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Scheidung- und danach
nur Depression?

Scheidung- nach Monaten
immer noch unendlich traurig

Scheidung und danach nur Depression? Foto © Kichigin19 Fotolia.com

Seit etwas mehr als einem Jahr bin ich, 43, jetzt von meinem Mann geschieden. Da wir keine Kinder hatten, lebe ich jetzt allein für mich. Meine neue Wohnung ist klein und ziemlich trist- aber mehr kann ich mir einfach nicht leisten.

Meine Freundinnen sagen, dass ich mich völlig verändert habe. Ich komme über meine Traurigkeit einfach nicht hinweg- schließlich war er es, der mich wegen einer anderen verlassen hat. Wütend bin ich eher weniger, dafür fühle ich mich unendlich schlapp und antriebslos. Dazu die ständige Grübelei, was ich eigentlich falsch gemacht habe und was an der Neuen besser sein sollte.

Ich weiß selbst, dass das Nachdenken keinen Sinn macht, und dass ich meiner Beziehung viel zu lange nachhänge. Und obwohl ich ihn eigentlich hassen sollte, fehlt mir mein Mann sehr. Wir hatten doch so viel gemeinsam. Am schlimmsten ist, dass ich mit unserer Beziehung auch unser Zuhause verloren habe: das Haus, die Küche, den Garten… Ich schaffe es einfach nicht, einen wirklichen Neuanfang zu machen.

Wenigstens sind mir die Freundinnen geblieben- und ich kann auch viel mit ihnen gemeinsam unternehmen. Mindestens zweimal die Woche treffe ich mich mit einer von ihnen. Das tut mir gut. Für ein paar Stunden komme ich dann auf andere Gedanken.

Eine meinte neulich, ich könnte mein Single-Dasein doch auch nach Strich und Faden genießen. Es gäbe genügend Männer, die an mir Interesse haben würden. Aber ehrlich gesagt, ich komme mir vor wie eine Witwe, für die es keinen Mann mehr geben kann in diesem Leben.

Ich frage mich echt, wann diese Traurigkeit endlich aufhören wird. Natürlich weiß ich, dass es Zeit braucht, eine solche Scheidungsgeschichte zu verarbeiten: aber irgendwann muss das doch ein Ende haben. Gibt es da irgendeinen Erfahrungswert, wann das so weit ist?

Bettina S. (Name geändert)

Scheidung-
wie lange trauern ist normal?

Hallo Bettina,

vor über einem Jahr haben Sie und Ihr Mann sich scheiden lassen. Deswegen mussten Sie aus Ihrem gemeinsamen Haus in eine kleine Wohnung umziehen. Immer noch sind Sie sehr traurig über die Trennung und fühlen sich schlapp und antriebslos. Sie fragen sich, wie lange ein solcher Zustand andauern kann.

Eine ärztliche oder
psychotherapeutische Diagnose ist nötig

Aus der Ferne ist es schwierig, festzustellen, ob Ihre Traurigkeit sich noch „im normalen Rahmen“ bewegt oder ob dahinter weitergehende psychischer Probleme stehen, die Sie selbst nicht allein lösen können und bei denen eine psychotherapeutische Behandlung notwendig ist.

Ihre Schilderung enthält Elemente, die es möglich erscheinen lassen, dass Sie an einer depressiven Erkrankung leiden, die sich nach Ihrer Scheidung aus einer Anpassungsstörung entwickelt hat.

Weil depressive Erkrankungen -vergleichbar mit einer schweren körperlichen Erkrankung wie z.B. einer Lungenentzündung- nicht mit Hausmitteln geheilt werden können, ist es unbedingt nötig, dass Sie sich in ärztliche bzw. psychotherapeutische Behandlung begeben damit eine genaue Diagnose erstellt werden kann.,

Scheidung-aus einer Anpassungsstörung
kann sich eine Depression entwickeln

Eine Anpassungsstörung kann durch verschiedene Lebensereignisse ausgelöst werden, die für den/die Betroffene/n eine erhebliche Veränderung mit sich bringen, so z.B. Schulwechsel, Heirat, Krankheit, Arbeitslosigkeit- und natürlich auch Scheidung. Typische Symptome einer Anpassungsstörung sind u.a. emotionale Beeinträchtigung, Trauer, Gedankenkreisen und depressive Verstimmung.

