Mein erstes Mal Sex-
Tipps für junge Frauen

Mein erstes Mal Sex- Tipps für junge Männer
Mein erstes Mal Sex-Tipps für junge Frauen

Mein erstes Mal Sex-
Häufige Fragen junger Frauen

Jede Woche bekomme ich neue Anfragen zum Thema „Mein erstes Mal Sex“. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen junger Frauen. Zu den wichtigsten Fragen junger Männer geht es unter diesem Link.

 

„Ich hätte gern Sex, aber was passiert, wenn mein Jungfernhäutchen total anfängt zu bluten und ich richtig Schmerzen bekomme?“

Spätestens der erste Koitus führt zur Verletzung des Jungfernhäutchens, das allerdings bei vielen Frauen auch schon vorher aufgelöst sein kann, z.B. durch einen entsprechenden Druck beim Sport, insbesondere beim Reiten.

Die Verletzung des Jungfernhäutchens ist schmerzhaft- allerdings auch nicht so sehr, dass deswegen eine örtliche Betäubung oder gar eine chirurgische Entfernung notwendig wäre. Auch die Menge Blut, die dabei austritt, ist eher gering und steht in keinem Vergleich zur Blutmenge, die Sie bei Ihren Monatsblutungen verlieren.

Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass Sie nach dem Zerreißen des Jungfernhäutchens erst einmal wenig Lust dazu haben, den Sex mit Ihrem Freund fortzusetzen. Wenn Ihr Freund dann trotzdem weitermacht, kann das tatsächlich schmerzhaft und unangenehm werden.

Daher ist es das Beste, Sie sprechen das Thema mit Ihrem Freud ganz offen an. Ja, Sie wollen den Sex mit ihm ausprobieren- und Sie beide wissen, dass das erste Mal zur Verletzung des Jungfernhäutchens führen wird. Und Sie verabreden mit Ihrem Freund die (eigentlich selbstverständliche) Regel, dass er beim ersten Mal seinen Penis sofort wieder zurückzieht, wenn es schmerzhaft wird.

Sie beide können sich sicher sein, dass die Verletzung des Jungfernhäutchens schon nach wenigen Tagen ausgeheilt ist. Und dann können Sie ohne Schmerzen in aller Ruhe ausprobieren, wie Ihnen beiden der Sex am meisten Freude macht.

„Mein erstes Mal Sex: Wenn ich mit meinem Freund schlafe, tut das nur weh.“

Sex tut jeder Frau weh, wenn die Vagina nicht genügend Scheidenflüssigkeit entwickeln konnte, die als Gleitflüssigkeit bei Eindringen des Penis dient. Vor dem Koitus ist es also sehr wichtig, dass Sie selbst bereits so sehr erregt sind, dass Ihre Scheide ausreichend feucht geworden ist. Sie beide sollten also unbedingt beim Vorspiel bleiben und mit dem Koitus noch warten, bis sich ausreichend Flüssigkeit bilden konnte

Sollten Sie körperlich zu wenig Scheidenflüssigkeit bilden, ist ein Gespräch mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt angezeigt. Möglicherweise können Sie sich nach solcher Rücksprache auch mit einem künstlichen Gleitmittel behelfen.

Es kann aber auch sein, dass Ihr Körper ganz grundsätzlich noch nicht zum Sex mit Ihrem Freund bereit ist- vielleicht deswegen, weil Sie sich noch nicht lange genug kennen und Sie in seiner Gegenwart noch nicht völlig entspannt sind und sich innerlich verkrampfen.

In diesem Fall sollten Sie mit dem ersten Sex einfach warten- solange, bis Sie selbst auf Sex mit Ihrem Freund Lust haben. Es ist völlig normal, wenn es in einer Beziehung bis zum ersten Sex einige Wochen oder auch Monate dauert- gerade dann, wenn einer oder beide Partner noch wenig Erfahrung mit Sex haben.

 

„Mein erstes Mal Sex: Ich bekomme beim Sex einfach keinen Orgasmus.“

Das ist ein Problem, das ich in der Praxis häufig höre. Sie stehen also keineswegs allein da.

Die wichtigste Frage, die vorab zu klären ist: Sind Sie alleine in der Lage, einen Orgasmus zu bekommen? Wenn Sie für sich alleine einen Orgasmus bekommen können, haben Sie keinerlei körperliche Probleme, welche die Ursache für den fehlenden Orgasmus beim Sex mit dem Partner sein können. Falls der Orgasmus auch alleine nicht klappt (ein eher seltener Fall), sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin über das Thema reden.

Häufig liegt die Ursache für den fehlenden Orgasmus der Frau beim Sex mit dem Partner schlicht und ergreifend an falschen Vorstellungen darüber, wie Sex zu funktionieren hat. Und die wenigsten Frauen (und auch die weigsten Männer!) wissen, dass das in der Öffentlichkeit verbreitete Ideal vom Normsex im Koitus bei vielen Frauen niemals zum Orgasmus führt.

Zu den erregunngsempfindlichsten Stellen der Frau gehört die Klitoris und der G-Punkt (vgl. Artikel Weiblicher Orgasmus- Jede Frau ist anders), nicht aber die Scheideninnenwand. Durch das bloße Eindringen des Penis in die Scheide erreichen die meisten Frauen keinen Orgasmus (auch wenn genau dieses Eindringen für sehr viele Männer das höchste aller Sexgefühle darstellt- aber übrigens auch nicht für alle!).

Viele Männer, die davon überzeigt sind, dass das Einführen des Penis (=Koitus)auch automatisch für jede Frau das höchste der Gefühle sein muss, ziehen ihre Vorstellung von Sex einfach durch und wundern sich, falls sie das überhaupt bemerken, dass die Frau nicht im genau gleichen Rhythmus ihren Orgasmus bekommt.

Im Hintergrund steht das traditionelle Ideal, dass Mann und Frau ihren Orgasmus möglichst gleichzeitig im Koitus erleben sollten.  Eine solche Gleichzeitigkeit ist aus sexualtherapeutischer Sicht ein extrem unwahrscheinliches Ereignis und auch gar nicht unbedingt erstrebenswert. Guter Sex besteht vor allem darin, dass die Partner sich gegenseitig verwöhnen und dabei unterstützen, je auf ihre Weise zu sexueller Befriedigung zu kommen.

Es ist also völlig in Ordnung, wenn  der Mann seinen Orgasmus im Koitus bekommt, die Frau aber davor oder danach durch eine andere Form des Sex, also zum Beispiel durch die Stimulation der Klitoris (durch die Zunge des Mannes oder einen Vibrator) oder auch durch eigenes festes Zusammenpressen der Oberschenkel (möglicherweise unterstützt durch eine kräftige Umarmung des Mannes).

