Homosexuelle
Zwangsgedanken

Homosexuelle Zwangsgedanken
Weitere Infos auch in folgenden Beiträgen:

homosexuelle Zwangsgedanken

Homosexuelle Zwangsgedanken-
Bin ich schwul oder nicht?

Seit etwa zwei Monaten quälen mich (m, 37) täglich homosexuelle Zwangsgedanken. Das geht mir seit dem Tag so, als ich eigentlich Sex mit meiner Freundin hatte, aber überhaupt keine Erregung zustande gebracht habe. Da setzte sich der Gedanke fest: Möglicherweise kannst du nicht, weil du eigentlich homosexuell bist.

Mittlerweile läßt mich dieser Gedanke überhaupt nicht mehr los. Mir ist jetzt eingefallen, dass schon in der Schule die Mitschüler in der Turnkabine mich als „schwul“ gehänselt haben. Und sogar meine Mutter hatte mal zu mir gesagt, als ich mit 17 noch keine Freundin hatte, dass ich vielleicht schwul wäre. Tatsähclich ist es mir auch schon mehrfach so gegangen, dass schwule Männer irgendwie auf mich zu stehen scheinen und mich schon ein paar Mal angesprochen haben.

Dabei habe ich bis vor zwei Monaten mich pornomäßig immer nur für Frauen interessiert.

Das ist die letzten Wochen anders- da schaue ich nur noch Schwulenpornos, auch wenn ich eigentlich gar keine richtige Lust dazu habe. Wahrscheinlich will ich so herausfinden, ob ich schwul bin oder nicht. Besonders anmachen tut mich das nicht.

Ehrlich gesagt- ich weiß jetzt überhaupt nicht mehr wo ich stehe. Die Beziehung mit meiner Freundin ist auseinandergegangen, ohne dass wir über den Grund gesprochen haben. Vielleicht lag es daran, dass ich sexuell so versagt habe. Allerdings war das nur bei diesem letzten Mal so, davor hatte ich keine Probleme.

Bin ich jetzt schwul oder nicht?

Uwe D.. (Name geändert)

Homosexuelle Zwangsgedanken-
Schwulenpornos als Homo-Test

Hallo Uwe,

beim letzten Mal Sex mit Ihrer Freundin hatten Sie keine Erektion. Kurz darauf ist Ihre Beziehung auseinandergegangen. Seitdem plagen Sie homosexuelle Zwangsgedanken und Sie schauen täglich Schwulenpornos, um herauszufinden, ob Sie homosexuell sind.

Homosexualität und Zwangsgedanken-
Das sind zwei paar Stiefel…

Mir fällt auf, dass Sie in Ihrer Nachricht drei Problembereiche miteinander vermengen:

  • Die Trennung von Ihrer Freundin
  • Die quälenden Zwangsgedanken
  • Die Frage, ob Sie homosexuell sind oder nicht

Da diese drei Themenbereiche sehr unterschiedlich sind, lohnt es sich aus meiner Sicht, sie jeweils für sich näher zu betrachten.

Um der Sache wirklich auf den Grund zu gehen, wäre es jetzt nötig, dass wir uns sehr viel ausführlicher über die ganze Angelegenheit unterhalten. Nehmen Sie deswegen die folgenden Gedanken als erste Anregung zum Nachspüren, ob sich meine Überlegungen für Sie selbst stimmig anfühlen oder nicht.

Wenn Sie möchten, können und sollten wir uns viel ausführlicher unterhalten.

Die Trennung von Ihrer Freundin

Ich kann mir nach meinem ersten Eindruck nur schwer vorstellen, dass die fehlende Erektion beim letzten Sex mit Ihrer Freundin tatsächlich der Grund für Ihre Trennung gewesen ist.

Mir scheint es sehr viel wahrscheinlicher, dass sich die Trennung schon vorher angebahnt hat- auch wenn Sie selbst das bewußt gar nicht mitbekommen haben.

Aber irgendwie hätten Sie bei diesem letzten Sex bereits selbst gespürt, dass mit Ihrer Beziehung etwas nicht stimmt. Das scheint aus meiner Sicht ein sehr viel einleuchtenderer Grund für Ihre Erektionsstörung als das plötzliche Aufkommen homosexueller Zwangsgedanken.

Im Augenblick Ihrer Erektionsstörung hätten Sie dann lieber sich selbst und Ihrer möglichen Homosexualität die Schuld am misslungenen Sex zugeschoben- statt sich einzugestehen, dass möglicherweise in Ihrer Beziehung insgesamt etwas nicht stimmt.

Es könnte sich also für Sie lohnen darüber nachzudenken, ob es noch weitere Gründe gibt, warum Ihre Freundschaft auseinander gegangen ist.

Homosexuelle Zwangsgedanken

Wenn Sie seit zwei Monaten täglich darüber nachdenken, ob sie Homosexuell sind oder nicht, und wenn Ihnen dieser Gedanke unangenehm ist- dann ist das ein klassischer Fall von Zwangsgedanken. Wenn Sie dazu auch noch täglich Schwulenpornos ansehen, ohne daran Genuß zu finden, dann sind das obendrein auch noch Zwangshandlungen, die Sie verfolgen.

Da ein Mensch selbst aus solchen Zwängen nur schwer wieder herausfindet, sobald diese sich über einen Zeitraum von mehr als 14 Tagen verfestigt haben, ist es sinnvoll, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Oft haben Zwangsgedanken den unbewußten „Zweck“, andere, noch unangenehmere Gedanken zu verdecken. Bei Ihnen wäre da zu prüfen, ob die homosexuellen Zwangsgedanken Sie möglicherweise davon freistellen, sich über die gründe für das Scheitern Ihrer Beziehung insgesamt Gedanken machen zu müssen.

Homosexuell oder nicht?

Homosexualität ist kein Defizit an Männlichkeit, sondern eine sexuelle Präferenz: Sie sind dann homosexuell, wenn Sie Menschen ihres eigenen Geschlechts für sexuell begehrenswert halten.

Nach Ihrer eigenen Beschreibung werden Sie durch die täglichen Schwulenpornos nicht erregt, so dass das Anschauen dieser Pornos für sich genommen kein Indiz dafür ist, dass Sie homosexuell sind (sondern nur dafür, dass Sie an einer Zwangserkrankung leiden).

Allerdings scheint Ihre sexuelle Erregbarkeit mit dem Ende Ihrer Beziehung insgesamt gelitten zu haben. Es ist also gerade kein besonders günstiger Zeitpunkt für die Frage, an welchem Sex Sie nun eigentlich Freude haben, da in Sachen Sex insgesamt gerade nichts läuft.

Wen Sie, am besten im Rahmen einer Therapie, das Ende Ihrer Beziehung und das Problem Ihrer Zwänge aufgearbeitet haben, kann sich die Frage nach der Homosexualität aber durchaus noch einmal für Sie stellen, dann aber als der sehr viel angenehmere Gedanke: Welche sexuellen Fantasien machen mir Freude und erregen mich?

Sollte sich dann herausstellen, dass Ihnen der Gedanke an einen männlichen Freund besser gefällt als der an eine Freundin, dann könnte der Zeitpunkt gekommen sein, sich auf die entsprechende Suche nach einem Mann zu machen. Und wenn nicht- dann nach einer neuen Frau.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Bin ich homosexuell-
oder nicht?
Zum Artikel
Lesbisch-
Lust auf die beste Freundin
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Entdeckung der Homosexualität als verheirateter Mann
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Coming-Out: Sagen, dass ich homosexuell bin
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Bin ich bisexuell? Freundin will Gegenbeweis
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Homosexuelle Zwangsgedan- ken- wie werde ich sie los?
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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Angst vor Therapie- und davor, über Probleme zu reden

Angst vor Therapie- weil ich
über mein Thema nicht sprechen kann

Angst vor Therapie? Foto © Photographee.eu Fotolia.com

Grundsätzlich möchte ich gern eine Therapie machen, weil ich im Bereich Sex einige Probleme habe.

Allerdings habe ich große Angst, einen Termin zu vereinbaren, weil ich glaube, darüber absolut nicht sprechen zu können.

Vor ein paar Jahren habe ich schon einmal eine Therapie bei einem Therapeuten begonnen. Da habe ich es einfach nicht geschafft, irgendetwas zu sagen. Ich konnte nicht einmal sagen, um was es überhaupt geht. Ich habe mich dafür sehr geschämt, war auch ärgerlich, für eine so eine verlorene Stunde so viel Geld bezahlt zu haben. Ich habe deswegen keinen Folgetermin vereinbart- und bin mit meinem Problem weiter allein geblieben.

Richtig schlimm ist, dass ich jetzt eine Freundin habe, mit der ich mich eigentlich sehr gut verstehe. ihn weiß aber, dass ich sie verlieren werde, wenn ich jetzt nicht bald etwas gegen meine Probleme tue.

Ich habe jetzt gleich doppelt Angst. Angst vor dem, was mich erwartet, wenn ich die Therapie mache. Und Angst davor, dass meine Freundin mich verläßt, wenn ich sie nicht mache. Richtig blöd!

Aber ich habe überhaupt keine Idee, wie ich aus dieser Zwickmühle wieder herauskommen soll…

N.N.

Angst vor Therapie- und gleichzeitig davor,
keine Therapie zu machen

Hallo,

Einerseits haben Sie das Gefühl, dass eine Therapie Ihnen helfen kann, insbesondere auch dabei, Ihre Freundin zu behalten, andererseits haben Sie große Angst vor dem, was Sie in einer Therapie erwartet und insbesondere davor, über Ihr Problem überhaupt nicht sprechen zu können.

Angst vor Therapie- Anzeichen dafür,
dass die Therapie sich lohnen kann

Den meisten Menschen, die eine Therapie anfangen, geht es wahrscheinlich ähnlich wie Ihnen. Es gibt nur wenige, die eine Therapie einfach nur aus Neugier und ohne irgendwelche ambivalenten Gefühle anfangen.

Denn einerseits ist da das Bedürfnis, das Problem anzugehen, andererseits und gleichzeitig das Gefühl, genau dieses eigentlich nicht zu wollen.

Wenn ein solcher Zwiespalt vorliegt, zeigt das in gewisser Hinsicht, dass tatsächlich eine Therapie sinnvoll sein kann:

  • Das Problem ist offenbar so groß, das man alleine keine Lösung bereit hat
  • Die eigene Motivation, das Problem allein und ohne Unterstützung anzugehen, ist eher gering.
  • Gleichzeitig gibt es wichtige Gründe, das Problem jetzt anzugehen.

In genau so einen Fall ist Psychotherapie das Mittel der Wahl.

Angst vor Therapie-
Das Vertrauen zum Therapeuten ist wichtig

Gerade weil ein gewisses Mass an Angst vor der Therapie durchaus zu Beginn einer Therapie völlig normal ist, ist es wichtig, dass die Beziehung zum Therapeuten stimmt. Suchen Sie sich also einen Therapeuten, der zu Ihnen passt.

Es ist keine Schande, nach einem ersten Kennenlernen zum Entschluß zu kommen, bei einem Therapeuten nicht weitermachen zu wollen. Viele Therapeuten bieten daher einen ersten Termin kostenlos und unverbindlich an: Sie brauchen also nur dann weiterzumachen, wenn Sie sich bei Ihrem Therapeuten wohlfühlen.

Angst vor Therapie-
Große Themen brauchen ihre Zeit

Es kann auch sinnvoll sein, die erste oder vielleicht sogar die ersten Sitzungen ganz bewußt noch gar nicht über das eigentliche Problem zu sprechen. Manche Dinge brauchen eben Zeit. Und es ist besser, sich für die Bearbeitung eines großes Themas genügend Vorlauf zu nehmen als sich an die großen Themen in seinem Leben niemals heranzutrauen.

Statt über das große Thema zu sprechen, können Sie mit Ihrem Therapeuten die Zeit auch dazu nutzen, sich erst einmal besser kennenzulernen. Sie könnten Ihrem Therapeuten zum Beispiel etwas über Ihre sonstige Lebensgeschichte erzählen, damit dieser dann später ein besseres Bild davon hat, welche Erfahrungen und Erlebnisse Sie insgesamt geprägt haben.

Sie können aber auch vereinbaren, erst einmal überhaupt nichts zu besprechen, sondern zum Beispiel gemeinsam Techniken einzuüben, die Ihnen helfen, mit Ihrer Angst besser umzugehen. Dazu können zum Beispiel Entspannungsübungen beitragen, von denen Sie ganz konkret auch in Ihrem Alltagsleben profitieren. Hier kann Ihnen Ihr Therapeut bestimmt verschiedene Vorschläge machen.

In einer guten Therapie bestimmen Sie selbst, was das Thema einer Sitzung sein soll und wann ein bestimmtes Problem zur Sprache kommt. Sie brauchen also keine Angst davor zu haben, dass Sie der Therapeut zu irgendetwas drängt, das Sie selbst nicht möchten.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS. Vgl. auch den Artikel Was ist Sexualtherapie eigentlich?

Ängste
vor der Therapie?
Zum Artikel
Erektionsstörung
und Versagensangst
Zum ArtikelErektionsstörung?
Gymnophobie- Angst
vor der Nacktheit
Zum Artikel
Sexualangst- sexuelle Sehnsucht wird zum Alptraum
Zum Artikel
Eifersucht- die ständige
Ansgt, ihn zu verlieren
Zum Artikel

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Zuletzt aktualisiert am 18.09.2017.

Eifersucht- die ständige
Angst, ihn zu verlieren

Eifersucht Foto © Andrey Popov Fotolia.com

Eifersucht- irgendwann drehe ich durch

Kinderwunsch
Ich bin 24 Jahre alt, weiblich und leide an meiner maßlosen Eifersucht.
Ausbildungsmäßig habe ich nichts richtiges zustande gebracht: erst eine abgebrochene Ausbildung als Krankenschwester, dann doch Medizinstudium, aber ebenfalls abgebrochen. Außerdem wiege ich für meine Größe etwas zu viel- ich bin nicht dick, habe aber keine Modelfigur.

Mein erster Freund hat mich deswegen regelmäßig aufgezogen und mir während unserer Beziehung immer wieder andere Frauen gezeigt, die dünner waren: „So könntest du auch aussehen, wenn du dich etwas anstrengen würdest…“ Er hatte mich immer wieder mit anderen betrogen, was ich erst später herausgefunden habe. Sogar meine bis dahin beste Freundin dabei gewesen. Das hat mein Selbstbewußtsein sicher nicht gefördert.

Meinen jetzigen Freund liebe ich über alles. Ich hoffe, dass wir beide einmal heiraten werden. Allerdings habe ich Angst, ihn zu verlieren- wegen meiner krankhaften Eifersucht und meiner ständigen Angst, nicht gut genug für ihn zu sein.

Er sagt zwar, dass er mich liebt. Aber ich denke dann immer: Na schön, er liebt vielleicht meine Art zu reden und ein paar meiner Eigenschaften- aber ganz bestimmt nicht meinen Körper, so wie er eben ist: picklige Haut, wenig Busen, pummeliger Bauch- und das ganze auf zwei viel zu kurzen Beinen. Eher ein Kobold als eine Frau.

Er dagegen könnte jederzeit als Männermodel durchgehen und so viele schöne Frauen haben, wie er nur will.

Deswegen habe ich Angst, wenn er zwischendurch mit seinen Freunden ausgeht und ich nicht dabeisein kann. Es könnte so leicht passieren, dass sich ihm dann eine andere an den Hals wirft. Manchmal drehe ich an solchen Abenden fast durch.

Einmal habe ich ihn schon angeschrien, dass er mir endlich sagen soll, mit welchem Mädchen er mich betrügt. Er hat dann sehr entspannt reagiert, mich in den Arm genommen und gemeint, es gäbe für ihn tatsächlich keinen anderen Menschen auf der Welt.

Eifersucht- die heimliche Kontrolle seines Handy

Einmal habe ich auch schon rumspioniert und mir sein Handy vorgenommen. Bei seinen Chats habe ich tatsächlich keine anderen Frauen gefunden, dafür allerdings einen Ordner mit Pornobildern. Massenweise Blondinen, schwedischer Typ. Also genau das Gegenteil von mir.

Ob er das braucht, weil ich ihm so wenig gefalle? Was tun, wenn ihm so eine hochgewachsene Frau mit langen, blonden Haaren tatsächlich über den Weg läuft. Habe ich dann überhaupt noch eine Chance?

Ich hab ihm das dann gebeichtet- schließlich wollte ich von ihm hören, was die Blondinen zu bedeuten haben. Er meinte, das bräuchte er halt hin und wieder, hätte nichts mit mir zu tun. Und es täte ihm leid, er habe mich nicht verletzen wollen. Die Entschuldigung ist OK- trotzdem gilt: Mein Freund träumt von schwedischen Blondinen.