Eine Anpassungsstörung dauert bis zu sechs Monate und kann sich zu einer depressiven Erkrankung ausweiten. Bei diesem Prozess kommt es oft zu chemischen Veränderungen im Hirnstoffwechsel, die dazu führen, dass der/die Betroffene durch eigene Willensanstrengung nicht mehr aus ihrem Tief herauskommen.

Sollte das bei Ihnen der Fall sein, wäre eine Psychotherapie erforderlich, möglicherweise in Verbindung mit der Einnahme bestimmter Medikamente, die helfen können, eine Störung des Hirnstoffwechsels auszugleichen.

Scheidung- weitere Hilfsmöglichkeiten

Auch unabhängig von der Frage nach einer möglichen psychischen Erkrankung stellt sich die Frage, wie Sie mit den Folgen Ihrer Scheidung umgehen können.

Wichtig ist, dass Sie sich jetzt weiterhin aktiv um Ihre Lebensgestaltung kümmern, auch wenn das schwierig erscheint: Freundschaften und eigene Interessen pflegen, Unternehmungen planen, etwas für den eigenen Körper tun… Denn Sie stehen jetzt nicht nur am Ende des Lebensabschnittes, den Sie in Ihrer Ehe mit Ihrem Mann verbracht haben, sondern auch am Anfang eines neuen Lebensabschnittes, den Sie selbst aktiv mitgestalten können.

Gemeinsam mit einem Therapeuten könnten Sie nach der Abklärung einer möglichen depressiven Erkrankung daher auch über das Thema sprechen, welche Ziele Ihnen in Ihrem Leben jetzt wichtig sind und was Sie tun können, um ihre Verwirklichung zu fördern. Das betrifft auch die Frage, ob und wie Sie noch einmal neu an das Thema Partnersuche herangehen wollen.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Vgl. zum Thema auch den Artikel
„Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung“.

Sexuelle Probleme
und psychische Störungen
Zum Artikel
Depression- meine Freundin hat an mir kein Interesse mehr
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Selbstmorddrohung-
wie gehe ich damit um?
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Scheidung
und Depression
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Frühere Beziehung
als Belastung
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Partner betrogen ohne rechten Grund
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Ehebruch mit Prostituierten- Grund zur Trennung?

Ehebruch mit Prostituierten
Ehebruch mit Prostituierten

Ehebruch mit Prostituierten-
mein Mann betrügt mich auf Geschäftsreisen

Mein Mann und ich sind seit über 12 Jahren verheiratet und haben drei Kinder (6,8.11). Wir sind sehr glücklich miteinander, haben gerade gebaut- eigentlich sind wir die perfekte Familie.

Mein Mann ist geschäftlich viel unterwegs- und das ist wohl die Ursache meines Kummers. Als ich neulich seinen Kleiderschrank aufgeräumt habe, habe ich zwischen seinen Sachen eine schwarze Schachtel mit einer externen Festplatte gefunden. Ich war sehr neugierig und habe die Festplatte an meinen Tablet angeschlossen. Auf der Festplatte war eine ganze Menge Pornografie- was mich nicht besonders überrascht hat und was mich auch nicht sehr stört.

Echt der Hammer war allerdings der Ordner „Reisen“: darin mehr als 10 Videos, in denen sich mein Mann mit anderen Frauen beim Sex gefilmt hat. Alle offenbar Prostituierte auf Besuch bei ihm im Hotelzimmer.

Ich war total geschockt über meine Entdeckung. Was mich besonders wütend macht: Mein Mann hat mit den Frauen eigentlich nur genau denselben harmlosen Sex wie wir bei uns im Schlafzimmer: überhaupt nichts Aufregendes, kein SM, kein Fetisch, kein gar nichts. Nur sich streicheln, aneinander kuscheln und dann ficken. Also absolut nichts, was er nicht auch von mir bekommt. Der älteste Film ist schon 10 Jahre alt: er hat es also die ganze Zeit unserer Ehe hindurch getan.

