Archiv der Kategorie: Angst

Übersicht über alle Artikel zum Thema Angst

Angst als Thema der Sexualtherapie

Ängste rund um die Sexualität können die Lebensqualität eines Menschen erheblich beeinträchtigen. So können etwa Versagensängste zu schweren Belastungen des Sexuallebens führen und dazu, dass gemeinsam mit dem Partner kein Orgasmus erlebt wird. Solche Beeinträchtigungen können letztlich sogar eine Beziehung gefährden.

Angst und Sexualtherapie

Aus spezifischen Ängsten können sich ganz allgemeine „Ängste vor der Angst“ entwickeln- und eine völlige Lähmung der eigenen Initiativfähigkeit: Man setzt sich keiner Situation mehr aus, die eine Verbesserung bringen könnte. Das ist besonders problematisch bei der Partnersuche, die so bereits scheitert, bevor sie überhaupt begonnen hat.

Nach dem gleichen Prinzip können Ängste vor einer Therapie dazu führen, dass eine Therapie überhaupt nicht erst begonnen wird: so dass sich das Problem immer mehr selbst verstärkt.

Aus solchen Angst-Kreisläufen auszubrechen ist sehr schwierig- therapeutische Hilfe kann hier die Lösung sein.

Häufig gelesene Artikel hier im Blog zum Thema

Angst vor Therapie- und davor, über Probleme zu reden

Angst vor Therapie- weil ich
über mein Thema nicht sprechen kann

Angst vor Therapie? Foto © Photographee.eu Fotolia.com

Grundsätzlich möchte ich gern eine Therapie machen, weil ich im Bereich Sex einige Probleme habe.

Allerdings habe ich große Angst, einen Termin zu vereinbaren, weil ich glaube, darüber absolut nicht sprechen zu können.

Vor ein paar Jahren habe ich schon einmal eine Therapie bei einem Therapeuten begonnen. Da habe ich es einfach nicht geschafft, irgendetwas zu sagen. Ich konnte nicht einmal sagen, um was es überhaupt geht. Ich habe mich dafür sehr geschämt, war auch ärgerlich, für eine so eine verlorene Stunde so viel Geld bezahlt zu haben. Ich habe deswegen keinen Folgetermin vereinbart- und bin mit meinem Problem weiter allein geblieben.

Richtig schlimm ist, dass ich jetzt eine Freundin habe, mit der ich mich eigentlich sehr gut verstehe. ihn weiß aber, dass ich sie verlieren werde, wenn ich jetzt nicht bald etwas gegen meine Probleme tue.

Ich habe jetzt gleich doppelt Angst. Angst vor dem, was mich erwartet, wenn ich die Therapie mache. Und Angst davor, dass meine Freundin mich verläßt, wenn ich sie nicht mache. Richtig blöd!

Aber ich habe überhaupt keine Idee, wie ich aus dieser Zwickmühle wieder herauskommen soll…

N.N.

Angst vor Therapie- und gleichzeitig davor,
keine Therapie zu machen

Hallo,

Einerseits haben Sie das Gefühl, dass eine Therapie Ihnen helfen kann, insbesondere auch dabei, Ihre Freundin zu behalten, andererseits haben Sie große Angst vor dem, was Sie in einer Therapie erwartet und insbesondere davor, über Ihr Problem überhaupt nicht sprechen zu können.

Angst vor Therapie- Anzeichen dafür,
dass die Therapie sich lohnen kann

Den meisten Menschen, die eine Therapie anfangen, geht es wahrscheinlich ähnlich wie Ihnen. Es gibt nur wenige, die eine Therapie einfach nur aus Neugier und ohne irgendwelche ambivalenten Gefühle anfangen.

Denn einerseits ist da das Bedürfnis, das Problem anzugehen, andererseits und gleichzeitig das Gefühl, genau dieses eigentlich nicht zu wollen.

