Archiv der Kategorie: Missbrauch

Missbrauch

Verliebt in den Lehrer

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Verliebt in den Lehrer

Verliebt in den Lehrer-
wenn´s nicht beim Unterrichten bleibt

Mein Name ist Emily, ich bin jetzt gerade 18 geworden und bin begeisterte Musikerin (Geige und Gesang).

Seit letztem Jahr habe ich bei einem neuen Musiklehrer Privatunterricht, der mich für die Aufnahmeprüfung aufs Konservatorium vorbereiten soll.

Am Anfang war ich total glücklich, dass er mich bei sich aufgenommen hat, un der Unterricht hat total viel Spaß gemacht. Manfred (Name geändert) hat mir gleich von Anfang an das Du angeboten, obwohl er bestimmt 30 Jahre älter ist als ich. Er gibt sich mit mir riesig Mühe, und ich habe bei ihm in ein paar Monaten mehr gelernt als die ganze letzten Jahre zuvor. Er ist eben ein richtiger Profi, der auch selbst Konzerte gibt und weiß, wie man technisch vorankommt.

Was mir durchaus gefallen hat, dass er mir immer sehr nett Komplimente macht, mir auch gern über die Schulter streicht, wenn ich eine Passage richtig gut gemacht habe, und mich zum Abschied nach der Stunde auch mal in den Arm nimmt. In der letzten Zeit ist diese Körperlichkeit noch deutlich mehr geworden: Es ist schon geradezu zur Standardübung geworden, dass ich ein Solo mit meiner Violine im Stehen spiele und er mir dabei, um mich zu stützen, wie er sagt, von hinten her mit seinen Armen um den Bauch herum umfasst.

Das fühlt sich auch sehr gut an und hilft mir sicher auch- aber ich habe gleich beim ersten Mal gemerkt, dass da noch mehr im Spiel zwischen uns ist als nur die Musik. Manchmal führt er mir die Finger, um eine schwierige Passage zu „erfühlen“ und hat sein Gesicht so nah beim meinem, dass ich denke, er würde mich jetzt jeden Moment küssen. Einmal hat er sogar gesagt, ich würde beim Musizieren wirklich aussehen wie ein Engel- und am liebsten würde er mir ja in solchen Situationen auf den Mund küssen. Aber er wüsste ja, dass sich das nicht gehört. Vielleicht dürfte er mir ja irgendwann mal einen Kuss auf die Schulter drücken…

Das Heftigste, was er mal zu mir gesagt hat, war, als wir das Brahms-Violinkonzert eingeübt haben. Da meinte er, er hätte noch nie so starke Gefühle wie beim Musizieren mit mir erlebt, außer in den allerstärksten Momenten des Sex. Ich wäre auf jeden Fall eine ganz unglaublich emotional aufregende Frau.

Eigentlich finde ich das total süß von ihm, dass er mir das alles so offen erzählt. Manchmal denke ich, am liebsten würde ich einfach den Anfang machen und ihm einen Kuss auf die Lippen geben. Dann aber mache ich mir doch Gedanken, ob das richtig ist. Immerhin weiß ich, dass Manfred verheiratet ist und sogar zwei Kinder hat. Ich habe ihn sogar mal nach seiner Frau gefragt: da meinte er nur, es würde in seiner Ehe nicht mehr viel laufen und eigentlich wären sie so gut wie getrennt.

Seitdem geht mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: Ob eine Beziehung von uns zweien eine Chance haben kann? Irgendwie passen wir toll zusammen. Aber Manfred ist halt wirklich sehr viel älter als ich…


Emily G. (Name geändert)

Verliebt in den Lehrer-
Erotik an der falschen Stelle…

Hallo Emily,

…verliebt in den Lehrer: die Geschichte, die Sie erzählen, passiert in dieser oder ähnlicher Form immer wieder: die Begegnung einer Schülerin mit einem begeisterten, engagierten Lehrer, der nach und nach immer mehr sexuelles Interesse zeigt und Grenzen überschreitet, die mit dem Unterricht nichts zu tun haben.

Dazu passt Ihr eigenes Gefühl der Unsicherheit, wie Sie damit umgehen sollen, das zwischen großer Verliebtheit schwankt und dem Gedanken, das das Ganze so eigentlich zu gar keiner richtigen Beziehung führen kann.

Verliebt in den Lehrer-
oder Austesten Ihrer Grenzen?

Ihre Schilderung deutet darauf hin, dass es weniger Sie selbst gewesen sind, die sich spontan in Ihren Lehrer verliebt hat. Vielmehr sieht es so aus, dass Ihr Lehrer sehr bewusst und geradezu planmäßig Ihrer beider Beziehung immer weiter erotisiert hat. Das hat mit netten Komplimenten begonnen und ging dann mit körperlichen Berührungen weiter. Jeder neue Schritt ging jeweils von ihm aus: Offensichtlich testet er aus, ob er jeweils noch einen Schritt weiter gehen kann.

Sie haben ihm keinerlei Grenze gesetzt: Jetzt traut er sich bereits offen über Küsse und orgasmusartige Gefühle zu sprechen. Dabei ist er geschickt genug, sich selbst als einen Mann darzustellen, der von sich aus die Schranken einhält. Er bringt die Themen auf: Küssen und Sex. Aber er hofft, dass Sie irgendwann den ersten Schritt zu „richtiger“ Sexualität machen (Mundkuss)- und dass er sich dann sagen kann, die Initiative wäre von Ihnen ausgegangen.

Solche Erotik hat in einer Lehrer-Schüler-Beziehung definitiv nichts verloren. Und das gilt nicht nur an der gewöhnlichen Schule, sondern auch beim Musikunterricht, beim Sportunterricht oder in der Fahrschule. Ihr Lehrer hat den Auftrag, Sie zu unterrichten und wird dafür auch bezahlt: von Ihrer Schule oder von Ihren Eltern. Diese besondere Vertrauensverhältnis ist zerstört, wenn ein Lehrer es dazu missbraucht, einer Schülerin (oder einem Schüler) sexuelle Avancen zu machen.

Verliebt in den Lehrer-
Missbrauch eines Vertrauensverhältnisses

Da Sie bereits über 18 Jahre alt sind, liegt in Ihrem Fall kein Strafbestand nach § 174 Abs. 1 S.2 vor (sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen). Trotzdem sollten Sie sich selbst deutlich machen, dass Ihr Lehrer hier Grenzen verletzt hat, die mit seinem Auftrag nicht gedeckt waren.

Er nutzt das Vertrauensverhältnis Lehrer-Schülerin dazu aus, seine eigenen sexuellen Wünsche auszuleben. Möglicherweise reichen diese Wünsche gar nicht bis hin zum konkreten Geschlechtsakt; möglicherweise genügen ihm bereits genau diese Formen der Berührung und der Verbalerotik, verbunden mit dem Wissen, auch in Ihnen erotische Gefühle auszulösen.

Viele junge Frauen, denen so etwas widerfährt, glauben, selbst einen Anteil an dieser Erotisierung des Verhältnisses zum Lehrer zu haben. Möglicherweise haben Sie ja früher auch selbst bereits für andere Lehrer geschwärmt, ohne das sich da irgendetwas in diese Richtung getan hat. Aber genau da liegt der Unterschied: Ihr Musiklehrer ist, wenn es denn solche Anfangsverliebtheit von Ihrer Seite aus gab, auf diese angesprungen und hat dann seine eigenen Wünsche auch noch draufgesattelt.

