Hörigkeit-
Wie komme ich von ihm los?

Hörigkeit: Ich liebe ihn,
und wenn er mich wie Dreck behandelt

Ich bin 43 und habe in meinen bisherigen Beziehungen niemals Lust beim Sex empfunden. Das kann daran liegen, dass ich als Kind mehrmals von einem Onkel missbraucht worden bin.
Jetzt habe ich einen Mann gefunden, in den ich mich total verliebt habe.
Dabei behandelt er mich wie Dreck. Er läßt mich warten, wenn wir uns treffen sollen, prahlt, wie tollen Sex er mit einer anderen Frau gehabt hat.
Er ist auch gewaltätig, schlägt mich, verlangt Geld von mir.
Und ausgerechnet er ist der erste Mann, bei dem ich Lust empfinde, richtig starke Gefühle…
Er weiß das und nützt mich gnadenlos aus. Alle paar Tage steht er völlig unerwartet vor der Tür und will sofort Sex oder Geld.
Wenn ich ihm sage, dass ich Schluss machen will, schlägt er mich brutal. Und ich knicke ein, und letztlich bin ich es, die ihn anbettelt bei mir zu bleiben.
Wie kann ich diesen Kreislauf der Hörigkeit nur durchbrechen?

Bettina G. (Name geändert)

Hörigkeit: Sie brauchen jetzt kompetente Hilfe

Hallo Bettina,

Sie sind ganz offensichtlich in einer sehr schweren Situation. Eigentlich wäre bereits der Missbrauch in Ihrer Kindheit voll und ganz ein Grund für eine Psychotherapie. Wenn Sie jetzt obendrein noch einen Partner lieben, der Sie so grausam misshandelt und in die Hörigkeit geführt hat, dann benötigen Sie erst recht kompetente psychologische Unterstützung.

Möglicherweise kann Ihnen als erste Anlaufstelle das Team von einem Frauenhaus helfen, indem Sie für einige Zeit von Zuhause ausziehen. Dann haben Sie etwas Ruhe vor diesem Mann und können ohne Störung durch ihn darüber nachdenken, was Sie eigentlich brauchen.

Ein ungutes Knäuel
von Gefühlen und Erfahrungen…

Wahrscheinlich haben Sie selbst schon gemerkt, dass die Missbrauchserfahrung in der Kindheit, Ihre Empfindungslosigkeit beim Sex in den bisherigen Beziehungen und Ihre Hörigkeit gegenüber diesem Mann offensichtlich eine Menge miteinander zu tun haben.

Die an sich schöne Erfahrung der Sexualität hat sich offenbar seit Ihrer Kindheit so sehr mit den Übergriffen und Verletzungen verbunden, dass auch die aktuellen Übergriffe und Verletzungen durch Ihren neuen Partner sexuelles Lusterleben wachrufen können. Auf den ersten Blick sieht es geradezu so aus, als würden Sie selbst alles dafür tun, dass Sie die Missbrauchserfahrung Ihrer Kindheit nochmals neu wiederholen.

…kann wohl am besten
in einer Therapie aufgelöst werden.

Dieses Knäuel an Gefühlen und Erfahrungen zu entwirren, wird sicherlich nicht einfach sein. Deshalb ist es gut, wenn Sie sich professionelle Hilfe holen und am besten schon bald eine Therapie beginnen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie als allererstes einen sicheren Ort finden, an dem Sie nicht wieder und wieder von Ihrem Freund in den Zustand der Hörigkeit zurückgeführt und aus Ihren Vorhaben für eine Veränderung der Lage herausgerissen werden können.

Ein wichtiges Ziel kann es für Sie sein, durch die Therapie herauszufinden, welche Bedürfnisse Sie selbst jetzt für sich haben. Ihre eigentlichen Bedürfnisse, die Sie als Kind gehabt haben und die damals mit Füßen getreten wurden, kennen Sie wahrscheinlich nicht mehr so richtig. Hier behutsam zurückzugehen und Ihr verlorenes Selbst Stück für Stück wiederzufinden, kann Ihnen sicherlich wieder neue Lebensperspektiven eröffnen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, freue ich mich, wenn Sie sich nochmals an mich wenden.

Mit herzlichen Grüßen

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

Abhängigkeit- meine Freundin klebt an mir

Abhängigkeit: „In einer Beziehung
macht man alles zusammen…“

Abhängigkeit- Ich habe ein echtes Problem mit meiner Freundin. Ich bin jetzt seit einem Jahr mit ihr zusammen, und sie hängt an mir wie eine Klette. Ich habe das Gefühl, dass sie regelrecht abhängig von mir ist. Wir sehen uns jeden Abend unter der Woche nach der Arbeit und am Wochenende durchgehend.

Ich schaffe es nicht mehr, irgendwelche anderen Freunde zu besuchen, weil sie immer mit dabei sein will. Sie wird sogar schon sauer, wenn ich einmal die Woche zum Krafttraining ins Fitnessstudio gehen will und fragt dann, ob das denn wirklich sein muss, dass sie sich dann einsam fühlt, nicht weiß, was sie machen soll usw. Die Begründung lautet dann immer: „In einer Beziehung macht man doch alles zusammen…“

Dafür bietet sie mir jeden Abend Sex an. Am Anfang habe ich das total genossen, aber jetzt bleibt außer zum Sex und zum Kuscheln für nichts anderes Zeit mehr. Das Maximum ist, dass wir gemeinsam ins Kino gehen, aber da kuschelt sie ja schon wieder an mir.

Für sich privat hat sie überhaupt keine Hobbies. Sie sagt mir immer wieder, wie sehr sie mich braucht, dass die Welt nur schön ist, wenn sie bei mir sein kann, dass sie gar nicht wüsste, wie sie ohne mich überleben kann. Es wäre so gut, mich zu haben, weil sie sonst gar nicht mehr mit ihrem Leben zurecht käme.