Wenn ein solcher Zwiespalt vorliegt, zeigt das in gewisser Hinsicht, dass tatsächlich eine Therapie sinnvoll sein kann:

  • Das Problem ist offenbar so groß, das man alleine keine Lösung bereit hat
  • Die eigene Motivation, das Problem allein und ohne Unterstützung anzugehen, ist eher gering.
  • Gleichzeitig gibt es wichtige Gründe, das Problem jetzt anzugehen.

In genau so einen Fall ist Psychotherapie das Mittel der Wahl.

Angst vor Therapie-
Das Vertrauen zum Therapeuten ist wichtig

Gerade weil ein gewisses Mass an Angst vor der Therapie durchaus zu Beginn einer Therapie völlig normal ist, ist es wichtig, dass die Beziehung zum Therapeuten stimmt. Suchen Sie sich also einen Therapeuten, der zu Ihnen passt.

Es ist keine Schande, nach einem ersten Kennenlernen zum Entschluß zu kommen, bei einem Therapeuten nicht weitermachen zu wollen. Viele Therapeuten bieten daher einen ersten Termin kostenlos und unverbindlich an: Sie brauchen also nur dann weiterzumachen, wenn Sie sich bei Ihrem Therapeuten wohlfühlen.

Angst vor Therapie-
Große Themen brauchen ihre Zeit

Es kann auch sinnvoll sein, die erste oder vielleicht sogar die ersten Sitzungen ganz bewußt noch gar nicht über das eigentliche Problem zu sprechen. Manche Dinge brauchen eben Zeit. Und es ist besser, sich für die Bearbeitung eines großes Themas genügend Vorlauf zu nehmen als sich an die großen Themen in seinem Leben niemals heranzutrauen.

Statt über das große Thema zu sprechen, können Sie mit Ihrem Therapeuten die Zeit auch dazu nutzen, sich erst einmal besser kennenzulernen. Sie könnten Ihrem Therapeuten zum Beispiel etwas über Ihre sonstige Lebensgeschichte erzählen, damit dieser dann später ein besseres Bild davon hat, welche Erfahrungen und Erlebnisse Sie insgesamt geprägt haben.

Sie können aber auch vereinbaren, erst einmal überhaupt nichts zu besprechen, sondern zum Beispiel gemeinsam Techniken einzuüben, die Ihnen helfen, mit Ihrer Angst besser umzugehen. Dazu können zum Beispiel Entspannungsübungen beitragen, von denen Sie ganz konkret auch in Ihrem Alltagsleben profitieren. Hier kann Ihnen Ihr Therapeut bestimmt verschiedene Vorschläge machen.

In einer guten Therapie bestimmen Sie selbst, was das Thema einer Sitzung sein soll und wann ein bestimmtes Problem zur Sprache kommt. Sie brauchen also keine Angst davor zu haben, dass Sie der Therapeut zu irgendetwas drängt, das Sie selbst nicht möchten.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS. Vgl. auch den Artikel Was ist Sexualtherapie eigentlich?

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Eifersucht- die ständige Angst, ihn zu verlieren

Eifersucht Foto © Andrey Popov Fotolia.com

Eifersucht- irgendwann drehe ich durch

Kinderwunsch
Ich bin 24 Jahre alt, weiblich und leide an meiner maßlosen Eifersucht.
Ausbildungsmäßig habe ich nichts richtiges zustande gebracht: erst eine abgebrochene Ausbildung als Krankenschwester, dann doch Medizinstudium, aber ebenfalls abgebrochen. Außerdem wiege ich für meine Größe etwas zu viel- ich bin nicht dick, habe aber keine Modelfigur.

Mein erster Freund hat mich deswegen regelmäßig aufgezogen und mir während unserer Beziehung immer wieder andere Frauen gezeigt, die dünner waren: „So könntest du auch aussehen, wenn du dich etwas anstrengen würdest…“ Er hatte mich immer wieder mit anderen betrogen, was ich erst später herausgefunden habe. Sogar meine bis dahin beste Freundin dabei gewesen. Das hat mein Selbstbewußtsein sicher nicht gefördert.