Oder ist das alles nur Blödsinn- lauter kranke Gedanken von mir? Ich fände es furchtbar, wenn meine Eifersucht ihn tatsächlich dazu bringt, dass er sich von mir trennt…

Conni D. (Name geändert)

Eifersucht-
auch ohne Gegenspielerin

Hallo Conni,

Sie haben einen Freund und sind eifersüchtig- und das, obwohl Sie gar keine konkrete Gegenspielerin haben. Sie haben Angst, Ihren Freund an eine Unbekannte zu verlieren, die besser ist als sie. Und sie haben Angst davor, dass es Ihre Eifersucht selbst ist, die Ihren Freund dazu veranlaßt, sich von Ihnen zu trennen.

Eifersucht- die drei Vorausetzungen

Grundsätzlich braucht es für Eifersucht drei Elemente:

  1. denjenigen/diejenige, welche/r die Eifersucht empfindet
  2. die Person oder der Umstand, deren Verlust gefürchtet wird:
    z.B. der eigene Partner (als Person) oder das Privileg, mit den Eltern ins Kino gehen zu dürfen (als Umstand, der bedroht ist, wenn plötzlich statt mir der Bruder oder die Schwester mitgenommen werden)
  3. die Person oder der Umstand, welche/r den drohenden Verlust verursacht:
    das kann eine Person sein (z.B. eine anderer Mensch sein, der mir den Partner ausspannt), aber auch ein bestimmter Umstand (z.B. das neue Hobby des Freundes, das ihn dazu bringt, mir weniger Zeit und Aufmerksamkeit zuzuwenden)

Es ist also sowohl möglich, auf Personen eifersüchtig zu sein wie auch auf bestimmte Umstände, welche den gefürchteten Verlust verursachen.

Typisch für Eifersucht ist also die Angst, jemanden oder etwas zu verlieren, das einem bereits gehört- im Gegensatz zum Neid, wo es darum geht, etwas zu haben, das man noch nicht besitzt.

Eifersucht- auch ohne konkrete Ursache?

In Ihrem Fall ist auffällig, dass es eine solche Verlustursache (noch) gar nicht gibt.

Ihr Freund sagt, dass er sie liebt- und von einer konkreten Gegenspielerin wissen Sie nichts. Sogar die Pornobilder auf seinem Handy haben sie konkret nicht als Bedrohung für Ihre Beziehung erfahren, etwa in dem Sinn, dass er sich lieber mit diesen Bildern als mit Ihnen beschäftigen würde.

So gesehen, erschaffen Sie sich die Gegenspielerinnen, auf die Sie eifersüchtig sein können, sozusagen selbst: ob das die Mädchen sind, denen er beim Ausgehen mit seinen freunden begegnen könnte, oder die hochgewachsene Blondine, die ihm plötzlich über den Weg liefe und ihn an seine Pornos erinnern würde.

Insofern läßt sich Ihre Form der Eifersucht möglicherweise noch besser als eine Form der Verlustangst beschreiben, die Sie in Bezug auf Ihren Freund ständig begeleitet.

Eifersucht- Szenarien, die Sie herunterziehen

In Ihrer Nachricht schildern Sie gleich mehrere Szenarien, in denen Sie sich selbst ein Stück weit klein machen:

  • Berichte über Ihre abgebrochenen Ausbildungen
  • Sie halten Ihr Körpergewicht für zu hoch
  • Sie finden ihn schön, sich selbst aber nicht
  • Sie haben Angst, ausgestochen zu werden, wenn Ihr Freund mit seinen freunden augeht
  • Sie haben Angst, eine Frau wie auf seinen Pornobildern könnte Sie ausstechen

Diese Hinweise können auf ein Selbstwert-Defizit hindeuten. Denn Sie haben sehr wahrscheinlich genau so viele starke Seiten, die Sie so gar nicht zur Kenntnis nehmen. Dazu gehört auf jeden Fall, dass Sie es geschafft haben, einen Freund zu gewinnen, der Ihnen sehr gut gefällt- und der Sie nach eigener Aussage liebt.

Eifersucht-
Hilfsmöglichkeiten durch eine Psychotherapie

Wenn Sie Ihre Eifersucht loswerden wollen, könnte es sich in einer Psychotherapie für Sie lohnen, daran zu arbeiten, wie Sie sich selbst sehen bzw. sehen wollen.

Wenn Sie Stück für Stück auch Ihre starken Seiten kennenlernen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihre Eifersucht-Fantasien nach und nach in den Hintergrund treten.

Außerdem könnte es in einer Therapie auch um das Thema Ängste gehen, speziell um die Verlustangst um Ihren Freund, das Sie möglicherweise als eine Art von Zwangsgedanke verfolgt.

Es gibt verschiedene therapeutische Möglichkeiten, schon in relativ kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung zu erreichen.

Gerade weil Sie befürchten, Ihren Freund langfristig durch Ihre Eifersuchtsausbrüche zu verlieren, kann sich eine Psychotherapie sehr für Sie lohnen- und auch für Ihre Beziehung.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS:
Vgl. den Beitrag Sexuelle Zwangsgedanken- wie wird man sie los?

Ängste
vor der Therapie?
Zum Artikel
Erektionsstörung
und Versagensangst
Zum ArtikelErektionsstörung?
Gymnophobie- Angst
vor der Nacktheit
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Sexualangst- sexuelle Sehnsucht wird zum Alptraum
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Eifersucht- die ständige
Ansgt, ihn zu verlieren
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Erektionsstörung
und Versagensangst

Erektionsstörung-
Auch mit der Traumfrau geht nichts

Erektionsstörung? © Syda Productions Fotolia.com
Erektionsstörung
Als Jugendlicher hatte ich nie eine Freundin, mit der es zu richtigem Sex gekommen ist. Dazu dauerten diese Beziehungen nie lange genug.

Das erste Mal Sex hatte ich mit 20 Jahren. Das war ein ziemliches Fiasko, weil ich im Bett einfach keine richtige Erektion hinbekommen habe. Im Nachhinein kann ich mir das schon erklären: Im Grunde paßte diese Frau überhaupt nicht zu mir. Es ging mir eigentlich gar nicht um sie- ich wollte nur endlich meine erste sexuelle Erfahrung machen, und das ist dann gründlich daneben gegangen. Ziemlich peinlich!

Leider habe ich diese Erfahrung dann auch noch ein zweites Mal gemacht, mit einer Kommilitonin, mit der ich eine kurze Affäre hatte. Schon wieder eine blöde Erfahrung.

Jetzt habe ich eine neue Freundin, in die ich mich total verliebt habe. Was für mich richtig furchtbar ist: Auch bei ihr bekomme ich im Bett einfach keine Erektion. Dabei liebt sie mich, sie ist wunderhübsch und unglaublich zärtlich… Aber bei mir tut sich da unten einfach nichts. Das ist total heftig.

Erektionsstörung-
auch ohne körperliche Ursache

An körperlichen Ursachen kann es absolut nicht liegen. Ich onaniere regelmäßig, immer mit einer starken Erektion, ohne alle Probleme.

Wahrscheinlich ist das mittlerweile meine Angst, die mich dermaßen blockiert. Ich kann mich einfach nicht mehr fallenlassen. Sobald es Richtung Bett geht, denke ich nur noch, dass es bei mir nicht klappt und wir keinen Sex haben können.

Bis jetzt hat sie noch richtig viel Verständnis und ist total nett zu mir. Aber ich weiß nicht, ob nicht auch bei ihr der Geduldsfaden irgendwann reißt. Schließlich will sie ja gern Sex mit mir haben, und ich kann ihr das einfach nicht geben.

Ich habe schon nachgedacht, ob ich Viagra nehmen soll. Ob das ein Ausweg ist?

Selbst bin ich mir da nicht sicher. Schließlich hat mein Problem, wie gesagt, hundertprozentig KEINE körperliche Ursache.

Tobias K. (Name geändert)

Erektionsstörung– Belastung für die Beziehung

Hallo Tobias,

obwohl Sie alleine beim Onanieren keine Erektionsprobleme haben, klappt es nicht, wenn Sie sexuellen Verkehr mit einer Frau haben wollen: so schon mit Ihren ersten zwei Bekanntschaften und jetzt wieder mit Ihrer neuen Freundin. Und das, obwohl Sie sehr verliebt sind.

Erektionsprobleme-
Medikamente lösen nur körperliche Probleme

Das Wichtigste vorweg: körperliche Impotenz ist nicht Ihr Problem. Von daher ist es unwahrscheinlich, dass ein Medikament wie Viagra überhaupt eine Wirkung bei Ihnen hat.

Viagra kann durch chemische Prozesse die sexuelle Erregung beim Mann verstärken- Voraussetzung ist allerdings, dass es überhaupt zu einer solchen Erregung kommt. Wenn Sie also alleine keine Schwierigkeiten haben, in sexuelle Erregung zu kommen und die Erregung nur in Gegenwart Ihrer Freundin ausbleibt, kann ein Medikament wie Viagra kaum helfen.

Erektionsprobleme-
Versagensangst als Ursache?

Da bei Ihnen körperlich offenbar alles in Ordnung ist, hat das Problem bei Ihnen wohl eine psychische Ursache, so wie Sie das schon selbst vermutet haben.

Versagensangst, also die Angst, das es nicht klappen kann, reicht völlig aus, um zu erklären, dass es auch tatsächlich nicht klappt.

Dadurch entsteht ein sich selbst verstärkender Teufelskreis: jedes Mal, wenn es nicht geklappt hat, wird die Versagensangst noch größer. Und wenn die Versagensangst noch größer wird, kann es beim nächsten Mal noch weniger klappen.

Aus einem solchen Teufelskreis ist es sehr schwierig, ohne therapeutische Hilfestellung herauszukommen. Deshalb lohnt es sich für Sie ganz bestimmt, ein paar Therapiestunden zu nehmen- vielleicht auch gemeinsam mit Ihrer Freundin.

Erektionsprobleme-
Wie eine Psychotherapie helfen könnte

1. Schritt: Psychischen Druck reduzieren

Ein erster Schritt könnte sein, Ihnen (und Ihrer Freundin) aufzuzeigen, dass Ihr Problem vielleicht gar nicht so riesige Dimensionen hat, wie Ihnen das auf den ersten Blick erscheint.

Wenn Sie selbst sicher sein können, dass es Ihrer Freundin mit Ihnen rundherum gut geht, ganz gleich ob Sie nun bei Ihr eine Erektion bekommen oder nicht, dann wäre das bereits ein erster Schritt, um dem Problem seine Bedrohlichkeit abzunehmen und den psychischen Druck zu reduzieren.

Es könnte also sinnvoll sein, wenn Sie Ihrer Freundin in nächster Zeit ab und an zu einem Orgasmus verhelfen, auch ohne selbst einen Orgasmus anzustreben.

Vielen Männern ist nicht klar, dass es durchaus möglich ist, mit einer Frau gemeinsam Sex zu haben, ohne dabei selbst eine Erektion und einen Orgasmus zu bekommen. Einzige Voraussetzung dafür ist, sich von den Vorstellungen des Normsex zu verabschieden, wonach beim Sex einzig der Koitus mit gemeinsamen Orgasmus zählt.

2. Schritt: an der Versagensangst arbeiten

Ein zweiter Schritt wäre die therapeutische Arbeit an Ihrer Versagensangst. Um hier ein geeignete Vorgehensweise zu finden, ist zuvor eine gründliche Klärung im therapeutischen Gespräch erforderlich. Wichtige Fragen könnten dabei sein:

  • Kennen Sie das Thema Angst auch aus anderen Bereichen Ihres Lebens?
  • Welche Normen gelten für Sie beim Sex?
  • Was würde passieren, wenn Sie Ihre Angst plötzlich nicht mehr hätten?

Parallel zu der inhaltlichen Arbeit am Thema Angst könnte Ihnen der Therapeut auch vorschlagen, Entspannungstechniken zu erlernen, die Ihnen generell helfen, innere Verspannungen aufzulösen.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Was ist eigentlich
Impotenz?
Zum Artikel
Erektionsprobleme- wenn
die Frau zu kurz kommt
Zum ArtikelErektionsstörung?
Erektionsstörung
und Versagensangst
Zum ArtikelErektionsstörung?
Ejakulationsprobleme
Mein Freund kommt nicht
Zum Artikel
Ich will
mehr Sex als sie
Zum Artikel
Vorzeitiger Samenerguss-
Ejaculatio praecox
Zum Artikel

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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Erektionsprobleme- wenn die Frau ständig zu kurz kommt

Erektionsprobleme-
Dauererregung und doch kein Sex

Erektionsprobleme? © dmitrimanuta Fotolia.com
Erektionsprobleme
Seit einem guten Jahr habe ich einen neuen Freund. Alles eigentlich prima- wir verstehen uns gut, haben viele gemeinsame Interessen, unternehmen viel miteinander… Mir gefällt auch seine Wärme und wie er es schafft, mir jeden Tag zu zeigen, dass er mich liebt.

Der einzige Haken: der Sex.

Seitdem wir uns kennen, hat er Schwierigkeiten, eine richtige Erektion zu bekommen. Egal, ob Handjob oder Blowjob, ich schaffe es nicht, ihn steif zu bekommen. Auch beim Koitus hält er nicht bis zum Orgasmus durch, muss seinen Penis irgendwann herausziehen und es sich selbst besorgen (wobei ihm auch das ein ziemliches Mass an Anstrengung abverlangt). Auf diese Weise komme ich selber beim Koitus nie zum Orgasmus, was mich ziemlich frustriert.

Ich brauche mittlerweile schon etwas Überwindung, um dieses Spiel jedes Mal wieder mitzumachen.

Erektionsprobleme-
Mit einem solchen Mann das Leben teilen?

Was dazu eigentlich gar nicht passt, ist: Er wünscht sich jeden Tag Sex. Er steht irgendwie unter einer Dauererregung: Ich habe das Gefühl, dass es für ihn schon ausreicht, dass er mich nur sieht- und schon will er Sex. Mir selber würde, selbst wenn es ihm leichter fiele, zweimal die Woche durchaus ausreichen.

Auch wenn ich ihn sonst total gern mag: Richtig vorstellen kann ich es mir nicht, mit so einem Mann mein ganzes Leben zu verbringen. Ich hätte auch Angst, dass mir irgendwann ein Mann über den Weg läuft, der es einfach besser kann als er und dass ich dann nicht Nein sagen kann…

Mein Freund hat bei dem ganzen Rumgetue übrigens anscheinend gar kein Problem. Wenn ich ihm das mit seiner mangelnden Erektion sagen würde, empfände er das bestimmt nur als Kränkung und würde nicht zum Arzt gehen.

Kann das gut gehen, eine Beziehung, in der die Frau permanent sexuell unterversorgt ist? Wie soll man da jahrelang glücklich beieinander bleiben?

Yvonne S. (Name geändert)

Erektionsprobleme-
Grund für Auflösung der Partnerschaft?

Hallo Yvonne,

die Partnerschaft mit Ihrem neuen Freund hat viele gute Seiten: gemeinsame Interessen, viele Unternehmungen, Liebe und Wärme.

Nur beim Sex haben sie das Gefühl, ständig zu kurz zu kommen, da Ihr Freund weder durch Handjob, noch Blowjob, noch Koitus zum Orgasmus kommt, sondern nur durch Selbstbedienung. Sie selbst kommen durch den Koitus bei ihm auch nicht zum Orgasmus.

Das frustriert sie so sehr, dass Sie sich überlegen, ob sie beide überhaupt für eine langfristige Partnerschaft zueinander passen.

Erektionsprobleme-
eine medizinische Ursache?

Auch wenn es sicher kein Fehler ist, wenn Ihr Freund darüber einmal mit einem Arzt sprechen würde: Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Ihr Freund ein medizinisches Problem hat (Impotenz).

Schließlich ist er ja in der Lage, eine Erektion zu bekommen und, bei Selbstbedienung, auch einen Orgasmus. Auch Sie als Person üben so viel sexuellen Reiz auf ihn aus, dass er sehr leicht in sexuelle Erregung kommt.

Von daher glaube ich nicht, dass irgendeine medikamentöse Behandlung besondere Fortschritte bringen würde.

Erektionsprobleme-
ein Problem von ihm oder mit ihm?

So wie Sie das schildern, hat er -streng genommen- gar kein Erektionsproblem und auch kein Orgasmusproblem. Denn auf körperlicher Ebene funktioniert das ja, jedenfalls bei der Selbstbefriedigung. Er selbst sieht das offenbar auch so und will deswegen auch nicht zum Arzt gehen.

Dennoch haben Sie ein Problem mit ihm, da er im Sex nicht die Erwartungen erfüllt, die Sie an einen Mann stellen: Orgasmusfähigkeit bei Handjob, Blowjob und im Koitus.

Außerdem ist bei Ihnen beiden der Sex am Ende, sobald er durch Selbstbedienung seinen Orgasmus bekommen hat- und Sie bleiben danach unbefriedigt.

Erektionsprobleme-
Bleibt die Frau ewig unbefriedigt?