Die Regel „Ladies first!“ kann auch beim Orgasmus hilfreich sein. Schließlich hält bei den meisten Frauen das Erregungslevel deutlich länger an (was Frauen oft auch mehrere Orgasmen hintereinander ermöglicht), während bei den meisten Männern die sexuelle Erregung nach dem Samenerguss sehr schnell abflacht- bis dahin, dass sie danach den gemeinsamen Sex ziemlich abrupt abbrechen wollen.

Wichtig ist da vor allem eines: Miteinander reden! Als Frau dem männlichen Partner ganz offen zu sagen,  wie die eigene Form des Orgasmus aussieht, und ihm zu erklären, was er am besten dazu beitragen kann, dass es klappt. Denn von sich aus kommen nur sehr wenige Männer selbst auf den Gedanken, da einmal nachzufragen.

 

„Mein erstes Mal Sex: Ich habe Angst, dass mich mein neuer Freund verlässt, wenn wir nicht bald richtigen Sex miteinander haben.“

Das Gelingen einer guten Beziehung liegt definitiv nicht daran, dass der erste Sex schon sehr schnell nach dem ersten Kennenlernen passiert. Das Gegenteil ist eher richtig: Wenn Partner sich auch außerhalb des Sex gut verstehen und miteinander bereits über alles und jedes geredet haben, dann fällt ihnen auch der Sex sehr viel leichter.

Wenn Ihr neuer Freud Sie zum Sex drängt, ohne dass Sie das zum jetzigen Zeitpunkt selber wollen, dann ist das nicht unbedingt eine Empfehlung für ihn. Möglicherweise hat er an der sexuellen Erfahrung als solcher mehr Interesse als an Ihrer Person. Das wäre dann für eine wirkliche Partnerschaft eine sehr schlechte Ausgangsbasis.

Möglicherweise ist es aber auch so, dass Ihr Freund Sie da gar nicht bedrängt und Sie nur selbst die Vorstellung haben, dass es in einer neuen Freundschaft schon bald zum Sex kommen muss.

Das wäre insofern wenig erstaunlich, als dass in der Öffentlichkeit fast überall die Vorstellung vorherrscht, jede Beziehung müsste grundsätzlich sehr schnell zum Sex führen.  Das mag auch in Ihrem eigenen Freundeskreis so scheinen- aber wer traut sich schon zu sagen, selber mit dem erste Sex etwas länger gewartet zu haben, wenn die Gefahr besteht, mit einer solchen Aussage irgendwie lächerlich dazustehen.

Richten Sie sich also nicht nach irgend welchen Vorstellungen, wie schnell der erste Sex kommen muss, sondern achten Sie vor allem auf sich selbst: Der erste Sex sollte erst dann sein, wenn Sie selber (und auch Ihr Freund!) es gern möchten.

Und bis zum ersten „richtigen“ Sex  gibt es gemeinsam noch eine ganze Reihe an Zwischenschritten zu entdecken, die ebenfalls aufregend sind: vom ersten Kuss bis hin zu ausgiebigem Petting (gegenseitiges Streicheln, auch mit sexueller Erregung, aber ohne Koitus). Und es ist schon fast schade, diese gemeinsame Entdeckungsreise zu schnell zurückzulegen oder ganz zu überspringen.

 

„Mein erstes Mal Sex: Ich würde gern Sex ausprobieren, habe aber Angst, schwanger zu werden.“

Eine ungewollte Schwangerschaft muss definitiv nicht sein! Vor dem ersten Mal sollten Sie also Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt aufsuchen und sich ausführlich darüber beraten lassen, welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist.

Gerade für junge Frauen sind in den letzten Jahren viele neue Präparate entwickelt worden, die eine effektive Verhütung garantieren und ihren Körper wenig belasten.

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Domina-Sex: Warum stehen Männer darauf?

Domina-Sex

Domina-Sex:
Wenn Frauen Männer quälen

Radiointerview Domina-Sex
Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Domina-Sex:
Warum machen das Männer, sich erniedrigen zu lassen?

Der Besuch bei einer professionellen Domina ist, anders als das auf den ersten Blick erscheinen mag, ein Verwöhnprogramm für Männer. Die Männer suchen sich bei einer Domina wie im Restaurant auf einer Speisekarte genau die Formen sexueller Erniedrigung aus, die sie sich selbst wünschen. Das hat mit Sadismus seitens der Frau nur sehr wenig zu tun.

Die wichtigste Erfahrung, um die es den meisten Männern dabei geht, ist die Abgabe der Führungsrolle: einmal selbst für nichts verantwortlich zu sein, sich ganz und gar in die Hände eines anderen Menschen zu begeben, der für die Dauer der Sitzung bestimmt, was geschieht.

Aus psychologischer Sicht ist eine Session bei einer Domina so etwas wie ein Angstexpositions-Training: der Mann stellt sich seinen tiefsten Ängsten von Misshandlung und Erniedrigung und kann im kontrollierten Rahmen des Domina-Studios erleben, dass diese lebensbedrohlichen Ängste sich zuletzt in sexueller Lust auflösen.

Bei vielen Männern, die eine Domina aufsuchen, ist anzunehmen, dass eigene Erfahrungen von sexuellem Missbrauch in der Kindheit im Hintergrund stehen. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 15% der Frauen und 5% der Männer als Kinder Opfer von sexuellen Übergriffen geworden sind. Dabei sind, gerade Männern gegenüber, die Täterinnen häufig weiblich: oft die eigene Mutter, aber auch die Erzieherin oder Lehrerin.

Wer so etwas in der Kindheit erlebt hat, für den ist die Erfahrung des Übergriffs und der sexuellen Erregung lebenslänglich sehr eng verbunden.

Der Besuch bei einer Domina ist da geradezu ein kreativer und lebensbejahender Weg, mit solchen Belastungen umzugehen. Dadurch, dass der Mann Auftraggeber der Domina ist, kann er diese spezielle Verknüpfung seiner sexuellen Lust mit der Erfahrung der Erniedrigung immer wieder nacherleben, ohne in die Rolle des Opfers zurückzufallen.


Domina-Sex:
Frauen – warum haben sie so eine Wirkung? Wieso wollen sie Männer erniedrigen?

Das ist jetzt eine ganz andere Frage: Frauen, die Männer erniedrigen wollen. Professionelle Dominas gehören in der Regel nicht zu dieser Gruppe. Sie verstehen sich meist eher als eine Mischung aus Schauspielerin und Psychotherapeutin.

Wenn eine Frau in ihrem Privatleben Freude daran hat, Männer sexuell zu erniedrigen, ist das etwas ganz anderes. Ein solcher Wunsch hat in der Regel ebenfalls Wurzeln in kindlichen Misshandlungserlebnissen. Das ist bei einer Frau dann oft die mehr oder weniger bewusste Rache für das, was andere Männer ihr früher selber angetan haben.