Meinen jetzigen Freund liebe ich über alles. Ich hoffe, dass wir beide einmal heiraten werden. Allerdings habe ich Angst, ihn zu verlieren- wegen meiner krankhaften Eifersucht und meiner ständigen Angst, nicht gut genug für ihn zu sein.

Er sagt zwar, dass er mich liebt. Aber ich denke dann immer: Na schön, er liebt vielleicht meine Art zu reden und ein paar meiner Eigenschaften- aber ganz bestimmt nicht meinen Körper, so wie er eben ist: picklige Haut, wenig Busen, pummeliger Bauch- und das ganze auf zwei viel zu kurzen Beinen. Eher ein Kobold als eine Frau.

Er dagegen könnte jederzeit als Männermodel durchgehen und so viele schöne Frauen haben, wie er nur will.

Deswegen habe ich Angst, wenn er zwischendurch mit seinen Freunden ausgeht und ich nicht dabeisein kann. Es könnte so leicht passieren, dass sich ihm dann eine andere an den Hals wirft. Manchmal drehe ich an solchen Abenden fast durch.

Einmal habe ich ihn schon angeschrien, dass er mir endlich sagen soll, mit welchem Mädchen er mich betrügt. Er hat dann sehr entspannt reagiert, mich in den Arm genommen und gemeint, es gäbe für ihn tatsächlich keinen anderen Menschen auf der Welt.

Eifersucht- die heimliche Kontrolle seines Handy

Einmal habe ich auch schon rumspioniert und mir sein Handy vorgenommen. Bei seinen Chats habe ich tatsächlich keine anderen Frauen gefunden, dafür allerdings einen Ordner mit Pornobildern. Massenweise Blondinen, schwedischer Typ. Also genau das Gegenteil von mir.

Ob er das braucht, weil ich ihm so wenig gefalle? Was tun, wenn ihm so eine hochgewachsene Frau mit langen, blonden Haaren tatsächlich über den Weg läuft. Habe ich dann überhaupt noch eine Chance?

Ich hab ihm das dann gebeichtet- schließlich wollte ich von ihm hören, was die Blondinen zu bedeuten haben. Er meinte, das bräuchte er halt hin und wieder, hätte nichts mit mir zu tun. Und es täte ihm leid, er habe mich nicht verletzen wollen. Die Entschuldigung ist OK- trotzdem gilt: Mein Freund träumt von schwedischen Blondinen.

Oder ist das alles nur Blödsinn- lauter kranke Gedanken von mir? Ich fände es furchtbar, wenn meine Eifersucht ihn tatsächlich dazu bringt, dass er sich von mir trennt…

Conni D. (Name geändert)

Eifersucht-
auch ohne Gegenspielerin

Hallo Conni,

Sie haben einen Freund und sind eifersüchtig- und das, obwohl Sie gar keine konkrete Gegenspielerin haben. Sie haben Angst, Ihren Freund an eine Unbekannte zu verlieren, die besser ist als sie. Und sie haben Angst davor, dass es Ihre Eifersucht selbst ist, die Ihren Freund dazu veranlaßt, sich von Ihnen zu trennen.

Eifersucht- die drei Vorausetzungen

Grundsätzlich braucht es für Eifersucht drei Elemente:

  1. denjenigen/diejenige, welche/r die Eifersucht empfindet
  2. die Person oder der Umstand, deren Verlust gefürchtet wird:
    z.B. der eigene Partner (als Person) oder das Privileg, mit den Eltern ins Kino gehen zu dürfen (als Umstand, der bedroht ist, wenn plötzlich statt mir der Bruder oder die Schwester mitgenommen werden)
  3. die Person oder der Umstand, welche/r den drohenden Verlust verursacht:
    das kann eine Person sein (z.B. eine anderer Mensch sein, der mir den Partner ausspannt), aber auch ein bestimmter Umstand (z.B. das neue Hobby des Freundes, das ihn dazu bringt, mir weniger Zeit und Aufmerksamkeit zuzuwenden)

Es ist also sowohl möglich, auf Personen eifersüchtig zu sein wie auch auf bestimmte Umstände, welche den gefürchteten Verlust verursachen.

