ein Missverständis vor, das ziemlich weit verbreitet zu sein scheint. Denn wo steht geschrieben, dass nur ein gleichzeitiger Orgasmus ein gemeinsamer Orgasmus ist?

Ein gemeinsamer Orgasmus wäre aus meiner Sicht jeder Orgasmus, der gemeinsam erlebt und genossen wird. Das heißt,wenn der eine Partner dem anderen dabei hilft, einen Orgasmus zu erreichen, dann ist das ein gemeinsamer Orgasmus (im Gegensatz zur Selbstbefriedigung). Dabei ist es völlig unerheblich, mit welcher Technik und in welcher Stellung der Orgasmus von den beiden erreicht wird, ob im Koitus, ob als Blowjob oder wie auch immer.

Letztlich ist es für einen gemeinsamen Orgasmus nicht einmal erforderlich, dass erst der eine und dann der andere an die Reihe kommt. Wenn nur der eine „kommen“ will und der andere dabei mithilft, ist auch das ein „gemeinsamer“ Orgasmus. In der Regel (wenn z.B. keine körperliche Erkrankung den Orgasmus eines Partners unmöglich macht) ist allerdings gut für die Partnerschaft, wenn diese Hilfe, dem anderen einen Orgasmus zu ermöglichen, keine Einbahnstraße darstellt.

Der Idealfall einer gelungenen sexuellen Begegnung ist also genau das, was Sie jetzt mit Ihrer Freundin praktizieren: Ihre Freundin bekommt mit Ihnen einen Orgasmus und gleich darauf Sie selbst mit ihr.

Ein psychisches Problem wäre nur die
Festlegung auf ein einziges erlaubtes Schema

So wie Sie das schildern, haben Sie beide also überhaupt kein psychisches Problem, weder Ihre Freundin noch Sie selbst.

Problematisch wäre nur, wenn Sie unbedingt an dem Ziel festhalten würden, dass Ihre Freundin den Orgasmus zeitgleich mit Ihnen bekommen muss. Da wäre dann zu fragen, warum Sie an dieser Vorstellung so sehr festhalten.

Wenn Sie hier nicht loslassen können und Ihnen der Sex mit Ihrer Freundin und den Orgasmen nacheinander weiterhin unbefriedigend erscheint, kann es sinnvoll sein, dass Sie sich therapeutische Hilfe holen. Dann hat das Problem vermutlich eine Wurzel, über die Sie noch nichts geschrieben haben und die Ihnen möglicherweise selbst nicht bewusst ist.

In diesem Fall wäre es schade, wenn Sie nicht aktiv nach einer Lösung suchen würden- damit Sie und Ihre Freundin Ihre gemeinsame Beziehung und Ihren gemeinsamen Sex rundum genießen können.

Mit freundlichen Grüßen
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Langfristige Beziehung oder ewig Single?

Langfristige Beziehung
oder ewig Single?

Langfristige Beziehung
Langfristige Beziehung- für fast alle Menschen der Wunschtraum Foto © Thaut Images Fotolia.com

Was ich mir am meisten wünsche, ist, einen wirklich netten Mann zu finden und eine Familie zu gründen, eine langfristige Beziehung also. Klingt einfach, ist es aber nicht.

Leider hatte ich vor fünf Jahren ein ziemlich traumatisches Erlebnis: Ich war glücklich zusammen mit dem Mann meiner Träume, wurde schwanger- und hatte im vierten Monat eine Fehlgeburt. Daraufhin wollte ich nicht gleich wieder schwanger werden- und mein Freund kündigte die Verlobung. Über eine Freundin hörte ich, dass er nicht einmal 12 Monate später tatsächlich Vater geworden ist, gemeinsam mit einer neuen Frau.

Im Nachhinein sage ich mir, dass ich eigentlich froh sein kann, ihn so schnell losgeworden zu sein. Geblieben ist mir allerdings ein ziemliches Misstrauen, was Männer betrifft.

Ich habe zwar in den letzten Jahren immer wieder Männer kennengelernt, bei denen ich zuerst geglaubt habe, dies Mal könnte es wirklich der Beginn einer langfristigen Beziehung werden- tatsächlich hat keine einzige dieser Beziehungen länger als drei Monate gedauert.

Ich habe in den Beziehungen jeweils schon nach den ersten Wochen eine innere Panik bekommen, dass alles zu Ende geht. Manchmal musste ich dann einfach telefonieren, um zu hören, dass es meinen jeweiligen Freund überhaupt noch gibt. Ich glaube nicht, dass ich da als zu besitzergreifend rübergekommen bin. Vielleicht habe ich sogar eher etwas spröde gewirkt.

Die Trennung ging dann jeweils von den Männern aus, immer aus ganz banalen Gründen: Umzug in eine andere Stadt, zu große berufliche Belastung… Richtig unlösbar waren diese Gründe eigentlich nie gewesen, andere Beziehungen überleben solche Hindernisse doch auch. Nur ich konnte nichts dagegen setzen. Allmählich traue ich mich schon gar nicht mehr, überhaupt noch eine neue Beziehung anzufangen.

Das ist blöd, weil ich jetzt im Internet schon wieder einen sehr netten Mann kennengelernt habe, mit dem ich mich jetzt auch schon mehrmals im Cefé getroffen habe. Aber ich habe gar keinen Mut mehr, noch einen Schritt weiter zu gehen.

Gibt es irgendeine Möglichkeit zu erkennen, ob ein Date wirklich das Potential für eine langfristige Beziehung hat? Allmählich habe ich echt Angst, mein Leben lang Single zu bleiben.

Nina D. (Name geändert)

Das Ende aller Träume

Hallo Nina,

Was Sie vor fünf Jahren erlebt haben, ist tatsächlich der Mega-GAU Ihrer Lebensträume gewesen, nach meiner Ansicht also weit mehr als nur ein „ziemlich traumatisches“ Erlebnis.

Sie haben damals sehr viel mitgemacht, und darunter leiden Sie immer noch, auch wenn Sie offenbar Schwierigkeiten haben, sich das bewusst klar zu machen. Aus therapeutischer Sicht gibt es keinen Grund, „eigentlich froh zu sein“, dass Sie Ihren ersten Freund verloren haben.

Sie waren mit dem „Mann Ihrer Träume“ zusammen und erwarteten von ihm ein Kind, hatten also Ihr Lebensglück, die „langfristige Beziehung“ zum Greifen nahe. Und dann, im vierten Monat der Schwangerschaft, der doppelte Verlust: erst Ihr Kind, dann Ihr Mann.

Und seitdem wiederholen sich die Verluste: „Keine einzige dieser Beziehungen hat länger als drei Monate gedauert“. Man muss kein großer Psychologe sein, um da einen Zusammenhang zu bemerken.

Die Angst vor neuem Verlust

Länger als drei Monate halten Sie keine Beziehung mehr durch: Spätestens dann kommt Ihre Angst wieder hoch, die Verlusterfahrung zu wiederholen: Es war ja der vierte Monat, in dem Sie Ihr Kind verloren haben.
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Vielleicht war ja jedes Mal irgendetwas in Ihrem Inneren sogar ganz froh, sich nach drei Monaten zu trennen, „immer aus ganz banalen Gründen“, gerade noch rechtzeitig vor der großen Katastrophe, die Sie unbewusst für den vierten Monat erwarteten.

Denn das Panikgefühl, von dem Sie berichten, passt sehr gut zur Angst vor der großen Katastrophe. Und um die abzuwenden, sind Sie offenbar sogar bereit, Ihre Freunde wieder gehen zu lassen.

Die sich selbst erfüllende Prophezeiung

Obwohl Sie kurz vor der jeweiligen Trennung von einem Freund so große Angst hatten und per Telefon prüfen mussten, „ob es ihn überhaupt noch gibt“, verhindern Sie es selbst, wohl durch ein gutes Stück „spröder“ Unflexibilität, bei beruflichen Veränderungen Ihrer Freunde konstruktive Lösungen für die Fortdauer Ihrer Beziehung zu finden.

Eine self-fulfilling prophecy also, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Sie haben Angst vor erneuten Verlusten, und genau durch diese Angst erreichen Sie es, dass Sie diese Verlusterfahrung jedes Mal immer wieder neu erleben müssen. Keine gute Voraussetzung für jemanden, der eine „langfristige Beziehung“ sucht.

Aufgabe für eine Therapie

Was ich Ihnen hier skizziert habe, dürfte für Sie letztlich nichts Neues sein. Sie haben gerade wieder einen neuen, netten Mann kennengelernt- und der Panikmechanismus beginnt auch schon wieder zu arbeiten.

Trotzdem ist diesmal etwas anders. Sie selbst haben gemerkt, dass Sie in die Wiederholungsschleife hinein geraten. Sie selbst wünschen sich jetzt ganz bewusst nicht noch eine Wiederholung. Und Sie haben mit Ihrer Nachricht einen Hilferuf losgeschickt, um sich psychologischen Rat einzuholen. Das sind sehr gute Schritte dafür, dass es diesmal tatsächlich anders werden kann.

Ob das nun ich bin oder ein anderer Therapeut/eine andere Therapeutin: Es ist ganz bestimmt sinnvoll, wenn Sie sich jetzt ausführliche fachliche Unterstützung holen.

Die wiederentdeckte Trauer

Mit großer Wahrscheinlichkeit kann es ein hilfreicher Ansatz und ein Ziel in der Therapie sein, dass Sie Ihre Trauer wieder entdecken über das, was da vor fünf Jahren passiert ist: über den Verlust Ihres Kindes und Ihres Freundes, über den Verlust Ihres damaligen Glücks.

Aus meiner Sicht wäre es gut, wenn Sie sich dafür Zeit nehmen, hier sehr behutsam, sehr ruhig und gemeinsam mit einem Therapeuten dem nachzuspüren, was Sie da erlebt haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie durch eine solche Therapie auch die Panikattacken wieder loswerden, die Ihnen jetzt so sehr zusetzen. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass es Ihnen schon sehr bald gelingen wird, das zu finden, was Sie sich schon immer gewünscht haben: die langfristige Beziehung zu einem Mann, mit dem Sie eine Familie gründen können.

Mit allen gute Wünschen für Ihren Weg
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Was ist Sexualtherapie eigentlich? Methoden und Praxis

Was ist Sexualtherapie?
Das breite Spektrum der Angebote

Was ist Sexualtherapie?
Sexualtherapie ist in Deutschland (bis jetzt) kein geschützter Begriff, so dass sich mit „Sexualtherapie“ die unterschiedlichsten Konzepte und Methoden verbinden.

Das geht von universitärer Forschung bis hin zu Tantra-Gruppen-Seminaren mit körperlichen Erotik-Übungen, die mehr im esoterischen als im psychotherapeutischen Bereich verwurzelt sind. Dementsprechend sind auch die Ausbildungen der Therapeuten wie auch die Qualität der Veranstaltungen höchst unterschiedlich.

Wer sich also eine Sexualtherapie wünscht, tut gut daran, sich im Vorfeld zu informieren, was der jeweilige Anbieter eigentlich darunter versteht.

Was ist Sexualtherapie?
Mein eigener Ansatz

Sexualtherapie bedeutet für mich mehr als nur die Behandlung körperlicher sexueller Funktionsstörungen wie z.B. Erektionsstörungen oder Scheidentrockenheit- auch wenn solche Symptome ein guter Anlass sein können, eine Sexualtherapie zu beginnen.
Für mich ist das Ziel einer Sexualtherapie die ganzheitliche Sorge für eine glückliches Sexualleben– und dazu gehört nicht nur das gute Funktionieren des Körpers, sondern auch und vor allem ein gutes Verständnis für sich selbst und für den Partner.

Mein therapeutischer Ansatz kommt aus der klientenzentrierten Gesprächstherapie, einer klassischen Form der Psychotherapie, die von Carl Rogers in den 60er Jahren entwickelt wurde. Der wichtigste Aspekt ist: Der Klient bzw. die Klientin steht im Mittelpunkt, d.h., über die Inhalte und die angewandten Therapiemethoden entscheidet der Klient/die Klientin und nicht der Therapeut.

In meinen Therapiestunden geht es demnach nicht um das Praktizieren von Sexualität und schon gar nicht um das praktische Einüben bestimmter Sexualtechniken, sondern um die Reflexion und das Nachdenken über Probleme, die mit Sexualität in Zusammenhang stehen.

Im gemeinsamen Gespräch zwischen Klient/in und Therapeut geht es darum, Klarheiten und Einsichten zu gewinnen, die zur Verbesserung der Lebensqualität des Klienten/der Klientin beitragen.

Sexualtherapie ist nach meinem Verständnis lösungsorientiert: Es werden also nicht ganz allgemein Nachforschungen z.B. über das eigene Erleben der Kindheit angestellt (was natürlich auch spannend sein kann, aber nicht grundsätzlich und von vornherein in eine Therapie hineingehört). Sondern es geht darum, die anstehenden Probleme gemeinsam genau zu untersuchen und mögliche Lösungsstrategien zu entwickeln.

Eine wichtige Voraussetzung ist allerdings immer zu prüfen: Viele Probleme im Bereich der Sexualität haben nicht nur psychische Gründe, sondern auch körperliche Ursachen (z.B. unentdeckte Diabetes). Deshalb ist immer auch die medizinische Seite zu checken, bevor mit einer Psychotherapie begonnen werden kann.

Was ist Sexualtherapie?
Miteinander sprechen als Therapie

Für mich sind die folgenden Punkte entscheidend für die Qualität einer Sexualtherapie:

Wichtigste Therapiemethode ist das Gespräch, in dem der Therapeut dem Klienten/der Klientin in wertschätzender Haltung zuhört und einfühlsam und offen auf dem Weg durch die Therapie begleitet.

Dabei ist es der Klient/die Klientin selbst, welche die Inhalte und auch das Tempo bestimmt, wie die Therapie vorangehen soll. Wissenschaftlich ist die Wirksamkeit dieser Grundprinzipien der Gesprächstherapie durch zahlreiche Studien erwiesen.

Behutsamkeit im Umgang mit sexuellen Themen ist unbedingt zu beachten. Brachiale Therapiemethoden, wie sie besonders in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts modern waren und die intensiv auf körperliche Berührungen setzten, haben sich nicht nur als wenig wirksam, sondern häufig sogar als gefährlich erwiesen. Denn gerade im Bereich Sexualität kann es zurückliegende traumatische Erfahrungen geben, die nicht durch brutale Therapiemethoden unvermutet wachgeschüttelt werden dürfen.

Natürlich kann es in einer Sexualtherapie auch um traumatische Erfahrungen gehen- und das ist leider nur zu häufig der Fall, wenn man etwa an die hohe Quote von Kindesmissbrauch in Deutschland denkt. Aber gerade die Aufarbeitung traumatischer Erfahrungen benötigt vor allem Zeit und Behutsamkeit, und keine therapeutischen Kavallerieangriffe.

Übungen der Sexualtherapie

So das im Rahmen einer Therapie sinnvoll ist, können Übungen in der Sexualtherapie eine schöne Ergänzung zu den Therapiestunden ergeben. Vgl. dazu den ausführlichen Artikel Übungen in der Sexualtherapie.

Themen der Sexualtherapie

In einem eigenen Artikel habe ich eine Liste möglicher Themen für eine Sexualtherapie zusammengestellt. In der Therapie können also alle Fragen zur Sprache kommen, die mit Sexualität in engerem und weiterem Sinn zusammenhängen: Fragen der eigenen sexuellen Orientierung, körperliche Probleme, Missbrauchserfahrungen, Schwierigkeiten bei der Partnersuche, Probleme in der Partnerschaft. Nach Absprache kann es sinnvoll sein, einzelne Therapiestunden oder auch die gesamte Therapie gemeinsam mit dem Partner/der Partnerin anzugehen.

Bei eng umgrenzten Einzelfragen reicht häufig auch eine Einzelstunde für eine Beratung- dazu biete ich Online-Sprechstunden an, für die Sie sich auf Wunsch auch völlig anonym anmelden können.

Ich freue mich, wenn Sie mit mir Kontakt aufnehmen und wir dann für Ihre Fragen einen geeigneten Lösungsweg besprechen können. Eine solche Erstanfrage ist grundsätzlich kostenlos.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Coming-out: Sagen, dass ich homosexuell bin

Coming-out Foto © oneinchpunch Fotolia.com

Coming-out
Ich bin am Rand der Verzweiflung


Zur Zeit bin ich in einer ziemlich ausweglosen Situation. Ich bin jetzt 22 Jahre alt und weiss seit etwa 6 Jahren, dass ich schwul bin, weil mich immer wieder in irgendwelche Jungen verliebe, aber nie in ein Mädchen. Übers Internet habe ich auch schon einige sehr nette Leute kennengelernt, mit denen ich mich wahnsinnig gern treffen würde. Aber ich habe einfach Angst, den nächsten Schritt zu tun.

Ich fürchte, dass ich meine bisherigen Freunde verliere und dass ich meine Eltern und meine Familie total enttäusche, wenn ich mich oute. Ich könnte ja eh nicht mit einem Freund ankommen, da ich noch bei meinen Eltern wohne.

Ich will auch nicht plötzlich von jedem mit Häme oder mit Mitleid als „Schwuchtel“ angesehen werden. Und mir ist das Risiko einfach zu groß, dass ich bei uns in der Kleinstadt irgendwo gesehen werde, wenn ich gemeinsam mit einem Freund herumlaufe. Klar, das könnte mir egal sein, was die anderen denken… Aber richtig egal ist mir das nicht. Ich fühle mich hier zuhause eigentlich sehr wohl, und ich will mir das auch nicht durch ein Coming-out plötzlich kaputt machen.

Und gleichzeitig wünsche ich mir so sehr einen Freund…

Aber irgendwie frisst sich das bei mir ein, das Gefühl, dass ich eigentlich alle nur anlüge, wenn ich nicht sage, wer ich eigentlich bin. Und ich weiss auch gar nicht mehr, wer mich überhaupt mag. Es kann ja sein, dass alle weglaufen, sobald sie wissen, wer ich eigentlich bin. Manchmal frage ich mich, ob es das überhaupt wert ist, so weiterzuleben. Ich fühle mich total einsam, total hilflos.

Was soll ich bloß machen?

Wolfgang Z. (Name geändert)

Den ersten Schritt haben Sie schon geschafft!

Hallo Wolfgang,

Vielleicht ist das ein kleiner Trost für Sie: Den ersten Schritt haben Sie bereits geschafft geschafft, der für viele Menschen sogar noch schwieriger ist als das Coming-out. Sie wissen bereits seit Jahren, dass Sie homosexuell sind und brauchen sich zumindest an diesem Punkt selbst nicht aufzuarbeiten (vgl. den Artikel: Bin ich homosexuell?).

Leben in der Zwickmühle?

Ein schöner Zustand ist das trotzdem nicht, den Sie gerade erleben. Sie haben einerseits die Angst, dass Sie bei einem Coming-out alle Zuneigung und Liebe in Ihrer Familie und in Ihrem Freundeskreis verlieren. Aber gleichzeitig können Sie eine solche Zuneigung und Liebe schon jetzt, also auch ohne Coming-out nicht mehr so richtig genießen. Denn Sie sind sich nicht mehr sicher, ob Sie diese Liebe und Zuneigung auch erfahren würden, wenn die anderen um Ihre Homosexualität wüssten.

Eine echte Zwickmühle also, wo das eine falsch ist, wenn man es macht und das andere auch? Auf den ersten Blick kann das so aussehen. Beim genaueren Hinschauen bereitet Ihnen im Moment aber nur die erste Alternative Kummer:

  • Was Sie hier und jetzt quält, ist, dass Sie sich der Zuneigung und Liebe Ihrer Familie und Ihrer Freunde nicht mehr sicher sind. Das wissen Sie sicher.
  • Dass sich Ihre Familie und Ihre Freunde von Ihnen lossagen werden, falls Sie sich outen- das ist nur eine Möglichkeit. Diese Bilder finden bis jetzt nur bei Ihnen im Kopf statt.

So gesehen, ist das Schlechteste, was Sie tun können, wenn Sie einfach so weiter machen wie bisher. Denn das quälende Gefühl, nicht zu wissen, ob Sie wirklich als der geliebt werden, der Sie sind, wird Sie ohne Coming-out niemals verlassen. Von daher spricht also alles für ein Coming-out.

Allerdings brauchen Sie sich nicht unvorbereitet ins Coming-out zu stürzen. Solange Sie von einer homosexuellen Beziehung nur träumen und keinen Freund tatsächlich an Ihrer Seite haben, wird niemand Ihre Homosexualität von außen bemerken. Ein Coming-out ohne Ihr Zutun durch zufällige Beobachtungen anderer Leute kann es also jetzt noch gar nicht geben.

Der richtige Zeitpunkt fürs Coming-out

Offensichtlich fällt Ihnen an der Vorstellung eines Coming-out am schwersten, dass Sie sich vorstellen, plötzlich ganz allein und ohne Unterstützung und Verständnis dazustehen.

Eine Möglichkeit, dem vorzubauen, kann es sein, dass Sie sich erst einmal ein Netzwerk mit homosexuellen Freunden schaffen und dazu zum Beispiel mit einer lokalen Initiative Kontakt aufnehmen oder auch mit den Männern, die Sie im Internet bereits kennengelernt haben und die Sie sympathisch finden. Das muss noch nicht gleich die große Liebe fürs Leben sein, es reicht, wenn Sie ein paar Leute um sich herum haben, mit denen Sie ohne Probleme über Ihre Homosexualität reden können. So gesehen, haben Sie zumindest mit diesen Menschen Ihr Coming-out schon hinter sich.

Noch leichter wäre es natürlich, Sie fänden bereits einen festen Freund, der vielleicht schon mehr Erfahrung hat wie Sie und Sie durch die schwierige Phase des Coming-out begleiten kann.

Auf jeden Fall ist es gut, sich erst die nötige seelische Rückendeckung zu verschaffen und erst dann den nächsten Schritt zu wagen: Ihre bisherigen Freunde und Ihre Familie über Ihre Homosexualität aufzuklären. Sinnvollerweise fangen Sie auch da erst einmal bei denen an, wo Sie keine ablehnende Reaktion erwarten.

Coming-out:
Reaktionen, mit denen Sie rechnen müssen

Auch wenn das kaum bei allen Menschen der Fall sein wird, denen Sie von Ihrer Homosexualität erzählen: Es kann tatsächlich sein, dass sich Menschen von Ihnen nach Ihrer Erklärung mehr oder weniger deutlich abwenden.Das kann im Einzelfall sehr schmerzhaft sein, insbesondere bei nahen Verwandten wie den Geschwistern oder den eigenen Eltern.

Wenn also ein Freund oder Verwandter sich nach Ihrem Coming-out von Ihnen abwendet, dann haben Sie buchstäblich eine „Ent-Täuschung“ erlebt. Durch Ihr Coming-out sind solche Beziehungen nicht schlechter geworden als zuvor. Der einzige Unterschied ist: Sie können sich selbst jetzt nicht mehr darüber täuschen, dass Sie als Person von dem oder der Betreffenden auch zuvor nicht wirklich wertgeschätzt worden sind.

Manchmal fallen die Reaktionen eines anderen auch nur im ersten Moment so harsch aus. Schließlich haben viele Menschen selbst ein gutes Stück Homosexualität in sich verborgen, zu dem sie sich auf gar keinen Fall bekennen wollen. Deswegen könnte Ihr Coming-out solchen Menschen Angst machen- und die beste Verdrängung der eigenen homosexuellen Anteile ist es nun einmal, zunächst auf Sie loszugehen und Ihnen unfreundlich zu kommen.

Es kann sein, dass sich diese Abwehrgefühle dann nach ein paar Tagen wieder legen und die Vernunft wieder zurückkehrt. Schließlich waren die Leute ja mit Ihnen als Person befreundet, an der sich nichts verändert hat, und nicht mit der bei Ihnen vermuteten heterosexuellen Orientierung.

Wenn Sie selbst um diese Reaktion wissen und Großmut an den Tag legen, kann es sein, dass Sie auch Freunde, die zunächst alles andere als gut reagiert haben, letztlich doch behalten können. Natürlich nur dann, wenn Sie das selbst noch wollen…

Wenn es Leute gibt,
die Ihr Coming-out nicht akzeptieren…

Und wenn jemand absolut nicht damit umgehen kann, dass Sie sich zu Ihrer Homosexualität bekennen- dann hat der ein Problem und nicht Sie. Bei solchen Leuten ist es auch nicht sinnvoll, noch mehr von Ihrer Energie zu investieren. Verwenden Sie Ihre Zeit besser dazu, sich um Ihre anderen Freunde zu kümmern und um neue homosexuelle Freunde zu finden!

Denn das ist der größte Vorteil des Coming-out: Sie werden es viel leichter haben, Gleichgesinnte zu finden und einen neuen Freundeskreis aufzubauen, in dem Sie ganz Sie selbst sein können, Denn alle anderen Homosexuellen haben ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie Sie jetzt.

Und in diesem Sinne brauchen Sie keine Angst vor dem Coming-out zu haben, sondern können sich sogar schon auf die neuen Möglichkeiten freuen, die sich dadurch für Sie ergeben werden!

Ihnen viel Erfolg auf Ihrem Weg und herzliche Grüße
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PS:
Noch etwas, was mir sehr am Herzen liegt. In Ihrer Verzweiflung, die ich sehr gut verstehen kann, haben Sie geschrieben: „Manchmal frage ich mich, ob es das überhaupt wert ist, so weiterzuleben.“
Sollten Sie tatsächlich an Selbstmord als Lösung des Problems denken, ist es höchste Zeit, dass Sie sich jetzt an einen Therapeuten wenden. Selbstmord ist absolut die schlechteste Lösung.

Stellen Sie sich einmal vor, in einem Jahr könnten Sie glücklich mit dem Mann Ihres Lebens zusammenleben: Wie wichtig ist es da, dass Sie jetzt nicht verzweifeln, sondern sich Hilfe holen.

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Sex im Alter- ein gutes Stück Lebensqualität

Sex im Alter-
die Fähigkeit zum Orgasmus endet nicht

Sex im Alter: Viele Menschen hegen immer noch das Vorurteil, dass die menschliche Sexualität spätestens mit dem Renteneintritt endet. Das ist grundfalsch, genauso wie der Glaube, der Mensch würde -nur wegen seines Alters und ohne irgendwelche Krankheit- zu einem bestimmten Zeitpunkt seines Lebens seinen Geschmackssinn oder seine Kopfrechenkenntnisse verlieren.

Manche Menschen, darunter besonders viele Frauen, haben in ihrem bisherigen Leben nur wenig wirklich befriedigende Erfahrungen mit Partner-Sex gemacht und sind daher sogar ein Stück weit froh, dieses Thema hinter sich zu lassen. Das ist schade, da Untersuchungen gezeigt haben, dass es auch mit über 70 noch möglich ist, die Freude an der Onanie zu entdecken.