Ich bekomme schon richtig Angst, dass sie sich umbringen würde, falls ich mich von ihr trenne. Dabei mag ich sie, sie macht mir auch lauter Geschenke, verwöhnt mich mit gutem Essen und, wie gesagt, mit sehr viel, sehr gutem Sex. Ein anderer Mann würde sich wahrscheinlich im siebten Himmel fühlen. Ich fühle mich richtig schuldig und undankbar, weil mir das alles einfach zu viel wird.

Sie himmelt mich so sehr an, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass das gar nicht ich bin, sondern irgendein Ideal von mir, das sie liebt. Immer wieder sagt sie sogar, dass ich wahrscheinlich viel zu gut für sie bin und dass ich sie wahrscheinlich irgendwann versetzen werde, wenn ich eine bessere Frau gefunden habe. Dann würde sie alleine zurückbleiben und mit ihrem Leben nicht mehr zurechtkommen.

Was soll ich nur machen? Gibt es irgendeine Chance, unsere Beziehung wieder etwas normaler zu bekommen? Und falls ich mich von ihr trennen sollte: Wie mache ich das, wenn sie mir schon indirekt gesagt hat, dass sie sich dann umbringen würde?


Andreas M. (Name geändert)

Abhängigkeit-
ein Problem nicht nur für den/die Abhängige/n

Hallo Andreas,

eine gute Beziehung besteht aus Geben und Nehmen, Momenten der Gemeinsamkeit und Momenten des Loslassens. In Ihrer Beziehung scheint hier ein Ungleichgewicht zu bestehen. Von Seiten Ihrer Freundin kommt ein ständiger Wunsch nach Zusammensein, und Sie fühlen sich umklammert. Auf Dauer empfinden Sie Ihre Beziehung nicht befriedigend- da kann auch viel guter Sex wenig helfen.

Um bei der Lösung des Problems vorwärts zu kommen, geht die erste Frage an Sie: Was sind eigentlich Ihre eigenen Bedürfnisse? Wieviel Zeit und Nähe sind Sie gerne bereit, gemeinsam mit Ihrer Freundin zu teilen und wo liegt die Grenze, dass Sie sich nicht länger wohl fühlen?

Je genauer Sie selber wissen, was Ihnen gut tut, desto besser können Sie das auch Ihrer Freundin mitteilen.

Abhängigkeit-
Grenzen setzen als Lösung

Sie selbst sind es, der Ihrer Freundin sagen muss, wieviel Nähe Ihnen gut tut und wann Sie Zeit für sich oder Ihre Freunde ohne sie brauchen. Eine gute Partnerschaft ist nur möglich, wenn die Bedürfnisse beider Partner nicht vernachlässigt werden. Sie sollten also prüfen, ob sie diese Grenzen ihrer Freundin gegenüber wirklich klar genug deutlich gemacht haben.

Das Motto „In einer Beziehung macht man doch alles zusammen…“ gilt nur so lange, wie Sie dem nicht widersprochen haben. Es könnte ja auch ein neues Motto gelten: „In unserer Beziehung machen wir manche Dinge gern zusammen (z.B. Sex) und andere Dinge nicht (z.B. Arbeit, alte Freunde besuchen…).

Abhängigkeit-
Und wenn die Grenzen nicht akzeptiert werden?

Aber möglicherweise haben Sie das ja schon versucht, und Ihre Freundin übt trotz von Ihnen klar ausgesprochener Grenzen Druck auf Sie aus, mit Sätzen wie: „Ich kann nicht allein sein.“, „Die Welt ist nur schön, wenn du bei mir bist.“ etc.

Dann hat Ihre Freundin offensichtlich ein Problem, Grenzen anzuerkennen und Sie als den Menschen zu akzeptieren, der Sie sind. Dass dem so ist, darauf deutet auch hin, dass Sie das Gefühl haben, sie würde mehr ein Idealbild von Ihnen lieben als Ihre konkrete Person.

In diesem Fall wäre eine Paartherapie sicherlich hilfreich, in der sie beide ihre jeweiligen Bedürfnisse formulieren können und wahrnehmen, wie der jeweils andere darauf reagiert. Vielleicht kann Ihre Freundin dabei auch erkennen, welcher Mensch sie tatsächlich sind und wieviel Gemeinsamkeit für Sie gut ist und wann die Grenze zum Zuviel überschritten wird.

Möglicherweise wird Ihre Freundin aber auch feststellen müssen, dass ihr Erwartungsbild in Bezug auf Sie einfach nicht mit der Realität übereinstimmt und Sie nicht der Mann sind, der für sie der passende ist.

Denkbar ist allerdings auch, dass sich in einer Paartherapie herausstellt, dass ihre Freundin überhaupt nicht in der Lage ist, selbst für ihr Leben Verantwortung zu übernehmen und sich deswegen so vollständig in die Abhängigkeit von Ihnen übergeben hat. Das wäre dann ein ernsthaftes psychisches Problem, an dem Ihre Freundin wohl auch individuell in einer Therapie weiterarbeiten sollte.

Abhängigkeit-
Und was ist bei einer Selbstmorddrohung?

Ein weiteres Thema, das Sie angedeutet haben, sind versteckte Drohungen mit Selbstmord für den Fall, dass Sie Ihre Freundin verlassen. Hier möchte ich Sie gern auf einen weiteren Blog-Eintrag verweisen, wo ich auf das Thema Selbstmorddrohung durch den Partner noch genauer eingehe.

Hier nur die Kurzfassung:
Wenn Ihre Freundin droht, sich selbst zu töten, müssen Sie diese Drohung auf jeden Fall ernst nehmen.
Das ist ein Anzeichen, dass Ihre Freundin unbedingt professionelle Hilfe benötigt, die Sie ihr nicht geben können.
Gehen Sie also entweder mit ihr gemeinsam zu einem Arzt oder Therapeuten oder rufen Sie die Notrufnummer 110.

