Archiv der Kategorie: Beziehungsprobleme

Übersicht über alle Artikel zum Thema Beziehungsprobleme

Beziehungsprobleme
als Thema der Sexualtherapie

Beziehungsprobleme können viele Ursachen haben. Im folgenden finden Sie eine Übersicht, zu welchen Themen bereits ausführliche Artikel erschienen sind.

Beziehungsprobleme?

Viele Beziehungsprobleme lassen sich auch ohne Praxisbesuch durch eine Online-Paarberatung lösen: Paarberatung online.

Häufig gelesene Artikel hier im Blog zum Thema

Unzufriedenheit in der Beziehung- die 5 häufigsten Ursachen

Zu folgenden Fragen über Beziehungsprobleme und Partnerschaftsprobleme gibt es bereits ausführliche Einzelartikel. Weitere Artikel sind in Planung.

Beziehungsprobleme-
Probleme mit dem Sex
Beziehungsprobleme-
Unterschiedliche Bedürfnisse
Beziehungsprobleme-
Umgang mit dem Exfreund/der Exfreundin
Beziehungsprobleme-
Fremdgehen, Untreue, Affären, Scheidung
Beziehungsprobleme-
Psychische Probleme und Erkrankungen
Beziehungsprobleme-
Fetisch, BDSM
Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Sex mit dem Ex

Sex mit dem Ex

Radiointerview Sex mit dem Ex

Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Sex mit dem Ex:
Was bewegt uns dazu Sex mit dem Ex zu haben?

Mögliche Gründe gibt es viele.
Hier mal die häufigsten Szenarios:

1. Szenario: Bequemlichkeit

Ich habe immer noch keine erfüllte Beziehung und der bzw. die Ex ist am leichtesten verfügbar, wenn ich einfach mal Sex oder etwas Zärtlichkeit haben will. Da reicht dann schon ein Anruf: „Kann ich mal vorbeikommen?“ Und es braucht keine neue Phase des Kennenlernens und des Warmwerdens.

Das Risiko: Solange ich mit dem Ex oder der Ex rummache, sinken meine Chancen, einen neuen Partner oder eine neue Partnerin kennenzulernen, bei denen die Chemie wirklich stimmt.

2. Szenario: Rückeroberungsversuch

Ich habe die Trennung von meinem bzw. meiner Ex letztlich nie richtig akzeptiert und hoffe, ihn oder sie durch weiteren Kontakt wieder zurückzuerobern.

Die Gefahr: der oder die andere nimmt das Sex-Angebot gerne an, denkt aber trotzdem nicht daran, die Beziehung wieder aufnehmen zu wollen. Dann ist das Gefühl vorprogrammiert, schon wieder einfach nur ausgenützt worden zu sein.

3. Szenario: Eifersucht

Ich bin auf meinen bzw. meine Ex wütend und eifersüchtig, weil der oder die jetzt in einer neuen Beziehung leben. Da kann es Spaß machen, ihm oder ihr mal durch erneuten Sex zu zeigen, was ihm oder ihr mit mir im Bett verlorenen gegangen ist.

Und der „nette“ Nebeneffekt: Wenn die neue Partnerin oder der neue Partner mitbekommen, dass ihr Mann oder ihre Frau Sex mit dem Ex hatten, dann habe ich vielleicht sogar die neue Partnerschaft zerstört.

4. Szenario: Rache

Ich will es meiner oder meinem Ex nochmal so richtig zeigen. Zum Beispiel, indem ich sie oder ihn noch mal total heiß auf mich mache und sie oder ihn dann einfach hängen lasse. Etwa dadurch, dass ich ganz kurzfristig nicht zum Date komme oder es immer wieder verschiebe. Oder wenn ich den Sex schon nach einem sehr feurigen und aufregenden Vorspiel plötzlich abbreche mit einem Kommentar wie „Naja, eigentlich hätte ich mir gleich denken können, dass Sex mit dir komplett unbefriedigend ist…“

Sex mit dem Ex:
Wieso haben so viele Menschen einen ‚Rückfall‘ zur alten Liebe?

Eine Beziehung löst sich selten deswegen auf, weil beide Partner Lust auf etwas Neues haben. In der Regel werden Beziehungen einseitig aufgekündigt.

Die Folge: Meist hat der Mensch, der verlassen worden ist, ziemlich zu kämpfen. Verlassenwerden ist eine der tiefsten Kränkungen, die einem passieren kann, und schlägt massiv auf das Selbstwertgefühl.

Die einfachste Lösung lautet: die Trennung einfach wieder rückgängig zu machen, so tun, als wäre nichts geschehen.

Für den, der aus der Beziehung herausgeschmissen wurde, bleibt erstmal nur der Traum, es könnte alles wieder so werden wie früher in besseren Zeiten.

Solange der oder die Verstoßene also keine neue befriedigende Beziehung gefunden hat, ist die Wiederaufnahme der alten Beziehung ein wünschenswertes Ziel. Und um dieser Hoffnung willen sind die meisten Menschen bereit, über einiges hinwegzusehen, was es da an Gründen gegeben hat, die zur Trennung geführt haben.

Sobald der frühere Partner oder die frühere Partnerin wieder auf einen zukommt, ist alles vergeben und vergessen. Das macht natürlich sehr anfällig fürs Ausgenütztwerden. Möglicherweise will der frühere Partner ja gar keine Beziehung, wenn er sich wieder meldet, sondern nur kurz mal wieder bequemen Sex. Oder schlimmer noch: Der frühere Partner hat zwar für sich neue Freiheiten gefunden, genießt es aber, wenn der oder die Ex weiterhin von ihm abhängig bleibt.

Sex mit dem Ex:
Gibt es überhaupt eine zweite Chance,
wenn es einmal zu Ende war?

Wenn eine Beziehung in die Brüche geht, passiert das nicht ohne Grund.

Und bei einer Neuauflage der Beziehung sind alle die Probleme und Schwierigkeiten, die es beim ersten Mal gab, natürlich wieder mit an Bord.

Einen wirklichen Neuanfang zu machen, ist in der Praxis sehr schwierig. Denn natürlich wissen beide Partner, wie es früher schon einmal gewesen ist. Und wo die jeweiligen Schwachpunkte des andern liegen, in die man immer wieder neu hineinstoßen kann…

Die Gefahr bei der wiederaufgewärmten Beziehung ist, dass sie nicht auf Augenhöhe neu begründet wird. Sondern dass sich die Partner bloß deswegen wiederfinden, weil ihnen beiden in der Zwischenzeit jeweils kein besser geeigneter Partner über den Weg gelaufen ist. Weil es schwierig ist, das Single-Dasein auszuhalten. Weil es mühselig ist, immer wieder neue Dates auszuprobieren und immer wieder Enttäuschungen zu erleben. Und weil es so viel einfacher ist, die Telefonnummer vom Ex oder von der Ex herauszukramen.

Häufig ist es der Fall, dass einer der beiden Partner sich auch nach der Trennung emotional nicht vom anderen abgelöst hat und weiterhin an der alten Liebe wie eine Klette hängenbleibt.
Bei einer Wiederauflage der Beziehung kann das dazu führen, dass ein emotional anhängiger Mensch die Liebe des alten Partners dadurch neu zu erkaufen versucht, dass er selber die eigenen Wünsche immer mehr zurückstellt und ständig versucht, es ihm oder ihr in allem recht zu machen.

Langfristig kann das natürlich nicht klappen. Eine gute Beziehung funktioniert nur, wenn sich beide Partner sich auf gleicher Augenhöhe begegnen und beide gleichermaßen sich genau diese Beziehung wünschen.

Eine wirkliche zweite Chance gibt es also nur, wenn sich die beiden Partner in der Zeit der Trennung grundlegend verändert haben, durch neue Lebensumstände oder auch durch eine Psychotherapie- so dass es sich jetzt weniger um die Wiederaufnahme der alten Beziehung mit all den alten Mustern handelt, sondern um einen tatsächlichen Neuanfang.
Und als tatsächlicher Neuanfang kann der zweite Frühling dann auch wirklich eine Chance haben.

******

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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in der Beziehung
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in der Beziehung
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Risiken und Nebenwirkungen
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Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Unzufriedenheit
in der Beziehung

Unzufriedenheit in der Beziehung Foto © Antonioguillem Fotolia.com

Unzufriedenheit in der Beziehung-
Die fünf häufigsten Ursachen

Unzufriedenheit in der Beziehung ist der erste Schritt zum Scheitern einer Parterschaft- deshalb ist es wichtig, Warnsignale rechtzeitig zu erkennen.

1. Unzufriedenheit mit dem Sex

Der Klassiker unter den Paarproblemen: Mit dem Sex stimmt etwas nicht (mehr). Wenn Sex keinen Spaß einem oder beiden der Partner keinen Spaß mehr macht oder wenn Sex nur noch selten oder gar nicht stattfindet, dann ist das ein absolutes Warnsignal.
Weitere Infos finden Sie hier.

2. Schwierigkeiten im Miteinander-Reden
und in der Kommunikation

Wenn Partner nicht mehr über alle Themen offen miteinander reden können, ist die Beziehung ernsthaft in Gefahr. Der kritische Moment ist erreicht, wenn es bestimmte Tabu-Themen gibt, über die nicht mehr gesprochen werden kann: z.B. sexuelle Wünsche und Bedürfnisse.
Weitere Infos finden Sie hier.

3. Umgang mit Kritik und negativen Gefühlen

In jeder Beziehung gibt es Punkte, wo ein Partner mit dem Verhalten des anderen nicht zufrieden ist. Problematisch ist es, wenn kritische Punkte entweder überhaupt nicht oder nur in verletzender Form ausgesprochen werden können. Hier kann eine Paartherapie oder Paarberatung helfen.
Weitere Infos finden Sie hier.

4. Langeweile statt Lebendigkeit der Beziehung

Wenn beide Partner keine neuen Ideen mehr haben und in der Beziehung immer nur dasselbe läuft, ist die Partnerschaft insgesamt in Gefahr. Langeweile ist der Lustkiller schlechthin. Damit das gar nicht erst so weit kommt, sind einige psychologische Grundregeln für die Beziehung zu beachten.
Weitere Infos finden Sie hier.

5. Zu wenig Zeit füreinander

In einer funktionierenden Beziehung brauchen beide Partner Zeit füreinander- und zwar nicht nur nach Feierabend im Zustand der Totalerschöpfung. Gemeinsame Unternehmungen sind wichtig, um eine Beziehung stabil zu halten, außerdem Zeit für Gespräche- und ausreichend Zeit und Ruhe für Sex. Gerade wenn die zeit eng durch zusätzliche Belastungen eng wird (z.B. Beruf, Kinder, Pflege etc.), ist es wichtig, dass sich beide Partner ausreichend Zeit reservieren, die nur ihnen beiden gehört- und niemandem sonst.

Wann es Zeit ist zu handeln

Wenn Sie merken, dass eines dieser fünf Probleme in Ihrer Partnerschaft vorliegt, ist es Zeit zu handeln. Längeres Abwarten kann zum Scheitern der Beziehung führen- und das, obwohl beide Partner gut zueinander passen und sowohl eine schöne Gegenwart als auch eine schöne Zukunft miteinander haben könnten.

Wenn ein Paar selbst nicht damit zurecht kommt, diese Probleme zu lösen, kann eine Sexualtherapie neue Wege und Lösungen aufzeigen. In einige Stunden Paarberatung oder Paartherapie zu investieren lohnt sich auf jeden Fall.

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Zusammenziehen oder nicht- Testfall für die Partnerschaft

Zusammenziehen-
Freund will nicht aus seiner Wohnung

Zusammenziehen oder nicht? Foto © SolisImages Fotolia.com
Mit meinem neuen Freund bin ich jetzt fast ein Jahr zusammen. Wir sind beide über 30 und haben auch schon darüber gesprochen, dass wir irgendwann einmal miteinander Kinder haben möchten. Wenn ihm das wirklich ernst ist, fände ich es richtig, wenn wir als erster Schritt jetzt gemeinsam zusammenziehen.

Mein Freund lebt zur Zeit allein in einer Wohnung, die er sich ursprünglich mit seiner Ex angemietet hat- übrigens zu einem Zeitpunkt, als die beiden weniger lang zusammen waren als wir jetzt. Er hat mir jetzt vorgeschlagen, dass ich bei ihm einziehen kann- für mich ein unerträglicher Gedanke, weil er die ganze Einrichtung gemeinsam mit der Exfreundin ausgesucht hat, von der sogar noch ein selbstgemaltes Plakat im Gang hängt. Wenigstens hat er jetzt ihren Namen auf dem Türschild überklebt.

Sein Wohnort ist übrigens fast 50 km von meinem entfernt und wir beide haben unsere Arbeit jeweils an unseren Wohnorten. Allein von daher fände ich am besten, dass wir in Zukunft irgendwo in der Mitte wohnen. Aber er mag einfach nicht aus seiner Wohnung ausziehen.

Ich weiß jetzt nicht, wie ich das sehen soll: Meint er unsere Beziehung wirklich ernst und den Plan, irgendwann Kinder zu bekommen, wenn wir uns nicht einmal über das Zusammenziehen einigen können? Meine Freundinnen sind alle bis 30 mit ihren Freunden in eine gemeinsame Wohnung gezogen, und bei den meisten passierte das schon nach einem halben Jahr.

Vielleicht ist mein Freund mit mir auch gar nicht richtig sicher- schließlich ging es mit seiner Ex bei der Wohnungssuche ja auch schneller.
Oder bin ich nur drängelig und es ist normal, ein Jahr und länger mit dem Zusammenziehen zu warten?

Ich weiß, das klingt blöd: Aber ich will nicht erst 35 werden und dann ein Kind bekommen. Muss ich mich also von ihm trennen, wenn es mit dem Zusammenziehen jetzt nicht klappt?

Franziska G. (Name geändert)

Zusammenziehen-
nicht in die Wohnung der Exfreundin

Hallo Franziska,

Sie und Ihr Freund sind jetzt seit fast einem Jahr zusammen. Sie möchten gern mit ihm zusammenziehen, als erster Schritt hin zu gemeinsamen Kindern. Ihr Freund bietet Ihnen an, in die Wohnung zu ziehen, die er gemeinsam mit seiner Exfreundin eingerichtet hat. Das möchten wiederum Sie nicht, weil Sie sich zu sehr an die Exfreundin erinnert fühlen und die Wohnung zu weit von Ihrem eigenen Arbeitsplatz entfernt liegt.

Zusammenziehen oder nicht-
was da alles dahinterstehen kann

Ihre Schilderung ethält viele Elemente, bei denen unklar ist, was sie eigentlich bedeuten, so etwa die Fragen:

  • Wie ernst ist es Ihrem Freund mit dem Kinderwunsch? Ist das Wohnungsproblem vorgeschoben, damit das Thema Kinder noch etwas länger hinausgeschoben bleibt?
  • Möchte Ihr Freund in seiner Wohnung bleiben, weil er sich noch nicht ganz sicher ist, ob die Beziehung zu Ihnen hält?
  • Will Ihr Freund nicht mit Ihnen zusammenziehen, weil er Angst hat, Sie danach zu verlieren- so wie er seine Exfreundin nach dem Zusammenziehen verloren hat?
  • Sieht er es als unproblematisch an, dass Sie an seinem Wohnort passende Arbeit finden oder geht er selbstverständlich davon aus, dass Sie täglich 50 km pro Richtung pendeln?
  • Gibt es ganz praktische Gründe, warum er seine Wohnung nicht aufgeben kann (z.B. Mitevertrag mit mehrjähriger Mindestlaufzeit)?