Möglicherweise kann es Ihnen helfen, Kontakt auch zu anderen Schülerinnen Ihres Lehrers aufzunehmen. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Sie nicht die einzige sind, bei der sich Ihr Lehrer so verhält. Und dieser gemeinsame Austausch könnte Ihnen helfen, einen klareren Blick auf Ihren Lehrer zu gewinnen.

Auf jeden Fall ist sein Verhalten ein Zeichen für große Unprofessionalität- und allein das ist ein guter Grund, sich auf die Suche nach einem anderen Musiklehrer oder einer anderen Musiklehrerin zu machen.

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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Vgl. auch meinen Beitrag
Missbrauch und Trauma:psychische Folgen von Kindesmissbrauch

Missbrauch und Trauma
Folgen von Kindesmissbrauch
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Was ist alles sexueller Missbrauch von Kindern?
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Sexueller Missbrauch
durch die Mutter
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Sexuelle Gewaltphantasien
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trägt meine Kleider
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in 30 Jahre älteren Mann verliebt
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Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Domina-Sex: Warum stehen Männer darauf?

Domina-Sex

Domina-Sex:
Wenn Frauen Männer quälen

Domina-Sex

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Domina-Sex:
Warum machen das Männer, sich erniedrigen zu lassen?

Der Besuch bei einer professionellen Domina ist, anders als das auf den ersten Blick erscheinen mag, ein Verwöhnprogramm für Männer. Die Männer suchen sich bei einer Domina wie im Restaurant auf einer Speisekarte genau die Formen sexueller Erniedrigung aus, die sie sich selbst wünschen. Das hat mit Sadismus seitens der Frau nur sehr wenig zu tun.

Die wichtigste Erfahrung, um die es den meisten Männern dabei geht, ist die Abgabe der Führungsrolle: einmal selbst für nichts verantwortlich zu sein, sich ganz und gar in die Hände eines anderen Menschen zu begeben, der für die Dauer der Sitzung bestimmt, was geschieht.

Aus psychologischer Sicht ist eine Session bei einer Domina so etwas wie ein Angstexpositions-Training: der Mann stellt sich seinen tiefsten Ängsten von Misshandlung und Erniedrigung und kann im kontrollierten Rahmen des Domina-Studios erleben, dass diese lebensbedrohlichen Ängste sich zuletzt in sexueller Lust auflösen.

Bei vielen Männern, die eine Domina aufsuchen, ist anzunehmen, dass eigene Erfahrungen von sexuellem Missbrauch in der Kindheit im Hintergrund stehen. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 15% der Frauen und 5% der Männer als Kinder Opfer von sexuellen Übergriffen geworden sind. Dabei sind, gerade Männern gegenüber, die Täterinnen häufig weiblich: oft die eigene Mutter, aber auch die Erzieherin oder Lehrerin.

Wer so etwas in der Kindheit erlebt hat, für den ist die Erfahrung des Übergriffs und der sexuellen Erregung lebenslänglich sehr eng verbunden.

Der Besuch bei einer Domina ist da geradezu ein kreativer und lebensbejahender Weg, mit solchen Belastungen umzugehen. Dadurch, dass der Mann Auftraggeber der Domina ist, kann er diese spezielle Verknüpfung seiner sexuellen Lust mit der Erfahrung der Erniedrigung immer wieder nacherleben, ohne in die Rolle des Opfers zurückzufallen.


Domina-Sex:
Frauen – warum haben sie so eine Wirkung? Wieso wollen sie Männer erniedrigen?

Das ist jetzt eine ganz andere Frage: Frauen, die Männer erniedrigen wollen. Professionelle Dominas gehören in der Regel nicht zu dieser Gruppe. Sie verstehen sich meist eher als eine Mischung aus Schauspielerin und Psychotherapeutin.

Wenn eine Frau in ihrem Privatleben Freude daran hat, Männer sexuell zu erniedrigen, ist das etwas ganz anderes. Ein solcher Wunsch hat in der Regel ebenfalls Wurzeln in kindlichen Misshandlungserlebnissen. Das ist bei einer Frau dann oft die mehr oder weniger bewusste Rache für das, was andere Männer ihr früher selber angetan haben.

Domina-Sex:
Wann wird es gefährlich?

In der BDSM-Community und auch in der Beziehung zwischen der Domina und ihren Kunden ist allen Beteiligten klar, dass sie ein Spiel spielen Zu diesem Spiel gehört es, dass vorher festgelegte Regeln gelten: etwa Code-Wörter, wann es zu viel wird oder das Spiel abgebrochen werden soll. Die Kontrolle bleibt letztlich immer bei demjenigen, der die unterlegene Rolle innehat.

Ein solches Spiel zielt nicht auf die Erniedrigung anderer Menschen als Person ab, sondern auf die Erzeugung maximaler sexueller Lust- wobei Schmerz und Erniedrigung durchaus Mittel zum Zweck sein können.

Gefährlich wird es, wenn Schmerz und Erniedrigung selbst zum eigentlichen Zweck werden. Wenn also das Spiel aus Unterwerfung und Dominanz gar kein Spiel mehr ist.

Dann kann es zu schwerwiegenden Übergriffen kommen, sowohl im Sinne einer psychischen Demütigung und menschlichen Erniedrigung, wie auch durch ganz konkrete körperliche Gewaltexzesse.

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BDSM Beratung
und Sexualtherapie
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Fesseln im Bett- erregendes Spiel oder Grund zur Panik?
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Hilfe! Mein Freund will BDSM von mir
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Sexuelle Gewaltfantasien
bei Frauen

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen
Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
vergewaltigt, geschunden und erregt

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen
Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen:
Es fällt mir schwer, über mein Problem zu schreiben. Ich finde das selber total abstoßend und verachte mich dafür.

Es ist aber so, dass mich als Frau sexuelle Gewaltfantasien erregen. Das hat schon in meiner Pubertät begonnen und ist heute immer noch so, mit 29. Diese inneren Bilder treiben mich zum Orgasmus, immer wieder. Je brutaler, desto intensiver. Eigentlich jeden Tag, manchmal sogar mehrmals. Bilder von Vergewaltigung, Würgen, Messerangriffen.

Ich selber hasse mich dafür, finde das komplett monströs. Häufig habe ich das Bedürfnis, mich danach selbst zu verletzen, mir mit einer Rasierklinge die Haut am Unterarm aufzuschneiden, mich bluten zu sehen. Irgendwie möchte ich am liebsten meinen eigenen Körper vernichten, ich finde das alles so eklig.

Meine Mutter meinte einmal zu mir, als ich ihr mein Problem angedeutet habe, dass könnte daran liegen, dass ich mit 5 Jahren von ihrem damaligen Freund missbraucht worden wäre. Ich selber kann mich daran überhaupt nicht erinnern und kann mir auch nicht richtig vorstellen, dass das stimmt.

Sex mit Männern habe ich übrigens trotzdem. Es passiert mir sogar relativ häufig, dass ich mit Männern ins Bett gehe, ohne es vorher so richtig gewollt zu haben. Groß etwas empfinden tue ich dabei nicht. Ich spiele dann irgendetwas vor, wie in einem billigen Porno. Und hasse mich dafür dann erst recht.

