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Mein Mann zieht gerne Frauenkleider an-
Wie krank ist das?

Frauenkleider: Alexej von Jawlensky: Alexander Sacharoff, 1909

Fetisch Frauenkleider (Alexej von Jawlensky: Alexander Sacharoff

Frauenkleider-
mein Mann und sein neuer Fetisch

Frauenkleider
Mein Mann trägt gerne Frauenkleider, häufiger am Abend, am Wochenende auch mal tagsüber.

Vor einem Vierteljahr habe ich ihn das erste Mal mit Rock und Stöckelschuhen überrascht, als ich nach Hause kam. In meiner ersten Überraschung habe ich so getan, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Ich habe ihm dann auch erlaubt, sich seine Sachen anzuziehen, wenn die Kinder nicht zuhause sind.

Richtig glücklich bin ich über seinen Fetisch allerdings nicht. Ständig habe ich Angst, dass er sein Zeug irgendwo herumliegen läßt und es dann entweder die Kinder finden oder meine Mutter, wenn sie überraschend zu Besuch kommt.

Ausserdem gefällt mir mein Mann so nicht. Ich finde es weder sexy noch erotisch, ihn in irgendwelchen Dessous zu sehen, sondern einfach nur lächerlich.

Mein Mann gefällt mir nun einmal am besten so, wie ich ihn kennengelernt habe- in Männerbekleidung. Wenn er sich als Frau verkleidet, vergeht mir die Lust auf Sex.

Meistens versuche ich, gute Miene zu machen und lasse ihn einfach so rumlaufen. Denn ich sehe, dass ihm sein neues Outfit offenbar sehr gut gefällt. Er kauft sich ja immer noch weitere Sachen hinzu.

Aber, ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wieviele solche Extravaganzen eine Frau in ihrer Ehe einfach akzeptieren muß.

Kerstin D. (Name geändert)

Frauenkleider bei meinem Mann-
nicht sexy, sondern lächerlich

Hallo Kerstin,

vor drei Monaten haben Sie Ihren Mann das erste Mal dabei überrascht, wie er zuhause Frauenkleider getragen hat. Jetzt macht er es häufiger am Abend und am Wochenende.

Sie selbst haben es ihm zwar erlaubt, Sie fühlen sich aber nicht wohl mit seinem Fetisch. Zum einen, weil sie Angst haben, Ihre Kinder oder Ihre Mutter könnten seine Frauensachen finden, zum anderen, weil Sie ihn in seinem Outfit nicht sexy, sondern lächerlich finden.

Unsicherheit im Umgang mit dem Fetisch

Offensichtlich sind Sie sich unsicher, wie Sie mit dem Fetisch Frauenkleidung bei Ihrem Mann umgehen sollen. Einerseits „erlauben“ Sie es ihm, in Ihrer Gegenwart so herumzulaufen, weil es ihm so gefällt. Andererseits ist es gleichzeitig Ihr Wunsch, dass er -zumindest in ihrer Gegenwart- auf Frauenkleider verzichtet.

Nach Ihrer Schilderung haben Sie beide Schwierigkeiten, klar und offen über das Thema Fetisch und über Ihre wechselseitigen Bedürfnisse zu kommunizieren.

Hilfsmöglichkeiten durch Sexualtherapie

Es könnte sich daher für Sie beide lohnen, hier miteinander wieder ins Gespräch zu kommen. Da es sich beim Thema Fetisch um ein eher heikles Gebiet der Sexualität mit einer großen Verletzungsgefahr handelt, könnte es sinnvoll sein, dass Sie beide sich einen Therapeuten als Moderator gönnen, der Ihnen dabei hilft.

