Persönlichkeitsstörungen in der Partnerschaft

Persönlichkeitsstörungen-
eine Aufgabe für die Sexualtherapie

Persönlichkeitsstörungen
Persönlichkeitsstörungen sind als Krankheitsbild in der Öffentlichkeit weithin unbekannt. Und das, obwohl die Ergebnisse verschiedener wissenschaftlicher Studien vermuten lassen, dass etwa 10% der Bevölkerung in Deutschland an einer Persönlichkeitsstörung leiden. Dazu kommen noch weitere Menschen, die zwar das Vollbild einer Persönlichkeitsstörung nicht erfüllen, aber dennoch einen großen Teil der Diagnosekriterien erfüllen (sogenannte Persönlichkeitsakzentuierung).

Im Rahmen der Paartherapie bedeutet das: rein statistisch gesehen, ist in jeder fünften Beziehung einer der Partner betroffen. Bei Paaren, bei denen Partnerschaftsprobleme bestehen, liegt der Prozentsatz sicherlich noch höher.


Erstaunlicherweise ist in der Sexualtherapie und in der Paartherapie die Häufigkeit des Krankheitsbilds Persönlichkeitsstörung oft unbeachtet geblieben.

In fast allen Büchern zum Thema Sexualtherapie gehen die Autoren davon aus, dass es sich bei ihren Klienten um insgesamt psychisch gesunde Menschen handelt, die nur an Funktionsstörungen auf sexuellem Gebiet leiden. Nach meiner eigenen Erfahrung ist aber genau das Gegenteil der Fall: Probleme auf sexuellem Gebiet sind meist nur ein Symptom, hinter dem noch weitere und tiefgreifendere psychische Störungen stehen (übrigens noch häufiger als Persönlichkeitsstörungen sind depressive Erkrankungen als Ursache für sexuelle Probleme).

Natürlich heißt das nicht, dass in jeder Paarbeziehung, in der es Probleme gibt, einer oder beide Partner automatisch eine psychische Störung haben müssen.

Es bedeutet aber, dass in jeder Therapie mit dem Vorhandensein solcher Störungen zu rechnen ist. Die praktische Konsequenz daraus: Häufig haben Probleme in der Partnerschaft sehr viel weniger mit der Partnerschaft selbst zu tun, als das auf den ersten Blick scheinen mag.

Persönlichkeitsstörungen-
was bedeutet das?

Das Diagnosemanuals DSM-5 der Vereinigung amerikanischer Psychiater definiert die Persönlichkeitsstörungen durch folgende Kriterien:

  • Deutliche Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit des Selbst (Identität oder Selbststeuerung) und der zwischenmenschlichen Kommunikation (Einfühlungsvermögen, Nähe).
  • Auftreten von krankhaften Persönlichkeitszügen in einem oder mehreren Bereichen.
  • Die Beeinträchtigungen sind ein dauerhaftes Muster, über lange Zeit hin stabil, und treten ähnlich in unterschiedlichen Situationen auf.,
  • Die Beeinträchtigungen können nicht allein durch den Entwicklungsstand des Betroffenen oder durch sein soziokulturelles Umfeld erklärt werden.
  • Die Beeinträchtigungen können nicht durch die Einnahme von Drogen, Medikamenten oder sonstige medizinische Schädigungen (z.B. Hirnverletzung) erklärt werden.
  • Die Beeinträchtigungen können nicht durch den Entwicklungsstand des Betroffenen oder durch sein soziokulturelles Umfeld erklärt werden.

Persönlichkeitsstörungen-
Konsequenzen in der Paartherapie

Nach den neuesten Erkenntnissen der Psychologie werden Persönlichkeitsstörungen nicht -wie noch bis zur Jahrtausendwende- als tief greifende Störungen der Gesamtpersönlichkeit verstanden, sondern als Störungen der Interaktion und der Beziehungsgestaltung. Bei Paaren, in denen ein Partner an einer „Persönlichkeitsstörung“ leidet, sind die Beziehungsprobleme sozusagen vorprogrammiert.
Als therapeutische Konsequenz ergibt sich daraus:

• Bei Paartherapien ist eine sorgfältige Diagnose erforderlich, um festzustellen, ob die gemeinsamen Probleme durch das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung bei einem der Partner (oder auch bei beiden) mitbedingt sein kann.

• Bei Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung ist der Fokus der Therapie nicht nur auf die jeweils konkret vorliegenden Probleme zu setzen, sondern darauf, dass beide Partner den Wirkmechanismus der gestörten Beziehungsgestaltung, die in der Persönlichkeitsstörung liegt, zu verstehen beginnen und Umgangsstrategien erlernen, damit umzugehen.