Bin ich völlig daneben? Ist das krankhafter Masochismus, was ich da mache, oder noch irgendwie normal?

Nadine Z. (Name geändert)

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
quälende Bilder, die erregen

Hallo Nadine,

Sie werden von inneren Bildern gequält, Bildern von extremer sexueller Gewalt, die Sie immer wieder zum Orgasmus bringen. Sie empfinden darüber Ekel und Scham. Danach haben Sie das Bedürfnis, sich selbst zu verletzen und bluten zu sehen.

Ihre Mutter hat Ihnen berichtet, dass sie als Kind sexuell missbraucht wurden. Sie selbst können sich daran nicht erinnern. Mit Männern haben Sie relativ häufig Sex, aber eher ungeplant und ohne sexuelles Vergnügen. Sie spielen dann etwas vor, wie in einem billigen Pornofilm.

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
eine typische Folge von Missbrauch

Auch wenn Sie das selber nicht bewusst erinnern können: es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie als Kind tatsächlich missbraucht wurden, so wie Ihnen das Ihre Mutter berichtet hat. Möglicherweise ist das sogar nicht nur eine einmalige Erfahrung gewesen.

Bei einer Traumatisierung durch Missbrauch ist es geradezu typisch, dass die konkrete Erinnerung an die Übergriffe verdrängt wird (bis hin zum Erinnerungsverlust) und dass sich gleichzeitig Erinnerungsfetzen verselbständigen und sozusagen ohne Anbindung an das konkrete Erlebnis allgegenwärtig herumschwirren (vgl. den Beitrag Missbrauch und Trauma).

Es sind vor allem die Gefühle durch die Misshandlung, die solchermaßen ungebremst weiterbestehen: also die Scham, der Ekel und die Erregung.

Weil Sie keine Erinnerung an das auslösende Erlebnis haben, gibt es für Sie keine Möglichkeit, diese Erinnerungsfetzen diesem auslösenden Ereignis klar zuzuordnen und dadurch als eine Erinnerung der Vergangenheit einordnen und ablegen zu können.

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
die Nachinszenierung des Missbrauchs

In gewisser Hinsicht schreit Ihre Psyche geradezu danach, irgendeinen realen Grund für diese unselige Verbindung von Scham, Ekel und sexueller Erregung zu finden.

Gerade weil Ihnen die Erinnerung in der Vergangenheit fehlt (und damit eine Erklärungsmöglichkeit für Ihre Gefühle), lassen Sie es immer wieder zu neuen Situationen kommen, die Ihnen in der Gegenwart eine Begründung für diesen Gefühlscocktail geben können: und das sind die Situationen mit dem ungeplante und ungewollten Sex mit Männern, in denen Sie sich benutzen lassen wie in einem billigen Porno.

Das bringt kurzfristige Erleichterung, genauso wie das Ritzen, weil Sie nun ja einen tatsächlichen Grund für das Gefühlsgemisch Scham, Ekel und Erregung haben. Die Wirkung hält aber nur kurz vor, übrig bleibt vor allem der Selbsthass.

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen –
Masochismus oder nicht?

Ihre Fantasien von Gewalt, Schmerz und Vergewaltigtwerden bringen Sie zwar täglich zum Orgasmus- sind aber für Sie alles andere als eine Quelle der Lust. Insofern lässt sich die Frage, ob Sie eine krankhafte Masochistin sind, ganz klar mit Nein beantworten.

Körperliche Schmerzen bzw. psychische Erniedrigungen sind für Sie keine Quelle sexueller Lust, die genossen werden kann. (Das wäre hingegen der Fall beim klassischen Masochismus, der übrigens gar keine Krankheit ist, wenn der Betroffene darunter nicht leidet, sondern eine besondere Form der sexuellen Präferenz.)

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
Verdachtsdiagnose Borderline

Sehr viel wahrscheinlicher erscheint mir nach Ihren Schilderungen, dass Sie infolge Ihrer Missbrauchserfahrung an einer Borderline-Störung erkrankt sind, für die eben weiteren Symptomen auch die Selbstverletzungen typisch sind, die Sie sich zufügen.

Hier ist es unbedingt erforderlich, dass Sie einen Arzt oder Psychotherapeuten aufsuchen und sich eingehender untersuchen lassen.

Nirgendwo steht es festgeschrieben, dass Sie ihr Leben lang unter Ihren Gewaltfantasien so leiden müssen wie jetzt. Es gibt gute und erprobte Therapieverfahren, die sowohl bei einem Trauma durch Missbrauch in der Kindheit helfen können wie auch bei einer Borderline-Störung.

Auf diesem Weg wünsche ich Ihnen alles Gute und eine gute Besserung.

*** *** ***

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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Missbrauch und Trauma
Folgen von Kindesmissbrauch
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Was ist alles sexueller Missbrauch von Kindern?
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Sexueller Missbrauch
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Anzeichen für Missbrauch?
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Verliebt in den Lehrer- wenn es nicht beim Lernen bleibt
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Missbrauch und Trauma:
psychische Folgen von Kindesmissbrauch

Missbrauch und Trauma
Missbrauch und Trauma

Missbrauch und Trauma-
Ursache für psychische Erkrankungen

Missbrauch und Trauma: Sexueller Missbrauch gehört zu den schlimmsten Erlebnissen, denen Kinder -Jungen und Mädchen gleichermaßen- ausgeliefert sein können. Ein solcher Missbrauch muss nicht notwendigerweise die physische Vergewaltigung im Akt des Geschlechtsverkehrs bedeuten.

Sexueller Kindesmissbrauch kann viele Formen annehmen und sexueller Kindesmissbrauch, egal in welcher konkreten Form er stattgefunden hat, kann für Betroffene zu dauerhaften psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen führen.

Auch vermeintlich minder schwerer sexueller Missbrauch -also Missbrauch ohne explizite Vergewaltigung- kann zu einer schweren traumatischen Belastung führen. Entscheidend für den Grad der Folgen von Missbrauch ist weniger die konkrete Form des erlittenen Übergriffs, sondern vor allem die persönliche Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) des Opfers: während manche Menschen auch mit schweren Belastungen einigermaßen in ihrem Leben zurechtkommen, genügen in anderen Fällen auch vermeintlich harmlosere Übergriffe für eine lebenslängliche Beeinträchtigung der Lebensqualität des Opfers.

Häufig steht sexueller Kindesmissbrauch auch im Zusammenhang mit anderen, zusätzlichen Formen der Kindesmisshandlung: also etwa körperliche Misshandlung durch Schläge, seelische Misshandlung durch Ablehnung, Beschimpfung, Erniedrigung und Liebesentzug oder allgemeine Vernachlässigung durch Unterlassung der Fürsorgepflicht durch Eltern oder andere Betreuungspersonen.

Sexueller Kindesmissbrauch ist ein Phänomen, das keine soziale Grenzen kennt. Studien zufolge sind in Deutschland Kinder von Akademikern genauso betroffen wie Kinder aus dem Arbeitermilieu.

