Archiv der Kategorie: RTL- Let´s talk about Sex- Radiointerviews

RTL- Let´s talk about Sex mit Louisa:
Radiointerviews mit Dr. Michael Petery

RTL- Let´s talk about Sex
RTL- Let´s talk about sex: Dr. Michael Petery als Experte im Live-Talk mit Louisa.

Dr. Petery stellt sich als Experte den Fragen der RTL-Moderatorin und erklärt in der Radioshow aktuelle Themen rund um den Sex.

Domina-Sex: Warum stehen Männer darauf?

Domina-Sex

Domina-Sex:
Wenn Frauen Männer quälen

Radiointerview Domina-Sex
Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Domina-Sex:
Warum machen das Männer, sich erniedrigen zu lassen?

Der Besuch bei einer professionellen Domina ist, anders als das auf den ersten Blick erscheinen mag, ein Verwöhnprogramm für Männer. Die Männer suchen sich bei einer Domina wie im Restaurant auf einer Speisekarte genau die Formen sexueller Erniedrigung aus, die sie sich selbst wünschen. Das hat mit Sadismus seitens der Frau nur sehr wenig zu tun.

Die wichtigste Erfahrung, um die es den meisten Männern dabei geht, ist die Abgabe der Führungsrolle: einmal selbst für nichts verantwortlich zu sein, sich ganz und gar in die Hände eines anderen Menschen zu begeben, der für die Dauer der Sitzung bestimmt, was geschieht.

Aus psychologischer Sicht ist eine Session bei einer Domina so etwas wie ein Angstexpositions-Training: der Mann stellt sich seinen tiefsten Ängsten von Misshandlung und Erniedrigung und kann im kontrollierten Rahmen des Domina-Studios erleben, dass diese lebensbedrohlichen Ängste sich zuletzt in sexueller Lust auflösen.

Bei vielen Männern, die eine Domina aufsuchen, ist anzunehmen, dass eigene Erfahrungen von sexuellem Missbrauch in der Kindheit im Hintergrund stehen. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 15% der Frauen und 5% der Männer als Kinder Opfer von sexuellen Übergriffen geworden sind. Dabei sind, gerade Männern gegenüber, die Täterinnen häufig weiblich: oft die eigene Mutter, aber auch die Erzieherin oder Lehrerin.

Wer so etwas in der Kindheit erlebt hat, für den ist die Erfahrung des Übergriffs und der sexuellen Erregung lebenslänglich sehr eng verbunden.

Der Besuch bei einer Domina ist da geradezu ein kreativer und lebensbejahender Weg, mit solchen Belastungen umzugehen. Dadurch, dass der Mann Auftraggeber der Domina ist, kann er diese spezielle Verknüpfung seiner sexuellen Lust mit der Erfahrung der Erniedrigung immer wieder nacherleben, ohne in die Rolle des Opfers zurückzufallen.


Domina-Sex:
Frauen – warum haben sie so eine Wirkung? Wieso wollen sie Männer erniedrigen?

Das ist jetzt eine ganz andere Frage: Frauen, die Männer erniedrigen wollen. Professionelle Dominas gehören in der Regel nicht zu dieser Gruppe. Sie verstehen sich meist eher als eine Mischung aus Schauspielerin und Psychotherapeutin.

Wenn eine Frau in ihrem Privatleben Freude daran hat, Männer sexuell zu erniedrigen, ist das etwas ganz anderes. Ein solcher Wunsch hat in der Regel ebenfalls Wurzeln in kindlichen Misshandlungserlebnissen. Das ist bei einer Frau dann oft die mehr oder weniger bewusste Rache für das, was andere Männer ihr früher selber angetan haben.

Domina-Sex:
Wann wird es gefährlich?

In der BDSM-Community und auch in der Beziehung zwischen der Domina und ihren Kunden ist allen Beteiligten klar, dass sie ein Spiel spielen Zu diesem Spiel gehört es, dass vorher festgelegte Regeln gelten: etwa Code-Wörter, wann es zu viel wird oder das Spiel abgebrochen werden soll. Die Kontrolle bleibt letztlich immer bei demjenigen, der die unterlegene Rolle innehat.

Ein solches Spiel zielt nicht auf die Erniedrigung anderer Menschen als Person ab, sondern auf die Erzeugung maximaler sexueller Lust- wobei Schmerz und Erniedrigung durchaus Mittel zum Zweck sein können.

Gefährlich wird es, wenn Schmerz und Erniedrigung selbst zum eigentlichen Zweck werden. Wenn also das Spiel aus Unterwerfung und Dominanz gar kein Spiel mehr ist.