Zahlreiche Studien haben sich mit dem Thema Sex im Alter beschäftigt, zuletzt etwa an der Uni Rostock 2014. Durch die wissenschaftlichen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden: Die Orgasmusfähigkeit geht auch bei Menschen weit über 80 nicht verloren. Sex ist also keine Frage des Alters!

Veränderungen beim Sex im Laufe des Lebens

Bei Frauen steigt das sexuelle Interesse im Durchschnitt bis zum 35. Lebensjahr an und bleibt dann lange stabil. Auch zwischen 60 und 80 haben ein Drittel der Frauen regelmäßig Sex mit ihrem Partner, noch mehr Frauen würden gern Sex haben, wenn sie einen geeigneten Partner hätten. Bei den alleinstehenden Frauen über 60 ist das Interesse an sexueller Selbstbefriedigung besonders hoch. Insgesamt ist zu beobachten, dass sich Menschen mit zunehmenden Alter sogar zufriedener mit ihrer Sexualität äußern.

Bei Männern sind diese Prozentsätze sogar noch höher. Dabei ist zu beobachten, dass das Bildungsniveau offensichtlich etwas mit der Qualität des Sex im Alter zu tun hat. Tendenziell haben Personen mit Abitur eine größere Chance, lange sexuell aktiv zu sein als Menschen mit niedrigeren Schulabschlüssen. Offensichtlich sind Vorurteile gegen Sex im Alter in der Bildungsschicht weniger verbreitet.

Im Alter verlagert sich die Form des sexuellen Miteinander hin zu den „weicheren“ Formen des Sex: Streicheln, Schmusen, Kuscheln wird beim Sex besonders wichtig. Der Vorgang der sexuellen Erregung dauert bei Männern und Frauen zunehmend länger, deshalb gewinnt das zärtliche Vorspiel immer mehr an Bedeutung: Der Mann braucht Zeit für eine ausreichende Erektion, die Frau, um genug Feuchtigkeit in der Scheide zu bilden. Diese zeitliche Verzögerung und längere Gesamtdauer des sexuellen Miteinander wird von den befragten Personen als angenehm empfunden.

Sex im Alter-
Körperliche und mentale Hindernisse

Natürlich gibt es im Alter auch krankheitsbedingte Probleme, die die Freude am Sex beeinträchtigen können, wie z.B. chronische Schmerzen, die Nebenwirkungen von Medikamenten, die Folgen von Operationen. In diesen Fällen ist es wichtig, das Problem ganz offen mit dem Arzt zu besprechen. Medizinische Lösungen kann es nur da geben, wo der Arzt um das Problem weiß. Falsche Scham vor dem Thema Sex ist im ärztlichen Gespräch immer unangebracht.

Haupthindernis für guten Sex im Alter sind allerdings nicht körperliche Gebrechen, sondern die eigene Haltung. Wer glaubt, er sei „zu alt für Sex“, der hat auch keinen. Auch der (Irr-)Glaube, der Partner würde einen nicht länger attraktiv genug finden, kann eine solche Haltung bestärken. Was besonders schade ist, wenn sich der Partner eigentlich nichts sehnlicher wünscht, als dass es mit dem Sex weitergeht…

Wenn also psychische Ängste und Hemmungen so stark werden, dass der Sex nicht mehr möglich scheint, kann der Gang zum Therapeuten eine große Erleichterung und Hilfe sein. Denn die sexuellen Möglichkeiten im Alter, sei es mit dem Partner, sei es durch Masturbation, sind einfach zu schön, als dass ein Mensch darauf verzichten sollte.

Vorteile des Sex im Alter

Sex im Alter ein sehr wichtiges Element, um sich die Lebensqualität zu erhalten und vielleicht sogar zu steigern. Es gibt sogar Vorteile gegenüber den früheren Jahren:

  • Verhütung ist kein Problem mehr. Nach der Menopause stört auch die Menstruation nicht mehr.
  • Oft ist bei beiden Partnern die Orgasmusfähigkeit besser, da äußere Stressfaktoren (Verantwortung in Beruf und Familie) nicht mehr so stark sind.
  • Männer haben seltener einen vorzeitigen Samenerguß: der Sex dauert für beide länger und ist befriedigender.
  • Der Wunsch und das Erlebnis der körperlichen Nähe werden intensiver empfunden.
  • Das spielerische Element beim Sex wird wichtiger, da oft nicht mehr der Orgasmus als unbedingtes Ziel der gemeinsamen Sexualität gesehen wird.

„Technische Hinweise“

Bei Frauen kann es mit zunehmendem Alter sein, dass nicht ausreichend Scheidenflüssigkeit produziert wird, um als Gleitflüssigkeit beim Koitus zu dienen. Folge können Risse in der Scheidenwand sein, welche ihrerseits zu Infektionen und Schmerzen führen können.

Die reichliche und rechtzeitige Anwendung von entsprechenden Gels oder auch von Tabletten, welche die Produktion der Scheidenflüssigkeit anregen, kann ohne große Probleme Abhilfe schaffen. Das einzige Hindernis für guten Sex liegt im Kopf, wenn sich die Partner aus falscher Scham nicht um die geeignete Lösung kümmern und z.B. sich nicht durch Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Das gleiche gilt auch für ein anderes „technisches Problem“ beim Geschlechtsverkehr, nämlich das ungewollte Austreten von Urin, und zwar bei Mann und Frau. Wenn diese Inkontinenz als störend empfunden wird, gibt es in der Regel verlässliche und einfache Therapiemöglichkeiten. Sprechen Sie einfach mit Ihrem Arzt über das Thema.

Offene Kommunikation ist wichtig

Wie immer beim Thema Sex- es ist wichtig, miteinander zu reden. Niemand kann die Bedürfnisse des anderen erraten. Auch und gerade im Alter ist es wichtig, wenn sich die Partner gegenseitig sagen, was sie sich voneinander in puncto Sex wünschen.

Und nicht zuletzt: Es ist auch gesellschaftlich wichtig, offen über Sex im Alter zu sprechen. Damit endlich das Vorurteil aus den Köpfen verschwindet, wonach ein Mensch mit dem Eintritt ins Rentenalter die Möglichkeit zu einem erfüllten Sexualleben verliert.

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Bin ich beziehungsfähig? Wenn jede Beziehung scheitert

Bin ich beziehungsfähig-
wenn ich mich schon dreimal getrennt habe?

Bin ich beziehungsfähig?

Ich (26, weiblich) habe mich gerade das dritte Mal von einem Freund getrennt, diesmal nach fast drei Jahren. (Auch die beiden anderen Beziehungen haben jeweils mehr als 2 Jahre gedauert, waren also etwas „Ernstes“).

Jedes Mal ging die Trennung von mir aus. Im Nachhinein habe ich das Gefühl, als wäre ich alle drei Freundschaften letztlich ohne richtige Verliebtheit eingegangen, mehr deswegen, weil ich ungern alleine bin. Denn in allen drei Beziehungen hatte ich von Anfang an starke Zweifel, und besondere Freude am Sex habe ich auch bei keinem der drei empfunden. Im Gegenteil, irgendwann kam bei allen der Punkt, wo ich den Sex eigentlich nur noch nervig fand und wir dann ganz aufgehört haben.

Offenbar war das aufgeregte Gefühl, das ich jeweils zu Anfang hatte, nicht Liebe, sondern mehr die Angst, dass ich mir selbst etwas vorspiele. Und tatsächlich habe ich mir in allen drei Beziehungen monatelang selbst vorgespielt, ich wäre verliebt.

Allmählich frage ich mich, ob ich überhaupt in der Lage bin, eine längerfristige Beziehung einzugehen.

Gibt es irgendeine Möglichkeit zu testen, ob man grundsätzlich überhaupt beziehungsfähig ist? Und wenn da ein Nein herauskommt, wie lebt man damit?

Heike D. (Name geändert)

Verschiedene Gründe
für das Scheitern der Beziehungen

Hallo Heike,

drei Freundschaften- und dreimal war das nicht das Richtige. Das ist eine Erfahrung, die einen durchaus an sich zweifeln lassen kann. Insofern kann ich Ihre Beunruhigung und Ihre Selbstzweifel sehr gut verstehen, auch dass Sie sich grundsätzlich fragen: Bin ich beziehungsfähig?

Deshalb ist es sicherlich richtig, wenn Sie sich selbst jetzt erst einmal eine Atempause gönnen und darüber nachdenken, woran dieses dreimalige Scheitern liegen kann, bevor Sie gleich die nächste Beziehung eingehen.

Es fällt mir auf, dass Sie von sich und Ihren Gefühlen schreiben, aber überhaupt nichts über Ihre drei Freunde. Prinzipiell wäre ja auch denkbar, dass nicht Sie, sondern Ihre bisherigen Freunde beziehungsunfähig waren- oder dass Ihre Freundschaften gescheitert sind, ohne dass überhaupt jemand von Ihnen prinzipiell beziehungsunfähig gewesen wäre.

Wobei sich als nächstes die Frage stellt, an welchen Kriterien die Beziehungsunfäigkeit eigentlich erkannt werden soll.

Alle Menschen sind verschieden-
alle Beziehungen auch

Schließlich sind alle Menschen verschieden- und daher ist jede Beziehung, die Sie mit einem anderen Menschen eingehen, etwas für sich genommen etwas völlig Einmaliges.

Letztlich ist bis jetzt nur erwiesen, dass diese drei Beziehungen für Sie nicht die richtigen waren. Um herauszufinden, ob Sie prinzipiell beziehungsunfähg sind, müssten Sie noch sehr viel mehr Beziehungen durchprobieren. (Eine Binsenweisheit, aber vielleicht trotzdem tröstlich: Auch im Schuhgeschäft würden Sie nach drei unpassenden Schuhen nicht auf den Gedanken kommen, dass Ihnen gar kein Schuh passen kann- und es gibt deutlich mehr Männer als Schuhmodelle…).

Aus diesem Grunde gibt in der Psychologie und Psychotherapie keine Kategorie „beziehungsfähig“ oder „beziehungsunfähig“. Denn wie sollte jemals erwiesen werden, dass es nicht doch irgendwo auf der Welt für jeden Menschen den passenden Partner gibt?

Um besser zu verstehen, warum es mit Ihren drei Freundschaften nicht geklappt hat, nützt die Kategorie „Beziehungs- bzw. Beziehungsunfähigkeit“ also nichts. Interessanter ist da schon die Frage, welche Form der Beziehung Sie sich eigentlich wünschen.

Wünschen Sie sich überhaupt eine „Beziehung“?

Und da sind wir nun doch wieder bei Ihnen: Welche Bedürfnisse haben Sie selbst? Ist die Beziehung zu einem Mann tatsächlich das, was Sie sich wünschen?

Die Frage: „Bin ich beziehungsfähig?“ greift da möglicherweise etwas zu kurz.

Sie schreiben davon, dass Sie nicht allein sein möchten- positiv ausgedrückt, haben Sie das Bedürfnis nach Gemeinschaft.

Um dieses Bedürfnis zu befriedigen, ist die Freundschaft mit einem Mann nur eine Möglichkeit unter vielen. Sie könnten ebenso den Anschluss an eine Gruppe von Leuten suchen, die ähnliche Interessen wie Sie haben, oder nach einer guten Freundin Umschau halten. Vielleicht steht in Ihrer jetzigen Lebenssituation das Thema Mann schlichtweg nicht auf der Tagesordnung.

Möglicherweise sind Sie auch auf der Suche nach sexueller Befriedigung- die Sie dann bei allen drei Freunden so nicht bekommen haben. Auch da stellt sich die Frage: Brauchen Sie unbedingt einen Mann, um sexuelle Befriedigung zu erfahren?

Vielleicht verwöhnen Sie sich selbst sexuell nicht genug und sind deswegen bereit, etwas vorschnell Beziehungen zu Männern zu beginnen, die Ihnen dann letztlich nichts bringen. Und, was vielleicht noch schlimmer ist, die Sie dann für Monate blockieren, jemand anderen kennenzulernen, der vielleicht viel besser zu Ihnen passt.

Wie dem auch sei: Es gibt hier eine ganze Reihe offener Fragen, bei denen es sich lohnt, weiter nachzugehen. Eventuell kann es sinnvoll sein, hier auch therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um auch noch die Sichtweise eines anderen Menschen kennenzulernen. Denn vielleicht gibt es ja Perspektiven für Sie, an die Sie noch überhaupt nicht gedacht haben…

In diesem Sinne: Ihnen alles Gute und herzliche Grüße

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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Exhibitionismus?
Erektion am Badesee

Exhibitionismus-
Erektion aus dem Schlaf heraus

Exhibitionismus
Ich finde es ausgesprochen erregend, wenn andere mich nackt beobachten.

Im letzten Sommer bin ich an einem Badeweiher, wo die meisten Leute nackt baden, auf meinem Handtuch eingeschlafen. Als ich aufgewacht bin, hatte ich eine total starke Erektion. Nicht weit weg von mir lag eine etwas ältere Frau, die das mitbekommen hat. Ich habe sie wohl ziemlich verlegen angeguckt und sie hat nur gemeint, das wäre doch völlig natürlich und ok.

Seitdem träume ich immer wieder von dieser Situation, so erregend fand ich dieses Erlebnis.

In diesem Sommer lege ich mich jetzt bei schönem Wetter fast täglich an den Badesee und tue so, als wäre ich eingeschlafen und bekäme im Schlaf meine Erektion, besonders dann, wenn in der Nähe eine Frau ihren Liegeplatz hat.

Bis jetzt bekam ich noch nie eine ungute Reaktion- die meisten haben einfach nur geguckt und das habe ich sehr genossen. Vielleicht gefällt das den Frauen sogar.

Ich weiß nicht: Ist das schon Exhibitionismus und pervers oder nicht?

Richard T. (Name geändert)

Exhibitionismus-
der Genuss, beobachtet zu werden

Hallo Richard,

Sie legen sich gerne nackt an einen Badesee, bekommen eine Erektion und genießen es, wenn Frauen Sie dabei beobachten.

Exhibitionismus- eine Form der Sexualität
mit strafrechtlichen Folgen

Sie schreiben, dass Sie sich nicht im Klaren sind, ob Ihr Tun bereits Exhibitionismus ist. Aus psychologischer Sicht ist das, was Sie da machen, eindeutig Exhibitionismus.

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Warum will meine Freundin keinen Sex?

Sie will keinen Sex-
und das, obwohl wir uns lieben

keinen Sex
Seit drei Monaten habe ich eine neue Freundin. Alles läuft ganz prima mit uns, wir verstehen uns sehr gut.Nur mit dem Sex klappt es nicht richtig.

Wir genießen es sehr, uns zu küssen und zu streicheln und beieinander zu liegen. Seit einem Monat übernachtet sie sogar bei mir zuhause im Bett- aber nackt sind wir nur bis auf die Unterhose.

Gestern habe ich mich getraut, sie zu fragen, ob wir nicht doch noch mehr miteinander ausprobieren könnten. Sie meinte nur, dass sie mit mir noch keinen Sex haben will. Auf meine Frage nach dem Warum entgegnete sie, dass sie vor dem Sex Angst habe und auf jeden Fall noch Zeit brauche.

Ich meinte dann, das wäre für mich OK, sie dürfte sich soviel Zeit nehmen, wie sie wolle. Worauf sie dann meinte, ob für mich auch ein bis zwei Jahre in Ordnung wären.

Darauf habe ich nicht mehr groß geantwortet, sondern einfach einen Kuss gegeben. Wir waren dann wieder sehr zärtlich miteinander, aber hatten natürlich keinen Sex.

Etwas verzweifelt bin ich allmählich schon. Es ist nicht ganz leicht, jeden Abend eine höchst attraktive Frau im Bett zu haben, die ich liebe und die sich mit ihrem ganzen Körper an mich schmiegt, und gleichzeitig gesagt zu bekommen, dass es erst nach Jahren oder vielleicht nie gemeinsamen Sex geben wird.

Was soll ich nur machen?

Johannes G. (Name geändert)

Miteinander im Bett- und trotzdem kein Sex

Hallo Johannes,
Sie haben eine neue Freundin, und sie beide verstehen sich prima. Nach zwei Monaten übernachtet Ihre Freundin bereits regelmäßig bei Ihnen, ohne dass es zu „richtigem“ Sex kommt.

Ganz offensichtlich hat Ihre Freundin sehr viel Vertrauen in Sie: denn auch wenn sie sagt, vor dem ersten „richtigen“ Sex Angst zu haben, so hat sie gleichzeitig überhaupt keine Angst vor Ihnen als Mann. Also haben Sie bis jetzt alles richtig gemacht!

Fragt sich nur: Woher kommt ihre Angst vor dem Sex? Und da sind verschiedene Möglichkeiten denkbar.

Gründe für die Angst vorm Sex

Anscheinend haben Sie Ihre Freundin noch gar nicht nach ihren Vorerfahrungen gefragt:

  • Vielleicht, weil Sie die neue Beziehung nicht mit ausführlichen Gesprächen über bisherige Sexerfahrungen beginnen wollten?
  • Vielleicht, weil Sie fürchten, ihr eine Beichte über Ihre bisherigen Beziehungen ablegen zu müssen und sie dadurch zu verprellen?
  • Oder aus Rücksicht auf Ihre Freundin, um sie nicht mit Fragen zu bedrängen, die ihr möglicherweise unangenehm sind?

Wie dem auch sei: Es fehlen Ihnen die entscheidenden Informationen, um abzuschätzen, warum Ihre Freundin keinen Sex mit Ihnen will.

Prinzipiell gibt es zwei mögliche Hauptgründe:

Möglichkeit 1 (am wahrscheinlichsten!):
Ihre Freundin hatte bis jetzt noch keinen „richtigen“ Sex.
Dass eine Frau vor dem „ersten“ Mal Angst hat, ist völlig normal. Schließlich ist der Verlust der Jungfräulichkeit ein Eingriff in ihren Körper, der zunächst einmal mit Schmerzen und nicht mit Lust verbunden ist. Wenn das der Grund ist, dann traut sich Ihre Freundin möglicherweise nicht, mit Ihnen darüber zu sprechen, weil es ihr peinlich ist, beim „richtigen“ Sex noch gar keine Erfahrung zu haben und von Ihnen als zu unerfahren abgelehnt zu werden.

Möglichkeit 2 (nicht so wahrscheinlich, aber mitzubedenken):
Ihre Freundin hat schlechte Vorerfahrungen mit „richtigem“ Sex
Das wäre der dramatischere Fall. Weil Ihre Freundin sie liebt, hat sie Angst, der „richtige“ Sex könnte Erfahrungen und Erinnerungen wiederaufleben lassen, die ihr sehr unangenehm sind. Möglicherweise fühlt sie sich sexuell beschmutzt und möchte, gerade weil sie Sie liebt, Ihnen ihren Körper nicht überlassen.

Was tun?

In beiden Fällen wird es jetzt Zeit, dass Sie beide mehr übereinander erfahren. Allerdings sollten Sie ihr die Möglichkeit geben, auch hier in ihrem eigenen Tempo voranzukommen.

Es wäre sicherlich grundfalsch, hier mit der Tür ins Haus zu fallen: „Bist du eigentlich noch Jungfrau, dass du solche Angst hast?“ oder „Hattest du schon mal richtig schlechte Erfahrungen beim Sex, dass du dich jetzt so zuerst?“

Besser ist es, Sie lassen sich von ihr nach und nach ihr gesamtes Leben erzählen und fragen dann bei einzelnen Punkten weiter nach. So werden Sie sicherlich relativ bald herausfinden, wo das Problem bei Ihrer Freundin liegt:

  • Wenn Ihre Freundin bis jetzt noch gar keine Erfahrung mit „richtigem“ Sex gemacht hat, ist es am besten, Sie machen weiter wie bisher: Seien Sie zärtlich zueinander, bedrängen Sie sie nicht. Und es wird sicherlich nicht unendlich lange dauern, bis auch sie den Wunsch hat, mit Ihnen das erste Mal zu erleben.
  • Wenn Sie dagegen Grund zur Annahme haben, dass Ihre Freundin an früheren negativen sexuellen Erfahrungen leidet (Missbrauchserfahrung in der Kindheit, Vergewaltigung oder ähnliches), dann sollten Sie sie fragen, ob sie nicht mit Ihnen gemeinsam den Mut hat, einen Therapeuten aufzusuchen und aktiv an der Lösung des Problems zu arbeiten.

Die Tatsache, dass Sie beide sich so gut verstehen und dass Ihre Freundin Ihnen so sehr vertraut, dass Sie bei Ihnen übernachtet, auch wenn es „noch keinen Sex“ gegeben hat, ist ein gutes Zeichen dafür, dass sie sich bei Ihnen wohlfühlt und dass sie beide für das „Sexproblem“ eine gute Lösung finden werden.

Herzliche Grüße
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Sex und Krebs-
Aufgabe für die Partnerschaft

Sex und Krebs-
das Ende des Glücks in der Beziehung?


Die Diagnose Krebs ist eine der schwierigsten Situationen, die einem Menschen in seinem Leben widerfahren können. In diesem Augenblick ändert sich so ziemlich alles: die Gegenwart ist jetzt von den medizinischen Maßnahmen geprägt, das Zusammenleben mit dem Partner/der Partnerin stellt beide vor neue Aufgaben, Ängste und Unsicherheiten sind zu bewältugen.

Dennoch muss eine Krebserkrankung nicht zwangsläufig zu einem völligen Zusammenbruch der Lebensqualität führen, weder für den Patienten/die Patientin noch für ihre/n Partner.

Grundsätzlich gilt: Auch bei einer Krebserkrankung ist ein befriedigendes Sexualleben beider Partner wichtig und möglich. Die Krebserkrankung kann sogar als gemeinsame Herausforderung erlebt werden, die beide Partner noch stärker zueinander und zu neuen und intensiven Erfahrungen im Miteinander führt.

Auch wenn durch schwere Formen einer Krebserkrankung die Möglichkeiten der geschlechtlichen Beziehung körperlich eingeschränkt sein können: Bei beiden Partnern bleibt das Grundbedürfnis nach Sinnlichkeit, Zärtlichkeit und Liebe weiter bestehen. Die große Aufgabe in einer Partnerschaft ist es nun, mit den veränderten körperlichen Möglichkeiten für Sexualität und den spezifischen Bedürfnissen beider Partner umzugehen.

Um hier geeignete Lösungen finden zu können, ist vor allem eines wichtig: um die bestehenden Probleme zu wissen, aber auch die bestehenden Möglichkeiten zu kennen und zu nutzen. Dazu ist sowohl das Gespräch mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten wichtig wie auch das Gespräch der betroffenen Partner untereinander.

Die medizinische Seite

Die Diagnose Krebs bedeutet nicht automatisch das Ende aller Sexualität in der Beziehung. Es ist wichtig, von den Ärzten über die medizinischen Rahmenbedingungen der Krankheit Bescheid zu wissen, die Symptome der Krankheit zu kennen und die Nebenwirkungen der Behandlungstechniken, aber auch die Möglichkeiten, trotzdem aktiv ein Maximum an Lebensqualität zu leben.

Bei vielen Formen von Krebs ist der Geschlechtsverkehr weiterhin uneingeschränkt möglich. Allerdings können Auswirkungen der Krankheit und Nebenwirkungen der Behandlung zu starker Müdigkeit und generellem Gefühl der Unlust führen. Trotzdem ist es für beide Partner wichtig, auf Sex nicht grundsätzlich zu verzichten und weiter gemeinsam Formen des Sex zu erkunden, die vielleicht weniger anstrengend sind als die bisher praktizierten.

Es gibt aber auch Erkrankungsformen, welche direkt die Sexualorgane betreffen und damit den Geschlechtsverkehr zumindest in Form des Koitus unmöglich machen. Zärtlichkeit und körperliche Nähe sind aber auch in diesem Fall nicht nur möglich, sondern wichtig, um den Heilungsprozess zu begleiten und zu fördern.

Eine gute medizinische Information ist nötig, damit nicht erschwerend zur Krankheit noch falsche Vorannahmen als Belastung hinzukommen: wie etwa die Vorstellung, die körperliche Nähe zu Patienten, die eine Bestrahlung erhalten haben, könnte die eigene Gesundheit gefährden oder der Irrglaube, Krebs könnte durch Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Miteinander im Gespräch sein

Die wichtigste Voraussetzung, um für beide Partner das Maximum an Lebensqualität zu erhalten, ist die offene und umfassende Kommunikation über die eigene Befindlichkeit und über die eigenen Bedürfnisse.

Es ist wichtig zu beachten, dass sich durch die Krankheitsdiagnose Krebs beide Partner in einer besonderen Lage befinden und dass es im gemeinsamen Gespräch folglich auch um die Bedürfnisse beider Partner gehen muss. Dabei geht es in Bezug auf die Sexualität um Fragen wie:

  • Auf welche Sexpraktiken verzichten wir, wenn das zum Wohlbefinden und zur Genesung des kranken Partners beiträgt?
  • Welche Alternativen gibt es, bei denen beide Partner mit ihren Bedürfnissen zum Zug kommen?
  • Wie können wir uns eine Umgebung schaffen, in der Platz für unsere Zärtlichkeit ist?
  • Welche Befürchtungen bzw. Wünsche gibt es, die ich meinem Partner mitteilen will?
  • Wie können wir uns zeigen, dass wir uns gegenseitig lieben und dass wir uns weiterhin sexuell attraktiv finden?

In einer solchen Situation ist es auch sinnvoll, einzeln oder gemeinsam einen Therapeuten aufzusuchen, der dabei helfen kann, die eigene Befindlichkeit und die Befindlichkeit des Partners besser zu verstehen und gemeinsam daran zu arbeiten, die Schwierigkeit der Situation möglichst gut zu meistern. Auch eine Online-Paarberatung kann eine erste Hilfestellug leisten. In jedem Fall ist es wichtig, für solche Fragen verständnisvolle Menschen um sich zu haben und nicht für sich allein zu bleiben.

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Asexuell?- Ich habe keine Lust auf Sex.

Asexuell- Ist Einsamkeit da vorprogrammiert?

Bin ich asexuell?
Bisher dachte ich immer, dass ich als Frau keine Probleme mit meiner sexuellen Orientierung habe, denn lesbisch bin ich ganz bestimmt nicht.

Was mir in meiner letzten Beziehung zu einem Mann allerdings klar geworden ist: Bei einem Mann empfinde ich auch nichts. Wir hatten zwar Sex, aber ich habe einfach gar nichts gespürt, als er bei mir eindrang. Es tat nicht besonders weh (entjungfert war ich schon vorher), hat mich also nicht groß gestört. Ein Genuß war das für mich nicht. Von mir aus hätte es gereicht, wir wären einfach nur ins Restaurant und dann ins Kino gegangen. Im Grunde war mir bereits unsere erste Umarmung zu viel. Zärtlichkeiten brauche ich offensichtlich nicht, und zwar von einem Mann genauso wenig wie von einer Frau.