Domina-Sex:
Wann wird es gefährlich?

In der BDSM-Community und auch in der Beziehung zwischen der Domina und ihren Kunden ist allen Beteiligten klar, dass sie ein Spiel spielen Zu diesem Spiel gehört es, dass vorher festgelegte Regeln gelten: etwa Code-Wörter, wann es zu viel wird oder das Spiel abgebrochen werden soll. Die Kontrolle bleibt letztlich immer bei demjenigen, der die unterlegene Rolle innehat.

Ein solches Spiel zielt nicht auf die Erniedrigung anderer Menschen als Person ab, sondern auf die Erzeugung maximaler sexueller Lust- wobei Schmerz und Erniedrigung durchaus Mittel zum Zweck sein können.

Gefährlich wird es, wenn Schmerz und Erniedrigung selbst zum eigentlichen Zweck werden. Wenn also das Spiel aus Unterwerfung und Dominanz gar kein Spiel mehr ist.

Dann kann es zu schwerwiegenden Übergriffen kommen, sowohl im Sinne einer psychischen Demütigung und menschlichen Erniedrigung, wie auch durch ganz konkrete körperliche Gewaltexzesse.

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Vgl. dazu die Artikel

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Häufige Fragen junger Männer

Jede Woche bekomme ich neue Anfragen zum Thema „Mein erstes Mal Sex“. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen junger Männer. Zu den wichtigsten Fragen junger Frauen geht es unter diesem Link.

„Ich hatte bisher nur wenig Sex und der Gedanke an mein erstes Mal Sex setzt mich total unter Druck. Was kann ich tun?“

Wenn ein Mann eine Frau kennenlernt, geht es meistens nicht ausschließlich um Sex, sondern vor allem um die Beziehung. Die neue Bekanntschaft mit einer Frau scheitert nicht daran, wie erfahren der Mann im Bett ist oder welche Leistungen er da beim ersten Mal Sex vorlegt.

Das entscheidende Kriterium ist vielmehr: Wie gut passen Sie beide als ein Paar zueinander? Wie offen können Sie über ihre wechselseitigen Bedürfnisse und Wünsche in ihrer Beziehung sprechen, und das nicht nur auf dem Gebiet Sex… Wie sehr ist jeder von Ihnen bereit, auf den anderen einzugehen und gemeinsam ein Leben zu führen, das sich nach den Wünschen und Bedürfnissen beider Partner richtet?

„Mein erstes Mal Sex- Wie mache ich alles richtig, ohne mich zu blamieren?“

Es gibt kein richtiges oder falsches Verhalten beim Sex. Es gibt auch kein bestimmtes Programm, das beim ersten Mal Sex mit einer Frau durchgeturnt werden muss. Die Idee vom Normsex ist wenig hilfreich, um ein erfülltes Sexualleben zu führen.

In der Regel braucht es in einer Beziehung längere Zeit, bis sich der Sex so richtig entwickelt. Wenn einer oder beide Partner wenig Erfahrung haben, ist es gut, den Weg zum „richtigen“ Sex langsam zu entwickeln und erst einmal nur das gemeinsame Zusammensein zu genießen. Zum ersten Mal gemeinsam Petting zu machen (d.h. Körperberührungen und Ankuscheln ohne Koitus) ist in der Regel aufregend genug. Es ist völlig in Ordnung, wenn es in einer neuen Beziehung in der ersten Zeit dabei bleibt.

Auch die meisten Frauen kommen am Anfang mit Männern besser klar, die nicht schon in der allerersten Phase gleich ein ganz bestimmtes Sexprogramm durchspielen wollen.

„Was gibt es zu beachten, dass der erste Koitus beiden Partnern richtig Spaß macht und beide zum Orgasmus kommen?“

Es ist unwahrscheinlich, dass beim ersten Koitus beide Partner einen Orgasmus bekommen.

Möglicherweise ist die Frau beim ersten Sex noch Jungfrau. Beim Zertrennen des Jungfernhäutchens kommt es zu (harmlosen) Blutungen. Es ist wahrscheinlich, dass damit erst einmal Schluss ist mit dem Koitus. Denn wenn die Frau Schmerzen empfindet, macht ihr der Koitus keinen Spaß- und so der Mann kein Sadist ist, ihm auch nicht.

Aber auch, wenn beide Partner schon Koituserfahrung haben, ist es keineswegs sicher, dass beim ersten Mal beide einen Orgasmus bekommen. Erst wenn die beiden im Lauf der Zeit sich und ihre sexuellen Bedürfnisse wechselseitig kennengelernt haben, kommt es schließlich auch bei einem oder beiden Partnern zum Orgasmus.

Wobei der Orgasmus im Koitus definitiv nicht das Kriterium dafür ist, ob der Sex gut war. Entscheidend ist: War es eine gute gemeinsame Erfahrung? Haben wir beide Spaß daran, miteinander noch mehr auszuprobieren?

„Mein erstes Mal Sex: Mache ich mich bei einer Frau lächerlich, wenn ich zugebe, nur wenig sexuelle Erfahrung zu haben?“

Als Mann einer Frau mit größerer sexueller Erfahrung vorzuspielen, man sei selbst auch schon erfahren, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das wirkt auf die Frau im besten Fall ein bisschen drollig, eventuell aber auch etwas lächerlich. Daher: Ehrlichkeit ist Trumpf! Als sexuell unerfahrener Mann ist es am besten, genau das der Partnerin schon vor dem Sex ganz offen zu sagen.

Wenn die Frau selber wenig sexuelle Erfahrung hat, kann ein solches Geständnis sogar ein zusätzlicher Anziehungspunkt sein. Dann weiß die Frau, dass Sie beide auf gleichem Level stehen und den Sex in aller Ruhe gemeinsam miteinander erkunden können.

Und wenn die Frau schon Erfahrung hat: Dann können Sie als Mann es jetzt genießen, von einer Könnerin in die Welt des Sex eingeführt zu werden. Sie wird es als Kompliment empfinden, wenn Sie sich hier von ihr und ihrer Erfahrung ein Stück weit leiten lassen.

„Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich überhaupt heterosexuell bin.“

Viele junge Männer, die keine feste Freundin haben und/oder nur wenig Erfahrung mit Sex mit Frauen haben, stellen sich die Frage, ob sie eventuell homosexuell sind. Dazu ganz klar die Antwort: Wenig sexuelle Erfahrung mit Frauen ist kein Anzeichen für Homosexualität. (Viel sexuelle Erfahrung mit Männern dagegen schon…)

Bei der Frage der sexuellen Orientierung geht es um das, was mir Lust bereitet. Ein heterosexueller Mann ist aufgeregt beim Gedanken, eine Frau kennenzulernen, und verliebt sich immer wieder in Frauen. Häufig sind heterosexuelle Männer mit wenig sexueller Erfahrung in Gegenwart von Frauen extrem schüchtern und trauen sich kaum, eine Frau anzusprechen.