Typisch für Eifersucht ist also die Angst, jemanden oder etwas zu verlieren, das einem bereits gehört- im Gegensatz zum Neid, wo es darum geht, etwas zu haben, das man noch nicht besitzt.

Eifersucht- auch ohne konkrete Ursache?

In Ihrem Fall ist auffällig, dass es eine solche Verlustursache (noch) gar nicht gibt.

Ihr Freund sagt, dass er sie liebt- und von einer konkreten Gegenspielerin wissen Sie nichts. Sogar die Pornobilder auf seinem Handy haben sie konkret nicht als Bedrohung für Ihre Beziehung erfahren, etwa in dem Sinn, dass er sich lieber mit diesen Bildern als mit Ihnen beschäftigen würde.

So gesehen, erschaffen Sie sich die Gegenspielerinnen, auf die Sie eifersüchtig sein können, sozusagen selbst: ob das die Mädchen sind, denen er beim Ausgehen mit seinen freunden begegnen könnte, oder die hochgewachsene Blondine, die ihm plötzlich über den Weg liefe und ihn an seine Pornos erinnern würde.

Insofern läßt sich Ihre Form der Eifersucht möglicherweise noch besser als eine Form der Verlustangst beschreiben, die Sie in Bezug auf Ihren Freund ständig begeleitet.

Eifersucht- Szenarien, die Sie herunterziehen

In Ihrer Nachricht schildern Sie gleich mehrere Szenarien, in denen Sie sich selbst ein Stück weit klein machen:

  • Berichte über Ihre abgebrochenen Ausbildungen
  • Sie halten Ihr Körpergewicht für zu hoch
  • Sie finden ihn schön, sich selbst aber nicht
  • Sie haben Angst, ausgestochen zu werden, wenn Ihr Freund mit seinen freunden augeht
  • Sie haben Angst, eine Frau wie auf seinen Pornobildern könnte Sie ausstechen

Diese Hinweise können auf ein Selbstwert-Defizit hindeuten. Denn Sie haben sehr wahrscheinlich genau so viele starke Seiten, die Sie so gar nicht zur Kenntnis nehmen. Dazu gehört auf jeden Fall, dass Sie es geschafft haben, einen Freund zu gewinnen, der Ihnen sehr gut gefällt- und der Sie nach eigener Aussage liebt.

Eifersucht-
Hilfsmöglichkeiten durch eine Psychotherapie

Wenn Sie Ihre Eifersucht loswerden wollen, könnte es sich in einer Psychotherapie für Sie lohnen, daran zu arbeiten, wie Sie sich selbst sehen bzw. sehen wollen.

Wenn Sie Stück für Stück auch Ihre starken Seiten kennenlernen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihre Eifersucht-Fantasien nach und nach in den Hintergrund treten.

Außerdem könnte es in einer Therapie auch um das Thema Ängste gehen, speziell um die Verlustangst um Ihren Freund, das Sie möglicherweise als eine Art von Zwangsgedanke verfolgt.

Es gibt verschiedene therapeutische Möglichkeiten, schon in relativ kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung zu erreichen.

Gerade weil Sie befürchten, Ihren Freund langfristig durch Ihre Eifersuchtsausbrüche zu verlieren, kann sich eine Psychotherapie sehr für Sie lohnen- und auch für Ihre Beziehung.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
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Erektionsstörung und Versagensangst

Erektionsstörung-
Auch mit der Traumfrau geht nichts

Erektionsstörung? © Syda Productions Fotolia.com
Erektionsstörung
Als Jugendlicher hatte ich nie eine Freundin, mit der es zu richtigem Sex gekommen ist. Dazu dauerten diese Beziehungen nie lange genug.

