Schlagwort-Archive: gemeinsamer Orgasmus

Gemeinsamer Orgasmus im gleichen Augenblick- das ist das Ziel, das vielfach als Inbegriff der sexuellen Erfüllung angepriesen wird. Tatsächlich kann dieser Wunschtraum eine erhebliche Belastung für jede Beziehung werden.

Der gemeinsame Orgasmus
als Problem für die Sexualtherapie

In der Wirklichkeit haben die wenigsten Paare gleichzeitig einen gemeinsamen Orgasmus- und es ist sogar fraglich, ob dieses Ziel überhaupt so erstrebenswert ist. Viele glückliche Paare schenken sich gegenseitig ihren Orgasmus nacheinander.

Der Traum vom gleichzeitigen, gemeinsamen Orgasmus im Koitus, der nie erreicht wird, kann dagegen zu vielfältigen Problemen führen, besonders dann, wenn ein Paar über dieses Thema nicht offen sprechen kann.

Dann entsteht ein Druck von Erwartungshaltungen, die sich niemals einlösen lassen und zu Versagensängsten führen können.

Wenn die Situation festgefahren ist, kann eine Sexualtherapie hier weiterhelfen.

Häufig gelesene Artikel hier im Blog zum Thema

Ejakulationsprobleme beim Koitus

Ejakulationsprobleme
Ejakulationsprobleme beim Koitus

Ejakulationsprobleme-
Mein Freund kommt einfach nicht

Ejakulationsprobleme

Ich und mein Freund sind seit über zwei Jahren zusammen. Zu Beginn unserer Beziehung hatte er eine Vorhautverengung und kam nur zum Orgasmus, wenn er selbst neben mir onanierte. Das heißt, die Erektion funktionierte, von meiner Seite habe ich den Koitus genossen, bin auch immer zum Orgasmus gekommen. Nur bei ihm gibt es jedes Mal diese Ejakulationsprobleme. Er schafft es einfach nicht, selber zu kommen…

Er selber meinte, dass ihn das gar nicht groß stören würde, er würde auch so unseren Sex genießen, und es würde ihm genügen, mich im Koitus zu befriedigen und es sich danach selbst zu besorgen.

Ich selbst bin nicht darüber glücklich, immer nur alleine meinen Orgasmus zu haben. Dazu dann die Selbstzweifel: Findet er mich attraktiv genug? Bin ich für ihn überhaupt die richtige Frau?

Schließlich hat er sich dann vor einem Jahr beschneiden lassen. Das Ergebnis: null. Er schafft es weiterhin, nur durch Selbstbefriedigung zum Orgasmus zu kommen.

Dabei habe ich alles ausprobiert: nicht nur den Koitus, sondern auch oral oder per Hand. Da geht einfach nichts. Ich bin deswegen ziemlich verkrampft und habe jetzt auch keine Lust mehr, selbst einen Orgasmus beim Koitus zu bekommen, solange da bei ihm nichts läuft. Und das obwohl ich früher jedes Mal bei ihm gekommen bin.

Ziemlich schade das Ganze, weil der Rest unserer Beziehung hervorragend läuft, wir uns sehr lieben und eigentlich sogar heiraten wollen.

Mittlerweile haben wir aber beide Angst, unser Sexproblem nicht mehr lösen zu können. Vielleicht sind wir einfach nicht füreinander geschaffen… Vielleicht wäre es besser, sich jetzt zu trennen als zu heiraten. Oder ob Sie als Sexualtherapeut uns helfen könnten, das Problem abzustellen?

Silke K.. (Name geändert)

Ejakulationsprobleme-
das Märchen vom gemeinsamen Orgasmus

Hallo Silke,

seit über zwei Jahren sind Sie mit Ihrem Freund zusammen. Sie beide lieben sich und wollen heiraten. Einziges Hindernis: beim Sex hat Ihr Freund beim Koitus Ejakulationsprobleme. Was Sie auch ausprobieren, er bekommt den Orgasmus nur, wenn er selbst Hand anlegt.

Wo liegt das Problem?

Aus therapeutischer Sicht bin ich versucht, als erstes zu sagen: Na und? Wo liegt denn das Problem?