Heterosexuelle Männer entwickeln aufgrund eigener Ängste manchmal homosexuelle Zwangsgedanken, die sehr quälend sein können (vgl. dazu die Fallgeschichte von Uwe. D.). In einem solchen Fall lohnt es sich unbedingt, darüber mit einem Therapeuten zu sprechen.

Das gleiche gilt, wenn mich die Unsicherheit über mögliche eigene Homosexualität nicht mehr loslässt und zum quälenden Dauerthema wird.

„Wenn ich zu viel onaniere- lerne ich dann niemals eine Frau kennen?“

Onanie schadet nicht. Sie hindert auch nicht daran, eine Frau zu finden, sondern ist eine gute Vorübung, den eigenen Körper und die eigene Sexualität kennenzulernen und zu wissen, was einen selber erregt und zum Orgasmus bringt (d.h. welche Berührungen, welcher Druck bzw. welche Reibung auf den Penis- und auch, welche inneren Vorstellungen und Fantasien).

Onanie ist also eine gute Vorschule für die Beziehung- und Onanie ist auch während der Beziehung wichtig. Wer onanieren kann, braucht den Partner nicht mit sexuellen Wünschen unter Druck zu setzen, wenn es mal einen Tag gibt, an dem nur einer von beiden Lust auf Sex hat.

Zu viel onanieren kann man aus organischer Sicht nicht- irgendwann ist der Körper einfach nicht mehr in der Lage, noch einen weiteren Orgasmus zu produzieren. Dennoch gibt es Menschen, die darunter leiden, sehr viel zu onanieren (vgl. den Artikel „Ist Onanie schädlich?„). Problematisch kann es auch sein, wenn ein Mensch nur noch Pornos konsumiert, darüber seinen Berufsalltag vergisst oder das Interesse an konkreten Menschen als Sexualpartner verliert (vgl. Artikel „Was ist Pornosucht?„).

„Beim ersten Mal klagte meine Freundin nur über Schmerzen, als ich bei ihr eindringen wollte.“

Wenn eine Frau noch nicht ausreichend erregt ist und sich noch nicht genügend Scheidenflüssigkeit gebildet hat, ist das Eindringen des Penis in die Vagina schmerzhaft. Ein Koitus funktioniert also nur nach einem ausreichend langem Vorspiel, bei dem die Frau das zum Koitus nötige Erregungslevel erreicht hat („Plateauphase“- vgl. den Artikel Weiblicher Orgasmus“).

Es ist also wichtig, beim Sex nicht zu schnell vorzugehen. Es ist auch kein Fehler, die Frau zu fragen: „Was meinst du? Kann ich jetzt mal ausprobieren, meinen Penis bei dir einzuführen?“

Wenn die Frau über Schmerzen klagt, ist das ein absoluter Grund, sofort mit dem aufzuhören, was ihr weh tut. Wer trotzdem weitermacht, muss damit rechnen, dass dieser Sex der letzte mit dieser Frau gewesen ist. Zu Recht!
Mein erstes Mal Sex

„Mein Penis ist beim ersten Mal gar nicht richtig steif geworden, so dass der Sex nicht geklappt hat.“

Das passiert auch Männern mit großer sexueller Erfahrung immer wieder. Gründe können sein: Stress, Müdigkeit, aber auch Alkohol.

Und das erste Mal Sex kann (für beide Partner!) ein ziemliches Stressgefühl mit sich bringen. Dass der Stress sich dann auf die Erektion auswirkt, ist vom gesundheitlichen Standpunkt aus gesehen vollkommen normal. Ärztliche Hilfe benötigt nur, wer auch alleine nie eine Erektion bekommt.

Also: Das Beste ist, sich beim Sex nicht selber unter Druck zu setzen. Es gibt kein Pflichtprogramm, was durchexerziert werden muss! Auch Miteinander Kuscheln ist eine Form von Sex- und nicht jeder Sex muss mit einem Orgasmus enden. Viel wichtiger ist es, gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen und die aufregende Welt des Sex mit ihren vielen Möglichkeiten nach und nach gemeinsam zu entdecken.

„Ich komme beim Sex viel zu früh. Manchmal habe ich meinen Samenerguss schon, wenn ich überhaupt erst mit meinem Penis bei ihr in die Scheide eindringen will.“

Auch das kann beim ersten Mal passieren: die Erregung ist so riesig, dass der Orgasmus des Mannes schon bei der ersten Berührung der Eichel erfolgt, noch bevor der Penis überhaupt ganz in die Scheide eingedrungen ist. Das ist etwas, was sich in der Regel mit etwas Erfahrung nach und nach von selber legt.

Ansonsten: Es hilft, vor dem nächsten Date selber zu onanieren. Dann ist die Erregung im entscheidenden Moment nicht ganz so hoch. Beim Onanieren alleine lernt der Mann auch, seine Erregung besser einzuschätzen und besser voraussehen zu können, wann sich der Orgasmus ankündigt.
Mein erstes Mal Sex
Beim Koitus lässt sich der Orgasmus des Mannes dann leichter herauszögern: ein kurzer Bewegungsstopp kann dafür sorgen, die Erregung abzusenken, so dass der Sex danach wieder etwas länger dauert.

„Beim Sex komme immer nur ich als Mann zum Orgasmus. Irgendwie schaffe ich es nicht, auch meine Freundin kommen zu lassen.“

Die Vorstellung, dass Mann und Frau immer beide gleichzeitig beim Koitus zum Orgasmus kommen, ist völlig falsch. Das passiert in der Praxis nur selten und klappt bei vielen Paaren überhaupt nicht.

Guter Sex sieht anders aus als eine solche Vorstellung vom Normsex. Viele Frauen bekommen ihren Orgasmus nicht im Koitus, sondern zum Beispiel durch das Zusammenpressen der Schenkel oder bei einer festen Umarmung durch den Mann. Da lohnt es sich, gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen und herauszufinden, wie der Sex so funktioniert, dass beide zufrieden sind.

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Sex im Freien

Sex im Freien

Sex im Freien-
auf Musikfestivals und anderswo

Radiointerview Sex im Freien
Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Sex auf Musikfestivals- Was ist denn Ihre Meinung dazu?
Zunächst einmal ganz grundsätzlich: Sex ist etwas Wunderschönes und Musikfestivals sind auch eine tolle Sache, besonders jetzt im Sommer im Freien.

Das Wichtigste, was ich allen sagen will, die jetzt zuhören: Genießt euer Leben so richtig und in vollen Zügen!

Und damit da nichts schief geht, gibt es aus sexualtherapeutischer Sicht ein paar Sachen zu beachten.