Dabei mag ich ihn durchaus, und von mir aus könnten wir gern befreundet bleiben. Denn immer nur allein sein, muss ja auch nicht sein. Nur auf Sex und Körperlichkeit- da könnte ich gern drauf verzichten.

Überigens kenne ich durchaus sexuelle Erregung: Seit meiner Kindheit befriedige ich mich selbst, mit Genuß, aber ohne die Vorstellung eines anderen Menschen. Da bin ich einfach nur bei mir und meinem Körper.

In einem Forum habe ich gelesen, dass bis zu 10% aller Menschen genetisch asexuell sind und dass das genauso eine sexuelle Orientierung ist wie hetero oder homo. Offenbar gehöre ich genau in diese Kategorie: Ich bin asexuell.

Aber muss das bedeuten, dass jemand asexuelles total einsam bleibt und nie in einer Beziehung lebt?

Anita B. (Name geändert)

Asexuell?-
Darüber ist noch keine Aussage möglich

 

Hallo Anita,

Sie haben einen Mann kennengelernt, der Ihnen grundsätzlich gefällt- und beim ersten Mal Sex haben Sie keinen Genuss verspürt.

Ich weiss nicht, ob der Gedanke für Sie tröstlich ist: Aber mir erscheint Ihre Geschichte bis dahin noch nicht besonders beunruhigend. Bis jetzt wissen Sie nur, dass es Ihnen mit diesem Mann beim ersten Mal (und vielleicht auch schon mit anderen Männern zuvor?) nicht gelungen ist, sexuelle Lust zu empfinden. Das ist so weit nicht ungewöhnlich.

Es gibt viele Frauen (und Männer), denen es nicht leicht fällt, mit einem neuen Partner sexuelles Vergnügen zu empfinden. Das kann möglicherweise auch daran liegen, dass Sie zu schnell in Ihrer Beziehung mit dem sexuellen „Vollprogramm“ begonnen haben. Sie schreiben ja, dass Ihr eigener Sinn mehr nach gemeinsamen Essengehen und Kino steht. Dann wäre es vermutlich passender gewesen, Sie hätten genau das (und nicht mehr!) mit Ihrem neuen Freund gemacht.

Ob Sie in die Kategorie asexueller Menschen gehören, darüber ist nach diesem Erlebnis noch gar nichts ausgesagt.

Der langsame Aufbau einer Beziehung
im Einklang mit Ihren Bedürfnissen

Aber auch so ist die Geschichte mit Ihrem neuen Freund noch nicht am Ende. Es lohnt sich, wenn Sie weiter am Ball bleiben- mit diesem Mann oder, falls das nicht geht, mit dem nächsten. Dabei ist es wichtig, dass Sie noch genauer auf Ihre eigenen Bedürfnisse achten und nicht zu schnell wieder beim Sex landen. Sonst laufen Sie Gefahr, sich ein Frustrationserlebnis nach dem nächsten zu holen.

Ihr wichtigstes Ziel könnte es sein, dass Sie sich trauen, Ihre Bedürfnisse klar zu formulieren. Und wenn Sie sich jetzt noch einmal mit Ihrem Freund unterhalten, stellen Sie vielleicht sogar fest, dass auch er von Ihrem gemeinsamen Sex zu diesem Zeitpunkt überfordert war. Dann könnten Sie jetzt erst einmal ein Stück zurückrudern zu einem Niveau, wo es wieder mehr ums Kennenlernen und um gemeinsame Freizeit geht als um Sex.

Dann wird sich allmählich zeigen, ob und wie sich Ihre Freundschaft weiter entwickeln kann, mit Sex oder ohne.

Und wenn Sie tatsächlich asexuell sind?

Was asexuell bedeutet, ist bis heute wissenschaftlich nicht klar definiert. Wenn damit Interesselosigkeit an anderen Menschen und/oder die Unfähigkeit zu sexueller Erregung gemeint sein sollte, dann sind Sie offensichtlich nach Ihrer eigenen Schilderung nicht asexuell.

Die einzige Definition von Asexualität, die möglicherweise auf Sie zutreffen könnte, wäre die Abneigung, mit einem anderen Menschen körperliche Nähe und sexuelle Handlungen auszuleben. In diesem Fall könnte es sich lohnen, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Freund einen Paartherapeuten aufsuchen, um auszuloten, wie auch unter dieser Vorgabe eine weitgehend sexfreie Beziehung für Sie beide machbar ist.

Eine genauere Untersuchung ist wichtig!

Ihre Abneigung gegen Körperkontakt und Sex kann allerdings viele Ursachen haben. Die genetisch vorgegebene Asexualität ist da nur eine Möglichkeit.

Verminderte Lust an Sex kann auch Symptom verschiedener ernster körperlicher und psychischer Erkrankungen sein. Deshalb ist es -auch unabhängig von der Frage, wie das nun mit Ihrem aktuellen freund weitergeht- wichtig, dass Sie sich kompetente ärztliche und therapeutische Hilfe holen, um diese Möglichkeit abzuklären und möglicherweise eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte nochmals an mich.
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Mit herzlichem Gruß

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Kein Orgasmus
beim Koitus-
Bin ich frigide?

Kein Orgasmus gemeinsam mit dem Partner


Mein Problem: Kein Orgasmus beim Koitus…

Seit drei Monaten habe ich einen neuen Freund, mit dem ich mich prima verstehe. Wir haben auch Sex miteinander, und das macht uns beiden grundsätzlich auch viel Spaß.

Das einzige, was mich ziemlich nervt: Ich bekomme bei ihm einfach keinen Orgasmus! Ich habe nicht einmal das Gefühl, kurz davor zu stehen.
Da geht es mir genauso wie bei meinem letzten Freund. Und ich hatte so gehöfft, bei ihm würde das jetzt klappen, weil wir ansonsten wirklich 100& zueinander passen.

Und er wünscht sich so sehr, dass ich komme, wenn er bei mir drin steckt… Er fragt mich auch, ob ich denn bald so weit bin- und ich weiss überhaupt nicht, was ich im sagen soll. „Ja, der Sex mit dir ist schön, aber ich kriege mit dir keinen Orgasmus“, klingt ja nicht besonders romantisch. Deshalb hab ich ihm dann auch schon mal einen Orgasmus vorgespielt, indem ich etwas rumgestöhnt habe. Das hat ihm dann total gefallen. Und ich habe mich noch blöder gefühlt.

Dabei weiß ich: Allein habe ich überhaupt keine Schwierigkeit, mir einen Orgasmus zu besorgen. Ich brauche mich einfach nur aufs Bett zu legen und meine Schenkel aneinanderpressen- und es dauert keine 5 Minuten, bis ich komme.

Allmählich frage ich mich, ob ich irgendwie frigide bin, weil mit ihm gemeinsam einfach kein Orgasmus kommen will. Woran kann das bloß liegen? Gibt es irgendwelche Stellung, die wir noch ausprobieren können? Oder muss ich mich damit abfinden, niemals gemeinsam mit einem Mann einen Höhepunkt zu erleben?

Corinna B. (Name geändert)

Kein Orgasmus-
Hilfreiche Erkenntnisse der Sexualforschung

Hallo Corinna,
es ist wunderbar, dass Sie einen Freund gefunden haben, mit dem Sie sich so gut verstehen. Und gleichzeitig ist es schade, dass es jetzt auch mit ihm mit dem gemeinsamen Orgasmus beim Koitus nicht klappt,obwohl Sie das so sehr gehofft haben.

Die Ursache für Ihr Problem lässt sich wahrscheinlich recht einfach beantworten. Die Art, wie sie selbst einen Orgasmus bekommen (Schenkel zusammenpressen), deutet darauf hin, dass Sie, wie ca. 20% aller Frauen, Ihren Orgasmus nicht durch Stimulation der Klitoris erreichen, sondern ausschließlich über den G-Punkt, den Sie durch Kontraktion der Unterleibsmuskulatur stimulieren können.
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Das ist eine Fähigkeit, die viele Frauen rein anatomisch gar nicht haben. Es ist also, wenn Sie so wollen, eine besondere sexuelle Begabung von Ihnen. Menschen sind eben verschieden!

Orgasmus auch ohne Koitus

Für Sie persönlich kann das heißen, dass der Koitus für Sie zwar eine schöne Form des Vorspiels darstellt (den Sie mit Ihrem Freund ja offenbar auch sehr genießen können), Sie aber nicht zu Ihrem eigenen Orgasmus führt. Bei Frauen, die ihren Orgasmus nicht durch Stimulation der Klitoris auslösen, ist es meist unmöglich, im Koitus mit einem Mann zum Orgasmus zu kommen.

Das heißt aber nicht, dass Sie Ihren Freund bei Ihrer Art, den Orgasmus zu bekommen, nicht einbeziehen können. Bei einigen Frauen beschleunigt z.B. die Reiterstellung die Stimulation des G-Punktes. Möglich ist auch, dass Sie Ihren Freund bitten, sein Glied von hinten her in Ihre Vagina einzuühren, und dass Sie dann in Seitenlage auf die gewohnte Weise durch Schenkelpressen zum Orgasmus kommen.

Die Alternative ist, dass Sie sich auch ohne Penetration von Ihrem Freund beim Erreichen des Orgasmus helfen lassen: etwa, indem er Sie kräftig in seinen Armen hält oder mit seinen Beinen beim Schenkelpressen unterstützt.

Hier gibt es unendlich viele Spielarten, die nur darauf warten, von Ihnen beiden entdeckt zu werden.

Voraussetzungen
für gemeinsame Entdeckungen

Damit Sie beide zu einem Sex finden, bei dem sowohl Ihr Freund wie auch Sie zu einem Orgasmus finden, gibt es ein paar Punkte zu beachten:

1. Kein Orgasmus- Schluss mit vorgetäuschten Orgasmen
Spielen Sie Ihrem Freund nichts vor: Denn das schadet Ihnen und Ihrer Beziehung. Ihr Freund glaubt, es wäre alles OK, und merkt nicht, dass Sie sexuell noch andere Bedürfnisse haben. Sie beide probieren nichts mehr aus, alles bleibt beim Alten. So betrügen Sie sich selbst sich um die Möglichkeit, einen echten Orgasmus zu bekommen.

2. Kein Orgasmus- Abschied vom Traum

des gemeinsamen, gleichzeitigen Orgasmus

Wer hat eigentlich gesagt, dass der gleichzeitige Orgasmus beider Partner das Non-Plus-Ultra ist? Der nacheinander erlebte Orgasmus hat den Vorteil, dass sich jeder Partner bei seinem eigenen Orgasmus ganz auf sich konzentrieren kann und obendrein auch noch den Orgasmus des Partners viel intensiver miterlebt. Wenn ein Paar das sexuelle Spiel als ein lustvolles Nacheinander gestaltet, kann das ein ganz entscheidender Gewinn sein! Da die Erregung des Mannes in der Regel nach dem Orgasmus schneller abflaut als bei der Frau, könnte hier die Devise sein: Ladies first!

3. Kein Orgasmus- Miteinander reden
Guter Sex erfordert also ein gewisses Mass an Planung. Nur wenn klar ist, was sich der jeweils andere Partner eigentlich vom Sex erwartet, können beide Partner mit ihren Bedürfnissen voll auf ihre Kosten kommen. Das größte Geheimnis für guten Sex sind also nicht irgendwelche Techniken, sondern die Fähigkeit, miteinander zu reden.
Das ist manchmal nicht ganz einfach, lohnt sich aber ganz unbedingt. Ein paar Überlegungen, wie Sie mir Ihrem Partner über Ihre sexuellen Bedürfnisse reden können, finden Sie in meinem Artikel: Bedürfnisse beim Sex- Wie rede ich darüber?

Ich wünsche Ihnen viel Entdeckerfreude beim gemeinsamen Gespräch und beim gemeinsamen Sex.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen beiden gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grü0en
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Noch schön genug nach Schwangerschaft?

Nicht mehr vorzeigbar nach Schwangerschaft?


Ich bin 29 und habe mich gerade total verliebt. Mein neuer Freund weiss sogar schon, dass ich eine Tochter von meinem Ex habe- und er sagt, dass ihm das nichts ausmacht.

Allerdings gibt es da noch ein anderes Problem, und ich weiss nicht, wie ich ihm das sagen soll. Das ist mein Bauch, für den ich mich richtig schäme.

An und für sich bin ich schlank, und angezogen sieht man nicht, dass ich total häßliche Dehnungsnarben von der Schwangerschaft habe. Mit meinem Ex war das nicht so schlimm, denn erstens waren die Kinder ja von ihm und zweitens haben wir sowieso Sex nur im Dunkeln gemacht.

Aber ich weiss nicht, wie ich das meinem neuen Freund verheimlichen soll. Zumindest einmal wird er mich ja nackt sehen wollen. Soll ich ihm das schon vorher erzählen? Allerdings traue ich mich nicht so richtig, ich habe echt Angst, wie er reagiert.

Monika B.

Tausend Gründe, warum ihm Dehnungsnarben egal sein können…

Hallo Monika,

Sie haben einen neuen Freund gefunden und möchten ihm gefallen- und gleichzeitig machen Sie sich Sorgen, die Narben von Ihrer Schwangerschaft könnten ihn abschrecken.

Solange Sie es nicht ausprobiert haben, werden Sie nicht wissen, was tatsächlich passiert, wenn Ihr Freund Sie zum ersten Mal nackt sieht. Es kann durchaus sein, dass das Ihrem Freund die Spuren Ihrer Schwangerschaft an Ihrem Bauch vollkommen egal sind.

Möglicherweise, weil er da gar nicht so hinschaut oder weil Ihre Person ihm viel wichtiger ist als Ihr Bauch oder weil auch er Sex nur im Dunkeln mag oder weil er sich wünscht, dass Sie zum Sex grundsäzlich ein Korsett tragen… Es gibt also tausend Gründe, warum Ihre Narben ihm völlig egal sein können.

…und trotzdem ein Problem

Das Problem ist aber trotzdem schon jetzt da, und zwar in Ihren eigenen Gedanken.

Denn im Augenblick sind offenbar Sie selbst die Person, die mit dem Aussehen Ihres Bauches nicht zurecht kommt. Wie schwer dieses Problem tatsächlich wiegt, werden nur Sie selbst beurteilen können. An sich selbst könnten Sie folgende Fragen stellen:

  • Fühle ich mich häßlich und bin daher unsicher in Bezug auf meinen neuen Freund?

Oder ist es genau umgekehrt:

  • Ich fühle mich unsicher, wie der erste Sex mit meinem neuen Freund werden wird- und suche geistig schon vorab Gründe, um zu erklären, warum das schief gelaufen sein könnte.

…eine Prophezeiung, die sich selbst erfüllt?

In beiden Fällen kann es sich für Sie lohnen, diesen Fragen noch weiter nachzugehen. Denn die negativen Gedanken, die Sie über Ihren eigenen Körper entwickeln, können möglicherweise so stark sein, dass sie den Effekt einer selbsterfüllenden Prophezeiung (self-fulfilling prophecy) nach sich ziehen:

  • Weil sie unsicher sind, überlegen Sie, was Ihren neuen Freund abhalten könnte, Sie zu lieben- und sie fühlen sich häßlich.
  • Weil Sie sich häßlich fühlen, geben Sie sich Ihrem Freund im Sex nur widerwillig hin.
  • Weil Sie sich nur widerwillig hingeben, hat Ihr Freund keinen Spaß am Sex mit Ihnen.
  • Weil sie beide keinen Spaß am Sex haben, scheitert Ihre Beziehung.

Ein solche Kette an Gedanken und Auswirkungen von Gedanken ist natürlich das letzte, das Sie für den Start in die neue Beziehung brauchen können.

Dabei lässt sich ein solche gedankliche Sackgasse relativ einfach psychotherapeutisch wieder auflösen. Ein paar Sitzungen, in denen Sie Ihr Problem mit einem Therapeuten besprechen, könnten hier die Lösung sein.

Mit allen guten Wünschen für Sie und Ihren neuen Freund

Herzliche Grüße
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Stalking durch den Exfreund- Wie komme ich los?

Stalking durch den Ex-
Belastungsprobe für die neue Beziehung


Ich habe ein Stalking-Problem: Vor drei Monaten habe ich mich von meinem Ex getrennt, weil ich das Gefühl hatte, mit unserer Beziehung in eine Sackgasse gekommen zu sein. Seitdem lässt er mich nicht in Ruhe: Immer wieder steht er unangekündigt vor der Tür und klingelt, auch wenn er schon weiss, dass ich ihn nicht hereinlasse. Einige Male habe ich ihn auch von der Arbeit aus dem Bürofenster auf der gegenüberliegenden Straßenseite herumspazieren sehen, wohl, weil er einen Blick von mir erhaschen wollte.

inzwischen habe ich jetzt einen neuen Mann kennengelernt, und es ist mir oberpeinlich, dass mein Ex mir jetzt schon mehrfach mit dem Auto zur Wohnung meines Freundes hinterhergefahren ist. Mein neuer Freund hat das mitbekommen und regt sich besonders darüber auf, dass mein Ex jetzt auch zu seiner Wohnung zu Kontrollfahrten vorbeikommt.

Mein neuer Freund hat mir zu verstehen gegeben, dass er mir eine Mitschuld dafür gibt. Wenn sich da nicht bald etwas ändert, will er die Beziehung mit mir beenden. Er habe keine Lust, mit mir solche Altlasten gemeinsam tragen zu müssen.

Susanne T. (Name geändert)

Stalking-
Das Problem mit dem früheren Freund…

Hallo Susanne,

in den letzten drei Monaten haben Sie gleich drei schwierige Erfahrungen gemacht: erst die Trennung vom alten Freund, dann das Stalking und jetzt die Drohung des neuen Freundes, wegen des Stalking Ihre neue Beziehung abzubrechen. Das ist eine gehörige Portion Trouble auf einmal!

Und jetzt haben Sie die Probleme mit beiden gleichzeitig…

Um genau zu verstehen, was da mit Ihrem früheren Freund passiert ist, bräuchte ich noch einiges mehr an Informationen:

  • Wie sah denn die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Ex-Freund vor der Trennung aus?
  • Gab es da Situationen, die Ihnen schon vor der Trennung als ungewöhnlich aufgefallen sind?
  • Gab es irgendwelche Auffälligkeiten im Verhalten Ihres Ex-Freundes?
  • Gibt es irgendetwas, das Ihren Ex–Freund dazu ermutigen könnte, immer wieder mit Ihnen Kontakt aufzunehmen?
  • Auf welche Weise haben Sie Ihrem Ex-Freund mitgeteilt, dass definitiv Schluss ist und dass Sie von ihm nicht weiter verfolgt werden möchten?

All das zu wissen wäre wichtig, um verstehen zu können, warum Ihr früherer Freund sich möglicherweise im Recht glaubt, Ihnen solchermaßen nachstellen zu können. Vielleicht könnten Sie hier, eventuell gemeinsam mit einem Therapeuten, Ansatzpunkte finden, um Ihrem früheren Freund jetzt definitiv klar zu machen, dass Ihr Nein wirklich ein Nein bedeutet.

Wenn Sie sich dagegen vollkommen sicher sind, Ihr Nein klar und unmissverständlich augesprochen zu haben, ohne irgendwelche Rückzieher, dann ist es jetzt definitiv an der Zeit, härtere Maßnahmen zu ergreifen.
Ein Rechtsanwalt kann Ihnen helfen, einen Antrag auf Unterlassen und eine einstweilige Verfügung mit Näherungsverbot zu erwirken. Eine solche Anordnung kann, mit Hinweis auf die Dringlichkeit, auch sehr kurzfristig greifen. Wenn Ihr Ex jetzt doch noch einmal auftaucht, genügt ein Anruf bei der Polizei, um ihn aus dem Verkehr zu ziehen.

…und das Problem mit dem neuen Freund

Ganz unverständlich ist das Verhalten Ihres neuen Freundes nicht, der von Ihnen verlangt, mit Ihrem Ex-Freund erst einmal selbst aufzuräumen. Möglicherweise empfindet er die Kontrollfahrten Ihres Ex-Freundes zu seiner eigenen Wohnung als persönliche Bedrohung und hat Angst, Ihr Ex-Freund könnte ihm aus Rache etwas antun.

Solange Sie selbst keine klaren Schritte gegenüber Ihrem Ex-Freund unternehmen, werden Sie Ihren neuen Freund von der Endgültigkeit dieser Trennung nicht recht überzeugen können. Es wird immer so aussehen, als würden Sie Ihren Ex-Freund weiter schützen wollen.

Natürlich wäre es netter, Ihr neuer Freund würde jetzt Beschützerinstinkt zeigen und mit Ihnen gemeinsam Lösungen suchen, um das Stalking durch Ihren früheren Freund zu beenden. Möglicherweise ist aber bei ihm die Botschaft noch nicht klar angekommen, dass sie wirklich nichts mehr von Ihrem Ex wollen und dass Sie für diese Eskalation nicht verantwortlich sind.

Insofern könnte der Gang zum Rechtsanwalt sich gleich doppelt lohnen. Wenn Ihr neuer Freund sieht, dass Sie juristisch eindeutige Gegenmaßnahmen ergriffen haben, wird auch für ihn klar sein, dass Sie mit dem Ex und seinem Verhalten nichts zu tun haben.

Die letzten Fragen, die noch bleiben..

Wenn Sie keine definitive Lösung finden, Ihrem Ex-Freund das Nein klarzumachen, dann wäre zu fragen: Warum schaffen Sie das nicht? In diesem Fall wäre für Sie selbst wahrscheinlich das Gespräch mit einem Therapeuten sehr hilfreich.

Wenn Sie dagegen die Trennung von Ihrem Ex-Freund mit oder ohne Therapeut bzw, Rechtsanwalt geschafft haben, dann stellt sich die Frage: Wie gehen Sie mit Ihrem neuen Freund um und seinem Verhalten Ihnen gegenüber? Können Sie es akzeptieren, dass er Sie so sehr unter Druck gesetzt hat, endlich klare Verhältnisse zu schaffen? Oder fühlen Sie sich von ihm so sehr im Stich gelassen, dass Sie für eine gemeinsame Zukunft keine Basis mehr sehen?

Bei Ihrer Entscheidung könnte eventuell hilfreich sein, dass Sie sich vorzustellen: Nicht Sie, sondern Ihr neuer Freund wäre solchermaßen von einer Ex-Freundin verfolgt worden. Wie wären Sie selbst damit umgegangen? Hätten vielleicht auch Sie dann auch erst einmal die klare Trennung verlangt, um überhaupt weitermachen zu können?

Ihnen alles Gute bei diesen wirklich nicht einfachen Entscheidungen!
Wenn Sie möchten, können Sie mich gern noch einmal kontaktieren.

Mit freundlichen Grü0en
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Sie wünscht sich eine offene Beziehung

Wünscht sie eine offene Beziehung oder nicht?
Wünscht sie sich eine offene Beziehung oder nicht?

Offene Beziehung und feste Partnerschaft-
geht das zugleich?


Seit zwei Monaten habe ich eine neue Freundin, mit der ich mich wirklich sehr gut verstehe. Wir haben viel Spaß miteinander, gehen auch viel unter Leute und auf Parties. Außerdem haben wir eine Menge sehr guten Sex.

Soweit also alles bestens. Nur hat sie mir in der letzten Woche erkärt, sie würde gern in einer „offenen Beziehung“ leben, und mich gefragt, was ich davon halte. Ich war ziemlich überrascht, weil ich selber kein Bedürfnis habe, neben ihr noch mit anderen Frauen etwas zu haben. Und die Vorstellung, sie mit anderen Männern teilen zu müssen, finde ich eigentlich nur eklig.

Andererseits möchte ich sie nicht verlieren, da ich sie wirklich sehr gern mag und wir richtig gut zueinander passen. Ist es besser, dass ich ihren Wunsch einfach akzeptiere? Passt das wirklich zusammen: eine feste Beziehung, in der beide Partner hin und wieder auch Sex mit anderen haben?


Christoph N. (Name geändert)

Ein unerwarteter Wunsch und mögliche Gründe

Hallo Christoph,

der Wunsch Ihrer Freundin, in einer „offenen Beziehung“ zu leben, hat Sie überrascht: Sie selbst erwarten sich von ihrer Freundschaft offenbar etwas anderes: eine Zweierbeziehung, in der andere Sexualkontakte ausgeschlossen sind. Damit liegen Sie beide mit ihren Interessen ziemlich weit auseinander.

Allerdings wissen Sie noch gar nicht, warum Ihre Freundin das Thema „offene Beziehung“ aufgebracht hat. Da sind sehr verschiedene Gründe denkbar:

1. Eine offene Beziehung
aus Angst vor zu enger Bindung?

Ihre Beziehung wird nach zwei Monaten „ernster“. Ihre Freundin spürt das auch und hat Angst, sich mit Ihnen auf eine exklusive Beziehug festzulegen, die ihr verbietet, Kontakte mit anderen Männern aufzunehmen. Möglicherweise ist sie sich auch noch nicht 100% sicher, in Ihnen den Richtigen gefunden zu haben.

Mit der „offenen Beziehung“ will sie sich -zumindest theoretisch- Rückzugsräume offen halten.

In diesem Fall geht es ihr gar nicht so sehr darum, jetzt konkret andere Männer neben Ihnen zu haben, sondern darum, in der enger werdenden Beziehung mit Ihnen nicht das Gefühl zu bekommen, etwas von ihrer eigenen Freiheit hergeben zu müssen.

Sollte das so sein, wäre es kontraproduktiv, ihr jetzt mit Besitzansprüchen zu kommen.

Die bessere Lösung wäre, schlicht und ergreifend abzuwarten, wie sich Ihre Beziehung weiterentwickelt. Und es kann sehr gut sein, dass sie in weiteren zwei Monaten selbst gar nicht mehr den Wunsch nach einer „offenen Beziehung“ hat.

Das wird um so besser gelingen, je mehr Verständnis Sie für Ihre Wünsche nach Freiräumen zeigen- übrigens nicht nur in Bezug auf andere Männer. Auf keinen Fall sollten Sie von ihr verlangen, eigene Hobbies oder Aktivitäten einzuschränken, die sie gern alleine und ohne Sie machen möchte (z.B. alte Freunde treffen, Shoppen, Fitnessstudio etc.).

Wenn sie merkt, dass eine feste Partnerschaft mit Ihnen eine Bereicherung ihres bisherigen Lebensstils ist und keine Einschränkung, dann wird das Thema „offene Beziehung“ möglicherweise von selbst wieder verschwinden. Denn spätestens dann ist der Punkt erreicht, an dem auch Ihre Freundin nicht möchte, dass Sie etwas mit anderen Frauen anfangen.

2. Die offene Beziehung
als Anfang vom Ende?

Der Ehrlichkeit halber sollten sie aber auch der Möglichkeit ins Auge sehen, dass Ihre Freundin mit dem Wunsch nach einer „offenen Beziehung“ bereits den Absprung plant.