Offenbar haben Sie ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie für Sie funktionierender Sex aussieht (vgl. Artikel: Normen für den Sex). Sie erwarten von einem Mann die Orgasmusfähigkeit bei Handjob, Blowjob und im Koitus- und das kann Ihnen Ihr Freund nicht bieten.

Grundsätzlich gibt es drei Veränderungsmöglichkeiten:

  1. Irgendwie schafft es Ihr Freund, die von Ihnen gewünschten Fähigkeiten doch noch zu bekommen.
  2. Sie finden einen Weg, wie Sie mit Ihrem Freund auch ohne Veränderung seiner Orgasmusfähigkeit befriedigenden Sex erleben können.
  3. Sie trennen sich von Ihrem Freund und suchen sich einen Mann, der diese Fähigkeiten hat.
Zu Möglichkeit 1: Die Veränderung Ihres Freundes

Sexuelle Fähigkeiten können sich ändern. Es ist durchaus möglich, dass Ihr Freund irgendwann auch ohne Selbstbefriedigung zum Orgasmus kommt. Allerdings gibt es kaum einen Weg, das irgendwie herbeizuzwingen. Hier gibt es definitiv keine Patentlösung.

Es kann sein, dass Ihr Freund durch innere Versagensängste daran gehindert ist, durch die genannten Methoden zum Orgasmus zu kommen. In diesem Fall könnte möglicherweise eine psychotherapeutische Beratung weiterhelfen. Das geht aber nur, wenn Ihr Freund selbst sich das selber wünscht.

Es kann aber genauso gut sein, dass Ihr Freund für seinen Orgasmus rein körperlich genau die Form der Stimulation benötigt, die er sich nur selber in Form der Masturbation geben kann. Das erhebliche Mass an Anstrengung, das er auch selbst aufwenden muss, kann ein Hinweis darauf sein, dass sein Orgasmus tatsächlich ein so starkes Mass an Stimulation benötigt- und dass dafür die anderen Techniken einfach nicht ausreichen.

Zu Möglichkeit 2: Neue Wege beim Sex

Bisher haben Sie den Sex mit Ihrem Freund als unbefriedigend erlebt. Ein Ansatz zu einer Verbesserung sind vielleicht folgende Überlegungen:

  • Was benötigen Sie selbst, um einen befriedigenden Orgasmus zu erleben?
  • Benötigen Sie unbedingt den Koitus und dazu den Samenerguss des Mannes, um einen befriedigenden Orgasmus zu erleben?
  • Kann es für Sie auch andere Möglichkeiten geben, zum Orgasmus zu kommen? Wie ließe sich eine solche Form des Orgasmus in Ihren gemeinsamen Sex einbeziehen: so dass Sie Ihren Orgasmus noch vor ihm erleben (eventuell auch im Koitus) oder danach (und dann nicht im Koitus)?

Gemeinsamer Sex kann durchaus anders aussehen als der „Normsex“ mit Orgasmus beider Partner beim Koitus.

Vielleicht haben Sie beide Lust, hier ein Stück weit zu experimentieren? Ich kann mir gut vorstellen, das es hier noch Möglichkeiten gibt, an die Sie vielleicht selbst noch gar nicht gedacht haben.

Bei einer solchen Entdeckungsreise zu neuen Möglichkeiten des sexuellen Miteinander kann es ggf. auch hilfreich sein, in ein paar Sitzungen bei einem Sexualtherapeuten zu investieren.

Zu Möglichkeit 3: Die Trennung von Ihrem Freund

Das ist die Möglichkeit, die Ihnen in jedem Fall offensteht. Aber vielleicht wäre es schade, diesen Weg zu wählen, ohne nicht vorher alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Denn Sie und Ihr Freund passen offenbar in allen anderen Lebensbereichen sehr gut zueinander…

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Was ist eigentlich
Impotenz?
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Erektionsprobleme- wenn
die Frau zu kurz kommt
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Erektionsstörung
und Versagensangst
Zum ArtikelErektionsstörung?
Ejakulationsprobleme
Mein Freund kommt nicht
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Ich will
mehr Sex als sie
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Vorzeitiger Samenerguss-
Ejaculatio praecox
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Absage nach Date- Was
kann ich da noch tun?

Absage nach Date?
Absage nach Date

Absage nach Date-
Gibt es noch eine zweite Chance?

Vor einer Woche hatte ich (weiblich,44) das erste Date mit einem Mann, der mir sehr gut gefallen hat. Wir haben einen sehr netten Abend verbracht und uns sehr gut unterhalten. Zum Abschied hat er mir sogar einen Kuss gegeben und wir haben unsere Telefonnummern ausgetauscht.

Leider kam von ihm in den nächsten Tagen kein Anruf. Ich selber wollte nicht aufdringlich sein, deshalb habe ich ihm erst nach zwei Tagen eine Mail geschickt und geschrieben, dass ich mich über den schönen Abend gefreut habe und ihn gern wiedersehen würde.

Vorgestern habe ich dann von ihm eine SMS bekommen, dass auch er den Abend genossen hat, aber nicht glaubt, dass wir wirklich zueinander passen würden.

Was soll ich jetzt machen. Lohnt es sich da nochmal nachzufassen? Und was kann ich da überhaupt sagen?

Silke B. (Name geändert)

Absage nach Date-
Wie endgültig ist das?

Hallo Silke,

in der letzten Woche hatten Sie ein Date mit einem Mann, der Ihnen gefallen hat. Nach zwei Tagen haben Sie ihm per Mail geschrieben, dass Sie ihn gern wiedersehen möchten. Wiederum nach zwei Tagen kam von ihm die Absage per SMS. Sie fragen sich nun, ob Sie bei diesem Mann noch eine Chance haben.

Absage nach Date-
Das Akzeptieren von bitteren Wahrheiten

Ihre Lage sieht für einen Außenstehenden nicht gut aus. Allein schon, um von ihm die Absage zu bekommen, mussten Sie sich bei ihm melden. Und auch diese Absage kam so knapp, wie man es nur machen kann: per SMS. Unhöflicher geht das kaum.

Mit diesem Mann wird es also kaum etwas werden. Auch nochmals Nachfragen lohnt sich eher nicht- aller Wahrscheinlichkeit laufen Sie damit nur Gefahr, eine noch deutlichere und gröbere Abfuhr zu bekommen.

Das ist besonders traurig, weil Sie den gemeinsamen Abend als sehr positiv erlebt haben.

Absage nach Date-
wenn alles unverbindlich bleibt…

Natürlich kann es Gründe geben, die überhaupt nichts mit Ihrer Person zu tun haben und die einen solchen plötzlichen Sinneswandel nach dem Date erklären können: z.B. eine andere Frau, die plötzlich in seinem Leben aufgetaucht ist. Sehr viel wahrscheinlicher aber scheint mir, dass es bereits an dem Abend nicht gut gelaufen ist.

Insofern liegt wohl das eigentliche Problem in der Frage, warum Sie nicht schon beim Date selbst gemerkt haben, dass es von seiner Seite her nicht gut gelaufen ist.

Offensichtlich ist Ihr eigener Eindruck, dass Sie sich an dem Abend wohlgefühlt haben und dass Sie sich gut mit ihm unterhalten haben, nicht unbedingt ein klares Zeichen dafür, dass umgekehrt auch Ihr Date-Partner an Ihnen Interesse gefunden hat. Sogar der Kuss und der Austausch der Telefonnummern waren kein Hinweis, auf den Sie sich sicher haben verlassen können. Der Abend ist somit letztlich im Unverbindlichen verblieben.

Anzeichen für ein klares Interesse an Ihnen wäre, wenn er mit Ihnen noch am selben Abend ein nächstes Treffen ausmacht. Oder zumindest nachfragt, wann er Sie denn am besten anrufen darf, um ein solches Treffen auszumachen.

Sie selbst hätten sich diese Klarheit auch dadurch verschaffen können, wenn Sie selber gefragt hätten: „Und wann treffen wir uns das nächste Mal?“ Ein Mann, der an Ihnen Interesse hat, würde Ihnen spätestes dann einen konkreten Vorschlag machen.

Absage nach Date-
Frühzeitig die Signale erkennen

Aber auch schon vor der Frage nach dem nächsten Treffen gibt es Anhaltspunkte dafür, ob ein Date erfolgversprechend verläuft.

Mögliche positive Anzeichen
  • Er sucht den Blickkontakt im Gespräch und hält den Blick meist länger als Sie
  • Er beugt sich beim Gespräch zu Ihnen hin und lehnt sich nicht zurück
  • Er läßt Sie nicht nur reden, sondern interessiert sich ausführlich für Ihre Interessen und fragt nach
  • Er erzählt auch von sich selbst (Dinge, die ihn für Sie interessant und spannend machen bzw. Sie beeindrucken sollen)
Mögliche negative Anzeichen
  • Er sieht Sie kaum beim Gespräch kaum an
  • Er läßt Sie sehr viel reden, ohne sich selbst zu beteiligen und so immer wieder sein Interesse zu zeigen

Absage nach Date-
Alle Männer sind verschieden

Wenn Sie auf diese Signale achten, können Sie wahrscheinlich schon während des Date herausfinden, ob es zwischen Ihnen funkt oder nicht. Wobei natürlich gilt: Alle Männer sind verschieden.

Es gibt den Typ Charmeur, der jeder Frau gegenüber Flirtsignale setzt- auch dann, wenn er letztlich überhaupt kein Interesse an ihr hat. Und umgekehrt gibt es auch schüchterne Männer, die es bei einem ersten Date niemals schaffen, über ihre Körpersprache Flirtsignale zu setzen- und das, obwohl sie nichts lieber wollen, als mit der Frau ihnen gegenüber näher in Kontakt zu treten.

In Ihrem Fall kann es also gut sein, dass Sie einem ziemlich routinierten Charmeur begegnet sind, der letztlich kein Interesse an Ihnen hatte- auch wenn er den Abend selbst wohl durchaus genossen hat, inklusive seiner Selbstdarstellung als attraktiv und sympathisch.

Nur war diese eingeübte Selbstdarstellung kein Signal dafür, dass er an Ihnen als Person ein besonderes Interesse hatte.

Coaching bei der Partnersuche

Sollte es Ihnen häufiger passieren, dass Sie nach Dates eine Absage erhalten, könnte es sich für Sie lohnen, sich ein paar Stunden persönliches Coaching zu gönnen. Dabei könnten folgende Themen eine Rolle spielen:

  • Was wünsche ich mir von meinem Dating-Partner? Vorrangig eine erotische Erfahrung oder eine langfristige Beziehung?
  • Welche Eigenschaften machen mich für einen Mann attraktiv?
  • Wo finde ich Männer, die zu mir passen können?
  • Wie zeige ich einem Mann, dass ich an ihm Interesse habe?
  • Was kann ich selbst dazu beitragen, dass ein Date zum Erfolg wird?

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Besuch vom Online-Date: gleich gemeinsam ins Bett?

Besuch vom Online-Date
Besuch vom Onlie-Date

Besuch vom Online-Date-
Couch oder Schlafzimmer?

Nächstes Wochenende bekomme ich Besuch von einem Mann, mit dem ich jetzt seit einem Monat chatte. Wir haben uns auch schon stundenlang über Skype unterhalten und verstehen uns prima. Eigentlich habe ich das Gefühl, ihn schon sehr gut zu kennen, auch wenn wir uns noch nie wirklich gesehen haben.

Da er 400 km von mir entfernt wohnt, kommt er jetzt übers Wochenende bei mir zu Besuch.

Ich bin mir jetzt etwas unsicher, wo ich ihn übernachten lassen soll: auf der Couch im Wohnzimmer oder doch gleich bei mir im Schlafzimmer. Schließlich will ich ja auch wissen, ob wir im Bett zueinander passen.

Allerdings möchte ich ihn auch nicht dadurch vor den Kopf stoßen, dass ich viel zu schnell bin.

Sabine L. (Name geändert)

Besuch vom Online-Date-
Wie geht das mit der Übernachtung?

Hallo Sabine,

Sie haben vor einem Monat einen Mann über das Internet kennengelernt, den Sie für das nächste Wochenende zu sich nach Hause eingeladen haben. Jetzt wissen Sie nicht, ob Sie ihm zum Schlafen die Couch im Wohnzimmer oder Ihr eigenes Bett anbieten sollen.

Besuch vom Online-Date-
Etwas Vorsicht schadet nie…

Gerade, weil Sie sich auf Anhieb mit Ihrem Online-Date sehr gut verstanden haben, ist Ihr Wunsch sehr verständlich, dass Sie jetzt auch herausfinden wollen, ob Sie im Bett zueinander passen. Dadurch, dass Sie so weit auseinander wohnen, ist der Druck, das jetzt gleich beim ersten Treffen zu machen, natürlich besonders groß.

Allerdings gibt es auch Gründe, hier vielleicht nicht ganz so schnell vorzugehen:

  1. Der harmloseste Grund: Es kann sein, dass Sie, wie Sie selbst schon geschrieben haben, Ihr Date schlicht und ergreifend überfordern.
  2. Der viel gewichtigere Grund: Trotz aller Skype-Gespräche kennen Sie diesen Mann noch nicht. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht hoch ist: Es gibt durchaus Männer im Internet, deren Motive nicht so lauter sind, wie sie das bei den ersten Kontakten sagen. Prinzipiell ist alles möglich: Trickbetrug, Diebstahl, Vergewaltigung… Das Risiko liegt deutlich niedriger, wenn Sie den Mann wenigstens einmal vorher persönlich außerhalb Ihrer Privatwohnung getroffen haben.

Es kann ein ziemlicher Leichtsinn sein, wenn Sie Ihr Online-Date das ersten Mal gleich in der eigenen Wohnung empfangen- und das auch noch über ein ganzes Wochenende.

Besuch vom Online-Date-
Rückzugsraum einplanen!

Angenommen, Sie wären ab einem bestimmten Punkt doch wieder lieber allein (und sei es auch nur für ein paar Stunden): Weder können Sie ihn so ohne weiteres mitten in der Nacht auf die Straße setzen, noch haben Sie selbst irgendeinen Rückzugsraum.

Aus Sicherheitsaspekten wäre es also sinnvoller, er würde sich erst einmal ein Hotelzimmer bei Ihnen in der Nähe nehmen. Wenn Sie sich dann zum ersten Kennenlernen in einem Restaurant zum Abendessen verabreden, können Sie ja immer noch entscheiden, die Nacht bei ihm im Hotelzimmer oder bei Ihnen in der Wohnung zu verbringen.

Wenn Ihr Besucher an einer langfristigen Beziehung mit Ihnen interessiert ist, wird er sicherlich dafür Verständnis haben, dass Sie ihn nicht gleich in Ihre Wohnung einladen. Er wird sicherlich ebenso glücklich sein, wenn Sie ihm z.B. vorschlagen, sich auf halben Weg in einem schönen ferienort im Hotel das erste Mal zu treffen.

Sollte er allerdings darauf insistieren, unbedingt beim ersten Date bei Ihnen privat übernachten zu wollen, und für keinne Alternativvorschlag offen sein, liegt der Verdacht nahe, dass irgendetwas nicht ganz stimmt. Dann ist Vorsicht geboten!

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

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Kinderwunsch als
Trennungsgrund?

Kinderwunsch Gustav Klimt: Die Lebensalter der Frau (1905)

Kinderwunsch- mein Freund
will nicht heiraten und keine Kinder

Kinderwunsch
Mein Freund und ich (32) sind seit sieben Jahren zusammen. Seit fünf Jahren leben wir zusammen in einer schönen Wohnung. Wir verstehen uns bestens. Eigentlich ist alles also hervorragend.

Vor einem halben Jahr haben wir allgemein über unsere Zukunftspläne gesprochen, und da meinte er, dass er sich keine Kinder wünscht. Jedenfalls noch nicht. Ob er dann später Kinder haben will, könnte er mir jetzt nicht versprechen.

Ich bin da ziemlich aus allen Wolken gefallen. Für mich war das immer einfach selbstverständlich, dass wir einmal Kinder haben werden. Aber wir hatten noch nie darüber explizit gesprochen. Ich habe ihm dann auch ziemliche Vorwürfe gemacht wegen seines Egoismus, und fast hätten wir uns endgültig getrennt.

Danach haben wir uns dann doch wieder versöhnt und das Thema einfach ausgeklammert. Wir haben vereinbart, dass wir erst dann heiraten werden, wenn wir uns über die Frage mit den Kindern einig sind.

…ringsum nichts als Kinder…

Inzwischen bekomme ich mit, wie rings um uns geheiratet wird. Sogar meine jüngere Schwester ist jetzt unter der Haube und hat ein Baby.

Ich will jetzt auch nicht unbedingt sofort schwanger werden, aber ich will, dass es irgendwie in unserer Beziehung vorwärts geht. Ich habe jetzt wieder vorsichtig versucht, das Thema bei meinem Freund anzubringen. Doch der meinte nur, dass darüber von seiner Seite schon alles gesagt wäre.