Das sind nur einige Punkte, die ziemlich unklar sind. Möglicherweise lassen sich einige der Fragen auch noch nicht eindeutig beantworten.

Vielleicht ist Ihr Freund zur Zeit hin- und hergerissen zwischen den verschiedenen Möglichkeiten: Einerseits will er mit Ihnen zusammenziehen und Kinder bekommen, andererseits aber vielleicht doch nicht so schnell…

Zusammenziehen oder nicht?
Eine genauere Aussprache ist wichtig

Weil hier noch so vieles unklar erscheint, wäre es wichtig, wenn Sie beide sich noch genauer darüber aussprechen, was Sie sich jeweils für Ihre Zukunft wünschen. Falls Ihnen beiden das schwer fällt, könnte es auch sinnvoll sein, für einige Stunden einen Paartherapeuten hinzuzuziehen.

Ohne eine solche Klärung besteht die Gefahr, dass Sie über Ihren Freund und seine Handlungsgründe Vermutungen anstellen, die vielleicht gar nicht zutreffen.

Umgekehrt es kann auch sein, dass Ihr Freund bestimmte Bedürfnisse von Ihnen noch gar nicht verstanden hat, so etwa Ihr Wunsch, nicht in einer Wohnung zu leben, die von der Exfreundin mitgestaltet wurde und die 50 km von Ihrem Arbeitsplatz entfernt liegt.

Ich wünsche Ihnen daher, dass Sie schon bald Gelegenheit finden, diese unklaren Punkte miteinander zu besprechen, so dass Sie gemeinsam an einer passenden Lösung für Ihre Zukunft weiterarbeiten können.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Lust auf Affäre- der Wunsch nach Fremdgehen

Eine Affäre-
ein guter Weg für neue sexuelle Erfahrungen?

Lust auf Affäre? Foto © pf30 Fotolia.com
Ich bin 42 und seit 21 Jahren mit meinem Mann verheiratet. Vorher waren wir auch schon drei Jahre befreundet gewesen, Sex hatte ich in meinem Leben mit keinem Mann außer mit ihm. Kinder haben wir keine.

Unser Sexleben seit Jahren mehr oder weniger eingeschlafen. Mein Mann ist beruflich sehr eingespannt. Wenn überhaupt, kommt es nur zu sehr kurzem Sex abends im Bett- er schläft dann jedes Mal sofort ein, wenn er gekommen ist und kümmert sich überhaupt nicht um mich.

Wenn ich jetzt nicht selber aktiv werde, dann wird das die einzige sexuelle Erfahrung in meinem Leben bleiben. Dabei träume ich ständig von ganz anderem Sex: viel härter, auch an ungewöhnlichen Orten, mit verschiedenen Männern.

Ich will mich nicht von ihm trennen, allein schon, weil ich wirtschaftlich von ihm abhängig bin. Außerdem mag ich ihn immer noch, irgendwie. Aber eher wie eine Art großen Teddybär- und von dem erwartet man sich ja auch keinen Sex.

Was tun? Ich habe überlegt, mich im Internet bei einer Partnerbörse anzumelden, um eine Affäre anzufangen. Dabei ist ganz klar: es geht mir nur um neue sexuelle Erfahrungen, nicht um einen neuen Partner. Ist das aus sexualtherapeutischer Sicht eine gute Idee?


Nicole B. (Name geändert)

Eine Affäre als Problemlösung?

Hallo Nicole,

in Ihrem ganzen Leben haben Sie außer mit Ihrem Mann keine sexuellen Erfahrungen gemacht. Mit Ihrem aktuellen Sexualleben gemeinsam mit Ihrem Mann sind Sie unzufrieden, und nun überlegen Sie, ob eine Affäre Ihr Problem lösen kann.

Ihre Frage berührt zwei unterschiedliche Aspekte:

1. Sie sind mit Ihrem Eheleben und Ihren bisherigen sexuellen Erfahrungen unzufrieden.
2. Sie sehen eine Affäre als Ausweg aus Ihren Problemen.

Beide Aspekte sind aber nicht notwendigerweise miteinander verbunden, auch wenn es auf den ersten Blick naheliegend erscheint, den Ausweg Affäre als Problemlösung für Ihre sexuelle Unzufriedenheit anzusehen.

Aus sexualtherapeutischer Sicht lohnt es sich, die beiden Aspekte erst einmal getrennt voneinander anzusehen.

Unzufriedenheit mit dem Sex in der Ehe

Unzufriedenheit mit dem Sex in langjährigen Beziehungen und Ehen ist ein sehr häufiges Thema in der Sexualtherapie. Hier stehen Sie mit Ihrer eigenen Unzufriedenheit mit Ihrer Ehe sicher nicht alleine da.

In vielen Beziehungen kommt es nach einer Anfangsphase mit hoher sexueller Zufriedenheit, die auch mehrere Jahre anhalten kann, nach und nach zu einer Phase der sexuellen Routine. Dabei spielen sowohl äußere Faktoren eine Rolle (z.B. zu wenig Zeit oder ständige Ermüdung durch den Beruf), aber auch innere Faktoren (z.B. keine neuen Ideen beim Sex oder die Ansicht, mit dem Partner schon alles ausgereizt zu haben, was möglich ist).

Natürlich kann es sein, dass sich zwei Menschen nach langen Jahren in einer Partnerschaft tatsächlich nichts mehr zu sagen haben, sowohl im allgemeinen Lebenszusammenhang wie auch auf dem Gebiet des Sex. Aus der Erfahrung des Therapeuten ist dieser Fall allerdings eher selten.

Die eigentliche Ursache für die Unzufriedenheit in langjährigen Partnerschaften ist viel häufiger die Unfähigkeit, die aktuellen eigenen Bedürfnisse gegenüber dem Partner auszusprechen und zumindest teilweise auch durchzusetzen.

Wenn hier in der Kommunikation nichts mehr läuft, kann es für das Paar sinnvoll sein, sich für einige Stunden Unterstützung durch einen Therapeuten zu gönnen.

Viele Paare entdecken in einer solchen Therapie ganz neue Möglichkeiten, wieder näher zueinander zu kommen- und auch deutlich besseren Sex zu erleben.

Aus therapeutischer Sich rate ich Ihnen also auf jeden Fall dazu, erst einmal auszuloten, ob Sie und Ihr Mann das Problem Ihrer sexuellen Unzufriedenheit nicht durch gemeinsame Besuche beim Therapeuten lösen können. Das wäre aus meiner Sicht die naheliegendste und einfachste Lösung.

Wenn eine solche gemeinsame Lösung innerhalb der Beziehung nicht möglich ist, kann Ihnen beiden der Therapeut auch helfen, weitergehende Fragen miteinander zu besprechen: so zum Beispiel, ob Ihr Mann Ihren Wunsch nach anderen Sexualpartnern unter bestimmten Voraussetzungen sogar akzeptieren kann. Über solche Fragen im Vorhinein offen zu sprechen, ist sicherlich besser, als wenn Ihr Mann Sie aus heiterem Himmel bei einer Affäre erwischt.

Affäre- Risiken und Nebenwirkungen

Das größte Risiko bei einer Affäre ist, vom Partner dabei erwischt zu werden.

Sie selbst schreiben, dass Sie deshalb keinen neuen Partner suchen, weil Sie von Ihrem Mann wirtschaftlich abhängig sind. Es ist allerdings ziemlich unwahrscheinlich, dass Ihr Mann eine Affäre von Ihnen nicht früher oder später bemerkt- und sei es auch nur dadurch, dass Sie plötzlich zufriedener und ausgeglichener wirken (vgl. Artikel Anzeichen für Untreue).

Eine Affäre hat in der Regel die Folge, dass die Ehe zerbricht.

Sie stellen also mit einer Affäre Ihre Ehe und damit auch die durch Ihren Mann gegebene wirtschaftliche Absicherung aufs Spiel. Von dieser Logik aus wäre es sogar vernünftiger, Sie würden nicht nach einer Affäre suchen, sondern gleich nach einem neuen Partner suchen, der dann auch Ihre wirtschaftliche Absicherung übernimmt…

Ein weiteres Risiko der Affäre:
Auch wenn Sie selbst nur auf der Suche nach einem erotischen Abenteuer sind, können Sie sich nicht sicher sein, dass Ihr neuer bzw. Ihre neuen Sexualpartner das genauso sehen. Es kann also sein, dass Sie sich mit einer neuen Beziehung eine ganze Reihe neuer Probleme einhandeln: Eifersucht des neuen Partners auf den bisherigen Ehemann (und umgekehrt!), eigenes gefühksmäßiges Hin- und Hergerissensein, schlechtes Gewissen, Gefühl der doppelten Verantwortung für den Ehemann und für den neuen Partner etc.

Im Vergleich zu so einer Situation „zwischen allen Stühlen“ erscheint es aus sexualtherapeutischer Sicht deutlich leichter, wenn Sie sich zuerst, so Sie das tatsächlich wollen, von Ihrem bisherigen Partner trennen und dann erst die neue Beziehung aufbauen.

Fazit

Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass eine Affäre eine passende Lösung darstellt für sexuelle Unzufriedenheit in der Ehe. Viel wahrscheinlicher ist, dass durch eine Affäre zusätzlich neue Probleme hinzukommen.

Bevor Sie sich bei einer Partnerbörse registrieren, wäre es aus sexualtherapeutischer Sicht auf jedem Fall sinnvoll, erst einmal zu prüfen, ob therapeutischer Rat Ihnen nicht deutlich besser helfen kann.

Wenn Sie dazu Fragen haben, könen Sie sich gern nochmals an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Unbefriedigender Sex-
Fünf Ideen, die helfen können

Unbefriedigender Sex? Foto © Photographee.eu Fotolia.com

Unbefriedigender Sex-
bei ihr fehlt die Leidenschaft

Leider habe ich bei meiner Freundin oft das Gefühl, dass ihr der Sex mit mir nicht besonders gut gefällt.

Sie läßt den Sex mehr oder weniger passiv über sich ergehen, während ich selbst immer der aktive Teil bin: Immer geht von mir die Initiative aus. Ich bin es, der vorschlägt, wann und wo wir Sex haben. Sie macht dann immer mit, sagt auch, dass sie den Sex mit mir mag und alles ok ist. Das ist es dann aber auch.

Allerdings habe ich mir den Sex immer sehr viel leidenschaftlicher und aufregender vorgestellt. Vielleicht habe ich mir aber auch nur Illusionen gemacht, da ich noch nie eine andere Freundin hatte (und sie auch keinen anderen Freund). Vielleicht sind es also nur meine Träume, die mir sagen, dass noch eine ganz andere Art von Sex möglich sein müsste.

Sven R. (Name geändert)

Unbefriedigender Sex- Änderung möglich?

Hallo Sven,

Sie sind mit dem Sex mit Ihrer Freundin unzufrieden, weil Sie Ihre Freundin als zu passiv empfinden und sich wesentlich leidenschaftlicheren Sex wünschen. Sie fragen sich, ob befriedigenderer Sex überhaupt möglich ist.

Unbefriedigender Sex muss nicht sein

Die gute Nachricht:
Sex kann leidenschaftlich sein und höchst befriedigend.

Die Einschränkung:
Leidenschaftlicher Sex kommt nicht von selbst.

Unbefriedigender Sex-
eine Paartherapie könnte sich lohnen

Beim Sex gehören immer beide Seiten dazu.
Deshalb ist es schwierig, Ihnen hier Tipps zu geben, ohne dass ich weiß, wie es Ihrer Freundin eigentlich dabei geht.

Wenn Sie selbst keine rechte Vorstellung davon haben, wie es mit Ihnen beiden weitergehen soll, könnte es sich durchaus lohnen, wenn Sie sich gemeinsam ein paar Stunden Paartherapie gönnen.

Dabei könnte es ausführlich darum gehen, was Sie beide sich beim Sex eigentlich wünschen und wo Möglichkeiten bestehen, dass Sie und Ihre Freundin eine größere Zufriedenheit mit Ihrem gemeinsamen Sex finden.

Dabei könnten folgende Ideen eine Rolle spielen:

1. Idee:
Machen Sie sich frei von der Vorstellung des Normsex

Viele Menschen haben aufgrund ihrer Erziehung ein ziemlich festes Bild davon, wie der Sex in einer Beziehung auszusehen hat („Normsex“). Dieses Bild ist nicht unbedingt die Art von Sex, die auch tatsächlich am besten in die Beziehung paßt.

Im Rahmen einer Therapie lohnt es sich daher immer zu prüfen, inwieweit die Partner möglicherweise bewußt oder auch unbewusst bestimmten vorgegebenen Vorstellungen zu entsprechen suchen, mit denen sie sich unter Druck setzen und die eigentlich gar nicht die Art von Sex ausmachen, den sie sich wünschen.

Viele Frauen erleben zum Beispiel niemals beim Koitus einen Orgasmus: vgl. den Artikel Weiblicher Orgasmus- jede Frau ist anders. Falls das auch bei Ihrer Freundin der Fall ist, sollten Sie beide versuchen, auch für sie eine Möglichkeit zum Orgasmus in Ihr sexuelles Spiel zu integrieren.

2. Idee:
Leidenschaftlicher Sex ist mehr als ein geglückter Koitus

Viele Menschen beschränken in ihrer Vorstellung den Sex auf den Moment des Koitus. Leidenschaft in einer Beziehung muss nicht unbedingt einen sehr heftig ausgelebten Koitus bedeuten.

Zu einer leidenschaftlichen Beziehung können auch noch ganz andere Momente hinzukommen: die Begeisterung für gemeinsame Interessen, Freude am gemeinsamen Essen, am Aussuchen der Kleidung für sich selbst und den Partner, gemeinsames Reisen… Dazu dann noch die Gesamtinszenierung des Sex: z.B. im Anschluss an ein besonderes Essen oder an einem ungewöhnlichen Ort…

3. Idee:
Guter Sex braucht Planung

Spannender und aufregender Sex braucht ein Stück Planung.

So schön es ist, manchmal ganz spontanen Sex zu haben: im Regelfall klappt es noch besser mit etwas Planung. Ganz ähnlich, wie es zwar schön ist, zufällig seinen besten Freund zu treffen und dann spontan essen zu gehen- meist klappt es mit gemeinsamen Unternehmungen aber doch besser, wenn man sich vorher dazu verabredet.

Schaffen Sie sich also für den Sex einen Moment, in dem Sie beide nicht völlig übermüdet sind (etwa direkt nach dem Heimkommen aus der Ausbildung oder der Arbeit oder nur spätabends vorm Zubettgehen).

Planen Sie Zeit ein für romantische Stunden. Fangen Sie nicht sofort mit dem Koitus an, genießen Sie die Möglichkeiten des Vorspiels. Sorgen Sie für eine schöne Stimmung, z.B. für eine passende Musik oder für romantisches Kerzenlicht.