Sie gefallen ihr zwar immer noch so gut, dass sie zumindest jetzt noch nicht auf Sie verzichten möchte. Gleichzeitig hält sie sich die Möglichkeit offen, Sie fallenzulassen, sobald ein Mann in ihrem Leben auftaucht, den sie für den „Richtigen“ hält.
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Wenn sie eine „offene Beziehung“ mit Ihnen vereinbart hat, braucht sie kein schlechtes Gewissen zu haben, weiter nach dem Traummann Ausschau zu halten. Und wenn sie den gefunden hat, kann sie sich viel leichter aus der Freundschaft mit Ihnen zurückziehen. Denn eine „feste Beziehung“ hatten sie ja gar nicht miteinander.

3. Die offene Beziehung
als Lebensstil?

Natürlich ist auch noch eine dritte Möglichkeit denkbar. In den Augen Ihrer Freundin ist die „offene Beziehung“ das ideale Lebenskonzept, das sie aktiv leben möchte: mit Ihnen als dem Hauptpartner und anderen wechselnden Sexkontakten zu anderen Männern (oder vielleicht auch Frauen).

Möglicherweise lebt sie dieses Konzept bereits und hat auch in den zwei Monaten Ihrer bisherigen Freundschaft nicht auf andere Männer verzichtet: eine Verpflichtung, das nicht zu tun, ist sie bislang Ihnen gegenüber nicht eingegangen.

Wenn dem der Fall sein sollte, ist vor allem die Frage, wie es Ihnen mit einer solchen Partnerin geht. Das Risiko, dass Ihre Freundin dabei doch irgendwann einen Mann kennenlernt, den sie dann statt Ihnen zum Hauptpartner macht, ist nicht von der Hand zu weisen und kommt im Rahmen „offener Beziehungen“ gar nicht so selten vor.

Andererseits werden Sie aus Ihrer Freundin nicht einfach von heute auf morgen einen anderen Menschen machen können. Da bleibt Ihnen letztlich nichts anderes übrig, als Ihre Freundin so zu lieben, wie sie ist, und alle gemeinsam verbrachte Zeit rundum zu genießen- oder festzustellen, dass Sie beide letztlich doch nicht so gut zueinander passen.

Die Zukunft bringt Klarheit

Welche der drei Möglichkeiten nun tatsächlich der Grund für den Wunsch Ihrer Freundin nach einer „offenen Beziehung“ ist, wird sich sicherlich in den nächsten Monaten herausstellen. Sprechen Sie Ihre Freundin in ein bis zwei Monaten darauf an, wie ihr das mit der „offenen Beziehung“ jetzt so geht. Wahrscheinlich wird es da schon sehr viel klarer sein, was sie mit der „offenen Beziehung“ gemeint hat.

Und Ihrerseits werden Sie sich vermutlich auch klarer sein, ob Sie mit Ihrer Freundin so weiter zusammenbleiben möchten oder vielleicht auch nicht.

Mit allen guten Wünschen für Sie beide

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PS: Wenn Ihnen beiden es schwierig erscheint, sich über dieses wichtige Thema miteinander auszutauschen, könnte eine Online-Paarberatung sinnvoll sein.

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Kein Sex mehr in der Ehe- Was tun?

Kein Sex mehr-
und das, obwohl sonst alles stimmt

Kein Sex mehr!

Ich bin Anfang dreißig, glücklich verheiratet und habe zwei Kinder. Im Prinzip ist alles in Ordnung, mein Mann und ich sind beide berufstätig und ziemlich erfolgreich. Wir lieben uns und sind gerade dabei ein Haus zu bauen. Im Prinzip sind wir sehr glücklich.

Nur habe ich im Bett schon seit fast 2 Jahren irgendwie überhaupt keine Lust mehr auf Sex. Abends bin ich einfach viel zu müde, und auch am Wochenende und in den Ferien kommt keine rechte Lust auf.

Mein Mann überredet mich zwar hin und wieder dazu, mit ihm zu schlafen- und das mache ich auch, weil er mir ja irgendwie leid tut. Aber richtig Spaß macht mir das nicht. In letzter Zeit klagt er häufiger, dass es beim Sex einfach nicht mehr so ist wie früher. Das stimmt, irgendwie mag ich nicht mal mehr, das wir miteinander kuscheln. Von mir aus bräuchte ich eigentlich überhaupt keine körperlichen Berührungen mehr, nicht von ihm und erst recht nicht von irgend einem anderen Mann.

Etwas Angst habe ich, dass ich ihn irgendwann dazu treibe, sich eine andere Frau zu suchen. Dabei haben wir es geschafft, so viel gemeinsam aufzubauen. Und das wäre dann alles verloren.

Martina K. (Name geändert)

Kein Sex mehr- Die Entdeckung des Unglücklich-Seins

Hallo Martina,

Sie schreiben, dass Sie seit fast 2 Jahren keine Lust mehr auf Sex haben- und trotzdem sind Sie in Ihrer Ehe beide „im Prinzip sehr glücklich“. Das paßt für eine Frau Anfang dreißig nicht recht zusammen.

Und so richtig glücklich können Sie sich auch deswegen nicht fühlen, weil Sie selbst schreiben, davor Angst zu haben, Ihren Mann an eine andere Frau zu verlieren und mit ihm zusammen all das, was Sie gemeinsam aufgebaut haben. Das hört sich doch eher nach Ausweglosigkeit und Sackgasse an.

Der erste Schritt, um aus dieser Lage herauszukommen, könnte heißen, dass Sie sich eingestehen, dass Sie unglücklich sind. Denn nur, wenn Sie sich zugeben, dass Sie unglücklich sind, werden Sie die nötige Kraft mobilisieren können, an Ihrer Lage etwas zu ändern.

Kein Sex mehr- Abklärung
durch Arzt oder Therapeuten erforderlich

Es kann sehr viel Gründe dafür geben, dass Sie keine Lust mehr auf Sex haben.

Denkbar ist, dass Sie schlicht und ergreifend zu viel arbeiten und zu wenig schlafen: Dann hätten Sie an sich und Ihren Körper Raubbau betrieben- und die fehlende sexuelle Lust ist eine natürliche Folge der Überbeanspuchung, die sich wieder geben wird, wenn wieder zu einem besseren Ausgleich zwischen Arbeit und Erholung finden.

Es kann aber auch sein, dass Sie an einer depressiven Erkrankung leiden: Das aber können Sie nur herausfinden, wenn Sie einen Arzt oder Therapeuten aufsuchen.

In beiden Fällen ist es kein Fehler, sich Hilfe von außen zu holen. Die einzig schlechte Lösung ist, wenn Sie einfach weiter abwarten und hoffen, dass Ihre Lage von selbst besser wird.

Sinnvoll wäre es sicherlich auch, wenn Sie Ihren Mann bei der Lösungssuche beteiligen. Auch er hat ja bereits gemerkt, dass etwas nicht ganz in Ordnung ist.

Ein Paartherapeut könnte Ihnen beiden dabei helfen, genauer zu untersuchen, welche Ursache nun tatsächlich für Ihre sexuelle Unlust verantwortlich ist und wie Sie Ihr Leben wieder so ordnen können, dass alles nicht nur „im Prinzip“ völlig in Ordnung ist.

Gern stehe ich Ihnen für weitere Rückfragen zur Verfügung.

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PS: Weitere Infos finden Sie unter dem Tag Sexrhythmus.

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Hilfe! Mein Freund will BDSM von mir

BDSM © moussa81 Fotolia.com

BDSM- das Thema macht mir Angst


Mein Freund und ich sind jetzt seit knapp einem Jahr zusammen. Vor drei Wochen hat er mir auf einem Spaziergang gestanden, dass er auf BDSM steht und dass er gern mit mir seine Fantasien ausleben würde. Er möchte gern, dass ich seine Sub bin und mich ihm ausliefere.

Im ersten Moment war ich ziemlich schockiert, und wir haben dann auch nicht weitergeredet. Er meinte nur, dass er mich niemals zu etwas zwingen wird, dass er mich auch so sehr liebt und dass ich mir um ihn keine Sorgen machen soll. Damit war das Thema dann erst mal vom Tisch.

Ich habe mich dann im Internet über BDSM informiert- und das, was ich da so gesehen habe, begeistert mich nicht besonders. Für wilderen Sex bin ich durchaus zu haben. Aber ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass ich mich von ihm fesseln oder schlagen lasse. Außerdem bin ich selbst von Natur aus ganz bestimmt nicht der unterwürfige Typ, eher im Gegenteil.

Ich mache mir jetzt ziemliche Sorgen um unsere Beziehung. Wie soll das gehen, wenn mein Freund ständig davon träumt, mich auszupeitschen und mir weh zu tun? Bis dahin hatte ich gedacht, dass wir eigentlich recht gut zueinander passen würden, und jetzt kommt heraus, dass er möglicherweise schon die ganze Zeit ganz andere Gedanken im Kopf hatte als ich.

Andererseits mag ich ihn total gern, und eigentlich dachte ich, ich würde für ihn alles tun. Aber diese BDSM-Geschichte macht mir ziemlich Angst. Zu mir passt das jedenfalls überhaupt nicht.

Soll ich nun auf seine Neigung eingehen oder einfach das Thema nicht mehr ansprechen? Von sich aus hat er dazu seitdem auch nichts mehr gesagt. Aber unsere Beziehung ist irgendwie nicht mehr die gleiche.


Claudia M. (Name geändert)

Die gegenseitige Blockade

Hallo Claudia,

Ihre Beziehung dauert schon fast ein Jahr, und bisher hatten Sie das Gefühl, gut zueinander zu passen. Von daher war es für Sie ein Schock, als Ihr Freund das BDSM-Thema angesprochen hat. Sie stellen sich jetzt vor, er hätte möglicherweise schon die ganze Zeit die Fantasie gehabt, sie zu schlagen und zu demütigen. Deshalb sind Sie sich nicht mehr sicher, ob Sie beide tatsächlich zueinander passen.

Sie haben Angst, wohin seine BDSM-Fantasien führen sollen, und Sie fürchten, dass Ihr Freund Sie demütigt und Ihnen wehtut.

Gleichzeitig hat offenbar auch Ihr Freund Angst, das Thema nochmals anzusprechen. Es kann sein, dass ihm selbst seine Fantasien peinlich sind und dass er deswegen so lange gewartet hat, Ihnen davon zu erzählen. Möglicherweise hatte er Angst, Sie zu verschrecken und zu verlieren, wenn er schon früher davon erzählt hätte.

Und nun blockieren Sie sich in Ihren Ängsten gegenseitig. Das größte Problem, das ich bei Ihnen beiden sehe, ist, dass Sie wegen des BDSM-Themas die Unbefangenheit verloren haben, offen miteinander zu reden.

BDSM- das kann vieles bedeuten

Wenn Sie sich im Internet über BDSM informiert haben, werden Sie vermutlich auf die sehr weit gefasste Definition gestoßen sein, wonach das Kürzel BDSM steht für: „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“. Damit sind verschiedene Spielarten sexueller Vorlieben zusammengefasst, die als „härterer Sex“ gelten und sich als Gegenteil vom „Kuschelsex“ verstehen:

  • Bondage: Fesselung des Sexualpartners zum Zweck der Luststeigerung (mit Handschellen, Seilen, auch als Hängebondage);
  • Discipline: Die Züchtigung des Partners, etwa durch Versohlen des Hinterteils mit der Hand (spanking), oder Schlagen mit der Reitgerte oder Peitsche
  • Dominance & Submission: Rollenspiele, bei denen ein Partner die überlegene Rolle spielt (top) und der andere dessen Opfer (sub)- z.B. Rollenspiel Aufseher und Gefangener
  • Sadism & Masochism: Rollenspiele, bei denen ein Partner dem anderen körperliche Schmerzen zum Zweck der Luststeigerung zufügt.

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Möglicherweise haben Sie unter dem Suchbegriff BDSM auch Bilder und Filme gefunden, die diese Praktiken mehr oder weniger geschmackvoll als stimulierende Pornografie für Männer in Szene setzen- all das ist nichts, das Ihnen gefallen hat und mit dem Sie etwas zu tun haben möchten.

BDSM- was bedeutet das für Ihren Freund?

Ihre eigentliche Frage haben Sie durch diese Recherchen nicht klären können: Was bedeutet für Ihren Freund das Kürzel BDSM? Was stellt er sich eigentlich vor, wenn er sagt, er gern mit Ihnen als Sub seine Fantasien ausleben?

Die Vermutung, er würde ständig davon träumen, Sie auszupeitschen und Ihnen weh zu tun, stammt zunächst einmal von Ihnen selbst. Es wäre für Sie wichtig zu hören, was er sich eigentlich unter BDSM vorstellt.

Vielleicht sind es ja gar keine so konkreten Pläne, die er hat, sondern zunächst einmal nur der Wunsch, in Ihnen einen Menschen zu haben, mit dem er über alles, d.h. auch über seine sexuellen Fantasien, sprechen kann. Seine Vorstellung von Ihnen als Sub bedeutet seinen eigenen Worten nach ja offenbar nicht, dass er sie gegen Ihren Willen zu irgendetwas zwingen will.

Es wird für ihn mit großer Sicherheit eine Erleichterung sein, wenn Sie das Gespräch über dieses Thema von sich aus wieder aufnehmen und ihm erst einmal die Möglichkeit geben, ausführlich zu erzählen, was da alles in seinem Kopf vorgeht.

Wichtig wird es sein, dass Sie beide in einem solchen Gespräch genau zwischen Fantasien und Wünschen unterscheiden: Möglicherweise steht Ihr Freud da selber in einem Zwiespalt. Als Fantasie gefällt es ihm vielleicht tatsächlich, sich vorzustellen, wie er eine ihm hörige Frau auspeitscht. In der Wirklichkeit ist es aber keineswegs sein Wunsch, Ihnen weh zu tun.

BDSM- nicht Gewalt, sondern Spiel

Das Ausleben von Fantasien, das sich Ihr Freund wünscht, bedeutet im Rahmen von BDSM nicht, den Partner tatsächlich zu demütigen oder zu quälen. Sondern es geht um einen spielerischen Umgang mit eigenen Fantasien.

Es ist also sinnvoll, wenn ihr Freund Ihnen seine Fantasien erzählt (und sie möglichrweise ihm auch die Ihren, die ja vielleicht ebenfalls dominant sind). Dann können Sie gemeinsam herausfinden, was für Sie beide in Ordnung ist. Vielleicht stört es Sie z.B. nicht, wenn Ihnen Ihr Freund beim Sex ein Halsband anlegen darf. Dann haben Sie ihm, ohne dass Sie Ihre eigenen Grenzen überschreiten mussten, bereits das Geschenk gemacht, dass er seine Fantasien ein Stück weit „ausleben“ durfte.

Umgekehrt haben offenbar ja auch Sie eine Vorstellung von „wilderem Sex“, dem Sie nicht abgeneigt sind. Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dass auch Sie Ihrem Freund erzählen, was Ihnen beim Sex gefallen könnte.

Wenn Sie gemeinsame lernen, über Ihre sexuellen Fantasien und Wünsche miteinander ins Gespräch zu kommen, dann wären Sie einen sehr großen Schritt vorangekommen. Vor allem wüssten Sie dann besser über einander Bescheid- und müssen beide nicht länger Angst davor haben, dass es im Sex etwas geben könnte, das zwischen Ihnen steht.
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Mit herzlichem Gruß

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Wenn Sie selbst mit Ihrem Freund das Gespräch über das BDSM-Thema selber wieder aufnehmen, wird das für ihn wahrscheinlich eine große Erleichterung sein.
Es ist für Sie beide wichtig, dass beim Sex keine unausgesprochenen Ängste im Raum stehen bleiben.
Sollten Sie beide aus irgendeinem Grund weiterhin Schwierigkeiten haben, hier wieder ins gemeinsame Gespräch zurückzufinden, könnte es sich lohnen, in ein paar Sitzungen gemeinsam mit einem Paartherapeuten zu investieren. Vgl. auch den Artikel BDSM-Beratung.

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Was ist sexueller Missbrauch von Kindern?

Sexueller Missbrauch?

Missbrauch

Missbrauch: Nach einer Studie von Cécile Ernst aus dem Jahr 2005 bejahen im deutschsprachigen Sprachraum circa 10-15 % der befragten Frauen und 5% der befragten Männer, bis zum Alter von 14 oder 16 Jahren „mindestens einen unerwünschten oder durch die ‚moralische‘ Übermacht einer deutlich älteren Person oder durch Gewalt erzwungenen sexuellen Körperkontakt“ erlebt zu haben. Dabei finden 20% der Übergriffe finden durch Frauen als Täterinnen statt. Die Dunkelziffer ist sehr hoch.

Sexueller Missbrauch von Kindern kennt keine sozialen Grenzen: Kinder von Akademikern sind nicht weniger betroffen als Arbeiterkinder.

Sexueller Missbrauch von Kindern ist also kein Randphänomen der Gesellschaft, sondern ein Thema, dass mehr oder weniger jeden angeht, sei es, dass er/sie in der eigenen Kindheit selbst betroffen war, sei es, dass Täterinnen oder Betroffene zum eigenen Bekanntenkreis gehören.

Was ist sexueller Missbrauch von Kindern?

Sexueller Kindesmissbrauch liegt aus psychotherapeutischer Sicht vor, wenn ein erwachsener Mensch (Mann oder Frau)

  • ein Kind dazu nutzt, sich sexuell zu erregen (mit oder ohne Körperkontakt bzw. mit oder ohne körperlichem Sexualverkehr),
  • die Intimbereiche eines Kindes berührt,
  • ein Kind dazu auffordert, ihn/sie sexuell zu stimulieren,
  • in Gegenwart eines Kindes pornografische Bilder/Filme anschaut oder herstellt
  • ein Kind dazu zwingt oder überredet, Zeuge von sexuellen Handlungen zu werden
  • ein Kind dazu zwingt oder überredet, ihn oder sie nackt zu betrachten

Angebliche Einvernehmlichkeit, die von Tätern/Täterinnen als Entschuldigung vorgebracht wird, gibt es nicht.Jede der oben genannten Handlungen ist sexueller Kindesmissbrauch. Kindesmissbrauch beginnt nicht erst bei der körperlichen Vergewaltigung.

Jede Handlung eines Täters bzw. einer Täterin in Gegenwart eines Kindes, die der eigenen sexuellen Stimulierung dient, ist sexueller Kindesmissbrauch, auch dann, wenn die strafrechtliche Relevanz nicht nachweisbar ist. Das beginnt bereits bei vermeintlich harmlosen verbalen Anzüglichkeiten in Gegenwart eines Kindes, bei denen der Täter/die Täterin die mögliche Beschämung oder Irritation des Kindes sexuell genießt.

Das Alarmkriterium ist die Sexualisierung der Beziehung zwischen dem Erwachsenen und dem Kind. Es ist grundsätzlich die Aufgabe des Erwachsenen, eine solche Sexualisierung des Verhältnisses gar nicht erst entstehen zu lassen. Schutzbehauptungen wie: „Die sexuelle Initiative kam von Seiten des Kindes.“ oder „Das Kind hat die sexuelle Dimension in unserer Beziehung doch selbst genossen.“ sind typisch für Täter (und Täterinnen) und können niemals als Entschuldigung gelten.

Sexueller Kindesmissbrauch-
ein Aufgabenfeld für die Sexualtherapie

Für die Sexualtherapie stellen sich mehrere Aufgaben:

  • bei Tätern und Täterinnen: Präventionstraining bei potentiellen Tätern/Täterinnen. Therapie und Nachsorge, auch begleitend zu den strafrechtlichen Konsequenzen der Tat,
  • bei den Opfern: Aufarbeitung belastender Erinnerungen, Hilfestellung beim Umgang mit Sexualität in der Gegenwart;
  • bei Angehörigen/PartnerInnen von Opfern: Förderung des Verständnisses für die spezifischen Probleme des Menschen, der den sexuellen Übergriff erfahren musste

Therapeutische Möglichkeiten
für Täterinnen und Täter

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Täter und Täterinnen, deren Tun noch nicht ihm Rahmen einer strafrechtlichen Aufarbeitung therapeutische Hilfe bekommen, haben die Möglichkeit, sich an Therapeuten zu wenden, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, wie sie nicht rückfällig werden. In extremen Fällen gehört dazu auch eine intensive psychiatrische Begleitung.

Menschen mit vermuteter pädophiler Veranlagung können schon im Vorfeld möglicher eigener Übergriffigkeit gegenüber Kindern gemeinsam mit einem Therapeuten daran arbeiten, dass es überhaupt nicht erst zur Tat kommt. Es ist auf jeden Fall sehr sinnvoll, hier aktiv und präventiv zu handeln. Interessante Informationen gibt es beim Netzwerk „Kein Täter werden“.

Therapeutische Möglichkeiten
für Betroffene

Wenn bekannt ist, dass ein Kind Opfer einer sexuellen Misshandlung geworden ist, sollte ein Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut hinzugezogen werden, um zu prüfen, ob ggf. therapeutische Massnahmen zur Verarbeitung des Erlebten angezeigt sind.

Erwachsene mit Missbrauchserfahrung in der eigenen Kindheit sollten bedenken: Viele aktuelle psychische Probleme, die sie selbst möglicherweise gar nicht mit der Missbrauchserfahrung in Verbindung bringen, können mit diesem Erlebnis zusammenhängen, wie z.B. depressive Erkrankungen, Angststörungen, sexuelle Funktionsstörungen, Essstörungen etc.

Es ist wichtig, behandelnde Ärzte und Psychotherapeuten auf die Missbrauchserfahrung hinzuweisen, um eine Therapieform zu wählen, die neben den Symptomen auch die mögliche Wurzel Missbrauchserfahrung behandelt. Hier kann ggf. eine Traumatherapie sehr hilfreich sein.

Therapeutische Möglichkeiten
für Angehörige

Sexueller Missbrauch von Kindern findet oft im Rahmen der engeren Familie statt, also auch durch Väter, Mütter, Großeltern. Wenn Kindesmissbrauch in einer Familie geschehen ist, kann es sinnvoll sein, familientherapeutisch daran zu arbeiten, vor allem auch, um zukünftige Strategien zu entwickeln, das Kind nicht nochmals einer solchen Erfahrung auszusetzen und den Täter bzw. die Täterin vor sich selbst zu schützen.

Wenn sich in einer Partnerschaft herausstellt, dass einer oder beide Partner in ihrer Kindheit Missbrauchserfahrungen erleiden mussten, kann es sehr sinnvoll sein, darüber in einer Paartherapie zu sprechen. Viele aktuelle Probleme haben möglicherweise gar nichts mit der Gegenwart und dem Verhalten oder Fehlverhalten des eigenen Partners zu tun. Das Wissen um die Verletzungen des anderen in der Kindheit kann dazu beitragen, miteinander mit den Lasten aus der Vergangenheit besser umzugehen und gemeinsam in der Partnerschaft mehr Lebensqualität zu gewinnen.
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PS: Vgl. zum Thema auch die Artikel

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Schadet zu viel Offenheit der Liebe?

Offenheit in der Liebe-
Immer alle sexuellen Wünsche aussprechen?

Ist es gut, wenn ich meinem Partner/meiner Partnerin alles erzähle, was ich an sexuellen Fantasien und Wünschen habe?
Oder schadet zuviel Offenheit der Liebe?

Eva L. (Name geändert)

Offenheit in der Kommunikation
über sexuelle Wünsche ist sinnvoll

Hallo Eva,

Prinzipiell gilt auf jeden Fall die Regel: Es ist gut, sich über sexuelle Wünsche offen auszutauschen. Denn nur, wenn ich weiss, was meinem Partner gefällt, und umgekehrt mein Partner die Bedürfnisse von mir kennt, nur dann können sexuelle Wünsche in Erfüllung gehen.

Allerdings ist Kommunikation mehr als nur das Hochhalten eines Plakates mit der Aufschrift: „Das ist, was ich will und denke!“

Damit eine Botschaft auch ankommt, ist immer auch zu beachten, wo der andere Partner gerade steht. Es kommt also nicht nur darauf an, was ich meinem Partner sage, sondern vor allem darauf, wie ich es ihm sage.
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Wichtig ist vor allem, wie ich es sage

Die Art, wie ich meinem Partner meine Wünsche mitteile, ist im Bereich Sex besonders wichtig. Eine zu direkte Form des Fragens, die nur Ja/Nein-Antworten zuläßt (wie z.B. „Sollen wir es heute mal anal machen?“ ), kann ausgesprochen kontraproduktiv sein (vgl. den Artikel: Bedürfnisse beim Sex- Wie rede ich darüber?).

Ebenso kann das direkte Mitteilen von Fantasien für den anderen ziemlich abtörnend wirken: wie z.B. „Heute habe ich beim Sex mit Dir die ganze Zeit an Filmstar xy gedacht…“

Auch wenn diese Aussage stimmt und diese Vorstellung für den Partner, der sie hat, wahrscheinlich sogar ziemlich geil ist, wird der/die andere sich wahrscheinlich fragen, ob sein eigener Part beim Sex so wenig befriedigend war, dass sein Partner jetzt zu Filmstars als Fantasie greifen muss.

Ein kleiner Unterschied in der Formulierung kann da Wunder wirken: „Der Sex mit Dr war heute überwältigend. Das war absolut filmreif, richtig großes Kino.“

So haben Sie Ihren Partner in Ihre Fantasie mit hineingenommen- und möglicherweise haben Sie beide Lust, beim gemeinsamen Sex das nächste Mal noch weiter in die Welt des großen Kinos einzutauchen. Vielleicht, indem Sie dann auch noch den passenden Soundtrack im Hintergrund spielen lassen?

Dann hätte sich die Mitteilung der Kino-Fantasie auf jeden Fall gelohnt!

Gemeinsam sexuelle Fantasien entdecken

Die Kommunikation über sexuelle Fantasien (und nicht nur darüber!) gelingt um so besser, je mehr Sie Ihren Partner und seine möglichen Bedürfnisse in Ihre eigenen Gedanken einbeziehen.

Vor dem Beginn des Redens über sexuelle Fantasien und Wünsche, ist unbedingt sinnvoll, sich für einen kurzen Moment in die Rolle des anderen zu versetzen: Gibt es für meinen Partner grundsätzlich eine Möglichkeit, sich an meiner Fantasie zu beteiligen? Oder wird meine Fantasie ihn im schlimmsten Fall sogar vor den Kopf stoßen oder anekeln?

Lohnen wird sich die Aussprache dann, wenn Ihr Partner die Möglichkeit hat, sich in die Fantasie mit einzuklinken, wenn es also eine Fantasie ist, die prinzipiell nicht nur für Sie, sondern auch für Ihren Partner spannend und anregend sein kann.

