Archiv der Kategorie: Depression

Übersicht über alle Artikel zum Thema Depression

Depression
als Thema der Sexualtherapie

Eine Depression wirkt sich sehr häufig auch auf die Sexualität aus. Umgekehrt ist bei sexuellen Problemen immer auch zu prüfen, inwieweit eine depressive Erkrankung als Ursache im Hintergrund steht. Um das zu erkennen, sind gründliche Vorbesprechungen im Rahmen der Therapie erforderlich. Dabei geht es u.a. um die Nachfrage nach depressiver Stimmung, Freudlosigkeit, Antriebsarmut und Interesselosigkeit.
Depression
Da depressive Erkrankungen nicht nur eine psychische Komponente haben, sondern auch mit Störungen im Hirnstoffwechsel einhergehen, ist immer eine enge Zusammenarbeit zwischen Therapeut und behandelndem Arzt erforderlich.

Wichtig:

Eine depressive Erkrankung gehört zu den schweren psychischen Erkrankungen. Unbehandelt können die Symptome sich immer weiter verstären. Auch kann die Selbstmordgefahr steigen. Deshalb ist bei Depressionen unbedingt nötig, einen Arzt oder Therapeuten einzuschalten!

Häufig gelesene Artikel hier im Blog zum Thema

Scheidung- und danach nur Depression?

Scheidung- nach Monaten
immer noch unendlich traurig

Scheidung und danach nur Depression? Foto © Kichigin19 Fotolia.com

Seit etwas mehr als einem Jahr bin ich, 43, jetzt von meinem Mann geschieden. Da wir keine Kinder hatten, lebe ich jetzt allein für mich. Meine neue Wohnung ist klein und ziemlich trist- aber mehr kann ich mir einfach nicht leisten.

Meine Freundinnen sagen, dass ich mich völlig verändert habe. Ich komme über meine Traurigkeit einfach nicht hinweg- schließlich war er es, der mich wegen einer anderen verlassen hat. Wütend bin ich eher weniger, dafür fühle ich mich unendlich schlapp und antriebslos. Dazu die ständige Grübelei, was ich eigentlich falsch gemacht habe und was an der Neuen besser sein sollte.

Ich weiß selbst, dass das Nachdenken keinen Sinn macht, und dass ich meiner Beziehung viel zu lange nachhänge. Und obwohl ich ihn eigentlich hassen sollte, fehlt mir mein Mann sehr. Wir hatten doch so viel gemeinsam. Am schlimmsten ist, dass ich mit unserer Beziehung auch unser Zuhause verloren habe: das Haus, die Küche, den Garten… Ich schaffe es einfach nicht, einen wirklichen Neuanfang zu machen.

Wenigstens sind mir die Freundinnen geblieben- und ich kann auch viel mit ihnen gemeinsam unternehmen. Mindestens zweimal die Woche treffe ich mich mit einer von ihnen. Das tut mir gut. Für ein paar Stunden komme ich dann auf andere Gedanken.

Eine meinte neulich, ich könnte mein Single-Dasein doch auch nach Strich und Faden genießen. Es gäbe genügend Männer, die an mir Interesse haben würden. Aber ehrlich gesagt, ich komme mir vor wie eine Witwe, für die es keinen Mann mehr geben kann in diesem Leben.

Ich frage mich echt, wann diese Traurigkeit endlich aufhören wird. Natürlich weiß ich, dass es Zeit braucht, eine solche Scheidungsgeschichte zu verarbeiten: aber irgendwann muss das doch ein Ende haben. Gibt es da irgendeinen Erfahrungswert, wann das so weit ist?

Bettina S. (Name geändert)

Scheidung-
wie lange trauern ist normal?

Hallo Bettina,

vor über einem Jahr haben Sie und Ihr Mann sich scheiden lassen. Deswegen mussten Sie aus Ihrem gemeinsamen Haus in eine kleine Wohnung umziehen. Immer noch sind Sie sehr traurig über die Trennung und fühlen sich schlapp und antriebslos. Sie fragen sich, wie lange ein solcher Zustand andauern kann.

Eine ärztliche oder
psychotherapeutische Diagnose ist nötig

Aus der Ferne ist es schwierig, festzustellen, ob Ihre Traurigkeit sich noch „im normalen Rahmen“ bewegt oder ob dahinter weitergehende psychischer Probleme stehen, die Sie selbst nicht allein lösen können und bei denen eine psychotherapeutische Behandlung notwendig ist.