Dann kann es zu schwerwiegenden Übergriffen kommen, sowohl im Sinne einer psychischen Demütigung und menschlichen Erniedrigung, wie auch durch ganz konkrete körperliche Gewaltexzesse.

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Sex im Freien

Sex im Freien

Sex im Freien-
auf Musikfestivals und anderswo

Radiointerview Sex im Freien
Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Sex auf Musikfestivals- Was ist denn Ihre Meinung dazu?
Zunächst einmal ganz grundsätzlich: Sex ist etwas Wunderschönes und Musikfestivals sind auch eine tolle Sache, besonders jetzt im Sommer im Freien.

Das Wichtigste, was ich allen sagen will, die jetzt zuhören: Genießt euer Leben so richtig und in vollen Zügen!

Und damit da nichts schief geht, gibt es aus sexualtherapeutischer Sicht ein paar Sachen zu beachten.

    • Bei Musikfestivals kann man total unkompliziert neue Leute kennenlernen. Das ist eine tolle Sache! Allerdings ist es nie eine gute Idee, mit Leuten, die man erst ein paar Stunden kennt, sofort auch Sex zu haben. Richtig guter Sex braucht etwas Vorlaufzeit: sowohl um sich besser kennenzulernen, aber auch, weil die Vorfreude auf das Zusammensein den Spaß am Sex deutlich vergrößert.
    • Etwas Gesundheitsfürsorge ist ebenfalls sinnvoll. Wo sich viele Menschen unter freiem Himmel treffen, sind auch jede Menge Krankheitskeime unterwegs: Sex ohne vorherige Dusche ist ein echtes Infektionsrisiko für alle möglichen Krankheiten, die ich hier gar nicht im Einzelnen aufzählen will. Also: Wenn es Sex auf dem Festival sein soll, dann unbedingt vorher mit Seife duschen!
    • Und wenn es doch zum Sex mit einem unbekannten Partner oder einer unbekannten Partnerin kommen sollte: Ein Kondom ist Pflichtsache. Also allein zur Sicherheit: Mann oder Frau sollten unbedingt ein paar Kondome dabeihaben. Es gibt immer noch AIDS und jede Menge andere Geschlechtskrankheiten. Und ihr könnt nicht davon ausgehen, dass Euch ein unbekannter Sexpartner noch vor dem Sex verrät, ob er irgendwelche Krankheiten hat.
    • Ein ziemliches Problem bei manchen Festivals ist der Alkohol. Und da gibt es Leute, die es ausnützen, wenn die Hemmschwelle durch den Alkohol sinkt. Bis dahin, dass für Frauen unter Alkoholeinfluss das Risiko erheblich stiegt, Opfer einer Vergewaltigung zu werden.

    Was wäre denn Ihre Empfehlung für Sex im Freien?
    Ich denke, am meisten Spaß macht das mit einem Partner oder einer Partnerin, die sich schon ein etwas länger kennen und jetzt gemeinsam etwas Neues ausprobieren möchten. Da wäre jetzt weniger ein Musikfestival der günstigste Ort, irgendwo eingepfercht in ein enges Zelt, sondern ein schöner, einsamer Ort in der Natur, eine Waldlichtung vielleicht, ein Berg oder auch ein Strand.

    Ist Sex im Freien überhaupt erlaubt?
    Auch wenn ich kein Rechtsanwalt bin und folglich keine rechtlich verbindliche Auskunft geben kann. Prinzipiell ist aber Sex im Freien in Deutschland nicht verboten. Es kann aber Ärger nach StGB 183a geben: Erregung öffentlichen Ärgernisses. Das ist immer dann der Fall, wenn ein Paar es darauf anlegt, von anderen beim Sex entdeckt und beobachtet zu werden.

    Wer also auf einem vielbesuchten Parkplatz am Badesee im Auto Sex hat, so jeder es mitbekommt, muss mit einer Anzeige rechnen. Ein anderes Paar, das sich auf einer abgelegenen Waldwiese hinter dem Gebüsch vergnügt, kann das problemlos tun. Und weil da normalerweise kein Mensch vorbeikommt, sollte es sogar dann keinen strafrechtlichen Ärger geben, wenn überraschenderweise doch plötzlich ein Jäger vorbeispaziert.

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    Vgl. dazu die Artikel

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Therapie bei Liebeskummer?

Liebeskummer

Liebeskummer-
wie kann ich damit umgehen?

Radiointerview Liebeskummer
Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Wie viel Liebeskummer ist gut? Wann wird es problematisch?