Wenn Sie solche sexuelle Fantasien oder Wünsche haben, bei denen Sie sich vorstellen können, dass sie auch für Ihren Partner interessant sein können, dann sollten Sie nicht zögern, bei der nächsten passenden Gelegenheit mit ihm darüber zu sprechen!
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Mit herzlichem Gruß

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Mein Freund
will mich als Domina

Domina Foto © sakkmesterke Fotolia.com
Ich als Domina?

Ich als Domina-
mein Freund erwartet zu viel von mir

Mein Freund bedrängt mich, dass er mein Sklave sein will und ich seine Domina sein soll. Ich bin jetzt eine Zeitlang auf das Spiel eingegangen, aber merke, dass mich die ganze Sache allmählich überfordert.

Ich will nicht immer nur in Latex und High-Heels herumlaufen, wenn wir uns treffen und ihm irgendwelche Befehle geben. Auch ich habe Bedürfnisse, will geliebt und verwöhnt werden- und nicht nur ständig das machen, was ihn antörnt.

Was komme ich da bloß wieder raus?
Andrea W. (Name geändert)

In einer Beziehung
haben beide Partner Bedürfnisse

Hallo Andrea,

Ihr Freund scheint Ihnen ziemlich genaue Vorgaben zu machen, was er sich sexuell von Ihnen wünscht. Und Sie fühlen sich überfordert und wissen nicht recht, was Sie dem entgegenstellen sollen.

Dabei haben Sie selbst einen ganz wichtigen Punkt angesprochen, der bereits ein Teil der Lösung des Problems sein könnte: Auch Sie haben Bedürfnisse! Und das Domina-Spiel ist ganz offensichtlich nicht das, was Ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen kann, sondern eine Art sexuelles Rundum-Verwöhnungsprogramm für Ihren Freund.

Eine Beziehung, die nicht aus wechselseitigem Geben und Nehmen, aus Verwöhnen und Verwöhntwerden besteht, kann auf Dauer nicht funktionieren. Sogar die professionelle Domina verlangt für Ihre Dienste eine Gegenleistung: und zwar nicht die Unterwerfung des Mannes (die ist ja Teil des von ihr gebotenen Verwöhnprogramms), sondern Geld.

Solche materielle Bezahlung funktioniert im Dienstleistungsgewerbe, nicht aber in einer Partnerschaft. Schon allein aus diesem Grund können Sie nicht permanent für Ihren Freund die Domina spielen.

Sieht Ihr Freund in Ihnen nur die Domina?

Ein zweiter Aspekt in Ihrer Schilderung wiegt möglicherweise sogar noch schwerer: Will Ihr Freund Sie überhaupt als einen Menschen mit eigenen Bedürfnissen wahrnehmen?

Will er mit einem anderen Menschen in einer Beziehung leben oder mit dem Idealbild einer Domina, die rundum für ihn und seine sexuellen Vorlieben zur Verfügung steht?

Für viele Männer ist die Domina ein Traumbild, eine Art wunderschön-böse Fee aus dem Reich der Fantasie. Vielfach gründet diese Sehnsucht in Erfahrungen kindlichen Missbrauchs (vgl. den Artikel Domina-Sex: Warum stehen Männer darauf?).

Die professionelle Domina läßt sich, wie eine Schauspielerin, dafür bezahlen, dass sie diese Rolle spielt- und muss diese Rolle dann auch nur während ihres „Auftritts“ im Dominastudio durchhalten.

Sehnsucht nach der bösen Fee

Möglicherweise hat Ihr Freund diesen Spiel-Charakter nicht verstanden und hofft, in Ihnen real die für ihn zuständige böse Fee gefunden zu haben, die ihre Rolle nicht nur für eine einzelne Sitzung, sondern permanent zu spielen hat.

Dann wäre wohl ein klärendes Gespräch dringend an der Zeit. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Ihr Freund schlicht und ergreifend noch nicht begriffen hat, dass seine sexuellen Vorlieben und Wünsche nicht automatisch auch die Ihren sein müssen.

Sollte er allerdings in Ihrer Beziehung nur auf der Suche nach seinem Domina-Idealbild sein und nicht bereit, sich auf Sie als einen realen Menschen mit realen eigenständigen Bedürfnissen einzulassen- dann ist er offenbar nicht ganz der Richtige für Sie, und Sie nicht die Richtige für ihn.

Möglicherweise wäre es sinnvoll, über diese Frage ein klärendes Gespräch gemeinsam mit einem Therapeuten als Moderator zu führen, der darauf achtet, dass Sie beide mit mit Ihren Bedürfnissen beim Sex zu Wort kommen und hinterher mit dem Gespräch zufrieden sein können.

Domina-Spiele
auch in einer funktionierenden Beziehung?

Prinzipiell ist nichts dagegen zu sagen, wenn Sie für Ihren Freund hin und wieder die Domina spielen. Allerdings nur unter zwei Bedingungen:
1.) nur dann, wenn Sie selbst dazu Lust haben.
2.) nur dann, wenn es ein Spiel ist und von Ihnen beiden als ein Spiel begriffen wird.

Vielleicht macht es Ihnen sogar Spass, bis zu einem gewissen Punkt auf die Wünsche Ihres Freundes einzugehen- wenn Sie sich im Gegenzug darauf verlassen können, dass auch Ihr Freund sich um Ihre Bedürfnisse kümmert (egal, ob das ein romantisches Abendessen im Restaurant sein mag oder ein Städte-Kurztrip oder was auch sonst Ihnen persönlich gefällt…).

Wenn das Geben und Nehmen stimmt, dann können unterschiedliche Wünsche auch Anregung sein, auf unterschiedliche Art die gemeinsame Zeit immer wieder neu und anders zu genießen.

Mit herzlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Weitere Infos im Artikel BDSM Beratung.

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Bedürfnisse beim Sex-
Wie rede ich darüber?

Bedürfnisse beim Sex-
die Schwierigkeit, darüber zu reden

Bedürfnisse beim Sex- darüber zu reden macht vielen Menschen große Schwierigkeiten. Das liegt gleich an einer ganzen Reihe von Gründen

  • Die eigene Scham
    Bin ich pervers, wenn ich diese oder jene neue Spielart des Sex ausprobieren möchte (z.B. Fetish oder BDSM)?

  • Die Angst, vom Partner verletzt zu werden
    Der Partner/ die Partnerin könnte ja sagen: „Was? Das willst du ausprobieren? Für so pervers hätte ich dich niemals gehalten.“
  • Die Furcht, selber den Partner zu verletzen
    Der Partner/ die Partnerin könnte durch meine Anfrage beleidigt sein und meinen:
    Ach so, unser bisheriger Sex hat dir also nicht richtig gefallen. Und ich dachte immer, wir hätten es rundum schön miteinander.“
  • Bedürfnisse beim Sex-
    Warum es wichtig ist, darüber zu sprechen

    Alle diese drei Gründe können uns davon abhalten, mit unserem Partner/unserer Partnerin über unsere eigenen Bedürfnisse beim Sex zu reden. In jedem Fall ist das schade.

    Wenn ich nicht über eigene, noch unerfüllte Bedürfnisse beim Sex spreche, werde ich niemals diese Bedürfnisse von meinem Partner/ bei meiner Partnerin befriedigt bekommen. Verschwinden werden diese Bedürfnisse dadurch nicht. Viele Männer und Frauen gehen deswegen fremd, weil sie hoffen, in einer Affäre das zu erleben, was sie ihrem Partner/ihrer Partnerin nicht zu sagen trauen.

    Ohne das Thema Bedürnisse beim Sex anzusprechen, erfahre ich selber auch nicht, was meinem Partner/meiner Partnerin vielleicht gefallen würde und wir bisher (noch) nicht gemacht haben.

    Wenn ich mich nicht traue, mit meinem Partner/meiner Partnerin über meine Bedürfnisse beim Sex zu reden, dann kann sich das leicht zur Vorstellung auswachsen, mein Partner/meine Partnerin würde mich als der, der ich bin, nicht verstehen können: auf sexuellem Gebiet und möglicherweise auch auf anderen Gebieten des gemeinsamen Zusammenlebens. Wenn sich diese Vorstellung bildet, wird die gemeinsame Kommunikation immer schwieriger.

    Bedürfnisse beim Sex-
    Es ist gut, eigene Bedürfnisse zu kennen

    Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie unerfüllte sexuelle Bedürfnisse haben. Das ist z.B. dann der Fall, wenn in einer Beziehung beide Partner darüber klagen, dass ihnen der gemeinsame Sex langweilig und zu einer mehr der weniger lästigen Routine geworden ist. Dann haben beide offensichtlich noch nicht gemerkt, dass es ihr Bedürfnis wäre, beim Sex einmal etwas Neues auszuprobieren.

    Hier kann der Vergleich mit dem täglichen Mittagessen helfen. Natürlich kann ich mich über Jahre mittags mit Kartoffelsuppe und Salat ernähren, und mein Hunger wird auch irgendwie gestillt sein. Das aber fände wohl jeder langweilig und würde sagen: Warum nicht auch einmal etwas anderes essen?

    Das gleiche gilt für den Sex: Es muss nicht immer das eigene Schlafzimmer sein, es muss auch nicht immer der Koitus in Missionarsstellung sein, der irgendwie möglichst schnell bis zum Ende durchgezogen wird, oder irgendeine andere sexuelle Routine, die sich irgendwann im Laufe der Beziehung festgeschrieben hat und nun nach dem immer gleichen Drehbuch abläuft.

    Selbst zu bemerken, dass Ihnen neue Formen und Rituale des Sex Spass machen könnnen, ist der erste Schritt zu einem reicheren Sexualleben.

    Bedürfnisse beim Sex-
    eigene Bewertungen als Hindernis

    Es wäre sehr schade, solche neu erkannten Bedürfnisse aus Scham sogleich mit dem Etikett der Perversion zu belegen: Niemand sich trauen, dem eigenen Partner/der eigenen Partnerin sexuelle Wünsche vorzustragen, wenn er sie selbst als „pervers“ empfindet.

    Diese Träume ließen sich, wenn überhaupt, dann nur noch in einem Umfeld außerhalb der eigenen Beziehung ausleben, welches dann ebenfalls als irgendwie „pervers“ empfunden wird, sei es nun in einem Bordell oder bei einer Affäre.

    Bedürfnisse beim Sex-
    Wie sag ich´s meinem Partner?

    Patentrezepte für eine gelungene Kommunikation über Sex gibt es nicht. Jeder Mensch ist anders, und in jeder Beziehung gibt es unterschiedliche Kommunikationsstile.

    Die klassische Frage: „Hättest du mal Lust, xyz auszuprobieren?“ ist sicher nicht schlecht, kann aber für beide Seiten etwas zu direkt und schambelastet sein. Denn schließlich läßt sich so eine Frage nur mit Ja oder Nein beantworten, und das Ja kann ein Gefäliigkeits-Ja sein, um den anderen nicht zu verletzen (was langfristig keinen Lustgewinn bringt), und das Nein kann so stark als Abfuhr empfunden werden, dass danach nie wieder eine solche Frage kommen wird.

    Möglicherweise ist es besser, sich erst einmal ganz allgemein über die wechselseitigen Fantasien zu unterhalten: Was sind denn für dich Vorstellungen, die dich erregen?

    Auch Grenzen könnten in einem solchen Gespräch abgeklärt werden, ohne dass es zu einer Zurückweisung kommt: Ist z.B. Analsex etwas, was du dir vorstellen könntest, in deinem Leben einmal auszuprobieren oder nicht? Bei einem solchen Austausch kann beiden Partnern deutlich werden, wo neue Spielräume für den Sex liegen- und das, ohne dass einer dem anderen durch ein Nein verletzt.

    Gleichzeitig ist es bei einem solchen Gespräch der Vorteil, dass nicht nur ein einziger Vorschlag gemacht wird, der angenommen werden kann oder abgelehnt. Sondern es geht darum, das Feld neuer Möglichkeiten insgesamt zu durchloten- und dann, so wie es beiden Spass macht, die eine oder andere sexuelle Fantasie Wirklichkeit werden zu lassen.

    Und was tun, wenn ich mich absolut nicht traue?

    Nachdem sexuelle Bedürfnisse definitiv zu den menschlichen Grundbedürfnissen gehören und die Erfüllung dieser Bedürfnisse entscheidend zur Lebensqualität jedes Menschen beiträgt, ist es definitiv sehr wichtig, diese Bedürfnisse gegenüber dem Partner aussprechen zu können. Wenn also die eigene Scham oder Schüchternheit so groß sind, dass diese Kommunikation nicht klappt, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, als Paar oder auch einzeln Hilfe bei einem erfahrenen Therapeuten zu suchen.

    Denn Kommunikation über Bedürfnisse ist relativ leicht zu lernen. Die Nichterfüllung der eigenen sexuellen Bedürfnisse in der eigenen Beziehung dagegen ist etwas, das beiden Partnern sehr viel Lebensfreude und Lebensqualität wegnimmt. Und das muss ganz bestimmt nicht sein.

    Wenn Sie Fragen dazu haben: Ich freue mich, wenn Sie mich per Mail oder Telefon kontaktieren.

    Mit herzlichem Gruß

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    PS: Verwandte Artikel zu diesem Thema finden Sie unter dem Schlagwort Sexrhythmus.

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    Alkohol- mein Partner trinkt zu viel

    Alkohol- er will auf den Genuss nicht verzichten

    SAlkohol ©BillionPhotos.com Fotolia.com

    Was soll ich bloß machen? Als ich meinen Freund vor zwei Jahren kennenlernte, hat er bereits jeden Abend ein Bier getrunken, dazu noch hin und wieder einen Wodka. Dabei habe ich mir eigentlich gar nichts gedacht, das ist bei meinen Eltern nicht anders.

    Inzwischen sind aus dem einen Bier zum Feierabend immer gleich mehrere geworden, und am Wochenende oder im Urlaub gibt es dann schon vormittags den Frühschoppen. Weil das halt zum Urlaubsfeeling dazugehört, meint er.

    Ich persönlich finde das richtig furchtbar, weil ich ihn allmählich gar nicht mehr ohne Alkoholfahne kenne.

    Ein paar Mal ist es jetzt auch schon vorgekommen, dass er morgens nicht aus dem Bett kommt, um zur Arbeit zu gehen. Dann bin ich es, die beim Arbeitgeber anrufen muss, um ihn wegen Migräne zu entschuldigen. Dabei glaube ich, dass er schlicht und ergreifend einen Kater hatte.

    Ich habe ihn mehrfach gebeten, mir zuliebe mal ein Wochenende auf Alkohol zu verzichten. Natürlich könnte er das, sagt er dann, aber er habe einfach keine Lust dazu. Warum am Wochenende darauf verzichten, es sich schön zu machen? Genauso gut könnten wir beschließen, am Wochenende nicht mehr Essen zu gehen oder nicht mehr auszugehen.

    Was mir Sorgen macht, ist, dass sein Alkoholkonsum rein mengenmäßig immer mehr zunimmt. Er ist zwar noch nie richtig betrunken gewesen, wird in letzter Zeit ziemlich komisch und reizbar. Ich traue gar nicht mehr, ihm mit irgendwelchen eigenen Problemen aus der Arbeit zu kommen, weil er mir sowieso nicht zuhört.

    Meine Sorge ist, dass er irgendwann richtig abhängig wird und vielleicht auch noch gewalttätig.


    Monika L. (Name geändert)

    Alkohol- Eine ärztliche Untersuchung ist wichtig

    Hallo Monika,

    in unserer Welt gehört Alkohol zum Leben dazu- allerdings gibt es einen Punkt, an dem Alkohol zum Problem werden kann. Und bei Ihrem Freund scheint das der Fall zu sein.

    So wie Sie das schildern, ist zu vermuten, dass Ihr Freund bereits jetzt die Kriterien für das Vorliegen einer Alkoholkrankheit erfüllt. Ein Abhängigkeitssyndrom kann auch vorliegen, ohne dass Ihr Partner einen Vollrausch bekommt oder körperlich gewalttätig wird.

    Deshalb ist eine ärztliche Untersuchung wichtig für Ihren Mann, um eine genaue Untersuchung durchzuführen und gegebenenfalls eine Therapie einzuleiten. Dass Sie beide, selbst wenn Sie es wollten, alleine eine Alkoholkrankheit Ihres Freundes ohne fachliche Hilfe in den Griff bekommen, ist nahezu ausgeschlossen. Dazu ist eine Alkoholkrankheit zu schwer. Sie würden ja auch bei einem Verdacht auf Lungenentzündung zum Arzt gehen und nicht selbst die Behandlung anfangen wollen.

    Alkohol-
    Wie motiviere ich ihn zur Untersuchung?

    Das Hauptproblem liegt erfahrungsgemäß darin, einen Alkoholkranken dazu zu bewegen, überhaupt zum Arzt oder Therapeuten zu gehen und sich untersuchen zu lassen. Eine gewisse Chance haben sie dadurch, dass Ihr Freund möglicherweise Ihnen zuliebe dazu bereit ist, wenn Sie ihm zeigen, wie wichtig es Ihnen ist, dass er sich untersuchen läßt und dass Sie diesen Wunsch aus Fürsorge und Liebe zu ihm haben.

    Vielleicht ist aber auch der Umweg über eine Paartherapie eine Möglichkeit. Sie erklären Ihrem Freund, dass Sie sich ganz allgemein die Beratung durch einen Therapeuten wünschen: Dann müssen Sie selbst das Alkoholthema gar nicht aufbringen. Ein geübter Therapeut wird die mögliche Alkoholkrankheit Ihres Freundes sehr schnell bemerken und Ihnen dann weitere Vorschläge machen.

    Die Gefahr der Co-Abhängigkeit umgehen

    Was sehr gut ist, dass Sie gemerkt haben, dass Ihr Freund ein Problem mit Alkohol hat. Es gibt häufig den Fall, dass die Menschen in der Umgebung eines Alkoholkranken diese Krankheit selber vertuschen oder verharmlosen (sogenannte Co-Abhängigkeit), möglicherweise aus sozialer Scham, mit einem „Alkoholiker“ zusammen zu leben.

    Solche Co-Abhängigkeit ist insofern gefährlich, als dadurch dringend notwendige Hilfe für den Alkoholkranken verschleppt oder verhindert werden kann. Der Alkohol ist kein Thema, das Sie mit sich herumtragen müssen. Sie sind auch nicht dafür verantwortlich, Ihren Freund vor den Folgen des Trinkens zu schützen, also zum Beispiel beim Arbeitgeber anzurufen, wenn er wegen seiner Alkoholkrankheit nicht zum Dienst erscheinen kann.

    Gerade dann, wenn Sie Ihren Freund lieben, sollten Sie ihm sehr deutlich machen, dass es nur langfristig nur dann mit ihnen beiden weitergehen kann, wenn er sich einer Untersuchung bzw. Therapie nicht entzieht.

    Wenn Sie Fragen haben: Ich freue mich, wenn Sie mich nochmals kontaktieren.

    Mit herzlichem Gruß

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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    Schwiegermutter
    ist zu besitzergreifend

    Wenn die Schwiegermutter alles besser weiß…

    Eigentlich bin ich glüklich verheiratet und stolze Mutter einer inzwischen 3 Monate alten Tochter.
    Mein einziges Problem sind meine Schwiegereltern. Mein Mann und ich wohnen in einer Einliegerwohnung bei Ihnen im Haus, und sind auch darüber eigentlich ganz froh, weil mein Mann noch nicht so viel verdient, dass wir uns locker eine eigene Wohnung leisten könnten.
    Meine Schwiegermutter kümmert sich an und für sich sehr immer wieder sehr lieb um unser Baby, besonders, weil es ihr erstes Enkelkind ist. Allerdings ist sie sehr besitzergreifend.
    Neulich hat sie mich sehr verletzt, als sie gesagt hat, ich bräuchte mir keine Illusionen zu machen, daß meine Kleine mich vermissen würde, wenn ich mal nicht da wäre. Dazu wäre sie einfach noch zu klein, und sie hätte auch bei der Oma alles, was sie braucht. Außerdem sei die Oma eben auch sehr viel erfahrener im Umgang mit Kindern- schließlich hääte sie schon drei großgezogen und ich wäre erst seit drei Monaten Mutter. Fast habe ich schon das Gefühl, als wollte sie mir mein Kind wegnehmen, um es vor mir zu schützen.
    Mein Mann meint, ich solle das nicht persönlich nehmen und nimmt seine Mutter in Schutz. Ich solle einfach nicht so überempfindlich sein.
    Ich fühle mich von ihm total allein gelassen und habe in unserer eigenen Wohnung nicht das Gefühl, zuhause zu sein, sondern nur auf permanentem Besuch bei den Schwiegereltern.

    Steffi G. (Name geändert)

    Für Ihre Schwiegermutter
    hat die Welt sich verändert

    Hallo Steffi,

    mit der Geburt Ihrer Tochter hat sich für alle Menschen in Ihrer Umgebung viel verändert. Sie sind nun Mutter, ihr Mann Vater geworden. Sie beide sind nicht länger nur ein Paar, sondern gemeinsam mit Ihrer Tochter selbst eine eigene Familie geworden.

    Auch für Ihre Schwiegermutter hat sich die Welt völlig verändert. Bis zur Geburt Ihres Kindes war es für Ihre Schwiegermutter noch möglich, Sie wie ein zusätzliches Kind oder als den Anhang Ihres Sohnes zu verstehen und Sie damit als Teil ihrer Großfamilie zu sehen, in der sie selbst unumstritten die Rolle der Mutter innehatte.

    Jetzt ist aber sozusagen eine Familie in der Familie entstanden, zu der Ihre Schwiegermutter nicht dazugehört. Ihr Mann und Sie selbst sind jetzt nicht einfach wie bisher ihre Kinder, sondern selbst Eltern. Diese Veränderung fällt Ihrer Schwiegermutter offensichtlich nicht leicht: ihre eigene Rolle in der Familie ist nicht mehr die gleiche, sie gehört jetzt zur drittältesten Generation. Und sie muss auch ein Stück Macht abgeben über Ihren Sohn, der jetzt eben nicht mehr familiär an erster Stelle die Rolle ihres Kindes spielt, sondern die eines Vaters und Ehemanns.

    Diese neuen Verhältnisse kann sie in der Realität nicht rückgängig machen. Aber es gibt in ihr, sicherlich unbewußt, den Versuch, die alte Stellung zu verteidigen: Deshalb scheint sie ihr Enkelkind als ihr eigenes zu betrachten und Sie als Mutter gar nicht wahrzunehmen.

    Sie alle müssen sich jetzt an neue Rollen in der Familie gewöhnen

    Die einzige tatsächliche Lösung für das Problem ist, Ihrer Schwiegermutter dabei zu helfen, in die neue Rolle als Oma hineinzuwachsen. Denn sie hat offenbar Schwierigkeiten, von der Mutter-Rolle zu Oma-Rolle zu wechseln.

    Das liegt möglicherweise daran, dass sie selbst Vorstellungen über die Oma-Rolle hat, die ihr nicht gefallen. Vielleicht denkt sie, Omas wären alt, unattraktiv und schon halb aus dem Leben verabschiedet. Dabei kann Oma-Sein auch genau das Gegenteil sein: Freude darüber, dass das eigene Kind nun selbst ein Kind hat; Freude darüber, am Leben des Enkelkinds Anteil haben zu können, ohne selbst dafür die volle Verantwortung zu tragen; Freude über die größer gewordene Familie.

    In diesem Zusammenhang stellt sich nun die Frage, wie sich eigentlich die anderen Familienmitglieder verhalten: Gibt es einen Schwiegervater? Was hält der davon, dass sich seine Frau jetzt so sehr auf das Enkelkind stürzt?
    Und vor allem: Hat Ihr eigener Mann schon begriffen, dass er nun mit der Vaterrolle auch die Aufgabe hat, seine eigene kleine Familie vor Übergriffen von außen zu schützen und sogar auch vor den Übergriffen seiner eigenen Mutter?

    Das sind alles bestimmt keine einfachen Fragen, aber sie stellen sich ganz automatisch, wenn mit der Geburt eines Kindes in einer Familie eine neue Generation hinzukommt.

    Der erste Ansprechpartner ist Ihr Ehemann

    Wenn Sie sich einfach nur an Ihrer Schwiegermutter reiben, werden Sie das Problem vermutlich nicht lösen können. Ihr Ehemann ist bei der Problemlösung Ihr wichtigster Partner. Ja klarer er seiner Mutter gegenüber deutlich machen kann, dass Sie die Mutter Ihres Kindes sind und dass für ein Kind Vater und Mutter die wichtigsten Personen im Leben sind und erst danach die Großeltern, desto besser.

    Mögicherweise kann es Ihnen beiden gut tun, wenn Sie sich ein paar Stunden Beratung durch einen Paartherapeuten gönnen, der ihnen dabei hilft, Ihre eigene neue Position besser zu verstehen und leben zu können. Denn je selbstsicherer Sie beide gegenüber Ihrer Schwiegermutter auftreten und je genauer Sie beide wissen, welches Ihrer beide Grundsätze in der Kindererziehung sind, desto eher wird auch Ihre Schwiegermutter begreifen, wo die Grenzen ihrer eigenen neuen Rolle als Oma liegen.

    Natürlich kann es Extremfälle geben, wo sich Schwiegermütter niemals an eine solche neue Rolle gewöhnen werden- da kann es dann hilfreich sein, auf räumliche Trennungzu setzen und nicht länger in unmittelbarer Nachbarschaft und schon gar nicht im gleichen Haus miteinander zu wohnen.

    Aber dass es so weit kommt, ist noch längst nicht gesagt. Wenn drei Monate nach der Geburt eines Kindes alle Beteiligten noch nicht ganz in ihre neuen Rollen gefunden haben, ist das noch vollkommen normal.

    Allerdings sollten Sie jetzt, auch wenn das mit einem kleinen Kind nicht immer leicht ist, vor allem darauf achten, dass Sie mit Ihrem Ehemann alle diese Fragen in Ruhe und in aller Ausführlichkeit besprechen. Denn er ist Ihr wichtigster Partner, das Problem mit Ihrer Schwiegermutter zu lsöen.

    Wenn Sie weitere Fragen haben, freue ich mich, wenn Sie mit mir nochmals Kontakt aufnehmen.

    Mit herzlichem Gruß

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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    Hörigkeit-
    Wie komme ich von ihm los?

    Hörigkeit: Ich liebe ihn,
    und wenn er mich wie Dreck behandelt

    Ich bin 43 und habe in meinen bisherigen Beziehungen niemals Lust beim Sex empfunden. Das kann daran liegen, dass ich als Kind mehrmals von einem Onkel missbraucht worden bin.
    Jetzt habe ich einen Mann gefunden, in den ich mich total verliebt habe.
    Dabei behandelt er mich wie Dreck. Er läßt mich warten, wenn wir uns treffen sollen, prahlt, wie tollen Sex er mit einer anderen Frau gehabt hat.
    Er ist auch gewaltätig, schlägt mich, verlangt Geld von mir.
    Und ausgerechnet er ist der erste Mann, bei dem ich Lust empfinde, richtig starke Gefühle…
    Er weiß das und nützt mich gnadenlos aus. Alle paar Tage steht er völlig unerwartet vor der Tür und will sofort Sex oder Geld.
    Wenn ich ihm sage, dass ich Schluss machen will, schlägt er mich brutal. Und ich knicke ein, und letztlich bin ich es, die ihn anbettelt bei mir zu bleiben.
    Wie kann ich diesen Kreislauf der Hörigkeit nur durchbrechen?