Wenn die unmittelbare Gefahr, die bei einer Selbstmorddrohung immer gegeben ist, durch professionelle Hilfe gelöst wurde, bleibt immer noch das Problem, was eine solche Drohung für Ihre Beziehung bedeutet hat. Ohne die Unterstützung durch einen Paartherapeuten dürfte es für Sie beide sehr schwierig sein, den Weg in eine „normale“ Beziehung zu finden.

Wenn Sie weitere Fragen haben, freue ich mich, wenn Sie mit mir Kontakt aufnehmen.

Mit herzlichem Gruß

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

Ich will mehr Sex als sie… Unterschiedliche Bedürfnisse

Vor Geilheit durchdrehen?


Mit meiner Partnerin hätte ich gern mehr Sex. Tatsächlich haben wir ungefähr 1x die Woche Sex, manchmal, im Urlaub, auch öfter. Der Sex macht uns beiden auch richtig viel Spaß, eigentlich haben wir gar keine Probleme, sollte man meinen.

Aber ich habe dann doch eins, und sogar ziemlich arg, weil ich eigentlich jeden Tag könnte und sie eben nicht. Dabei habe ich das Gefühl: Ich brauche mehr Sex als sie, so richtig körperlich, um nicht vor Geilheit durchzudrehen. Dabei liebe ich sie total und will gar keine andere Beziehung. Aber ich habe Angst, dass ich irgendwann einfach nicht Nein sagen kann, wenn irgendeine andere mir mich anmacht.

Ich habe auch schon versucht, mit ihr darüber zu reden. Aber sie meint, sie wär nun mal so, und mehr Sex mit ihr wär einfach nicht drin. Was soll ich bloß machen?

Thomas W. (Name geändert)

Mehr Sex- Unterschiedliche Bedürfnisse

Hallo Thomas,

es ist gar nicht so selten, dass in einer Beziehung der eine Partner mehr Sex will als der andere. Übrigens muss es nicht immer der Mann sein… Menschen haben körperlich uunterschiedliche Bedürfnisse: der eine braucht viel Sex, der andere weniger, und die Häufigkeit des Sex-Bedürfnisses kann sich auch im Laufe der Zeit immer wieder phasenweise ändern.

Natürlich ist es nicht gut, sexuell unbefriedigt durch die Gegend zu laufen. Und Sie haben Recht: Wenn Sie sexuell unbefriedigt sind, steigt die Gefahr, dass Sie sich bei passender Gelegenheit zu einer Affäre hinreißen lassen, die Sie eigentlich gar nicht haben wollten.

Gegen Ihren Sexualtrieb werden Sie kaum etwas machen können (und wohl auch nicht machen wollen…). Und umgekehrt werden Sie auch Ihre Partnerin nicht zu häufigerem Sex gewinnen können, wenn bei ihr körperlich dazu kein Bedürfnis vorhanden ist.

Wenn Sie trotzdem Ihre Partnerin ständig mit dem Thema „mehr Sex“ bedrängen, besteht sogar die Gefahr, dass sie glaubt, sie würde Ihnen nicht ausreichend gefallen oder Ihre Beziehung wäre gestört.

Mehr Sex- eine Lösung auch ohne Fremdgehen?

Bleibt also die Frage, ob Sie auch ohne Fremdgehen eine langfristige Lösung finden, Ihren Sexualtrieb befriedigen zu können. Es ist keine Schande, wenn Sie darüber auch ganz offen mit Ihrer Partnerin sprechen, möglicherweise auch im Rahmen einer Beratungsstunde bei einem Therapeuten.

Wenn Ihre Partnerin versteht, dass Ihr Wunsch nach mehr Sex nicht etwas ist, was sie an ihr auszusetzen haben, sondern einfach nur eine unterschiedliche Bedürfnislage, dann lassen sich durchaus konstruktive Lösungen finden.

Sex nur gemeinsam und nur als Koitus?

Die wichtigste Frage gleich zuerst:
Glauben Sie (beide?), dass Sie durch Ihre Partnerschaft auch ein Abkommen geschlossen haben, dass in Ihrer Beziehung jede sexuelle Betätigung nur gemeinsam und nur in der Form eines Koitus stattfinden darf?

Wenn dem so sein sollte, dann ist es vorprogrammiert, dass immer einer von Ihnen beiden in seinen eigenen Bedürfnissen verletzt wird: sei es durch zu viel, sei es durch zu wenig Sex.

Die Lösung kann also nur lauten: Machen Sie sich in der Befriedigung Ihres Sex-Bedürfnisses ein Stück weit unabhängig- und zwar so, dass Ihre Partnerin nichts dagegen hat.

Bisher hat sich Ihre Partnerin durch das „mehr Sex“-Thema wahrscheinlich immer nur unter Druck gesetzt gefühlt und noch gar nicht verstanden, dass Ihr häufigeres Sex-Bedürfnis eigentlich ein körperliches Problem von Ihnen ganz persönlich ist, dass mit Ihrer gemeinsamen Beziehung gar nicht so viel zu tun hat.

Der selbstauferlegte Zwang, Sex immer nur gemeinsam und immer nur in Form eines Koitus haben zu dürfen, ist ähnlich, als würden Sie in Ihrer Partnerschaft festlegen, dass Sie Ihre Abendessen grundsätzlich nur gemeinsam und in der Form eines ausgedehnten Fünf-Gänge-Menüs einnehmen.