Zunächst einmal: Liebeskummer nach einer Trennung ist eine völlig normale und gesunde Reaktion. Wenn ich über den Verlust einer Beziehung überhaupt keine Trauer empfinde, dann kann diese Beziehung für mich entweder nicht besonders wichtig gewesen sein oder ich habe insgesamt Probleme mit meinem Gefühlsleben.

Wer liebt, riskiert etwas. Vor Liebeskummer ist nur geschützt, wer überhaupt keine Liebe empfindet oder gar keine Beziehung eingeht. Die gute Seite des Liebeskummers ist: Ich erkenne daran, dass ich ein liebesfähiger Mensch bin und Beziehungen eingehen kann, die mir etwas wert sind.

Problematisch ist Liebeskummer, wenn mein Partner oder meine Partnerin einseitig mit mir Schluss gemacht hat und ich diese Beziehung eigentlich weiterführen möchte.

Da liegt die Quelle für die drei Hauptschwierigkeiten.

  • Das erste Problem ist: die Trennung nicht akzeptieren zu können. Immer noch zu glauben: eigentlich liebt mich der andere, auch wenn er noch so deutlich gesagt hat: Es ist Schluss! Das kann dann zu ziemlich extremen Reaktionen führen, z. B. dazu, dem anderen auch nach der Trennung ständig hinterher zu spionieren und einfach nicht in Ruhe zu lassen. Das wäre die Reaktion des Stalking.
  • Ebenfalls problematisch ist es, wenn die frühere Liebe in extreme Wut und Hass umschlägt, bis dahin, dass es zu Gewaltakten gegenüber dem früheren Geliebten oder der früheren Geliebten kommt. Im Fernsehen oder in der Zeitung erfährt man alle paar Wochen von solchen Verbrechen aus Liebeskummer.
  • Die dritte problematische Reaktion ist, wenn ein Mensch den Verlust der Beziehung als komplette Sinnentleerung des eigenen Lebens empfindet. Da kann es dann zu Depressionen kommen, die sich bis hin zu Selbstmordgedanken steigern können. Oft steht da ein Rachegedanke im Hintergrund: Soll doch der frühere Partner zusehen, wie er mit meinem Tod zurechtkommt.

Wenn Liebeskummer solche Formen annimmt, ist dringend psychologische Hilfe nötig. Da sind auch Angehörige und Freunde gefragt. Jeder muss Selbstmorddrohungen ernst nehmen. Wer davon hört, dass ein anderer sich das Leben nehmen will, sollte umgehend einen Arzt oder Psychotherapeuten zu Hilfe holen- oder bei der Polizei anrufen, weil die weiß, wer örtlich zuständig ist.


Ablenken oder trauern, was ist besser?

Da gibt es keine Patentlösung. Das ist individuell sehr unterschiedlich und hängt auch davon ab, wie tiefgehend die kaputte Beziehung war. Bei einer langjährigen Liebe dürfte es ohne eine Phase der Trauer kaum möglich sein, wieder in ein neues Leben zu finden.

Dagegen kann es nach einem kurzen Flirt, aus dem nichts wurde, vielleicht sogar am besten helfen, sich abzulenken und schon ziemlich gleich wieder nach einem neuen, besseren Partner Ausschau zu halten.

Trauern Männer und Frauen unterschiedlich?

Nein, da gibt es keine spezifisch männlichen oder weiblichen Formen der Trauer. Der Schmerz darüber, wenn wir vom geliebten Partner oder von der geliebten Partnerin sitzen gelassen werden, ist für alle Menschen gleich groß. Und jeder Mensch, gleich ob Mann oder Frau müsse mit diesem Schmerz auf ihre Weise leben.

Eine andere Frage ist natürlich, wie weit dieser Schmerz oder diese Trauer nach außen getragen werden und dadurch auch für die Umwelt sichtbar sind.

Von Frauen habe ich jetzt schon ein paar Mal die Vermutung gehört, dass Männer da sehr viel verschlossener wären. Das kann aber auch daran liegen, dass Mann bzw. Frau Liebeskummer wohl eher mit Menschen mit dem gleichen Geschlecht teilt und Frauen also vor allem den Liebeskummer anderer Frauen erfahren.

Wann ist Liebeskummer ein Grund, zum Therapeuten zu gehen?

Immer dann ist es sinnvoll, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn ich allein mit meinen Problemen nicht mehr zurechtkomme. Bei Liebeskummer kann das Gespräch mit einem Therapeuten dabei helfen, den Verlust aufzuarbeiten und neue Perspektiven für das eigene Leben zu entdecken. Bei sehr schwerem Leibeskummer, der mit Selbstmordgedanken einhergeht, ist es unbedingt erforderlich, dass der Betroffene therapeutische Hilfe bekommt.