    Bettina G. (Name geändert)

    Hörigkeit: Sie brauchen jetzt kompetente Hilfe

    Hallo Bettina,

    Sie sind ganz offensichtlich in einer sehr schweren Situation. Eigentlich wäre bereits der Missbrauch in Ihrer Kindheit voll und ganz ein Grund für eine Psychotherapie. Wenn Sie jetzt obendrein noch einen Partner lieben, der Sie so grausam misshandelt und in die Hörigkeit geführt hat, dann benötigen Sie erst recht kompetente psychologische Unterstützung.

    Möglicherweise kann Ihnen als erste Anlaufstelle das Team von einem Frauenhaus helfen, indem Sie für einige Zeit von Zuhause ausziehen. Dann haben Sie etwas Ruhe vor diesem Mann und können ohne Störung durch ihn darüber nachdenken, was Sie eigentlich brauchen.

    Ein ungutes Knäuel
    von Gefühlen und Erfahrungen…

    Wahrscheinlich haben Sie selbst schon gemerkt, dass die Missbrauchserfahrung in der Kindheit, Ihre Empfindungslosigkeit beim Sex in den bisherigen Beziehungen und Ihre Hörigkeit gegenüber diesem Mann offensichtlich eine Menge miteinander zu tun haben.

    Die an sich schöne Erfahrung der Sexualität hat sich offenbar seit Ihrer Kindheit so sehr mit den Übergriffen und Verletzungen verbunden, dass auch die aktuellen Übergriffe und Verletzungen durch Ihren neuen Partner sexuelles Lusterleben wachrufen können. Auf den ersten Blick sieht es geradezu so aus, als würden Sie selbst alles dafür tun, dass Sie die Missbrauchserfahrung Ihrer Kindheit nochmals neu wiederholen.

    …kann wohl am besten
    in einer Therapie aufgelöst werden.

    Dieses Knäuel an Gefühlen und Erfahrungen zu entwirren, wird sicherlich nicht einfach sein. Deshalb ist es gut, wenn Sie sich professionelle Hilfe holen und am besten schon bald eine Therapie beginnen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie als allererstes einen sicheren Ort finden, an dem Sie nicht wieder und wieder von Ihrem Freund in den Zustand der Hörigkeit zurückgeführt und aus Ihren Vorhaben für eine Veränderung der Lage herausgerissen werden können.

    Ein wichtiges Ziel kann es für Sie sein, durch die Therapie herauszufinden, welche Bedürfnisse Sie selbst jetzt für sich haben. Ihre eigentlichen Bedürfnisse, die Sie als Kind gehabt haben und die damals mit Füßen getreten wurden, kennen Sie wahrscheinlich nicht mehr so richtig. Hier behutsam zurückzugehen und Ihr verlorenes Selbst Stück für Stück wiederzufinden, kann Ihnen sicherlich wieder neue Lebensperspektiven eröffnen.

    Wenn Sie weitere Fragen haben, freue ich mich, wenn Sie sich nochmals an mich wenden.

    Mit herzlichen Grüßen

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    Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir

    Abhängigkeit: „In einer Beziehung
    macht man alles zusammen…“

    Abhängigkeit- Ich habe ein echtes Problem mit meiner Freundin. Ich bin jetzt seit einem Jahr mit ihr zusammen, und sie hängt an mir wie eine Klette. Ich habe das Gefühl, dass sie regelrecht abhängig von mir ist. Wir sehen uns jeden Abend unter der Woche nach der Arbeit und am Wochenende durchgehend.

    Ich schaffe es nicht mehr, irgendwelche anderen Freunde zu besuchen, weil sie immer mit dabei sein will. Sie wird sogar schon sauer, wenn ich einmal die Woche zum Krafttraining ins Fitnessstudio gehen will und fragt dann, ob das denn wirklich sein muss, dass sie sich dann einsam fühlt, nicht weiß, was sie machen soll usw. Die Begründung lautet dann immer: „In einer Beziehung macht man doch alles zusammen…“

    Dafür bietet sie mir jeden Abend Sex an. Am Anfang habe ich das total genossen, aber jetzt bleibt außer zum Sex und zum Kuscheln für nichts anderes Zeit mehr. Das Maximum ist, dass wir gemeinsam ins Kino gehen, aber da kuschelt sie ja schon wieder an mir.

    Für sich privat hat sie überhaupt keine Hobbies. Sie sagt mir immer wieder, wie sehr sie mich braucht, dass die Welt nur schön ist, wenn sie bei mir sein kann, dass sie gar nicht wüsste, wie sie ohne mich überleben kann. Es wäre so gut, mich zu haben, weil sie sonst gar nicht mehr mit ihrem Leben zurecht käme.

    Ich bekomme schon richtig Angst, dass sie sich umbringen würde, falls ich mich von ihr trenne. Dabei mag ich sie, sie macht mir auch lauter Geschenke, verwöhnt mich mit gutem Essen und, wie gesagt, mit sehr viel, sehr gutem Sex. Ein anderer Mann würde sich wahrscheinlich im siebten Himmel fühlen. Ich fühle mich richtig schuldig und undankbar, weil mir das alles einfach zu viel wird.

    Sie himmelt mich so sehr an, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass das gar nicht ich bin, sondern irgendein Ideal von mir, das sie liebt. Immer wieder sagt sie sogar, dass ich wahrscheinlich viel zu gut für sie bin und dass ich sie wahrscheinlich irgendwann versetzen werde, wenn ich eine bessere Frau gefunden habe. Dann würde sie alleine zurückbleiben und mit ihrem Leben nicht mehr zurechtkommen.

    Was soll ich nur machen? Gibt es irgendeine Chance, unsere Beziehung wieder etwas normaler zu bekommen? Und falls ich mich von ihr trennen sollte: Wie mache ich das, wenn sie mir schon indirekt gesagt hat, dass sie sich dann umbringen würde?


    Andreas M. (Name geändert)

    Abhängigkeit-
    ein Problem nicht nur für den/die Abhängige/n

    Hallo Andreas,

    eine gute Beziehung besteht aus Geben und Nehmen, Momenten der Gemeinsamkeit und Momenten des Loslassens. In Ihrer Beziehung scheint hier ein Ungleichgewicht zu bestehen. Von Seiten Ihrer Freundin kommt ein ständiger Wunsch nach Zusammensein, und Sie fühlen sich umklammert. Auf Dauer empfinden Sie Ihre Beziehung nicht befriedigend- da kann auch viel guter Sex wenig helfen.

    Um bei der Lösung des Problems vorwärts zu kommen, geht die erste Frage an Sie: Was sind eigentlich Ihre eigenen Bedürfnisse? Wieviel Zeit und Nähe sind Sie gerne bereit, gemeinsam mit Ihrer Freundin zu teilen und wo liegt die Grenze, dass Sie sich nicht länger wohl fühlen?

    Je genauer Sie selber wissen, was Ihnen gut tut, desto besser können Sie das auch Ihrer Freundin mitteilen.

    Abhängigkeit-
    Grenzen setzen als Lösung

    Sie selbst sind es, der Ihrer Freundin sagen muss, wieviel Nähe Ihnen gut tut und wann Sie Zeit für sich oder Ihre Freunde ohne sie brauchen. Eine gute Partnerschaft ist nur möglich, wenn die Bedürfnisse beider Partner nicht vernachlässigt werden. Sie sollten also prüfen, ob sie diese Grenzen ihrer Freundin gegenüber wirklich klar genug deutlich gemacht haben.

    Das Motto „In einer Beziehung macht man doch alles zusammen…“ gilt nur so lange, wie Sie dem nicht widersprochen haben. Es könnte ja auch ein neues Motto gelten: „In unserer Beziehung machen wir manche Dinge gern zusammen (z.B. Sex) und andere Dinge nicht (z.B. Arbeit, alte Freunde besuchen…).

    Abhängigkeit-
    Und wenn die Grenzen nicht akzeptiert werden?

    Aber möglicherweise haben Sie das ja schon versucht, und Ihre Freundin übt trotz von Ihnen klar ausgesprochener Grenzen Druck auf Sie aus, mit Sätzen wie: „Ich kann nicht allein sein.“, „Die Welt ist nur schön, wenn du bei mir bist.“ etc.

    Dann hat Ihre Freundin offensichtlich ein Problem, Grenzen anzuerkennen und Sie als den Menschen zu akzeptieren, der Sie sind. Dass dem so ist, darauf deutet auch hin, dass Sie das Gefühl haben, sie würde mehr ein Idealbild von Ihnen lieben als Ihre konkrete Person.

    In diesem Fall wäre eine Paartherapie sicherlich hilfreich, in der sie beide ihre jeweiligen Bedürfnisse formulieren können und wahrnehmen, wie der jeweils andere darauf reagiert. Vielleicht kann Ihre Freundin dabei auch erkennen, welcher Mensch sie tatsächlich sind und wieviel Gemeinsamkeit für Sie gut ist und wann die Grenze zum Zuviel überschritten wird.

    Möglicherweise wird Ihre Freundin aber auch feststellen müssen, dass ihr Erwartungsbild in Bezug auf Sie einfach nicht mit der Realität übereinstimmt und Sie nicht der Mann sind, der für sie der passende ist.

    Denkbar ist allerdings auch, dass sich in einer Paartherapie herausstellt, dass ihre Freundin überhaupt nicht in der Lage ist, selbst für ihr Leben Verantwortung zu übernehmen und sich deswegen so vollständig in die Abhängigkeit von Ihnen übergeben hat. Das wäre dann ein ernsthaftes psychisches Problem, an dem Ihre Freundin wohl auch individuell in einer Therapie weiterarbeiten sollte.

    Abhängigkeit-
    Und was ist bei einer Selbstmorddrohung?

    Ein weiteres Thema, das Sie angedeutet haben, sind versteckte Drohungen mit Selbstmord für den Fall, dass Sie Ihre Freundin verlassen. Hier möchte ich Sie gern auf einen weiteren Blog-Eintrag verweisen, wo ich auf das Thema Selbstmorddrohung durch den Partner noch genauer eingehe.

    Hier nur die Kurzfassung:
    Wenn Ihre Freundin droht, sich selbst zu töten, müssen Sie diese Drohung auf jeden Fall ernst nehmen.
    Das ist ein Anzeichen, dass Ihre Freundin unbedingt professionelle Hilfe benötigt, die Sie ihr nicht geben können.
    Gehen Sie also entweder mit ihr gemeinsam zu einem Arzt oder Therapeuten oder rufen Sie die Notrufnummer 110.

    Wenn die unmittelbare Gefahr, die bei einer Selbstmorddrohung immer gegeben ist, durch professionelle Hilfe gelöst wurde, bleibt immer noch das Problem, was eine solche Drohung für Ihre Beziehung bedeutet hat. Ohne die Unterstützung durch einen Paartherapeuten dürfte es für Sie beide sehr schwierig sein, den Weg in eine „normale“ Beziehung zu finden.

    Wenn Sie weitere Fragen haben, freue ich mich, wenn Sie mit mir Kontakt aufnehmen.

    Mit herzlichem Gruß

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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    Ich will mehr Sex als sie… Unterschiedliche Bedürfnisse

    Vor Geilheit durchdrehen?


    Mit meiner Partnerin hätte ich gern mehr Sex. Tatsächlich haben wir ungefähr 1x die Woche Sex, manchmal, im Urlaub, auch öfter. Der Sex macht uns beiden auch richtig viel Spaß, eigentlich haben wir gar keine Probleme, sollte man meinen.

    Aber ich habe dann doch eins, und sogar ziemlich arg, weil ich eigentlich jeden Tag könnte und sie eben nicht. Dabei habe ich das Gefühl: Ich brauche mehr Sex als sie, so richtig körperlich, um nicht vor Geilheit durchzudrehen. Dabei liebe ich sie total und will gar keine andere Beziehung. Aber ich habe Angst, dass ich irgendwann einfach nicht Nein sagen kann, wenn irgendeine andere mir mich anmacht.

    Ich habe auch schon versucht, mit ihr darüber zu reden. Aber sie meint, sie wär nun mal so, und mehr Sex mit ihr wär einfach nicht drin. Was soll ich bloß machen?

    Thomas W. (Name geändert)

    Mehr Sex- Unterschiedliche Bedürfnisse

    Hallo Thomas,

    es ist gar nicht so selten, dass in einer Beziehung der eine Partner mehr Sex will als der andere. Übrigens muss es nicht immer der Mann sein… Menschen haben körperlich uunterschiedliche Bedürfnisse: der eine braucht viel Sex, der andere weniger, und die Häufigkeit des Sex-Bedürfnisses kann sich auch im Laufe der Zeit immer wieder phasenweise ändern.

    Natürlich ist es nicht gut, sexuell unbefriedigt durch die Gegend zu laufen. Und Sie haben Recht: Wenn Sie sexuell unbefriedigt sind, steigt die Gefahr, dass Sie sich bei passender Gelegenheit zu einer Affäre hinreißen lassen, die Sie eigentlich gar nicht haben wollten.

    Gegen Ihren Sexualtrieb werden Sie kaum etwas machen können (und wohl auch nicht machen wollen…). Und umgekehrt werden Sie auch Ihre Partnerin nicht zu häufigerem Sex gewinnen können, wenn bei ihr körperlich dazu kein Bedürfnis vorhanden ist.

    Wenn Sie trotzdem Ihre Partnerin ständig mit dem Thema „mehr Sex“ bedrängen, besteht sogar die Gefahr, dass sie glaubt, sie würde Ihnen nicht ausreichend gefallen oder Ihre Beziehung wäre gestört.

    Mehr Sex- eine Lösung auch ohne Fremdgehen?

    Bleibt also die Frage, ob Sie auch ohne Fremdgehen eine langfristige Lösung finden, Ihren Sexualtrieb befriedigen zu können. Es ist keine Schande, wenn Sie darüber auch ganz offen mit Ihrer Partnerin sprechen, möglicherweise auch im Rahmen einer Beratungsstunde bei einem Therapeuten.

    Wenn Ihre Partnerin versteht, dass Ihr Wunsch nach mehr Sex nicht etwas ist, was sie an ihr auszusetzen haben, sondern einfach nur eine unterschiedliche Bedürfnislage, dann lassen sich durchaus konstruktive Lösungen finden.

    Sex nur gemeinsam und nur als Koitus?

    Die wichtigste Frage gleich zuerst:
    Glauben Sie (beide?), dass Sie durch Ihre Partnerschaft auch ein Abkommen geschlossen haben, dass in Ihrer Beziehung jede sexuelle Betätigung nur gemeinsam und nur in der Form eines Koitus stattfinden darf?

    Wenn dem so sein sollte, dann ist es vorprogrammiert, dass immer einer von Ihnen beiden in seinen eigenen Bedürfnissen verletzt wird: sei es durch zu viel, sei es durch zu wenig Sex.

    Die Lösung kann also nur lauten: Machen Sie sich in der Befriedigung Ihres Sex-Bedürfnisses ein Stück weit unabhängig- und zwar so, dass Ihre Partnerin nichts dagegen hat.

    Bisher hat sich Ihre Partnerin durch das „mehr Sex“-Thema wahrscheinlich immer nur unter Druck gesetzt gefühlt und noch gar nicht verstanden, dass Ihr häufigeres Sex-Bedürfnis eigentlich ein körperliches Problem von Ihnen ganz persönlich ist, dass mit Ihrer gemeinsamen Beziehung gar nicht so viel zu tun hat.

    Der selbstauferlegte Zwang, Sex immer nur gemeinsam und immer nur in Form eines Koitus haben zu dürfen, ist ähnlich, als würden Sie in Ihrer Partnerschaft festlegen, dass Sie Ihre Abendessen grundsätzlich nur gemeinsam und in der Form eines ausgedehnten Fünf-Gänge-Menüs einnehmen.

    Auch das würden Sie beide vermutlich nicht besonders lange durchhalten- eben deswegen, weil die Bedürfnisse der Menschen unterschiedlich sind, weil bei dem einen der Hunger größer ist als beim anderen, weil der eine jeden Abend ein Festmahl essen könnte und der andere nicht. Wenn einer von Ihnen nicht jeden Tag das große Festessen haben will, bedeutet das keineswegs, dass Sie nicht beide gemeinsam an schönen Festessen Freude haben können. Es heißt nur: eben nicht an jeden Abend.

    Zusätzlicher Sex, der die Beziehung nicht stört?

    Und wo soll nun der zusätzliche Sex herkommen, der Ihre Partnerin nicht stört?

    Wahrscheinlich wird Ihre Partnerin eher erleichtert als verärgert sein, wenn Sie sie fragen, was sie davon hält, wenn Sie außer der Beziehung zu ihr auch Pornografie dazu nützen, sexuell nicht durchzudrehen. Das ist die Methode, mit der viele Männer das Problem lösen können.

    Darüber hinaus könnte Ihre Partnerin auch damit einverstanden sein, wenn Sie hin und wieder die professionelle Hilfe einer Prostituierten oder einer Domina aufsuchen. Möglicherweise lernen Sie sogar etwas für Ihr eigenes Sexualleben hinzu, was Ihnen beiden Spaß macht.

    Womit Sie hingegen Ihrer Beziehung richtig schaden können, ist, wenn Sie durch eine Affäre eine neue Beziehung nebenher aufnehmen. Denn auch wenn viele Männer (und Frauen) durchaus vom Zusammenleben mit mehreren Partnern träumen, gibt es in der Wirklichkeit kaum Beispiele dafür, dass das ohne Eifersucht klappt.

    Es ist je schon in einer Zweierbeziehung schwierig genug, dass jeder seine eigenen Bedürfnisses klar formulieren kann und nicht zu kurz kommt…

    Es gibt für Sie und Ihre Partnerin also eine ganze Menge Stoff zum Diskutieren und Nachdenken. Falls es Ihnen schwer fällt, diese Themen direkt und offen anzusprechen, kann es hilfreich sein, in einige gemeinsame Stunden mit einem Therapeuten zu investieren. Denn Ihre Beziehung ist so kostbar, dass sich eine solche Investition sehr schnell gelohnt hat.

    Mit herzlichem Gruß

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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    Fremdgehen:
    Mögliche Anzeichen für Untreue?

    Untreue: Woran erkenne ich,
    dass mein Partner fremdgeht?

    Untreue? Foto © Mediaparts Fotolia.com

    Eine Frage zum Thema Untreue: Ich bin mir nicht sicher, ob mein Partner mich mit einer anderen betrügt. Gibt es Anzeichen, woran ich das erkennen kann? Gibt es solche Anzeichen nur für Männer oder auch bei Frauen?

    Silke T. (Name geändert)

    Untreue- die häufigsten Indizien

    Hallo Silke,

    über die Frage, ob es sichere Anzeichen für eine Affäre des Partners oder der Partnerin gibt, haben sich schon viele Leute den Kopf zerbrochen. Und es gibt den Berufszweig der Privatdetektive, der hauptsächlich davon lebt, solche Nachweise zu finden.

    Solche Anzeichen könnten sein:

    • Ihr Partner hat ein zweites Handy, das passwortgesichert ist und auf das Sie keinen Zugriff haben.
    • Ihr Partner/Ihre Partnerin will plötzlich deutlich weniger oder auch deutlich mehr Sex wünschen (in letzterem Fall als Überkompensation des schlechten Gewissens).
    • Auffällig sind neue Termine mit Freunden bzw. Freundinnen oder unerwartete Überstunden im Büro.

    Diese Anzeichen gelten übrigens für Männer genauso wie für Frauen.

    Aus psychologischer Sicht ist der Wunsch sehr gut verständlich, endlich die „ganze Wahrheit“ zu wissen. Das Problem ist nur: Durch solche Anzeichen erfahren Sie diese „ganze Wahrheit“ nicht.

    Denn:
    Alle diese Anzeichen können bedeuten, dass Ihr Partner eine Affäre hat, sie müssen es aber nicht.

    Untreue- die Suche nach der „ganzen Wahrheit“

    Selbst wenn Ihr Partner in flagranti beim Seitensprung überführt wurde, wissen Sie nicht, was diese Affäre eigentlich bedeutet.

    • Hat Ihr Partner eine neues Lebensglück gefunden und bereitet innerlich schon die Trennung von Ihnen vor?
    • War er einen Augenblick lang zu schwach, der Versuchung einer neuen Frau zu widerstehen?
    • Oder meint er, hin und wieder anderswo naschen zu können, ohne das dabei irgendetwas verwerflich ist, solange Sie es nicht erfahren?

    Eines wissen Sie allerdings mit Sicherheit schon jetzt, und zwar noch bevor Ihre Suche nach den mögliche Anzeichen eines Seitensprung beginnt: In Ihrer Partnerschaft besteht ein massiver Vertrauensverlust.

    Auch ohne Beweise
    steckt Ihre Partnerschaft in einer Krise

    Denn offensichtlich haben Sie, auch wenn klare Beweise noch nicht vorliegen, bereits jetzt das Gefühl, dass Sie Ihren Partner nicht mehr zu 100% trauen können.

    Deshalb sollten Sie sich, möglicherweise auch unter Zuhilfenahme eines Therapeuten, folgende Fragen stellen:

    Wenn ich nach Anzeichen für die Untreue meines Partners suche: Suche ich bereits einen Grund, mich von ihm zu trennen?

    Wenn Sie selbst innerlich bereits mit der Beziehung abgeschlossen haben, ist es letztlich egal, ob Ihr Partner eine Neue hat oder nicht- dann sollten Sie sich überlegen, wann und wie Sie ihm am besten sagen, dass es zwischen Ihnen zu Ende ist.

    Oder möchte ich daran arbeiten, die Beziehung zu erhalten, selbst wenn sich mein Verdacht bestätigen sollte?

    Solange Sie aber Ihren Partner noch lieben und auf eine weitere, gute Zeit des Miteinander hoffen, gibt es für Sie mehr zu tun, als selber Detektiv zu spielen oder gar eine Detektei mit Nachforschungen zu beauftragen.

    Therapeutische Lösungsansätze

    Wenn Ihnen also an Ihrem Partner noch etwas liegt:
    Dann wird es das Wichtigste sein, ihn zum Reden zu bringen und aus seinem Mund zu hören, was eigentlich passiert ist. Nur so erfahren Sie die „ganze Wahrheit“.

    Das kann nur klappen, wenn er sich durch Ihren Gesprächswunsch nicht von vornherein an den Pranger gestellt fühlt (ob zu Recht oder zu Unrecht).

    Wenn er spürt, dass Sie ihm ohne Vorwürfe erst einmal nur zuhören und ihn besser verstehen wollen, dann wird er sich Ihrem Gesprächswunsch kaum verschließen. Ein solches Gespräch kann sicherlich noch leichter gelingen, wenn Sie sich beide einen Therapeuten als Moderator gönnen, der Ihnen beiden dabei hilft.

    Die erste und wichtigste Regel, die Sie beide miteinander vereinbaren sollten, wird sein: Was auch immer passiert, Sie werden einander so wichtige Ereignisse wie einen Seitensprung nicht verheimlichen, und Sie werden sich rechtzeitig und offen gegenseitig über Ihre Bedürfnisse austauschen.

    Wenn Sie beide das Gefühl haben, sich auf dieser Basis wieder vertrauen zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten, weiterzuplanen: Das kann eine einvernehmliche Auszeit sein, aber auch der Versuch des Neubeginns, etwa dann, wenn sich herausstellen sollte, dass es gar keinen Seitensprung gegeben hat oder dass der Seitensprung Ihres Partners nur ein einmaliger Ausrutscher war, der ihm selber leid tut.

    Das ist bestimmt kein einfacher Weg, und deswegen ist eine therapeutische Begleitung sicherlich sehr sinnvoll. Aber es ist zugleich ein Weg, der sich lohnen kann. Und eine Beziehung, die eine solche Krise erfolgreich durchlebt hat, ist sicherlich deutlich gefestigter als zuvor.

    Mit herzlichem Gruß

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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    Nach Fremdgehen sofortige Trennung?

    Nach Fremdgehen sofortige Trennung?

    Fremdgehen- was tun?

    Ich glaube, dass mein Mann mit einer Arbeitskollegin fremdgeht. Angefangen hat das ganze vor etwa 5 Monaten, nach einer Kongressreise. Seitdem hat er ein zweites Handy, das er immer mit sich herumträgt, und er muss immer wieder plötzlich Überstunden machen, ohne dass er erzählen kann, was er eigentlich konkret macht.
    Ich habe auch mal während einer „Überstunde“ bei ihm am Arbeitsplatz angerufen, und er war gar nicht im Büro. Ich weiß überhaupt nicht, was ich machen soll. Eigentlich liebe ich meinen Mann und möchte ihn behalten. Andererseits wäre ich so wütend auf ihn, dass ich nie wieder in die Augen sehen könnte. Besonders deswegen, weil er mir nicht gleich die Wahrheit gesagt hat.
    Wenn das stimmt, dass er mich betrügt, sollte ich mich dann am besten sofort von ihm trennen?

    Heike B. (Name geändert)

    Fremdgehen- wie stelle ich ihn zur Rede?

    Hallo Heike,

    was Sie schreiben, sind tatsächlich typische Anzeichen für ein mögliches Fremdgehen Ihres Partners.

    Allerdings haben Sie erst dann Gewißheit, wenn Sie Ihren Mann ganz konkret mit Ihrer Vermutung konfrontiert haben. Wie könnte es ausgehen, wenn Sie ihn zur Rede stellen?
    Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten:

    1. Möglichkeit: Er gibt die Affäre zu. Und was dann?

    Es wäre völlig normal, wenn Sie ihn im Affekt erst einmal mit allen Schimpfwörtern der Welt überschütten und ihn aus der Wohnung hinauswerfen. An die Möglichkeit einer solchen „sofortigen Trennung“ haben Sie ja bereits selber gedacht.

    Allerdings macht eine solche „sofortige Trennung“ es unmöglich, dass er seine Sicht der Dinge überhaupt vorträgt. Denn die meisten Männer, die fremdgehen, wollen ihre Frau nicht verlieren. Falls Ihr Mann sie über seine Affäre belügt, dann höchstwahrscheinlich deswegen, weil er Angst hat, Sie zu verlieren, sobald er Ihnen die Wahrheit sagt. Auch wenn Ihr Mann Sie betrügt, ist ihm Ihre Beziehung offenbar immer noch wertvoll.

    Und solange Ihnen beiden Ihre Beziehung etwas bedeutet, ist es prinzipiell möglich, dass Sie auch wieder zusammenfinden.