Ehebruch mit Prostituierten-
Ich habe ihn zur Rede gestellt

Ich habe ihn sofort zur Rede gestellt, als er abends zurückkam und die Kinder im Bett waren. Er hat nichts abgeleugnet- aber das konnte er ja auch nicht. Er sagte, dass er selber immer davon wegkommen wollte, es aber einfach nicht geschafft hat. Und dass es ihm leid tut. Dass er mich über alles liebt, aber dass er aber auch verstehen kann, wenn ich mich von ihm trennen will. Und dass er mir verspricht, dass das nicht nochmals passiert.

Was ich ihm natürlich nicht recht glauben kann. Schließlich hat er ja all die Jahre weitergemacht und dann auch noch die Filme als Souvenir gehalten. Und ich muss sagen, das ich jetzt diese Bilder im Kopf habe und mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, wie ich mit ihm nochmal ins Bett gehen soll. Ich finde die Vorstellung regelrecht ekelhaft, dass er mit diesen Prostituierten ins Bett gegangen ist.

Das Problem ist: Natürlich liebe ich ihn trotzdem noch, irgendwie. Und ich habe keine Ahnung, was ich den Kindern sagen soll. Schließlich ist er ein total netter Papa und hat für uns immer sehr gut gesorgt. Er war auch immer sehr liebevoll zu mir, so dass ich mich nie beklagen konnte.

Er sagt, dass er auf jeden Fall um mich kämpfen will. Aber, ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob wir wirklich noch eine Chance miteinander haben.

Melanie H. (Name geändert)

Ehebruch mit Prostituierten- Keine Chance
mehr für eine gemeinsame Zukunft?

Hallo Melanie,

12 Jahre lang sind Sie mit Ihrem Mann verheiratet- dann finden Sie durch Zufall eine Festplatte im Kleiderschrank Ihres Mannes und entdecken darauf mehr als 10 Videos, in denen sich Ihr Mann beim Sex im Hotelzimmer mit Prostituierten gefilmt hat.

Sie haben Ihren Mann zur Rede gestellt: der ist reuig, verspricht, in Zukunft damit aufzuhören, und hat Verständnis dafür, wenn Sie sich von ihm trennen würden. Sie selbst wissen nicht, was sie tun sollen, und haben das Gefühl, sich wegen der angesehenen Videos vor dem Sex mit Ihrem Mann so sehr zu ekeln, dass Sie sich keine gemeinsame Zukunft vorstellen können.

Ehebruch mit Prostituierten-
Genaue Situationsklärung ist nötig

Es ist sehr verständlich, wenn Sie jetzt ärgerlich sind und unsicher in Bezug auf Ihre Zukunft.

In Ihrer Geschichte kommen gleich mehrere Problembereiche vor, die sich gegenseitig beeinflussen. Das macht Ihre Lage nicht einfacher. Deshalb wäre es sicher hilfreich, Sie beide würden sich jetzt externe Hilfe durch einen Therapeuten holen, um auch den Blick eines Außenstehenden dabeizuhaben.

Bei folgenden Punkten könnte es sich für Sie beide lohnen, intensiver nachzufragen:

Ehebruch mit Prostituierten- Fragen an Ihren Mann
  • Was bedeutet das Fremdgehen mit den Prostituierten für Ihren Mann?
  • Ist dieser Ehebruch mit Prostituierten für ihn ein Vergnügen oder eher ein Zwang, unter dem er selber leidet?
  • Ist es die Sehnsucht nach Ihnen, die ihn dazu treibt, den eheliche Sex auf den Geschäftsreisen nachzuspielen, oder ist es der Genuss, immer neue und andere Partnerinnen durchzuprobieren?
  • Steht Ihr Mann unter einer Art Zwang, auf den Geschäftsreisen etwas „Verbotenes“ zu tun, das ihn beschämt, und macht er wegen dieser Selbstbeschämung die Videoaufzeichnungen? Oder genießt er die Aufzeichnungen als Art schöne Erinnerung?
  • Wie stellt sich Ihr Mann die Zukunft mit Ihnen vor? Kann er Ihren Ekel verstehen, den Sie jetzt bei der Vorstellung vom gemeinsamen Sex haben?
  • Welche Umgangsformen mit sexuellen Bedürfnissen auf Geschäftsreisen wären für Ihren Mann (und auch für Sie) akzeptabel, bei denen keine Prostituierte notwendig sind (z.B. Selbstbefriedigung mit oder ohne Pornos und andere Sex Toys).
  • Ist Ihr Mann bereit, gemeinsam mit Ihnen eine Therapie anzufangen, die Ihnen beiden dabei hilft, wieder zu gemeinsamem Sex zurückzukehren?
Ehebruch mit Prostituierten- Fragen an Sie selber
  • Was sind die Punkte, die Sie am Verhalten Ihres Mannes stören und wie schwer sind diese Punkte für Sie zu ertragen (sexuelle Bedürfnisse auf Dienstreisen, Sex mit Prostituierten, Bereithalten der Filme auf Festplatte, Verheimlichung vor Ihnen…)?
  • Was muss Ihr Mann tun, damit Sie eine Entschuldigung von ihm annehmen können (z.B. Filme löschen, künftig Arbeitgeber wechseln und keine Geschäftsreisen mehr antreten…)?
  • Welche Form der sexuellen Betätigung für Ihren Mann wäre für Sie ok, wenn er auf Geschäftsreise ist?
  • Wie detailliert möchten Sie über diese sexuellen Betätigungen informiert sein? Welche Freiräume geben Sie Ihrem Mann?
  • Können Sie sich ein zukünftiges Zusammenleben mit Ihrem Mann vorstellen? Möglicherweise auch (zeitweise) ohne Sex?
  • Sind Sie bereit, gemeinsam mit Ihrem Mann eine Therapie anzufangen, die Ihnen dabei hilft, die Ekelgefühle zu überwinden und wieder zu gemeinsamem Sex zurückzukehren?

Ehebruch mit Prostituierten-
Wege zu neuer Gemeinsamkeit

Nach 12 Ehejahren, drei gemeinsamen Kindern und einem gemeinsam gebauten Haus steht bei Ihnen beiden eine Menge auf dem Spiel, was Sie zu verlienen haben. Deshalb könnte es sich lohnen, wenn Sie sich entscheiden, Ihrer Ehe nochmals eine Chance zu geben und gemeinsam eine Therapie zu beginnen.

Ein erstes Etappenziel wäre es, dass Sie beide verstehen, wie der jeweils andere die Geschichte erlebt hat.

Durch die Verheimlichung hat Ihr Mann bei Ihnen sehr viel Vertrauen verspielt: Es ist wichtig, dass er jetzt alle Karten auf den Tisch legt, alle seine sexuellen Wünsche (auch die, die ihm selber perinlich sind), sowie seine Ängste und seine Scheu, die ihn bisher daran hinderte, offen mit Ihnen zu reden. Umgekehrt ist es gut, wenn auch er erfährt, wie Sie sich nach Ihrer Entdeckung fühlen und warum es für Sie nicht möglich ist, einfach so zu tun, als wäre nichts geschehen.

Sie beide haben jetzt die Chance, sich so umfassend kennnenzulernen, wie Sie das bisher in Ihrer Ehe noch nicht getan haben. Die entscheidende Frage ist, ob Sie beide diese Chance nutzen wollen oder nicht.

Ehebruch mit Prostituierten-
Therapie- Ja oder Nein?

Wenn Sie beide keine Therapie antreten wollen, sollten Sie sich über die daraus entstehenden Konsequenzen klar sein. Es wird für Sie nicht einfach sein, gute Lösungen in Bezug auf den Umgang mit Ihrem gemeinsamen Besitz und mit den Kindern zu finden. Mit großer Sicherheit werden Sie Ihr gemeinsames Haus verlieren, beide finanziell schlechter dastehen, und die Kinder werden in einer Scheidungsbeziehung aufwachsen.

Natürlich kann auch die gemeinsame Therapie dazu führen, dass Sie beide gute Gründe dafür finden, warum es mit Ihnen beiden nicht weitergehen kann. Wahrscheinlich wird Ihre Trennung dann aber geordneter und weniger schmerzlich ablaufen als ohne Therapie.