Vgl. dazu auch meinem Beitrag:
Selbstmorddrohung- wie gehe ich damit um?

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Klischees über Männer-
Interview mit Dr. Michael Petery

Klischees über Männer

Klischees über Männer

Radiointerview Klischees über Männer
Hier der Radiomitschnitt.
Kleiner Hinweis: Dr. Petery ist Humanbiologe (Dr. rer. biol. hum.), nicht Psychologe.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Klischees über Männer: Was ist „typisch“ Mann? Was nervt, was stimmt, was nicht?

Beispiele für Klischees über Männer sind: Männer schauen alle Pornos. Männer gehen öfter fremd als Frauen. Männer wollen immer nur Sex. Männer sind unsensibel, hören nie zu.
Männer müssen immer stark sein, zeigen nie Schwäche.

Klischees über Männer: Wie entstehen solche Klischees?

Klischees haben aus psychologischer Sicht ursprünglich eine Schutzfunktion. Auf einer ganz primitiven Stufe gibt es Klischee-Verallgemeinerungen, die durchaus Sinn machen, z.B. der Satz: Alle Löwen sind gefährlich und fressen Menschen.

Es ist gut, wenn ich als Mensch einen solchen Satz verinnerlicht habe, sogar auch dann, wenn es rein theoretisch dressierte Löwen geben könnte, die zu Menschen nur nett sind. Wenn ich aber plötzlich auf der Straße einem Löwen begegne, ist es das beste: Ich denke sofort diesen Satz, habe Angst und laufe davon.
Ein solcher Klischee-Satz schützt mich davor, groß nachzudenken: Ich renne sofort los, wenn ich den Löwen sehe. Mein Handeln ist so sehr viel effektiver, als wenn ich erst darüber nachdenken muss, ob denn dieser konkrete Löwe eigentlich gefährlich ist oder nicht.

Psychologisch gesehen, haben solche Verallgemeinerungen also vor allem diesen einen Sinn: mich davor zu schützen, dass ich mich mit einem konkreten Einzelfall wirklich auseinandersetzen muss.
In der Partnerschaft sind solche Klischees absolutes Gift. In einer Partnerschaft geht es nämlich immer um einen konkreten Einzelfall, nämlich um den Menschen, mit dem ich in einer Beziehung lebe.
Wenn ich als Frau in mir drin einen Satz herumtrage wie „Alle Männer sind unsensibel und hören nie zu“, dann verbiete ich mich selber wahrzunehmen, dass möglicherweise gerade in diesem Moment genau der Mann vor mir sitzt, der mir zuhören will. Und ich gebe diesem Mann dann wegen meiner eigenen vorgefassten Meinung keine Chance, mir zuzuhören.

Wenn ich felsenfest von solchen Sätzen überzeugt bin wie z.B. „Alle Männer sind unsensibel und hören nie zu!“- dann brauche ich mich auch als Frau nicht mehr zu bemühen, einem Mann irgendetwas zu erklären. Es macht ja sowieso keinen Sinn.

Klischees über Männer: Ist das wirklich typisch Mann?

Klar, es gibt Unterschiede zwischen Mann und Frau. Experimente haben zum Beispiel gezeigt, dass Männer und Frauen eine unterschiedliche Farbwahrnehmung haben. Frauen sehen die Welt in kräftigeren Farben als Männer. Dieser Unterschied scheint tatsächlich genetisch gegeben zu sein und für alle Männer zu gelten.

Aber da hören dann auch schon die allgemein nachweisbaren psychologischen Unterschiede auf. Sätze wie „Männer schauen alle Pornos.“ oder „Männer wollen immer nur Sex.“ sind offensichtlich falsch, da es ja auch viele Gegenbeispiele gibt.

Klischees über Männer:
Was ist noch ok und was ist nicht zu tolerieren?

Es gibt keine allgemeine Regel, was eine Frau in einer Partnerschaft beim Mann durchgehen lassen soll und was nicht.

Die entscheidende Frage ist vielmehr: Welches konkrete Verhalten dieses einen Mannes stört mich als seine Partnerin so sehr, dass es die Partnerschaft bedroht?

Und das kann von Fall zu Fall höchst unterschiedlich sein. Bei Paartherapien habe ich da in meiner eigenen Praxis schon die unterschiedlichsten Dinge erlebt. Eine Klientin störte sich daran, dass ihr Mann oft am Wochenende ohne sie allein im Wald Stunden lang spazieren ging (wobei sie selber keine Lust hatte mitzukommen)- eine andere Frau wiederum fand es unerträglich, dass sie die Wohnung niemals für sich allein haben konnte, weil ihr Mann überhaupt kein Hobby hatte, das ihn jemals nach draußen gebracht hätte.