    1. Möglichkeit: Er gibt die Affäre nicht zu. Und was dann?

    Sie müssen aber auch damit rechnen, dass Ihr Mann sagt, er hätte sie nicht betrogen.

    Auch wenn es nicht wahrscheinlich ist: Vielleicht kann Ihr Mann diese Veränderungen in seinem Verhalten und das neue Handy irgendwie erklären.

    Aber dann hätten Sie beide sofort neue Probleme: Ihr Mann müsste mit dem Gefühl fertigwerden, dass Sie ihm nicht trauen. Und auch Sie wären von seinen Erklärungen wahrscheinlich nicht ganz überzeugt.

    Warum ein Therapeut jetzt hilfreich sein kann

    Die Situation ist also so kompliziert, dass es sich lohnt, auch schon vor einer solchen direkten Aussprache therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Statt Ihren Mann direkt zur Rede zu stellen, könnten Sie sagen: „Ich habe das Gefühl, dass es gut wäre, wenn wir gemeinsam einen Therapeuten aufsuchen würden. Es gibt da ein paar Punkte, wo ich glaube, dass uns beiden fachlicher Rat weiterhelfen kann.“ Machen Sie ihm unmissverständlich deutlich, dass das Ihr Wunsch ist.

    Höchstwahrscheinlich wird Ihr Mann darauf eingehen, vielleicht ist er sogar froh, wenn Sie die Sache in die Hand nehmen und er aus seiner eigenen verfahrenen Situation wieder freikommt. Denn wenn er tatsächlich Sie über eine Affäre belügt, dann geht es auch ihm vermutlich psychisch nicht besonders gut.

    Fremdgehen- Eine Reihe wichtiger Fragen

    Gemeinsam mit Ihrem Therapeuten gibt es dann eine ganze Reihe wichtiger Fragen zu besprechen:

  • Was ist tatsächlich dran an der Affäre Ihres Mannes? Wie ist es dazu gekommen und warum hat er Ihnen nicht von selbst die Wahrheit gesagt?
  • Welchen Wert hat Ihre gemeinsame Beziehung für Ihren Mann und für Sie selbst? Vor der Affäre und jetzt?
  • Gibt es Möglichkeiten, wie Sie das zerbrochene Vertrauen wiederherstellen können?
  • Können Sie Ihrem Mann die Affäre verzeihen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen?
  • Wenn Sie sich trennen wollen: Wie organisieren Sie Ihre Trennung? Ist die Scheidung der richtige Weg oder genügt zuächst eine vorübergehende Trennung? Was geschieht mit Ihrem gemeinsamen Besitz? Wie soll es ggf. mit Ihren Kindern weitergehen?
  • Fremdgehen- Chance für einen Neuanfang?

    Fazit: Die sofortige Trennung ist für Sie beide wahrscheinlich nicht die beste Lösung, weil dadurch andere Möglichkeiten nicht mehr geprüft werden können, die für Sie beide deutlich besser sein können.

    Natürlich ist es sicher, dass nach einer Affäre in Ihrer Beziehung vieles nicht mehr so sein kann wie zuvor. Aber das ist ja auch gut so, dass sich etwas verändert hat. Denn jetzt gibt es die Chance, dass Sie beide nach einiger Zeit der gemeinsamen therapeutischen Arbeit wieder neu zueinander finden.

    Ihr Mann wird möglicherweise gelernt haben, dass er mit Ihnen über seine eigenen intimen Probleme und Sehnsüchte sehr viel offener reden kann, als er das je geglaubt hätte.

    Und Sie selbst werden möglicherweise herausfinden, dass Sie Ihren Mann auch trotz der Affäre lieben und ihm nach der gemeinsamen Therapie wieder in einem Maß vertrauen können, wie es zuvor in Ihrer Ehe gar nicht möglich gewesen ist.

    Auf Ihrem Weg zu einer Lösung, mit der Sie selbst rundum zufrieden sein können, wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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    Freundin war Prostituierte-
    wie komme ich damit zurecht?

    Freundin war Prostituierte.

    Meine Freundin war Prostituierte …

    Seit einem guten Jahr habe ich eine neue Freundin, mit der ich mich absolut super verstehe. Wir sind im Laufe der Monate immer näher aneinandergerückt, und planen jetzt sogar, gemeinsam eine Wohnung zu suchen.

    Allerdings meinte meine Freundin, mir vorher noch etwas sagen zu müssen, damit ich ihr das später nicht zum Vorwurf machen könne. Und auch sie selbst wolle nicht die Angst haben, dass ich sie nicht mehr lieben kann, wenn ich irgendwann ihr Geheimnis erfahre. Und dann erzählte sie mir, dass sie fast zwei Jahre lang als Callgirl gearbeitet hatte, alle Dienstleistungen inklusive.

    Das ist jetzt ein Vierteljahr her. Ich bin total aus allen Wolken gefallen, aber sie hat dann noch mehr erzählt, so dass ich ihre Geschichte schon nachvollziehen kann. Ursache war wohl ein Typ, den sie glaubte, irgendwie retten zu müssen und der sie sehr schlecht behandelt und total ausgenommen hat. Sogar bei ihren Freiern war es ihr besser ergangen als bei ihm. Wenn man die Hunderte an Freiern nicht mitzählt, bin ich sogar erst ihr dritter Freund.

    Immerhin hatte sie nach den zwei Jahren tatsächlich die Kraft gehabt, sich von ihm loszumachen und sich auf ihr Studium zu konzentrieren. Und bis zum Beginn unserer Freundschaft hatte sie wohl volle zwei Jahre ganz ohne Männer.

    Ich halte sie für total glaubwürdig, und ich mag sie richtig gern und will sie auf keinen Fall aufgeben. Ich bewundere auch, dass sie mir all das so offen erzählt hat. Und ich verstehe, dass sie mir das nicht schon vorher erzählen konnte- denn sie wollte ja kein Risiko eingehen, dass ich mich gleich schon zu Anfang wieder abwende.

    Eigentlich steht also nichts entgegen, dass wir jetzt glücklich in die nächste Phase unserer Freundschaft vorangehen und zusammenziehen.

    …und ich komme damit einfach nicht zurecht

    Allerdings quält mich seit unserem Gespräch die Vorstellung, dass so viele Männer mit ihr Geschlechtsverkehr hatten. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich seitdem vor dem Sex mit ihr ekle.

    Dabei finde ich es selber widerlich, dass ich Sie jetzt für Ihre Ehrlichkeit abstrafe. Ich wäre wirklich gern großzügig und tolerant, und ich kann mir zehnmal sagen, dass das alles ja schon Jahre her ist. Aber irgendwie ist alles nicht mehr wie vorher.

    Gibt es irgendeinen Weg, dass ich meinen Ekel überwinde und wir doch wieder normal zusammen sein können?

    Sebastian K. (Name geändert)

    Ihre Freundin war Prostituierte
    und jetzt ekeln Sie sich

    Hallo Sebastian,

    das war für Sie mit Sicherheit ein Schock, als Ihre Freundin Ihnen berichtete, zwei Jahre lang als Prostituierte gearbeitet zu haben. Statt der Freude, jetzt bald mit ihr zusammen zu ziehen, ist es jetzt der Ekel vor dem Sex, der die Beziehung zu ihr bestimmt.

    Deshalb fragen Sie sich jetzt, ob und wie Sie Ihren Ekel überwinden und mit Ihrer Freundin ein normales Leben führen können.

    Ekel ist ein tief verwurzeltes Gefühl

    Ekel ist -ähnlich wie Scham oder Angst- ein sehr starkes Gefühl, das von der Evolution her tief in uns als ein Instinkt verankert ist: Moderne Forschung sieht den Ekel im limbischen System des Gehirns lokalisiert.

    Während die Fähigkeit zum Ekel also genetisch vorgegeben ist, werden die Inhalte, über was man sich ekelt, sozial durch Erziehung vermittelt. So kennen etwa Kleinkinder noch keinen Ekel vor Exkrementen und haben auch keine Scheu, einen Wurm in den Mund zu nehmen. Erst die Erziehung durch die Eltern legt fest, was alles „igitt“ ist.

    Das Gefühl von Ekel ist grundsätzlich gut und wichtig, weil es uns vor ganz konkreten Gefährdungen unserer Gesundheit schützen kann: so der Ekel vor Exkrementen, vor verdorbenen Essen, vor bestimmten Insekten -alles gefährliche potentielle Krankheitsüberträger-.

    Insofern ist es sozusagen von der Natur aus so eingerichtet, dass man das Gefühl von Ekel nur sehr schwer loswerden kann.

    Möglichkeiten, den Ekel zu überwinden

    Dass Ekel sich nur schwer überwinden läßt, heißt aber nicht, dass es unmöglich wäre, den Ekel zu überwinden. Allerdings ist es sicherlich sinnvoll, wenn Sie dazu therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.

    Zunächst einmal ist zu prüfen, wovor genau Sie sich eigentlich ekeln:

    • Ihre Freundin selbst und ihr Körper sind offenbar nicht der Grund für den Ekel. Denn körperlich hat sich Ihre Freundin durch ihre Erklärung nicht verändert.
    • Die Ursache des Ekels sind also ausschließlich Vorstellungen in Ihrem eigenen Denken.

    Damit kommt nun die nächste Frage: Was sind diese ekelerregenden Bilder? Ihre Vorstellung von den Freiern? Die Vorstellung, wie Ihre Freundin mit anderen Männern Sex hat? Die Vorstellung, in der Scheide Ihrer Freundin könnte noch Sperma von anderen stecken?

    Gedankenstopp

    Aufgabe einer Therapie wäre es, solche Bilder wieder von Ihrem eigenen Sex mit Ihrer Freundin zu entkoppeln. Eine mögliche Technik könnte der „Gedankenstopp“ sein, bei der Ihr Therapeut Sie regelmäßig im Gespräch mit „Stopp!“ unterbricht, sobald Sie an die unerwünschten Bilder denken. Diese Unterbrechung kann dann zu einer inneren Stimme werden, die Ihnen hilft, solche Gedankenketten abzubrechen.

    Möglicherweise werden Sie so das Problem der ekelerregenden Gedanken schon in wenigen Monaten überwinden können. Und je mehr konkrete schöne Erfahrungen Sie mir Ihrer Freundin in der neuen Wohnung haben, mit und ohne Sex, desto größer wird Ihr Schatz an anderen und angenehmeren Gedanken, die Sie beim Zusammensein mit Ihrer Freundin begleiten.

    Mit Freundlichen Grüßen

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    PS:
    Nachdem Ihre Freundin so offen zu Ihnen war, ist es bestimmt richtig, wenn Sie genauso ehrlich zu ihr sind. Wichtig ist, dass auch Ihre Freundin weiß, dass Sie nicht ihr etwas übel nehmen oder eine Abneigung gegen ihre Person haben. Möglicherweise ist es sinnvoll, dass Sie gemeinsam mit Ihrer Freundin zum Therapeuten gehen. So wird auch Sie verstehen, dass Sie nichts anderes wünschen, als in eine von Altlasten und Abwehrgefühlen freie gemeinsame Zukunft zu gehen.

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    Ist Onanie schädlich? Der Mythos der Selbstbefleckung

    Nein, Onanie ist nicht schädlich, entgegen den medizinischen Märchen des 18. und 19. Jahrhunderts, die manchmal noch heute forterzählt werden.

    Onanie verursacht keine körperlichen Schäden

    Physiologisch macht es keinen Unterschied, wie ein Orgasmus ausgelöst wird, weder bei Männern noch bei Frauen. Ein „selbst erzeugter“ Orgasmus hat auf biochemischer Ebene die gleiche Wirkung wie ein Orgasmus beim Koitus zwischen zwei Sexualpartnern.. Die Intensität des Orgasmus hat mehr mit der Dauer des Vorspiels zu tun als damit, ob der Orgasmus mit oder ohne Koitus geschieht. Einige neuere Studien lassen beim Mann sogar vermuten, dass regelmäßige Onanie Prostata-Erkrankungen vorzubeugen hilft.

    Onanie, eine schreckliche Sünde- Onania;_or,_the_Heinous_sin_of_Self-Pollution

    Onanie- das Erbe der falschen Vorstellungen

    1712 erschien in England das anonyme Pamphlet „Onania: or, the Heinous Sin of Self-Pollution“ („Onanie oder die abscheuliche Sünde der Selbstbeschmutzung“), in dem erstmals behauptet wurde, dass exzessive sexuelle Selbstbefriedigung Ursache zahlreicher Krankheiten wäre, wie z.B. Pocken und Tuberkulose.

    Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und wurde in ganz Europa viel gelesen. Es folgte eine ganze Flut von Büchern, welche die Onanie als „Laster der Selbstbefleckung“ anprangerten. Erstaunlicherweise hielten sich die in dem Buch vertretenen Thesen entgegen aller medizinischer Evidenz bis ins 20. Jahrhundert, und das auch bei Ärzten, Lehrern und Erziehern.
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    Und ebenfalls noch bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden immer wieder neue Fesseleinrichtungen für Kinder und Jugendliche patentiert, die gegen dieses Laster schützen sollten. Diese Vorstellungen wirken bis heute bei vielen Menschen fort, da sich wegen der gesellschaftlichen Tabuisierung nur wenige Lehrer trauen, öffentlich zu sagen, dass Onanie in keiner Weise schädlich körperlich ist.

    Onanie- ein Suchtpotential?

    Eine andere weit verbreitete Vorstellung sieht die Gefahr bei der Onanie darin, dass sie exzessiv betrieben wird und nach und nach wie bei einer Suchterkrankung das ganze Leben eines Menschen bestimmt. Auch hier liegt eine falsche Vorstellung zugrunde. Ein gesunder Mensch hat sexuelle Bedürfnisse- krank ist er dann, wenn er sie nicht hat. (Ebenso wie Hunger und Durst natürliche Bedürfnisse sind und kein Anzeichen von Krankheit!)

    Wenn ein Mensch sein sexuelles Bedürfnis befriedigen möchte, ist das also nicht krank, sondern ein Zeichen körperlicher und psychischer Gesundheit.

    Anders als bei Drogen oder Alkohol kann sich bei Onanie auch keine Sucht im Sinne stofflicher Abhängigkeit entwickeln: genauso wenig, wie man süchtig nach dem Trinken nichtalkoholischer Getränke werden kann. Bei der Onanie gilt dasselbe wie bei Hunger oder Durst: Der Körper selbst zeigt an, wann das Bedürfnis da ist- und sobald das Bedürfnis befriedigt ist, läßt es auch wieder nach. Wann und wie häufig ein Mensch sexuelle Bedürfnisse hat, ist individuell höchst unterschiedlich- und kann jeden Tag wieder anders aussehen.

    Onanie- wann hat das Thema Bedeutung für die Psychotherapie?

    Für Onanie gilt dasselbe wie für alle anderen menschlichen Handlungen: Ein Krankheitswert liegt nur dann vor, wenn das Individuum selbst bzw. dessen Umwelt unter der betreffenden Handlung leidet. Solange Onanieren Spass macht, ist medizinisch und psychotherapeutisch die Welt in Ordnung.

    In der therapeutischen Praxis gibt es allerdings gar nicht so selten Klienten und Klientinnen, denen ihr eigener Umgang mit Onanie Schwierigkeiten bereitet. Quälend können zum Beispiel falsche medizinische Vorstellungen sein (siehe oben) wie die Vermutung, sich selbst mit Onanie körperlich zu schaden. Ebenfalls relativ häufig kann sich Onanie mit einem psychischen Zwang verbinden: Onanie ist dann nicht mehr lustvolle Selbstbefriedigung, sondern eine als peinlich empfundene Handlung, die ausgeführt werden muss. in extremen Fällen kann das bis hin zum Zwang zur Onanie in der Öffentlichkeit führen- mit allen daraus resultierenden strafrechtlichen Konsequenzen (Strafgesetzbuch § 183 Exhibitionistische Handlungen).

    Onanie- Schuldgefühle in der Partnerschaft

    Auch kommt in vielen Partnerschaften vor, dass einer der Partner seine Lust an der Onanie vor dem anderen verbirgt- und wegen der Heimlichkeit seiner Selbstbefriedigung Schuldgefühle entwickelt. Diese können noch verstärkt werden, wenn in einer Partnerschaft ein Partner den anderen beim Onanieren „ertappt“ und ihm deswegen Vorwürfe macht. Im Rahmen einer Sexualtherapie wäre es wichtig nachzuprüfen, welches Bild vom Umgang mit der Sexualität beide Partner haben, ob Selbstbefriedigung eines oder beider Partner in der Beziehung einen Platz haben kann oder ob Sexualität tatsächlich nur im Kontext der Gemeinsamkeit stattfinden darf.

    Da ein Gespräch über diese Themen in vielen Partnerschaften oft nicht ganz einfach ist, erscheint es sinnvoll, sich hier psychotherapeutische Hilfe zu suchen. Nachdem eine lustvoll ausgeübte Sexualität ganz entscheidend zur Lebensqualität eines Menschen beiträgt, ist es unbedingt sinnvoll, Probleme im Gebiet Sexualität nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern aktiv an einer Lösung zu arbeiten. Wenn Sie möchten, stehe ich Ihnen hier gern für eine weitere Beratung zur Verfügung.

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    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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    Homosexuell: Bin ich homosexuell oder nicht?

    Homosexuell durch falsche Gedanken?

    Coming-out. Homosexuell?
    Homosexuell? Foto © oneinchpunch Fotolia.com

    Bin ich eigentlich homosexuell?- Eine Frage, mit der ich mich die ganzen letzten Jahre herumquäle. Dabei hatte ich schon mehrmals etwas mit Mädchen und bin beim Sex auch immer ohne Probleme gekommen.
    Allerdings habe ich nie eine richtige Freundin gehabt. Ich fange im Kino immer an zu vergleichen und frag mich: findest du das Mädchen hübscher oder doch eher ihn? Abends kann ich dann überhaupt nicht einschlafen. Kann man sich selbst durch Rumgrübeln einreden, dass man schwul ist? Ich habe echt Angst davor, dass mich mein eigenes Nachdenken krank macht.

    Marcus R. (Name geändert)

    Eine Frage, die viele Menschen irgendwann beschäftigt

    Hallo Marcus,

    so wie Ihnen geht es vielen Menschen. Wahrscheinlich stellt sich sogar jeder Mensch in seinem Leben einmal die Frage: Kann es sein, dass ich mich auch in jemanden verlieben kann, der das gleiche Geschlecht hat wie ich?

    Diese Frage allein hat noch nichts damit zu tun, ob Sie homosexuell sind oder heterosexuell oder vielleicht auch bisexuell. Durch Rumgrübeln können Sie nicht homosexuell werden, davor brauchen Sie bestimmt keine Angst zu haben.

    Die Frage an sich ist im Grunde auch gar nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist, zu welchem konkreten Menschen Sie sich hingezogen fühlen und ob dieser Mensch, ganz gleich, ob Mann oder Frau, Ihre Liebe dann auch erwidert.

    Zeit dafür, einen Mann kennenzulernen?

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    Sie schreiben, dass Sie im Kino durchaus auch mal den männlichen Star attraktiver finden. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass für Sie möglicherweise eine homosexuelle Beziehung besser paßt, als es Ihnen bisher mit den Mädchen gegangen ist. Aber das finden Sie natürlich nur heraus, wenn Sie es ausprobieren. Mit Rumgrübeln vorm Einschlafen werden Sie da nicht weiterkommen.

    Mit dem Kennenlernen von Mädchen hatten Sie ja in der Vergangenheit offenbar wenig Probleme. Vielleicht ist es Zeit, dass Sie auch einmal einen Jungen kennenlernen?

    Das ist zugegebenermaßen in unserer Gesellschaft nicht sehr einfach. Aber vielleicht sollten Sie es einfach mal ausprobieren?

    Gibt es schon einen Mann in Ihrem Leben?

    Gibt es in Ihrem Leben einen Mann, der Ihnen gefällt und in den Sie sich bereits verliebt haben? Dann versuchen Sie doch, diese Freundschaft zu pflegen, miteinander etwas zu unternehmen, zu verreisen. Wen Ihr Freund dazu Lust hat und Sie beide richtig viel zusammen sind, dann werden Sie sich früher oder später auch über das Thema Sexualität unterhalten.

    Und wenn Sie beide sich bis dahin gut verstanden haben, dann können Sie Ihren Freund auch ansprechen, am Strand oder im Hotelzimmer, ob er nicht etwas näher an Sie heranrücken möchte. Klar besteht das Risiko, dass er nein sagt. Aber andererseits werden Sie es nicht herausfinden, wenn Sie nichts wagen.

    Leute kennenlernen in Jugendzentren und Vereinen

    Aber es gibt noch eine andere, möglicherweise einfachere Alternative. Sie können mal bei einem homosexuellen Jugendzentrum in Ihrer Nähe anrufen, wie zum Beispiel dem anyway in köln oder dem diversity in München. Hier finden Sie Gruppen für Jugendliche oder junge Erwachsene bis 27, die genau wie Sie häufig noch gar nicht sicher sind, ob sie nun dezidiert homosexuell sind oder nicht. Was das Schöne an der Sache ist: Sie sind da mit Leuten zusammen, mit denen Sie über Ihr Thema mit Sicherheit ohne jede blöde Bemerkung reden können.

    Falls Sie dafür schon zu alt sind: Es gibt in nahezu allen größeren Städten einen homosexuellen Verein, wo Sie Veranstaltungen besuchen und Leute kennenlernen können: Das finden Sie im Internet sehr schnell heraus. Dazu kommen die überregionalen Gruppen, wie zum Beispiel HuK- Homosexuelle und Kirche oder der Völklinger Kreis, der Berufsverband für schwule Manager, Unternehmer und Freiberufler.

    Wenn Sie weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Mail,

    Herzliche Grüße
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    Aggressiver Sex trotz liebevoller Beziehung?

    Aggressiver Sex

    Aggressiver Sex-
    Was tun, wenn der Sex gewaltsam wird?

    Mein Freund und ich verstehen uns eigentlich bestens. Wir sind sehr glücklich miteinander, und ich weiß, dass er mich liebt. Nur beim Sex klappt in letzter Zeit gar nichts mehr.

    Er packt mich jedes Mal immer gröber an, beschimpft mich: „Du dreckiges Luder, Dir zeig ich, was Sache ist!“  Er spuckt mich manchmal auch an und drückt mich beim Sex mit den Handgelenken so sehr nach unten, dass es mir richtig weh tut und ich schreien muss. Das geilt ihn dann offenbar noch mehr an, und er hört gar nicht mehr auf.

    Nachher entschuldigt er sich dann und sagt, dass ich ja weiss, dass das nur ein Spiel ist. Dann ist er richtig zärtlich und liebevoll.Ich will ihn auf gar keinen Fall verlieren, habe auch schon versucht, ihm zu erklären, dass das so nicht geht. Er sagt dann, dass er alles versteht und sich ändern will. Doch beim nächsten Mal ist er nur noch brutaler.
    Heike B. (Name geändert)

    Aggressiver Sex: Oberste Spielregel:
    Beim Sex geht nur, was beide wollen

    Hallo Heike,
    das Wichtigste gleich voran: Sex funktioniert nur so, wie ihn beide Partner wollen.

    Ansonsten wird das Ganze sehr schnell sehr lustfrei- zuerst für den Partner, dessen Bedürfnisse nicht beachtet werden, und bald darauf auch für den zweiten Partner. Denn irgendwann kommt der Punkt, an dem der Partner mit den vernachlässigten Bedürfnissen einfach nicht mehr mitspielen wird. Und an diesem Punkt scheinen Sie gerade zu stehen.

    Gerade wenn Ihnen an Ihrer Beziehung etwas liegt: Es ist wichtig, dass Sie standfest bleiben und sich nicht beim Sex zu etwas hinreissen lassen, das Ihnen nicht gefällt.

    Aggressiver Sex nach Alkohol oder Drogen

    Zur Beurteilung Ihrer Situation ist eine weitere Frage wichtig, über die Sie selbst noch nichts geschrieben haben: Hat der Kontrollverlust Ihres Freundes möglicherweise etwas mit Alkohol oder Drogen zu tun?

    Wenn das der Fall sein sollte, benötigt Ihr Freund unbedingt therapeutische Hilfe. Sie selbst und das Sex-Problem sind dann eher ein Nebenschauplatz, und eine grundsätzliche Lösung wird es nur dann geben, wenn Ihr Freund seine Suchtkrankheit in den Griff bekommen hat. Das kann ein sehr langer und schwieriger Weg sein, dessen Ausgang ungewiß ist. Mehr als die Hälfte aller Alkohol- oder Drogenabhängigen schaffen es niemals, ihre Suchtkrankheit zu überwinden.

    Sollte also Alkohol oder Drogen der Grund für den aggressiven Sex sein, werden Sie dieses Thema für sich allein genommen niemals lösen können. Entscheidend ist allein der Punkt, ob Ihr Freund zu einer Entzugsbehandlung bereit ist. Da das Zusammenleben mit einem alkohol- oder drogenkranken Menschen psychisch immer sehr belastend ist, sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht auch für sich persönlich therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen wollen.

    Aggressiver Sex auch ohne Alkohol oder Drogen

    Wenn Sie sicher sind, dass Alkohol und Drogen im Leben Ihres Freundes keine Rolle spielen, sieht die Situation natürlich anders aus.

    Die beste Lösung wäre, gemeinsam mit Ihrem Freund einen Paartherapeuten aufzusuchen. Denn Ihr Problem erscheint bereits jetzt so gravierend, dass professionelle Hilfe sinnvoll ist. Da Ihnen beiden offensichtlich an Ihrer Beziehung etwas liegt, sollte Ihnen beiden diese Investition nicht zu teuer sein.

    Ob nun im Rahmen einer Paartherapie oder außerhalb: In einem ersten Schritt ist es meiner Ansicht nach unbedingt erforderlich, dass Sie Ihrem Freund unmißverständlich erklären, dass Sie das nächste Mal den Sex komplett abbrechen werden, wenn es Ihnen keine Freude mehr macht. Und das sollten Sie nicht nur als Drohung in den Raum stellen, sondern tatsächlich auch so machen. Bei der ersten von Ihnen nicht gewünschten gewaltsamen Handlung ist Schluß mit Sex. Wenn er dann trotzdem weitermacht, erfüllt das den Tatbestand der sexuellen Nötigung bzw. Vergewaltigung nach § 177 Strafgesetzbuch.

    Sollte es tatsächlich so weit kommen, könnten Sie sich überlegen, ob Sie die Beziehung tatsächlich noch weiter aufrecht erhalten wollen. In diesem Fall wäre therapeutische Hilfe für Sie beide sinnvoll.

    Und wenn er Ihr Problem verstanden hat?

    Es kann natürlich auch sein, dass Ihr Freund bis zu diesem Gespräch immer noch geglaubt hat, Ihr Widerstand als Frau gegen seine Gewaltausbrüche würde irgendwie zum Sex dazugehören.