Jetzt bin ich in einer ziemlich blöden Situation. Ich liebe meinen Freund, möchte nichts lieber, als ihn heiraten- und denke gleichzeitig darüber nach, ob es nicht höchste Zeit ist, dass ich mich von ihm trenne. Denn wenn wir so weitermachen, bin ich irgendwann einfach zu alt, und das Thema Kinder hat sich sowieso erledigt. Vielleicht ist es ja genau das, worauf mein Freund hofft.

Ich merke auch, dass ich irgendwie mit ihm nicht mehr dieselbe Nähe habe wie früher. Allerdings kann ich mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Und gleichzeitig kann ich mir auch nicht vorstellen, dass ich wegen ihm einfach auf den Kinderwunsch verzichte. Wenn ich das täte, würde ich ihn in zehn Jahren wahrscheinlich für den Rest meines Lebens hassen.

Was soll ich bloß machen? Paartherapie habe ich ihm schon vorgeschlagen- da sagt er nur, ich soll mein Problem nicht zu seinem machen.

Jana U. (Name geändert)

Kinderwunsch-
Anlass zur Trennung?

Hallo Jana,

seit sieben Jahren sind Sie mit Ihrem Freund zusammen. Vor einem halben Jahr hat er Ihnen erlärt, dass er sich (noch) keine gemeinsamen Kinder vorstellen kann. Sie haben vereinbart, erst dann zu heiraten, wenn Sie sich über das Thema Kinderwunsch geeinigt haben. Da sich jetzt bei einem erneuten Gespräch nichts Neues ergeben hat, überlegen Sie sich, dass Sie sich von ihm trennen- und das, obwohl Sie ihn eigentlich lieben.

Kinderwunsch-
Was tun, wenn nur ein Partner Kinder will?

Auf die naheliegendste Lösung Ihres Problems sind Sie selbst schon längst gekommen: Miteinander reden, wenn nötig, auch im Rahmen einer Paartherapie. Leider hat Ihnen Ihr Freund diesen Wunsch verweigert.

Aber auch wenn Sie schon miteinander gesprochen haben, kann es sein, dass Ihr Freund immer noch nicht versteht, wie wichtig Ihnen Ihr Kinderwunsch ist. Vielleicht glaubt er tatsächlich, dieses „Problem“ einfach aussitzen zu können. Vielleicht ist er selber überrascht, wenn er irgendwann – und möglicherweise zu spät- begreift, dass Sie ihn deswegen tatsächlich einmal verlassen zugunsten eines anderen Mannes.

Kinderwunsch als Trennungsgrund-
verschiedene Standpunkte sind legitim

Ihr Kinderwunsch ist gut verständlich, auch der Umstand, dass Sie den Beginn Ihrer ersten Schwangerschaft nicht mehr sehr lange herauszögern möchten.

Grundsätzlich ist aber auch der Wunsch Ihres Freundes legitim, keine Kinder haben zu wollen. Es ist zwar schade, dass Sie beide das erst so spät voneinander erfahren haben- aber immerhin hat keiner von Ihnen in der Vergangenheit dem anderen irgendwelche falschen Versprechungen gemacht.

Unterschiedlicher Kinderwunsch-
ein Abschied von eigenen Zukunftsfantasien

Unabhängig, ob Sie nun bei Ihrem Freund bleiben oder nicht- wenn Ihr Freund jetzt nicht einlenkt, stehen Sie auf jeden Fall davor, sich von einer bestimmten Zukunftsvision trennen zu müssen, die Sie sich in Ihren Wünschen und Fantasien ausgemalt haben: nämlich von der Vorstellung, wie Ihr Freund als Ihr künftiger Mann und Vater Ihrer Kinder einmal hätte sein können, von den Träumen, wie Sie sich Ihre gemeinsame Zukunft als Familie mit Kindern ausgemalt haben.

Möglicherweise fällt Ihnen der Abschied von diesen eigenen Fantasien sogar noch schwerer als ein konkreter Abschied von Ihrem Freund. Viele Menschen können einen Partner, mit dem sie in der Gegenwart nicht mehr viel verbindet, vor allem deswegen nicht verlassen, weil sie dann auch den Traum einer besseren, gemeinsamen Zukunft endgültig aufgeben müßten.

Ein erster Schritt könnte also sein, dass Sie Ihren Freund als den wahrnehmen, der er ist, d.h. als einen Mann, der sich, zumindest im Augenblick, keine Kinder mit Ihnen wünscht.

Der zweite Schritt wäre dann die Frage, ob jetzt tatsächlich der Zeitpunkt gekommen ist, sich von ihm zu trennen. Eine solche Lebensentscheidung, die nicht nur die Gegenwart, sondern auch die geplante Zukunft betrifft, kann sehr schmerzhaft sein.

Kinderwunsch als Trennungsgrund-
Anlaß für ein Gespräch mit dem Therapeuten?

Da die Frage nach einer Trennung immer eine sehr schwere Entscheidung ist, könnte es sich auch für Sie alleine lohnen, mit einem Therapeuten darüber zu sprechen. Vielleicht kann Ihnen ein solches Gespräch helfen, dass Sie über Ihre Wünsche noch klarer werden und Ihre eigene Entscheidung noch besser annehmen können.

Im Rahmen eines solchen Gesprächs könnte es um folgende Themen gehen:

  • Bis zu welchem Punkt bin ich möglicherweise noch bereit, mich von meinem Freund in Sachen Kinderwunsch vertrösten zu lassen?
  • Was mache ich, wenn ich weiterhin keine klare Antwort bekomme?
  • Wie akzeptiere ich den unterschiedlichen Willen meines Freundes?
  • Bin ich unter bestimmten Voraussetzungen bereit, auf meinen Kinderwunsch zu verzichten?
  • Wenn ich mich trennen will- wie mache ich das am besten?
  • Wie gehe ich mit möglichen Reaktioen meines Freundes um?
  • Gibt es einen Abschied ohne gegenseitigen Groll?
  • Wie finde ich einen neuen Freund, der besser zu mir paßt?

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

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BDSM Beratung, Psychotherapie und Sexualtherapie

BDSM Beratung
BDSM Beratung- bei allen Problemen rund um die härtere Spielart des Sex

BDSM Beratung und Hilfe
rund um die härtere Spielart des Sex

Die Zeiten, in denen BDSM als krank oder problematisch angesehen wurde, sind zum Glück längst vorbei. In der modernen Sexualwissenschaft gelten die härteren Spielarten des Sex als genauso „normal“ und „gesund“ wie Kuschel- und Schmusesex. Natürlich unter den drei Voraussetzungen, dass

  1. beide Partner den Sex wollen,
  2. kein Partner sich selbst oder dem anderen psychische oder körperliche Schäden zufügt
  3. und keine anderen Menschen geschädigt oder brüskiert werden

Aber diese drei Regeln gelten für Kuschelsex ja ganz genauso. Aus sexualtherapeutischer Sicht gibt es aber auch Punkte, die beim Thema BDSM Beratung besondere Beachtung verdienen.

BDSM Beratung- die verschiedenen Bereiche

Das Kürzel BDSM steht für: „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“. Damit sind also die folgenden sexuellen Techniken gemeint:

  • Bondage: Fesselung des Sexualpartners zum Zweck der Luststeigerung (mit Handschellen, Seilen, auch als Hängebondage);
  • Discipline: Die Züchtigung des Partners, etwa durch Versohlen des Hinterteils mit der Hand (spanking), oder Schlagen mit der Reitgerte oder Peitsche
  • Dominance & Submission: Rollenspiele, bei denen ein Partner die überlegene Rolle spielt (top) und der andere dessen Opfer (sub)- z.B. Rollenspiel Aufseher und Gefangener
  • Sadism & Masochism: Rollenspiele, bei denen ein Partner dem anderen körperliche Schmerzen zum Zweck der Luststeigerung zufügt.

BDSM Beratung- die häufigsten Probleme

1. Unausgesprochene Wünsche

Viele Menschen träumen von BDSM- und haben Schwierigkeiten, sich selbst oder ihrem Partner diesen Wunsch einzugestehen.

Der oder die Betroffene nehmen sich dadurch selbst die Chance, eine Form des sexuellen Spiels auszuprobieren, welche möglicherweise das eigene Leben und die eigene Sexualität deutlich aufregender und erfüllender machen könnte.

Das ist besonders schade, wenn der eigene Partner eigentlich ganz ähnliche Wünsche hat, sie sich aber ebenfalls nicht auszusprechen traut.

2. Unverständnis des Partners

Oft reagieren Partner im ersten Moment sehr abweisend auf den Wunsch, Elemente aus dem BDSM-Bereich ins eigene Sexualleben einzubauen. Wer sich vor seinem Partner outet, riskiert, als pervers oder zumindest irgendwie nicht ganz normal dazustehen. Hier können Verletzungen entstehen, die später kaum wieder zurücknehmbar sind.

Umgekehrt kann auch das eigene Outing mit BDSM-Wünschen den Partner überfordern, etwa dann, wenn ein Partner vom anderen sexuelle Spiele erwartet, die dieser nicht erfüllen kann oder möchte.

Besonders schwierig wird es, wenn emotionaler Druck auf den Partner aufgebaut wird, um eigene sexuelle Wünsche durchsetzen zu wollen.

3. Schuld- und Schamgefühle

Schuld- und Schamgefühle können für Betroffene eine erhebliche Belastung darstellen, zum Beispiel, wenn einen die Frage nicht mehr los läßt: Was habe ich da eigentlich getan oder mit mir machen lassen? Über solche Themen direkt mit dem Partner zu sprechen, ist besonders schwierig.

4. Probleme mit der eigenen Rolle

Für viele Menschen ist es nicht leicht, mit neuen Erfahrungen aus dem BDSM-Bereich umzugehen. Für viele ist das Sich-Einlassen auf BDSM zunächst nur etwas, das man als Geschenk oder Gefälligkeit dem Partner zugestanden hat.

Was aber, wenn ein Mensch, der sich selbst bisher privat und im Berufsleben als eher stark und dominant erlebt hat, nun entdeckt, beim Sex gern selber dominiert zu werden? Oder gar masochistische Freude über körperlichen Schmerz verspürt? Oder umgekehrt entdeckt, Freude daran zu haben, den Partner zu dominieren und körperliche Schmerzen zuzufügen?

5. Die eigenen Grenzen kennen

Viele Menschen haben beim BDSM die Angst, sich selbst zu verlieren. Sie empfinden Unsicherheit bei der Frage, „wo das Ganze eigentlich enden soll“.

BDSM ist immer ein Spiel mit den Grenzen- den eigenen und denen des Partners. Es kann etwas Wunderbares sein, festzustellen, wieviel mehr im Sex möglich ist, als man sich es je hätte träumen lassen. Es kann aber auch etwas Beängstigendes sein, zu bemerken, das bisher gültige Grenzen und Regeln jetzt nicht mehr gültig sind.

Oft besteht die Gefahr, dass Menschen sich beim BDSM selbst überschätzen und weiter gehen, als es Ihnen selber gut tut. Ein gelungenes Spiel mit dem BDSM setzt also vor allem voraus, die jeweils aktuellen, eigenen Grenzen zu kennen (und die des Partners!)- und sich gemeinsam mit dem Partner über diese Grenzen auszutauschen.

5. Spiel und Wirklichkeit

BDSM ist ein sexuelles Spiel auf Gegenseitigkeit- und hat nichts mit tatsächlicher Gewalt, Unterwerfung oder Versklavung zu tun.

Es ist wichtig, dass beide Spielpartner diese Unterscheidung zwischen Spiel und Wirklichkeit kennen und beachten.

Problematisch wird es, wenn es hier zu Unklarheiten kommt, zum Beispiel,

  • wenn die BDSM-Rollen sich verselbständigen,
  • wenn die Partner nicht vor dem Spiel darüber sprechen, was sich welcher Partner wünscht und was nicht
  • wenn der „Sklave“ oder die „Sklavin“ sich auch im wirklichen Leben der „Herrin“ oder dem „Herrn“ unterwerfen will und sämtliche Eigenverantwortung abgeben möchte
  • wenn der „Herr“ oder die „Herrin“ glaubt, auch über das Spiel hinaus den Partner dominieren zu dürfen,
  • wenn unklar ist, wann die Spielsituation anfängt und wann sie aufhört und deswegen in der Beziehung überhaupt kein Raum für den „Alltagsstatus“ mehr bleibt
6. Missbrauchserfahrungen und BDSM

In unserer Gesellschaft hat ein hoher Prozentsatz von Männern und Frauen in der Kindheit sexuelle Missbrauchserfahrungen gemacht.

BDSM kann für Betroffene durchaus ein Weg sein, eigene, leicht unangenehme Erfahrungen und Verletzungen zur sexuellen Stimulation einzusetzen (ein Klassiker sind z.B. Spiele, die an Erinnerungen aus der Schulzeit anknüpfen, also z.B. Lehrer/in und Schüler/in etc.

Kritisch wird es allerdings, wenn es um die Re-Inszenierung von tatsächlichen Traumata geht (z.B. Missbrauch, Vergewaltigung).

Eine sogenannte Re-Traumatisierung, die eine/n Betroffene/n unfreiwillig plötzlich in die Gefühlswirklichkeit des originalen Traumas zurückwirft, ist auch bei scheinbar harmlosen BSDM-Szenarien jederzeit möglich- gerade auch deswegen, weil viele Betroffene von ihrer psychischen Verletzbarkeit selbst bewusst gar nichts wissen.

Vorsicht und Behutsamkeit ist also unbedingt erforderlich im Umgang mit BDSM! Und im Falle einer aufgetretenen Re-Traumatisierung ist unbedingt psychotherapeutische Hilfe erforderlich.

7. Umgang mit dem Fetisch

Den Spaß am eigenen Fetisch zu entdecken, kann eine ausgesprochen beglückende Entdeckung sein. Viele Männer, die deswegen übrigens nicht automatisch homosexuell sind oder Transvestiten, tragen beim Sex gern Frauenkleider.

Schwierig wird es, wenn der eigene Fetisch den jeweiligen Partner überfordert. Wenn also z.B. die Frau sich ihren Mann beim Sex explizit nicht in Frauenkleidern wünscht.

8. Partnersuche und BDSM

Idealerweise haben Partner auf sexuellem Bereich ähnliche Fantasien und Wünsche, durch die sie ihre Beziehung gegenseitig bereichern.

Von daher ist es gut verständlich, wenn sich ein Mensch, der eine Affinität zu BDSM hat, auch einen Partner wünscht, der diese Leidenschaft mit ihm teilt- sei es in einer langfristigen Beziehung, sei es, als ein kurzfristiges und aufregendes Date.

Im BDSM-Bereich (genauso wie auch bei der ganz „normalen“ Partnersuche) besteht das Risiko, Menschen zu begegnen, welche die eigene Veranlagung ausnutzen oder missbrauchen. Es ist daher, insbesonder bei neuen Bekanntschaften über das Internet, ein gesundes Mass an Vorsicht geboten.

BDSM Beratung- Wann therapeutische Hilfe sinnvoll ist

Wenn Sie bei diesen Punkten eigene Probleme wiedererkennen und feststellen, allein nicht mehr recht weiter zu wissen, ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich Unterstützung zu holen.

Gern stehe ich Ihnen mit meiner therapeutischen Erfahrung zur Verfügung für ein vertrauliches Gespräch ohne Vorurteile und ohne Wertung. Gemeinsam können wir bei einer Beratung oder Therapie daran arbeiten, unbewusste Zusammenhänge zu verstehen und neue Handlungsperspektiven zu gewinnen.

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BDSM Beratung
und Sexualtherapie
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Hilfe! Mein Freund will BDSM von mir
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Zusammenziehen oder nicht- Testfall für die Partnerschaft

Zusammenziehen-
Freund will nicht aus seiner Wohnung

Zusammenziehen oder nicht? Foto © SolisImages Fotolia.com
Mit meinem neuen Freund bin ich jetzt fast ein Jahr zusammen. Wir sind beide über 30 und haben auch schon darüber gesprochen, dass wir irgendwann einmal miteinander Kinder haben möchten. Wenn ihm das wirklich ernst ist, fände ich es richtig, wenn wir als erster Schritt jetzt gemeinsam zusammenziehen.

Mein Freund lebt zur Zeit allein in einer Wohnung, die er sich ursprünglich mit seiner Ex angemietet hat- übrigens zu einem Zeitpunkt, als die beiden weniger lang zusammen waren als wir jetzt. Er hat mir jetzt vorgeschlagen, dass ich bei ihm einziehen kann- für mich ein unerträglicher Gedanke, weil er die ganze Einrichtung gemeinsam mit der Exfreundin ausgesucht hat, von der sogar noch ein selbstgemaltes Plakat im Gang hängt. Wenigstens hat er jetzt ihren Namen auf dem Türschild überklebt.

Sein Wohnort ist übrigens fast 50 km von meinem entfernt und wir beide haben unsere Arbeit jeweils an unseren Wohnorten. Allein von daher fände ich am besten, dass wir in Zukunft irgendwo in der Mitte wohnen. Aber er mag einfach nicht aus seiner Wohnung ausziehen.