    • Bei Musikfestivals kann man total unkompliziert neue Leute kennenlernen. Das ist eine tolle Sache! Allerdings ist es nie eine gute Idee, mit Leuten, die man erst ein paar Stunden kennt, sofort auch Sex zu haben. Richtig guter Sex braucht etwas Vorlaufzeit: sowohl um sich besser kennenzulernen, aber auch, weil die Vorfreude auf das Zusammensein den Spaß am Sex deutlich vergrößert.
    • Etwas Gesundheitsfürsorge ist ebenfalls sinnvoll. Wo sich viele Menschen unter freiem Himmel treffen, sind auch jede Menge Krankheitskeime unterwegs: Sex ohne vorherige Dusche ist ein echtes Infektionsrisiko für alle möglichen Krankheiten, die ich hier gar nicht im Einzelnen aufzählen will. Also: Wenn es Sex auf dem Festival sein soll, dann unbedingt vorher mit Seife duschen!
    • Und wenn es doch zum Sex mit einem unbekannten Partner oder einer unbekannten Partnerin kommen sollte: Ein Kondom ist Pflichtsache. Also allein zur Sicherheit: Mann oder Frau sollten unbedingt ein paar Kondome dabeihaben. Es gibt immer noch AIDS und jede Menge andere Geschlechtskrankheiten. Und ihr könnt nicht davon ausgehen, dass Euch ein unbekannter Sexpartner noch vor dem Sex verrät, ob er irgendwelche Krankheiten hat.
    • Ein ziemliches Problem bei manchen Festivals ist der Alkohol. Und da gibt es Leute, die es ausnützen, wenn die Hemmschwelle durch den Alkohol sinkt. Bis dahin, dass für Frauen unter Alkoholeinfluss das Risiko erheblich stiegt, Opfer einer Vergewaltigung zu werden.

    Was wäre denn Ihre Empfehlung für Sex im Freien?
    Ich denke, am meisten Spaß macht das mit einem Partner oder einer Partnerin, die sich schon ein etwas länger kennen und jetzt gemeinsam etwas Neues ausprobieren möchten. Da wäre jetzt weniger ein Musikfestival der günstigste Ort, irgendwo eingepfercht in ein enges Zelt, sondern ein schöner, einsamer Ort in der Natur, eine Waldlichtung vielleicht, ein Berg oder auch ein Strand.

    Ist Sex im Freien überhaupt erlaubt?
    Auch wenn ich kein Rechtsanwalt bin und folglich keine rechtlich verbindliche Auskunft geben kann. Prinzipiell ist aber Sex im Freien in Deutschland nicht verboten. Es kann aber Ärger nach StGB 183a geben: Erregung öffentlichen Ärgernisses. Das ist immer dann der Fall, wenn ein Paar es darauf anlegt, von anderen beim Sex entdeckt und beobachtet zu werden.

    Wer also auf einem vielbesuchten Parkplatz am Badesee im Auto Sex hat, so jeder es mitbekommt, muss mit einer Anzeige rechnen. Ein anderes Paar, das sich auf einer abgelegenen Waldwiese hinter dem Gebüsch vergnügt, kann das problemlos tun. Und weil da normalerweise kein Mensch vorbeikommt, sollte es sogar dann keinen strafrechtlichen Ärger geben, wenn überraschenderweise doch plötzlich ein Jäger vorbeispaziert.

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Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen
Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
vergewaltigt, geschunden und erregt

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen
Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen:
Es fällt mir schwer, über mein Problem zu schreiben. Ich finde das selber total abstoßend und verachte mich dafür.

Es ist aber so, dass mich als Frau sexuelle Gewaltfantasien erregen. Das hat schon in meiner Pubertät begonnen und ist heute immer noch so, mit 29. Diese inneren Bilder treiben mich zum Orgasmus, immer wieder. Je brutaler, desto intensiver. Eigentlich jeden Tag, manchmal sogar mehrmals. Bilder von Vergewaltigung, Würgen, Messerangriffen.

Ich selber hasse mich dafür, finde das komplett monströs. Häufig habe ich das Bedürfnis, mich danach selbst zu verletzen, mir mit einer Rasierklinge die Haut am Unterarm aufzuschneiden, mich bluten zu sehen. Irgendwie möchte ich am liebsten meinen eigenen Körper vernichten, ich finde das alles so eklig.

Meine Mutter meinte einmal zu mir, als ich ihr mein Problem angedeutet habe, dass könnte daran liegen, dass ich mit 5 Jahren von ihrem damaligen Freund missbraucht worden wäre. Ich selber kann mich daran überhaupt nicht erinnern und kann mir auch nicht richtig vorstellen, dass das stimmt.

Sex mit Männern habe ich übrigens trotzdem. Es passiert mir sogar relativ häufig, dass ich mit Männern ins Bett gehe, ohne es vorher so richtig gewollt zu haben. Groß etwas empfinden tue ich dabei nicht. Ich spiele dann irgendetwas vor, wie in einem billigen Porno. Und hasse mich dafür dann erst recht.

Bin ich völlig daneben? Ist das krankhafter Masochismus, was ich da mache, oder noch irgendwie normal?

Nadine Z. (Name geändert)

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
quälende Bilder, die erregen

Hallo Nadine,

Sie werden von inneren Bildern gequält, Bildern von extremer sexueller Gewalt, die Sie immer wieder zum Orgasmus bringen. Sie empfinden darüber Ekel und Scham. Danach haben Sie das Bedürfnis, sich selbst zu verletzen und bluten zu sehen.

Ihre Mutter hat Ihnen berichtet, dass sie als Kind sexuell missbraucht wurden. Sie selbst können sich daran nicht erinnern. Mit Männern haben Sie relativ häufig Sex, aber eher ungeplant und ohne sexuelles Vergnügen. Sie spielen dann etwas vor, wie in einem billigen Pornofilm.

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
eine typische Folge von Missbrauch

Auch wenn Sie das selber nicht bewusst erinnern können: es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie als Kind tatsächlich missbraucht wurden, so wie Ihnen das Ihre Mutter berichtet hat. Möglicherweise ist das sogar nicht nur eine einmalige Erfahrung gewesen.

Bei einer Traumatisierung durch Missbrauch ist es geradezu typisch, dass die konkrete Erinnerung an die Übergriffe verdrängt wird (bis hin zum Erinnerungsverlust) und dass sich gleichzeitig Erinnerungsfetzen verselbständigen und sozusagen ohne Anbindung an das konkrete Erlebnis allgegenwärtig herumschwirren (vgl. den Beitrag Missbrauch und Trauma).

Es sind vor allem die Gefühle durch die Misshandlung, die solchermaßen ungebremst weiterbestehen: also die Scham, der Ekel und die Erregung.

Weil Sie keine Erinnerung an das auslösende Erlebnis haben, gibt es für Sie keine Möglichkeit, diese Erinnerungsfetzen diesem auslösenden Ereignis klar zuzuordnen und dadurch als eine Erinnerung der Vergangenheit einordnen und ablegen zu können.