Nach Schätzungen von Therapeuten entwickelt etwa ein Drittel der Missbrauchsopfer keine erkennbaren psychischen Krankheitssymptome, für ein weiteres Drittel kann eine Therapie trotz vorhandener Belastungen zu einer insgesamt befriedigenden Lebenssituation führen, während ein weiteres Drittel ein ganzes Leben lang unter den Folgen des Missbrauchs leidet und auch Therapien nur bis zu einem gewissen Grad die Symptome lindern können. Sexueller Missbrauch von Kindern ist daher eine der schlimmsten Formen von Körperverletzung, die unter Menschen überhaupt möglich ist.

Missbrauch und Trauma –
die häufigsten Krankheitsbilder

In den letzten Jahren hat sich durch neuere Forschungen herausgestellt, dass Kindesmisshandlung und speziell sexueller Missbrauch von Kindern eine häufige Ursache für eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) darstellt. Das gilt insbesondere, wenn es sich um sexuellen Missbrauch handelt, der sich im Kreis der Familie über Monate oder Jahre hingezogen hat und wenn es sich um Missbrauch mit körperlichem Kontakt handelt.

Typische Anzeichen für das Vorliegen einer PTBS sind -außer dem Vorhandenseins des traumatischen Erlebnisses- nach der ICD-10 /F43.1), dem Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisation WHO:

  • das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Albträumen,
  • Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten (bis hin zu Trance-ähnlichen Zuständen bzw. Dissoziationen)
  • andauerndes Gefühl von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit
  • Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche
  • Schlafstörungen, Ängste, Suizidgedanken

Bei Vorliegen solcher oder ähnlicher Symptome ist die Hinzuziehung eines Arztes oder Therapeuten unabdingbar. Durch spezielle neue Therapieformen gilt die PTBS heute als gut behandelbar.

Zusätzlich zur PTBS oder auch für sich allein können bei Menschen mit Missbrauchserfahrung in der Kindheit auch zahlreiche weitere psychische Störungen im Jugend- und Erwachsenenalter auftreten. Am häufigsten sind:

  • Bindungsstörungen: Schwierigkeiten bei der Entwicklung normaler sozialer Beziehungen, Unglücklichsein, Autoaggression, Verlust/Mangel an emotionalen Reaktionen etc.
  • Störungen des Sozialverhaltens: Streitsucht, Wutausbrüche, Sachbeschädigungen, Tierquälerei, Zündeln, Stehlen, Lügen usw.
  • Angst, Phobien und depressive Störungen: Zu diesem Themenkomplex ist in Kürze ein eigener Beitrag geplant.
  • Borderline-Störungen: Auch hierzu ist ein gesonderter Beitrag in Planung.
  • Suizidalität: Menschen, die in ihrer Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind, haben ein etwa 5mal höheres Suizidrisiko als nichtbetroffene Menschen. Vgl. dazu den Beitrag: Selbstmorddrohung- wie gehe ich damit um?
  • Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Adipositas

Auch wenn alle diese Krankheitsbilder auch ohne sexuelle Missbrauchserfahrung auftreten können, ist es wichtig, bei einer therapeutischen oder ärztlichen Untersuchung immer auch die Möglichkeit einer Missbrauchserfahrung als Krankheitsauslöser mitzubeachten.

Wenn tatsächlich eine sexuelle Missbrauchserfahrung vorliegt, ist eine spezielle Form der Psychotherapie (Traumatherapie) erforderlich, welche dem Opfer behutsam dabei hilft, die traumatische Erfahrung zu verarbeiten und so in das eigene Leben zu integrieren, dass die Lebensqualität außer durch die Erinnerung selbst nicht noch zusätzlich durch psychische Krankheitssymptome beeinträchtigt ist.

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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Literatur:
Depression und Trauma BuchT. Ehring: Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung bei erwachsenen Überlebenden sexueller oder körperlicher Gewalt in der Kindheit. In: A. Maercker (Hrg.): Posttraumatische Belastungsstörungen. 4. Aufl., Heidelberg 2013. S.399-418.
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Missbrauch und Trauma
Folgen von Kindesmissbrauch
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Sexueller Missbrauch
durch die Mutter

Missbrauch durch die Mutter?
Missbrauch durch die Mutter

Missbrauch durch die Mutter-
Tabuthema in unserer Gesellschaft

Nach Schätzungen von Therapeuten geschieht jeder siebte Fall von sexuellem Kindesmissbrauch durch die Mutter.

Lange Zeit galt das Thema „Frauen als Täterinnen“ im Bereich Kindesmissbrauch als absolutes Tabu. Wer sich damit hervorwagte, erntete absolutes Unverständnis oder musste es sich sogar gefallen lassen, als jemand angesehen zu werden, der sexuelle Übergriffe durch Männer relativieren und verharmlosen will.

Häufiger Grund für solches Unverständnis ist die weitverbreitete, falsche Annahme, sexueller Missbrauch wäre identisch mit einer Vergewaltigung im Sinne einer erzwungenen Kopulation. Nach dieser Definition wäre es dann für Frauen grundsätzlich unmöglich, selbst zur Täterin zu werden: denn wer keinen Penis hat, kann ach diesem Verständnis auch nicht zum Vergewaltiger werden.

Mittlerweile ist durch zahlreiche Untersuchungen nachgewiesen, dass sexueller Missbrauch von Kindern keineswegs die körperliche Vergewaltigung im Sinne einer Kopulation voraussetzt. Es gibt viele andere Formen von sexuellem Missbrauch- und da können Frauen genauso zum Täter werden wie Männer.

Sexueller Missbrauch durch die Mutter-
Beispiele für Übergriffe

Hier einige Beispiele für Übergriffe, die vielfach von den Täterinnen selber als vollkommen harmlos angesehen werden (Namen geändert):

    • Elsa W. genießt es, ihren kleinen Sohn nach dem Baden nicht nur am ganze Körper abzurubbeln. Sie erklärt es ihrem Sohn als einen sinnvollen Akt der Körperreinigung, ihm jedes Mal auch die Vorhaut von seinem Penis hochzuziehen und die Eichel mit einem Wattestäbchen zu reinigen. Die daraus resultierende Erektion kommentiert sie mit Worten: „Da ist er ja wieder, der Herr Pimmelmann.“ Dieses Baderitual setzt sie bis zum 12. Lebensjahr des Sohnes fort.
    • Corinna F. macht ihren 14jährigen Sohn zum engsten Vertrauten und erzählt ihm einfach alles. Auch, wie sie als Krankenschwester in der Nachtschicht Sex mit dem Oberarzt hatte und dabei im Vorbereitungsraum das Waschbecken abgebrochen ist. Für sie gehört es einfach dazu, auch ein solches Erlebnis mit ihrem Sohn zu teilen.
    • Cecile G. mag es gern, wenn ihr Sohn (9 Jahre) sie beim Sonnenbaden einölt- und zwar ihren ganzen, nackten Körper. Wenn der Sohn sich dabei ziert und peinlich berührt ist, findet sie das einfach nur süß.
    • Frauke M. hat es zum Brauch werden lassen, sich von ihrem 5jährigen Sohn beim Gute-Nacht-Ritual einen Zungenkuss geben zu lassen. „So küsst du schon jetzt wie ein richtiger Mann!“

    Auch wenn bei sexuellem Missbrauch durch die Mutter meist Söhne die Opfer sind, gibt es auch Fälle von Töchtern, die von ihren Müttern sexuell missbraucht werden. Zum Beispiel dann, wenn mütterliche Streichelspiele auch vor der Stimulation der Klitoris nicht Halt machen.