Auch das würden Sie beide vermutlich nicht besonders lange durchhalten- eben deswegen, weil die Bedürfnisse der Menschen unterschiedlich sind, weil bei dem einen der Hunger größer ist als beim anderen, weil der eine jeden Abend ein Festmahl essen könnte und der andere nicht. Wenn einer von Ihnen nicht jeden Tag das große Festessen haben will, bedeutet das keineswegs, dass Sie nicht beide gemeinsam an schönen Festessen Freude haben können. Es heißt nur: eben nicht an jeden Abend.

Zusätzlicher Sex, der die Beziehung nicht stört?

Und wo soll nun der zusätzliche Sex herkommen, der Ihre Partnerin nicht stört?

Wahrscheinlich wird Ihre Partnerin eher erleichtert als verärgert sein, wenn Sie sie fragen, was sie davon hält, wenn Sie außer der Beziehung zu ihr auch Pornografie dazu nützen, sexuell nicht durchzudrehen. Das ist die Methode, mit der viele Männer das Problem lösen können.

Darüber hinaus könnte Ihre Partnerin auch damit einverstanden sein, wenn Sie hin und wieder die professionelle Hilfe einer Prostituierten oder einer Domina aufsuchen. Möglicherweise lernen Sie sogar etwas für Ihr eigenes Sexualleben hinzu, was Ihnen beiden Spaß macht.

Womit Sie hingegen Ihrer Beziehung richtig schaden können, ist, wenn Sie durch eine Affäre eine neue Beziehung nebenher aufnehmen. Denn auch wenn viele Männer (und Frauen) durchaus vom Zusammenleben mit mehreren Partnern träumen, gibt es in der Wirklichkeit kaum Beispiele dafür, dass das ohne Eifersucht klappt.

Es ist je schon in einer Zweierbeziehung schwierig genug, dass jeder seine eigenen Bedürfnisses klar formulieren kann und nicht zu kurz kommt…

Es gibt für Sie und Ihre Partnerin also eine ganze Menge Stoff zum Diskutieren und Nachdenken. Falls es Ihnen schwer fällt, diese Themen direkt und offen anzusprechen, kann es hilfreich sein, in einige gemeinsame Stunden mit einem Therapeuten zu investieren. Denn Ihre Beziehung ist so kostbar, dass sich eine solche Investition sehr schnell gelohnt hat.

Mit herzlichem Gruß

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

Fremdgehen:
Mögliche Anzeichen für Untreue?

Untreue: Woran erkenne ich,
dass mein Partner fremdgeht?

Untreue? Foto © Mediaparts Fotolia.com

Eine Frage zum Thema Untreue: Ich bin mir nicht sicher, ob mein Partner mich mit einer anderen betrügt. Gibt es Anzeichen, woran ich das erkennen kann? Gibt es solche Anzeichen nur für Männer oder auch bei Frauen?

Silke T. (Name geändert)

Untreue- die häufigsten Indizien

Hallo Silke,

über die Frage, ob es sichere Anzeichen für eine Affäre des Partners oder der Partnerin gibt, haben sich schon viele Leute den Kopf zerbrochen. Und es gibt den Berufszweig der Privatdetektive, der hauptsächlich davon lebt, solche Nachweise zu finden.

Solche Anzeichen könnten sein:

  • Ihr Partner hat ein zweites Handy, das passwortgesichert ist und auf das Sie keinen Zugriff haben.
  • Ihr Partner/Ihre Partnerin will plötzlich deutlich weniger oder auch deutlich mehr Sex wünschen (in letzterem Fall als Überkompensation des schlechten Gewissens).
  • Auffällig sind neue Termine mit Freunden bzw. Freundinnen oder unerwartete Überstunden im Büro.

Diese Anzeichen gelten übrigens für Männer genauso wie für Frauen.

Aus psychologischer Sicht ist der Wunsch sehr gut verständlich, endlich die „ganze Wahrheit“ zu wissen. Das Problem ist nur: Durch solche Anzeichen erfahren Sie diese „ganze Wahrheit“ nicht.

Denn:
Alle diese Anzeichen können bedeuten, dass Ihr Partner eine Affäre hat, sie müssen es aber nicht.

Untreue- die Suche nach der „ganzen Wahrheit“

Selbst wenn Ihr Partner in flagranti beim Seitensprung überführt wurde, wissen Sie nicht, was diese Affäre eigentlich bedeutet.

  • Hat Ihr Partner eine neues Lebensglück gefunden und bereitet innerlich schon die Trennung von Ihnen vor?
  • War er einen Augenblick lang zu schwach, der Versuchung einer neuen Frau zu widerstehen?
  • Oder meint er, hin und wieder anderswo naschen zu können, ohne das dabei irgendetwas verwerflich ist, solange Sie es nicht erfahren?

Eines wissen Sie allerdings mit Sicherheit schon jetzt, und zwar noch bevor Ihre Suche nach den mögliche Anzeichen eines Seitensprung beginnt: In Ihrer Partnerschaft besteht ein massiver Vertrauensverlust.

Auch ohne Beweise
steckt Ihre Partnerschaft in einer Krise

Denn offensichtlich haben Sie, auch wenn klare Beweise noch nicht vorliegen, bereits jetzt das Gefühl, dass Sie Ihren Partner nicht mehr zu 100% trauen können.

Deshalb sollten Sie sich, möglicherweise auch unter Zuhilfenahme eines Therapeuten, folgende Fragen stellen:

Wenn ich nach Anzeichen für die Untreue meines Partners suche: Suche ich bereits einen Grund, mich von ihm zu trennen?

Wenn Sie selbst innerlich bereits mit der Beziehung abgeschlossen haben, ist es letztlich egal, ob Ihr Partner eine Neue hat oder nicht- dann sollten Sie sich überlegen, wann und wie Sie ihm am besten sagen, dass es zwischen Ihnen zu Ende ist.

Oder möchte ich daran arbeiten, die Beziehung zu erhalten, selbst wenn sich mein Verdacht bestätigen sollte?