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
die Nachinszenierung des Missbrauchs

In gewisser Hinsicht schreit Ihre Psyche geradezu danach, irgendeinen realen Grund für diese unselige Verbindung von Scham, Ekel und sexueller Erregung zu finden.

Gerade weil Ihnen die Erinnerung in der Vergangenheit fehlt (und damit eine Erklärungsmöglichkeit für Ihre Gefühle), lassen Sie es immer wieder zu neuen Situationen kommen, die Ihnen in der Gegenwart eine Begründung für diesen Gefühlscocktail geben können: und das sind die Situationen mit dem ungeplante und ungewollten Sex mit Männern, in denen Sie sich benutzen lassen wie in einem billigen Porno.

Das bringt kurzfristige Erleichterung, genauso wie das Ritzen, weil Sie nun ja einen tatsächlichen Grund für das Gefühlsgemisch Scham, Ekel und Erregung haben. Die Wirkung hält aber nur kurz vor, übrig bleibt vor allem der Selbsthass.

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen –
Masochismus oder nicht?

Ihre Fantasien von Gewalt, Schmerz und Vergewaltigtwerden bringen Sie zwar täglich zum Orgasmus- sind aber für Sie alles andere als eine Quelle der Lust. Insofern lässt sich die Frage, ob Sie eine krankhafte Masochistin sind, ganz klar mit Nein beantworten.

Körperliche Schmerzen bzw. psychische Erniedrigungen sind für Sie keine Quelle sexueller Lust, die genossen werden kann. (Das wäre hingegen der Fall beim klassischen Masochismus, der übrigens gar keine Krankheit ist, wenn der Betroffene darunter nicht leidet, sondern eine besondere Form der sexuellen Präferenz.)

Sexuelle Gewaltfantasien bei Frauen-
Verdachtsdiagnose Borderline

Sehr viel wahrscheinlicher erscheint mir nach Ihren Schilderungen, dass Sie infolge Ihrer Missbrauchserfahrung an einer Borderline-Störung erkrankt sind, für die eben weiteren Symptomen auch die Selbstverletzungen typisch sind, die Sie sich zufügen.

Hier ist es unbedingt erforderlich, dass Sie einen Arzt oder Psychotherapeuten aufsuchen und sich eingehender untersuchen lassen.

Nirgendwo steht es festgeschrieben, dass Sie ihr Leben lang unter Ihren Gewaltfantasien so leiden müssen wie jetzt. Es gibt gute und erprobte Therapieverfahren, die sowohl bei einem Trauma durch Missbrauch in der Kindheit helfen können wie auch bei einer Borderline-Störung.

Auf diesem Weg wünsche ich Ihnen alles Gute und eine gute Besserung.

*** *** ***

Wenn Sie möchten, können Sie sich mit weiteren Fragen gern an mich wenden.

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Therapie bei Liebeskummer?

Liebeskummer

Liebeskummer-
wie kann ich damit umgehen?

Radiointerview Liebeskummer
Hier der Radiomitschnitt.

Interview mit Dr. Michael Petery
in der Sendung Let´s talk about Sex bei Radio 89.0 RTL

Wie viel Liebeskummer ist gut? Wann wird es problematisch?

Zunächst einmal: Liebeskummer nach einer Trennung ist eine völlig normale und gesunde Reaktion. Wenn ich über den Verlust einer Beziehung überhaupt keine Trauer empfinde, dann kann diese Beziehung für mich entweder nicht besonders wichtig gewesen sein oder ich habe insgesamt Probleme mit meinem Gefühlsleben.

Wer liebt, riskiert etwas. Vor Liebeskummer ist nur geschützt, wer überhaupt keine Liebe empfindet oder gar keine Beziehung eingeht. Die gute Seite des Liebeskummers ist: Ich erkenne daran, dass ich ein liebesfähiger Mensch bin und Beziehungen eingehen kann, die mir etwas wert sind.

Problematisch ist Liebeskummer, wenn mein Partner oder meine Partnerin einseitig mit mir Schluss gemacht hat und ich diese Beziehung eigentlich weiterführen möchte.

Da liegt die Quelle für die drei Hauptschwierigkeiten.

  • Das erste Problem ist: die Trennung nicht akzeptieren zu können. Immer noch zu glauben: eigentlich liebt mich der andere, auch wenn er noch so deutlich gesagt hat: Es ist Schluss! Das kann dann zu ziemlich extremen Reaktionen führen, z. B. dazu, dem anderen auch nach der Trennung ständig hinterher zu spionieren und einfach nicht in Ruhe zu lassen. Das wäre die Reaktion des Stalking.
  • Ebenfalls problematisch ist es, wenn die frühere Liebe in extreme Wut und Hass umschlägt, bis dahin, dass es zu Gewaltakten gegenüber dem früheren Geliebten oder der früheren Geliebten kommt. Im Fernsehen oder in der Zeitung erfährt man alle paar Wochen von solchen Verbrechen aus Liebeskummer.
  • Die dritte problematische Reaktion ist, wenn ein Mensch den Verlust der Beziehung als komplette Sinnentleerung des eigenen Lebens empfindet. Da kann es dann zu Depressionen kommen, die sich bis hin zu Selbstmordgedanken steigern können. Oft steht da ein Rachegedanke im Hintergrund: Soll doch der frühere Partner zusehen, wie er mit meinem Tod zurechtkommt.

Wenn Liebeskummer solche Formen annimmt, ist dringend psychologische Hilfe nötig. Da sind auch Angehörige und Freunde gefragt. Jeder muss Selbstmorddrohungen ernst nehmen. Wer davon hört, dass ein anderer sich das Leben nehmen will, sollte umgehend einen Arzt oder Psychotherapeuten zu Hilfe holen- oder bei der Polizei anrufen, weil die weiß, wer örtlich zuständig ist.


Ablenken oder trauern, was ist besser?

Da gibt es keine Patentlösung. Das ist individuell sehr unterschiedlich und hängt auch davon ab, wie tiefgehend die kaputte Beziehung war. Bei einer langjährigen Liebe dürfte es ohne eine Phase der Trauer kaum möglich sein, wieder in ein neues Leben zu finden.

Dagegen kann es nach einem kurzen Flirt, aus dem nichts wurde, vielleicht sogar am besten helfen, sich abzulenken und schon ziemlich gleich wieder nach einem neuen, besseren Partner Ausschau zu halten.

Trauern Männer und Frauen unterschiedlich?

Nein, da gibt es keine spezifisch männlichen oder weiblichen Formen der Trauer. Der Schmerz darüber, wenn wir vom geliebten Partner oder von der geliebten Partnerin sitzen gelassen werden, ist für alle Menschen gleich groß. Und jeder Mensch, gleich ob Mann oder Frau müsse mit diesem Schmerz auf ihre Weise leben.