4. Idee:
Erzählen Sie sich Ihre Fantasien und Wünsche

Erzählen Sie sich von Ihren sexuellen Wünschen und Fantasien– vielleicht auf einem Spaziergang, wo Sie Zeit und Ruhe dazu haben. Es ist wichtig, die eigenen Wünsche zu kennen und die des Partners.

Das heißt nicht, dass alles und jedes sofort ausgelebt werden muss. Im gemeinsamen Sex kann immer nur verwirklicht werden, was beiden Partnern gefällt.

Aber es kann ja sein, dass Sie beide feststellen, doch noch mehr gemeinsame Wünsche zu haben, als Ihnen das im Augenblick klar ist.

5. Idee:
Zu einer guten Inszenierung gehören manchmal auch ein paar Requisiten

So wie es zwar möglich ist, eine sehr gute Inszenierung am Theater auch ohne alle Requisiten in Szene zu setzen, so gilt doch auch, dass das auf die Dauer wohl etwas zu puristisch wäre. Das gleiche gilt auch für den Sex.

Es kann durchaus interessant und spannend sein, hier etwas Abwechslung auszuleben, etwa durch stimulierende Kleidungsstücke (auch aus dem Fetisch-Bereich) oder durch Vibratoren, die den Orgasmus fördern können, oder auch mit Hilfe von Spielzeugen aus dem BDSM-Bereich wie z.B. Fesseln, Masken oder Peitschen.

Es kann durchaus viel Spass machen herauszufinden, was da zu einem am besten passt.

Weil Sex für die meisten Menschen sehr wichtig für die Lebensqualität ist und weil Sex ganz entscheidend zur Qualität einer Beziehung beiträgt, lohnt es sich, hier am Ball zu bleiben. Es wäre absolut schade, nichts zu tun und sich in einer Beziehung damit zu begnügen, dass unbefriedigender Sex schon alles ist…

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

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Zu hässlich für Sex?

Zu hässlich für Sex? Frauen bei Peter Paul Rubens.
Ankunft von Catarina de Medici in Marseilles (Detail). Louvre, Paris.

Zu hässlich für Sex:
Wie umgehe ich den Sex mit meinem neuen Freund?

zu hässlich
Ich, weiblich, 42 Jahre alt, ziemlich übergewichtig und seit fast 12 Jahren (wieder) Single, habe endlich einen Mann kennengelernt, mit dem ich mich seit ein paar Wochen regelmäßig in der Freizeit treffe (Essengehen, Kino, Spaziergänge).

Je mehr wir uns näher kommen, desto stärker werden die inneren Widerstände bei mir gegen diese Beziehung. Ich habe regelrecht Angst davor, dass er mir vorschlägt, bei ihm oder bei mir über Nacht zu bleiben. Ich fühle mich wegen meiner Körperfülle regelrecht häßlich und kann mir nicht vorstellen, dass ihn an mir körperlich irgendetwas reizen kann. Einmal habe ich ihn sogar schon abblitzen lassen, als er mir vorgeschlagen hat, gemeinsam über ein Wochenende wegzufahren. Allerdings habe ich ihm nicht offen gesagt, warum, sondern irgendwelche Termine vorgeschoben.

Er sagt zwar immer wieder, dass er mich auch körperlich attraktiv findet, und macht mir Komplimente, zum Beispiel, dass er meine Haare hübsch findet oder meinen neuen Pullover. Richtig glauben kann ich ihm das allerdings nicht. Aber hat mich ja auch noch nicht nackt gesehen… Ich bin da natürlich etwas traumatisiert; schließlich hat mein letzter Freund bei einem Streit zum Abschied gesagt, dass ich mich nicht zu wundern brauche, wenn ich mit meinem Aussehen niemals wieder einen Mann finde.

Andererseits kann es bei meinem neuen Verehrer ja so schlimm nicht sein, weil er keine Anstalten macht mich fallen zu lassen. Ich habe ihm sogar von der Äußerung meines Exfreunds erzählt- und er meint, dass ich diesen Schwachsinn doch möglichst bald vergessen soll.

Er selbst will offenbar, dass wir uns (auch körperlich) näher kommen. Wir verstehen uns wirklich sehr gut, und ich finde ihn auch total nett. Er ist selber sogar das, was man einen gutaussehenden Mann nennen könnte… Ich könnte also wegen seines Interesses an mir einfach nur geschmeichelt sein.

Zu hässlich für Sex:
Eine Beziehung auch ohne Sex?

Was ihm selber bereits aufgefallen ist, dass ich mich immer weniger attraktiv kleide, wenn wir uns treffen. Gerade zur Anfangszeit unseres Kennenlernens, als ich an Sex noch gar nicht gedacht habe, war ich da sogar mutiger gewesen als in den Jahren zuvor. Jetzt bin ich wieder in meinen „Graues-Mäuschen“-Stil zurückgekehrt. Ich könnte es einfach nicht ertragen, auffällig durch die Straßen zu laufen und dann die Blicke der Leute spüren zu müssen, die sich denken: Zu was hat sich denn die Dicke da herausgeputzt?

Wenn es trotzdem zu Sex kommen sollte, wird das für mich eine ziemliche Überwindung sein. Die ganze Zeit werde ich das Gefühl haben: Es wird das erste und letzte Mal sein! Jetzt hat er dich gesehen, und ab diesem Tag wird er überlegen, wie er es dir schonend beibringt, dass er dich wieder fallenlassen kann.

Ich denke schon darüber nach, ob ich ihm vorschlagen soll, dass wir eine Beziehung ohne Sex führen, und ich es ihm gestatte, sich hin und wieder anderswo sexuell zu befriedigen, vielleicht bei einer Prostituierten. Schließlich weiß auch ich, dass man(n) seinen Trieb nicht unendlich unterdrücken kann.

Es wäre toll, wenn unsere Beziehung irgendwie auch ohne Sex überleben könnte…

Melanie L. (Name geändert)

Zu hässlich für Sex-
das Ende der Beziehung?

Hallo Melanie,

Sie haben einen Mann kennengelernt, die Ihnen gefällt und der umgekehrt auch an Ihnen Interesse zeigt- aber seitdem das Thema Sex im Raum steht, haben Sie Angst, er könnte Sie wegen mangelnder Schönheit Ihres Körpers wieder fallenlassen, sobald er Sie nackt gesehen hat.

Das Problem findet in Ihrem Kopf statt

Das Problem, das Sie haben, findet zunächst ausschließlich in Ihrem Kopf statt. Sie sind es, die sich die Szene vorstellt, wie Sie sich ausziehen und wie Ihr neuer Freund Sie wegen Ihres Körpers ablehnt. Dabei könnte es auch genau anders ablaufen: Sie ziehen sich aus, und Ihr Freund ist von Ihnen sogar noch begeisterter als zuvor, da ihm „Rubens-Frauen“ besonders gut gefallen. Das ist nicht einmal ganz unwahrscheinlich. Denn auch wenn Sie sich bisher noch nicht nackt begegnet sind: Völlig verborgen dürften ihm Ihre Körperformen auch jetzt schon nicht geblieben sein.

Sollte er also Frauen mit etwas üppigeren Körperformen komplett ablehnen, würde er Ihnen sicherlich keine sexuellen Avancen machen! Sie können davon ausgehen, dass er tatsächlich meint, was er über die abfällige Bemerkung Ihres Exfreundes gesagt hat: Er findet es Schwachsinn, wenn man Sie für hässlich hält.

Damit sollte das Problem eigentlich vom Tisch sein.

Eine Beziehung ohne Sex?

Aber vielleicht gibt es ja noch eine zweite, etwas verstecktere Ebene? Denn all das, was ich bisher geschrieben habe, ist Ihnen an und für sich sowieso klar.

Seien Sie mir also nicht böse, wenn ich aus psychotherapeutischer Sicht noch einmal weiter nachfrage: Könnte es sein, dass Sie das Problem, Sie seien zu hässlich für Sex, möglicherweise nur vorschieben? Dass Sie sich vielleicht sogar genau das wünschen, was Sie mir (und auch ihm) als Notlösung präsentieren wollen: nämlich mit ihm eine Beziehung ohne Sex einzugehen?

Auch wenn Sie möglicherweise überrascht sind von dieser Deutung, könnte es sich doch lohnen zu prüfen, ob da nicht doch etwas dran ist- vielleicht auch gemeinsam mit einem Therapeuten.

Immerhin sprechen gleich drei Punkte in Ihrer Schilderung dafür, dass Sie sich die Beziehung wünschen, aber keinen Sex:

  • Sie kleideten sich zu Anfang attraktiver als sonst, um ihn anzuziehen und seine Freundschaft zu gewinnen. Sobald aber die Gefahr körperlicher Initimität drohte, sind Sie zum „Graues-Mäuschen-Stil“ zurückgekehrt.
  • Sie malen sich eine (in der Realität sehr unwahrscheinliche) Szene aus, in der Ihr Freund, nachdem er Sie nackt gesehen hat, von sich aus auf den Sex verzichtet. In dieser Fantasie müssen Sie selbst nicht aktiv sagen, dass Sie es sind, die keinen Sex haben will.
  • Sie stellen sich vor, ihm für sein Sexbedürfnis eine Prostituierte zu gönnen, und schreiben: Es wäre toll, wenn unsere Beziehung irgendwie auch ohne Sex überleben könnte...

Warum kein Sex?

Wenn da irgendetwas dran sein könnte, hieße die nächste Frage:
Und warum wünschen Sie sich diese Beziehung und gleichzeitig, dass in dieser Beziehung kein Sex stattfindet?

Um die Gründe herauszufinden, warum das so sein könnte, wäre es nötig, Ihrer Geschichte noch etwas ausführlicher nachzugehen. Mögliche Nachfragen wären:

  • Welche Erfahrungen haben Sie bisher in Ihrem Leben mit Sex gehabt?
  • Heben Sie eigene sexuelle Wünsche? Wenn ja, welche?
  • Welche Wünsche haben Sie in Bezug auf Ihre neue Partnerschaft?
  • Welches Mass an Nähe und Intinimtät wäre für Sie OK?
  • Welche (sexuellen) Wünsche Ihres neuen Freundes können Sie erfüllen, welche nicht?

Sinnvoll und wichtig wäre es, wenn Sie über diese Punkte auch direkt mit Ihrem Freund reden- sonst wird er kaum verstehen, was bei Ihnen im Kopf gerade so vorgeht. Es besteht die Gefahr unötiger Missverständnisse, die zur Gefahr für Ihre Partnerschaft werden können: so zum Beispiel, dass er die Ablehnung gemeinsamer Wochenenden als Desinteresse an seiner Person interpretiert.

Sollte es Ihnen schwerfallen, über solche Themen mit Ihrem Freund zu sprechen, könnte es sinnvoll sein, wenn Sie sich gemeinsam ein paar Sitzungen bei einem Therapeuten gönnen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern nochmals an mich wenden.
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Ps: Vgl. auch das Interview Nacktheit und Körperideal.

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Frühere Beziehung
als Belastung

Frühere Beziehung
Frühere Beziehung

Frühere Beziehung
hat meine Freundin sexunfähig gemacht

Ich bin jetzt schon fast ein Jahr mit meiner Freundin zusammen, aber der Gedanke an sie und ihren vorherigen Exfreund läßt mich einfach nicht los.

Vor mir war sie drei Jahre lang mit diesem Freund zusammen, das war ihre erste große Liebe gewesen. Er war drei Jahre älter als sie und hat sie offenbar ziemlich ausgenutzt: mehrmals hatte er andere Sexkontakte neben ihr, zum Schluss sogar eine zweite Freundin, die er ihr verheimlicht hat. Offenbar auf Drängen dieser neuen Freundin hat er dann mit ihr Schluß gemacht.

Leider färbt diese Vergangenheit jetzt auch auf unsere Beziehung ab. Sie ist sehr misstrauisch, hat laufend Angst, dass ich fremdgehe. Wir haben auch nur sehr wenig Sex, nur etwa alle 4 Wochen.

Es macht mich auch etwas wütend, dass sie mit ihrem Exfreund offenbar so ziemlich das gesamte Spektrum sexueller Praktiken durchgespielt hat, inkl. Anal- und Oralsex, bei mir aber eigentlich nur mehr oder weniger bewegungslos im Bett liegt und mich einfach machen läßt.

Da muss ich mir einfach vorstellen, wie das bei ihr und dem Exfreund anders war, dass es zumindest am Anfang ihrer Beziehung eine sehr verliebte Phase gegeben haben muss, wo sie ihm so ziemlich alles gegeben hat und auch geben wollte, was einem Mann Freude macht. Ich stelle mir dann die beiden im Bett vor und bin wahnsinnig eifersüchtig. Ich bin auch wütend, dass ich sie jetzt so passiv hinnehmen muss, weil dieser Typ sie irgendwie sexunfähig gemacht hat.

Frühere Beziehung
Hass auf den Exfreund

Ich bin voll von Hass auf diesen Ex- ich bin auch schon mal im Internet auf seine Facebook-Seite gegangen und frage mich, was sie wohl an diesem Mann gemocht hat.

Ich frage sie relativ häufig nach Details aus Ihrer ersten Beziehung, und sie erzählt mir auch sehr offen und ausführlich. Wobei es mich gleichzeitig total quält, immer wieder neue Details über ihre Vergangenheit zu erfahren. Besonders, wenn Sie von Erfahrungen erzählt (Ausflüge, Unternehmungen, Urlaube), die sie in positiver Erinnerung hat.

Mein Ziel wäre es, dass wir beide endlich mit dieser Vergangenheit abschließen, denn ich liebe sie und will nichts anderes, als mit ihr zusammen glücklich zu sein. Was kann ich da machen?

Philipp R. (Name geändert)

Frühere Beziehung-
Wie kann man die Vergangenheit abschließen?

Hallo Philipp,

In der Beziehung mit Ihrer Freundin empfinden Sie die frühere Beziehung Ihrer Freundin als ständige Belastung: Sie werfen dem Exfreund vor, Ihre Freundin „irgendwie sexunfähig“ gemacht zu haben.

Außerdem leiden unter der Vorstellung, dass Ihre Freundin auch glückliche Momente in dieser Beziehung hatte. Deshalb möchten Sie jetzt „endlich mit dieser Vergangenheit abschließen“, wissen aber nicht, wie das gehen soll.

Unterschiedliche Probleme-
und doch Gemeinsamkeit?

So wie Sie es beschreiben, leiden Sie beide an Problemen mit Bezug auf die frühere Beziehung Ihrer Freundin:

  • Ihre Freundin hat unter ihrem Exfreund gelitten: Sie ist von ihm ausgenutzt worden, wurde wahrscheinlich zu Formen des Sex gedrängt, die sie eigentlich gar nicht wollte bzw. nur ihm zu Gefallen akzeptierte. Außerdem wurde sie von ihm mit einer zweiten Frau hintergangen und erhielt schließlich von ihm den Laufpaß. Jetzt ist Sie auch Ihnen gegenüber misstrauisch und hat Angst, dass auch Sie sie betrügen. Außerdem hat sie nur einmal im Monat mit Ihnen Sex und das offenbar nicht mit großer eigener Beteiligung.
  • Sie selbst leiden darunter, dass Ihre Beziehung Sie sexuell nicht befriedigt. Gleichzeitig denken Sie mit Eifersucht daran, dass der Exfreund sehr viel mehr an Sexpraktiken mit Ihrer Freundin ausleben konnte.Ebenso eifersüchtig sind Sie auf alle Details in den Erzählungen Ihrer Freundin, in denen sie die frühere Beziehung in positiver Erinnerung hat.