Solange Sie aber Ihren Partner noch lieben und auf eine weitere, gute Zeit des Miteinander hoffen, gibt es für Sie mehr zu tun, als selber Detektiv zu spielen oder gar eine Detektei mit Nachforschungen zu beauftragen.

Therapeutische Lösungsansätze

Wenn Ihnen also an Ihrem Partner noch etwas liegt:
Dann wird es das Wichtigste sein, ihn zum Reden zu bringen und aus seinem Mund zu hören, was eigentlich passiert ist. Nur so erfahren Sie die „ganze Wahrheit“.

Das kann nur klappen, wenn er sich durch Ihren Gesprächswunsch nicht von vornherein an den Pranger gestellt fühlt (ob zu Recht oder zu Unrecht).

Wenn er spürt, dass Sie ihm ohne Vorwürfe erst einmal nur zuhören und ihn besser verstehen wollen, dann wird er sich Ihrem Gesprächswunsch kaum verschließen. Ein solches Gespräch kann sicherlich noch leichter gelingen, wenn Sie sich beide einen Therapeuten als Moderator gönnen, der Ihnen beiden dabei hilft.

Die erste und wichtigste Regel, die Sie beide miteinander vereinbaren sollten, wird sein: Was auch immer passiert, Sie werden einander so wichtige Ereignisse wie einen Seitensprung nicht verheimlichen, und Sie werden sich rechtzeitig und offen gegenseitig über Ihre Bedürfnisse austauschen.

Wenn Sie beide das Gefühl haben, sich auf dieser Basis wieder vertrauen zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten, weiterzuplanen: Das kann eine einvernehmliche Auszeit sein, aber auch der Versuch des Neubeginns, etwa dann, wenn sich herausstellen sollte, dass es gar keinen Seitensprung gegeben hat oder dass der Seitensprung Ihres Partners nur ein einmaliger Ausrutscher war, der ihm selber leid tut.

Das ist bestimmt kein einfacher Weg, und deswegen ist eine therapeutische Begleitung sicherlich sehr sinnvoll. Aber es ist zugleich ein Weg, der sich lohnen kann. Und eine Beziehung, die eine solche Krise erfolgreich durchlebt hat, ist sicherlich deutlich gefestigter als zuvor.

Mit herzlichem Gruß

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Weitere Beiträge zum Thema

Haben Sie selbst eine Frage
oder benötigen Sie psychologische Beratung?

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

michael@petery.eu

Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

  • sexuelle Probleme aller Art
  • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
  • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
  • Homosexualität und Coming-Out
  • BDSM und Fetisch
  • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
  • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
  • Partnersuche
  • Paartherapie, Eheberatung
  • und vieles mehr.

Nach Fremdgehen sofortige Trennung?

Nach Fremdgehen sofortige Trennung?

Fremdgehen- was tun?

Ich glaube, dass mein Mann mit einer Arbeitskollegin fremdgeht. Angefangen hat das ganze vor etwa 5 Monaten, nach einer Kongressreise. Seitdem hat er ein zweites Handy, das er immer mit sich herumträgt, und er muss immer wieder plötzlich Überstunden machen, ohne dass er erzählen kann, was er eigentlich konkret macht.
Ich habe auch mal während einer „Überstunde“ bei ihm am Arbeitsplatz angerufen, und er war gar nicht im Büro. Ich weiß überhaupt nicht, was ich machen soll. Eigentlich liebe ich meinen Mann und möchte ihn behalten. Andererseits wäre ich so wütend auf ihn, dass ich nie wieder in die Augen sehen könnte. Besonders deswegen, weil er mir nicht gleich die Wahrheit gesagt hat.
Wenn das stimmt, dass er mich betrügt, sollte ich mich dann am besten sofort von ihm trennen?

Heike B. (Name geändert)

Fremdgehen- wie stelle ich ihn zur Rede?

Hallo Heike,

was Sie schreiben, sind tatsächlich typische Anzeichen für ein mögliches Fremdgehen Ihres Partners.

Allerdings haben Sie erst dann Gewißheit, wenn Sie Ihren Mann ganz konkret mit Ihrer Vermutung konfrontiert haben. Wie könnte es ausgehen, wenn Sie ihn zur Rede stellen?
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Möglichkeit: Er gibt die Affäre zu. Und was dann?

Es wäre völlig normal, wenn Sie ihn im Affekt erst einmal mit allen Schimpfwörtern der Welt überschütten und ihn aus der Wohnung hinauswerfen. An die Möglichkeit einer solchen „sofortigen Trennung“ haben Sie ja bereits selber gedacht.

Allerdings macht eine solche „sofortige Trennung“ es unmöglich, dass er seine Sicht der Dinge überhaupt vorträgt. Denn die meisten Männer, die fremdgehen, wollen ihre Frau nicht verlieren. Falls Ihr Mann sie über seine Affäre belügt, dann höchstwahrscheinlich deswegen, weil er Angst hat, Sie zu verlieren, sobald er Ihnen die Wahrheit sagt. Auch wenn Ihr Mann Sie betrügt, ist ihm Ihre Beziehung offenbar immer noch wertvoll.

Und solange Ihnen beiden Ihre Beziehung etwas bedeutet, ist es prinzipiell möglich, dass Sie auch wieder zusammenfinden.

1. Möglichkeit: Er gibt die Affäre nicht zu. Und was dann?

Sie müssen aber auch damit rechnen, dass Ihr Mann sagt, er hätte sie nicht betrogen.

Auch wenn es nicht wahrscheinlich ist: Vielleicht kann Ihr Mann diese Veränderungen in seinem Verhalten und das neue Handy irgendwie erklären.