Offensichtlich gehören Sie beide zu den Opfern der Vorstellung, gemeinsamer Sex könne nur dann guter Sex sein, wenn beide Partner gleichzeitig im Koitus zum Orgasmus kommen.

Auch wenn diese Vorstellung sehr weit verbreitet ist: sie ist trotzdem schlicht und ergreifend falsch. Wissenschaftliche Studien haben immer wieder aufgezeigt: Der gleichzeitige Orgasmus beider Partner im Koitus ist eine Form des Sex, die eher selten ist.

Bei den meisten Paaren erleben die beiden Partner den Orgasmus nacheinander, wobei es manchmal nur die Frau ist, die den Orgasmus beim Koitus erlebt, manchmal nur der Mann, manchmal beide beim Koitus nacheinander, manchmal beide nicht beim Koitus.

Alle Menschen sind verschieden,
alle Paare sind es auch

Aus sexualtherapeutischer Sicht ist einzig entscheidend, dass Sie beide in der Lage sind, beim Sex zum Orgasmus zu kommen. Mit welcher Technik und in welcher Stellung, ob gleichzeitig oder nacheinander, das ist völlig unerheblich. Wenn Sie beide zum Sex zueinander kommen, ist jeder Orgasmus, den einer von Ihnen beiden erlebt, ein gemeinsamer Orgasmus– sogar, wenn Sie voreinander masturbieren.

Viele Paare erleben es sogar als einen Vorzug, wenn die Partner nicht gleichzeitig zum Orgasmus kommen: auf diese Weise kann jeder sowohl den eigenen Orgasmus wie auch den des anderen bewußter genießen.

Und falls Sie sich fragen, wo denn Ihr Part sein soll, wenn sich Ihr Freund nach dem Koitus selbst befriedigt: Dann fragen Sie ihn doch, wie Sie dabei beteiligt sein können: wo Sie ihn streicheln, festhalten, drücken können… Der Mensch hat viele erogene Zonen: Wenn sie gemeinsam danach suchen, werden sie bestimmt herausfinden, was Ihr Beitrag sein kann, wenn Ihr Freund seinen Orgasmus bekommt.

Ejakulationsprobleme beim Koitus-
kein Ehehindernis

Ejalulationsprobleme hat Ihr Freund übrigens nicht: weder vor, noch nach seiner Operation. Denn offensichtlich kommt er ja jedes Mal beim Sex- wenn auch nicht beim Koitus. Deshalb brauchen Sie sich auch keine Sorge um seine „Ehefähigkeit“ zu machen. Wenn Sie einmal gemeinsame Kinder haben möchten, kann er auch nach seinem Orgasmus den Penis in Ihre Scheide einführen: Auch dadurch gelangt genug Samenflüssigkeit in Ihren Körper, dass Sie davon schwanger werden können.

Möglicherweise reichen ja bereits diese Informationen, um Ihnen den Schlüssel zu einem glücklichen Sexualleben in die Hand zu geben: Machen Sie einfach so weiter wie bisher, genießen Sie beide Ihre Orgasmen und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen durch irgendwelche Vorstellungen, wie Sex „eigentlich“ zu sein hat. Denn darum geht es gar nicht: Es geht um Ihren Sex und darum, wie Sie beide diesen Sex genießen können.

Für Ihren Freund scheint die Technik des Onanierens nach dem Koitus keine Probleme zu bereiten. Bleiben also die Fragen:

  • Was ist es, was Sie beim Sex und bei Ihrem Orgasmus benötigen?
  • Ist die Vorstellung, unbedingt den gemeinsamen Orgasmus beim Koitus erleben zu müssen, bei Ihnen so tief verwurzelt, dass Sie deswegen den Sex mit Ihrem Freund nicht mehr genießen können?

Sollte letzteres der Fall sein, könnte Ihnen tatsächlich der Besuch beim Sexualtherapeuten helfen.

Ejakulationsprobleme-
Wie der Sexualtherapeut helfen kann

Wenn Sie zusammen mit mir an Ihrem Problem arbeiten wollen, wird es allerdings weniger darum gehen, welche Techniken Ihr Freund erlernen muss, um beim Koitus zum Orgasmus zu kommen (auch wenn ich Ihnen dazu, so Sie es wünschen, durchaus den einen oder anderen Trick zum Ausprobieren vorschlagen kann).