Ihre Schilderung enthält Elemente, die es möglich erscheinen lassen, dass Sie an einer depressiven Erkrankung leiden, die sich nach Ihrer Scheidung aus einer Anpassungsstörung entwickelt hat.

Weil depressive Erkrankungen -vergleichbar mit einer schweren körperlichen Erkrankung wie z.B. einer Lungenentzündung- nicht mit Hausmitteln geheilt werden können, ist es unbedingt nötig, dass Sie sich in ärztliche bzw. psychotherapeutische Behandlung begeben damit eine genaue Diagnose erstellt werden kann.,

Scheidung-aus einer Anpassungsstörung
kann sich eine Depression entwickeln

Eine Anpassungsstörung kann durch verschiedene Lebensereignisse ausgelöst werden, die für den/die Betroffene/n eine erhebliche Veränderung mit sich bringen, so z.B. Schulwechsel, Heirat, Krankheit, Arbeitslosigkeit- und natürlich auch Scheidung. Typische Symptome einer Anpassungsstörung sind u.a. emotionale Beeinträchtigung, Trauer, Gedankenkreisen und depressive Verstimmung.

Eine Anpassungsstörung dauert bis zu sechs Monate und kann sich zu einer depressiven Erkrankung ausweiten. Bei diesem Prozess kommt es oft zu chemischen Veränderungen im Hirnstoffwechsel, die dazu führen, dass der/die Betroffene durch eigene Willensanstrengung nicht mehr aus ihrem Tief herauskommen.

Sollte das bei Ihnen der Fall sein, wäre eine Psychotherapie erforderlich, möglicherweise in Verbindung mit der Einnahme bestimmter Medikamente, die helfen können, eine Störung des Hirnstoffwechsels auszugleichen.

Scheidung- weitere Hilfsmöglichkeiten

Auch unabhängig von der Frage nach einer möglichen psychischen Erkrankung stellt sich die Frage, wie Sie mit den Folgen Ihrer Scheidung umgehen können.

Wichtig ist, dass Sie sich jetzt weiterhin aktiv um Ihre Lebensgestaltung kümmern, auch wenn das schwierig erscheint: Freundschaften und eigene Interessen pflegen, Unternehmungen planen, etwas für den eigenen Körper tun… Denn Sie stehen jetzt nicht nur am Ende des Lebensabschnittes, den Sie in Ihrer Ehe mit Ihrem Mann verbracht haben, sondern auch am Anfang eines neuen Lebensabschnittes, den Sie selbst aktiv mitgestalten können.

Gemeinsam mit einem Therapeuten könnten Sie nach der Abklärung einer möglichen depressiven Erkrankung daher auch über das Thema sprechen, welche Ziele Ihnen in Ihrem Leben jetzt wichtig sind und was Sie tun können, um ihre Verwirklichung zu fördern. Das betrifft auch die Frage, ob und wie Sie noch einmal neu an das Thema Partnersuche herangehen wollen.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Vgl. zum Thema auch den Artikel
„Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung“.

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Partner betrogen ohne rechten Grund

Partner betrogen- ohne zu wissen warum


Ich habe meinen Partner betrogen. Es war eine ziemlich banale Geschichte, wie aus einem billigen Romanheft. Titel: Die Krankenschwester, der Oberarzt und die Nachtschicht…

Zuerst dachte ich, ich könnte es meinem Partner verschweigen. Aber er hat sofort gemerkt, dass ich irgendwie anders war als sonst, und dann habe ich ihm die ganze Geschichte gebeichtet. Er hat mit enorm viel Verständnis reagiert, will mich auch nicht verlassen. Dafür bin ich ihm total dankbar. Keine Ahnung, wie ich selber im umgekehrten Fall reagiert hätte.

Was mich quält, ist: Ich habe überhaupt keinen Grund, meinen Partner zu betrügen. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass mit mir selbst etwas nicht stimmt.

Ich bin sehr unzufrieden mit mir. Ich fühle mich total kraftlos. Ich habe Angst, dass ich ihn bei nächstbester Gelegenheit wieder betrügen werde. Nicht aus Lust oder Absicht, sondern bloß, weil ich nicht Nein sagen kann. Und das, obwohl ich meinen Partner überhaupt nicht betrügen will, sondern mir nichts sehnlicher wünsche, als ihn mein ganzes Leben an meiner Seite zu haben.