    Neben den erwähnten Beispielen gibt es immer wieder auch Fälle, in denen Mütter ihre Söhne auch explizit zum Sex zwingen. Eine eindrucksvolle Fernseh-Dokumentation „Von der Mutter missbraucht“ hat Radio Bremen produziert. Die Sendung ist unter diesem Link bei YouTube zu finden.

    Missbrauch durch die Mutter-
    die sexualisierte Beziehung zum Kind

    Sex hat in der Beziehung von Eltern zu ihren Kindern nichts zu suchen. Die Grenze hin zum sexuellen Missbrauch ist immer dann verletzt, wenn sich die Beziehung zwischen einem Erwachsenen und einem Kind sexualisiert.

    Das von Tätern und Täterinnen immer wieder vorgebrachte Argument „Aber das hat dem Kind doch auch Spaß gemacht“ zieht niemals. Der Erwachsene ist dafür verantwortlich, dass eine solche Sexualisierung der Beziehung gar nicht erst aufkommt. Kinder sind weder Lustobjekte noch Partnerersatz.

    Häufig sind Täterinnen selbst in ihrer Kindheit Opfer von sexuellen Übergriffen geworden, die meist aus dem Umkreis der Familie stammen (eigener Vater, Opa, Onkel).

    Die Ursprungsfamile der späteren Täterin hat dabei oft den Missbrauch durch Wegschauen gedeckt- z.B. im Fall der Ehefrau, welche die Misshandlung ihrer Tochter zwar wahrgenommen hat, das Thema aber aus eigener Angst vor Misshandlung bei ihrem Ehemann nicht ansprechen konnte.

    Für eine Frau mit einer solchen Kindheitserfahrung kann es einen Genuss darstellen, im eigenen Sohn einen für sie ungefährlichen Mann zu entdecken, dem sie die Spielregeln des Sex aufzwingen kann: durch gezielte sexuelle Manipulation (z.B. Penisspiele beim Säugling), durch verbale Beschämung, durch Missbrauch des Pubertierenden als emotionaler Partnerersatz.

    Missbrauch durch die Mutter-
    Folgen für die Betroffenen

    Welche psychischen Schäden entstehen, wenn Mütter ihre Kinder sexuell missbrauchen, ist höchst unterschiedlich. Manche Betroffene können sich bereits als Kinder bis zu einem gewissen Grad eigene psychische Schutzräume schaffen, andere sind den Übergriffen vollkommen hilflos ausgeliefert.

    Für eine schwere psychische Schädigung ist es keineswegs erforderlich, dass es bis hin zu erzwungenen und gewaltsamen sexuellen Handlungen zwischen Mutter und Kind gekommen ist. Auch immer wiederkehrende verbale Übergriffe und Beschämungen können zu schweren psychischen Störungen führen.

    Häufige Störungsbilder, die bei den Opfern im späteren Erwachsenenleben mit dem sexuellen Missbrauch durch die Mutter in Zusammenhang stehen, sind:

    • Störungen der eigenen Sexualität: z.B. Sexualangst, Unfähigkeit, sich einem Partner/einer Partnerin zu öffnen, Libidoverlust, Orgasmusunfähigkeit…
    • Bindungsstörungen, Schwierigkeiten bei der Partnerwahl
    • Anfälligkeit für psychische Erkrankungen: Verlust des Selbstwertgefühls, Depressionen, Zwangsgedanken (vgl. dazu auch die oben erwähnte Fernseh-Dokumentation)

    Missbrauch durch die Mutter
    Für die meisten Opfer von sexuellen Übergriffen in der Kindheit ist eine Psychotherapie der einzige Weg, um wieder Freiräume für eigene Lebensqualität zu schaffen. Je nach Schwere der Überriffe kann das ein langer und beschwerlicher Weg sein. Dieser Weg lohnt sich aber unbedingt, damit Täterinnen und Täter nicht ein Leben lang über die eigene Person weiterbestimmen.

    *** *** ***

    Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    PS: Vgl. auch den Beitrag Missbrauch und Trauma-psychische Folgen von Kindesmissbrauch

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    Missbrauch und Trauma
    Folgen von Kindesmissbrauch
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    Was ist alles sexueller Missbrauch von Kindern?
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    Sexueller Missbrauch
    durch die Mutter
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    Sexuelle Gewaltphantasien
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    Mein Sohn
    trägt meine Kleider
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    und psychische Störungen
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    Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Mein Sohn
trägt meine Kleider

Mein Sohn trägt meine Kleider Mein Sohn trägt meine Kleider

Mein Sohn trägt meine Kleider-
heimlich, wenn ich weg bin

Hilfe: Mein Sohn trägt meine Kleider!

Ich bin alleinerziehende Mutter eines 16jährigen Sohnes. Von Heikos Vater habe ich mich schon vor über 10 Jahren getrennt.

Heiko und ich verstehen uns zu zweit sehr gut, wir haben ein sehr vertrautes und inniges Verhältnis und können eigentlich über alles und jedes sehr offen miteinander reden. Richtigen Pubertätsstress hat Heiko bis jetzt noch nie gemacht, im Gegenteil, er ist zu mir immer sehr nett und aufmerksam, so dass ich mich als Mutter in keiner Weise zu beklagen habe. Auch in der Schule macht Heiko alles gut. Auch wenn es für mich nicht immer einfach war, kann ich also mit seiner Erziehung nicht viel falsch gemacht haben.

Um so mehr hat es mich geschockt, als ich neulich von der Arbeit früher als gewohnt nach Hause zurückgekommen bin und Heiko dabei überrascht habe, wie er in meinem besten (und einzigen!) Abendkleid vor dem Spiegel in der Diele stand und dabei offensichtlich unter dem Kleidsaum mit seinem Penis herumspielte. Heiko sah mich total erschrocken an, als ich reinkam und konnte sichtlich kein einziges Wort rausbringen in seiner Scham.

Meine eigene erste Reaktion war, dass ich dachte: Was macht der da mit meinem Kleid? Das ist ein echt teures Teil und für ihn mindestens drei Größen zu klein. Ich hatte echt Angst, Heiko zerreißt jetzt das einzige gute Stück, das ich noch in meinem Kleiderschrank habe oder er macht da Spermaflecken drauf.

Ich habe ihn also angeschrieen, dass er mein Kleid sofort ausziehen soll und dass er in Zukunft die Finger von meinen Sachen lassen soll. Ich hab richtig heftig reagiert, so wie ich das eigentlich noch nie Heiko gegenüber gemacht habe.

Heiko ist dann nur ins Bad gegangen, hat sich wieder seine normale Sachen angezogen und sich in seinem Zimmer eingeschlossen.