Eine Therapie kann den Leidensdruck, der durch eine Persönlichkeitsstörung innerhalb einer Partnerschaft verursacht wird, erheblich reduzieren. Dabei geht es vor allem auch um die Verbesserung der Lage des Partners, der selbst keine Persönlichkeitsstörung hat, indem er lernt,
1. nicht jede Reaktion des anderen auf sich zu beziehen,
2. mit gestörten Verhaltensmustern so umzugehen, das sie ihn selbst nicht belasten und
3. dafür zu sorgen, selbst innerhalb der Partnerschaft nicht mit den eigenen Bedürfnissen zu kurz zu kommen.

Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung, wenn sie denn bei einem der Partner vorliegt, kann im Rahmen einer Partnerschaft eine große Entlastung bedeuten: etwa dann, wenn durch eine solche Erkenntnis andauernde wechselseitige Schuldzuschreibungen der Partner wegfallen und die Erklärung der Schwierigkeiten im Krankheitsbild selbst gesehen werden kann. Außerdem können Umgangstrategien mit dem Krankheitsbild Persönlichkeitsstörung nur dann gefunden werden, wenn es zuvor diagnostiziert wurde.

Persönlichkeitsstörungen-
Warnung vor Laiendiagnosen

Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung kann nur durch einen Psychiater oder einen erfahrenen Psychotherapeuten festgestellt werden. Laien und insbesondere Partner, Familienmitglieder und enge Freunde sind grundsätzlich nicht die Richtigen, um eine solche Diagnose abzugeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die selbst im Beziehungsgeflecht beteiligt sind, Fehldiagnosen abgeben, ist sehr hoch.

Außerdem sind Laien nicht dazu ausgebildet, mit den Folgen möglicher Diagnosen umzugehen und die entsprechenden Hilfsangebote zu geben. Im Extremfall kann eine mitgeteilte Diagnose Menschen in akute Suizidgefahr bringen.

Daher wird ein erfahrender Therapeut sich hüten, eigene Verdachtsdiagnosen auszusprechen, bevor er nicht Konzepte gefunden hat, wie der Patient mit den möglichen Folgen der mitgeteilten Diagnose umgehen kann.

Wenn ich in diesem Blog Beispielfälle für Persönlichkeitsstörungen im Rahmen sexualtherapeutischer Behandlung vorstelle, bitte ich Sie als Leser, diese Überlegungen keineswegs als Vorlage für eigene Diagnosestellungen zu übernehmen. Diese Ausführungen haben allein den Zweck, darauf aufmerksam zu machen, dass hinter bestimmten Schwierigkeiten in der Paarbeziehung Persönlichkeitsstörungen stehen können.

Ich habe dazu beispielhaft drei Formen der Persönlichkeitsstörung ausgewählt, die besonders häufig bei der Sexualtherapie eine Rolle spielen: die abhängige, die narzisstische und die paranoide Persönlichkeitsstörung.

Wenn in einer Beziehung einer der Partner den Verdacht hat, er selbst oder der andere könnte an einer Persönlichkeitsstörung leiden, dann ist das ein dringender Anlass, den Arzt oder Psychotherapeuten aufzusuchen. Das gilt genauso, wie wenn Sie vermuten würden Ihr Partner hätte eine schwere Lungenentzündung oder eine andere schwere körperliche Erkrankung: Dann würden Sie es ja auch nicht mit einer Laiendiagnose bewenden lassen, sondern möglichst schnell die fachlich kompetente Hilfe eines Arztes einholen.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Zum Thema narzisstische Persönlichkeitsstörung finden Sie ausführliche Informationen und einen Gastbeitrag von mir unter himmelundhoelleblog.

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Ablauf einer Sexualtherapie oder Online-Beratung

Ablauf einer Sexualtherapie- bei mir in der Praxis oder online: beides ist möglich

Ablauf und Einzelschritte

Ablauf einer Therapie oder Online-Beratung:
Die Voraussetzungen

Der erste und vielleicht wichtigste Schritt überhaupt beginnt bei Ihnen selbst: dadurch, dass Sie feststellen, dass Sie mit Ihrer Lebenssituation nicht 100% zufrieden sind und dass Sie sich eine Veränderung wünschen.

Diese Entscheidung zu einer Therapie oder Beratung können Sie gemeinsam mit Ihrem Partner treffen, aber auch alleine. Eine Beratung oder Therapie ist immer sowohl einzeln möglich wie auch als Paar.

Durch Ihre Entscheidung zu einer Therapie bzw. Beratung haben Sie bereits die wichtigsten zwei Voraussetzungen für eine erfolgreiche Lösung Ihrer Probleme erreicht:

  • Sie merken selbst, dass es Probleme gibt, und reden es sich selbst nicht länger schön.
  • Dadurch, dass Sie mit einem Therapeuten in Kontakt treten, nehmen Sie Ihr Leben aktiv in die Hand und öffnen sich den Weg zu neuen Lösungen.

Ablauf einer Therapie oder Online-Beratung:
Das kostenlose Erstgespräch

Nach dieser Entscheidung ist der nächste Schritt vergleichsweise einfach: die Vereinbarung eines kostenloses Erstgesprächs.