Gleichzeitig frage ich mich, ob ich ihn als meinen Mann überhaupt verdient habe. Ob ich ihn glücklich machen kann, wenn ich so wenig Widerstand leisten kann, wenn ein anderer ankommt.

Ich bin völlig ratlos.

Susanne P. (Name geändert)

Partner betrogen-
Die Nachtschwester und der Oberarzt

Hallo Susanne,

Sie haben einen Partner, den Sie sehr lieben und der Sie sehr liebt. Während einer Nachtschicht im Krankenhaus haben Sie Sex mit dem Oberarzt gehabt.

Sie haben es Ihrem Partner gleich berichtet, er hat es Ihnen vergeben. Sie fühlen sich kraftlos und haben Angst, dass Sie ihn nochmals betrügen könnten. Sie wissen nicht, ob Sie Ihren Mann überhaupt verdient haben.

Auf jeden Fall würde es sich für Sie sehr lohnen, mit einem Therapeuten ein ausführlicheres Gespräch über Ihre Lage zu führen. Auch ich selber hätte noch eine Reihe von Nachfragen zu Ihrer Geschichte.

Partner betrogen-
Die Henne und das Ei

Meine erste Nachfrage wäre: Kann es sein, dass Ihr Sex mit dem Oberarzt gar nicht die Ursache für Ihr Unwohlsein ist, sondern eher eine Folge von einem bereits bestehenden Unwohlsein- so dass Sie sich schon vor dem Sex schlecht fühlten und danach nur noch schlechter?

Vielleicht hatten Sie ja schon vor diesem Vorfall das „Gefühl, dass etwas nicht mit mir stimmt“. Vielleicht fühlten Sie sich auch schon vorher kraft- und willenlos. Und vielleicht ist das auch die Erklärung, warum Sie dem Oberarzt und seinem Wunsch nach Sex -denn ich vermute, dass von ihm die Initiative ausging- nichts entgegensetzen konnten.

Falls dem so sein sollte, benötigen Sie auf jeden Fall therapeutische Hilfe. Möglicherweise sind Sie vollkommen überarbeitet (Burnout) und benötigen Erholung und Ruhe, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Möglicherweise sind Ihre Symptome aber auch Anzeichen einer beginnenden depressiven Erkrankung. Auch eine körperliche Krankheit könnte Auslöser Ihrer Schwächegefühle sein.

Deswegen ist es wichtig, dass Sie sich bei einem Spezialisten ausführlich untersuchen lassen.

Wenn sich eine solche medizinische Ursache finden läßt, brauchen Sie sich nicht weiter Gedanken darum machen, warum Ihnen der Sex bei der Nachtschicht passiert ist. Vorwürfe wären da weit eher dem Oberarzt zu machen, dass er Sie in einer Situation ausgenutzt hat, in der Sie sich nicht wehren konnten.

Partner betrogen-
Und was ist mit Ihrem Partner?

Es ist sehr gut, dass Ihr Partner mit so viel Verständnis reagiert hat. Bestimmt wird er Sie dabei unterstützen, wenn Sie sich jetzt therapeutische Hilfe suchen.

Ihr Gefühl, nicht wertvoll genug für ihn zu sein, könnte ebenfalls mit den oben skizzierten Gründen zusammenhängen. Für Ihre Beziehung ist jetzt im Moment nur wichtig, dass Ihr Partner Sie liebt und für Sie Verständnis hat.

Ich bin sicher, dass Sie sich, wenn Sie sich die entsprechende ärztliche und psychotherapeutische Unterstützung holen, bald wieder deutlich besser fühlen werden.

Gern stehe ich Ihnen für weitere Rückfragen zur Verfügung.

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Depression- Sie kann mir ihre Liebe nicht sagen

Depression:
Meine Freundin hat an mir kein Interesse mehr

Depression? Foto © Photographee.eu Fotolia.com

Meine Freundin hatte zu Beginn unserer Beziehung (vor drei Jahren) gerade eine Therapie gegen ihre schwere Depression abgeschlossen. Darüber hatte sie mir auch sehr offen berichtet. Da ich selber auch schon einmal eine leichte depressive Episode mitgemacht habe, konnte ich sie sehr gut verstehen und diese Gespräche waren irgendwie auch eine gute Basis für unsere Beziehung.