Folgende Fragen könnten bei einem solchen Gespräch wichtig sein:

Fragen an Ihren Mann:
  • Können Sie sich vorstellen, was Ihre Frau empfindet, wenn Sie in ihrer Gegenwart Frauenkleider tragen?
  • Was empfinden Sie selbst beim Tragen der Frauenkleider in ihrer Gegenwart? Sexuelle Erregung? Scham? Freude am Gefühl, wie eine Frau auszusehen?
  • Fühlen Sie sich selbst in Frauenkleidern eher schön oder eher gedemütigt?
  • Spielen Sie mit der Möglichkeit, in Ihren Frauenkleidern entdeckt zu werden?
  • Haben Sie sich möglicherweise ein Stück weit darauf ankommen lassen, dass Ihre Frau Sie in Ihrem Fetisch überrascht hat? Lassen Sie es immer noch darauf ankommen, dass auch Ihre Kinder und Ihre Schwiegermutter Ihren Fetisch herausfinden?
  • Wie würden Sie darauf reagieren, wenn Ihre Frau Ihnen das Tragen von Frauenkleidern in ihrer Gegenwart verbieten würde?
Fragen an Sie selbst:
  • Können Sie sich vorstellen, was Ihr Mann empfindet, wenn er in Ihrer Gegenwart Frauenkleider trägt?
  • Wie wäre es, wenn Sie Ihre Gedanken über das Tragen von Frauenkleidern offen gegenüber Ihrem Mann aussprechen?
  • Sie haben Ihrem Mann erlaubt, in Ihrer Gegenwart Frauenkleider zu tragen. Was hält Sie davon ab, es ihm wieder zu verbieten?
  • Empfinden Sie bei Ihrer Vorstellung, Ihre Kinder oder Ihre Mutter würden den Fetisch Ihres Mannes herausfinden, möglicherweise ein Stück Genugtuung?
  • Hat sich an Ihren Gefühlen für Ihren Mann dadurch etwas geändert, dass Sie seinen Fetisch kennen?

Themenfelder

Wie die obigen Fragen zeigen, gibt es eine Reihe verschiedener Themen, die in Ihrer Fallgeschichte eine Rolle spielen. Die ersten drei Themenfelder (Fetischismus, Masochismus, Exhibitionismus) könnten eine Klärung bringen, inwieweit das Tun Ihres Mannes durch sexuelle Präferenzen geprägt ist. Im vierten Themenfeld Transvestitismus ginge es darum, inwieweit bei Ihrem Mann weniger ein sexuelles Interesse im Vordergrund steht als vielmehr der Wunsch, sich selbst zeitweise als Frau erleben zu können.

Fetischismus

Dass Männer gern Frauenkleider tragen, ist seit Shakespeare´s Zeiten nichts Ungewöhnliches. Viele Männer empfinden es als erregend, beim Sex weibliche Kleidungsstücke zu tragen.
Zum einen deswegen, weil für sie diese Kleidungsstücke als sexueller Stimulus dienen (klassischer Fetisch), zum anderen, weil sie das mit der Kleidung verbundene Rollenspiel erregend finden: Für heterosexuelle Männer ist das Lustobjekt schlechthin die Frau- in der Verkleidung können sie selbst spielen, ein solches Lustobjekt zu sein.

Masochismus

Das Tragen von Frauenkleidern kann -neben dieser Funktion als Fetisch in klassischem Sinn- auch ein Element der Selbstdemütigung enthalten, insbesondere dann, wenn damit gespielt wird, in diesem Fetisch von anderen entdeckt und der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden. In diesem Fall käme zum Fetischismus auch ein gutes Stück Masochismus hinzu: Lust, die daraus gewonnen wird, das andere einem -in diesem Fall psychische- Schmerzen zufügen.

Exhibitionismus

Nach dem Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisation ICD-10 F 65.2 gehört zur Definition von Exhibitionismus immer die Entblößung der eigenen Genitalien.
Wenn man Exhibitionismus allerdings in etwas weiterem Sinn als die ungewollte Konfrontation anderer mit sexuellen Handlungen definiert, ist es durchaus ein Akt des Exhibitionismus, wenn Ihr Mann mit dem Risiko spielt, auch von Ihren Kindern und Ihrer Mutter entdeckt zu werden.
Dieser Aspekt ist in Ihrer Geschichte am problematischsten, da er unbeteiligte Dritte, in diesem Fall sogar Minderjährige, in ihrer sexuellen Selbstbestimmung psychisch schädigen kann.