Für jedes Erstgespräch nehme ich mir Zeit (ca. 20-30 min). Damit wir nicht durch andere Anrufe unterbrochen werden, ist eine Email der beste Weg, mich zu erreichen.

Sie schreiben mir eine kurze Mail mit Ihrer Festnetznummer und den für Sie günstigen Anrufzeiten- und ich rufe Sie zu Ihrem Wunschzeitpunkt zurück. Alternativ können Sie mir auch Ihre Skypeadresse mitteilen und ich rufe Sie auf Skype an.

Bei unserem Erstgespräch am Telefon oder per Skype können wir uns schon ein Stück weit kennenlernen und uns über die wichtigsten organisatorischen Fragen unterhalten:

  • Was ist Ihr Problem?
  • Welche Hilfe kann ich Ihnen bei einer Therapie oder Online-Beratung anbietenn?
  • Wie sollen unsere nächsten Arbeitssitzungen stattfinden? (per Skype, per Telefon oder per Chat?)
  • Wie möchten Sie bezahlen? (Überweisung oder anonyme Bareinzahlung bei der Bank)

Ablauf einer Therapie oder Online-Beratung:
Der Zeitplan

Wie viele Sitzungen für die Lösung eines Problems notwendig sind, ist individuell sehr unterschiedlich.

Manchmal genügt ein einziges, kurzes Beratungsgespräch, wenn es nur um die Beantwortung einer einzelnen, konkreten Frage geht. In der Regel aber sind mehrere Sitzungen nötig- schließlich sind die meisten Probleme auch über einen längeren Zeitraum entstanden und benötigen daher auch etwas mehr Zeit zur Lösung.

Es kann sinnvoll sein, zunächst mit einem Block von 5 Sitzungen telefonischer Beratung oder Beratung per Skype zu beginnen. In diesen ersten Sitzungen kann es um folgende Themen gehen:

  • Wir lernen uns besser kennen und Sie schildern mir Ihr genaues Anliegen.
  • Ich selber kann mir ein Bild von Ihrer Person und Ihren Problemen machen: Dabei können wir auch über Ihre bisherigen Lebenserfahrungen und über frühere Lebenskrisen sprechen.
  • Gemeinsam können wir Ziele für unsere Arbeit festlegen und mögliche Lösungswege abstecken.

Wichtig ist, dass Sie selbst jederzeit bestimmen, über welche Themen wir miteinander sprechen und über welche nicht.

Therapie oder reine Online-Beratung?
Sie haben die Wahl

Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt feststellen, dass Sie etwas langfristiger mit mir zusammen an Ihrer Situation arbeiten möchten, kann das der Zeitpunkt sein, zur klassischen Form der Therapie zu wechseln.

Dazu kann es sinnvoll sein, dass Sie -allein oder mit Partner- für einen Block von 2 bis 3 Sitzungen (z.B. für ein Wochenende) persönlich zu mir nach Hildburghausen bei Coburg kommen. Dann haben wir die Zeit und Ruhe, bestimmte Themen noch intensiver anzugehen.

Nach einem solchen Block ist es möglich, Folgetermine wieder per Telefon oder Skype zu vereinbaren.

Ablauf einer Paartherapie
in Sitzungsblöcken

Für eine Paartherapie kann es sinnvoll sein, ca. alle 4-8 Wochen Präsenztermine bei mir in der Praxis in Hildburghausen zu vereinbaren- die sich für Sie jeweils auch als kurze Auszeit aus dem Alltag gestalten lassen. Schließlich ist die Region Coburger Land/Rennsteig eine wunderbare Ferienregion.

Dann haben wir genügend Zeit und Ruhe, miteinander intensiv zu arbeiten. Auf Wunsch ist es möglich, zu einzelnen oder allen Terminen einer Paartherapie auch eine weibliche Therapeutin hinzuzunehmen.

Ablauf einer Therapie oder Online-Beratung:
Wann ist eine Therapie oder Beratung zu Ende?

Wann eine Beratung oder Therapie zu Ende ist, bestimmen Sie selbst. In der Regel ist das dann der Fall, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie meine Beratung nicht mehr benötigen und selbst mit Ihrer Situation gut zurecht kommen.

Sie sagen mir also einfach, wann für Sie das Ende der Therapie oder Beratung gekommen ist- sinnvollerweise ein bis zwei Sitzungen vorher, damit wir gemeinsam noch offene Fragen klären können und zu einem sinnvollen Abschluss finden.

Wobei es Ihnen natürlich jederzeit frei steht, sich wieder erneut an mich zu wenden: Denn es steht nirgendwo geschrieben, dass sich alle Probleme des Lebens in einer einzigen Sitzungsreihe lösen lassen. Manchmal ergeben sich erst mit einigem zeitlichen Abstand nach einer Beratung oder Therapie neue Fragen, die dann wieder neu angegangen werden können.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Ihr Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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