Ich weiß jetzt nicht, wie ich das sehen soll: Meint er unsere Beziehung wirklich ernst und den Plan, irgendwann Kinder zu bekommen, wenn wir uns nicht einmal über das Zusammenziehen einigen können? Meine Freundinnen sind alle bis 30 mit ihren Freunden in eine gemeinsame Wohnung gezogen, und bei den meisten passierte das schon nach einem halben Jahr.

Vielleicht ist mein Freund mit mir auch gar nicht richtig sicher- schließlich ging es mit seiner Ex bei der Wohnungssuche ja auch schneller.
Oder bin ich nur drängelig und es ist normal, ein Jahr und länger mit dem Zusammenziehen zu warten?

Ich weiß, das klingt blöd: Aber ich will nicht erst 35 werden und dann ein Kind bekommen. Muss ich mich also von ihm trennen, wenn es mit dem Zusammenziehen jetzt nicht klappt?

Franziska G. (Name geändert)

Zusammenziehen-
nicht in die Wohnung der Exfreundin

Hallo Franziska,

Sie und Ihr Freund sind jetzt seit fast einem Jahr zusammen. Sie möchten gern mit ihm zusammenziehen, als erster Schritt hin zu gemeinsamen Kindern. Ihr Freund bietet Ihnen an, in die Wohnung zu ziehen, die er gemeinsam mit seiner Exfreundin eingerichtet hat. Das möchten wiederum Sie nicht, weil Sie sich zu sehr an die Exfreundin erinnert fühlen und die Wohnung zu weit von Ihrem eigenen Arbeitsplatz entfernt liegt.

Zusammenziehen oder nicht-
was da alles dahinterstehen kann

Ihre Schilderung ethält viele Elemente, bei denen unklar ist, was sie eigentlich bedeuten, so etwa die Fragen:

  • Wie ernst ist es Ihrem Freund mit dem Kinderwunsch? Ist das Wohnungsproblem vorgeschoben, damit das Thema Kinder noch etwas länger hinausgeschoben bleibt?
  • Möchte Ihr Freund in seiner Wohnung bleiben, weil er sich noch nicht ganz sicher ist, ob die Beziehung zu Ihnen hält?
  • Will Ihr Freund nicht mit Ihnen zusammenziehen, weil er Angst hat, Sie danach zu verlieren- so wie er seine Exfreundin nach dem Zusammenziehen verloren hat?
  • Sieht er es als unproblematisch an, dass Sie an seinem Wohnort passende Arbeit finden oder geht er selbstverständlich davon aus, dass Sie täglich 50 km pro Richtung pendeln?
  • Gibt es ganz praktische Gründe, warum er seine Wohnung nicht aufgeben kann (z.B. Mitevertrag mit mehrjähriger Mindestlaufzeit)?

Das sind nur einige Punkte, die ziemlich unklar sind. Möglicherweise lassen sich einige der Fragen auch noch nicht eindeutig beantworten.

Vielleicht ist Ihr Freund zur Zeit hin- und hergerissen zwischen den verschiedenen Möglichkeiten: Einerseits will er mit Ihnen zusammenziehen und Kinder bekommen, andererseits aber vielleicht doch nicht so schnell…

Zusammenziehen oder nicht?
Eine genauere Aussprache ist wichtig

Weil hier noch so vieles unklar erscheint, wäre es wichtig, wenn Sie beide sich noch genauer darüber aussprechen, was Sie sich jeweils für Ihre Zukunft wünschen. Falls Ihnen beiden das schwer fällt, könnte es auch sinnvoll sein, für einige Stunden einen Paartherapeuten hinzuzuziehen.

Ohne eine solche Klärung besteht die Gefahr, dass Sie über Ihren Freund und seine Handlungsgründe Vermutungen anstellen, die vielleicht gar nicht zutreffen.

Umgekehrt es kann auch sein, dass Ihr Freund bestimmte Bedürfnisse von Ihnen noch gar nicht verstanden hat, so etwa Ihr Wunsch, nicht in einer Wohnung zu leben, die von der Exfreundin mitgestaltet wurde und die 50 km von Ihrem Arbeitsplatz entfernt liegt.

Ich wünsche Ihnen daher, dass Sie schon bald Gelegenheit finden, diese unklaren Punkte miteinander zu besprechen, so dass Sie gemeinsam an einer passenden Lösung für Ihre Zukunft weiterarbeiten können.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

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Noch nie Orgasmus erlebt-
und das als Frau mit 38

Noch nie Orgasmus mit einem Mann-
immer nur alleine

Noch nie Orgasmus(Gustav Klimt: Jungfrau 1913 (Detail), Narodni Galerie, Prag
Als Frau habe ich Sex bisher nur so erlebt, dass sich der Mann sexuell befriedigt, aber nicht die Frau. Bei meinem Ehemann und bisher einzigem Sexualpartner, von dem ich mich jetzt getrennt habe, habe ich nie erlebt, dass er sich darum gekümmert hätte, dass ich selber zum Zug komme. Bestenfalls hat er kurz vor der Penetration mit einem Finger geprüft, ob meine Vagina feucht genug zum Eindringen ist- das war dann alles.

Einen eigenen Orgasmus kenne ich nur alleine- die seltenen Male, wo ich das heimlich mache, wenn mein Mann nicht zuhause ist.

Da ich sehr prüde erzogen wurde, habe ich nie gelernt, über Sex zu sprechen. Wenn ich jetzt irgendwann einen neuen Mann kennenlerne, habe ich große Angst, mich lächerlich zu machen, weil ich so gar keine Erfahrung habe, was meine eigenen sexuellen Bedürfnisse betrifft.

Ich habe auch große Angst, dass ich vielleicht vollkommen unfähig bin, mit einem Mann einen Orgasmus zu erleben.

Ich fände es furchtbar, wenn ich auf sexuellem Gebiet nur noch einmal die gleichen Erfahrungen mache wie mit meinem geschiedenen Mann.

Sandra T. (Name geändert)

Noch nie Orgasmus erlebt-
außer bei Selbstbefriedigung

Hallo Sandra,

gemeinsam mit Ihrem geschiedenen Mann haben Sie beim Geschlechtsverkehr noch nie einen Orgasmus erlebt. Bisher haben Sie sich nur durch Selbstbefriedigung einen Orgasmus erlebt. Ihre Sorge ist, ob Sie generell unfähig sind, gemeinsam mit einem Mann einen Orgasmus zu erleben und ob Sie sich lächerlich machen, da Sie so wenig Erfahrung haben.

Noch nie Orgasmus erlebt-
Neue Erkenntnisse der Sexualwissenschaft

Mit Ihrer Erfahrung stehen Sie nicht allein da. 70-80 Prozent aller Frauen kommen durch den Koitus allein nicht zum Orgasmus (vgl. Artikel Weiblicher Orgasmus)- eine Tatsache, die vor allem Männern weitgehend unbekannt ist.

Wenn Sie als Frau also beim Sex mit einem Mann einen Orgasmus erleben wollen, ist es sinnvoll, sich mit ihm darüber auszutauschen, was Sie genau brauchen, um befriedigenden Sex zu erleben. Das kann zum Beispiel heißen, dass er Ihre Klitoris beim Koitus zusätzlich stimuliert. Bei vielen Frauen ist es aber auch so, dass sie ihren Orgasmus grundsätzlich nicht beim Koitus bekommen können, sondern nur „alleine“.

Wie dem auch sein mag- wichtig ist, dass Ihr Partner Ihnen die notwendige Zeit einräumt, damit auch Sie einen Orgasmus erleben können: während des gemeinsamen Koitus oder davor oder danach.

Noch nie Orgasmus erlebt-
Phasen der Lust beachten!

Nach den Forschungen von Masters und Johnson besteht -bei Mann und Frau gleichermaßen- der Zyklus der Lust aus vier Phasen (vgl. Artikel Weiblicher Orgasmus). Diese Phasen können bei Mann und Frau bei jedem einzelnen Akt höchst unterschiedlich lang dauern.

Es ist also wichtig, dass kein Partner vom anderen erwartet, diese Phasen in exakt dem gleichen Zeitmaß zu durchleben wie er selbst. Vielmehr sollte jeder dem anderen so viel Zeit und Zuwendung schenken, wie er/sie nun einmal in seinem/ihren Erregungszyklus braucht.

Ein schönes sexuelles Erlebnis kann nicht nur darin bestehen, selbst zum Orgasmus zu kommen, sondern auch bedeuten, den Partner/die Partnerin dabei zu begleiten, dass er/sie auf seine/ihre Weise zum Orgasmus kommt.

Ein solcher, nicht gleichzeitiger Orgasmus oder ein Orgasmus, der nicht im Koitus geschieht, ist dann in einem solchen Zusammenspiel ebenfalls ein gemeinsamer Orgasmus- und vielleicht sogar ein besonders intensiver.

Noch nie Orgasmus erlebt-
Die Schwierigkeit, darüber zu reden

Um Sex zu haben, der mehr ist als nur der Koitus, ist es nötig, dass beide Partner sich über ihre unterschiedlichen Bedürfnisse aussprechen- am besten nicht erst im Schlafzimmer, sondern in einem anderen Moment, wo es genügend Ruhe für dieses wichtige Thema gibt.

Für viele Paare ist es leichter, ein solches Gespräch in Gegenwart eines Therapeuten zu führen, der dabei helfen kann, Unsicherheiten zu überwinden und einen geschützten Raum für diese schwierige Thematik zur Verfügung zu stellen. So muss keiner der beiden Partner fürchten, den anderen -auch ohne Absicht- mit seinen Wünschen zu überfordern oder sich selber lächerlich zu machen.

Wenn Sie also einen neuen Mann gefunden haben und auch mit ihm Schwierigkeiten haben, über sexuelle Fragen zu sprechen, lohnt es sich für Sie beide ganz sicher, in ein paar Therapiestunden zu investieren.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grü0en
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PS: Vgl. zum Thema auch die Artikel „Kein gemeinsamer Orgasmus“, „Unfähig zum Orgasmus?“ und „Kein Orgasmus beim Koitus“.

Weiblicher Orgasmus-
jede Frau ist anders
Zum Artikel
Noch nie Orgasmus erlebt-
und das als Frau mit 38
Zum Artikel
Unfähig
zum Orgasmus?
Zum Artikel
Kein Orgasmus beim Koitus- Bin ich frigide?
Zum Artikel

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Scheidung- und danach
nur Depression?

Scheidung- nach Monaten
immer noch unendlich traurig

Scheidung und danach nur Depression? Foto © Kichigin19 Fotolia.com

Seit etwas mehr als einem Jahr bin ich, 43, jetzt von meinem Mann geschieden. Da wir keine Kinder hatten, lebe ich jetzt allein für mich. Meine neue Wohnung ist klein und ziemlich trist- aber mehr kann ich mir einfach nicht leisten.

Meine Freundinnen sagen, dass ich mich völlig verändert habe. Ich komme über meine Traurigkeit einfach nicht hinweg- schließlich war er es, der mich wegen einer anderen verlassen hat. Wütend bin ich eher weniger, dafür fühle ich mich unendlich schlapp und antriebslos. Dazu die ständige Grübelei, was ich eigentlich falsch gemacht habe und was an der Neuen besser sein sollte.

Ich weiß selbst, dass das Nachdenken keinen Sinn macht, und dass ich meiner Beziehung viel zu lange nachhänge. Und obwohl ich ihn eigentlich hassen sollte, fehlt mir mein Mann sehr. Wir hatten doch so viel gemeinsam. Am schlimmsten ist, dass ich mit unserer Beziehung auch unser Zuhause verloren habe: das Haus, die Küche, den Garten… Ich schaffe es einfach nicht, einen wirklichen Neuanfang zu machen.

Wenigstens sind mir die Freundinnen geblieben- und ich kann auch viel mit ihnen gemeinsam unternehmen. Mindestens zweimal die Woche treffe ich mich mit einer von ihnen. Das tut mir gut. Für ein paar Stunden komme ich dann auf andere Gedanken.

Eine meinte neulich, ich könnte mein Single-Dasein doch auch nach Strich und Faden genießen. Es gäbe genügend Männer, die an mir Interesse haben würden. Aber ehrlich gesagt, ich komme mir vor wie eine Witwe, für die es keinen Mann mehr geben kann in diesem Leben.

Ich frage mich echt, wann diese Traurigkeit endlich aufhören wird. Natürlich weiß ich, dass es Zeit braucht, eine solche Scheidungsgeschichte zu verarbeiten: aber irgendwann muss das doch ein Ende haben. Gibt es da irgendeinen Erfahrungswert, wann das so weit ist?

Bettina S. (Name geändert)

Scheidung-
wie lange trauern ist normal?

Hallo Bettina,

vor über einem Jahr haben Sie und Ihr Mann sich scheiden lassen. Deswegen mussten Sie aus Ihrem gemeinsamen Haus in eine kleine Wohnung umziehen. Immer noch sind Sie sehr traurig über die Trennung und fühlen sich schlapp und antriebslos. Sie fragen sich, wie lange ein solcher Zustand andauern kann.

Eine ärztliche oder
psychotherapeutische Diagnose ist nötig

Aus der Ferne ist es schwierig, festzustellen, ob Ihre Traurigkeit sich noch „im normalen Rahmen“ bewegt oder ob dahinter weitergehende psychischer Probleme stehen, die Sie selbst nicht allein lösen können und bei denen eine psychotherapeutische Behandlung notwendig ist.

Ihre Schilderung enthält Elemente, die es möglich erscheinen lassen, dass Sie an einer depressiven Erkrankung leiden, die sich nach Ihrer Scheidung aus einer Anpassungsstörung entwickelt hat.

Weil depressive Erkrankungen -vergleichbar mit einer schweren körperlichen Erkrankung wie z.B. einer Lungenentzündung- nicht mit Hausmitteln geheilt werden können, ist es unbedingt nötig, dass Sie sich in ärztliche bzw. psychotherapeutische Behandlung begeben damit eine genaue Diagnose erstellt werden kann.,

Scheidung-aus einer Anpassungsstörung
kann sich eine Depression entwickeln

Eine Anpassungsstörung kann durch verschiedene Lebensereignisse ausgelöst werden, die für den/die Betroffene/n eine erhebliche Veränderung mit sich bringen, so z.B. Schulwechsel, Heirat, Krankheit, Arbeitslosigkeit- und natürlich auch Scheidung. Typische Symptome einer Anpassungsstörung sind u.a. emotionale Beeinträchtigung, Trauer, Gedankenkreisen und depressive Verstimmung.

Eine Anpassungsstörung dauert bis zu sechs Monate und kann sich zu einer depressiven Erkrankung ausweiten. Bei diesem Prozess kommt es oft zu chemischen Veränderungen im Hirnstoffwechsel, die dazu führen, dass der/die Betroffene durch eigene Willensanstrengung nicht mehr aus ihrem Tief herauskommen.

Sollte das bei Ihnen der Fall sein, wäre eine Psychotherapie erforderlich, möglicherweise in Verbindung mit der Einnahme bestimmter Medikamente, die helfen können, eine Störung des Hirnstoffwechsels auszugleichen.

Scheidung- weitere Hilfsmöglichkeiten

Auch unabhängig von der Frage nach einer möglichen psychischen Erkrankung stellt sich die Frage, wie Sie mit den Folgen Ihrer Scheidung umgehen können.

Wichtig ist, dass Sie sich jetzt weiterhin aktiv um Ihre Lebensgestaltung kümmern, auch wenn das schwierig erscheint: Freundschaften und eigene Interessen pflegen, Unternehmungen planen, etwas für den eigenen Körper tun… Denn Sie stehen jetzt nicht nur am Ende des Lebensabschnittes, den Sie in Ihrer Ehe mit Ihrem Mann verbracht haben, sondern auch am Anfang eines neuen Lebensabschnittes, den Sie selbst aktiv mitgestalten können.

Gemeinsam mit einem Therapeuten könnten Sie nach der Abklärung einer möglichen depressiven Erkrankung daher auch über das Thema sprechen, welche Ziele Ihnen in Ihrem Leben jetzt wichtig sind und was Sie tun können, um ihre Verwirklichung zu fördern. Das betrifft auch die Frage, ob und wie Sie noch einmal neu an das Thema Partnersuche herangehen wollen.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Vgl. zum Thema auch den Artikel
„Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung“.

Sexuelle Probleme
und psychische Störungen
Zum Artikel
Depression- meine Freundin hat an mir kein Interesse mehr
Zum Artikel
Selbstmorddrohung-
wie gehe ich damit um?
Zum Artikel
Scheidung
und Depression
Zum Artikel
Trennungsschmerz noch Jahre nach der Beziehung
Zum Artikel
Intime Bilder vom Exfreund gefunden
Zum Artikel
Frühere Beziehung
als Belastung
Zum Artikel
Partner betrogen ohne rechten Grund
Zum Artikel
Depression- sie kann mir ihre Liebe nicht sagen
Zum Artikel

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Lust auf Affäre- der Wunsch nach Fremdgehen

Eine Affäre-
ein guter Weg für neue sexuelle Erfahrungen?