Seit etwa zwei Jahren sind dann die Probleme losgegangen. Nach kleineren Streitigkeiten hat sie dann auf einmal überhaupt nicht mehr mit mir geredet und sich in ihr Zimmer eingesperrt. Erst am nächsten, manchmal erst am übernächsten Tag ist sie dann wieder aufgetaucht, um sich bei mir zu entschuldigen. Auf meine Frage, was eigentlich los war, sagt sie dann nur, sie hätte keine Ahnung. Außerdem wäre ihr schon klar, dass sie mir sicher nicht besonders gut täte. Sie wirkt dann total kalt und abweisend. Ich komme überhaupt nicht an sie ran. Sie sagt, wenn sie sich netter zu mir verhalten würde, wäre das ja nicht ehrlich; und davon hätte ich ja auch nichts.

Jetzt ist es auch schon ein Jahr her, dass sie sich das erste Mal bei der Arbeit hat krankschreiben lassen, offiziell wegen Angstattacken. Die berufliche Belastung wird ihr offenbar zu viel. Sie war dann eine ganze Zeit in der Reha, konnte sich dort gefühlsmäßig offenbar etwas öffnen und hatte sogar so etwas wie Freundinnen.

Ich musste in der Zwischenzeit alles für sie erledigen, ihren ganzen Papierkram. Wenn ich sie im Krankenhaus besucht habe, gab es kein Danke und nichts, und jetzt, wo sie wieder zurück ist, auch nicht. Wenn ich sie irgendetwas frage, kommt nur so ein Halbsatz, meistens: „Weiß ich nicht.“ oder „Dazu kann ich auch nichts sagen.“ Das geht sogar so, wenn ich sie frage, ob sie mich überhaupt noch liebt. Was mich dann schon etwas ärgert, dass sie mir dann plötzlich erzählt, es hätte da in der Reha einen Pfleger gegeben, der ihr richtig gut hätte zuhören können.
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Ich bin trotzdem nett zu ihr, habe totales Verständnis. Neulich hab ich ihr gesagt, dass ich immer zu ihr stehe, egal, was passiert. Ihre Antwort war: „Prima! Dann kannst du jetzt die Küche aufräumen.“

Ich bin echt verzweifelt, fange schon an, Beruhigungstabletten zu nehmen. Das Schlimmste ist: Ich habe Angst, dass sie mich verlassen will.

Holger R. (Name geändert)

Depression-
vor allem eine Belastung für Sie als Freund

Hallo Holger,
eine depressive Erkrankung ist etwas sehr Schlimmes- und zwar für die Menschen in der Umgebung des Kranken oft noch mehr als für den Kranken selbst.

Sie haben sich sehr fürsorglich für Ihre Freundin verhalten- und es ist für Sie kaum auszuhalten, dass Sie jetzt nicht einmal mehr sagen kann, dass sie Sie liebt. Und gleichzeitig scheint es im Krankenhaus Momente gegeben zu haben, wo sie den Mitpatientinnen und dem Pfleger mehr Wärme entgegenbringen konnte als Ihnen. Sie fürchten sogar, von ihr verlassen zu werden.

Diese Verhaltensweisen hängen eindeutig mit ihrer Erkrankung zusammen. Eine depressive Erkrankung mit wiederholten Episoden schwerer Depression, wie sie ihre Freundin zu haben scheint, ist therapeutisch nicht einfach zu behandeln. Im Fall ihrer Freundin heißt das, dass auch die letzte Reha-Behandlung sie offensichtlich noch nicht vollständig geheilt hat. Dass Ihre Freundin Ihnen nicht sagen kann, dass sie Sie liebt, ist also weiterhin als Symptom ihrer Erkrankung zu sehen- und macht in Bezug auf die tatsächliche Beziehung zwischen ihnen beiden letztlich keine Aussage.

Langfristig kann bei einer Depression eine gute Einstellung mit Medikamenten und zusätzlicher Psychotherapie Behandlungserfolge bringen und Ihre Freundin aus diesem Zustand der Lethargie wieder herausholen- aber das ist ein Prozess, der noch lange andauern kann. Auf jeden Fall ist Ihre eigene Zuneigung, auch wenn Ihre Freundin das zur Zeit nicht aussprechen kann, sicherlich ein ganz wichtiger Beitrag auf dem Weg ihrer Besserung.

Es geht jetzt auch um Sie!

Nachdem Ihre Freundin offenbar in kompetenter Behandlung ist, geht es jetzt vor allem um Sie. Denn weder Sie selbst noch Ihre Freundin haben etwas davon, wenn Sie psychischen Raubbau in der Aufopferung für Ihre Freundin begehen.