Die Gemeinsamkeit bei Ihnen beiden liegt darin, dass Ihr aktueller Sex offenbar für Sie beide unbefriedigend ist. Das könnte ein Ansatzpunkt sein, an dem Sie beide vorankommen können, so Sie das beide wollen.

Der Besuch bei einem Therapeuten könnte sich lohnen in diesem Gewirr von Problemen, die teils aus der Vergangenheit rühren, dann aber auch sehr gegenwärtig sind.

Mögliche therapeutische Ansätze

Ohne mit Ihnen beiden in aller Ruhe zu sprechen, kann ich Ihnen hier nur ein paar Fragen vorstellen, die ich Ihnen gern zu Beginn eines ausführlicheren Gesprächs stellen würde. Im weiteren Verlauf wir kämen wir dann vielleicht auch noch auf ganz neue und andere Aspekte, die hier noch keine Berücksichtigung finden.

Fragen an Ihre Freundin
  • Was wünschen Sie sich von Ihrem jetzigen Freund? Welche Wünsche haben Sie in Bezug auf Nähe, Intimität und Sex?
  • Auf welche Wünsche Ihres jetzigen Freundes können Sie eingehen, auf welche nicht?
  • Falls Sie Angst davor haben, Ihr jetziger Freund könnte sie betrügen: Was kann er dafür tun, dass Sie diese Angst nicht haben müssen?
  • Wie möchten Sie mit der Erinnerung an Ihre frühere Beziehung in der jetzigen Partnerschaft umgehen?
  • Erklären Sie Ihrem Freund, warum er auf Ihre frühere Beziehung nicht eifersüchtig zu sein braucht.
Fragen an Sie selbst
  • Was wünschen Sie sich von Ihrer jetzigen Freundin? Welche Wünsche haben Sie in Bezug auf Nähe, Intimität und Sex?
  • Auf welche Wünsche Ihrer jetzigen Freundin können Sie eingehen, auf welche nicht?
  • Wie sehen eigentlich Ihre eigenen Vorerfahrungen mit früheren Freundinnen aus?
  • Wie möchten Sie, dass Ihre Freundin mit der Erinnerung an Ihre frühere Beziehung in der jetzigen Partnerschaft umgeht?
  • Wenn Sie das Gefühl haben, dass die frühere Beziehung Ihrer Freundin Ihnen Anlass zur Eifersucht gibt, dann erklären Sie ihr das.
  • Erklären Sie Ihrer Freundin, warum sie nicht fürchten muss, dass Sie fremdgehen.

Sollte sich herausstellen, dass Sie beide mit der von Ihnen praktizierten Form des Sex gleichermaßen unglücklich sind, könnte es sich lohnen, zwischen den Therapiestunden mit sexualtherapeutischen Übungen zu beginnen und auf diese Weise Ihren Sex nochmals ganz behutsam neu „aufzusetzen“,

Auf diese Weise haben Sie die Möglichkeit, sich wechselseitig ganz konkret im hier und Jetzt der Gegenwart neu kennenzulernen. Die Vergangenheit aus früheren Beziehungen wird eine desto geringere Rolle spielen, je mehr Sie Ihre Gegenwart aktiv und gemeinsam gestalten.

Auf diesem Weg wünsche ich Ihnen beiden alles Gute!
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Ständig Sex –
Er will häufiger als ich…

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ständig Sex

Er will ständig Sex
und ich selber komme zu kurz

Seit 10 Jahren bin ich mit meinem Mann verheiratet und wir haben zwei Kinder. Am Anfang unserer Beziehung hatten wir sehr viel Sex, manchmal sogar mehrmals am Tag. Das ist dann im Laufe der Jahre weniger geworden. Allerdings geht spontaner Sex ja auch nicht mehr so einfach, wenn es Kinder gibt und die Fahrerei zur Schule, zum Schwimmkurs, zum Ballett usw. Außerdem arbeite ich auch noch halbtags in einem Laden.

Vielleicht ist es da auch ganz normal, wenn ich mich abends hin und wieder einfach nur auf die Couch legen will…

Wir haben zwar immer noch alle 2-3 Tage Sex, aber eher, weil ich das Gefühl habe, dann wieder „dran“ zu sein. Tatsächlich macht mein Mann mir schon Vorwürfe, wenn es mal vier Tage dauert. Er fragt dann gleich, ob ich wohl einen anderen hätte und deswegen keine Lust. Ganz sein Ernst kann das aber kaum sein, schließlich hätte ich beim besten Willen neben Arbeit, Haushalt und Kindern keine Zeit dazu!

Richtig schmerzen tut mich, dass er mich nach drei Tagen ohne Sex nicht mehr in den Arm nimmt und sich auch im Bett nicht mehr an mich kuschelt, als Strafe sozusagen.
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Ich frage mich allmählich, ob er mich eigentlich nur dann lieben kann, wenn ich mit ihm schlafe. Und in meiner Unsicherheit sage ich dann jedes Mal schneller Ja zum Sex, als ich das selber eigentlich haben will.

Inzwischen habe ich herausgefunden, dass er in den Tagen dazwischen Pornos auf dem Computer anschaut. Ich hab ihm dann vorgeschlagen, dass wir uns ruhig am Abend mal gemeinsam einen Porno anschauen können. Aber er war dann nur ärgerlich und meinte, dass er weder allein noch mit mir Pornos guckt.

Ich weiß echt keine Lösung mehr. Ich liebe meinen Mann über alles, und eigentlich macht mir unser Sex sogar richtig viel Spaß. Aber nicht dann, wenn er ständig Sex will und ich selber total müde und erschöpft. Was soll ich bloß machen?

Jenny L. (Name geändert)

Ständig Sex –
Mein Mann bedrängt mich mit seinen Wünschen

Hallo Jenny,

Sie haben einen Mann, den Sie lieben. Prinzipiell haben Sie Freude am Sex. Allerdings will ihr Mann häufiger Sex als Sie- insbesondere dann, wenn Sie schlicht und ergreifend nur zu müde sind. Er bedrängt sie dann, macht Ihnen Vorwürfe und straft Sie mit Liebesentzug.

Ständig Sex –
Kontraproduktive Manipulationstechniken

Die Manipulationstechniken Ihres Mannes, die Sie zu mehr Sex bewegen sollen, sind kontraproduktiv:

  • Selbst wenn er es schafft, Sie, nur weil Sie wieder „dran“ sind, zum Sex zu überreden, hat er nicht viel davon. Diesen Sex nach Dienstplan werden Sie als anstrengend und unbefriedigend empfinden (und Ihr Mann möglicherweise auch), und Sie werden bei seiner nächsten Anfrage noch weniger Lust dazu haben, darauf einzugehen.
  • Und die Technik des Liebesentzugs wird Ihre Lust auf Sex mit Sicherheit nicht erhöhen.
  • Erst recht gilt das für die Unterstellung, Sie hätten Sex mit anderen Männern: Dadurch kann er Sie höchstens wütend machen oder ärgerlich.

Um diese Manipulationsversuche zu stoppen, ist es am wirkungsvollsten, wenn Ihr Mann selber begreift, dass er so nur sich selber schadet und langfristig sogar noch weniger Sex bekommt.

Allerdings ist es fraglich, ob er diese Botschaft von Ihnen selbst annehmen kann. Möglicherweise würde er, wenn Sie ihm selbst das so erklären, darin nur wiederum für ihn unverständliche Ausflüchte Ihrerseits heraushören- und dann so weitermachen wie bisher.

Hilfe
durch gemeinsamen Besuch beim Therapeuten

Es kann sein, dass es in dieser Situation lohnt, gemeinsam einen Therapeuten aufzusuchen. Um ihn für eine solche Therapie zu gewinnen, ist es sicherlich sinnvoll, die Sache mit den Manipulationsmethoden erst einmal draußen zu lassen.

Leichter werden Sie ihn dafür gewinnen, wenn Sie sagen, dass Sie gern Ihre gemeinsamen Probleme beim Sex gemeinsam lösen wollen.
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Ständig Sex- Lösungswege aus der Krise

Hier nun ein paar Überlegungen, worum es in Ihrer Therapie gehen könnte:

  • Sie beide lernen die Bedürfnisse des jeweils anderen besser kennen.
  • Sie beide überlegen gemeinsam, was dazu beitragen kann, dass die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse des Partners befriedigt werden.
  • Dabei stellt sich gleichzeitig heraus, was dazu nicht beiträgt (u.a. Manipulationsversuche, aber auch allgemeine Faktoren wie Übermüdung, zu viel Arbeit, schlechtes Timing…).
  • Umgangsstrategien mit dem unterschiedlich häufigen Sexbedürfnis

Der unterschiedliche Sex-Rhythmus

Der unterschiedlich häufige Wunsch nach Sex ist ein Problem, das in vielen Partnerschaften unterschwellig vorhanden ist und mit dem beide Partner oft nicht recht umzugehen wissen.

Es ist es vollkommen normal, dass zwei Menschen nicht ständig genau zu den selben Zeiten und im selben Rhythmus Lust auf Sex haben. Das wäre ja genauso, als wenn beide davon überzeugt wären, immer nur zur gleichen Zeit das gleiche Essen in der gleichen Menge zu sich nehmen zu können. Auch da wären die Probleme vorprogrammiert!

Wenn in einer Partnerschaft Kinder und Arbeit hinzukommen, wird es noch schwieriger, passende Zeitpunkte für den gemeinsamen Sex zu finden. Es ist also ein Stück Planung erforderlich.

Onanie als Möglichkeit
für die sexuelle Grundversorgung

Von daher halte ich es für unbedingt sinnvoll, wenn jeder Partner sich und seinen Körper soweit kennt, dass er sich auch selbst befriedigen kann. Auch da die Analogie: So schön das gemeinsame Essen ist- Wenn ich hungrig bin, sollte ich prinzipiell in der Lage sein, auch ohne Anwesenheit des Partners etwas zu essen.

In Ihrer Beziehung scheint Ihr Mann Schwierigkeiten mit seiner Onanie zu haben, wenn er den eigenen Pornokonsum vor Ihnen abstreiten muss. Die Therapie könnte ihm helfen, hier besser mit seinen eigenen Bedürfnissen umzugehen, ohne dass ihm die eigene Scham dabei im Wege steht.

Schöner gemeinsamer Sex ist kein Zufall!

Aus dem offenen Zulassen der Onanie in der Partnerschaft ergibt sich als Konsequenz: Mein Partner sollte es vorher wissen, wenn ich mit ihm gern Sex haben will, damit er sich nicht schon vorher selbst befriedigt hat. Die Einladung zum gemeinsamen Essen spreche ich ja auch so rechtzeitig aus, dass mein Partner nicht unmittelbar vorher zum Schnellimbiss geht…

Es ist also etwas Planung nötig. Gibt es einen Abend, an dem Sie beide etwas früher aus der Arbeit kommen und die Kinder beim Babysitter oder bei den Großeltern in guten Händen sind?

Guter Sex passiert nicht aus Zufall: Ein gemeinsames Essen oder ein gemeinsames Bad können einen schönen Rahmen geben. Vielleicht auch das Ansehen eines erotisch anregenden Films, der Ihnen beiden gefällt. Da sollten Sie ruhig etwas herumexperimentieren.

Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit, alle paar Wochen einen Kurztrip mit Hotelübernachtung ohne die Kinder zu machen. Dann könnten Sie zu zweit in ein Kino, zu einem Konzert oder in die Sauna gehen und am nächsten Morgen ausschlafen… Und Gelegenheit zum ungestörten Sex hätten sie auch…

Ich wünsche Ihnen beiden viel Erfolg auf einer solchen Entdeckungsreise Ihrer wechselseitigen Bedürfnisse!

Herzliche Grüße
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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trotz Partnerschaft
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Ständig Sex
Er will häufiger als ich
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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Alkohol und Gewalt
in der Partnerschaft

Alkohol und Gewalt in der Partnerschaft
violence concept

Alkohol und Gewalt:
Vor den Augen des Kindes verdroschen

Alkohol und Gewalt- das ist das Thema, mit dem ich mich herumschlagen muss.

Vor etwa einem Jahr bin ich zusammen mit meiner kleinen Tochter, die ich mit einem anderen Mann bekommen habe, zu meinem neuen Freund gezogen. Er ist eigentlich ein sehr schüchterner Typ und sehr ruhig. Wir passen auch prima zusammen, haben die gleichen Interessen, mögen Sport- und er hat mich zu Anfang echt rundum verwöhnt.

Leider neigt er aber auch zu ziemlichen Wutausbrüchen, meist aus total nebensächlichen Gründen. Er hat schon mal eine Flasche neben mir auf dem Tisch zerschlagen und mit einem Stuhl nach mir geworfen. Da hatte er vorher wohl etwas zu viel getrunken. Beim Autofahren macht er absolut halsbrecherische Fahrmanöver, wenn er sich über irgendetwas aufregt, das ich gesagt habe.

Ein paar Mal wollte er mich und mein Kind auch schon mitten in der Nacht aus der Wohnung rausschmeißen, wenn ich nach solch einem Streit nicht zu ihm ins Bett wollte, sondern lieber im Wohnzimmer schlafen. Das hat dann auch meine Tochter übel mitbekommen. Letztlich hab ich mich dann jedes Mal durchgesetzt und mich im Wohnzimmer mit meiner Tochter eingeschlossen.

Ich war auch schon drauf und dran, wieder auszuziehen. Einmal hatte ich sogar schon die Koffer gepackt. Da kam er dann mit roten Rosen an, hat sich riesig entschuldigt und mich angefleht, dass ich ihn nicht verlassen soll.
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Vor 14 Tagen gab es nun die bisher größte Krise. Ich hatte ihn am Abend wieder einmal ein paar klare Worte gesagt, dass er so gar nicht im Haushalt mithilft und immer das Geschirr stehen läßt usw. Ich bin dann mit meiner Tochter schlafen gegangen in unser großes Ehebett. Als wir gerade eingeschlafen waren, kam er dann rein, drängte sich an mich, versuchte bei mir einzudringen. Ich bat ihn, mich in Ruhe zu lassen, und sagte, dass es echt nicht in Ordnung wäre, dass er mich ständig alles im Haushalt alleine machen läßt. Dann bat ich ihn, mich jetzt endlich weiterschlafen zu lassen.

Darauf ist er dann aus dem Bett gesprungen, hat wie wild rumgebrüllt und hat mir einen kräftigen Stoß in den Magen verpasst und mir dem linken Arm verdreht, so dass ich vor Schmerz nur so geheult habe- all das vor den Augen meiner Tochter, die ebenfalls wie am Spies geschrien hat. Die Nacht ist er dann zu irgendwelchen Kumpeln abgehauen.