Das erste Mal Sex hatte ich mit 20 Jahren. Das war ein ziemliches Fiasko, weil ich im Bett einfach keine richtige Erektion hinbekommen habe. Im Nachhinein kann ich mir das schon erklären: Im Grunde paßte diese Frau überhaupt nicht zu mir. Es ging mir eigentlich gar nicht um sie- ich wollte nur endlich meine erste sexuelle Erfahrung machen, und das ist dann gründlich daneben gegangen. Ziemlich peinlich!

Leider habe ich diese Erfahrung dann auch noch ein zweites Mal gemacht, mit einer Kommilitonin, mit der ich eine kurze Affäre hatte. Schon wieder eine blöde Erfahrung.

Jetzt habe ich eine neue Freundin, in die ich mich total verliebt habe. Was für mich richtig furchtbar ist: Auch bei ihr bekomme ich im Bett einfach keine Erektion. Dabei liebt sie mich, sie ist wunderhübsch und unglaublich zärtlich… Aber bei mir tut sich da unten einfach nichts. Das ist total heftig.

Erektionsstörung-
auch ohne körperliche Ursache

An körperlichen Ursachen kann es absolut nicht liegen. Ich onaniere regelmäßig, immer mit einer starken Erektion, ohne alle Probleme.

Wahrscheinlich ist das mittlerweile meine Angst, die mich dermaßen blockiert. Ich kann mich einfach nicht mehr fallenlassen. Sobald es Richtung Bett geht, denke ich nur noch, dass es bei mir nicht klappt und wir keinen Sex haben können.

Bis jetzt hat sie noch richtig viel Verständnis und ist total nett zu mir. Aber ich weiß nicht, ob nicht auch bei ihr der Geduldsfaden irgendwann reißt. Schließlich will sie ja gern Sex mit mir haben, und ich kann ihr das einfach nicht geben.

Ich habe schon nachgedacht, ob ich Viagra nehmen soll. Ob das ein Ausweg ist?

Selbst bin ich mir da nicht sicher. Schließlich hat mein Problem, wie gesagt, hundertprozentig KEINE körperliche Ursache.

Tobias K. (Name geändert)

Erektionsstörung– Belastung für die Beziehung

Hallo Tobias,

obwohl Sie alleine beim Onanieren keine Erektionsprobleme haben, klappt es nicht, wenn Sie sexuellen Verkehr mit einer Frau haben wollen: so schon mit Ihren ersten zwei Bekanntschaften und jetzt wieder mit Ihrer neuen Freundin. Und das, obwohl Sie sehr verliebt sind.

Erektionsprobleme-
Medikamente lösen nur körperliche Probleme

Das Wichtigste vorweg: körperliche Impotenz ist nicht Ihr Problem. Von daher ist es unwahrscheinlich, dass ein Medikament wie Viagra überhaupt eine Wirkung bei Ihnen hat.

Viagra kann durch chemische Prozesse die sexuelle Erregung beim Mann verstärken- Voraussetzung ist allerdings, dass es überhaupt zu einer solchen Erregung kommt. Wenn Sie also alleine keine Schwierigkeiten haben, in sexuelle Erregung zu kommen und die Erregung nur in Gegenwart Ihrer Freundin ausbleibt, kann ein Medikament wie Viagra kaum helfen.

Erektionsprobleme-
Versagensangst als Ursache?

Da bei Ihnen körperlich offenbar alles in Ordnung ist, hat das Problem bei Ihnen wohl eine psychische Ursache, so wie Sie das schon selbst vermutet haben.

Versagensangst, also die Angst, das es nicht klappen kann, reicht völlig aus, um zu erklären, dass es auch tatsächlich nicht klappt.