Eine andere Frage ist natürlich, wie weit dieser Schmerz oder diese Trauer nach außen getragen werden und dadurch auch für die Umwelt sichtbar sind.

Von Frauen habe ich jetzt schon ein paar Mal die Vermutung gehört, dass Männer da sehr viel verschlossener wären. Das kann aber auch daran liegen, dass Mann bzw. Frau Liebeskummer wohl eher mit Menschen mit dem gleichen Geschlecht teilt und Frauen also vor allem den Liebeskummer anderer Frauen erfahren.

Wann ist Liebeskummer ein Grund, zum Therapeuten zu gehen?

Immer dann ist es sinnvoll, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn ich allein mit meinen Problemen nicht mehr zurechtkomme. Bei Liebeskummer kann das Gespräch mit einem Therapeuten dabei helfen, den Verlust aufzuarbeiten und neue Perspektiven für das eigene Leben zu entdecken. Bei sehr schwerem Leibeskummer, der mit Selbstmordgedanken einhergeht, ist es unbedingt erforderlich, dass der Betroffene therapeutische Hilfe bekommt.

Vgl. dazu auch meinem Beitrag:
Selbstmorddrohung- wie gehe ich damit um?

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Noch nie Sex- und das
als Mann mit über 30

Noch nie Sex
Noch nie Sex?

Noch nie Sex- wenn mangelnde
Erfahrung zum Problem wird

Auf jetzt.de kam das Thema wieder einmal zur Sprache: Mitte 30, männlich und noch Jungfrau.
Wie schlimm ist es eigentlich, wenn ein Mann über 30 immer noch keine sexuelle Erfahrung hat? Hat er überhaupt noch Chancen, eine Partnerin zu befriedigen? Wenn er beim ersten Sex sich so ungeschickt verhält wie ein 16-Jähriger?

Die Tendenz zu einem immer späteren Einstieg ins Sexualkleben beobachtete schon 2015 eine Studie zur Jugendsexualität, durchgeführt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Bei den unter 17-Jährigen ist der Anteil von Jugendlichen mit Koituserfahrung gegenüber dem vorherigen Beobachtungszeitraum 1998-2005 erheblich zurückgegangen (dort S.8).

Insgesamt sammeln Frauen ihre sexuellen Ersterfahrugen etwas früher als Männer: Während 90% der Frauen bereits mit 19 Jahren Koituserfahrung haben, liegt bei Männern diese 90% Grenze erst bei 21. Die Studie kommt zu dem Schluss:

Die Mehrzahl der 18-bis 25-Jährigen ist regelmäßig sexuell aktiv –aber es gibt durchaus einen beträchtlichen Anteil unter ihnen, für die dies nicht zutrifft (36% „nur zeitweise/gelegentlich“, 7% „nie“). Entscheidend für regelmäßigen Sexualverkehr ist, dass sie aktuell in einer festen Beziehung leben.“ (S.141).

Die sexuelle Ersterfahrung findet also in der Regel innerhalb einer Beziehung statt- Wer keine Beziehung hat, hat auch keine Gelegenheit für sexuelle Erfahrungen.

Noch nie Sex-
und noch nie in einer Beziehung?

Wenn ein Mann mit über 30 noch keine sexuelle Erfahrung hat, liegt das also in der Regel daran, dass er noch nie in einer festen Beziehung gelebt hat. Und diese mangelnde Erfahrung des Zusammenlebens mit einem Partner kann tatsächlich zum Hindernis für eine erste Beziehung werden:

  • Wer mit über 30 noch nie in einer Partnerschaft gelebt hat, brauchte bisher in seinem persönlichen Lebensstil nur wenig Kompromisse einzugehen. Das fängt bei der Gestaltung des Tagesrhythmus, der Wochenenden und der Mahlzeiten an, geht weiter über die Planung des Urlaubs und der Freizeitaktivitäten und geht hin bis zur Frage, für welche Großanschaffungen man bereit ist, Geld auszugebe und für welche nicht.
  • Oft kommt noch dazu, dass sich über 30-jährige Singles schon komplett nach ihrem eigenen Geschmack die eigenen Wohnung eingerichtet haben. Für eine zweite Person ist da schlicht kein Platz vorhanden. Für den Partner oder die Partnerin müsste Platz freigeräumt werden- und das wäre geradezu ein Angriff auf den eigenen Wohlfühlraum.
  • Auch das Zusammenziehen in eine gemeinsame Wohnung ist schwierig: Schließlich ist an Hausrat und Möbeln bei über 30-Jährigen Singles meist alles schon doppelt vorhanden. Wer also darf seine Gegenstände und Möbel behalten? Von wieviel liebgewonnenem Eigentum muss sich jeder von beiden trennen?

Noch nie Sex- für Singles über 30
nur eine Schwierigkeit von vielen

Das möglicherweise ungeschickte Verhalten beim ersten Sex ist für Über-30-Jährige ohne Beziehungserfahrung also nur die Spitze des Eisbergs an Problemen, die durch einen ersten Partner/ eine erste Partnerin auf sie zukommen.

Die größte Schwierigkeit ist dann gegeben, wenn man selbst völlig beziehungsunerfahren ist und der neue Partner/die neue Partnerin nicht. Dann kann es sein, dass der oder die Neue ganz selbstverständlich ein Maß an Kompromissbereitschaft und Anpassungsfähigkeit erwarten, das ein Mensch ohne Beziehungserfahrung schlichtweg nicht mitbringen kann.

Da sind die Probleme dann gleich reihenweise vorprogrammiert. Und die mögliche Ungeschicklichkeit beim Sex ist letztlich eher weniger wichtig. Der eigentliche Ärger kann dann bei ganz anderen Punkten entstehen, etwa beim Streit, ob das Fenster im Schlafzimmer nachts offen oder zu bleiben soll und die Heizung laufen darf oder nicht.

Noch nie Sex-
Schweigen ist Silber, Reden ist Gold

Dem neuen Partner oder der Partnerin die eigene Unerfahrenheit verschweigen zu wollen, ist Unsinn. Das merkt der oder die andere entweder sowieso sofort, oder die eigene Verstellung wirkt so unnatürlich und merkwürdig, dass der oder die Partnerin nach dem ersten Mal die Flucht ergreifen.

Sinnvoll ist einzig und allein, von vornherein mit offenen Karten zu spielen. „Ja, auch wenn ich jetzt über 30 bin: Ich habe noch ie in einer festen Beziehung gelebt. Du bist tatsächlich die (bzw. der) erste, mit der/dem ich Sex haben werde.“ Und das kann dann sogar auch für den erfahreneren Partner eine hochspannende und sehr erotische Erfahrung sein, hier ein wenig die Führung zu übernehmen und den anderen in die Welt der Sexualität einzuführen.