Es ist Zeit, dass Sie auf Ihre eigene körperliche und psychische Gesundheit achten. Einfach nur Beruhigungstabletten zu nehmen, ist ganz bestimmt kein guter Weg.

Am besten wäre es, Sie würden sich selbst Hilfe bei einem guten Therapeuten holen. Vielleicht haben Sie da ja auch schon Erfahrungen aufgrund Ihrer eigenen Krankengeschichte. Ein Therapeut wird viel Verständnis für Sie und die Probleme mit Ihrer Freundin haben und Sie auf Ihrem schwierigen Weg begleiten können. Es ist sehr wichtig, dass Sie jetzt mit einem Menschen reden, der Sie versteht und auch die entsprechenden Fachkenntnisse hat.

Ergänzend dazu wäre es sinnvoll, wenn Sie auch sonst an Ihren eigenen Ressourcen arbeiten. So Sie also die Möglichkeit haben, sich selbst etwas Gutes zu tun, sollten Sie das unbedingt machen: also z.B. Sport treiben, andere Freunde treffen, die eigenen Hobbies pflegen. All das auch unabhängig und ohne ständige Begleitung durch Ihre Freundin (die zur Zeit vermutlich ohnehin schwierig zu irgendwelchen Aktivitäten zu gewinnen ist). Solche Unternehmungen sind wichtig, auch als Gegenpol, damit Sie sich danach auch wieder Ihrer Freundin zuwenden können.

Ihnen und Ihrer Freundin alle guten Wünsche!
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Selbstmorddrohung-
wie gehe ich damit um?

Selbstmorddrohung Selbstmorddrohung

Selbstmorddrohung immer ernst nehmen

Selbstmorddrohung
Eine Selbstmorddrohung gehört in einer Partnerschaft zum Belastendsten, was geschehen kann. Das Schwierigste ist, dass niemand sicher weiß (und vielleicht nicht einmal der Partner, der die Drohung ausspricht), wie ernst diese Drohung gemeint ist und ob nach dieser Drohung tatsächlich der Selbstmord folgt oder nicht.

Gerade deswegen gilt:
Eine Selbstmorddrohung ist immer ernst zu nehmen.

Auch wenn es schwer fällt, sind berechtigte und wichtige Fragen wie „Will er/sie mich damit eigentlich nur erpressen?“ erst einmal in den Hintergrund zu stellen.

Selbstmord- Wer ist besonders gefährdet?

Eine besondere Gefährdung für Suizidalität liegt vor, wenn bereits folgende Umstände gegeben sind:

  • depressive Erkrankung
  • Missbrauch oder -abhängigkeit von Drogen, Alkohol oder Medikamenten
  • anderer Selbstmord im persönlichen Umfeld
  • Opfer von sexuellem Missbrauch, besonders in der Kindheit: vgl. dazu den Beitrag: Missbrauch und Trauma<
  • vorangegangene Selbstmordankündigungen oder Selbstmordversuche

Selbstmorddrohung- die Phasen der Suizidalität

Der Psychiater Walter Pöldinger hat aufgezeigt, dass sich Suizidalität (die Neigung zum Selbstmord) in drei Phasen entwickelt.

1. Erwägungsphase
Es kommt der Gedanke an Suizid (Selbstmord) als Möglichkeit zur Problem- oder Konfliktlösung auf. Dabei können verschiedene Faktoren begünstigend hinzukommen, so etwa, wenn eigene Aggressionen nicht nach außen abgeführt werden können oder wenn im Umfeld bereits ein anderer Suizid stattgefunden hat.

2. Ambivalenzphase
In dieser Phase kommt es zu einem inneren Kampf zwischen dem Willen, sich umzubringen, und dem Willen, am Leben zu bleiben. In dieser Phase kann es zu direkten und indirekten Selbstmordankündigungen kommen.
Ein Beispiel für eine direkte Selbstmordankündigung: „Ich bringe mich jetzt bald um, wenn das so weitergeht.“
Ein Beispiel für eine indirekte Selbstmordankündigung: „Vielleicht bist du mich als Problem ja bald los…“

Etwa 80% aller Menschen, die Selbstmord begehen, kündigen mit solchen oder ähnlichen Sätzen (Andeutungen, Drohungen, Ankündigungen) ihre Tat an.
Psychologisch sind solche Äußerungen als Hilferufe zu interpretieren, die von der Seite des Überlebenswillens der betroffenen Person kommen.
Eine Selbstmorddrohung ist immer unbedingt ernst zu nehmen, auch dann, wenn sie vor allem dazu zu dienen scheint, den anderen Partner unter Druck setzen zu wollen („Wenn du dies oder das machst bzw. nicht machst, bringe ich mich um!“).