Aber dann hätten Sie beide sofort neue Probleme: Ihr Mann müsste mit dem Gefühl fertigwerden, dass Sie ihm nicht trauen. Und auch Sie wären von seinen Erklärungen wahrscheinlich nicht ganz überzeugt.

Warum ein Therapeut jetzt hilfreich sein kann

Die Situation ist also so kompliziert, dass es sich lohnt, auch schon vor einer solchen direkten Aussprache therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Statt Ihren Mann direkt zur Rede zu stellen, könnten Sie sagen: „Ich habe das Gefühl, dass es gut wäre, wenn wir gemeinsam einen Therapeuten aufsuchen würden. Es gibt da ein paar Punkte, wo ich glaube, dass uns beiden fachlicher Rat weiterhelfen kann.“ Machen Sie ihm unmissverständlich deutlich, dass das Ihr Wunsch ist.

Höchstwahrscheinlich wird Ihr Mann darauf eingehen, vielleicht ist er sogar froh, wenn Sie die Sache in die Hand nehmen und er aus seiner eigenen verfahrenen Situation wieder freikommt. Denn wenn er tatsächlich Sie über eine Affäre belügt, dann geht es auch ihm vermutlich psychisch nicht besonders gut.

Fremdgehen- Eine Reihe wichtiger Fragen

Gemeinsam mit Ihrem Therapeuten gibt es dann eine ganze Reihe wichtiger Fragen zu besprechen:

  • Was ist tatsächlich dran an der Affäre Ihres Mannes? Wie ist es dazu gekommen und warum hat er Ihnen nicht von selbst die Wahrheit gesagt?
  • Welchen Wert hat Ihre gemeinsame Beziehung für Ihren Mann und für Sie selbst? Vor der Affäre und jetzt?
  • Gibt es Möglichkeiten, wie Sie das zerbrochene Vertrauen wiederherstellen können?
  • Können Sie Ihrem Mann die Affäre verzeihen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen?
  • Wenn Sie sich trennen wollen: Wie organisieren Sie Ihre Trennung? Ist die Scheidung der richtige Weg oder genügt zuächst eine vorübergehende Trennung? Was geschieht mit Ihrem gemeinsamen Besitz? Wie soll es ggf. mit Ihren Kindern weitergehen?
  • Fremdgehen- Chance für einen Neuanfang?

    Fazit: Die sofortige Trennung ist für Sie beide wahrscheinlich nicht die beste Lösung, weil dadurch andere Möglichkeiten nicht mehr geprüft werden können, die für Sie beide deutlich besser sein können.

    Natürlich ist es sicher, dass nach einer Affäre in Ihrer Beziehung vieles nicht mehr so sein kann wie zuvor. Aber das ist ja auch gut so, dass sich etwas verändert hat. Denn jetzt gibt es die Chance, dass Sie beide nach einiger Zeit der gemeinsamen therapeutischen Arbeit wieder neu zueinander finden.

    Ihr Mann wird möglicherweise gelernt haben, dass er mit Ihnen über seine eigenen intimen Probleme und Sehnsüchte sehr viel offener reden kann, als er das je geglaubt hätte.

    Und Sie selbst werden möglicherweise herausfinden, dass Sie Ihren Mann auch trotz der Affäre lieben und ihm nach der gemeinsamen Therapie wieder in einem Maß vertrauen können, wie es zuvor in Ihrer Ehe gar nicht möglich gewesen ist.

    Auf Ihrem Weg zu einer Lösung, mit der Sie selbst rundum zufrieden sein können, wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.

    Freundin war Prostituierte-
    wie komme ich damit zurecht?

    Freundin war Prostituierte.

    Meine Freundin war Prostituierte …

    Seit einem guten Jahr habe ich eine neue Freundin, mit der ich mich absolut super verstehe. Wir sind im Laufe der Monate immer näher aneinandergerückt, und planen jetzt sogar, gemeinsam eine Wohnung zu suchen.

    Allerdings meinte meine Freundin, mir vorher noch etwas sagen zu müssen, damit ich ihr das später nicht zum Vorwurf machen könne. Und auch sie selbst wolle nicht die Angst haben, dass ich sie nicht mehr lieben kann, wenn ich irgendwann ihr Geheimnis erfahre. Und dann erzählte sie mir, dass sie fast zwei Jahre lang als Callgirl gearbeitet hatte, alle Dienstleistungen inklusive.

    Das ist jetzt ein Vierteljahr her. Ich bin total aus allen Wolken gefallen, aber sie hat dann noch mehr erzählt, so dass ich ihre Geschichte schon nachvollziehen kann. Ursache war wohl ein Typ, den sie glaubte, irgendwie retten zu müssen und der sie sehr schlecht behandelt und total ausgenommen hat. Sogar bei ihren Freiern war es ihr besser ergangen als bei ihm. Wenn man die Hunderte an Freiern nicht mitzählt, bin ich sogar erst ihr dritter Freund.

    Immerhin hatte sie nach den zwei Jahren tatsächlich die Kraft gehabt, sich von ihm loszumachen und sich auf ihr Studium zu konzentrieren. Und bis zum Beginn unserer Freundschaft hatte sie wohl volle zwei Jahre ganz ohne Männer.

    Ich halte sie für total glaubwürdig, und ich mag sie richtig gern und will sie auf keinen Fall aufgeben. Ich bewundere auch, dass sie mir all das so offen erzählt hat. Und ich verstehe, dass sie mir das nicht schon vorher erzählen konnte- denn sie wollte ja kein Risiko eingehen, dass ich mich gleich schon zu Anfang wieder abwende.

    Eigentlich steht also nichts entgegen, dass wir jetzt glücklich in die nächste Phase unserer Freundschaft vorangehen und zusammenziehen.

    …und ich komme damit einfach nicht zurecht

    Allerdings quält mich seit unserem Gespräch die Vorstellung, dass so viele Männer mit ihr Geschlechtsverkehr hatten. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich seitdem vor dem Sex mit ihr ekle.