Sexuelle Handlungen müssen immer im gegenseitigen Einverständnis aller Beteiligten stattfinden– ansonsten wird eine Grenze überschritten, die in der Medizin als Störung der Sexualpräferenz bezeichnet wird.

Transvestitismus

Auffällig ist, dass Ihr Mann Frauenkleidung offenbar nicht (nur?) in Verbindung mit sexueller Erregung trägt. Beim rein fetischistischen Transvestismus würde der Wunsch, Frauenkleidung zu tragen, mit nachlassender sexueller Erregung ebenfalls schwinden. Es ist die Frage, ob es sich bei Ihrem Mann möglicherweise um transsexuellen Transvestitismus handelt, d.h., ob sich ihr Mann durch das Tragen von Frauenkleidung zeitweise selbst als Frau erleben will und warum.

Therapeutische Konsequenzen

Die Bearbeitung dieser vier Themenbereiche in der Therapie könnte Ihnen beiden dabei helfen zu verstehen, was es genau bedeutet, wenn Ihr Mann Frauenkleider trägt. Es kann sein, dass es eine rein fetischistische Handlung ist, es kann aber auch sein, dass masochistische und exhibitionistische Tendenzen ebenfalls eine Rolle spielen.

Alternativ dazu kann es sich auch um eine Störung der Geschlechtsidentität Ihres Mannes handeln, geprägt von dem Wunsch, zumindest zeitweise sich selbst als Frau erleben zu können.

Wenn soweit die Motivation Ihres Mannes geklärt ist, wird für Sie die Frage im Raum stehen, wie Sie mit den sexuellen Präferenzen Ihres Mannes umgehen wollen. Hier sind sehr verschiedene Lösungen denkbar: Von einer strikten Absage, dass er in Ihrer Gegenwart Frauenkleidung trägt, bis hin zu spielerischer Integration seines Fetischismus (und ggf. auch seines Masochismus) in Ihr gemeinsames sexuelles Zusammenspiel.

Für Ihren Mann wird sich die Frage stellen, inwieweit er bereit ist, sich in seinem sexuellen Verhalten auch nach Ihren Wünschen zu richten: also in Ihrer Gegenwart keine Frauenkleider zu tragen oder nur dann, wenn Sie es ihm ausdrücklich gestatten.

Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Weitere Infos im Artikel BDSM Beratung. Einen weiteren Artikel zum Thema „Männer in Frauenkleidern- Fetischismus in der Kunst“ finden Sie hier.

Was ist Fetischismus? Dinge als Lustobjekte
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BDSM Beratung
und Sexualtherapie
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Mein Mann
trägt gerne Frauenkleider
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Fetischismus: Im Bett ist er nur ein Schnürpaket
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10 Fakten
zum Thema Fetischismus
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Fetischismus: Selbstbefriedigung im Abendkleid
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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Exhibitionismus?
Erektion am Badesee

Exhibitionismus-
Erektion aus dem Schlaf heraus

Exhibitionismus
Ich finde es ausgesprochen erregend, wenn andere mich nackt beobachten.

Im letzten Sommer bin ich an einem Badeweiher, wo die meisten Leute nackt baden, auf meinem Handtuch eingeschlafen. Als ich aufgewacht bin, hatte ich eine total starke Erektion. Nicht weit weg von mir lag eine etwas ältere Frau, die das mitbekommen hat. Ich habe sie wohl ziemlich verlegen angeguckt und sie hat nur gemeint, das wäre doch völlig natürlich und ok.

Seitdem träume ich immer wieder von dieser Situation, so erregend fand ich dieses Erlebnis.

In diesem Sommer lege ich mich jetzt bei schönem Wetter fast täglich an den Badesee und tue so, als wäre ich eingeschlafen und bekäme im Schlaf meine Erektion, besonders dann, wenn in der Nähe eine Frau ihren Liegeplatz hat.

Bis jetzt bekam ich noch nie eine ungute Reaktion- die meisten haben einfach nur geguckt und das habe ich sehr genossen. Vielleicht gefällt das den Frauen sogar.

Ich weiß nicht: Ist das schon Exhibitionismus und pervers oder nicht?