3. Entschlussphase
In der dritten Phase fällt der Entschluss zu sterben oder weiterzuleben. Der Betroffene wirkt jetzt ruhig und ausgeglichen („Ruhe vor dem Sturm“)- und genau darin liegt die Gefahr, die Situation von außen falsch einzuschätzen. Hier kann nur helfen, denjenigen, der von Selbstmord gesprochen hat, zu fragen, warum er sich jetzt nicht mehr umbringen, sondern weiterleben will. Wenn der Betroffene hier keine klaren Gründe angeben kann, steht die Tat möglicherweise unmittelbar bevor. Das gilt um so mehr, wenn der Betroffene scheinbar ganz ruhig und überlegt anfängt, finanzielle oder testamentarische Fragen zu regeln.

Selbstmorddrohung-
Regeln für den richtigen Umgang

Wie reagiere ich richtig, wenn ich vermute oder bemerke, dass mein Partner (oder ein anderer Mensch) Selbstmordgedanken hegt?
Dafür gibt es die folgenden Regeln:

1. Regel:
Eigene Scheu überwinden und das Thema aktiv ansprechen

Wenn ich mir unsicher bin, ob mein Partner (oder auch ein anderer Mensch) Selbstmordgedanken hegt, sollte ich derjenige sein, der das aktiv anspricht.
Es gilt vor allem, falsche Scheu zu überwinden. Die Vorstellung, ich könnte durch meine Nachfrage jemand anderen erst auf den Gedanken bringen, sich umzubringen, ist grundsätzlich falsch. Die Sprachlosigkeit ist die eigentliche Gefahr, nicht die Nachfrage.
Mögliche Fragen könnten sein: „Ich mache mir Sorgen um dich. Kann es sein, dass dich dein Lebensmut verlassen hat? Denkst du manchmal daran, dass es besser wäre, nicht mehr am Leben zu sein?“

2. Regel:
Abschätzung des Gefährdungsgrades

Wenn Selbstmordgedanken vorliegen, ist es wichtig zu erfahren, in welcher der drei oben erklärten Phasen der Betroffene steht. Hier könnten mögliche Fragen lauten: „Hast du eher allgemein das Gefühl, nicht mehr leben zu wollen oder ist das schon konkreter geworden? Hast du schon Ideen, wie du dich tatsächlich umbringen würdest? Was kann ich jetzt für dich tun?“

3. Regel:
Nicht abwarten, sondern Hilfe holen

Vorgehen bei Phase 1 (Erwägungsphase):
Grundsätzlich ist therapeutische Hilfe immer erforderlich, wenn ein Mensch, auch ohne konkreten Plan, an Selbstmord als eine Möglichkeit zur Problemlösung denkt. Deshalb ist es richtig, dass Sie Ihrem Partner anbieten: „Ich denke, das ist der Punkt, an dem wir die Hilfe eines Therapeuten benötigen. Deshalb werde ich für uns einen Termin ausmachen.“

Vorgehen bei Phase 2 (Ambivalenzphase) und Phase 3 (Entschlussphase):
Hier ist schnelle Hilfe notwendig.

Rufen Sie die Notrufnummer 110 an
(lieber einmal zu viel als zu wenig!).

Lassen Sie den Betroffenen nicht allein, bis ein Arzt oder Psychologe die Behandlung übernommen hat.
Wenn Ihr Partner mit Selbstmord droht, ist solche professionelle Hilfe absolut notwendig.

Wenn Sie in solcher Weise für Ihren Partner gesorgt haben, kann es sein, dass Ihnen auch selbst psychotherapeutische Unterstützung gut tun kann. Es ist auf jeden Fall Grund genug dafür da, dass Sie jetzt auch an sich selbst denken, um auch Ihre eigenen Belastungen durch die Selbstmorddrohung Ihres Partners verarbeiten zu können.

Auch wenn ich keine Notfallhilfe leisten kann (dafür ist Telefon 110 zuständig!): Wenn Sie weitere Fragen zum Thema haben, die sich nicht auf einen direkten Notfall beziehen, freue ich mich, wenn Sie sich an mich wenden.

Mit herzlichen Grüßen

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Haben Sie selbst eine Frage
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michael@petery.eu

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  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
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