Und auch bei der Bewältigung des gemeinsamen Alltags kann es helfen, darum zu wissen, dass jeder Mensch mit über 20 durchaus eine ganze Reihe an Eigenheiten entwickelt hat. Und es kann sogar spannend sein und Spaß machen, bewusst zu planen, wie ein Leben zu zweit funktionieren kann, in dem trotzdem jeder die Freiräume behält, die für ihn unverzichtbar sind.

Sollten die Probleme allerdings zu groß werden, um sie alleine lösen zu können, sind einige Stunden Paarberatung oder Paartherapie mit Sicherheit eine gute Investition.

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Vgl. auch meinen Beitrag
Zusammenziehen oder nicht? Testfall für die Partnerschaft

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Missbrauch und Trauma:
psychische Folgen von Kindesmissbrauch

Missbrauch und Trauma
Missbrauch und Trauma

Missbrauch und Trauma-
Ursache für psychische Erkrankungen

Missbrauch und Trauma: Sexueller Missbrauch gehört zu den schlimmsten Erlebnissen, denen Kinder -Jungen und Mädchen gleichermaßen- ausgeliefert sein können. Ein solcher Missbrauch muss nicht notwendigerweise die physische Vergewaltigung im Akt des Geschlechtsverkehrs bedeuten.

Sexueller Kindesmissbrauch kann viele Formen annehmen und sexueller Kindesmissbrauch, egal in welcher konkreten Form er stattgefunden hat, kann für Betroffene zu dauerhaften psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen führen.

Auch vermeintlich minder schwerer sexueller Missbrauch -also Missbrauch ohne explizite Vergewaltigung- kann zu einer schweren traumatischen Belastung führen. Entscheidend für den Grad der Folgen von Missbrauch ist weniger die konkrete Form des erlittenen Übergriffs, sondern vor allem die persönliche Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) des Opfers: während manche Menschen auch mit schweren Belastungen einigermaßen in ihrem Leben zurechtkommen, genügen in anderen Fällen auch vermeintlich harmlosere Übergriffe für eine lebenslängliche Beeinträchtigung der Lebensqualität des Opfers.

Häufig steht sexueller Kindesmissbrauch auch im Zusammenhang mit anderen, zusätzlichen Formen der Kindesmisshandlung: also etwa körperliche Misshandlung durch Schläge, seelische Misshandlung durch Ablehnung, Beschimpfung, Erniedrigung und Liebesentzug oder allgemeine Vernachlässigung durch Unterlassung der Fürsorgepflicht durch Eltern oder andere Betreuungspersonen.

Sexueller Kindesmissbrauch ist ein Phänomen, das keine soziale Grenzen kennt. Studien zufolge sind in Deutschland Kinder von Akademikern genauso betroffen wie Kinder aus dem Arbeitermilieu.

Nach Schätzungen von Therapeuten entwickelt etwa ein Drittel der Missbrauchsopfer keine erkennbaren psychischen Krankheitssymptome, für ein weiteres Drittel kann eine Therapie trotz vorhandener Belastungen zu einer insgesamt befriedigenden Lebenssituation führen, während ein weiteres Drittel ein ganzes Leben lang unter den Folgen des Missbrauchs leidet und auch Therapien nur bis zu einem gewissen Grad die Symptome lindern können. Sexueller Missbrauch von Kindern ist daher eine der schlimmsten Formen von Körperverletzung, die unter Menschen überhaupt möglich ist.

Missbrauch und Trauma –
die häufigsten Krankheitsbilder

In den letzten Jahren hat sich durch neuere Forschungen herausgestellt, dass Kindesmisshandlung und speziell sexueller Missbrauch von Kindern eine häufige Ursache für eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) darstellt. Das gilt insbesondere, wenn es sich um sexuellen Missbrauch handelt, der sich im Kreis der Familie über Monate oder Jahre hingezogen hat und wenn es sich um Missbrauch mit körperlichem Kontakt handelt.

Typische Anzeichen für das Vorliegen einer PTBS sind -außer dem Vorhandenseins des traumatischen Erlebnisses- nach der ICD-10 /F43.1), dem Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisation WHO:

  • das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Albträumen,
  • Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten (bis hin zu Trance-ähnlichen Zuständen bzw. Dissoziationen)
  • andauerndes Gefühl von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit
  • Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche
  • Schlafstörungen, Ängste, Suizidgedanken

Bei Vorliegen solcher oder ähnlicher Symptome ist die Hinzuziehung eines Arztes oder Therapeuten unabdingbar. Durch spezielle neue Therapieformen gilt die PTBS heute als gut behandelbar.

Zusätzlich zur PTBS oder auch für sich allein können bei Menschen mit Missbrauchserfahrung in der Kindheit auch zahlreiche weitere psychische Störungen im Jugend- und Erwachsenenalter auftreten. Am häufigsten sind:

  • Bindungsstörungen: Schwierigkeiten bei der Entwicklung normaler sozialer Beziehungen, Unglücklichsein, Autoaggression, Verlust/Mangel an emotionalen Reaktionen etc.
  • Störungen des Sozialverhaltens: Streitsucht, Wutausbrüche, Sachbeschädigungen, Tierquälerei, Zündeln, Stehlen, Lügen usw.
  • Angst, Phobien und depressive Störungen: Zu diesem Themenkomplex ist in Kürze ein eigener Beitrag geplant.
  • Borderline-Störungen: Auch hierzu ist ein gesonderter Beitrag in Planung.
  • Suizidalität: Menschen, die in ihrer Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind, haben ein etwa 5mal höheres Suizidrisiko als nichtbetroffene Menschen. Vgl. dazu den Beitrag: Selbstmorddrohung- wie gehe ich damit um?
  • Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Adipositas

Auch wenn alle diese Krankheitsbilder auch ohne sexuelle Missbrauchserfahrung auftreten können, ist es wichtig, bei einer therapeutischen oder ärztlichen Untersuchung immer auch die Möglichkeit einer Missbrauchserfahrung als Krankheitsauslöser mitzubeachten.

Wenn tatsächlich eine sexuelle Missbrauchserfahrung vorliegt, ist eine spezielle Form der Psychotherapie (Traumatherapie) erforderlich, welche dem Opfer behutsam dabei hilft, die traumatische Erfahrung zu verarbeiten und so in das eigene Leben zu integrieren, dass die Lebensqualität außer durch die Erinnerung selbst nicht noch zusätzlich durch psychische Krankheitssymptome beeinträchtigt ist.

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Literatur:
Depression und Trauma BuchT. Ehring: Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung bei erwachsenen Überlebenden sexueller oder körperlicher Gewalt in der Kindheit. In: A. Maercker (Hrg.): Posttraumatische Belastungsstörungen. 4. Aufl., Heidelberg 2013. S.399-418.
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