Viel wichtiger wird es sein, dass Sie beide darauf achten, was beim Sex Ihre eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse Ihres Partners sind und wie sie sich gegenseitig am besten beim Ausleben dieser Bedürfnisse unterstützen können.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Kein gemeinsamer Orgasmus- ein Problem für die Liebe?

Kein gemeinsamer Orgasmus
Kein gemeinsamer Orgasmus
Van Gogh: Sternennacht (Detail)

Gemeinsamer Orgasmus-
Wunsch und Wirklichkeit

Kein gemeinsamer Orgasmus: Ich bin jetzt schon über ein Jahr mit meiner neuen Freundin zusammen- aber noch nie hatten wir einen gemeinsamen Orgasmus. Normalerweise ist sie es, die zuerst kommt, das sogar mehrfach, und dann ich.

Sehr viel Erfahrung haben wir beide im Sex nicht, aber ich meine, dass meine vorherige Freundin, mit der ich allerdings nur ein paar Mal geschlafen habe, immer gleichzeitig mit mir gekommen ist.

Kann es sein, dass einer von uns ein psychisches Problem hat oder warum klappt das nicht?

Marko F. (Name geändert)

Kein gemeinsamer Orgasmus ist der Regelfall

Hallo Marko,

Sie und Ihre Freundin haben regelmäßigen Sex, Sie kommen beide zum Orgasmus, aber nicht gleichzeitig. Ich wäre beinahe versucht zu fragen: „Und wo liegt da das Problem? Sie kommen doch beide beim Sex zum Orgasmus. Warum ist es für Sie so wichtig, dass das gleichzeitig passieren muss?“

Problematisch wäre doch nur, wenn einer von Ihnen überhaupt keinen Orgasmus bekäme.

Wenn man sich verschiedene Umfragewerte ansieht, dann geben 80% aller befragten Paare an, niemals gleichzeitig einen Orgasmus zu erleben, sondern immer nacheinander. Insofern ist das Nacheinander beim Sex, das Sie beschreiben, nicht nur normal, sondern sogar der Regelfall.

Ein gemeinsamer Orgasmus muss nicht
notwendig ein gleichzeitiger Orgasmus sein

Möglicherweise haben Sie -wie viele Menschen- die Idealvorstellung eines gleichzeitigen Orgasmus, wie sie in vielen Filmen oder Büchern suggeriert wird.

Vielleicht haben Sie mit Ihrer früheren Freundin auch tatsächlich gleichzeitige Orgasmen erlebt- so Ihre Freundin Ihnen den gleichzeitigen Orgasmus nicht vorgespielt hat, um Ihnen in Ihren Erwartungen entgegenzukommen. Denn, wie ebenfalls aus Umfragen bekannt ist: Viele Frauen fühlen sich verpflichtet, ihrem Partner einen gleichzeitigen Orgasmus vorzuspielen, weil das in ihrer Vorstellung zu einem befriedigenden Sex hinzugehört.

Bei dem Wunsch nach gleichzeitigem Orgasmus liegt wohl ein Missverständis vor, das ziemlich weit verbreitet zu sein scheint. Denn wo steht geschrieben, dass nur ein gleichzeitiger Orgasmus ein gemeinsamer Orgasmus ist?

Ein gemeinsamer Orgasmus wäre aus meiner Sicht jeder Orgasmus, der gemeinsam erlebt und genossen wird. Das heißt,wenn der eine Partner dem anderen dabei hilft, einen Orgasmus zu erreichen, dann ist das ein gemeinsamer Orgasmus (im Gegensatz zur Selbstbefriedigung). Dabei ist es völlig unerheblich, mit welcher Technik und in welcher Stellung der Orgasmus von den beiden erreicht wird, ob im Koitus, ob als Blowjob oder wie auch immer.