Am nächsten Tag bin ich dann tatsächlich ausgezogen- ins Gästezimmer zu meinen Eltern. Da hat das dann schon gleich wieder mit Anrufen auf dem Handy begonnen- die erste Woche habe ich das immer gleich weggeklickt, auch wenn er gefühlt alle 2 Stunden eine neue SMS mit „Entschuldigung!“ geschickt hat. Jetzt haben wir dann doch telefoniert. Eine ganz echte Entschuldigung kam dann aber doch nicht, nur so was wie: „Da haben wir wohl beide etwas zuviel getrunken an dem Abend… Soll echt nicht mehr vorkommen.“ Dabei bin ich mir komplett sicher, dass ich selber total nüchtern war an dem Abend.

Jetzt ist er sogar so weit, dass er bereit ist, eine Therapie zu machen. Aber nur dann, wenn ich zu ihm zurückziehe.

Ich selber weiß nicht, ob das eine gute Idee ist.

Emily H. (Name geändert)

Alkohol und Gewalt:
Zuerst ist das Alkoholproblem zu lösen

Hallo Emily,

Alkohol und Gewalt in der Partnerschaft ist eine sehr ungute Erfahrung: ausgerechnet dort, wo Sie Liebe, Zuneigung, Geborgenheit gesucht haben, erfahren Sie bei den Wutausbrüchen des Freundes genau das Gegenteil. Außerdem fügt Ihr Freund Ihnen körperliche Schmerzen zu und gefährdet durch sein Autofahren auch Ihr Leben und, wenn Ihre Tochter dabei ist, auch noch das Leben Ihres Kindes. Das kann ganz bestimmt so nicht weitergehen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist eine Alkoholkrankheit Ihres Freundes für solche Gewaltausbrüche verantwortlich- was Sie ja selbst auch schon vermutet haben. Auch Ihr Freund scheint ja darauf anzuspielen, wenn er sagt:„Da haben wir wohl beide etwas zuviel getrunken an dem Abend..“

Natürlich kann es für solches gewaltsames Verhalten auch noch andere psychische Gründe geben, die entweder noch zum Alkoholproblem hinzukommen oder sogar die eigentliche Ursache sind. Wenn Ihr Freund jetzt eine Therapie macht, werden die behandelnden Ärzte und Psychologen das sicher noch genauer abklären können.

Auf jeden Fall sieht es so aus, dass Ihr Freund zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in der Lage ist, die Beziehungsprobleme mit Ihnen zu bearbeiten. Solange durch den Therapieerfolg nicht sichergestellt ist, dass er nicht wieder in solche Zustände der Enthemmung und der Gewaltanwendung kommt, bedeutet eine Entschuldigung von ihm letztlich keine Verbesserung der Lage, selbst wenn er sie im Augenblick noch so ernst meint und mit roten Rosen ankommt.

Gewalttätigkeit und Enthemmung infolge von Alkoholmissbrauch sind letztlich körperliche Krankheitssymptome, die nur körperlich, d.h. durch ärztlich begleitete Allkoholentwöhnung, geheilt werden können. Ein psychologisches Anti-Agressionstraining kann dann später möglicherweise zusätzlich helfen- aber zuerst muss die körperliche Krankheitsursache beendet werden.

Alkohol und Gewalt- eine kritische Selbstanfrage

Auch wenn Sie schreiben, dass Sie selbst am Abend Ihrer Trennung vollkommen nüchtern waren, müsste ich Sie in meiner Praxis trotzdem fragen, ob auch in Ihrem Leben Alkohol eine Rolle spielt.

Falls Sie (mit oder ohne Ihrem Freund) als Frau täglich mehr als 0,1 Liter Wein oder Sekt, mehr als 0,25 Liter Bier oder 4 Zentiliter Schnaps pro Tag trinken (vgl. Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), befinden Sie sich bereits in einem gesundheitlichen Risikobereich- auch ohne dass Sie jemals betrunken gewesen sein müssen.

In diesem Fall könnte es sich auch für Sie lohnen, den Arzt aufzusuchen und nachzuprüfen, ob nicht auch Sie wegen des Alkohols zu Überreaktionen neigen, die Ihnen selbst gar nicht bewusst sind. Dann könnte es sein, dass Sie sich beide manchmal nicht richtig im Griff haben und dann durch unüberlegte Äußerungen hochschaukeln.

Das soll selbstverständlich nicht die Gewalt Ihres Freundes in irgendeiner Weise entschuldigen: Gewalt ist niemals akzeptabel. Aber eine solche Untersuchung könnte Ihr Beitrag dazu sein, die Situation in Zukunft runterzufahren und, falls Sie wieder zusammenziehen, Ihnen beiden helfen, Ihr neues Leben ohne den Alkohol und seine Nebenwirkungen zu führen.

Außerdem: Wenn Sie sich auf eine mögliche Alkoholkrankheit untersuchen lassen und, falls nötig, auch selbst eine Therapie anfangen, wird es auch Ihrem Freund leichter fallen, mit seiner eigenen Therapie durchzuhalten.

Und wenn Ihr Freund durch die Therapie erfolgreich vom Alkohol weggekommen ist, ist es wichtig, dass Sie selbst in seiner Gegenwart nie wieder Alkohol trinken.

Alkohol und Gewalt-
Ihre Partnerschaft braucht einen Neuanfang

Wenn es also mit Ihrer Partnerschaft weiter gehen soll, ist ein kompletter Neuanfang nötig. Und die Bedingung dafür ist, dass Sie beide zu einem Leben finden, in dem Alkohol, Drogen und Medikamente keine Rolle spielen. Das ist außerdem auch die Voraussetzung dafür, dass Ihre Tochter keine psychischen Schäden abbekommt.

Sollte Ihr Freund nicht die Kraft und das Durchhaltevermögen besitzen, von seiner Alkoholkrankheit geheilt zu werden, müssen Sie damit rechnen, dass sich die Ihnen bekannten Gewaltausbrüche auch weiterhin wiederholen.

Wenn Sie also zu ihm ziehen, bevor er seine Therapie erfolgreich beendet hat, werden Sie genau das Leben mit den Gewaltausbrüchen weiterführen wie bisher. Wenn Sie also den echten Neuanfang durchsetzen wollen, können Sie erst dann zu Ihrem Freund zurückkehren, wenn er seine Therapie erfolgreich abgeschlossen hat.

Mit allen gute Wünschen für Sie und Ihren Freund
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Warum will meine
Freundin keinen Sex?

keinen Sex
Warum will meine Freundin keinen Sex?

Sie will keinen Sex-
und das, obwohl wir uns lieben

Seit drei Monaten habe ich eine neue Freundin. Alles läuft ganz prima mit uns, wir verstehen uns sehr gut.Nur mit dem Sex klappt es nicht richtig.

Wir genießen es sehr, uns zu küssen und zu streicheln und beieinander zu liegen. Seit einem Monat übernachtet sie sogar bei mir zuhause im Bett- aber nackt sind wir nur bis auf die Unterhose.

Gestern habe ich mich getraut, sie zu fragen, ob wir nicht doch noch mehr miteinander ausprobieren könnten. Sie meinte nur, dass sie mit mir noch keinen Sex haben will. Auf meine Frage nach dem Warum entgegnete sie, dass sie vor dem Sex Angst habe und auf jeden Fall noch Zeit brauche.

Ich meinte dann, das wäre für mich OK, sie dürfte sich soviel Zeit nehmen, wie sie wolle. Worauf sie dann meinte, ob für mich auch ein bis zwei Jahre in Ordnung wären.

Darauf habe ich nicht mehr groß geantwortet, sondern einfach einen Kuss gegeben. Wir waren dann wieder sehr zärtlich miteinander, aber hatten natürlich keinen Sex.

Etwas verzweifelt bin ich allmählich schon. Es ist nicht ganz leicht, jeden Abend eine höchst attraktive Frau im Bett zu haben, die ich liebe und die sich mit ihrem ganzen Körper an mich schmiegt, und gleichzeitig gesagt zu bekommen, dass es erst nach Jahren oder vielleicht nie gemeinsamen Sex geben wird.

Was soll ich nur machen?

Johannes G. (Name geändert)

Miteinander im Bett- und trotzdem kein Sex

Hallo Johannes,
Sie haben eine neue Freundin, und sie beide verstehen sich prima. Nach zwei Monaten übernachtet Ihre Freundin bereits regelmäßig bei Ihnen, ohne dass es zu „richtigem“ Sex kommt.

Ganz offensichtlich hat Ihre Freundin sehr viel Vertrauen in Sie: denn auch wenn sie sagt, vor dem ersten „richtigen“ Sex Angst zu haben, so hat sie gleichzeitig überhaupt keine Angst vor Ihnen als Mann. Also haben Sie bis jetzt alles richtig gemacht!

Fragt sich nur: Woher kommt ihre Angst vor dem Sex? Und da sind verschiedene Möglichkeiten denkbar.

Gründe für die Angst vorm Sex

Anscheinend haben Sie Ihre Freundin noch gar nicht nach ihren Vorerfahrungen gefragt:

  • Vielleicht, weil Sie die neue Beziehung nicht mit ausführlichen Gesprächen über bisherige Sexerfahrungen beginnen wollten?
  • Vielleicht, weil Sie fürchten, ihr eine Beichte über Ihre bisherigen Beziehungen ablegen zu müssen und sie dadurch zu verprellen?
  • Oder aus Rücksicht auf Ihre Freundin, um sie nicht mit Fragen zu bedrängen, die ihr möglicherweise unangenehm sind?

Wie dem auch sei: Es fehlen Ihnen die entscheidenden Informationen, um abzuschätzen, warum Ihre Freundin keinen Sex mit Ihnen will.

Prinzipiell gibt es zwei mögliche Hauptgründe:

Möglichkeit 1 (am wahrscheinlichsten!):
Ihre Freundin hatte bis jetzt noch keinen „richtigen“ Sex.
Dass eine Frau vor dem „ersten“ Mal Angst hat, ist völlig normal. Schließlich ist der Verlust der Jungfräulichkeit ein Eingriff in ihren Körper, der zunächst einmal mit Schmerzen und nicht mit Lust verbunden ist. Wenn das der Grund ist, dann traut sich Ihre Freundin möglicherweise nicht, mit Ihnen darüber zu sprechen, weil es ihr peinlich ist, beim „richtigen“ Sex noch gar keine Erfahrung zu haben und von Ihnen als zu unerfahren abgelehnt zu werden.

Möglichkeit 2 (nicht so wahrscheinlich, aber mitzubedenken):
Ihre Freundin hat schlechte Vorerfahrungen mit „richtigem“ Sex
Das wäre der dramatischere Fall. Weil Ihre Freundin sie liebt, hat sie Angst, der „richtige“ Sex könnte Erfahrungen und Erinnerungen wiederaufleben lassen, die ihr sehr unangenehm sind. Möglicherweise fühlt sie sich sexuell beschmutzt und möchte, gerade weil sie Sie liebt, Ihnen ihren Körper nicht überlassen.

Was tun?

In beiden Fällen wird es jetzt Zeit, dass Sie beide mehr übereinander erfahren. Allerdings sollten Sie ihr die Möglichkeit geben, auch hier in ihrem eigenen Tempo voranzukommen.

Es wäre sicherlich grundfalsch, hier mit der Tür ins Haus zu fallen: „Bist du eigentlich noch Jungfrau, dass du solche Angst hast?“ oder „Hattest du schon mal richtig schlechte Erfahrungen beim Sex, dass du dich jetzt so zuerst?“

Besser ist es, Sie lassen sich von ihr nach und nach ihr gesamtes Leben erzählen und fragen dann bei einzelnen Punkten weiter nach. So werden Sie sicherlich relativ bald herausfinden, wo das Problem bei Ihrer Freundin liegt:

  • Wenn Ihre Freundin bis jetzt noch gar keine Erfahrung mit „richtigem“ Sex gemacht hat, ist es am besten, Sie machen weiter wie bisher: Seien Sie zärtlich zueinander, bedrängen Sie sie nicht. Und es wird sicherlich nicht unendlich lange dauern, bis auch sie den Wunsch hat, mit Ihnen das erste Mal zu erleben.
  • Wenn Sie dagegen Grund zur Annahme haben, dass Ihre Freundin an früheren negativen sexuellen Erfahrungen leidet (Missbrauchserfahrung in der Kindheit, Vergewaltigung oder ähnliches), dann sollten Sie sie fragen, ob sie nicht mit Ihnen gemeinsam den Mut hat, einen Therapeuten aufzusuchen und aktiv an der Lösung des Problems zu arbeiten.

Die Tatsache, dass Sie beide sich so gut verstehen und dass Ihre Freundin Ihnen so sehr vertraut, dass Sie bei Ihnen übernachtet, auch wenn es „noch keinen Sex“ gegeben hat, ist ein gutes Zeichen dafür, dass sie sich bei Ihnen wohlfühlt und dass sie beide für das „Sexproblem“ eine gute Lösung finden werden.

Herzliche Grüße
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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Sex und Krebs-
Aufgabe für die Partnerschaft

Sex und Krebs

Sex und Krebs-
das Ende des Glücks in der Beziehung?


Die Diagnose Krebs ist eine der schwierigsten Situationen, die einem Menschen in seinem Leben widerfahren können. In diesem Augenblick ändert sich so ziemlich alles: die Gegenwart ist jetzt von den medizinischen Maßnahmen geprägt, das Zusammenleben mit dem Partner/der Partnerin stellt beide vor neue Aufgaben, Ängste und Unsicherheiten sind zu bewältugen.

Dennoch muss eine Krebserkrankung nicht zwangsläufig zu einem völligen Zusammenbruch der Lebensqualität führen, weder für den Patienten/die Patientin noch für ihre/n Partner.

Grundsätzlich gilt: Auch bei einer Krebserkrankung ist ein befriedigendes Sexualleben beider Partner wichtig und möglich. Die Krebserkrankung kann sogar als gemeinsame Herausforderung erlebt werden, die beide Partner noch stärker zueinander und zu neuen und intensiven Erfahrungen im Miteinander führt.

Auch wenn durch schwere Formen einer Krebserkrankung die Möglichkeiten der geschlechtlichen Beziehung körperlich eingeschränkt sein können: Bei beiden Partnern bleibt das Grundbedürfnis nach Sinnlichkeit, Zärtlichkeit und Liebe weiter bestehen. Die große Aufgabe in einer Partnerschaft ist es nun, mit den veränderten körperlichen Möglichkeiten für Sexualität und den spezifischen Bedürfnissen beider Partner umzugehen.

Um hier geeignete Lösungen finden zu können, ist vor allem eines wichtig: um die bestehenden Probleme zu wissen, aber auch die bestehenden Möglichkeiten zu kennen und zu nutzen. Dazu ist sowohl das Gespräch mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten wichtig wie auch das Gespräch der betroffenen Partner untereinander.

Die medizinische Seite

Die Diagnose Krebs bedeutet nicht automatisch das Ende aller Sexualität in der Beziehung. Es ist wichtig, von den Ärzten über die medizinischen Rahmenbedingungen der Krankheit Bescheid zu wissen, die Symptome der Krankheit zu kennen und die Nebenwirkungen der Behandlungstechniken, aber auch die Möglichkeiten, trotzdem aktiv ein Maximum an Lebensqualität zu leben.

Bei vielen Formen von Krebs ist der Geschlechtsverkehr weiterhin uneingeschränkt möglich. Allerdings können Auswirkungen der Krankheit und Nebenwirkungen der Behandlung zu starker Müdigkeit und generellem Gefühl der Unlust führen. Trotzdem ist es für beide Partner wichtig, auf Sex nicht grundsätzlich zu verzichten und weiter gemeinsam Formen des Sex zu erkunden, die vielleicht weniger anstrengend sind als die bisher praktizierten.