Dadurch entsteht ein sich selbst verstärkender Teufelskreis: jedes Mal, wenn es nicht geklappt hat, wird die Versagensangst noch größer. Und wenn die Versagensangst noch größer wird, kann es beim nächsten Mal noch weniger klappen.

Aus einem solchen Teufelskreis ist es sehr schwierig, ohne therapeutische Hilfestellung herauszukommen. Deshalb lohnt es sich für Sie ganz bestimmt, ein paar Therapiestunden zu nehmen- vielleicht auch gemeinsam mit Ihrer Freundin.

Erektionsprobleme-
Wie eine Psychotherapie helfen könnte

1. Schritt: Psychischen Druck reduzieren

Ein erster Schritt könnte sein, Ihnen (und Ihrer Freundin) aufzuzeigen, dass Ihr Problem vielleicht gar nicht so riesige Dimensionen hat, wie Ihnen das auf den ersten Blick erscheint.

Wenn Sie selbst sicher sein können, dass es Ihrer Freundin mit Ihnen rundherum gut geht, ganz gleich ob Sie nun bei Ihr eine Erektion bekommen oder nicht, dann wäre das bereits ein erster Schritt, um dem Problem seine Bedrohlichkeit abzunehmen und den psychischen Druck zu reduzieren.

Es könnte also sinnvoll sein, wenn Sie Ihrer Freundin in nächster Zeit ab und an zu einem Orgasmus verhelfen, auch ohne selbst einen Orgasmus anzustreben.

Vielen Männern ist nicht klar, dass es durchaus möglich ist, mit einer Frau gemeinsam Sex zu haben, ohne dabei selbst eine Erektion und einen Orgasmus zu bekommen. Einzige Voraussetzung dafür ist, sich von den Vorstellungen des Normsex zu verabschieden, wonach beim Sex einzig der Koitus mit gemeinsamen Orgasmus zählt.

2. Schritt: an der Versagensangst arbeiten

Ein zweiter Schritt wäre die therapeutische Arbeit an Ihrer Versagensangst. Um hier ein geeignete Vorgehensweise zu finden, ist zuvor eine gründliche Klärung im therapeutischen Gespräch erforderlich. Wichtige Fragen könnten dabei sein:

  • Kennen Sie das Thema Angst auch aus anderen Bereichen Ihres Lebens?
  • Welche Normen gelten für Sie beim Sex?
  • Was würde passieren, wenn Sie Ihre Angst plötzlich nicht mehr hätten?

Parallel zu der inhaltlichen Arbeit am Thema Angst könnte Ihnen der Therapeut auch vorschlagen, Entspannungstechniken zu erlernen, die Ihnen generell helfen, innere Verspannungen aufzulösen.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Verklemmt-
die Angst vor Nacktheit

Verklemmt, weil ich ungern nackt bin?

Verklemmt? Angst vor Nacktheit Foto © bruno135_406u Fotolia.com
Ich bin männlich, 27, und wohl ziemlich verklemmt, weil ich mich ungern nackt zeige, sowohl in der Öffentlichkeit (Suana etc.), aber auch privat.

Bei meiner Exfreundin hatte ich immer das Gefühl, dass ich ihr nackt nicht richtig gefallen könnte- deswegen hatten wir Sex meist unter der Decke oder im Dunkeln. Dabei bin ich nicht häßlich. Aber irgendwie komme ich mit meiner Nacktheit nicht zurecht.

Meine Freundin hatte diese Hemmung nie: Sie ist oft nackt rumgelaufen und hat mich auch aufgezogen, wenn ich mir im Bad immer gleich ein Handtuch umgewickelt habe.

Möglicherweise hat sie mich sogar verlassen, weil ich so verklemmt bin. Ich würde gern davon loskommen, habe aber überhaupt keine Idee, wie ich das anstellen soll.

Tim N. (Name geändert)

Verklemmt-
Wie werde ich die Angst vor Nacktheit los?