Für sehr gut möglich halte ich es aber auch, dass die Therapie Sie beide wieder zu einer neuen Gemeinsamkeit führt, die sogar noch intensiver und offener sein kan als Ihre ersten zwölf Ehejahre.

Ein anstrengender Weg

Der Weg dazu kann für Sie beide anstrengend sein: Für Ihren Mann, weil er sich offen zu sexuellen Wünschen bekennen muss, die ihm selbst offenbar unangenehm sind, und weil er sich intensiv mit den Ängsten und Zwängen beschäftigen muss, die ihn zu seinem Verhalten geführt haben. Für Sie, weil Sie von vielen bisherigen Vorstellungen über Ihren Mann Abschied nehmen müssen und sich selbst der Frage ausgesetzt sehen, ob und wie es für Sie Möglichkeiten des Zusammenlebens mit diesem Mann gibt, so wie er in Wirklichkeit ist.

Dabei kann Ihnen Ihr Therapeut helfen. Ihnen beiden kann er Wege zeigen, wie Sie sich offen über alles Geschehene aussprechen können. Ihrem Mann kann er zeigen, wie er seine sexuellen Wünschen aktiv steuert und nicht von diesen Wünschen zu Handlungen getrieben wird, die er sich selbst so nicht wünscht. Ihnen als Frau kann er, wenn Sie das wünschen, verschiedene Methoden vorschlagen, wie Sie Ihr Ekelgefühl erfolgreich überwinden können, um wieder neu Freude am Sex mit Ihrem Mann zu empfinden.

Das alles sind natürlich nur erste Ideen und Vorschläge- was nun tatsächlich passiert, können nur Sie beide selbst entscheiden.

Dazu und für Ihren weiteren Weg wünsche ich Ihnen alles Gute!

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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Nach Fremdgehen
sofortige Trennung?

Nach Fremdgehen sofortige Trennung?

Fremdgehen- was tun?

Ich glaube, dass mein Mann mit einer Arbeitskollegin fremdgeht. Angefangen hat das ganze vor etwa 5 Monaten, nach einer Kongressreise. Seitdem hat er ein zweites Handy, das er immer mit sich herumträgt, und er muss immer wieder plötzlich Überstunden machen, ohne dass er erzählen kann, was er eigentlich konkret macht.
Ich habe auch mal während einer „Überstunde“ bei ihm am Arbeitsplatz angerufen, und er war gar nicht im Büro. Ich weiß überhaupt nicht, was ich machen soll. Eigentlich liebe ich meinen Mann und möchte ihn behalten. Andererseits wäre ich so wütend auf ihn, dass ich nie wieder in die Augen sehen könnte. Besonders deswegen, weil er mir nicht gleich die Wahrheit gesagt hat.
Wenn das stimmt, dass er mich betrügt, sollte ich mich dann am besten sofort von ihm trennen?

Heike B. (Name geändert)

Fremdgehen- wie stelle ich ihn zur Rede?

Hallo Heike,

was Sie schreiben, sind tatsächlich typische Anzeichen für ein mögliches Fremdgehen Ihres Partners.

Allerdings haben Sie erst dann Gewißheit, wenn Sie Ihren Mann ganz konkret mit Ihrer Vermutung konfrontiert haben. Wie könnte es ausgehen, wenn Sie ihn zur Rede stellen?
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Möglichkeit: Er gibt die Affäre zu. Und was dann?

Es wäre völlig normal, wenn Sie ihn im Affekt erst einmal mit allen Schimpfwörtern der Welt überschütten und ihn aus der Wohnung hinauswerfen. An die Möglichkeit einer solchen „sofortigen Trennung“ haben Sie ja bereits selber gedacht.

Allerdings macht eine solche „sofortige Trennung“ es unmöglich, dass er seine Sicht der Dinge überhaupt vorträgt. Denn die meisten Männer, die fremdgehen, wollen ihre Frau nicht verlieren. Falls Ihr Mann sie über seine Affäre belügt, dann höchstwahrscheinlich deswegen, weil er Angst hat, Sie zu verlieren, sobald er Ihnen die Wahrheit sagt. Auch wenn Ihr Mann Sie betrügt, ist ihm Ihre Beziehung offenbar immer noch wertvoll.