Ich selbst hab mich danach auch in mein Schlafzimmer zurückgezogen, und gesprochen haben wir uns erst wieder am nächsten Morgen beim Frühstück. Ich hatte irgendwie gehofft, dass Heiko sich jetzt entschuldigen würde, so nach dem Motto, es täte ihm leid, und er hätte da jetzt einmal was ausprobieren wollen oder so…

Tatsächlich gestand er mir dann nach mehrmaligem Nachfragen, dass das gestern nicht das erste Mal war, dass er sich an meinen Sachen vergriffen hatte. Dass ihn die Kleidungsstücke in meinem Schrank schon länger total anmachen würden, auch meine Unterwäsche und Badeanzüge. Und dass er wohl schon so ziemlich alles einmal angezogen hatte- und das, ohne dass ich davon auch nur irgendetwas mitbekommen hätte!

Ich habe dann im weiteren Gespräch versucht, noch mehr aus ihm herauszuholen, ob er sich denn als Mädchen fühle und so. Er hat dann nur gesagt, nein, er würde sich schon als Mann fühlen und wäre höchstens manchmal auf uns Frauen ein bisschen eifersüchtig, weil wir so viel mehr tolle Sachen zum Anziehen hätten.

Ich hab ihn dann mit weiteren Fragen in Ruhe gelassen und ihm am nächsten Tag einen Internet-Gutschein ausgedruckt. Den hab ich ihm dann gegeben mit den Worten, dass er sich davon selbst die Sachen bestellen kann, die ihm gefallen- damit er nicht mehr an meinen Kleiderschrank zu gehen braucht. Denn richtig verbieten kann ich ihm seine Leidenschaft für Frauenkleider wohl nicht, nachdem das Ganze doch ziemlich triebgesteuert zu sein scheint… Nur meine Sachen soll er auf jeden Fall in Ruhe lassen.

Damit sollte die Angelegenheit eigentlich erledigt sein. Trotzdem gehen mir immer noch ständig dieselben Gedanken durch den Kopf: Hab ich als Mutter etwas falsch gemacht? Liegt Heikos Verhalten daran, dass er keinen Vater habt hat? Braucht der Junge möglicherweise eine Therapie, damit er sich sexuell normal weiterentwickeln kann?

 

Sylvie G. (Name geändert)

Mein Sohn trägt meine Kleider-
braucht er eine Therapie?

Hallo Sylvie,

als Sie früher wie gewöhnlich von der Arbeit zurückkamen, haben Sie Ihren Sohn dabei überrascht, wie der in Ihrem Abendkleid im Flur vorm Spiegel onanierte.

Ihre erste Reaktion war, ihn anzuschreien, weil Sie um Ihr bestes Stück im Kleiderschrank fürchteten. Danach haben sie sich beide in Ihre Zimmer zurückgezogen. Am nächsten Tag beim Frühstück haben Sie gehofft, Ihr Sohn würde sich für ein einmaliges Verhalten entschuldigen. Statt dessen gestand er Ihnen, dass er schon länger heimlich Wäschestücke von Ihnen anzieht.

Sie haben dann versucht herauszufinden, ob er sich generell als Mädchen fühlt, was er verneinte, und ihm einen Einkaufsgutschein geschenkt, damit er sich selbst Frauenkleider im Internet bestellen kann.

Jetzt machen Sie sich Sorgen um die sexuelle Entwicklung Ihres Sohnes und haben Angst, als Mutter etwas falsch gemacht zu haben. Außerdem möchten Sie wissen, ob Ihr Sohn in therapeutische Behandlung gehört, damit er sich sexuell normal weiterentwickeln kann.

Mein Sohn trägt meine Kleider-
eine sexualisierte Mutter-Sohn-Beziehung

Berichte darüber, dass Jungen sich für Frauenkleider interessieren und bei Gelegenheit auch zur eigenen sexuellen Erregung anziehen möchten, kommen im Rahmen einer Sexualtherapie immer wieder vor und sind für sich genommen kein Problem: Aus therapeutischer Sicht relevant sind immer nur Verhaltensweisen, die einen psychischen oder körperlichen Schaden verursachen: sei es bei dem oder der, welche das Verhalten zeigt, oder bei Personen im Umfeld.

In ihrer Schilderung gibt es einige Hinweise darauf, dass das eigentliche Problem nicht allein der Kleider-Fetischismus Ihres Sohnes ist, sondern Ihre Mutter-Sohn-Beziehung als solche, die insgesamt stark sexualisierte Züge angenommen hat:

  • Das auffälligste Anzeichen dafür ist, dass Ihr Sohn sich mit Hilfe von Kleidungsstücken sexuell erregt, die Ihnen als seiner Mutter gehören. Das Tragen von Kleidungsstücken einer anderen Person bedeutet mehr als nur eine fetischistische Handlung- es ist immer auch Symbol für eine sexuelle Handlung mit dem Besitzer bzw. der Besitzerin des Kleidungsstücks.
  • Ebenfalls auffällig ist es, dass Sie als Mutter Heikos fetischistische Neigung mit einem Einkaufsgutschein unterstützen wollen: Auch wenn Heiko sich nun nicht mehr an Ihren eigenen Stücken vergreifen darf, bleibt er trotzdem in seinem Fetischismus an Ihnen hängen: er trägt dann zwar nicht mehr Ihre eigenen Kleider, aber dennoch Kleider, die Sie ihm zum Zweck der sexuellen Befriedigung geschenkt haben.
  • Dazu paßt es, dass Sie selbst von einem „sehr vertrauten und innigen Verhältnis“ zu Ihrem Sohn sprechen und offenbar für sich selbst keine Schwierigkeit dabei sehen, ihn -offenbar gegen seinen Willen- nach dem geschilderten Vorfall am nächsten Morgen noch weiter mit sehr direkten Fragen nach seiner Sexualität zu bedrängen.

Mein Sohn trägt meine Kleider-
ein absolutes Alarmsignal

Das alles deutet darauf hin, dass Ihr Verhältnis zu Ihrem Sohn tatsächlich problembehaftet ist. Eine Sexualisierung der Verhältnisses zu den eigenen Kindern ist ein absolutes Alarmsignal! Eine solche Sexualisierung kann zu schwerwiegenden psychischen Störungen und Traumata bei betroffenen Kindern führen. Eine solche sexualisierte Beziehung ist bereits sexueller Missbrauch von Kindern.

Es kann gut sein, dass Sie als Heikos Mutter jetzt aus allen Wolken fallen und mich jetzt darauf hinweisen wollen, dass nicht Sie sich an Heiko vergriffen haben, sondern Heiko sich an Ihren Kleidern. Der sexuelle Übergriff sei also von Seiten Ihres Sohnes ausgegangen.

Eine solche Argumentation ist aus psychotherapeutischer Sicht nicht richtig. Es ist der Erwachsene, der dafür verantwortlich ist, dass es zu keiner Sexualisierung seiner Beziehung zu Kindern und Minderjährigen kommt. Es ist Ihre Aufgabe als Mutter, eine solche Sexualisierung überhaupt nicht erst entstehen zu lassen. Und nachdem in Ihrem Fall die Grenzen zur sexualisierten Mutter-Sohn-Beziehung definitiv überschritten wurden, ist es jetzt Ihre Aufgabe, für sich selbst und für Ihren Sohn kompetente psychotherapeutische Hilfe zu organisieren.

Das Argument, die sexuelle Grenzüberschreitung sei vom Kind ausgegangen, ist niemals eine Entschuldigung und gehört in das Repertoire der Selbstrechtfertigung von erwachsenen Tätern.