Richard T. (Name geändert)

Exhibitionismus-
der Genuss, beobachtet zu werden

Hallo Richard,

Sie legen sich gerne nackt an einen Badesee, bekommen eine Erektion und genießen es, wenn Frauen Sie dabei beobachten.

Exhibitionismus- eine Form der Sexualität
mit strafrechtlichen Folgen

Sie schreiben, dass Sie sich nicht im Klaren sind, ob Ihr Tun bereits Exhibitionismus ist. Aus psychologischer Sicht ist das, was Sie da machen, eindeutig Exhibitionismus.
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Die ICD-10, der Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisation, definiert Exhibitionismus als „die wiederkehrende oder anhaltende Neigung, die eigenen Genitalien vor meist gegengeschlechtlichen Fremden in der Öffentlichkeit zu entblößen, ohne zu einem näheren Kontakt aufzufordern oder diesen zu wünschen“.

Ohne einer möglichen juristischen Bewertung vorzugreifen: Ein Gericht würde Ihr Tun wahrscheinlich nach § 183 I Strafgesetzbuch (Exhibitionistische Handlungen) als Straftat ansehen.

Offenbar haben Sie bisher Glück gehabt, dass noch keine Frau gegen Sie Anzeige erstattet hat. Die Folgen für Sie könnten dramatisch sein: Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, dazu ein Eintrag ins erweiterte Führungszeugnis als Sexualstraftäter und dadurch erhebliche Nachteile am Arbeitsmarkt.

Exhibitionismus-
Was daran problematisch ist

Vielen Menschen mit exhibitionistischer Neigung fällt es schwer zu erkennen, was daran problematisch sein soll. Sie sehen allein ihr eigenes Vergnügen, das es Ihnen macht, von unbekannten Frauen in Ihrer sexuellen Erregung beobachtet zu werden. Auch Sie selber geben an, dass es ja durchaus sein könnte, dass Ihr Tun Frauen gefällt.

Bei einer Bewertung Ihres Tuns sollten Sie aber nicht vom bestmöglichen (und übrigens eher unwahrscheinlichen) Fall ausgehen, dass Ihre öffentliche sexuelle Erregung allen Beobachtern und Beobachterinnen jedes Mal gefällt, sondern davon, was die ganz realen Folgen Ihres Tuns sein können:

  • Sie schaden anderen Menschen: Es ist gut möglich, dass Frauen sich vor Ihnen ekeln oder so sehr vor Ihnen erschrecken, dass sie sich nicht mehr trauen, alleine zum Badesee zu kommen.
  • Es könnte sein, dass Sie -auch ohne es zu wollen- von Kindern beobachtet werden- mit möglichen negativen Folgen für die psychische Gesundheit der Kinder.
  • Sie schaden sich selbst: Es kann sein, dass Sie angezeigt werden- mit allen strafrechtlichen und persönlichen Konsequenzen.

Das Problematische an Ihrem Verhalten liegt also nicht an Ihrer sexuellen Neigung, sondern daran, dass Sie Ihre Form der Sexualität in der Öffentlichkeit ohne vorherige Einholung der Erlaubnis der anderen ausüben.

Exhibitionismus-
ein extrem selbstschädigendes Verhalten

Weil jeder Mensch ein Recht auf Selbstbestimmung hat und damit auch das Recht, nicht gegen seinen Willen in das sexuelle Spiel eines anderen einbezogen zu werden (nicht einmal in der Rolle des Beobachters), gibt es das gesetzliche Verbot des Exhibitionismus in der Öffentlichkeit.

Und wegen dieses Verbotes und der entsprechenden strafrechtlichen Folgen handelt es sich bei Ihrem Tun um ein potentiell extrem selbstschädigendes Verhalten. Sie sollten daher aus ureigenem Interesse etwas dafür tun, um Ihr Verhalten abzustellen.

Da Ihnen allein die notwendige Veränderung Ihres Verhaltens vermutlich schwerfällt, sollten Sie also unbedingt therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.