Es gibt aber auch Erkrankungsformen, welche direkt die Sexualorgane betreffen und damit den Geschlechtsverkehr zumindest in Form des Koitus unmöglich machen. Zärtlichkeit und körperliche Nähe sind aber auch in diesem Fall nicht nur möglich, sondern wichtig, um den Heilungsprozess zu begleiten und zu fördern.

Eine gute medizinische Information ist nötig, damit nicht erschwerend zur Krankheit noch falsche Vorannahmen als Belastung hinzukommen: wie etwa die Vorstellung, die körperliche Nähe zu Patienten, die eine Bestrahlung erhalten haben, könnte die eigene Gesundheit gefährden oder der Irrglaube, Krebs könnte durch Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Miteinander im Gespräch sein

Die wichtigste Voraussetzung, um für beide Partner das Maximum an Lebensqualität zu erhalten, ist die offene und umfassende Kommunikation über die eigene Befindlichkeit und über die eigenen Bedürfnisse.

Es ist wichtig zu beachten, dass sich durch die Krankheitsdiagnose Krebs beide Partner in einer besonderen Lage befinden und dass es im gemeinsamen Gespräch folglich auch um die Bedürfnisse beider Partner gehen muss. Dabei geht es in Bezug auf die Sexualität um Fragen wie:

  • Auf welche Sexpraktiken verzichten wir, wenn das zum Wohlbefinden und zur Genesung des kranken Partners beiträgt?
  • Welche Alternativen gibt es, bei denen beide Partner mit ihren Bedürfnissen zum Zug kommen?
  • Wie können wir uns eine Umgebung schaffen, in der Platz für unsere Zärtlichkeit ist?
  • Welche Befürchtungen bzw. Wünsche gibt es, die ich meinem Partner mitteilen will?
  • Wie können wir uns zeigen, dass wir uns gegenseitig lieben und dass wir uns weiterhin sexuell attraktiv finden?

In einer solchen Situation ist es auch sinnvoll, einzeln oder gemeinsam einen Therapeuten aufzusuchen, der dabei helfen kann, die eigene Befindlichkeit und die Befindlichkeit des Partners besser zu verstehen und gemeinsam daran zu arbeiten, die Schwierigkeit der Situation möglichst gut zu meistern. Auch eine Online-Paarberatung kann eine erste Hilfestellug leisten. In jedem Fall ist es wichtig, für solche Fragen verständnisvolle Menschen um sich zu haben und nicht für sich allein zu bleiben.

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Asexuell?- Ich habe
keine Lust auf Sex.

Asexuell?

Asexuell-
Ist Einsamkeit da vorprogrammiert?

Bin ich asexuell?
Bisher dachte ich immer, dass ich als Frau keine Probleme mit meiner sexuellen Orientierung habe, denn lesbisch bin ich ganz bestimmt nicht.

Was mir in meiner letzten Beziehung zu einem Mann allerdings klar geworden ist: Bei einem Mann empfinde ich auch nichts. Wir hatten zwar Sex, aber ich habe einfach gar nichts gespürt, als er bei mir eindrang. Es tat nicht besonders weh (entjungfert war ich schon vorher), hat mich also nicht groß gestört. Ein Genuß war das für mich nicht. Von mir aus hätte es gereicht, wir wären einfach nur ins Restaurant und dann ins Kino gegangen. Im Grunde war mir bereits unsere erste Umarmung zu viel. Zärtlichkeiten brauche ich offensichtlich nicht, und zwar von einem Mann genauso wenig wie von einer Frau.

Dabei mag ich ihn durchaus, und von mir aus könnten wir gern befreundet bleiben. Denn immer nur allein sein, muss ja auch nicht sein. Nur auf Sex und Körperlichkeit- da könnte ich gern drauf verzichten.

Überigens kenne ich durchaus sexuelle Erregung: Seit meiner Kindheit befriedige ich mich selbst, mit Genuß, aber ohne die Vorstellung eines anderen Menschen. Da bin ich einfach nur bei mir und meinem Körper.

In einem Forum habe ich gelesen, dass bis zu 10% aller Menschen genetisch asexuell sind und dass das genauso eine sexuelle Orientierung ist wie hetero oder homo. Offenbar gehöre ich genau in diese Kategorie: Ich bin asexuell.

Aber muss das bedeuten, dass jemand asexuelles total einsam bleibt und nie in einer Beziehung lebt?

Anita B. (Name geändert)

Asexuell?-
Darüber ist noch keine Aussage möglich

 

Hallo Anita,

Sie haben einen Mann kennengelernt, der Ihnen grundsätzlich gefällt- und beim ersten Mal Sex haben Sie keinen Genuss verspürt.

Ich weiss nicht, ob der Gedanke für Sie tröstlich ist: Aber mir erscheint Ihre Geschichte bis dahin noch nicht besonders beunruhigend. Bis jetzt wissen Sie nur, dass es Ihnen mit diesem Mann beim ersten Mal (und vielleicht auch schon mit anderen Männern zuvor?) nicht gelungen ist, sexuelle Lust zu empfinden. Das ist so weit nicht ungewöhnlich.

Es gibt viele Frauen (und Männer), denen es nicht leicht fällt, mit einem neuen Partner sexuelles Vergnügen zu empfinden. Das kann möglicherweise auch daran liegen, dass Sie zu schnell in Ihrer Beziehung mit dem sexuellen „Vollprogramm“ begonnen haben. Sie schreiben ja, dass Ihr eigener Sinn mehr nach gemeinsamen Essengehen und Kino steht. Dann wäre es vermutlich passender gewesen, Sie hätten genau das (und nicht mehr!) mit Ihrem neuen Freund gemacht.

Ob Sie in die Kategorie asexueller Menschen gehören, darüber ist nach diesem Erlebnis noch gar nichts ausgesagt.

Der langsame Aufbau einer Beziehung
im Einklang mit Ihren Bedürfnissen

Aber auch so ist die Geschichte mit Ihrem neuen Freund noch nicht am Ende. Es lohnt sich, wenn Sie weiter am Ball bleiben- mit diesem Mann oder, falls das nicht geht, mit dem nächsten. Dabei ist es wichtig, dass Sie noch genauer auf Ihre eigenen Bedürfnisse achten und nicht zu schnell wieder beim Sex landen. Sonst laufen Sie Gefahr, sich ein Frustrationserlebnis nach dem nächsten zu holen.

Ihr wichtigstes Ziel könnte es sein, dass Sie sich trauen, Ihre Bedürfnisse klar zu formulieren. Und wenn Sie sich jetzt noch einmal mit Ihrem Freund unterhalten, stellen Sie vielleicht sogar fest, dass auch er von Ihrem gemeinsamen Sex zu diesem Zeitpunkt überfordert war. Dann könnten Sie jetzt erst einmal ein Stück zurückrudern zu einem Niveau, wo es wieder mehr ums Kennenlernen und um gemeinsame Freizeit geht als um Sex.

Dann wird sich allmählich zeigen, ob und wie sich Ihre Freundschaft weiter entwickeln kann, mit Sex oder ohne.

Und wenn Sie tatsächlich asexuell sind?

Was asexuell bedeutet, ist bis heute wissenschaftlich nicht klar definiert. Wenn damit Interesselosigkeit an anderen Menschen und/oder die Unfähigkeit zu sexueller Erregung gemeint sein sollte, dann sind Sie offensichtlich nach Ihrer eigenen Schilderung nicht asexuell.

Die einzige Definition von Asexualität, die möglicherweise auf Sie zutreffen könnte, wäre die Abneigung, mit einem anderen Menschen körperliche Nähe und sexuelle Handlungen auszuleben. In diesem Fall könnte es sich lohnen, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Freund einen Paartherapeuten aufsuchen, um auszuloten, wie auch unter dieser Vorgabe eine weitgehend sexfreie Beziehung für Sie beide machbar ist.

Eine genauere Untersuchung ist wichtig!

Ihre Abneigung gegen Körperkontakt und Sex kann allerdings viele Ursachen haben. Die genetisch vorgegebene Asexualität ist da nur eine Möglichkeit.

Verminderte Lust an Sex kann auch Symptom verschiedener ernster körperlicher und psychischer Erkrankungen sein. Deshalb ist es -auch unabhängig von der Frage, wie das nun mit Ihrem aktuellen freund weitergeht- wichtig, dass Sie sich kompetente ärztliche und therapeutische Hilfe holen, um diese Möglichkeit abzuklären und möglicherweise eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte nochmals an mich.
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Mit herzlichem Gruß

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Noch schön genug
nach Schwangerschaft?

Schön genug nach Schwangerschaft?

Nicht mehr vorzeigbar nach Schwangerschaft?


Ich bin 29 und habe mich gerade total verliebt. Mein neuer Freund weiss sogar schon, dass ich eine Tochter von meinem Ex habe- und er sagt, dass ihm das nichts ausmacht.

Allerdings gibt es da noch ein anderes Problem, und ich weiss nicht, wie ich ihm das sagen soll. Das ist mein Bauch, für den ich mich richtig schäme.

An und für sich bin ich schlank, und angezogen sieht man nicht, dass ich total häßliche Dehnungsnarben von der Schwangerschaft habe. Mit meinem Ex war das nicht so schlimm, denn erstens waren die Kinder ja von ihm und zweitens haben wir sowieso Sex nur im Dunkeln gemacht.

Aber ich weiss nicht, wie ich das meinem neuen Freund verheimlichen soll. Zumindest einmal wird er mich ja nackt sehen wollen. Soll ich ihm das schon vorher erzählen? Allerdings traue ich mich nicht so richtig, ich habe echt Angst, wie er reagiert.

Monika B.

Tausend Gründe, warum ihm Dehnungsnarben egal sein können…

Hallo Monika,

Sie haben einen neuen Freund gefunden und möchten ihm gefallen- und gleichzeitig machen Sie sich Sorgen, die Narben von Ihrer Schwangerschaft könnten ihn abschrecken.

Solange Sie es nicht ausprobiert haben, werden Sie nicht wissen, was tatsächlich passiert, wenn Ihr Freund Sie zum ersten Mal nackt sieht. Es kann durchaus sein, dass das Ihrem Freund die Spuren Ihrer Schwangerschaft an Ihrem Bauch vollkommen egal sind.

Möglicherweise, weil er da gar nicht so hinschaut oder weil Ihre Person ihm viel wichtiger ist als Ihr Bauch oder weil auch er Sex nur im Dunkeln mag oder weil er sich wünscht, dass Sie zum Sex grundsäzlich ein Korsett tragen… Es gibt also tausend Gründe, warum Ihre Narben ihm völlig egal sein können.

…und trotzdem ein Problem

Das Problem ist aber trotzdem schon jetzt da, und zwar in Ihren eigenen Gedanken.

Denn im Augenblick sind offenbar Sie selbst die Person, die mit dem Aussehen Ihres Bauches nicht zurecht kommt. Wie schwer dieses Problem tatsächlich wiegt, werden nur Sie selbst beurteilen können. An sich selbst könnten Sie folgende Fragen stellen:

  • Fühle ich mich häßlich und bin daher unsicher in Bezug auf meinen neuen Freund?

Oder ist es genau umgekehrt:

  • Ich fühle mich unsicher, wie der erste Sex mit meinem neuen Freund werden wird- und suche geistig schon vorab Gründe, um zu erklären, warum das schief gelaufen sein könnte.

…eine Prophezeiung, die sich selbst erfüllt?

In beiden Fällen kann es sich für Sie lohnen, diesen Fragen noch weiter nachzugehen. Denn die negativen Gedanken, die Sie über Ihren eigenen Körper entwickeln, können möglicherweise so stark sein, dass sie den Effekt einer selbsterfüllenden Prophezeiung (self-fulfilling prophecy) nach sich ziehen:

  • Weil sie unsicher sind, überlegen Sie, was Ihren neuen Freund abhalten könnte, Sie zu lieben- und sie fühlen sich häßlich.
  • Weil Sie sich häßlich fühlen, geben Sie sich Ihrem Freund im Sex nur widerwillig hin.
  • Weil Sie sich nur widerwillig hingeben, hat Ihr Freund keinen Spaß am Sex mit Ihnen.
  • Weil sie beide keinen Spaß am Sex haben, scheitert Ihre Beziehung.

Ein solche Kette an Gedanken und Auswirkungen von Gedanken ist natürlich das letzte, das Sie für den Start in die neue Beziehung brauchen können.

Dabei lässt sich ein solche gedankliche Sackgasse relativ einfach psychotherapeutisch wieder auflösen. Ein paar Sitzungen, in denen Sie Ihr Problem mit einem Therapeuten besprechen, könnten hier die Lösung sein.

Mit allen guten Wünschen für Sie und Ihren neuen Freund

Herzliche Grüße
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Stalking durch den Exfreund- Wie komme ich los?

Stalking

Stalking durch den Ex-
Belastungsprobe für die neue Beziehung


Ich habe ein Stalking-Problem: Vor drei Monaten habe ich mich von meinem Ex getrennt, weil ich das Gefühl hatte, mit unserer Beziehung in eine Sackgasse gekommen zu sein. Seitdem lässt er mich nicht in Ruhe: Immer wieder steht er unangekündigt vor der Tür und klingelt, auch wenn er schon weiss, dass ich ihn nicht hereinlasse. Einige Male habe ich ihn auch von der Arbeit aus dem Bürofenster auf der gegenüberliegenden Straßenseite herumspazieren sehen, wohl, weil er einen Blick von mir erhaschen wollte.

inzwischen habe ich jetzt einen neuen Mann kennengelernt, und es ist mir oberpeinlich, dass mein Ex mir jetzt schon mehrfach mit dem Auto zur Wohnung meines Freundes hinterhergefahren ist. Mein neuer Freund hat das mitbekommen und regt sich besonders darüber auf, dass mein Ex jetzt auch zu seiner Wohnung zu Kontrollfahrten vorbeikommt.

Mein neuer Freund hat mir zu verstehen gegeben, dass er mir eine Mitschuld dafür gibt. Wenn sich da nicht bald etwas ändert, will er die Beziehung mit mir beenden. Er habe keine Lust, mit mir solche Altlasten gemeinsam tragen zu müssen.

Susanne T. (Name geändert)

Stalking-
Das Problem mit dem früheren Freund…

Hallo Susanne,

in den letzten drei Monaten haben Sie gleich drei schwierige Erfahrungen gemacht: erst die Trennung vom alten Freund, dann das Stalking und jetzt die Drohung des neuen Freundes, wegen des Stalking Ihre neue Beziehung abzubrechen. Das ist eine gehörige Portion Trouble auf einmal!

Und jetzt haben Sie die Probleme mit beiden gleichzeitig…

Um genau zu verstehen, was da mit Ihrem früheren Freund passiert ist, bräuchte ich noch einiges mehr an Informationen:

  • Wie sah denn die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Ex-Freund vor der Trennung aus?
  • Gab es da Situationen, die Ihnen schon vor der Trennung als ungewöhnlich aufgefallen sind?
  • Gab es irgendwelche Auffälligkeiten im Verhalten Ihres Ex-Freundes?
  • Gibt es irgendetwas, das Ihren Ex–Freund dazu ermutigen könnte, immer wieder mit Ihnen Kontakt aufzunehmen?
  • Auf welche Weise haben Sie Ihrem Ex-Freund mitgeteilt, dass definitiv Schluss ist und dass Sie von ihm nicht weiter verfolgt werden möchten?