Wenn ich als Frau also etwas habe, was für mich absolut nicht OK ist, muss ich das dem Mann sagen. Viele Frauen gehen wie selbstverständlich davon aus, dass ihre Männer wissen, was sie stört- und in der Paartherapie sind dann oft beide überrascht nach dem Motto: „Ach, das stört dich an mir?“ „Ja klar, das hättest du doch schon längst merken müssen.“ „Aber ich habe da gar nichts gemerkt, weil du es mir nie gesagt hast.“

Erst wenn solche störenden Punkte offen ausgesprochen sind, ist es möglich, gemeinsam Lösungen für das Problem zu finden.

Klischees über Männer:
Kann man einen Mann noch „erziehen“?

Den anderen zu erziehen, funktioniert in der Partnerschaft ganz bestimmt nicht. Erziehen kann man nur Kinder.

In der Partnerschaft bedeutet Erziehung, dass derjenige, der in der Erzieherrolle ist, den anderen nicht mehr gleichrangig als Erwachsenen wahrnimmt. Und damit ist die Partnerschaft auf Augenhöhe am Ende. Was danach bestenfalls och übrig bleibt, ist wechselseitige Abhängigkeit. Das hat aber mit Partnerschaft nicht mehr viel zu tun.

Übrigens gibt es das in der Praxis gar nicht so selten, dass ein Partner den anderen auf solche Weise entmündigt- aber das ist immer das Ende der Partnerschaft im eigentlichen Sinne und funktioniert auf Dauer nur, wenn einer oder beide Partner an einer psychischen Störung leiden.

Wenn mich also etwas an meinem Partner stört, dann sind Erziehungsmaßnahmen wie Belohnung oder Bestrafen der falsche Weg. Helfen kann da nur ein gemeinsames Gespräch über wechselseitige Bedürfnisse. Und wenn die Situation schon so festgefahren ist, dass das Gespräch nicht mehr möglich ist, dann hilft nur noch der Weg zum Paartherapeuten.

Klischees über Männer:
Wie können Frauen lernen, damit zu leben?

Es kommt auf die Gesamtbilanz an. Wenn ich insgesamt mit meinem Partner zufrieden bin, kann ich ihm auch das eine oder andere nachsehen.

Und wenn die Gesamtbilanz stimmt, hat das auch für die Frau Vorteile. Wenn er sich ein paar Dinge herausnehmen darf, dann gibt es auch für die Frau Bereiche, wo sie sich von ihm nicht hereinreden lassen muss.

Und das ist das Geheimnis einer guten Partnerschaft: dass es einen großen gemeinsamen Bereich gibt, aber auch für jeden Partner einzeln genügend Freiräume, wo jeder für sich er oder sie selbst sein kann. Und dieses Wechselspiel von Gemeinsamkeit und Für-Sich-Sein macht eine Partnerschaft auch auf Dauer lebendig und spannend.

 

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Was törnt an beim Sex,
was nicht?

Was törnt an beim Sex? Was törnt an beim Sex?

Was törnt an beim Sex, was nicht?

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Was sind Dinge, auf die Männer und Frauen beim anderen jeweils bei der ersten Begegnung achten?

Das ist sehr unterschiedlich, von Person zu Person. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Männer häufig mehr visuell orientiert sind, also darauf achten, wie sieht die Frau aus, wie ist sie angezogen.

Frauen gehen mehr auf die Stimmigkeit des Gesamteindrucks: da gehören dann auch der Geruch dazu, der Klang der Stimme. Wichtig ist es den meisten Frauen vor allem, dass der Mann vertrauenswürdig wirkt und menschliche Wärme ausstrahlt.

Welche Rolle spielt „der Geruch“ – sich riechen können?

Der Geruch ist etwas, was besonders bei Frauen entscheidend ist. Dabei geht es gar nicht darum, ob der Mann ein Deo benutzt oder nicht. Es geht tatsächlich um den körperlichen Eigengeruch.

Wenn eine Frau einen Mann nicht riechen kann, hat der keine Chance. Und wenn er sich beim ersten Date noch so viel Mühe gibt, auf anderen Gebieten zu punkten.
Was törnt an beim Sex?
Was törnt an beim Sex?

Mundgeruch, ungepflegte Fingernägel – kann man das ansprechen und ändern?