Exhibitionismus- zwei mögliche Gründe
für das Vergnügen daran

1. Die sexuelle Präferenz
Zunächst einmal ist Exhibitionismus nur eine bestimmte sexuelle Präferenz, die als solche weder verwerflich noch krank ist. Vermutlich finden es sogar sehr viele Menschen erregend, in ihrer eigenen Erregung von anderen beobachtet zu werden.
Ihre sexuelle Präferenz als solche ist nicht problematisch- nur das Hinzuziehen unbeteiligter Dritter ist es. Gemeinsam mit Ihrem Therapeuten könnten sie prüfen, ob es für Sie auch andere Wege gibt, Ihre sexuelle Neigungen auszuleben- ohne die Gefahr, mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Mit etwas Nachdenken und Ausprobieren lassen sich vermutlich auch für Sie passende Lösungen finden (vgl. dazu auch die Ideen weiter unten „Weiterentwicklung Ihres sexuellen Potentials“).

2. Die Lust an der eigenen Selbstzerstörung
Schwieriger liegt der Fall, wenn Sie -was Ihnen selbst vielleicht gar nicht bewusst ist- den „Kick“ gerade dadurch bekommen, dass Sie sich in juristische Gefahr begeben.
Wenn das der Fall sein sollte, haben Sie weniger ein Problem, das in Ihrer sexuellen Neigung begründet ist. Vielmehr ist es dann Ihr Problem, dass Sie Freude daran haben, sich selbst in erhebliche Gefahr zu bringen und möglicherweise ihr ganzes Leben zu zerstören.
Hier würden Sie sich nicht sehr von einem Kleptomanen unterscheiden, der völlig unnütze, wertlose Dinge stiehlt, nur weil er das Gefühl genießt, möglicherweise bei seinem Diebstahl überrascht und gefaßt zu werden.

Welche der beiden Ursachen Ihrem Verhalten zugrunde liegt -eine von beiden oder auch beide gemeinsam in einer Mischform-, sollten Sie im Gespräch mit Ihrem Therapeuten abklären, der Ihnen dann Möglichkeiten aufzeigen kann, aus Ihrem selbstschädigenden Verhalten wieder herauszufinden.

Exhibitionismus-
Therapeutische Hilfsmöglichkeiten

Eine Psychotherapie könnte auf mehreren Ebenen zu einer solchen Lösung beitragen.

Weiterentwicklung Ihres sexuellen Potentials

Wenn Ihr Problem vor allem darin liegt, dass Sie sich gern in Ihrer Erregung von unbekannten Frauen beobachten lassen, dann gibt es viele Möglichkeiten, diese Leidenschaft so auszuleben, ohne dass Sie mit dem Gesetz in Konflikt kommen.

Vielleicht wäre eine Domina etwas für Sie, die mit Rollenspielen Erfahrung hat. Dann könnten Sie gemeinsam sogar Szenarien entwickeln, die für Sie noch aufregender sind, als das Aufwachen mit Erektion am Badesee.

Vielleicht könnte es Ihnen ja gefallen, dass die Frau, die Sie mit erigiertem Penis überrascht, nicht einfach nur wegguckt, sondern ganz konkret etwas mit Ihnen macht: z.B. Sie beschimpft oder schlägt oder fesselt… Gemeinsam mit Ihrer Domina könnten Sie auch Fetischpartys besuchen, bei denen Sie einen ganzen Abend lang nackt an einem Andreaskreuz festgebunden werden.

Der Fantasie sind da wenig Grenzen gesetzt. Es gibt also durchaus Spielraum, wie Sie Ihren Exhibitionismus ausleben und sogar zu noch größerer Lust steigern können- und das, ohne jeden Ärger mit dem Gesetz.