Letztlich ist es für einen gemeinsamen Orgasmus nicht einmal erforderlich, dass erst der eine und dann der andere an die Reihe kommt. Wenn nur der eine „kommen“ will und der andere dabei mithilft, ist auch das ein „gemeinsamer“ Orgasmus. In der Regel (wenn z.B. keine körperliche Erkrankung den Orgasmus eines Partners unmöglich macht) ist allerdings gut für die Partnerschaft, wenn diese Hilfe, dem anderen einen Orgasmus zu ermöglichen, keine Einbahnstraße darstellt.

Der Idealfall einer gelungenen sexuellen Begegnung ist also genau das, was Sie jetzt mit Ihrer Freundin praktizieren: Ihre Freundin bekommt mit Ihnen einen Orgasmus und gleich darauf Sie selbst mit ihr.

Ein psychisches Problem wäre nur die
Festlegung auf ein einziges erlaubtes Schema

So wie Sie das schildern, haben Sie beide also überhaupt kein psychisches Problem, weder Ihre Freundin noch Sie selbst.

Problematisch wäre nur, wenn Sie unbedingt an dem Ziel festhalten würden, dass Ihre Freundin den Orgasmus zeitgleich mit Ihnen bekommen muss. Da wäre dann zu fragen, warum Sie an dieser Vorstellung so sehr festhalten.

Wenn Sie hier nicht loslassen können und Ihnen der Sex mit Ihrer Freundin und den Orgasmen nacheinander weiterhin unbefriedigend erscheint, kann es sinnvoll sein, dass Sie sich therapeutische Hilfe holen. Dann hat das Problem vermutlich eine Wurzel, über die Sie noch nichts geschrieben haben und die Ihnen möglicherweise selbst nicht bewusst ist.

In diesem Fall wäre es schade, wenn Sie nicht aktiv nach einer Lösung suchen würden- damit Sie und Ihre Freundin Ihre gemeinsame Beziehung und Ihren gemeinsamen Sex rundum genießen können.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery
Kein
gemeinsamer
Orgasmus
rr
rr
rr
rr

Kein gemeinsamer Orgasmus
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Perversion- ein veraltetes Schlagwort

Der Begriff Perversion stammt aus dem 19. Jahrhundert. Der Psychiater Richard von Krafft-Ebing erklärte 1875  in seinem Buch zur Sexualpathologie männliche Homosexualität zu einer Form „verkehrter“, d.h. „perverser“ Sexualität, die er als degenerative Erbkrankheit bezeichnete.

Die Vorstellung von einer „perversen“ Sexualität ist das Gegenbild zur Vorstellung vom traditionellen Normsex, der vorschreibt, dass Sexualität einzig und allein im Rahmen der Ehe in der Form des Koitus zwischen Mann und Frau stattfindet.

Trotzdem war die Lehre von den Perversionen im 19. Jahrhundert insofern ein Fortschritt, als dass Krafft-Ebing Homosexualität  nicht wie bis dahin allgemein üblich als einen Fall für die Justiz ansah,  sondern als Fall für den Psychiater…

Die heutige Wissenschaft hat schon lange aufgezeigt, dass sich auch Krafft-Ebings Auffassung von Homosexualität keineswegs aufrecht erhalten läßt. Homosexualität, männlich und weiblich, gehört ebenso zu den „normalen“ Formen menschlicher Sexualität wie die Sexualität zwischen Mann und Frau.

Aber auch unabhängig von der Homosexualität ist der Begriff der Perversion leider immer noch ein Schlagwort, mit dem Formen von Sexualität gebrandmarkt werden, die kulturell oder moralisch nicht anerkannt werden von eben den Menschen, die den Begriff Perversion gebrauchen. Ein Beispiel dafür ist etwa die oft noch weit verbreitete Ablehnung der Onanie, obwohl sie  in der heutigen medizinischen Diagnostik ( ICD-10) als völlig normgerechtes Verhalten angesehen wird.

Perversion-
abstoßend und faszinierend zugleich

Hinter dem Gebrauch des Wortes „Perversion“ kann eine unbewusste Faszination für genau diese „perversen“ Formen der Sexualität stehen: Gerade weil eine „verbotene“ und „perverse“ Handlung fasziniert, muss sie moralisch umso stärker unterdrückt und gebrandmarkt werden. Interessanterweise zeigt sich genau das bei dem ExLibris-Bild, welches der Homosexualitätserklärer Richard von Krafft-Ebing selbst für seine Bibliothek verwendet hat (siehe Abbildung oben): Ein nackter Mann erwürgt eine Schlange, die aus einem Buch herausquillt. Ist das nicht ein wunderbar-unfreiwilliges  Bild für seinen Kampf mit der eigenen Homoerotik?