Lust auf Affäre? Foto © pf30 Fotolia.com
Ich bin 42 und seit 21 Jahren mit meinem Mann verheiratet. Vorher waren wir auch schon drei Jahre befreundet gewesen, Sex hatte ich in meinem Leben mit keinem Mann außer mit ihm. Kinder haben wir keine.

Unser Sexleben seit Jahren mehr oder weniger eingeschlafen. Mein Mann ist beruflich sehr eingespannt. Wenn überhaupt, kommt es nur zu sehr kurzem Sex abends im Bett- er schläft dann jedes Mal sofort ein, wenn er gekommen ist und kümmert sich überhaupt nicht um mich.

Wenn ich jetzt nicht selber aktiv werde, dann wird das die einzige sexuelle Erfahrung in meinem Leben bleiben. Dabei träume ich ständig von ganz anderem Sex: viel härter, auch an ungewöhnlichen Orten, mit verschiedenen Männern.

Ich will mich nicht von ihm trennen, allein schon, weil ich wirtschaftlich von ihm abhängig bin. Außerdem mag ich ihn immer noch, irgendwie. Aber eher wie eine Art großen Teddybär- und von dem erwartet man sich ja auch keinen Sex.

Was tun? Ich habe überlegt, mich im Internet bei einer Partnerbörse anzumelden, um eine Affäre anzufangen. Dabei ist ganz klar: es geht mir nur um neue sexuelle Erfahrungen, nicht um einen neuen Partner. Ist das aus sexualtherapeutischer Sicht eine gute Idee?


Nicole B. (Name geändert)

Eine Affäre als Problemlösung?

Hallo Nicole,

in Ihrem ganzen Leben haben Sie außer mit Ihrem Mann keine sexuellen Erfahrungen gemacht. Mit Ihrem aktuellen Sexualleben gemeinsam mit Ihrem Mann sind Sie unzufrieden, und nun überlegen Sie, ob eine Affäre Ihr Problem lösen kann.

Ihre Frage berührt zwei unterschiedliche Aspekte:

1. Sie sind mit Ihrem Eheleben und Ihren bisherigen sexuellen Erfahrungen unzufrieden.
2. Sie sehen eine Affäre als Ausweg aus Ihren Problemen.

Beide Aspekte sind aber nicht notwendigerweise miteinander verbunden, auch wenn es auf den ersten Blick naheliegend erscheint, den Ausweg Affäre als Problemlösung für Ihre sexuelle Unzufriedenheit anzusehen.

Aus sexualtherapeutischer Sicht lohnt es sich, die beiden Aspekte erst einmal getrennt voneinander anzusehen.

Unzufriedenheit mit dem Sex in der Ehe

Unzufriedenheit mit dem Sex in langjährigen Beziehungen und Ehen ist ein sehr häufiges Thema in der Sexualtherapie. Hier stehen Sie mit Ihrer eigenen Unzufriedenheit mit Ihrer Ehe sicher nicht alleine da.

In vielen Beziehungen kommt es nach einer Anfangsphase mit hoher sexueller Zufriedenheit, die auch mehrere Jahre anhalten kann, nach und nach zu einer Phase der sexuellen Routine. Dabei spielen sowohl äußere Faktoren eine Rolle (z.B. zu wenig Zeit oder ständige Ermüdung durch den Beruf), aber auch innere Faktoren (z.B. keine neuen Ideen beim Sex oder die Ansicht, mit dem Partner schon alles ausgereizt zu haben, was möglich ist).

Natürlich kann es sein, dass sich zwei Menschen nach langen Jahren in einer Partnerschaft tatsächlich nichts mehr zu sagen haben, sowohl im allgemeinen Lebenszusammenhang wie auch auf dem Gebiet des Sex. Aus der Erfahrung des Therapeuten ist dieser Fall allerdings eher selten.

Die eigentliche Ursache für die Unzufriedenheit in langjährigen Partnerschaften ist viel häufiger die Unfähigkeit, die aktuellen eigenen Bedürfnisse gegenüber dem Partner auszusprechen und zumindest teilweise auch durchzusetzen.

Wenn hier in der Kommunikation nichts mehr läuft, kann es für das Paar sinnvoll sein, sich für einige Stunden Unterstützung durch einen Therapeuten zu gönnen.

Viele Paare entdecken in einer solchen Therapie ganz neue Möglichkeiten, wieder näher zueinander zu kommen- und auch deutlich besseren Sex zu erleben.

Aus therapeutischer Sich rate ich Ihnen also auf jeden Fall dazu, erst einmal auszuloten, ob Sie und Ihr Mann das Problem Ihrer sexuellen Unzufriedenheit nicht durch gemeinsame Besuche beim Therapeuten lösen können. Das wäre aus meiner Sicht die naheliegendste und einfachste Lösung.

Wenn eine solche gemeinsame Lösung innerhalb der Beziehung nicht möglich ist, kann Ihnen beiden der Therapeut auch helfen, weitergehende Fragen miteinander zu besprechen: so zum Beispiel, ob Ihr Mann Ihren Wunsch nach anderen Sexualpartnern unter bestimmten Voraussetzungen sogar akzeptieren kann. Über solche Fragen im Vorhinein offen zu sprechen, ist sicherlich besser, als wenn Ihr Mann Sie aus heiterem Himmel bei einer Affäre erwischt.

Affäre- Risiken und Nebenwirkungen

Das größte Risiko bei einer Affäre ist, vom Partner dabei erwischt zu werden.

Sie selbst schreiben, dass Sie deshalb keinen neuen Partner suchen, weil Sie von Ihrem Mann wirtschaftlich abhängig sind. Es ist allerdings ziemlich unwahrscheinlich, dass Ihr Mann eine Affäre von Ihnen nicht früher oder später bemerkt- und sei es auch nur dadurch, dass Sie plötzlich zufriedener und ausgeglichener wirken (vgl. Artikel Anzeichen für Untreue).

Eine Affäre hat in der Regel die Folge, dass die Ehe zerbricht.

Sie stellen also mit einer Affäre Ihre Ehe und damit auch die durch Ihren Mann gegebene wirtschaftliche Absicherung aufs Spiel. Von dieser Logik aus wäre es sogar vernünftiger, Sie würden nicht nach einer Affäre suchen, sondern gleich nach einem neuen Partner suchen, der dann auch Ihre wirtschaftliche Absicherung übernimmt…

Ein weiteres Risiko der Affäre:
Auch wenn Sie selbst nur auf der Suche nach einem erotischen Abenteuer sind, können Sie sich nicht sicher sein, dass Ihr neuer bzw. Ihre neuen Sexualpartner das genauso sehen. Es kann also sein, dass Sie sich mit einer neuen Beziehung eine ganze Reihe neuer Probleme einhandeln: Eifersucht des neuen Partners auf den bisherigen Ehemann (und umgekehrt!), eigenes gefühksmäßiges Hin- und Hergerissensein, schlechtes Gewissen, Gefühl der doppelten Verantwortung für den Ehemann und für den neuen Partner etc.

Im Vergleich zu so einer Situation „zwischen allen Stühlen“ erscheint es aus sexualtherapeutischer Sicht deutlich leichter, wenn Sie sich zuerst, so Sie das tatsächlich wollen, von Ihrem bisherigen Partner trennen und dann erst die neue Beziehung aufbauen.

Fazit

Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass eine Affäre eine passende Lösung darstellt für sexuelle Unzufriedenheit in der Ehe. Viel wahrscheinlicher ist, dass durch eine Affäre zusätzlich neue Probleme hinzukommen.

Bevor Sie sich bei einer Partnerbörse registrieren, wäre es aus sexualtherapeutischer Sicht auf jedem Fall sinnvoll, erst einmal zu prüfen, ob therapeutischer Rat Ihnen nicht deutlich besser helfen kann.

Wenn Sie dazu Fragen haben, könen Sie sich gern nochmals an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen
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Unbefriedigender Sex-
Fünf Ideen, die helfen können

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Unbefriedigender Sex-
bei ihr fehlt die Leidenschaft

Leider habe ich bei meiner Freundin oft das Gefühl, dass ihr der Sex mit mir nicht besonders gut gefällt.

Sie läßt den Sex mehr oder weniger passiv über sich ergehen, während ich selbst immer der aktive Teil bin: Immer geht von mir die Initiative aus. Ich bin es, der vorschlägt, wann und wo wir Sex haben. Sie macht dann immer mit, sagt auch, dass sie den Sex mit mir mag und alles ok ist. Das ist es dann aber auch.

Allerdings habe ich mir den Sex immer sehr viel leidenschaftlicher und aufregender vorgestellt. Vielleicht habe ich mir aber auch nur Illusionen gemacht, da ich noch nie eine andere Freundin hatte (und sie auch keinen anderen Freund). Vielleicht sind es also nur meine Träume, die mir sagen, dass noch eine ganz andere Art von Sex möglich sein müsste.

Sven R. (Name geändert)

Unbefriedigender Sex- Änderung möglich?

Hallo Sven,

Sie sind mit dem Sex mit Ihrer Freundin unzufrieden, weil Sie Ihre Freundin als zu passiv empfinden und sich wesentlich leidenschaftlicheren Sex wünschen. Sie fragen sich, ob befriedigenderer Sex überhaupt möglich ist.

Unbefriedigender Sex muss nicht sein

Die gute Nachricht:
Sex kann leidenschaftlich sein und höchst befriedigend.

Die Einschränkung:
Leidenschaftlicher Sex kommt nicht von selbst.

Unbefriedigender Sex-
eine Paartherapie könnte sich lohnen

Beim Sex gehören immer beide Seiten dazu.
Deshalb ist es schwierig, Ihnen hier Tipps zu geben, ohne dass ich weiß, wie es Ihrer Freundin eigentlich dabei geht.

Wenn Sie selbst keine rechte Vorstellung davon haben, wie es mit Ihnen beiden weitergehen soll, könnte es sich durchaus lohnen, wenn Sie sich gemeinsam ein paar Stunden Paartherapie gönnen.

Dabei könnte es ausführlich darum gehen, was Sie beide sich beim Sex eigentlich wünschen und wo Möglichkeiten bestehen, dass Sie und Ihre Freundin eine größere Zufriedenheit mit Ihrem gemeinsamen Sex finden.

Dabei könnten folgende Ideen eine Rolle spielen:

1. Idee:
Machen Sie sich frei von der Vorstellung des Normsex

Viele Menschen haben aufgrund ihrer Erziehung ein ziemlich festes Bild davon, wie der Sex in einer Beziehung auszusehen hat („Normsex“). Dieses Bild ist nicht unbedingt die Art von Sex, die auch tatsächlich am besten in die Beziehung paßt.

Im Rahmen einer Therapie lohnt es sich daher immer zu prüfen, inwieweit die Partner möglicherweise bewußt oder auch unbewusst bestimmten vorgegebenen Vorstellungen zu entsprechen suchen, mit denen sie sich unter Druck setzen und die eigentlich gar nicht die Art von Sex ausmachen, den sie sich wünschen.

Viele Frauen erleben zum Beispiel niemals beim Koitus einen Orgasmus: vgl. den Artikel Weiblicher Orgasmus- jede Frau ist anders. Falls das auch bei Ihrer Freundin der Fall ist, sollten Sie beide versuchen, auch für sie eine Möglichkeit zum Orgasmus in Ihr sexuelles Spiel zu integrieren.

2. Idee:
Leidenschaftlicher Sex ist mehr als ein geglückter Koitus

Viele Menschen beschränken in ihrer Vorstellung den Sex auf den Moment des Koitus. Leidenschaft in einer Beziehung muss nicht unbedingt einen sehr heftig ausgelebten Koitus bedeuten.

Zu einer leidenschaftlichen Beziehung können auch noch ganz andere Momente hinzukommen: die Begeisterung für gemeinsame Interessen, Freude am gemeinsamen Essen, am Aussuchen der Kleidung für sich selbst und den Partner, gemeinsames Reisen… Dazu dann noch die Gesamtinszenierung des Sex: z.B. im Anschluss an ein besonderes Essen oder an einem ungewöhnlichen Ort…

3. Idee:
Guter Sex braucht Planung

Spannender und aufregender Sex braucht ein Stück Planung.

So schön es ist, manchmal ganz spontanen Sex zu haben: im Regelfall klappt es noch besser mit etwas Planung. Ganz ähnlich, wie es zwar schön ist, zufällig seinen besten Freund zu treffen und dann spontan essen zu gehen- meist klappt es mit gemeinsamen Unternehmungen aber doch besser, wenn man sich vorher dazu verabredet.

Schaffen Sie sich also für den Sex einen Moment, in dem Sie beide nicht völlig übermüdet sind (etwa direkt nach dem Heimkommen aus der Ausbildung oder der Arbeit oder nur spätabends vorm Zubettgehen).

Planen Sie Zeit ein für romantische Stunden. Fangen Sie nicht sofort mit dem Koitus an, genießen Sie die Möglichkeiten des Vorspiels. Sorgen Sie für eine schöne Stimmung, z.B. für eine passende Musik oder für romantisches Kerzenlicht.

4. Idee:
Erzählen Sie sich Ihre Fantasien und Wünsche

Erzählen Sie sich von Ihren sexuellen Wünschen und Fantasien– vielleicht auf einem Spaziergang, wo Sie Zeit und Ruhe dazu haben. Es ist wichtig, die eigenen Wünsche zu kennen und die des Partners.

Das heißt nicht, dass alles und jedes sofort ausgelebt werden muss. Im gemeinsamen Sex kann immer nur verwirklicht werden, was beiden Partnern gefällt.

Aber es kann ja sein, dass Sie beide feststellen, doch noch mehr gemeinsame Wünsche zu haben, als Ihnen das im Augenblick klar ist.

5. Idee:
Zu einer guten Inszenierung gehören manchmal auch ein paar Requisiten

So wie es zwar möglich ist, eine sehr gute Inszenierung am Theater auch ohne alle Requisiten in Szene zu setzen, so gilt doch auch, dass das auf die Dauer wohl etwas zu puristisch wäre. Das gleiche gilt auch für den Sex.

Es kann durchaus interessant und spannend sein, hier etwas Abwechslung auszuleben, etwa durch stimulierende Kleidungsstücke (auch aus dem Fetisch-Bereich) oder durch Vibratoren, die den Orgasmus fördern können, oder auch mit Hilfe von Spielzeugen aus dem BDSM-Bereich wie z.B. Fesseln, Masken oder Peitschen.

Es kann durchaus viel Spass machen herauszufinden, was da zu einem am besten passt.

Weil Sex für die meisten Menschen sehr wichtig für die Lebensqualität ist und weil Sex ganz entscheidend zur Qualität einer Beziehung beiträgt, lohnt es sich, hier am Ball zu bleiben. Es wäre absolut schade, nichts zu tun und sich in einer Beziehung damit zu begnügen, dass unbefriedigender Sex schon alles ist…

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

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Vorzeitiger Samenerguss- Wenn der Mann zu früh kommt

Vorzeitiger Samenerguss- Ejaculatio praecox

Vorzeitiger Samenerguss? Foto © Photographee.eu Fotolia.com

Seit fast einem Jahr bin ich, 36, weiblich, mit meinem neuen Freund zusammen. Wir verstehen uns insgesamt sehr gut, haben viele gemeinsame Interessen und mir gefällt seine ruhige, freundliche Art.

Dennoch habe ich ein riesiges Problem mit ihm: Beim Sex läuft praktisch nichts. In den ersten Monaten hat er geradezu die Flucht ergriffen, sobald die Situation hätte erotisch werden können. Irgendwann hat er mir dann gestanden, dass er noch nie mit einer Frau geschlafen hat.

Ich habe ihm dann Zeit gegeben, und alle ein bis zwei Wochen haben wir jetzt auch Sex- allerdings kommt er, sobald er bei mir eindringt, schon nach wenigen Sekunden: immer nur ein vorzeitiger Samenerguss. Irgendein Gefühl der Sinnlichkeit stellt sich dadurch bei mir nicht ein. Danach ist es dann mit seiner Erregung vorbei, und der Sex ist zu Ende. Ich selbst fühle mich komplett frustriert, da ich von dieser Art Sex überhaupt nichts habe.

Leider schaffe ich es nicht, ihn dazu zu bewegen, dass er zum Arzt oder Psychologen geht. Was soll ich bloß machen?

Tanja U. (Name geändert)

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)-
unbefriedigender Sex als Folge für die Frau

Hallo Tanja,

Mit Ihrem neuen Freund verstehen Sie sich im Prinzip gut, der Sex ist allerdings unbefriedigend, weil Ihr Freund schon nach wenigen Sekunden einen Orgasmus bekommt und die Sache damit zu Ende ist.