    Vielleicht hat er nach diesem Gespräch eingesehen, dass Sie wirklich nicht wollen, dass er Ihnen beim Sex wehtut oder Sie beleidigt. Aber auch, wenn Sie das erreicht haben, ist es sinnvoll, gemeinsam zu klären, welche Bedürfnisse Sie beide eigentlich beim Sex haben und was Sie beide brauchen, um mit Ihrem Sex zufrieden zu sein.
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    Diese Frage ist für Sie beide sehr wichtig.
    Denn nehmen wir einmal an, Sie haben ihn überzeugt und er verzichtet auf die bisherige Form von Gewalt beim Sex:. In Ordnung ist die Welt dadurch wahrscheinlich noch nicht.

    Möglicherweise werden zwar Sie selbst jetzt mit dem Sex zufriedener sein, aber genauso wahrscheinlich ist, dass von nun an ihm etwas beim Sex fehlen wird, nämlich dieses gewaltsame Element. Für viele Menschen, männlich und weiblich, liegen Sex und Gewalt dicht beieinander. Gewaltsame Fantasien können sexuell sehr erregend sein und lustvoll. Manche Menschen benötigen sie unbedingt, um lustvollen Sex zu erleben.

    Das heißt natürlich nicht, dass solche Gewaltfantasien auch 1:1 ausgelebt werden müssen, und schon gar nicht gegen den Willen eines anderen Menschen.

    Aggressiver Sex-
    Mögliche Lösungen auf der Spielebene

    Das heißt aber auch nicht, dass Ihr Freund auf den Kitzel Gewalt beim Sex komplett verzichten muss. Es gibt sogar zwei mögliche Lösungen, bei der Sie seine Gewaltfantasien als spielerisches Element in den Sex einbauen können.

    1. Sie besprechen vorab, was für Sie in Ordnung ist und was nicht. Z.B. könnten Sie es zulassen, sich die Augen verbinden zu lassen, aber nicht, dass er Ihnen körperlich weh tut. Danach vereinbaren Sie, wie in der BDSM-Szene üblich, einen Ampelcode: Wenn Sie „Gelb!“ sagen, weiß Ihr Freund, dass er sich beim Sex eine neue Stellung einfallen lassen muss und so nicht mehr weitermachen darf. Wenn Sie „Rot! sagen, muss er das Spiel abbrechen und mit Ihnen genau besprechen, was in diesem Moment Ihrer beider Bedürfnisse sind.

    2. Die andere Lösung geht davon aus, dass Gewaltfantasien oft gar nicht daran gebunden sind, dass ein bestimmter Partner „oben“ und der andere „unten“ ist. Möglicherweise findet es Ihr Freund genauso erregend, wenn Sie für ihn ein bißchen die Domina spielen und ihn fesseln und beim Sex mit der Reitgerte schlagen- der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Nur dass es diesmal er ist, der „Gelb!“ oder „Rot!“ zu sagen hat. Und vielleicht macht es Ihnen sogar selbst Freude zu sehen, wenn es Ihnen gelingt, auf diese Weise das Bedürfnis nach Gewalt zu befriedigen, das Ihr Freund beim Sex empfindet.

    Ihnen beiden alles Gute!
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    Was ist eigentlich Impotenz? Arten und Ursachen

    Impotenz bedeutet auf lateinisch Nicht-Können. Der Begriff Impotenz für sich genommen ist wenig aussagekräftig, da hier ganz unterschiedliche körperliche und psychische Phänomene gemeint sein können. Hilfreich ist, hier genauer zu unterscheiden.
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    Drei Arten von Impotenz

    Auf sexuellem Gebiet unterscheidet man beim Mann drei Arten von Impotenz:

    1. Impotenz als Erektionsunfähigkeit
    (erektile Dysfunktion)

    Die Unfähigkeit zur Erektion hat in der Regel körperliche Ursachen: Weil der Verlust der Erektionsfähigkeit in manche Fällen Vorbote für andere schwere Erkrankungen (insbesondere Schlaganfall/Herzinfarkt) sein kann, ist es unbedingt erforderlich, möglichst bald einen Arzt aufzusuchen. Auch Drogenkonsum oder Alkohol kann Ursache für Erektionsunfähigkeit sein. Erst wenn mögliche medizinische Ursachen abgeklärt sind, ist eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll.
    Mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit zu: Während nur etwa jeder 50. Mann unter dreißig betroffen ist, sind es bei den über Sechzigjährigen mehr als die Hälfte.

    2. Impotenz als Unfähigkeit zum Samenerguss
    (Anejakulation)

    Die Unfähigkeit zum Samenerguss ist immer zuerst ein medizinisches Problem, das mit dem Arzt besprochen werden muss. In der Regel liegt eine neurologische Erkrankung zugrunde (z.B. Wirbelsäulenschädigung).

    3. Impotenz als Zeugungsunfähigkeit

    Auch hier ist eine medizinische Abklärung möglicher Ursachen wichtig, und zwar sowohl beim männlichen als auch beim weiblichen Partner in einer Beziehung. Für körperliche Ursachen bei einem oder beiden Partnern gibt es eine Vielzahl möglicher Behandlungsmethoden. Eine psychotherapeutische Begleitung der medizinischen Behandlung ist sinnvoll und kann den Behandlungserfolg wesentlich verbessern.

    Es gilt für alle drei Formen der Impotenz:
    Vor dem Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung ist ein Arztbesuch und die Abklärung möglicher medizinischer Ursachen unerläßlich.
    Impotenz kann ein Warnsignal des Körpers für andere, noch nicht erkannte Erkrankungen sein.

    Da Sexualität einer der Kernbereiche unseres Lebens ist und sich eine Störung auf diesem Gebiet auch auf die gesamte Lebensqualität eines Menschen auswirkt, ist es in allen drei Arten von Impotenz hilfreich, zusätzlich zur medizinischen Behandlung auch psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das gilt insbesondere dann, wenn körperliche Ursachen für eine der Formen von Impotenz durch den Arzt nicht gefunden werden konnten.

    Impotenz- mögliche körperliche Ursachen

    Es gibt eine ganze Reihe von Krankheiten, die zu Erektionsschwierigkeiten und Impotenz führen können, z.B. Nervenschädigungen oder bestimmte Formen der Rückenmarksschädigung, Diabetes, Bluthochdruck. Auch bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung zu Potenzschwäche führen. Aus diesem Grunde ist die medizinische Abklärung solcher Ursachen unbedingt erforderlich.

    Daneben gibt es auch weitere körperliche Faktoren, welche die Potenz und den körpereigenen Hormonhaushalt negativ beeinflussen und die durch Änderung von Lebensgewohnheiten verbessert werden können:

    • Alkoholmissbrauch
    • Rauchen
    • Cholesterinüberschuss
    • Übergewicht
    • zu wenig Bewegung und Sport
    • zu viel Sport

    Es ist nicht immer leicht, diese Faktoren alleine zu verändern. Deshalb ist es sinnvoll, sich hier fachlichen Rat durch einen Arzt oder Therapeuten einzuholen.

    Impotenz- mögliche psychische Ursachen

    Psychische Ursachen für Impotenz sind vielfältig und für jeden betroffenen Menschen unterschiedlich.

    Auch wenn Impotenz häufig als generelles persönliches Versagen erlebt wird („Ich bin impotent“), kann es sich auch um ein Problem handeln, das nur in einer bestimmten Konstellation besteht.

    Während der Betroffene möglicherweise keine Schwierigkeit hat, durch Masturbation allein einen Orgasmus mit Samenerguß zu erleben, ist das mit dem/der Sexualparterin nicht (mehr) möglich.
    In so einem Fall ist Impotenz weder eine Eigenschaft („Ich bin jetzt impotent geworden“) noch eine körperliche Krankheit, sondern möglicherweise Ausdruck für einen Beziehungskonflikt. Hier könnte psychotherapeutsiche Hilfe ein sehr wichtiger Weg sein, um das Problem zu lösen.

    Andere mögliche psychische Ursachen sind zum Beispiel mangelndes Selbstvertrauen, das auch in nichtsexuellen Bereichen des Lebens wurzeln kann (z.B. mangelnde Anerkennung im Beruf). Auch andere Lebensumstände wie z.B. Stress und Leistungsdruck können zu Potenzstörunge führen. Auch psychische Störungen wie z.B. eine unerkannte depressive Erkrankung kann Impotenz auslösen.

    Impotenz und das eigene sexuelle Selbstbild

    In manchen Fällen kann es auch das eigene sexuelle Selbstbild sein, welches die Störung verursacht: z.B. die eigene nicht erkannte Homosexualität oder ein unbewußter Protest gegen eine bestimmte Form des Männlichseins, wie sie (tatsächlich oder vermeintlich) von der Sexualpartnerin erwartet wird. Zu prüfen wäre insbesondere, ob bestimmte Erwartungen an das sexuelle Zusammenspiel (noch) sinnvoll sind, z.B. die Erwartung: „Der Samenerguss darf nur im Koitus erfolgen, andere sexuelle Spiele gibt es in unserer Beziehung nicht.“ Hier könnte die psychotherapeutische Arbeit an der Frage weiterführen: Warum ist eine solche Einengung des Sexualverhaltens überhaupt notwendig ist? Wie können sich die Sexualpartner von dieser Einengung zugunsten eines mehr spielerischen Umgangs mit der Sexualität lösen?
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    Freude am Sex ist ein zentraler Punkt an Lebensqualität für jeden Menschen. Freude am Sex ist prinzipiell auch für jeden Menschen möglich. Es lohnt sich also, an diesem Punkt zu arbeiten und so in das ganz persönliche Lebensglück zu investieren.

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    PS: Vgl. auch den Artikel Normal oder nicht?- Normen für den Sex

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    Wie erkennt man Pornosucht?- Die wichtigsten Kriterien

    Pornosucht

    Pornosucht aus therapeutischer Sicht

    Wann beginnt Pornosucht?

    Pornosucht: Häufig stellen mir Klienten die Frage, was Pornosucht eigentlich ist und wie man sie erkennt. Antworten, wie man sie im Internet findet, sind oft recht unwirsch und meist wenig hilfreich (nach dem Motto: „Geh doch lieber ins Bordell…“).

    Grundsätzlich ist der Genuss von Pornografie aus psychotherapeutischer Sicht nichts Schlechtes. Wenn der männliche Partner in einer Beziehung ein häufigeres Bedürfnis nach sexueller Betätigung hat als die Frau, dann ist Internet-Pronografie sogar ein guter Weg, die Beziehung zu stabilisieren, sicherlich viel besser als zusätzliche „Affairen“ oder Bordellbesuche.

    Einen Krankheitwert hat der Genuss von Pornografie ohnehin nur dann, wenn es einen Leidensdruck bei dem Betroffenen oder seiner Umgebung gibt (das gilt für jedes menschliche Verhalten). Stundenlange Beschäftigung mit Pornografie ist, wenn der Betroffene selbst darunter nicht leidet, zwar ein ziemlich exzentrisches Verhalten, aber für sich genommen in keiner Weise krank.

    Pornosucht läßt sich also nicht durch irgendwelche Zeiten oder Häufigkeiten feststellen. Es gibt keine Regel, die besagt, soundso viele Minuten/Stunden Pornokonsum am Tag bedeuten Pornosucht.

    Die Frage, ob Porno-Konsum zur Sucht geworden ist, läßt sich besser analog zu den ICD-10– Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO zum Alkoholkonsum prüfen:

    Pornosucht-Schädlicher Konsum

    Schädlicher Konsum von Alkohol liegt vor, wenn der Alkoholkonsum für körperliche oder psychische Schädigungen verantwortlich ist oder erheblich dazu beigetragen hat. Tatsächliche körperliche Schädigungen durch sexuelle Selbstbefriedigung sind in der modernen Wissenschaft nicht bekannt- anders, als das etwa noch im 19.Jahrhundert vermutet wurde. Ähnlich wie Glücksspiel macht auch Pornosucht als solche körperlich nicht krank, kann aber psychische Schädigungen verursachen.
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    Psychische Schädigungen durch Internet-Pornokonsum könnten sein: Unfähigkeit/Unlust, einen realen Sexualpartner zu finden oder in einer bestehenden Beziehung regelmäßigen Sexualverkehr zu haben; Probleme mit dem eigenen Selbstwertgefühl aufgrund des Nichteinhaltens eigener moralischer Grundsätze; Verlust von Kontrolle über Zeit und Geld zugunsten von Pornokonsum.

    Wenn solche Schädigungen vorliegen, ist es unbedingt sinnvoll, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Pornosucht- Kriterien fürAbhängigkeitt

    Analog zu den Regeln der ICD 10, wie sie für Alkoholkonsum entwickelt wurden, liegt dann eine Abhängigkeit vor, wenn mindestens 3 der folgenden Kriterien in Laufe des letzten Jahres eingetreten sind:

    1. Craving; starkes Verlangen oder eine Art Zwang zum Pornokonsum  (wäre z.B. der Fall bei Abbruch oder Verkürzung von Treffen mit Freunden zugunsten von Pornokonsum)
    2. Kontrollverlust bezüglich Beginn und Menge (z.B. Pornokonsum auch am Arbeitsplatz, stundenlanger nächtlicher Pornokonsum statt Schlaf)
    3. körperliches Entzugssyndom (so nur bei Alkohol, nicht bei psychischen Abhängigkeiten bekannt)
    4. Toleranzentwicklung gegenüber der Wirkung (bei Alkohol wäre das die Steigerung der Menge, um die gleiche Wirkung zu erhalten; bei der Pornografie könnte dem der Zwang zum Konsum immer brutalerer Inhalte entsprechen)
    5. Einengung des Verhaltens und Vernachlässigung anderer Interessen (Freizeitbeschäftigung reduziert sich nahezu ausschließlich auf den Genuß von Pornografie)
    6. Anhaltender Konsum trotz eindeutiger schädlicher Folgen (gesundheitlich, psychisch, sozial): hier wäre wieder Pornokonsum am Arbeitsplatz trotz Verbot durch den Arbeitgeber ein Beispiel.

    Was tun, wenn die Kriterien für Pornosucht zutreffen?

    Exzessiver, schädlicher Pornokonsum ist weniger eine Krankheit für sich, sondern viel eher der Ausdruck für andere, dahinterliegende psychische Störungen. Deswegen hilft es Betroffenen wenig, wenn man ihnen rät: „Hör doch einfach auf, du schadest dir doch selbst.“  Es ist unbedingt sinnvoll, beim Vorliegen der Suchtkriterien psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, da alleine kaum eine Lösungsmöglichkeit für den Betroffenen selbst besteht.

    Psychotherapeutische Hilfe ist gleichzeitig der beste Weg, um nicht nur am Symptom, sondern auch an der Ursache der Störung zu arbeiten. Dazu ist vor allem eine sorgfältige Diagnostik nötig, zum Beispiel, um festzustellen, ob eine depressive Erkrankung der Pornosucht zugrunde liegt. Danach können unterschiedliche Therapieverfahren (z.B. Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie) weiterhelfen.
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    Sexuelle Fantasien vs. sexuelle Wünsche

    Sexuelle Fantasien bei Hieronymus Bosch: Der Garten der Lüste. Detail. Prado-Museum, Madrid.

    Sexuelle Fantasien und sexuelle Wünsche sind nicht das gleiche: Eine wichtige Aufgabe in der Sexualtherapie ist es, zwischen beiden zu unterscheiden. Hier eine erste Definition zur Orientierung:  Fantasien finden (nur) im Kopf statt, sexuelle Wünsche zielen darauf, in der Wirklichkeit ausgelebt zu werden.

    Sexuelle Fantasien gehören zu den Tagträumen

    Die sexuelle Fantasie gehört in den Bereich der Tagträume, mit denen wir in unserem Kopf eine Art parallele Wirklichkeit  erleben. Solche Tagträume können als „schöne Vorstellung“ unser Leben außerordentlich bereichern und uns speziell auf sexuellem Gebiet „anturnen“. Manche dieser Träume sind nicht erfüllbare Fantasien: davon leben viele Illustrierte (für Frauen und für Männer), die uns attraktive Sexualpartner als Bilder vorstellen, von denen wir zumindest für den Moment des Durchblätterns träumen können, ohne dass es uns in den Sinn käme, mit den abgebildeten Personen tatsächlich sexuellen Kontakt aufnehmen zu wollen.
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    Ganz ähnlich ist auch das Kino mit der Verehrung männlicher oder weiblicher Filmstars eine solche von den Produzenten gewollte  und sehr gezielt geplante Anregung zu sexuellen Tagträumen. Man denke nur an den ersten James Bond-Film mit SSean Connery als James Bond und Ursula Andress als Honey Ryder: die berühmte Muschelszene hat ein männliches und weibliches Millionenpublikum in sexuelle Tagträume versetzt.  Und das, ohne dass es den Zuschauern in den Sinn gekommen wäre, tatsächlichen sexuellen Kontakt mit einem der beiden Schauspieler aufzunehmen. (Vom Stalking als sexuellem Problem sehen wir an dieser Stelle einmal ab- dazu ein anderes Mal mehr.)

    Sexuelle Fantasien und ihre Grenzen

    Eine besondere Form solcher Tagtraumproduktion ist die Pornoindustrie- auch hier gilt: grundsätzlich sind Anregungen zu sexuellen Tagträumen etwas Schönes, das unser Leben bereichern kann. Allerdings mit einigen Einschränkungen:

    1. Auch „schöne“ Tagträume aus der Pornografie können belastend sein, wenn sie so weit in die Wirklichkeit hineinlappen, dass sexuelle Erfahrungen in der Realität ständig in einer Konkurrenzsituation zu diesen Träumen stehen- und dann möglicherweise enttäuschend sind. Denn nichts kann so traumhaft schön sein wie ein Traum… (Wirklichkeit ist eben niemals traumhaft schön, dafür kann sie aber  wirklich schön sein, was sogar noch befriedigender ist.)
    2. Der Konsument pornografischer Tagträume trägt für die Produktionsbedingungen der konsumierten Pornografie eine  hohe Mitverantwortung.  Pornografische Werke, die bei der Produktion anderen Menschen schwere psychische Schäden zufügen (z.B. gefilmte Vergewaltigungen, Kinderpornografie), sind zu Recht ein Fall für strafrechtliche Ermittlungen. Wer solche Produktionen zwanghaft konsumiert, benötigt pychiatrische Hilfe.
    3. Es gibt durchaus auch unangenehme sexuelle Fantasien- die dann allerdings weniger in den Bereich der Tagträume gehören, sondern eher zur Gruppe  psychisch belastender Zwangsvorstellungen, von denen der Betroffene ohne therapeutische Hilfe selbst nur schwer loskommen kann.

    Sexuelle Fantasien und sexuelle Wünsche

    Von diesen Punkten einmal abgesehen, sind sexuelle Fantasien etwas, das unser Leben sehr bereichern kann, insbesondere, wenn einem klar ist: Nicht jede sexuelle Fantasie muss auch Wirklichkeit werden. Oder anders formuliert: Bei vielen sexuellen Fantasien ist es gut und richtig, wenn sie sich nie zum sexuellen Wunsch weiterentwickeln.

    Es gibt aber auch sexuelle Fantasien, die sich durchaus mit Genuss zu einem sexuellen Wunsch weiterentwickeln lassen. Eine solche Entwicklung vom Tagtraum zum Wunsch und vom Wunsch zur Realisierung liegt letztlich jeder beginnenden sexuellen Partnerschaft zugrunde. Am Anfang steht die Fantasie, sie oder er  könnte die „Traumfrau“ oder der „Traumprinz“ sein. Daraus entwickelt sich dann der Wunsch, tatsächlich miteinander in Kontakt zu treten- und wenn dieser Wunsch wechselseitig ist, entsteht daraus schließlich die Beziehung in der Wirklichkeit.

    Und was so im Großen für die Partnerschaft insgesamt gilt, kann auch für einzelne Fantasien gelten. Zuerst der Gedanke „Es wäre doch schön, wenn wir … machen würden“ (Über konkrete Inhalte sexueller Fantasien soll es ein anderes Mal gehen), dann der sexuelle Wunsch: „Das will ich tatsächlich machen…“  und schließlich die konkrete Planung und Umsetzung. (Auch zur Frage: „Wie sag ich´s meinem Partner?“ ist ein eigener Eintrag in diesem Blog geplant.)

    In diesem Sinne können sexuelle Tagträume bzw. Fantasien sich zu sexuelle Wünschen weiterentwickeln: nämlich das, von dem man träumt, endlich  auch tatsächlich in Wirklichkeit zu erleben. Das ist ganz ähnlich wie bei der Vorbereitung einer Urlaubsreise zu einem noch unbekannten Ziel: In unseren Gedanken sind wir längst vor der Reise dort ankommen, legen uns Bilder von unserer Reise zurecht, in denen unsere  Vorfreude zum Ausdruck kommt. Und wenn es dann später am Urlaubsort doch ganz anders aussieht als in unseren Fantasien, ist das längst kein Grund, dort die endlich tatsächlich wirklich gewordenen Ferien nicht rundum zu genießen- und neue Bilder zu gewinnen, von denen wir dann bis zum nächsten Urlaub tagträumen können.
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    • Partnersuche
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    Themen der Sexualtherapie

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    Hier eine Liste an Themen aus dem Bereich Sexualtherapie, die in diesem Blog zur Sprache kommen. Ich freue mich über Ergänzungen und Kommentare, welche Themen Ihnen als Leser besonders interessant erscheinen.

    Themen der Sexualtherapie
    Die eigene Einstellung zur Sexualität kennen

    Wie finde ich den zu mir passenden Partner bzw. die zu mir passende Partnerin?

    • Online-Dating: Möglichkeiten und Grenzen
    • Wie stelle ich mich richtig da?
    • Wie suche ich erfolgreich?
    • Wie geht es mir mit meiner Suche?
    • Wie mache ich weiter nach dem ersten Kontakt?

    Grundlagen einer guten (sexuellen) Beziehung

    Ehe- und Partnerschaftsberatung

    • Kommunikationstraining
    • Das Äußern eigener Wünsche
    • Abbau von falschen Vorstellungen über sich und den anderen
    • Unterschiedliche Wünsche und Vorlieben – und wie wir damit umgehen können
    • Körperliche Gewalt in der Ehe/Partnerschaft
    • Umgang mit Vertrauenbrüchen
    • Entwicklungschancen in der Beziehung

    Krisen in der Partnerschaft

    Trennung und Scheidung

    • Trennungsschmerz- auch Jahre nach der Beziehung
    • Klärung der eigenen Bedürfnisse
    • Kommunikation mit dem Partner / der Partnerin
    • Kontakt trotz Trennung?
    • gemeinsame Elternschaft trotz Trennung?
    • Möglichkeiten einer Trennungsbegleitung
    • Chancen für den Neuanfang?

    Bisexualität/Homosexualität/
    Transsexualität/Asexualität

    Sexuelle Fantasien

    Sexualität im Alter

    Sexuelle Funktionsstörungen
    ohne körperliche Ursache

    Sexuelle Störungen mit körperlicher Ursache

    Problematische Formen der Sexualität

     

    Diese Themenliste umreißt einige wichtige Gebiete der Sexualtherapie. Ich freue mich über Ihre Rückmeldungen, welches Thema Sie auf diesen Seiten gern ausführlicher behandelt sehen möchten bzw. welche Themen und Fragen Ihnen noch zusätzlich einfallen. So kann die Themenliste ständig weiterwachsen.

    Hier der Link zur Übersicht über bereits veröffentlichte Artikel.

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    Was ist eine Perversion?

    Perversion- ein veraltetes Schlagwort

    Der Begriff Perversion stammt aus dem 19. Jahrhundert. Der Psychiater Richard von Krafft-Ebing erklärte 1875  in seinem Buch zur Sexualpathologie männliche Homosexualität zu einer Form „verkehrter“, d.h. „perverser“ Sexualität, die er als degenerative Erbkrankheit bezeichnete.

    Die Vorstellung von einer „perversen“ Sexualität ist das Gegenbild zur Vorstellung vom traditionellen Normsex, der vorschreibt, dass Sexualität einzig und allein im Rahmen der Ehe in der Form des Koitus zwischen Mann und Frau stattfindet.

    Trotzdem war die Lehre von den Perversionen im 19. Jahrhundert insofern ein Fortschritt, als dass Krafft-Ebing Homosexualität  nicht wie bis dahin allgemein üblich als einen Fall für die Justiz ansah,  sondern als Fall für den Psychiater…

    Die heutige Wissenschaft hat schon lange aufgezeigt, dass sich auch Krafft-Ebings Auffassung von Homosexualität keineswegs aufrecht erhalten läßt. Homosexualität, männlich und weiblich, gehört ebenso zu den „normalen“ Formen menschlicher Sexualität wie die Sexualität zwischen Mann und Frau.

    Aber auch unabhängig von der Homosexualität ist der Begriff der Perversion leider immer noch ein Schlagwort, mit dem Formen von Sexualität gebrandmarkt werden, die kulturell oder moralisch nicht anerkannt werden von eben den Menschen, die den Begriff Perversion gebrauchen. Ein Beispiel dafür ist etwa die oft noch weit verbreitete Ablehnung der Onanie, obwohl sie  in der heutigen medizinischen Diagnostik ( ICD-10) als völlig normgerechtes Verhalten angesehen wird.

    Perversion-
    abstoßend und faszinierend zugleich

    Hinter dem Gebrauch des Wortes „Perversion“ kann eine unbewusste Faszination für genau diese „perversen“ Formen der Sexualität stehen: Gerade weil eine „verbotene“ und „perverse“ Handlung fasziniert, muss sie moralisch umso stärker unterdrückt und gebrandmarkt werden. Interessanterweise zeigt sich genau das bei dem ExLibris-Bild, welches der Homosexualitätserklärer Richard von Krafft-Ebing selbst für seine Bibliothek verwendet hat (siehe Abbildung oben): Ein nackter Mann erwürgt eine Schlange, die aus einem Buch herausquillt. Ist das nicht ein wunderbar-unfreiwilliges  Bild für seinen Kampf mit der eigenen Homoerotik?

    Psychotherapeutisch interessant ist aus meiner Sicht also nicht die „perverse“ Handlung, sondern die Frage, warum ein Mensch bestimmte Sexualpraktiken als pervers empfindet.

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    PS: Unanhängig von der Frage nach der „Perversion“ gibt es natürlich Formen der Sexualität, die für den Betroffenen selbst einen erheblichen Leidensdruck ergeben können (z.B. „Pornosucht“) oder die strafrechtlich relevant sind, weil sie andere Menschen psychisch und körperlich  schwerst verletzen (z.B. Kindesmissbrauch).

    Bildnachweis: Alfred Schrötter von Kristelli (1851–1935) Originaldruck, Signatur des Künstlers (AS) von 1904, Krafft-Ebing’sches Familienarchiv Graz (A)

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