Psychotherapeutisch interessant ist aus meiner Sicht also nicht die „perverse“ Handlung, sondern die Frage, warum ein Mensch bestimmte Sexualpraktiken als pervers empfindet.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Unanhängig von der Frage nach der „Perversion“ gibt es natürlich Formen der Sexualität, die für den Betroffenen selbst einen erheblichen Leidensdruck ergeben können (z.B. „Pornosucht“) oder die strafrechtlich relevant sind, weil sie andere Menschen psychisch und körperlich  schwerst verletzen (z.B. Kindesmissbrauch).

Bildnachweis: Alfred Schrötter von Kristelli (1851–1935) Originaldruck, Signatur des Künstlers (AS) von 1904, Krafft-Ebing’sches Familienarchiv Graz (A)

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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Kein Orgasmus
beim Koitus-
Bin ich frigide?

Kein Orgasmus beim Koitus- frigide?
kein Orgasmus beim Koitus: frigide

Kein Orgasmus gemeinsam mit dem Partner


Mein Problem: Kein Orgasmus beim Koitus…

Seit drei Monaten habe ich einen neuen Freund, mit dem ich mich prima verstehe. Wir haben auch Sex miteinander, und das macht uns beiden grundsätzlich auch viel Spaß.

Das einzige, was mich ziemlich nervt: Ich bekomme bei ihm einfach keinen Orgasmus! Ich habe nicht einmal das Gefühl, kurz davor zu stehen.
Da geht es mir genauso wie bei meinem letzten Freund. Und ich hatte so gehöfft, bei ihm würde das jetzt klappen, weil wir ansonsten wirklich 100& zueinander passen.

Und er wünscht sich so sehr, dass ich komme, wenn er bei mir drin steckt… Er fragt mich auch, ob ich denn bald so weit bin- und ich weiss überhaupt nicht, was ich im sagen soll. „Ja, der Sex mit dir ist schön, aber ich kriege mit dir keinen Orgasmus“, klingt ja nicht besonders romantisch. Deshalb hab ich ihm dann auch schon mal einen Orgasmus vorgespielt, indem ich etwas rumgestöhnt habe. Das hat ihm dann total gefallen. Und ich habe mich noch blöder gefühlt.

Dabei weiß ich: Allein habe ich überhaupt keine Schwierigkeit, mir einen Orgasmus zu besorgen. Ich brauche mich einfach nur aufs Bett zu legen und meine Schenkel aneinanderpressen- und es dauert keine 5 Minuten, bis ich komme.

Allmählich frage ich mich, ob ich irgendwie frigide bin, weil mit ihm gemeinsam einfach kein Orgasmus kommen will. Woran kann das bloß liegen? Gibt es irgendwelche Stellung, die wir noch ausprobieren können? Oder muss ich mich damit abfinden, niemals gemeinsam mit einem Mann einen Höhepunkt zu erleben?

Corinna B. (Name geändert)

Kein Orgasmus-
Hilfreiche Erkenntnisse der Sexualforschung

Hallo Corinna,
es ist wunderbar, dass Sie einen Freund gefunden haben, mit dem Sie sich so gut verstehen. Und gleichzeitig ist es schade, dass es jetzt auch mit ihm mit dem gemeinsamen Orgasmus beim Koitus nicht klappt,obwohl Sie das so sehr gehofft haben.

Die Ursache für Ihr Problem lässt sich wahrscheinlich recht einfach beantworten. Die Art, wie sie selbst einen Orgasmus bekommen (Schenkel zusammenpressen), deutet darauf hin, dass Sie, wie ca. 20% aller Frauen, Ihren Orgasmus nicht durch Stimulation der Klitoris erreichen, sondern ausschließlich über den G-Punkt, den Sie durch Kontraktion der Unterleibsmuskulatur stimulieren können.
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Das ist eine Fähigkeit, die viele Frauen rein anatomisch gar nicht haben. Es ist also, wenn Sie so wollen, eine besondere sexuelle Begabung von Ihnen. Menschen sind eben verschieden!