All das zu wissen wäre wichtig, um verstehen zu können, warum Ihr früherer Freund sich möglicherweise im Recht glaubt, Ihnen solchermaßen nachstellen zu können. Vielleicht könnten Sie hier, eventuell gemeinsam mit einem Therapeuten, Ansatzpunkte finden, um Ihrem früheren Freund jetzt definitiv klar zu machen, dass Ihr Nein wirklich ein Nein bedeutet.

Wenn Sie sich dagegen vollkommen sicher sind, Ihr Nein klar und unmissverständlich augesprochen zu haben, ohne irgendwelche Rückzieher, dann ist es jetzt definitiv an der Zeit, härtere Maßnahmen zu ergreifen.
Ein Rechtsanwalt kann Ihnen helfen, einen Antrag auf Unterlassen und eine einstweilige Verfügung mit Näherungsverbot zu erwirken. Eine solche Anordnung kann, mit Hinweis auf die Dringlichkeit, auch sehr kurzfristig greifen. Wenn Ihr Ex jetzt doch noch einmal auftaucht, genügt ein Anruf bei der Polizei, um ihn aus dem Verkehr zu ziehen.

…und das Problem mit dem neuen Freund

Ganz unverständlich ist das Verhalten Ihres neuen Freundes nicht, der von Ihnen verlangt, mit Ihrem Ex-Freund erst einmal selbst aufzuräumen. Möglicherweise empfindet er die Kontrollfahrten Ihres Ex-Freundes zu seiner eigenen Wohnung als persönliche Bedrohung und hat Angst, Ihr Ex-Freund könnte ihm aus Rache etwas antun.

Solange Sie selbst keine klaren Schritte gegenüber Ihrem Ex-Freund unternehmen, werden Sie Ihren neuen Freund von der Endgültigkeit dieser Trennung nicht recht überzeugen können. Es wird immer so aussehen, als würden Sie Ihren Ex-Freund weiter schützen wollen.

Natürlich wäre es netter, Ihr neuer Freund würde jetzt Beschützerinstinkt zeigen und mit Ihnen gemeinsam Lösungen suchen, um das Stalking durch Ihren früheren Freund zu beenden. Möglicherweise ist aber bei ihm die Botschaft noch nicht klar angekommen, dass sie wirklich nichts mehr von Ihrem Ex wollen und dass Sie für diese Eskalation nicht verantwortlich sind.

Insofern könnte der Gang zum Rechtsanwalt sich gleich doppelt lohnen. Wenn Ihr neuer Freund sieht, dass Sie juristisch eindeutige Gegenmaßnahmen ergriffen haben, wird auch für ihn klar sein, dass Sie mit dem Ex und seinem Verhalten nichts zu tun haben.

Die letzten Fragen, die noch bleiben..

Wenn Sie keine definitive Lösung finden, Ihrem Ex-Freund das Nein klarzumachen, dann wäre zu fragen: Warum schaffen Sie das nicht? In diesem Fall wäre für Sie selbst wahrscheinlich das Gespräch mit einem Therapeuten sehr hilfreich.

Wenn Sie dagegen die Trennung von Ihrem Ex-Freund mit oder ohne Therapeut bzw, Rechtsanwalt geschafft haben, dann stellt sich die Frage: Wie gehen Sie mit Ihrem neuen Freund um und seinem Verhalten Ihnen gegenüber? Können Sie es akzeptieren, dass er Sie so sehr unter Druck gesetzt hat, endlich klare Verhältnisse zu schaffen? Oder fühlen Sie sich von ihm so sehr im Stich gelassen, dass Sie für eine gemeinsame Zukunft keine Basis mehr sehen?

Bei Ihrer Entscheidung könnte eventuell hilfreich sein, dass Sie sich vorzustellen: Nicht Sie, sondern Ihr neuer Freund wäre solchermaßen von einer Ex-Freundin verfolgt worden. Wie wären Sie selbst damit umgegangen? Hätten vielleicht auch Sie dann auch erst einmal die klare Trennung verlangt, um überhaupt weitermachen zu können?

Ihnen alles Gute bei diesen wirklich nicht einfachen Entscheidungen!
Wenn Sie möchten, können Sie mich gern noch einmal kontaktieren.

Mit freundlichen Grü0en
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Sie wünscht sich
eine offene Beziehung

Wünscht sie eine offene Beziehung oder nicht?
Wünscht sie sich eine offene Beziehung oder nicht?

Offene Beziehung und feste Partnerschaft-
geht das zugleich?


Seit zwei Monaten habe ich eine neue Freundin, mit der ich mich wirklich sehr gut verstehe. Wir haben viel Spaß miteinander, gehen auch viel unter Leute und auf Parties. Außerdem haben wir eine Menge sehr guten Sex.

Soweit also alles bestens. Nur hat sie mir in der letzten Woche erkärt, sie würde gern in einer „offenen Beziehung“ leben, und mich gefragt, was ich davon halte. Ich war ziemlich überrascht, weil ich selber kein Bedürfnis habe, neben ihr noch mit anderen Frauen etwas zu haben. Und die Vorstellung, sie mit anderen Männern teilen zu müssen, finde ich eigentlich nur eklig.

Andererseits möchte ich sie nicht verlieren, da ich sie wirklich sehr gern mag und wir richtig gut zueinander passen. Ist es besser, dass ich ihren Wunsch einfach akzeptiere? Passt das wirklich zusammen: eine feste Beziehung, in der beide Partner hin und wieder auch Sex mit anderen haben?


Christoph N. (Name geändert)

Ein unerwarteter Wunsch und mögliche Gründe

Hallo Christoph,

der Wunsch Ihrer Freundin, in einer „offenen Beziehung“ zu leben, hat Sie überrascht: Sie selbst erwarten sich von ihrer Freundschaft offenbar etwas anderes: eine Zweierbeziehung, in der andere Sexualkontakte ausgeschlossen sind. Damit liegen Sie beide mit ihren Interessen ziemlich weit auseinander.

Allerdings wissen Sie noch gar nicht, warum Ihre Freundin das Thema „offene Beziehung“ aufgebracht hat. Da sind sehr verschiedene Gründe denkbar:

1. Eine offene Beziehung
aus Angst vor zu enger Bindung?

Ihre Beziehung wird nach zwei Monaten „ernster“. Ihre Freundin spürt das auch und hat Angst, sich mit Ihnen auf eine exklusive Beziehug festzulegen, die ihr verbietet, Kontakte mit anderen Männern aufzunehmen. Möglicherweise ist sie sich auch noch nicht 100% sicher, in Ihnen den Richtigen gefunden zu haben.

Mit der „offenen Beziehung“ will sie sich -zumindest theoretisch- Rückzugsräume offen halten.

In diesem Fall geht es ihr gar nicht so sehr darum, jetzt konkret andere Männer neben Ihnen zu haben, sondern darum, in der enger werdenden Beziehung mit Ihnen nicht das Gefühl zu bekommen, etwas von ihrer eigenen Freiheit hergeben zu müssen.

Sollte das so sein, wäre es kontraproduktiv, ihr jetzt mit Besitzansprüchen zu kommen.

Die bessere Lösung wäre, schlicht und ergreifend abzuwarten, wie sich Ihre Beziehung weiterentwickelt. Und es kann sehr gut sein, dass sie in weiteren zwei Monaten selbst gar nicht mehr den Wunsch nach einer „offenen Beziehung“ hat.

Das wird um so besser gelingen, je mehr Verständnis Sie für Ihre Wünsche nach Freiräumen zeigen- übrigens nicht nur in Bezug auf andere Männer. Auf keinen Fall sollten Sie von ihr verlangen, eigene Hobbies oder Aktivitäten einzuschränken, die sie gern alleine und ohne Sie machen möchte (z.B. alte Freunde treffen, Shoppen, Fitnessstudio etc.).

Wenn sie merkt, dass eine feste Partnerschaft mit Ihnen eine Bereicherung ihres bisherigen Lebensstils ist und keine Einschränkung, dann wird das Thema „offene Beziehung“ möglicherweise von selbst wieder verschwinden. Denn spätestens dann ist der Punkt erreicht, an dem auch Ihre Freundin nicht möchte, dass Sie etwas mit anderen Frauen anfangen.

2. Die offene Beziehung
als Anfang vom Ende?

Der Ehrlichkeit halber sollten sie aber auch der Möglichkeit ins Auge sehen, dass Ihre Freundin mit dem Wunsch nach einer „offenen Beziehung“ bereits den Absprung plant.

Sie gefallen ihr zwar immer noch so gut, dass sie zumindest jetzt noch nicht auf Sie verzichten möchte. Gleichzeitig hält sie sich die Möglichkeit offen, Sie fallenzulassen, sobald ein Mann in ihrem Leben auftaucht, den sie für den „Richtigen“ hält.
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Wenn sie eine „offene Beziehung“ mit Ihnen vereinbart hat, braucht sie kein schlechtes Gewissen zu haben, weiter nach dem Traummann Ausschau zu halten. Und wenn sie den gefunden hat, kann sie sich viel leichter aus der Freundschaft mit Ihnen zurückziehen. Denn eine „feste Beziehung“ hatten sie ja gar nicht miteinander.

3. Die offene Beziehung
als Lebensstil?

Natürlich ist auch noch eine dritte Möglichkeit denkbar. In den Augen Ihrer Freundin ist die „offene Beziehung“ das ideale Lebenskonzept, das sie aktiv leben möchte: mit Ihnen als dem Hauptpartner und anderen wechselnden Sexkontakten zu anderen Männern (oder vielleicht auch Frauen).

Möglicherweise lebt sie dieses Konzept bereits und hat auch in den zwei Monaten Ihrer bisherigen Freundschaft nicht auf andere Männer verzichtet: eine Verpflichtung, das nicht zu tun, ist sie bislang Ihnen gegenüber nicht eingegangen.

Wenn dem der Fall sein sollte, ist vor allem die Frage, wie es Ihnen mit einer solchen Partnerin geht. Das Risiko, dass Ihre Freundin dabei doch irgendwann einen Mann kennenlernt, den sie dann statt Ihnen zum Hauptpartner macht, ist nicht von der Hand zu weisen und kommt im Rahmen „offener Beziehungen“ gar nicht so selten vor.

Andererseits werden Sie aus Ihrer Freundin nicht einfach von heute auf morgen einen anderen Menschen machen können. Da bleibt Ihnen letztlich nichts anderes übrig, als Ihre Freundin so zu lieben, wie sie ist, und alle gemeinsam verbrachte Zeit rundum zu genießen- oder festzustellen, dass Sie beide letztlich doch nicht so gut zueinander passen.

Die Zukunft bringt Klarheit

Welche der drei Möglichkeiten nun tatsächlich der Grund für den Wunsch Ihrer Freundin nach einer „offenen Beziehung“ ist, wird sich sicherlich in den nächsten Monaten herausstellen. Sprechen Sie Ihre Freundin in ein bis zwei Monaten darauf an, wie ihr das mit der „offenen Beziehung“ jetzt so geht. Wahrscheinlich wird es da schon sehr viel klarer sein, was sie mit der „offenen Beziehung“ gemeint hat.

Und Ihrerseits werden Sie sich vermutlich auch klarer sein, ob Sie mit Ihrer Freundin so weiter zusammenbleiben möchten oder vielleicht auch nicht.

Mit allen guten Wünschen für Sie beide

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PS: Wenn Ihnen beiden es schwierig erscheint, sich über dieses wichtige Thema miteinander auszutauschen, könnte eine Online-Paarberatung sinnvoll sein.

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Schwiegermutter
ist zu besitzergreifend

Schwiegermutter zu besitzergreifend?

Wenn die Schwiegermutter alles besser weiß…

Eigentlich bin ich glüklich verheiratet und stolze Mutter einer inzwischen 3 Monate alten Tochter.
Mein einziges Problem sind meine Schwiegereltern. Mein Mann und ich wohnen in einer Einliegerwohnung bei Ihnen im Haus, und sind auch darüber eigentlich ganz froh, weil mein Mann noch nicht so viel verdient, dass wir uns locker eine eigene Wohnung leisten könnten.
Meine Schwiegermutter kümmert sich an und für sich sehr immer wieder sehr lieb um unser Baby, besonders, weil es ihr erstes Enkelkind ist. Allerdings ist sie sehr besitzergreifend.
Neulich hat sie mich sehr verletzt, als sie gesagt hat, ich bräuchte mir keine Illusionen zu machen, daß meine Kleine mich vermissen würde, wenn ich mal nicht da wäre. Dazu wäre sie einfach noch zu klein, und sie hätte auch bei der Oma alles, was sie braucht. Außerdem sei die Oma eben auch sehr viel erfahrener im Umgang mit Kindern- schließlich hääte sie schon drei großgezogen und ich wäre erst seit drei Monaten Mutter. Fast habe ich schon das Gefühl, als wollte sie mir mein Kind wegnehmen, um es vor mir zu schützen.
Mein Mann meint, ich solle das nicht persönlich nehmen und nimmt seine Mutter in Schutz. Ich solle einfach nicht so überempfindlich sein.
Ich fühle mich von ihm total allein gelassen und habe in unserer eigenen Wohnung nicht das Gefühl, zuhause zu sein, sondern nur auf permanentem Besuch bei den Schwiegereltern.

Steffi G. (Name geändert)

Für Ihre Schwiegermutter
hat die Welt sich verändert

Hallo Steffi,

mit der Geburt Ihrer Tochter hat sich für alle Menschen in Ihrer Umgebung viel verändert. Sie sind nun Mutter, ihr Mann Vater geworden. Sie beide sind nicht länger nur ein Paar, sondern gemeinsam mit Ihrer Tochter selbst eine eigene Familie geworden.

Auch für Ihre Schwiegermutter hat sich die Welt völlig verändert. Bis zur Geburt Ihres Kindes war es für Ihre Schwiegermutter noch möglich, Sie wie ein zusätzliches Kind oder als den Anhang Ihres Sohnes zu verstehen und Sie damit als Teil ihrer Großfamilie zu sehen, in der sie selbst unumstritten die Rolle der Mutter innehatte.

Jetzt ist aber sozusagen eine Familie in der Familie entstanden, zu der Ihre Schwiegermutter nicht dazugehört. Ihr Mann und Sie selbst sind jetzt nicht einfach wie bisher ihre Kinder, sondern selbst Eltern. Diese Veränderung fällt Ihrer Schwiegermutter offensichtlich nicht leicht: ihre eigene Rolle in der Familie ist nicht mehr die gleiche, sie gehört jetzt zur drittältesten Generation. Und sie muss auch ein Stück Macht abgeben über Ihren Sohn, der jetzt eben nicht mehr familiär an erster Stelle die Rolle ihres Kindes spielt, sondern die eines Vaters und Ehemanns.

Diese neuen Verhältnisse kann sie in der Realität nicht rückgängig machen. Aber es gibt in ihr, sicherlich unbewußt, den Versuch, die alte Stellung zu verteidigen: Deshalb scheint sie ihr Enkelkind als ihr eigenes zu betrachten und Sie als Mutter gar nicht wahrzunehmen.