Hallo Tim,

Sie haben Schwierigkeiten, sich nackt zu zeigen, und zwar sowohl in der Öffentlichkeit wie auch privat in der Beziehung mit Ihrer Exfreundin. Diese Verklemmtheit würden Sie gern loswerden.

Verklemmtheit, Schüchternheit oder Scham?

Aus psychotherapeutischer Sicht gibt es keine „Verklemmtheit“. Deswegen ist erst einmal zu überlegen, was „verklemmt“ in Bezug auf Ihre Erfahrungen überhaupt bedeuten kann.

Um das zu klären, müsste ich mich im Rahmen einer Therapiestunde etwas ausführlicher mit Ihnen unterhalten. Deshalb sind die folgenden Überlegungen ohne eine solche Klärung nur eine vorläufige Orientierung, wo die Ursache für Ihre Schwierigkeiten liegen könnte.

Zunächst einmal sollten die folgenden, „einfachen“ Begründungen untersucht werden:

  • Viele Menschen haben durch Ihre Erziehung gelernt, sich anderen gegenüber nicht nackt zu zeigen. Solange diese Regel einen Menschen nicht stört, ist das auch weiter kein Problem.
    Möglicherweise haben auch Sie eine solche Regel durch Ihre Erziehung mitbekommen. Wenn dem so sein sollte, bräuchten Sie jetzt eine Strategie, sich von diesen inneren Vorgaben auch wieder lösen zu können- insbesondere dann, wenn es Sie in Ihrem Sexualleben behindert.
  • Die fehlende Akzeptanz des eigenen Körpers kann dazu führen, sich nicht nackt zeigen zu wollen. In Ihrem Fall scheint das nicht der Fall zu sein, weil Sie schreiben, dass Sie sich nicht häßlich fühlen.
  • Umgangssprachlich ist Verklemmtheit meist etwas ähnliches wie übertriebene Schüchternheit– das allerdings scheint eher weniger Ihr Problem zu sein, denn immerhin haben Sie ja bereits eine erste Freundin gefunden. Vgl. den Artikel über Schüchternheit.
  • Auch starke Scham kann dazu führen, dass man seine Nacktheit niemandem zeigen will. Das klingt allerdings in Ihrem Fall nicht wahrscheinlich. Dann hätten Sie wohl mit dem Sex noch größere Schwierigkeiten als mit der Nacktheit gehabt.

Angst als mögliche Erklärung

Eine weitere Erklärungsmöglichkeit für Ihre „Verklemmtheit“ wäre eine spezifische Angst vor Nacktheit (Gymnophobie), also die Form einer Anststörung. Um diese Möglichkeit zu klären, wären unter anderem folgende Punkte zu beachten:

  • Haben Sie ein Angstgefühl bei Ihrer Nacktheit?
  • Wie lange dauert diese Angst an?
  • Wie können Sie mit einem solchen Angstgefühl umgehen?
  • Hat Angst vor Nacktheit negativen Einfluss auf Ihr Sexualleben?

Sollte sich herausstellen, dass hinter Ihrer „Verklemmtheit“ sich eine Angststörung vor Nacktheit verbirgt, wäre es auf jeden Fall sinnvoll, daran psychotherapeutisch zu arbeiten. Grundsätzlich gilt, dass es für Angststörungen verschiedene, gut erprobte Therapieformen gibt. Der Therapieerfolg ist besonders hoch, wenn mit einer Behandlung frühzeitig begonnen wird. Bei Nichtbehandlung besteht das Risiko, dass sich die Störung dauerhaft festsetzt und auch noch auf weitere Lebensbereiche ausgreift.

Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen, auf jeden Fall einen Termin mit einem Therapeuten auszumachen und genau abzuklären, was hinter Ihrem Gefühl, „verklemmt“ zu sein, genau dahintersteht.

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern nochmal an mich wenden.

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