Orgasmus auch ohne Koitus

Für Sie persönlich kann das heißen, dass der Koitus für Sie zwar eine schöne Form des Vorspiels darstellt (den Sie mit Ihrem Freund ja offenbar auch sehr genießen können), Sie aber nicht zu Ihrem eigenen Orgasmus führt. Bei Frauen, die ihren Orgasmus nicht durch Stimulation der Klitoris auslösen, ist es meist unmöglich, im Koitus mit einem Mann zum Orgasmus zu kommen.

Das heißt aber nicht, dass Sie Ihren Freund bei Ihrer Art, den Orgasmus zu bekommen, nicht einbeziehen können. Bei einigen Frauen beschleunigt z.B. die Reiterstellung die Stimulation des G-Punktes. Möglich ist auch, dass Sie Ihren Freund bitten, sein Glied von hinten her in Ihre Vagina einzuühren, und dass Sie dann in Seitenlage auf die gewohnte Weise durch Schenkelpressen zum Orgasmus kommen.

Die Alternative ist, dass Sie sich auch ohne Penetration von Ihrem Freund beim Erreichen des Orgasmus helfen lassen: etwa, indem er Sie kräftig in seinen Armen hält oder mit seinen Beinen beim Schenkelpressen unterstützt.

Hier gibt es unendlich viele Spielarten, die nur darauf warten, von Ihnen beiden entdeckt zu werden.

Voraussetzungen
für gemeinsame Entdeckungen

Damit Sie beide zu einem Sex finden, bei dem sowohl Ihr Freund wie auch Sie zu einem Orgasmus finden, gibt es ein paar Punkte zu beachten:

1. Kein Orgasmus- Schluss mit vorgetäuschten Orgasmen
Spielen Sie Ihrem Freund nichts vor: Denn das schadet Ihnen und Ihrer Beziehung. Ihr Freund glaubt, es wäre alles OK, und merkt nicht, dass Sie sexuell noch andere Bedürfnisse haben. Sie beide probieren nichts mehr aus, alles bleibt beim Alten. So betrügen Sie sich selbst sich um die Möglichkeit, einen echten Orgasmus zu bekommen.

2. Kein Orgasmus- Abschied vom Traum

des gemeinsamen, gleichzeitigen Orgasmus

Wer hat eigentlich gesagt, dass der gleichzeitige Orgasmus beider Partner das Non-Plus-Ultra ist? Der nacheinander erlebte Orgasmus hat den Vorteil, dass sich jeder Partner bei seinem eigenen Orgasmus ganz auf sich konzentrieren kann und obendrein auch noch den Orgasmus des Partners viel intensiver miterlebt. Wenn ein Paar das sexuelle Spiel als ein lustvolles Nacheinander gestaltet, kann das ein ganz entscheidender Gewinn sein! Da die Erregung des Mannes in der Regel nach dem Orgasmus schneller abflaut als bei der Frau, könnte hier die Devise sein: Ladies first!

3. Kein Orgasmus- Miteinander reden
Guter Sex erfordert also ein gewisses Mass an Planung. Nur wenn klar ist, was sich der jeweils andere Partner eigentlich vom Sex erwartet, können beide Partner mit ihren Bedürfnissen voll auf ihre Kosten kommen. Das größte Geheimnis für guten Sex sind also nicht irgendwelche Techniken, sondern die Fähigkeit, miteinander zu reden.
Das ist manchmal nicht ganz einfach, lohnt sich aber ganz unbedingt. Ein paar Überlegungen, wie Sie mir Ihrem Partner über Ihre sexuellen Bedürfnisse reden können, finden Sie in meinem Artikel: Bedürfnisse beim Sex- Wie rede ich darüber?

Ich wünsche Ihnen viel Entdeckerfreude beim gemeinsamen Gespräch und beim gemeinsamen Sex.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen beiden gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grü0en
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Weiblicher Orgasmus-
jede Frau ist anders
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Noch nie Orgasmus erlebt-
und das als Frau mit 38
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Unfähig
zum Orgasmus?
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