Sie alle müssen sich jetzt an neue Rollen in der Familie gewöhnen

Die einzige tatsächliche Lösung für das Problem ist, Ihrer Schwiegermutter dabei zu helfen, in die neue Rolle als Oma hineinzuwachsen. Denn sie hat offenbar Schwierigkeiten, von der Mutter-Rolle zu Oma-Rolle zu wechseln.

Das liegt möglicherweise daran, dass sie selbst Vorstellungen über die Oma-Rolle hat, die ihr nicht gefallen. Vielleicht denkt sie, Omas wären alt, unattraktiv und schon halb aus dem Leben verabschiedet. Dabei kann Oma-Sein auch genau das Gegenteil sein: Freude darüber, dass das eigene Kind nun selbst ein Kind hat; Freude darüber, am Leben des Enkelkinds Anteil haben zu können, ohne selbst dafür die volle Verantwortung zu tragen; Freude über die größer gewordene Familie.

In diesem Zusammenhang stellt sich nun die Frage, wie sich eigentlich die anderen Familienmitglieder verhalten: Gibt es einen Schwiegervater? Was hält der davon, dass sich seine Frau jetzt so sehr auf das Enkelkind stürzt?
Und vor allem: Hat Ihr eigener Mann schon begriffen, dass er nun mit der Vaterrolle auch die Aufgabe hat, seine eigene kleine Familie vor Übergriffen von außen zu schützen und sogar auch vor den Übergriffen seiner eigenen Mutter?

Das sind alles bestimmt keine einfachen Fragen, aber sie stellen sich ganz automatisch, wenn mit der Geburt eines Kindes in einer Familie eine neue Generation hinzukommt.

Der erste Ansprechpartner ist Ihr Ehemann

Wenn Sie sich einfach nur an Ihrer Schwiegermutter reiben, werden Sie das Problem vermutlich nicht lösen können. Ihr Ehemann ist bei der Problemlösung Ihr wichtigster Partner. Ja klarer er seiner Mutter gegenüber deutlich machen kann, dass Sie die Mutter Ihres Kindes sind und dass für ein Kind Vater und Mutter die wichtigsten Personen im Leben sind und erst danach die Großeltern, desto besser.

Mögicherweise kann es Ihnen beiden gut tun, wenn Sie sich ein paar Stunden Beratung durch einen Paartherapeuten gönnen, der ihnen dabei hilft, Ihre eigene neue Position besser zu verstehen und leben zu können. Denn je selbstsicherer Sie beide gegenüber Ihrer Schwiegermutter auftreten und je genauer Sie beide wissen, welches Ihrer beide Grundsätze in der Kindererziehung sind, desto eher wird auch Ihre Schwiegermutter begreifen, wo die Grenzen ihrer eigenen neuen Rolle als Oma liegen.

Natürlich kann es Extremfälle geben, wo sich Schwiegermütter niemals an eine solche neue Rolle gewöhnen werden- da kann es dann hilfreich sein, auf räumliche Trennungzu setzen und nicht länger in unmittelbarer Nachbarschaft und schon gar nicht im gleichen Haus miteinander zu wohnen.

Aber dass es so weit kommt, ist noch längst nicht gesagt. Wenn drei Monate nach der Geburt eines Kindes alle Beteiligten noch nicht ganz in ihre neuen Rollen gefunden haben, ist das noch vollkommen normal.

Allerdings sollten Sie jetzt, auch wenn das mit einem kleinen Kind nicht immer leicht ist, vor allem darauf achten, dass Sie mit Ihrem Ehemann alle diese Fragen in Ruhe und in aller Ausführlichkeit besprechen. Denn er ist Ihr wichtigster Partner, das Problem mit Ihrer Schwiegermutter zu lsöen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, freue ich mich, wenn Sie mit mir nochmals Kontakt aufnehmen.

Mit herzlichem Gruß

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Hörigkeit-
Wie komme ich von ihm los?

Hörigkeit
Violent husband abusing wife

Hörigkeit: Ich liebe ihn,
und wenn er mich wie Dreck behandelt

Ich bin 43 und habe in meinen bisherigen Beziehungen niemals Lust beim Sex empfunden. Das kann daran liegen, dass ich als Kind mehrmals von einem Onkel missbraucht worden bin.
Jetzt habe ich einen Mann gefunden, in den ich mich total verliebt habe.
Dabei behandelt er mich wie Dreck. Er läßt mich warten, wenn wir uns treffen sollen, prahlt, wie tollen Sex er mit einer anderen Frau gehabt hat.
Er ist auch gewaltätig, schlägt mich, verlangt Geld von mir.
Und ausgerechnet er ist der erste Mann, bei dem ich Lust empfinde, richtig starke Gefühle…
Er weiß das und nützt mich gnadenlos aus. Alle paar Tage steht er völlig unerwartet vor der Tür und will sofort Sex oder Geld.
Wenn ich ihm sage, dass ich Schluss machen will, schlägt er mich brutal. Und ich knicke ein, und letztlich bin ich es, die ihn anbettelt bei mir zu bleiben.
Wie kann ich diesen Kreislauf der Hörigkeit nur durchbrechen?

Bettina G. (Name geändert)

Hörigkeit: Sie brauchen jetzt kompetente Hilfe

Hallo Bettina,

Sie sind ganz offensichtlich in einer sehr schweren Situation. Eigentlich wäre bereits der Missbrauch in Ihrer Kindheit voll und ganz ein Grund für eine Psychotherapie. Wenn Sie jetzt obendrein noch einen Partner lieben, der Sie so grausam misshandelt und in die Hörigkeit geführt hat, dann benötigen Sie erst recht kompetente psychologische Unterstützung.

Möglicherweise kann Ihnen als erste Anlaufstelle das Team von einem Frauenhaus helfen, indem Sie für einige Zeit von Zuhause ausziehen. Dann haben Sie etwas Ruhe vor diesem Mann und können ohne Störung durch ihn darüber nachdenken, was Sie eigentlich brauchen.

Ein ungutes Knäuel
von Gefühlen und Erfahrungen…

Wahrscheinlich haben Sie selbst schon gemerkt, dass die Missbrauchserfahrung in der Kindheit, Ihre Empfindungslosigkeit beim Sex in den bisherigen Beziehungen und Ihre Hörigkeit gegenüber diesem Mann offensichtlich eine Menge miteinander zu tun haben.

Die an sich schöne Erfahrung der Sexualität hat sich offenbar seit Ihrer Kindheit so sehr mit den Übergriffen und Verletzungen verbunden, dass auch die aktuellen Übergriffe und Verletzungen durch Ihren neuen Partner sexuelles Lusterleben wachrufen können. Auf den ersten Blick sieht es geradezu so aus, als würden Sie selbst alles dafür tun, dass Sie die Missbrauchserfahrung Ihrer Kindheit nochmals neu wiederholen.

…kann wohl am besten
in einer Therapie aufgelöst werden.

Dieses Knäuel an Gefühlen und Erfahrungen zu entwirren, wird sicherlich nicht einfach sein. Deshalb ist es gut, wenn Sie sich professionelle Hilfe holen und am besten schon bald eine Therapie beginnen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie als allererstes einen sicheren Ort finden, an dem Sie nicht wieder und wieder von Ihrem Freund in den Zustand der Hörigkeit zurückgeführt und aus Ihren Vorhaben für eine Veränderung der Lage herausgerissen werden können.

Ein wichtiges Ziel kann es für Sie sein, durch die Therapie herauszufinden, welche Bedürfnisse Sie selbst jetzt für sich haben. Ihre eigentlichen Bedürfnisse, die Sie als Kind gehabt haben und die damals mit Füßen getreten wurden, kennen Sie wahrscheinlich nicht mehr so richtig. Hier behutsam zurückzugehen und Ihr verlorenes Selbst Stück für Stück wiederzufinden, kann Ihnen sicherlich wieder neue Lebensperspektiven eröffnen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, freue ich mich, wenn Sie sich nochmals an mich wenden.

Mit herzlichen Grüßen

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Freundin war Prostituierte-
wie komme ich damit zurecht?

Freundin war Prostituierte

Meine Freundin war Prostituierte …

Seit einem guten Jahr habe ich eine neue Freundin, mit der ich mich absolut super verstehe. Wir sind im Laufe der Monate immer näher aneinandergerückt, und planen jetzt sogar, gemeinsam eine Wohnung zu suchen.

Allerdings meinte meine Freundin, mir vorher noch etwas sagen zu müssen, damit ich ihr das später nicht zum Vorwurf machen könne. Und auch sie selbst wolle nicht die Angst haben, dass ich sie nicht mehr lieben kann, wenn ich irgendwann ihr Geheimnis erfahre. Und dann erzählte sie mir, dass sie fast zwei Jahre lang als Callgirl gearbeitet hatte, alle Dienstleistungen inklusive.

Das ist jetzt ein Vierteljahr her. Ich bin total aus allen Wolken gefallen, aber sie hat dann noch mehr erzählt, so dass ich ihre Geschichte schon nachvollziehen kann. Ursache war wohl ein Typ, den sie glaubte, irgendwie retten zu müssen und der sie sehr schlecht behandelt und total ausgenommen hat. Sogar bei ihren Freiern war es ihr besser ergangen als bei ihm. Wenn man die Hunderte an Freiern nicht mitzählt, bin ich sogar erst ihr dritter Freund.

Immerhin hatte sie nach den zwei Jahren tatsächlich die Kraft gehabt, sich von ihm loszumachen und sich auf ihr Studium zu konzentrieren. Und bis zum Beginn unserer Freundschaft hatte sie wohl volle zwei Jahre ganz ohne Männer.

Ich halte sie für total glaubwürdig, und ich mag sie richtig gern und will sie auf keinen Fall aufgeben. Ich bewundere auch, dass sie mir all das so offen erzählt hat. Und ich verstehe, dass sie mir das nicht schon vorher erzählen konnte- denn sie wollte ja kein Risiko eingehen, dass ich mich gleich schon zu Anfang wieder abwende.

Eigentlich steht also nichts entgegen, dass wir jetzt glücklich in die nächste Phase unserer Freundschaft vorangehen und zusammenziehen.

…und ich komme damit einfach nicht zurecht

Allerdings quält mich seit unserem Gespräch die Vorstellung, dass so viele Männer mit ihr Geschlechtsverkehr hatten. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich seitdem vor dem Sex mit ihr ekle.

Dabei finde ich es selber widerlich, dass ich Sie jetzt für Ihre Ehrlichkeit abstrafe. Ich wäre wirklich gern großzügig und tolerant, und ich kann mir zehnmal sagen, dass das alles ja schon Jahre her ist. Aber irgendwie ist alles nicht mehr wie vorher.

Gibt es irgendeinen Weg, dass ich meinen Ekel überwinde und wir doch wieder normal zusammen sein können?

Sebastian K. (Name geändert)

Ihre Freundin war Prostituierte
und jetzt ekeln Sie sich

Hallo Sebastian,

das war für Sie mit Sicherheit ein Schock, als Ihre Freundin Ihnen berichtete, zwei Jahre lang als Prostituierte gearbeitet zu haben. Statt der Freude, jetzt bald mit ihr zusammen zu ziehen, ist es jetzt der Ekel vor dem Sex, der die Beziehung zu ihr bestimmt.

Deshalb fragen Sie sich jetzt, ob und wie Sie Ihren Ekel überwinden und mit Ihrer Freundin ein normales Leben führen können.

Ekel ist ein tief verwurzeltes Gefühl

Ekel ist -ähnlich wie Scham oder Angst- ein sehr starkes Gefühl, das von der Evolution her tief in uns als ein Instinkt verankert ist: Moderne Forschung sieht den Ekel im limbischen System des Gehirns lokalisiert.

Während die Fähigkeit zum Ekel also genetisch vorgegeben ist, werden die Inhalte, über was man sich ekelt, sozial durch Erziehung vermittelt. So kennen etwa Kleinkinder noch keinen Ekel vor Exkrementen und haben auch keine Scheu, einen Wurm in den Mund zu nehmen. Erst die Erziehung durch die Eltern legt fest, was alles „igitt“ ist.

Das Gefühl von Ekel ist grundsätzlich gut und wichtig, weil es uns vor ganz konkreten Gefährdungen unserer Gesundheit schützen kann: so der Ekel vor Exkrementen, vor verdorbenen Essen, vor bestimmten Insekten -alles gefährliche potentielle Krankheitsüberträger-.

Insofern ist es sozusagen von der Natur aus so eingerichtet, dass man das Gefühl von Ekel nur sehr schwer loswerden kann.

Möglichkeiten, den Ekel zu überwinden

Dass Ekel sich nur schwer überwinden läßt, heißt aber nicht, dass es unmöglich wäre, den Ekel zu überwinden. Allerdings ist es sicherlich sinnvoll, wenn Sie dazu therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.

Zunächst einmal ist zu prüfen, wovor genau Sie sich eigentlich ekeln:

  • Ihre Freundin selbst und ihr Körper sind offenbar nicht der Grund für den Ekel. Denn körperlich hat sich Ihre Freundin durch ihre Erklärung nicht verändert.
  • Die Ursache des Ekels sind also ausschließlich Vorstellungen in Ihrem eigenen Denken.

Damit kommt nun die nächste Frage: Was sind diese ekelerregenden Bilder? Ihre Vorstellung von den Freiern? Die Vorstellung, wie Ihre Freundin mit anderen Männern Sex hat? Die Vorstellung, in der Scheide Ihrer Freundin könnte noch Sperma von anderen stecken?

Gedankenstopp

Aufgabe einer Therapie wäre es, solche Bilder wieder von Ihrem eigenen Sex mit Ihrer Freundin zu entkoppeln. Eine mögliche Technik könnte der „Gedankenstopp“ sein, bei der Ihr Therapeut Sie regelmäßig im Gespräch mit „Stopp!“ unterbricht, sobald Sie an die unerwünschten Bilder denken. Diese Unterbrechung kann dann zu einer inneren Stimme werden, die Ihnen hilft, solche Gedankenketten abzubrechen.

Möglicherweise werden Sie so das Problem der ekelerregenden Gedanken schon in wenigen Monaten überwinden können. Und je mehr konkrete schöne Erfahrungen Sie mir Ihrer Freundin in der neuen Wohnung haben, mit und ohne Sex, desto größer wird Ihr Schatz an anderen und angenehmeren Gedanken, die Sie beim Zusammensein mit Ihrer Freundin begleiten.

Mit Freundlichen Grüßen

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS:
Nachdem Ihre Freundin so offen zu Ihnen war, ist es bestimmt richtig, wenn Sie genauso ehrlich zu ihr sind. Wichtig ist, dass auch Ihre Freundin weiß, dass Sie nicht ihr etwas übel nehmen oder eine Abneigung gegen ihre Person haben. Möglicherweise ist es sinnvoll, dass Sie gemeinsam mit Ihrer Freundin zum Therapeuten gehen. So wird auch Sie verstehen, dass Sie nichts anderes wünschen, als in eine von Altlasten und Abwehrgefühlen freie gemeinsame Zukunft zu gehen.

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Zuletzt aktualisiert am 19.09.2017.