Also, das ist schon eine ziemlicher Hammer, jemandem das so offen zu sagen. Ein bisschen stellt sich da für den Betroffenen auch die Frage: „OK, das sind die Punkte, die du mir jetzt sagst: Und was findest du noch alles an mir schlecht, ohne es mir gleich zu sagen?“

Bestimmt kein guter Einstieg in einer neuen Beziehung!

Und wenn die Beziehung schon länger läuft, dann ist natürlich auch zu überlegen: Warum habe ich jetzt in diesem Augenblick das Bedürfnis, meinem Partner oder meiner Partnerin auf diese Fehler hinweisen zu müssen? Schließlich habe ich das ja bis jetzt auch nicht getan und wir waren trotzdem zusammen.

Möglicherweise hat dieses plötzliche Kritikbedürfnis ja damit zu tun, dass in der Beziehung ganz allgemein ein paar Dinge nicht mehr stimmen.

Und dann im Bett – komische Vorlieben, Verhalten, Angewohnheiten? Wegrennen oder ansprechen?

Guten Sex gibt es nur, wenn ich meinem Partner oder meiner Partnerin zeigen kann, was meine eigenen Bedürfnisse und Vorlieben sind.

Natürlich mache ich mich ein Stück weit verletzlich, wenn ich eine scheinbar komische Vorliebe nenne- andererseits hat mein Gegenüber vielleicht ebenfalls Wünsche, die er oder sie sich kaum zu sagen traut.

Und wenn ich mich selber überwinde und meine eigenen Ideen ganz offen ausspreche, dann kann das auch den anderen dazu ermutigen, mit seinen unaussprechlichen Wünschen herauszukommen.

Aber das geht natürlich nur, wenn ich das Vertrauen habe, dass mein Partner mich nicht auslacht oder lächerlich macht. Deshalb ist wechselseitiges Vertrauen und Respekt das A und O in einer Beziehung.
Was törnt an beim Sex?
Kann man den anderen überhaupt „ändern“?

Ein ganz klares Nein. Wer seinen Partner nicht so annehmen kann, wie er ist und ihn ändern will, der hat bereits verloren. Der bekannte Psychologe Fritz Perls (Begründer der Gestalt-Therapie) hat das mal sehr schön gesagt:

Ich tu, was ich tu; und du tust, was du tust.
Ich bin nicht auf der Welt, um nach deinen Erwartungen zu leben,
Und du bist nicht auf der Welt, um nach den meinen zu leben.
Du bist du, und ich bin ich,
Und wenn wir uns zufällig finden: – wunderbar.
Wenn nicht, kann man auch nichts machen.

Was törnt an beim Sex?

Warum machen bestimmte Dinge eigentlich an und andere nicht?

Die Ursache dafür liegt in der Funktionsweise unseres Gehirns.

Wenn wir eine neue Erfahrung machen, wird nicht nur diese Erfahrung in unserem Gehirn gespeichert, sondern alle Eindrücke ringsherum: also auch Gerüche, Geräusche, Bilder und sogar eigene Gedanken und Vorstellungen.

Das bedeutet: Schon bei unseren frühesten sexuellen Erfahrungen -und bereits Kinder können so etwas wie sexuelle Erregung verspüren- speichern wir nicht nur die Erinnerung an das schöne Gefühl, sexuell erregt zu sein, sondern auch die Sinneseindrücke drumherum. Das passiert völlig unbewusst. Trotzdem gibt es im Hirn durch neuronale Verschaltungen eine ganz enge Nähe dieser verschiedenen Erinnerungsstücke.

Und damit haben wir die Erklärung dafür, dass uns später im Leben Sachen antörnen, die viel-leicht sogar auf den ersten Blick gar nicht so viel mit Sex zu tun haben: eine bestimmte Musik, bestimmte Gerüche oder Geräusche, oder auch innere Bilder. Es kann sogar auch auch das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun, was manche Menschen antörnt- vielleicht deswegen, weil sie früher einmal als Kinder von ihren Eltern beim Rumspielen mit ihrem Geschlechtsorgan überrascht wurden und es ihnen dann verboten wurde, weiterzumachen. So verbindet sich dann das Gefühl von Beschämung mit dem Gefühl starker sexueller Erregung.

Was wäre Ihr Tipp, sich auf ein Date vorzubereiten?

Aus meiner Sicht ist das Wichtigste, authentisch zu sein. Also nichts vorzuspielen. In einer Beziehung kann man dem anderen sowieso nicht lange etwas vormachen. Und wer beim ersten Date versucht, zu sehr zu blenden, der macht aus der Sicht der Psychologie einen Riesenfehler.