Mein Sohn trägt meine Kleider- therapeutische
Hilfe ist für Sie beide unabdingbar

Auch wenn das sehr hart klingen mag: Die Antwort auf Ihre Frage: „Hab ich als Mutter etwas falsch gemacht?“ lautet ganz eindeutig: „Ja, da ist etwas gründlich schief gelaufen in der Beziehung zu Ihrem Sohn.“

Natürlich wird es Gründe dafür geben, wieso es zu einer solchen Fehlentwicklung gekommen ist. Und natürlich kann es gut sein, dass Ihre Trennung von Heikos Vater erheblich zu diesem Problem beigetragen hat. Das alles können und sollten Sie in Zusammenarbeit mit einem Therapeuten oder Therapeutin gründlich durcharbeiten.

Es geht in einer solchen Therapie auf keinen Fall darum, Sie in irgendeiner Weise als die „Schuldige“ zu brandmarken. Wichtig ist vor allem, Schaden von Ihrem Sohn abzuwenden, und Ihnen dabei zu helfen, aus der sexualisierten Beziehung zu Ihrem Sohn wieder herauszukommen.

Und auch für Ihren Sohn ist therapeutische Hilfe notwendig, um das Erlebte aufzuarbeiten und langfristig eine eigenständige, von Ihrer Person unabhängige Sexualität entwickeln zu können.

Auf diesem gewiss nicht einfachen Weg wünsche ich Ihnen und Ihrem Sohn alles Gute!

*** *** ***

Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

MILF

Missbrauch und Trauma
Folgen von Kindesmissbrauch
Zum Artikel
Was ist alles sexueller Missbrauch von Kindern?
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Sexueller Missbrauch
durch die Mutter
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trägt meine Kleider
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Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Was ist sexueller
Missbrauch von Kindern?

Sexueller Missbrauch?

Missbrauch

Missbrauch: Nach einer Studie von Cécile Ernst aus dem Jahr 2005 bejahen im deutschsprachigen Sprachraum circa 10-15 % der befragten Frauen und 5% der befragten Männer, bis zum Alter von 14 oder 16 Jahren „mindestens einen unerwünschten oder durch die ‚moralische‘ Übermacht einer deutlich älteren Person oder durch Gewalt erzwungenen sexuellen Körperkontakt“ erlebt zu haben. Dabei finden 20% der Übergriffe finden durch Frauen als Täterinnen statt. Die Dunkelziffer ist sehr hoch.

Sexueller Missbrauch von Kindern kennt keine sozialen Grenzen: Kinder von Akademikern sind nicht weniger betroffen als Arbeiterkinder.

Sexueller Missbrauch von Kindern ist also kein Randphänomen der Gesellschaft, sondern ein Thema, dass mehr oder weniger jeden angeht, sei es, dass er/sie in der eigenen Kindheit selbst betroffen war, sei es, dass Täterinnen oder Betroffene zum eigenen Bekanntenkreis gehören.

Was ist sexueller Missbrauch von Kindern?

Sexueller Kindesmissbrauch liegt aus psychotherapeutischer Sicht vor, wenn ein erwachsener Mensch (Mann oder Frau)

  • ein Kind dazu nutzt, sich sexuell zu erregen (mit oder ohne Körperkontakt bzw. mit oder ohne körperlichem Sexualverkehr),
  • die Intimbereiche eines Kindes berührt,
  • ein Kind dazu auffordert, ihn/sie sexuell zu stimulieren,
  • in Gegenwart eines Kindes pornografische Bilder/Filme anschaut oder herstellt
  • ein Kind dazu zwingt oder überredet, Zeuge von sexuellen Handlungen zu werden
  • ein Kind dazu zwingt oder überredet, ihn oder sie nackt zu betrachten

Angebliche Einvernehmlichkeit, die von Tätern/Täterinnen als Entschuldigung vorgebracht wird, gibt es nicht.Jede der oben genannten Handlungen ist sexueller Kindesmissbrauch. Kindesmissbrauch beginnt nicht erst bei der körperlichen Vergewaltigung.

Jede Handlung eines Täters bzw. einer Täterin in Gegenwart eines Kindes, die der eigenen sexuellen Stimulierung dient, ist sexueller Kindesmissbrauch, auch dann, wenn die strafrechtliche Relevanz nicht nachweisbar ist. Das beginnt bereits bei vermeintlich harmlosen verbalen Anzüglichkeiten in Gegenwart eines Kindes, bei denen der Täter/die Täterin die mögliche Beschämung oder Irritation des Kindes sexuell genießt.

Das Alarmkriterium ist die Sexualisierung der Beziehung zwischen dem Erwachsenen und dem Kind. Es ist grundsätzlich die Aufgabe des Erwachsenen, eine solche Sexualisierung des Verhältnisses gar nicht erst entstehen zu lassen. Schutzbehauptungen wie: „Die sexuelle Initiative kam von Seiten des Kindes.“ oder „Das Kind hat die sexuelle Dimension in unserer Beziehung doch selbst genossen.“ sind typisch für Täter (und Täterinnen) und können niemals als Entschuldigung gelten.

Sexueller Kindesmissbrauch-
ein Aufgabenfeld für die Sexualtherapie

Für die Sexualtherapie stellen sich mehrere Aufgaben:

  • bei Tätern und Täterinnen: Präventionstraining bei potentiellen Tätern/Täterinnen. Therapie und Nachsorge, auch begleitend zu den strafrechtlichen Konsequenzen der Tat,
  • bei den Opfern: Aufarbeitung belastender Erinnerungen, Hilfestellung beim Umgang mit Sexualität in der Gegenwart; insbesondere bei Vorliegen einer psychischen Erkrankung, die das Trauma Miussbrauch ausgelöst hat (z.B. PTBS). Weitere Infos
  • bei Angehörigen/PartnerInnen von Opfern: Förderung des Verständnisses für die spezifischen Probleme des Menschen, der den sexuellen Übergriff erfahren musste

Therapeutische Möglichkeiten
für Täterinnen und Täter

Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Täter und Täterinnen, deren Tun noch nicht ihm Rahmen einer strafrechtlichen Aufarbeitung therapeutische Hilfe bekommen, haben die Möglichkeit, sich an Therapeuten zu wenden, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, wie sie nicht rückfällig werden. In extremen Fällen gehört dazu auch eine intensive psychiatrische Begleitung.

Menschen mit vermuteter pädophiler Veranlagung können schon im Vorfeld möglicher eigener Übergriffigkeit gegenüber Kindern gemeinsam mit einem Therapeuten daran arbeiten, dass es überhaupt nicht erst zur Tat kommt. Es ist auf jeden Fall sehr sinnvoll, hier aktiv und präventiv zu handeln. Interessante Informationen gibt es beim Netzwerk „Kein Täter werden“.

Therapeutische Möglichkeiten
für Betroffene

Wenn bekannt ist, dass ein Kind Opfer einer sexuellen Misshandlung geworden ist, sollte ein Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut hinzugezogen werden, um zu prüfen, ob ggf. therapeutische Massnahmen zur Verarbeitung des Erlebten angezeigt sind.