Vorzeitiger Samenerguss(Ejaculatio praecox)
ein Arztbesuch ist erforderlich

Aus medizinischer Sicht leidet Ihr Freund wahrscheinlich an einer Ejaculatio praecox (vorzeitiger Samenerguss). Darunter versteht man einen Samenerguss, der nach der Penetration regelmäßig in weniger als einer Minute erfolgt (normale Durchschnittszeit für einen Orgasmus sind etwas mehr als 5 Minuten bei großen individuellen Unterschieden).

Man geht davon aus, dass etwa jeder fünfte Mann an einer Ejaculatio praecox leidet- es ist daher die häufigste sexuelle Funktionsstörung bei Männern unter sechzig.

Da es sich um eine rein körperliche Störung handeln kann, ist es in jedem Fall erforderlich, dass Ihr Freund mit einem Arzt darüber spricht.

Besonders dann wäre ein Arztbesuch nötig, wenn der vorzeitige Samenerguss ein neues Problem für ihn wäre, das er zuvor in seinem Leben nicht gekannt hätte. Da ihr Freund aber vor Ihnen noch überhaupt keine sexuellen Kontakte hatte, lässt sich nicht feststellen, ob es eine solche Veränderung gegeben hat: ein Arztbesuch ist daher der erste Schritt, der nötig ist.

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)
eine Krankheit oder nicht?

Zunächst muss ausgeschlossen werden, dass die Ejaculatio praecox nicht Folge von anderen körperlichen Krankheiten ist.

Bei einer lebenslangen Ejaculatio praecox lässt sich in der Regel keine andere Krankheit als Ursache feststellen. Die moderne Forschung geht davon aus, dass eine Mischung von neurobiologischen und psychologischen Gründen für eine Ejaculatio praecox verantwortlich ist.

Einen Krankheitswert hat die Ejaculatio praecox nur dann, wenn Sie mit erheblichen Leidensdruck verbunden ist, entweder für den betroffenen Mann selbst oder im Rahmen seiner Partnerschaft. Wenn beide Partner mit dem Phänomen kein Problem haben, liegt also kein Krankheitswert vor.

Allerdings kann die Ejaculatio praecox -so wie das wohl bei Ihnen der Fall ist- erhebliche Probleme in der Partnerschaft verursachen, insbesondere dann, wenn dadurch die sexuelle Intimität leidet. Diese Probleme lassen sich in der Regel nur im Rahmen einer Psychotherapie bzw. Paartherapie lösen.

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)
Behandlungsmöglichkeiten

Medikamente

Eine ursächliche Behandlung oder Heilung einer Ejaculatio praecox durch Medikamente gibt es nicht. Allerdings gibt es Medikamente, die zumindest für die Dauer ihrer Wirksamkeit den Samenerguss verzögern können. Dazugehören Psychopharmaka, die den Gehirnstoffwechsel beeinflussen, aber auch Sprays und Salben, die eine lokale Betäubung des Penis verursachen und dadurch die Erregbarkeit herabsetzen. Damit durch eine solche lokale Betäubung nicht auch die Erregbarkeit der Partnerin leidet, ist der Gebrauch von Kondomen erforderlich.

Sexuelle Techniken

Lange Zeit war es in der Sexualtherapie üblich, bestimmte Techniken zu üben, um den Zeitpunkt der Ejakulation beim Mann herauszuzögern. Bei der sogenannten Squeeze-Technik stimuliert die Frau abwechselnd den Penis, bis eine Ejakulation unmittelbar bevorsteht, und schwächt die Erektion dann wieder durch Zusammendrücken ab.

Bei der Stopp-and-Start-Technik nach Masters und Johnson übt der Mann, erst alleine beim Masturbieren, dann gemeinsam mit der Frau beim Geschlechtsverkehr, die sexuelle Stimulation jeweils kurz vor einem Orgasmus zu unterbrechen und erst dann fortzusetzen, wenn ein niedrigerer Erregungslevel erreicht ist.

Beide Techniken haben sich in der Praxis allerdings eher weniger bewährt, da sie mit einem spontanen und als sinnlich empfundenen Liebesspiel eher weniger gut zu verbinden sind. Außerdem können beide Techniken eine Ejaculatio praecox nicht grundsätzlich heilen.

Neue Konzepte der Sinnlichkeit

Nach meiner eigenen Ansicht hängt das Phänomen Ejaculatio praecox vor allem mit einem bestimmten Verständnis vom Normsex zusammen.

Wenn Sex ausschließlich als der Koitus von Mann und Frau angesehen wird, ist es tatsächlich ein großes Problem, wenn der Mann schon nach wenigen Sekunden kommt- und der Sex damit vorbei ist, bevor sich überhaupt eine Form der Sinnlichkeit eingestellt hat.

Ich halte es daher für wichtig, dass sich beide Partner darüber austauschen, welche sexuellen Wünsche sie haben, um sexuell befriedigt zu sein. Das kann heißen, dass z.B. die Frau ihren Orgasmus auch ohne Penetration erleben kann und der Koitus mit dem Orgasmus des Mannes erste danach erfolgt. Genauso ist auch das umgekehrte Modell denkbar: der Mann bekommt seinen Orgasmus sehr schnell, kümmert sich aber danach um die Bedürfnisse der Frau.

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)
Paartherapie kann helfen

Da es in vielen Partnerschaften schwierig ist, über die Frage eigener sexueller Bedürfnisse offen miteinander zu reden, kann es sich lohnen, in einige Stunden Sexualtherapie zu investieren.

Bei einer solchen Therapie kann es dann darum gehen, gemeinsam neue Möglichkeiten für Ihre Partnerschaft auszuloten, so dass Sie beide zu neuen Formen des Sex finden, die für Sie beide erfüllend und befriedigend sind.

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Fesseln im Bett-
erregendes Spiel
oder Grund zur Panik?

Mein Freund will mich fesseln beim Sex- Was soll ich machen?

Fesseln Foto © kopitinphoto Fotolia.com

Seit einem halben Jahr bin ich mit meinem neuen Freund zusammen. Wir verstehen uns im Prinzip sehr gut.

Neulich hat er mir gestanden, dass er mich gern beim Sex fesseln möchte.

Ich war ziemlich überrascht und wußte nicht, was ich dazu sagen sollte. Zunächst war ich richtig wütend und fand das total pervers. Wahrscheinlich habe ihn sogar etwas verletzt mit meiner Ablehnung.

In den letzten Tagen habe ich etwas mehr darüber nachgedacht und bin zu meiner eigenen Überraschung zum Schluss gekommen: Eigentlich macht mich der Gedanke sogar ziemlich an.

Gleichzeitig habe ich aber Angst, dass ich dann beim Sex irgendwann die Panik bekomme und damit die ganze Sache kaputt mache.

Soll ich mich nun auf seinen Wunsch einlassen oder es lieber bleiben lassen? Und wie kann ich ihm das sagen, wo ich doch so sehr dagegen war?


Monika B.

Fesseln im Bett-
zwischen Lust und Panik

Hallo Monika,

Ihr Freund möchte Sie gern beim Sex fesseln.

Nach der ersten Reaktion totaler Ablehnung überlegen Sie jetzt, ob Sie nicht doch daran Spaß haben könnten. Aber Sie trauen sich nicht, sich auf das Fesselspiel einzulassen, weil Sie Angst haben, dabei in Panik zu geraten.

Sexuelle Wünsche des Partners ernst nehmen

Aus sexualtherapeutischer Sicht ist es ein guter Schritt. dass Sie die Wünsche Ihres Freundes nicht einfach als pervers abtun, sondern sich weiter darüber Gedanken machen..

Die Praxis der Sexualtherapie zeigt:
Viele Beziehungen sind daran zerbrochen, dass ein Partner es gewagt hat, dem anderen etwas ungewöhnlichere sexuelle Wünsche mitzuteilen, und dann eine brüske Abfuhr erhielt.

Nach einem solchen Erlebnis ist eine offene Kommunikation in einer Partnerschaft kaum noch möglich. Der Partner A, der mit seinem Wunsch auf Unverständnis gestoßen ist, wird sich hüten, nochmals mit neuen Ideen anzukommen. Der Partner B wird, auch wenn sich im Sex nicht geändert hat, immer misstrauisch bleiben, ob Partner A nicht im Geheimen immer noch davon träumt, alles ganz anders zu machen. Der innere Abschied aus der Beziehung ist dann für beide Partner schon vorprogrammiert.

Wahrscheinlich hat es auch Ihrem Freund eine gewisse Überwindung gekostet, Ihnen seinen Wunsch mitzuteilen- und er ist deshalb besonders empfindlich, wenn Sie ihn deswegen als pervers brandmarken würden. (Wobei sich außerdem die Frage stellt, was pervers überhaupt bedeuten soll.)

Es ist also gut, wenn Sie mit Ihrem Freund noch einmal in Ruhe über seinen Wunsch sprechen und diesen Wunsch als solchen ernst nehmen. Sogar, wenn Sie im weiteren Gesprächsverlauf sagen, Sie können sich für Sie selber Fesselspiele im Bett nicht vorstellen, ist das immer noch weitaus besser, als die sofortige Zurückweisung seiner Wünsche ohne jedes weitere Gespräch.

Erlaubt ist, was (beiden) Spaß macht

Nach der ersten Überraschung scheint es aber so zu sein, dass Sie dem Wunsch Ihres Freundes gar nicht rundherum ablehnend gegenüberstehen. Sie finden den Gedanken an Fesselspiele sogar erregend- auch wenn Sie gleichzeitig Angst davor haben, in der Praxis einfach nur in Panik zu geraten.

Auch das ist ein Punkt, über den Sie mit Ihrem Freund ganz offen reden sollten. Denn Sex in einer Beziehung kann nur dann langfristig gut und befriedigend sein, wenn beide Partner daran Freude haben. Ansonsten wäre der Sex eine Einbahnstraße, aus der sich der Partner, der keine Lust empfindet, sehr schnell verabschieden wird.

Fesseln im Bett: Spielregeln sind wichtig

Damit Fesselspiele im Bett beiden Partnern Spaß machen, sind also Spielregeln nötig:

1. Die Vertrauensregel:

Fesselspiele setzen voraus, dass beide Partner unbedingtes Vertrauen zueinander haben, d.h.: Wenn ich mich von einem anderen Menschen fesseln lasse, muss ich mir absolut sicher sein, dass der andere meine Situation nicht für tatsächliche sadistische Grausamkeiten ausnützt, die ich mir niemals gewünscht habe.

2. Die Vorsichtsregel:

Fesseln können zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen. Das betrifft nicht nur die Selbstverständlichkeit, dass nie und unter keinen Umständen eine Schlinge um den Hals gelegt werden darf. Fesselungen mit einem Seil können auch an anderen Körperstellen die Durchblutung abbinden- sogar, ohne dass der/die Gefesselte das selbst überhaupt spürt. Fesseln dürfen niemals ohne jeden Spielraum anliegen. In der BDSM-Szene gibt es daher eigene Kurse für gefahrlose Fesseltechniken. Anfänger sollten daher Vorsicht walten lassen und nicht einfach loslegen. Auch Handschellen sind prinzipiell gefährlich und können, falsch angewandt, zu Verletzungen führen!

3. Die Behutsamkeitsegel:

Sexuelle Entdeckungen brauchen Zeit- das gilt auch für Fesselspiele. Es ist wenig sinnvoll, gleich zu Anfang mit dem Programm einer Vollfixierung zu beginnen: Ein zu forsches Vorgehen dazu führen, dass der gefesselte Partner in Panik gerät und sich nie wieder fesseln lassen möchte. Sinnvoller ist es, die Sache ruhiger anzugehen, zum Beispiel mit Fesseln aus Leder mit Schnallen, die sich nicht zusammenschnüren können und die auch der Gefesselte selbst jederzeit wieder aufmachen kann.

4. Die Abbruchregel:

Wer gefesselt wird, kann jederzeit verlangen, dass er wieder losgebunden werden will- und zwar sofort und ohne irgendwelche Verhandlungen. Im Spiel kann dazu der „Ampelcode“ vereinbart werden. Zum Beispiel heißt „Gelb“, dass die Fesseln weiter gestellt werden und „Rot“, dass das Spiel sofort abgebrochen wird und die Fesseln sofort abgenommen.

Fesseln im Bett: das Spiel kann beginnen

Wenn Sie und Ihr Freund sich darüber unterhalten haben, wie Sie diese Regeln für Ihr ganz persönliches Spiel anwenden, dann werden Sie wahrscheinlich keinen Grund mehr zur Befürchtung haben, dass Ihre eigene Panik Ihnen die Lust am Fesselspiel kaputt machen könnte. Seien Sie also gerade zu Anfang vorsichtig und probieren Sie nur das aus, worauf Sie wirklich Lust haben.

Sollte Ihr Freund versuchen, Sie unter Druck zu setzen und Dinge ausprobieren zu wollen, die Sie nicht möchten- dann hat er ein Problem und nicht Sie. Das wäre dann schon ein Grund, gemeinsam einen Sexualtherapeuten aufzusuchen.

Solange Sie aber beide Lust haben, Neues im Bett auszuprobieren und dabei Spaß haben, ist die sexuelle Welt rundherum in Ordnung.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
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Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Weitere Infos im Artikel BDSM Beratung.

BDSM Beratung
und Sexualtherapie
Zum Artikel
Fesseln im Bett- erregendes Spiel oder Grund zur Panik?
Zum Artikel
href="http://sexualtherapie.online/blog/domina-sex/" >Zum Artikel
Normal oder nicht? Normsex und Normen für den Sex
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Agressiver Sex
trotz liebevoller Beziehung
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Mein Freund
will mich als Domina
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Sadismus- Gewalt oder Spiel?
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Masochismus- der Traum vom Misshandeltwerden
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Domina-Sex: Warum stehen Männer darauf?
href="http://sexualtherapie.online/blog/domina-sex/" >Zum Artikel
Hilfe! Mein Freund will BDSM von mir
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Verklemmt-
die Angst vor Nacktheit

Verklemmt, weil ich ungern nackt bin?

Verklemmt? Angst vor Nacktheit Foto © bruno135_406u Fotolia.com
Ich bin männlich, 27, und wohl ziemlich verklemmt, weil ich mich ungern nackt zeige, sowohl in der Öffentlichkeit (Suana etc.), aber auch privat.

Bei meiner Exfreundin hatte ich immer das Gefühl, dass ich ihr nackt nicht richtig gefallen könnte- deswegen hatten wir Sex meist unter der Decke oder im Dunkeln. Dabei bin ich nicht häßlich. Aber irgendwie komme ich mit meiner Nacktheit nicht zurecht.

Meine Freundin hatte diese Hemmung nie: Sie ist oft nackt rumgelaufen und hat mich auch aufgezogen, wenn ich mir im Bad immer gleich ein Handtuch umgewickelt habe.

Möglicherweise hat sie mich sogar verlassen, weil ich so verklemmt bin. Ich würde gern davon loskommen, habe aber überhaupt keine Idee, wie ich das anstellen soll.

Tim N. (Name geändert)

Verklemmt-
Wie werde ich die Angst vor Nacktheit los?

Hallo Tim,

Sie haben Schwierigkeiten, sich nackt zu zeigen, und zwar sowohl in der Öffentlichkeit wie auch privat in der Beziehung mit Ihrer Exfreundin. Diese Verklemmtheit würden Sie gern loswerden.

Verklemmtheit, Schüchternheit oder Scham?

Aus psychotherapeutischer Sicht gibt es keine „Verklemmtheit“. Deswegen ist erst einmal zu überlegen, was „verklemmt“ in Bezug auf Ihre Erfahrungen überhaupt bedeuten kann.

Um das zu klären, müsste ich mich im Rahmen einer Therapiestunde etwas ausführlicher mit Ihnen unterhalten. Deshalb sind die folgenden Überlegungen ohne eine solche Klärung nur eine vorläufige Orientierung, wo die Ursache für Ihre Schwierigkeiten liegen könnte.

Zunächst einmal sollten die folgenden, „einfachen“ Begründungen untersucht werden:

  • Viele Menschen haben durch Ihre Erziehung gelernt, sich anderen gegenüber nicht nackt zu zeigen. Solange diese Regel einen Menschen nicht stört, ist das auch weiter kein Problem.
    Möglicherweise haben auch Sie eine solche Regel durch Ihre Erziehung mitbekommen. Wenn dem so sein sollte, bräuchten Sie jetzt eine Strategie, sich von diesen inneren Vorgaben auch wieder lösen zu können- insbesondere dann, wenn es Sie in Ihrem Sexualleben behindert.
  • Die fehlende Akzeptanz des eigenen Körpers kann dazu führen, sich nicht nackt zeigen zu wollen. In Ihrem Fall scheint das nicht der Fall zu sein, weil Sie schreiben, dass Sie sich nicht häßlich fühlen.
  • Umgangssprachlich ist Verklemmtheit meist etwas ähnliches wie übertriebene Schüchternheit– das allerdings scheint eher weniger Ihr Problem zu sein, denn immerhin haben Sie ja bereits eine erste Freundin gefunden. Vgl. den Artikel über Schüchternheit.
  • Auch starke Scham kann dazu führen, dass man seine Nacktheit niemandem zeigen will. Das klingt allerdings in Ihrem Fall nicht wahrscheinlich. Dann hätten Sie wohl mit dem Sex noch größere Schwierigkeiten als mit der Nacktheit gehabt.