Und solange Ihnen beiden Ihre Beziehung etwas bedeutet, ist es prinzipiell möglich, dass Sie auch wieder zusammenfinden.

1. Möglichkeit: Er gibt die Affäre nicht zu. Und was dann?

Sie müssen aber auch damit rechnen, dass Ihr Mann sagt, er hätte sie nicht betrogen.

Auch wenn es nicht wahrscheinlich ist: Vielleicht kann Ihr Mann diese Veränderungen in seinem Verhalten und das neue Handy irgendwie erklären.

Aber dann hätten Sie beide sofort neue Probleme: Ihr Mann müsste mit dem Gefühl fertigwerden, dass Sie ihm nicht trauen. Und auch Sie wären von seinen Erklärungen wahrscheinlich nicht ganz überzeugt.

Warum ein Therapeut jetzt hilfreich sein kann

Die Situation ist also so kompliziert, dass es sich lohnt, auch schon vor einer solchen direkten Aussprache therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Statt Ihren Mann direkt zur Rede zu stellen, könnten Sie sagen: „Ich habe das Gefühl, dass es gut wäre, wenn wir gemeinsam einen Therapeuten aufsuchen würden. Es gibt da ein paar Punkte, wo ich glaube, dass uns beiden fachlicher Rat weiterhelfen kann.“ Machen Sie ihm unmissverständlich deutlich, dass das Ihr Wunsch ist.

Höchstwahrscheinlich wird Ihr Mann darauf eingehen, vielleicht ist er sogar froh, wenn Sie die Sache in die Hand nehmen und er aus seiner eigenen verfahrenen Situation wieder freikommt. Denn wenn er tatsächlich Sie über eine Affäre belügt, dann geht es auch ihm vermutlich psychisch nicht besonders gut.

Fremdgehen- Eine Reihe wichtiger Fragen

Gemeinsam mit Ihrem Therapeuten gibt es dann eine ganze Reihe wichtiger Fragen zu besprechen:

  • Was ist tatsächlich dran an der Affäre Ihres Mannes? Wie ist es dazu gekommen und warum hat er Ihnen nicht von selbst die Wahrheit gesagt?
  • Welchen Wert hat Ihre gemeinsame Beziehung für Ihren Mann und für Sie selbst? Vor der Affäre und jetzt?
  • Gibt es Möglichkeiten, wie Sie das zerbrochene Vertrauen wiederherstellen können?
  • Können Sie Ihrem Mann die Affäre verzeihen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen?
  • Wenn Sie sich trennen wollen: Wie organisieren Sie Ihre Trennung? Ist die Scheidung der richtige Weg oder genügt zuächst eine vorübergehende Trennung? Was geschieht mit Ihrem gemeinsamen Besitz? Wie soll es ggf. mit Ihren Kindern weitergehen?
  • Fremdgehen- Chance für einen Neuanfang?

    Fazit: Die sofortige Trennung ist für Sie beide wahrscheinlich nicht die beste Lösung, weil dadurch andere Möglichkeiten nicht mehr geprüft werden können, die für Sie beide deutlich besser sein können.

    Natürlich ist es sicher, dass nach einer Affäre in Ihrer Beziehung vieles nicht mehr so sein kann wie zuvor. Aber das ist ja auch gut so, dass sich etwas verändert hat. Denn jetzt gibt es die Chance, dass Sie beide nach einiger Zeit der gemeinsamen therapeutischen Arbeit wieder neu zueinander finden.

    Ihr Mann wird möglicherweise gelernt haben, dass er mit Ihnen über seine eigenen intimen Probleme und Sehnsüchte sehr viel offener reden kann, als er das je geglaubt hätte.

    Und Sie selbst werden möglicherweise herausfinden, dass Sie Ihren Mann auch trotz der Affäre lieben und ihm nach der gemeinsamen Therapie wieder in einem Maß vertrauen können, wie es zuvor in Ihrer Ehe gar nicht möglich gewesen ist.

    Auf Ihrem Weg zu einer Lösung, mit der Sie selbst rundum zufrieden sein können, wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
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    Zuletzt aktualisiert am 19.09.2017.