Denn der Partner oder die Partnerin wird das erste Date für die gesamte Beziehung und auch noch Jahre später als Messlatte nehmen. Für den, der sich da zu sehr herausgelehnt hat, sind ewige Vorwürfe des Partners oder der Partnerin vorprogrammiert: „Warum kannst du nicht auch heute so toll/schön/aufmerksam sein wie bei unserem ersten Date?“

Der große Auftritt beim ersten Date ist also nur etwas, was dazu dienen kann, schnell für einen One-Night-Stand zusammenzukommen. Wer eine längerfristige Partnerschaft sucht, sollte es das besser vermeiden, nur etwas vorzuspielen, was nicht da ist..

Und viele Frauen und Männer törnt es sogar an, wenn sie gleich zu Anfang merken: der oder die andere ist ja auch nicht perfekt, genauso wenig wie ich selbst. Und gerade deswegen können wir besonders gut zueinander passen.

Und wenn man schon miteinander im Bett ist: Gibt es da Sachen, die ganz besonders antörnen, also so etwas wie Sextoys oder Dirty talk?

Ich denke, dass ist höchst unterschiedlich. Jeder Mensch ist durch vorangegangene Erlebnisse in seiner sexuellen Erlebniswelt vorgeprägt- so wie ich das vorhin erklärt habe. Und da kann z.B. Dirty Talk für den einen Menschen ganz hervorragend funktionieren und ihn total hochbringen, und ein anderer Mensch ist komplett abgetörnt.

Die beste Lösung, die es hier gibt, heißt: miteinander reden und auch einfach mal ausprobieren. Nur wer den Mut hat, hier herumzuexperimentieren, kann auch neue Erfahrungen machen. Und das Wunderbare am Sex ist, dass es da für jeden Menschen unendlich viel zu entdecken gibt…

 

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MILF- wenn junge Männer reife Frauen lieben

MILF MILF

MILF-
wenn die Frau die Mutter sein könnte…

MILF: Spätestens seit Macrons Wahlsieg in Frankreich ist das Thema wieder in aller Munde: die Liebe jüngerer Männer und reifer Frauen. Emmanuel Macron heiratete mit 30 Jahren seine 25 Jahre ältere Französischlehrerin, mit der er bereits als 15Jähriger eine Beziehung hatte. Andere prominente Beispiele für Frauen mit deutlich jüngeren Männern sind die Schauspielerin Demi Moore (15 Jahre Altersunterschied) und die Modeschöpferin Vivienne Westwood (26 Jahre Altersunterschied)

Durch verschiedene Fernsehserien, wie zum Beispiel Desperate Housewives, hat sich auch bei uns der amerikanische Slang-Ausdruck MILF verbreitet, das Kürzel für: Mother I’d Like to Fuck. Der entsprechende Ausdruck für ältere Männer mit deutlich jüngeren Frauen lautet Sugar Daddy.

Diese beiden Slangausdrücke verraten schon ein Stück weit, was am Thema Altersunterschied beim Sex für die Öffentlichkeit so aufregend ist: der Tabubruch mit dem Inzestverbot zwischen Eltern und Kindern. Wenn einer der beiden Partner die Mutter bzw. der Vater des anderen sei könnte, erregt das Aufsehen.

Und tatsächlich kann der Reiz an der Fantasie vom Inzest durchaus ein Kick sein, der diese Form des Sex für die Beteiligten zu einem aufregen 15 Jahre Altersunterschied) den Spiel macht- nicht anders, als auch andere Formen des sexuellen Tabubruchs wie z.B. Crossdressing.

MILF- eine reine Männerfantasie?

Die Fantasie von der MILF und vom Tabubruch „Sex mit einer älteren Frau“ nutzt die Pornoindustrie intensiv. Das MILF-Phänomen ist daher weitaus mehr im Internet zu finden als im wirklichen Leben.

So sehr die Vorstellung vom Sex mit einer älteren Frau für viele jüngere Männer aufregend ist, die deswegen die entsprechenden einschlägigen Seiten besuchen, bleibt es zumeist im wirklichen Leben bei einer Fantasie.

Der Postillion hat diese Internet-Fantasien in einem netten Artikel wunderbar durch den Kakao gezogen: Skandal erschüttert Pornoszene: 38 Prozent aller „MILFs“ haben gar keine Kinder.

MILF- die biologischen Fakten

Aber es gibt auch biologische Fakten, welche das MILF-Phänomen bei realen Partnerschaften erklären können. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben aufgezeigt, dass die größte sexuelle Orgasmusfähigkeit bei Männern zwischen 20 und 30 liegt, bei Frauen aber erst zwischen 40 und 50. Von daher könnte es naheliegen, dass zwischen beiden Gruppen eine besondere erotische Anziehungskraft vorliegt.