Natürlich kostet der Besuch bei einer Domina (genauso wie beim Therapeuten) Geld- allerdings ist es noch viel teurer für Sie, wenn Sie nichts unternehmen und irgendwann wegen Ihrer Neigung den Arbeitsplatz verlieren…

Regeln für den Selbstschutz

Gemeinsam mit Ihrem Therapeuten können Sie für sich passende Regeln erarbeiten, die dazu dienen, Sie vor selbstschädigendem Verhalten zu bewahren. Hier ein paar Vorschläge, wie solche Regeln aussehen könnten:

  • Sie erteilen sich selbst ein Besuchsverbot für den Badesee und alle anderen Orte mit öffentlicher Nacktheit (Schwimmbäder, Saunen etc.).
  • Ausnahmegenehmigungen gibt es nur, wenn Sie einen Freund/eine Freundin als Begleitung dabei haben.
  • Sie unternehmen ohne Begleitung keine Spaziergänge in die freie Natur, Ihr Bedürfnis nach körperlicher Bewegung befriedigen Sie in einem Fitnessstudio mit geschlechtsgetrennten Umkleiden ohne Sauna.
  • Sie sorgen dafür, von Ihrer sexuellen Erregung nicht plötzlich übermannt zu werden: d.h. Sie befriedigen sich selbst regelmäßig zuhause (so oft Ihre Erregung das zuläßt) und/oder gönnen sich häufige Besuche bei einer Domina oder Prostituierten.
Erhöhung sexueller Zufriedenheit auf anderen Gebieten

Eine wichtige Aufgabe in der Therapie könnte sein zu prüfen, wie es ganz allgemein um Ihre sexuelle Zufriedenheit steht:

  • Sind Sie Single? Haben Sie Schwierigkeiten, eine Partnerin kennenzulernen?
  • Welche Möglichkeiten gibt es für Sie, eine Beziehung aufzubauen, in der Sie sexuelle Zufriedenheit finden können?
  • Oder leben Sie in bereits einer Partnerschaft, in der Sie sexuell nicht erfüllt sind?
  • Was könnten Sie dafür tun, was Ihre Partner/in, damit Ihre Beziehung in sexueller Hinsicht befriedigender ist?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, dass Sie gemeinsam mit Ihrer Partnerin eine Paartherapie beginnen?
Exhibitionismus als Zwangshandlung

Möglicherweise entziehen sich Ihre exhibitionistischen Handlungen so sehr Ihrer Kontrolle, so dass Ihnen die obigen Vorschläge nichts bringen. In diesem Fall würden Sie auch dann noch sich selbst in der Öffentlichkeit entblößen, wenn es Ihnen vollkommen unangenehm ist und Sie eigentlich nur von Ihrem Tun loskommen wollen.

Wenn das der Fall sein sollte, kann Ihnen Ihr Therapeut verschiedene Behandlungsmethoden der Verhaltenstherapie vorschlagen, z.B. die Einübung neuer Verhaltensmuster, welche eine Alternative zur öffentlichen Entblößung darstellen können.

Kognitive Umstrukturierung

Bei manchen Männern, die unter selbstschädigenden exhibitionistischen Neigungen leiden, ist es deswegen besonders schwierig, davon loszukommen, weil sich im eigenen Denken eine resignierende Grundhaltung aufgebaut hat.

Typische negative Gedankenverbindungen wären:

  • Davon komme ich sowieso nicht los.
  • Ich schaffe es niemals, mich zu verändern.
  • Eine Partnerschaft, die mich sexuell erfüllt, werde ich niemals finden.
  • So schlimm ist das nicht-bisher ist mir auch nichts passiert.
  • Viel Freude im Leben habe ich sowieso nicht: Wieso dann auf das wenige verzichten, was mir Spaß macht?

Um diese negativen Festschreibungen zu durchbrechen, bietet sich die Technik der kognitiven Umstrukturierung an, bei der die negativen Gedanken in Ihren schädlichen Auswirkungen erkannt werden und gezielt durch hilfreichere Gedanken ersetzt werden, also beispielsweise:

  • Ich will in meinem Leben neue und andere Formen der Sexualität kennenlernen.
  • Ich bin auf mich stolz, dass ich so mutig bin, mit meiner Therapie erste Schritte in eine neue Richtung zu gehen.
  • Ich bin neugierig, neue Impulse für meine bestehende Partnerschaft oder für neue Partnerschaften zu erhalten.
  • Mein Leben ist mir so wertvoll, dass ich keine Bestrafung als Exhibitionist riskieren möchte.

Für einen solchen Weg zu mehr Lebensqualität, ganz allgemein, aber auch in Ihrer Sexualität, wünsche ich Ihnen alles Gute!

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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery
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