    Dabei finde ich es selber widerlich, dass ich Sie jetzt für Ihre Ehrlichkeit abstrafe. Ich wäre wirklich gern großzügig und tolerant, und ich kann mir zehnmal sagen, dass das alles ja schon Jahre her ist. Aber irgendwie ist alles nicht mehr wie vorher.

    Gibt es irgendeinen Weg, dass ich meinen Ekel überwinde und wir doch wieder normal zusammen sein können?

    Sebastian K. (Name geändert)

    Ihre Freundin war Prostituierte
    und jetzt ekeln Sie sich

    Hallo Sebastian,

    das war für Sie mit Sicherheit ein Schock, als Ihre Freundin Ihnen berichtete, zwei Jahre lang als Prostituierte gearbeitet zu haben. Statt der Freude, jetzt bald mit ihr zusammen zu ziehen, ist es jetzt der Ekel vor dem Sex, der die Beziehung zu ihr bestimmt.

    Deshalb fragen Sie sich jetzt, ob und wie Sie Ihren Ekel überwinden und mit Ihrer Freundin ein normales Leben führen können.

    Ekel ist ein tief verwurzeltes Gefühl

    Ekel ist -ähnlich wie Scham oder Angst- ein sehr starkes Gefühl, das von der Evolution her tief in uns als ein Instinkt verankert ist: Moderne Forschung sieht den Ekel im limbischen System des Gehirns lokalisiert.

    Während die Fähigkeit zum Ekel also genetisch vorgegeben ist, werden die Inhalte, über was man sich ekelt, sozial durch Erziehung vermittelt. So kennen etwa Kleinkinder noch keinen Ekel vor Exkrementen und haben auch keine Scheu, einen Wurm in den Mund zu nehmen. Erst die Erziehung durch die Eltern legt fest, was alles „igitt“ ist.

    Das Gefühl von Ekel ist grundsätzlich gut und wichtig, weil es uns vor ganz konkreten Gefährdungen unserer Gesundheit schützen kann: so der Ekel vor Exkrementen, vor verdorbenen Essen, vor bestimmten Insekten -alles gefährliche potentielle Krankheitsüberträger-.

    Insofern ist es sozusagen von der Natur aus so eingerichtet, dass man das Gefühl von Ekel nur sehr schwer loswerden kann.

    Möglichkeiten, den Ekel zu überwinden

    Dass Ekel sich nur schwer überwinden läßt, heißt aber nicht, dass es unmöglich wäre, den Ekel zu überwinden. Allerdings ist es sicherlich sinnvoll, wenn Sie dazu therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.

    Zunächst einmal ist zu prüfen, wovor genau Sie sich eigentlich ekeln:

    • Ihre Freundin selbst und ihr Körper sind offenbar nicht der Grund für den Ekel. Denn körperlich hat sich Ihre Freundin durch ihre Erklärung nicht verändert.
    • Die Ursache des Ekels sind also ausschließlich Vorstellungen in Ihrem eigenen Denken.

    Damit kommt nun die nächste Frage: Was sind diese ekelerregenden Bilder? Ihre Vorstellung von den Freiern? Die Vorstellung, wie Ihre Freundin mit anderen Männern Sex hat? Die Vorstellung, in der Scheide Ihrer Freundin könnte noch Sperma von anderen stecken?

    Gedankenstopp

    Aufgabe einer Therapie wäre es, solche Bilder wieder von Ihrem eigenen Sex mit Ihrer Freundin zu entkoppeln. Eine mögliche Technik könnte der „Gedankenstopp“ sein, bei der Ihr Therapeut Sie regelmäßig im Gespräch mit „Stopp!“ unterbricht, sobald Sie an die unerwünschten Bilder denken. Diese Unterbrechung kann dann zu einer inneren Stimme werden, die Ihnen hilft, solche Gedankenketten abzubrechen.

    Möglicherweise werden Sie so das Problem der ekelerregenden Gedanken schon in wenigen Monaten überwinden können. Und je mehr konkrete schöne Erfahrungen Sie mir Ihrer Freundin in der neuen Wohnung haben, mit und ohne Sex, desto größer wird Ihr Schatz an anderen und angenehmeren Gedanken, die Sie beim Zusammensein mit Ihrer Freundin begleiten.

    Mit Freundlichen Grüßen

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    PS:
    Nachdem Ihre Freundin so offen zu Ihnen war, ist es bestimmt richtig, wenn Sie genauso ehrlich zu ihr sind. Wichtig ist, dass auch Ihre Freundin weiß, dass Sie nicht ihr etwas übel nehmen oder eine Abneigung gegen ihre Person haben. Möglicherweise ist es sinnvoll, dass Sie gemeinsam mit Ihrer Freundin zum Therapeuten gehen. So wird auch Sie verstehen, dass Sie nichts anderes wünschen, als in eine von Altlasten und Abwehrgefühlen freie gemeinsame Zukunft zu gehen.

    Mausklick deaktivieren © M.Petery.

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.

    Ist Onanie schädlich? Der Mythos der Selbstbefleckung

    Nein, Onanie ist nicht schädlich, entgegen den medizinischen Märchen des 18. und 19. Jahrhunderts, die manchmal noch heute forterzählt werden.

    Onanie verursacht keine körperlichen Schäden

    Physiologisch macht es keinen Unterschied, wie ein Orgasmus ausgelöst wird, weder bei Männern noch bei Frauen. Ein „selbst erzeugter“ Orgasmus hat auf biochemischer Ebene die gleiche Wirkung wie ein Orgasmus beim Koitus zwischen zwei Sexualpartnern.. Die Intensität des Orgasmus hat mehr mit der Dauer des Vorspiels zu tun als damit, ob der Orgasmus mit oder ohne Koitus geschieht. Einige neuere Studien lassen beim Mann sogar vermuten, dass regelmäßige Onanie Prostata-Erkrankungen vorzubeugen hilft.