Erwachsene mit Missbrauchserfahrung in der eigenen Kindheit sollten bedenken: Viele aktuelle psychische Probleme, die sie selbst möglicherweise gar nicht mit der Missbrauchserfahrung in Verbindung bringen, können mit diesem Erlebnis zusammenhängen, wie z.B. depressive Erkrankungen, Angststörungen, sexuelle Funktionsstörungen, Essstörungen etc.

Es ist wichtig, behandelnde Ärzte und Psychotherapeuten auf die Missbrauchserfahrung hinzuweisen, um eine Therapieform zu wählen, die neben den Symptomen auch die mögliche Wurzel Missbrauchserfahrung behandelt. Hier kann ggf. eine Traumatherapie sehr hilfreich sein.

Therapeutische Möglichkeiten
für Angehörige

Sexueller Missbrauch von Kindern findet oft im Rahmen der engeren Familie statt, also auch durch Väter, Mütter, Großeltern. Wenn Kindesmissbrauch in einer Familie geschehen ist, kann es sinnvoll sein, familientherapeutisch daran zu arbeiten, vor allem auch, um zukünftige Strategien zu entwickeln, das Kind nicht nochmals einer solchen Erfahrung auszusetzen und den Täter bzw. die Täterin vor sich selbst zu schützen.

Wenn sich in einer Partnerschaft herausstellt, dass einer oder beide Partner in ihrer Kindheit Missbrauchserfahrungen erleiden mussten, kann es sehr sinnvoll sein, darüber in einer Paartherapie zu sprechen. Viele aktuelle Probleme haben möglicherweise gar nichts mit der Gegenwart und dem Verhalten oder Fehlverhalten des eigenen Partners zu tun. Das Wissen um die Verletzungen des anderen in der Kindheit kann dazu beitragen, miteinander mit den Lasten aus der Vergangenheit besser umzugehen und gemeinsam in der Partnerschaft mehr Lebensqualität zu gewinnen.
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Vgl. zum Thema auch die Artikel

Missbrauch und Trauma
Folgen von Kindesmissbrauch
Zum Artikel
Was ist alles sexueller Missbrauch von Kindern?
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Sexueller Missbrauch
durch die Mutter
Zum Artikel
Sexuelle Gewaltphantasien
Anzeichen für Missbrauch?
Zum Artikel
Mein Sohn
trägt meine Kleider
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Sexuelle Probleme
und psychische Störungen
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Verliebt in den Lehrer- wenn es nicht beim Lernen bleibt
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in 30 Jahre älteren Mann verliebt
Zum Artikel
Hörigkeit- wie komme ich von ihm los?
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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Hörigkeit-
Wie komme ich von ihm los?

Hörigkeit
Violent husband abusing wife

Hörigkeit: Ich liebe ihn,
und wenn er mich wie Dreck behandelt

Ich bin 43 und habe in meinen bisherigen Beziehungen niemals Lust beim Sex empfunden. Das kann daran liegen, dass ich als Kind mehrmals von einem Onkel missbraucht worden bin.
Jetzt habe ich einen Mann gefunden, in den ich mich total verliebt habe.
Dabei behandelt er mich wie Dreck. Er läßt mich warten, wenn wir uns treffen sollen, prahlt, wie tollen Sex er mit einer anderen Frau gehabt hat.
Er ist auch gewaltätig, schlägt mich, verlangt Geld von mir.
Und ausgerechnet er ist der erste Mann, bei dem ich Lust empfinde, richtig starke Gefühle…
Er weiß das und nützt mich gnadenlos aus. Alle paar Tage steht er völlig unerwartet vor der Tür und will sofort Sex oder Geld.
Wenn ich ihm sage, dass ich Schluss machen will, schlägt er mich brutal. Und ich knicke ein, und letztlich bin ich es, die ihn anbettelt bei mir zu bleiben.
Wie kann ich diesen Kreislauf der Hörigkeit nur durchbrechen?

Bettina G. (Name geändert)

Hörigkeit: Sie brauchen jetzt kompetente Hilfe

Hallo Bettina,

Sie sind ganz offensichtlich in einer sehr schweren Situation. Eigentlich wäre bereits der Missbrauch in Ihrer Kindheit voll und ganz ein Grund für eine Psychotherapie. Wenn Sie jetzt obendrein noch einen Partner lieben, der Sie so grausam misshandelt und in die Hörigkeit geführt hat, dann benötigen Sie erst recht kompetente psychologische Unterstützung.

Möglicherweise kann Ihnen als erste Anlaufstelle das Team von einem Frauenhaus helfen, indem Sie für einige Zeit von Zuhause ausziehen. Dann haben Sie etwas Ruhe vor diesem Mann und können ohne Störung durch ihn darüber nachdenken, was Sie eigentlich brauchen.

Ein ungutes Knäuel
von Gefühlen und Erfahrungen…

Wahrscheinlich haben Sie selbst schon gemerkt, dass die Missbrauchserfahrung in der Kindheit, Ihre Empfindungslosigkeit beim Sex in den bisherigen Beziehungen und Ihre Hörigkeit gegenüber diesem Mann offensichtlich eine Menge miteinander zu tun haben.

Die an sich schöne Erfahrung der Sexualität hat sich offenbar seit Ihrer Kindheit so sehr mit den Übergriffen und Verletzungen verbunden, dass auch die aktuellen Übergriffe und Verletzungen durch Ihren neuen Partner sexuelles Lusterleben wachrufen können. Auf den ersten Blick sieht es geradezu so aus, als würden Sie selbst alles dafür tun, dass Sie die Missbrauchserfahrung Ihrer Kindheit nochmals neu wiederholen.

…kann wohl am besten
in einer Therapie aufgelöst werden.

Dieses Knäuel an Gefühlen und Erfahrungen zu entwirren, wird sicherlich nicht einfach sein. Deshalb ist es gut, wenn Sie sich professionelle Hilfe holen und am besten schon bald eine Therapie beginnen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie als allererstes einen sicheren Ort finden, an dem Sie nicht wieder und wieder von Ihrem Freund in den Zustand der Hörigkeit zurückgeführt und aus Ihren Vorhaben für eine Veränderung der Lage herausgerissen werden können.

Ein wichtiges Ziel kann es für Sie sein, durch die Therapie herauszufinden, welche Bedürfnisse Sie selbst jetzt für sich haben. Ihre eigentlichen Bedürfnisse, die Sie als Kind gehabt haben und die damals mit Füßen getreten wurden, kennen Sie wahrscheinlich nicht mehr so richtig. Hier behutsam zurückzugehen und Ihr verlorenes Selbst Stück für Stück wiederzufinden, kann Ihnen sicherlich wieder neue Lebensperspektiven eröffnen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, freue ich mich, wenn Sie sich nochmals an mich wenden.

Mit herzlichen Grüßen

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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„Grüß Gott, Kinderchen!“ – Missbrauch durch kirchliche Würdenträger in der DDR

Das hat mich ziemlich überrascht: auch in der früheren DDR gab es Fälle von massivem Kindesmissbrauch durch Vertreter der katholischen Kirche- und die SED hat trotz aller Kirchenfeindlichkeit gründlich über alle Verfehlungen hinweggesehen.

Quelle: Freies Wort. Ausgabe 15.4.2016
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
https://www.insuedthueringen.de/regional/thueringen/thuefwthuedeu/Gruess-Gott-Kinderchen;art83467,4784695

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