Angst als mögliche Erklärung

Eine weitere Erklärungsmöglichkeit für Ihre „Verklemmtheit“ wäre eine spezifische Angst vor Nacktheit (Gymnophobie), also die Form einer Anststörung. Um diese Möglichkeit zu klären, wären unter anderem folgende Punkte zu beachten:

  • Haben Sie ein Angstgefühl bei Ihrer Nacktheit?
  • Wie lange dauert diese Angst an?
  • Wie können Sie mit einem solchen Angstgefühl umgehen?
  • Hat Angst vor Nacktheit negativen Einfluss auf Ihr Sexualleben?

Sollte sich herausstellen, dass hinter Ihrer „Verklemmtheit“ sich eine Angststörung vor Nacktheit verbirgt, wäre es auf jeden Fall sinnvoll, daran psychotherapeutisch zu arbeiten. Grundsätzlich gilt, dass es für Angststörungen verschiedene, gut erprobte Therapieformen gibt. Der Therapieerfolg ist besonders hoch, wenn mit einer Behandlung frühzeitig begonnen wird. Bei Nichtbehandlung besteht das Risiko, dass sich die Störung dauerhaft festsetzt und auch noch auf weitere Lebensbereiche ausgreift.

Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen, auf jeden Fall einen Termin mit einem Therapeuten auszumachen und genau abzuklären, was hinter Ihrem Gefühl, „verklemmt“ zu sein, genau dahintersteht.

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern nochmal an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Ängste
vor der Therapie?
Zum Artikel
Erektionsstörung
und Versagensangst
Zum ArtikelErektionsstörung?
Gymnophobie- Angst
vor der Nacktheit
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Sexualangst- sexuelle Sehnsucht wird zum Alptraum
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Eifersucht- die ständige
Ansgt, ihn zu verlieren
Zum Artikel

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Lesbisch? Lust auf die beste Freundin

Lesbisch? Foto © loreanto Fotolia.com

Lesbisch- Sex mit der besten Freundin?

lesbisch
Ich, weiblich, 26 Jahre, habe seit Ende meiner Schulzeit eine Freundin, mit der ich mich total gut verstehe. Wir haben immer viel gemeinsam gemacht: Stadtbummel, Einkaufen, Ausgehen… Meist in der Gruppe, manchmal auch zu zweit. Einen Freund hatte ich noch nie.

Einige Jahre hatten wir nur wenig Kontakt, weil ich woanders studiert habe. Jetzt bin ich wieder zuhause und wir haben uns öfter getroffen. Dabei ist mir klar geworden, dass ich sie körperlich sehr attraktiv finde und dass ich mich in sie verliebt habe. Mein Traum ist, mit ihr in die Ferien zu fahren und jede Nacht mit ihr im Bett zu kuscheln.

Bin ich deswegen lesbisch? Ich habe ziemliche Angst, ihr das zu sagen. Auf keinen Fall möchte ich durch einen unbedachten Wunsch unsere Freundschaft aufs Spiel setzen.

Außerdem weiß ich nicht, was meine Eltern dazu sagen. Denn eigentlich erwarten sie, dass ich irgendwann heirate und Kinder bekomme- schon aus dem Grund, dass sie Oma und Opa werden können.

Jessica G. (Name geändert)

Lesbisch- jede Nacht im Urlaub kuscheln

Hallo Jessica,

Sie haben eine gute Freundin, mit der Sie sich seit vielen Jahren gut verstehen. Nachdem Sie ein paar Jahre woanders wohnten, haben Sie sie wiedergesehen und sich in sie verliebt.

Sie möchten gern mit ihr in die Ferien fahren und mit ihr kuscheln. Gleichzeitig haben Sie Angst vor einer Zurückweisung durch Ihre Freundin und davor, was Ihre Eltern dazu sagen.

Lesbisch- Kann aus Freundschaft Liebe werden?

Einen anderen Menschen zu lieben, ist etwas Wunderschönes. Ob hetero oder gleichgeschlechtlich, ist da vollkommen egal. Es ist einfach gut, einen Menschen zu haben, den man gerne mag.

Mit Ihrer Freundin beruht das auch auf Gegenseitigkeit, jedenfalls, was die Freundschaft betrifft. Ihre Unsicherheit ist allein, ob in der Beziehung mit ihrer Freundin vielleicht auch noch die Erweiterung auf gemeinsame sexuelle Erlebnisse möglich ist.

Herausfinden können Sie das nur, wenn Sie den Mut haben, es Ihrer Freundin zu sagen. Prinzipiell ist die Idee, gemeinsam in Urlaub zu fahren, dazu sicher eine gute Gelegenheit. Wenn Sie gemeinsam am Stand sitzen oder in Ihrem Zimmer liegen, ist es keine große Hürde, wenn Sie Ihre Freundin fragen: „Darf ich mich mal an Dich kuscheln? Ich hätte jetzt richtig Lust dazu.“

Wenn Ihre Freundin ebenfalls sexuelle Gefühle für Sie empfindet, ist so bestimmt der Durchbruch geschafft.

Nicht alle Frauen sind lesbisch

Allerdings können Sie nicht davon ausgehen, dass Ihre Freundin ebenfalls eine lesbische Neigung hat. Schätzungen gehen davon aus, dass (nur) etwa jede fünfte Frau sich sexuell auch für Frauen interessiert. Es ist also keineswegs sicher, dass Ihre Freundin auch sexuell etwas mit Ihnen anfangen will.

Es kann also sein, dass Ihre Freundin die Kuschelanfrage im Urlaub entweder gleich ablehnt oder zunächst zwar erlaubt, sich aber dann körperlich zu Ihnen wieder auf Abstand begibt, wenn es ihr zu viel wird.

Lesbisch- Wie gehe ich mit Ablehnung um?

Dass Ihre Freundin Ihnen deswegen die Freundschaft aufkündigt, halte ich für wenig wahrscheinlich.

Problematischer ist, wie Sie selbst damit zurecht kommen. Schließlich sind Sie ja mit Ihrer Freundin in den Urlaub gefahren, in der Hoffnung, jede Nacht mit ihr im Bett zu kuscheln.

Wie können Sie mit der Enttäuschung umgehen, dass Sie tagelang Ihre Freundin im Urlaub bei sich haben, ohne dass ihr eigentlicher Wunsch in Erfüllug geht? Werden Sie Ihren Urlaub trotzdem genießen können und mit Ihrer Freundin auch nach einer Zurückweisung noch unverkrampft Spaß haben können?

Es ist wohl sinnvoll, wenn Sie sich auf das Urlaubsprojekt nur dann einlassen, wenn Sie sich sicher sind, dass Sie mit einer Zurückweisung der Kuschelanfrage auch gut leben können. Ansonsten wäre es möglicherweise besser, Sie würden erst einmal nur für ein Wochenende gemeinsam wegfahren, zum Beispiel für eine Zweitagsewanderung oder einen Städtetrip.

Dann steht die mögliche Zurückweisung nicht tagelang zwischen Ihnen. Und wenn´s geklappt hat, dann können Sie ja gleich den nächsten Trip oder den längeren gemeinsamen Urlaub buchen.

Lesbisch-
Wo finde ich die passende Freundin?

Im eigenen Freundeskreis eine lesbische Partnerin zu finden, ist weniger einfach als die Suche nach einem heterosexuellen Partner. Erstens deswegen, weil die Mehrzahl der Menschen – und damit auch die Mehrzahl der eigenen Freunde- nun einmal heterosexuell veranlagt ist, zum zweiten, weil (leider) immer noch viele lesbische Frauen (und homosexuelle Männer) Mühe damit haben, sich zu ihrer sexuellen Orientierung zu bekennen.

Deswegen ist die Suche nach einer lesbischen Freundin dort einfacher, wo Sie von vornherein auf Leute treffen, die an einer gleichgeschlechtlichen Beziehung Interesse haben.

Sie können mal bei einem homosexuellen Jugendzentrum in Ihrer Nähe anrufen, wie zum Beispiel dem anyway in köln oder dem diversity in München. Hier finden Sie Gruppen für Jugendliche oder junge Erwachsene bis 27, die genau wie Sie häufig noch gar nicht sicher sind, ob sie nun dezidiert homosexuell sind oder nicht. Was das Schöne an der Sache ist: Sie sind da mit Leuten zusammen, mit denen Sie über Ihr Thema ohne jede blöde Bemerkung reden können.

Darüber hinaus gibt es in nahezu allen größeren Städten ein homosexuell-lesbische Vereine, wo Sie Veranstaltungen besuchen und Leute kennenlernen können.

Lesbisch-
Wie sag ich´s meinen Eltern?

Was Ihre Eltern über Ihre Partnerwahl denken, ist zunächst einmal unerheblich.Schließlich suchen Sie ja einen Partner für Ihr eigenes Leben und nicht für das Leben Ihrer Eltern.

Und wenn Sie den für Sie passenden Menschen gefunden haben, ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass sich Ihre Eltern mit Ihnen gemeinsam freuen werden- ganz gleich, ob es ein Mann oder eine Frau ist.

Die Angst, als lesbische Frau keine Kinder bekommen zu können, ist zum Glück heutzutage definitiv kein Problem mehr. Wenn Sie und Ihre Partnerin das wollen, können Sie gemeinsam ein Kind adoptieren- oder sich nach einem Samenspender umsehen, so dass Sie Ihr eigenes Kind auch selbst auf die Welt bringen können. Ihre Eltern können also Oma und Opa werden- ganz egal, ob Sie eine Frau oder einen Mann lieben.

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern nochmal an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen
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Bin ich homosexuell-
oder nicht?
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Lesbisch-
Lust auf die beste Freundin
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Entdeckung der Homosexualität als verheirateter Mann
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Coming-Out: Sagen, dass ich homosexuell bin
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Bin ich bisexuell? Freundin will Gegenbeweis
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Homosexuelle Zwangsgedan- ken- wie werde ich sie los?
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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2017.

Bordellbesuch beichten beim ersten Date?

Bordellbesuch
Bordellbesuch

Bordellbesuch- verschweigen oder sagen?


Mein erstes (und einziges) Mal richtigen Sex hatte ich (männlich, 24 Jahre) vor zwei Jahren beim Bordellbesuch, weil meine Kollegen mich mitgenommen haben und ich endlich auch mein „erstes Mal“ haben wollte. Eine Freundin habe ich leider noch nie gehabt.

Jetzt date ich tatsächlich mit einem Mädchen- aber ich weiß überhaupt nicht, was ich sagen soll, wenn wir auf das Thema kommen, welche Erfahrungen wir sexuell schon so haben.

Wenn ich ihr die Wahrheit über den Bordellbesuch sage, habe ich Angst, dass Sie mich für pervers hält und mich fallenläßt.

Andererseits: Blöd finde ich es aber auch, wenn ich so tue, als hätte ich noch nie etwas gehabt. Da wirke ich mit 24 wohl ziemlich lächerlich.

Oder ich erzähle ihr etwas von einer ersten Freundin… Dann muss ich mir aber eine ganze Geschichte ausdenken, wenn sie wissen will, wie meine Freundin so war, vom Sex einmal abgesehen… Ob ich eine solche Geschichte auf Dauer glaubhaft durchhalte, weiß ich auch nicht.

Eigentlich will ich gar nicht mit lauter Lügen in eine Beziehung starten, falls denn aus meinem Date etwas Ernsthaftes wird… Was soll ich bloß machen?

Timo P. (Name geändert)

Bordellbesuch als Belastung fürs erste Date

Hallo Timo,

Sie haben ihre erste und einzige Sexerfahrung im Bordell gemacht. Jetzt haben Sie ein Mädchen kennengelernt und wissen nicht, ob Sie ihr die Wahrheit sagen sollen oder nicht.

Bordellbesuch-
Drei Möglichkeiten und ihre Folgen

Sie selbst haben selbst verschiedene Möglichkeiten dargestellt, was Sie beim Date erzählen können:

  1. die komplette Wahrheit sagen
  2. die Erfahrung komplett verschweigen
  3. die Geschichte einer ersten Freundin als Ausweg erfinden

Bei allen drei Szenarien ist prinzipiell denkbar, dass Ihr Date positiv und mit Verständnis für Sie reagiert- aber auch genau das Gegenteil.

  • Bei Lösung 1 sind Sie gleich alles los geworden, laufen aber Gefahr, das Mädchen genauso schnell wieder zu verlieren, wie Sie sie kennengelernt haben.
  • Bei Lösung 2 bleiben Sie in doppelter Ungewissheit: Sie könnte Sie fälschlicherweise wegen Ihrer vorgegebenen Unerfahrenheit entweder besonders attraktiv finden oder auch gleich sofort ablehnen (obwohl Sie doch eine erste Erfahrung haben…). Und wenn Sie irgendwann mit der Wahrheit herausrücken, kommen Sie nochmals in Gefahr, sie zu verlieren.
  • Bei Lösung 3 besteht die Gefahr, die Sie selbst bereits sehen, nämlich dass Sie sich langfristig komplett in eine Lügengeschichte verstricken, die irgendwann auffliegt.Das könnte Ihre Partnerschaft irgendwann einmal gründlich gefährden, weil ihr dann nicht klar sein kann, ob Sie auch noch weitere dunkle Flecken haben, über die Sie hinweglügen.

So Sie selbst den Eindruck haben, Ihr Date könnte die Wahrheit verkraften, ist Lösung 1 also unbedingt zu bevorzugen, da Ihnen dann in der Zukunft nichts mehr passieren kann. Früher oder später sind Sie ja ohnehin auf ihr Verständnis angewiesen, wenn Sie nicht für die gesamte Dauer Ihrer Beziehung diesen Punkt mit sich herumtragen wollen.

Eine „white lie“ als Ausweg?

Schwieriger ist die Lage, wenn Sie sich vorstellen können, das Mädchen würde zwar grundsätzlich bestens zu Ihnen passen, Ihr Kontakt wäre allerdings schon nach dem ersten Mal beendet, wenn Sie das Wort Bordell oder Prostituierte auch nur in den Mund nehmen.

Dann gäbe es noch die Möglichkeit einer „white lie“, wie es sie im englischen Sprachraum üblich ist, also eine Beschönigung der Tatsachen, um den/die Gesprächspartner/in nicht vor den Kopf zu stoßen.

Sie könnten zum Beispiel sagen, wenn das Thema zum ersten Mal aufkommt, Sie hätten Ihr erstes und einziges Mal Sex mit einer unbekannten Frau bei einer Betriebsfeier gehabt, die Sie danach nicht nochmals getroffen haben- und diese ganze Sache sei Ihnen sehr peinlich.

Damit haben Sie nicht prinzipiell gelogen, aber eben auch nicht die volle Wahrheit gesagt. Wahrscheinlich wird Ihre Dating-Partnerin beim ersten Treffen dann nicht gleich weiter nachfragen, zumal wenn Sie gesagt haben, die Sache wäre Ihnen peinlich.

Wenn sie mit dieser knappen Auskunft beim ersten Mal zufrieden war und Sie beide sich bei weiteren Treffen gut verstanden haben, können Sie das Thema solange zurückstellen, bis sie irgendwann ein zweites Mal darauf zu sprechen kommt und genau wissen will, was da los war. Dann sollten Sie allerdings bereit sein, Ihr die ganze Geschichte zu beichten.

Entscheidend ist Ihre Glaubwürdigkeit

Das Wichtigste für Ihren entstehenden Kontakt ist, dass Sie sich als der präsentieren, der Sie sind. Wenn Sie sich selbst so präsentieren, wie Sie in Wirklichkeit nicht sind, ist kaum zu erwarten, dass es zwischen ihnen klappen kann.

Gerade bei der Partnersuche haben die viele Frauen (und auch Männer) einen siebten Sinn, unaufrichtiges Verhalten zu bemerken- und sei es nur, dass sie das Gefühl haben „Mit dem stimmt doch irgendwas nicht“ und deswegen mit einem solchen Menschen nichts mehr zu tun haben wollen.

Nachdem Unglaubwürdigkeit also das größte Risiko für eine Beziehung in der Kennenlernphase (und auch danach) ist, ist es sicherlich sinnvoll, auch in der Schilderung unangenehmer eigener Seiten so nah wie nur irgend möglich an der Wahrheit zu bleiben.

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern nochmal an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen
Mausklick deaktivieren © M.Petery.
Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

PS: Coaching fürs Date

Eine authentische und glaubwürdige Selbstdarstellung beim Dating ist ein Stück weit auch Übungssache. Wenn es also diesmal nicht klappt, kann es beim nächsten Mal schon viel besser laufen.
Außerdem können Sie, wenn Sie das möchten, sich auch ein paar Stunden persönliches Coaching gönnen. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen hier auf Anfrage gern noch mehr Anregungen geben.

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