Allerdings ist die Frage, ob die biografisch maximale Orgasmusfähigkeit allein tatsächlich die Essenz ist, auf der dann auch Beziehungen und Partnerschaften wachsen können.

In der Regel werden es wohl eher gemeinsame (nichtsexuelle) Interessen sein, welche Menschen zueinander führen- und solche gemeinsamen Interessen finden sich eher unter Gleichaltrigen als zwischen Menschen mit hohem Altersunterschied (z.B. Partybesuche oder sportliche Aktivitäten: Hier unterscheidet sich der Geschmack von 25Jährigen meist erheblich von 50Jährigen…).

MILF- die Sehnsucht nach der reifen Frau

Für viele junge Männer ist die Fantasie vom Sex mit einer reifen Frau vor allem deshalb interessant, weil sie hier dem Stress eines selbstgesetzten Männlichkeitsideals entkommen, mit dem sie sich bei jüngeren Frauen erheblich selber unter Druck setzen: nämlich dem Gefühl, als richtiger Mann immer der aktive Teil, Liebhaber und Verführer sein zu müssen.

Bei einem solchen Idealbild von Sexualität ist die Gefahr des Scheiterns immer gegeben. Die unterschwellige andauernde Angst, eine Abfuhr zu bekommen, oder sogar in der eigenen Unerfahrenheit als lächerlich dazustehen, ist die ständige Begleiterin und Kehrseite des Macho-Ideals.

In der (vorgestellten) Begegnung mit der älteren Frau sind die jungen Männer dagegen selbst der umworbene Part, behutsam eingeführt in die Welt des Sex von einer Frau mit Erfahrung. Hier kann nichts schiefgehen, hier hat der Sex eine Leichtigkeit, wie sie mit gleichaltrigen Mädchen kaum erlebt werden kann.

Für reifere Frauen kann der Sex mit jungen Männern eine Bestätigung der eigenen körperlichen Attraktivität sein. Nach dem Motto: Offensichtlich bin ich auch mit über 40 immer noch eine sehr attraktive Frau, wenn sogar junge Männer mit mir Sex haben wollen.

MILF- Gefahren
aus der Sicht der Sexualtherapie

Der wichtigste Aspekt in Beziehungen mit einem großen Altersunterschied ist aus sexualtherapeutischer Sicht einzig die Frage: Geht es den beiden Partnern gut mit Ihrer Beziehung oder schaden sie sich selbst oder dem Partner dadurch?

Schädlich ist die Beziehung eindeutig dann, wenn der jüngere Partner noch minderjährig ist. Auch dann, wenn alles auf Freiwilligkeit basiert, ist es sogar strafrechtlich relevant, wenn eine deutlich ältere Person ein sexuelles Verhältnis mit einem Partner oder einer Partnerin unter 18 aufnimmt.

Die psychischen Schädigungen eines solchen Missbrauchs können erheblich sein und die psychische Gesundheit des jugendlichen Opfers ein Leben lang beeinträchtigen.

Schädlich ist die Beziehung auch dann, wenn ein Machtverhältnis zwischen den beiden Partnern vorliegt, z.B. Professorin und Student. Es besteht ja ein Abhängigkeitsverhältnis, etwa dadurch, dass die Professorin den Studenten benoten muss. Wenn die Professorin das Liebesverhältnis gegenüber der Uni nicht offenlegt, könnte hier ein Disziplinarverstoß vorliegen.

Innerpsychisch schädlich könnte eine solches Liebesverhältnis sein, wenn es sich nicht aufgrund der Zuneigung zweier Menschen zueinander entwickelt hat, sondern aufgrund einer psychischen Erkrankung eines oder beider Beteiligten. Das wäre z.B. dann der Fall, wenn der junge Mann von Zwangsgedanken gequält wird, Sex nur mit älteren Frauen haben zu können- und das, obwohl er in seinem Inneren eigentlich Sex mit gleichaltrigen Frauen wünscht.

Von diesen Fällen einmal abgesehen, gilt für eine Beziehung mit großem Altersunterschied das gleiche wie für alle anderen: Es ist schön, wenn sich Menschen gefunden haben, die sich lieben und miteinander glücklich sind.

Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Am Sonntag, 14. Mai 2017 war ich mit einem Interview in der Sendung „Let´s talk about Sex“ bei RTL zu hören.

Let´s talk about Sex mit Louisa. Sex mit einer MILF. Dr. Michael Petery bei 89.0 RIL

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