    Onanie, eine schreckliche Sünde- Onania;_or,_the_Heinous_sin_of_Self-Pollution

    Onanie- das Erbe der falschen Vorstellungen

    1712 erschien in England das anonyme Pamphlet „Onania: or, the Heinous Sin of Self-Pollution“ („Onanie oder die abscheuliche Sünde der Selbstbeschmutzung“), in dem erstmals behauptet wurde, dass exzessive sexuelle Selbstbefriedigung Ursache zahlreicher Krankheiten wäre, wie z.B. Pocken und Tuberkulose.

    Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und wurde in ganz Europa viel gelesen. Es folgte eine ganze Flut von Büchern, welche die Onanie als „Laster der Selbstbefleckung“ anprangerten. Erstaunlicherweise hielten sich die in dem Buch vertretenen Thesen entgegen aller medizinischer Evidenz bis ins 20. Jahrhundert, und das auch bei Ärzten, Lehrern und Erziehern.
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Und ebenfalls noch bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden immer wieder neue Fesseleinrichtungen für Kinder und Jugendliche patentiert, die gegen dieses Laster schützen sollten. Diese Vorstellungen wirken bis heute bei vielen Menschen fort, da sich wegen der gesellschaftlichen Tabuisierung nur wenige Lehrer trauen, öffentlich zu sagen, dass Onanie in keiner Weise schädlich körperlich ist.

    Onanie- ein Suchtpotential?

    Eine andere weit verbreitete Vorstellung sieht die Gefahr bei der Onanie darin, dass sie exzessiv betrieben wird und nach und nach wie bei einer Suchterkrankung das ganze Leben eines Menschen bestimmt. Auch hier liegt eine falsche Vorstellung zugrunde. Ein gesunder Mensch hat sexuelle Bedürfnisse- krank ist er dann, wenn er sie nicht hat. (Ebenso wie Hunger und Durst natürliche Bedürfnisse sind und kein Anzeichen von Krankheit!)

    Wenn ein Mensch sein sexuelles Bedürfnis befriedigen möchte, ist das also nicht krank, sondern ein Zeichen körperlicher und psychischer Gesundheit.

    Anders als bei Drogen oder Alkohol kann sich bei Onanie auch keine Sucht im Sinne stofflicher Abhängigkeit entwickeln: genauso wenig, wie man süchtig nach dem Trinken nichtalkoholischer Getränke werden kann. Bei der Onanie gilt dasselbe wie bei Hunger oder Durst: Der Körper selbst zeigt an, wann das Bedürfnis da ist- und sobald das Bedürfnis befriedigt ist, läßt es auch wieder nach. Wann und wie häufig ein Mensch sexuelle Bedürfnisse hat, ist individuell höchst unterschiedlich- und kann jeden Tag wieder anders aussehen.

    Onanie- wann hat das Thema Bedeutung für die Psychotherapie?

    Für Onanie gilt dasselbe wie für alle anderen menschlichen Handlungen: Ein Krankheitswert liegt nur dann vor, wenn das Individuum selbst bzw. dessen Umwelt unter der betreffenden Handlung leidet. Solange Onanieren Spass macht, ist medizinisch und psychotherapeutisch die Welt in Ordnung.

    In der therapeutischen Praxis gibt es allerdings gar nicht so selten Klienten und Klientinnen, denen ihr eigener Umgang mit Onanie Schwierigkeiten bereitet. Quälend können zum Beispiel falsche medizinische Vorstellungen sein (siehe oben) wie die Vermutung, sich selbst mit Onanie körperlich zu schaden. Ebenfalls relativ häufig kann sich Onanie mit einem psychischen Zwang verbinden: Onanie ist dann nicht mehr lustvolle Selbstbefriedigung, sondern eine als peinlich empfundene Handlung, die ausgeführt werden muss. in extremen Fällen kann das bis hin zum Zwang zur Onanie in der Öffentlichkeit führen- mit allen daraus resultierenden strafrechtlichen Konsequenzen (Strafgesetzbuch § 183 Exhibitionistische Handlungen).

    Onanie- Schuldgefühle in der Partnerschaft

    Auch kommt in vielen Partnerschaften vor, dass einer der Partner seine Lust an der Onanie vor dem anderen verbirgt- und wegen der Heimlichkeit seiner Selbstbefriedigung Schuldgefühle entwickelt. Diese können noch verstärkt werden, wenn in einer Partnerschaft ein Partner den anderen beim Onanieren „ertappt“ und ihm deswegen Vorwürfe macht. Im Rahmen einer Sexualtherapie wäre es wichtig nachzuprüfen, welches Bild vom Umgang mit der Sexualität beide Partner haben, ob Selbstbefriedigung eines oder beider Partner in der Beziehung einen Platz haben kann oder ob Sexualität tatsächlich nur im Kontext der Gemeinsamkeit stattfinden darf.

    Da ein Gespräch über diese Themen in vielen Partnerschaften oft nicht ganz einfach ist, erscheint es sinnvoll, sich hier psychotherapeutische Hilfe zu suchen. Nachdem eine lustvoll ausgeübte Sexualität ganz entscheidend zur Lebensqualität eines Menschen beiträgt, ist es unbedingt sinnvoll, Probleme im Gebiet Sexualität nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern aktiv an einer Lösung zu arbeiten. Wenn Sie möchten, stehe ich Ihnen hier gern für eine weitere Beratung zur Verfügung.

    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.

    Aussehen- entscheidend für die Partnersuche?

    Ist das Aussehen entscheidend? Foto © Ljupco Smokovski Fotolia.com

    Partnersuche-
    auch mit nur durchschnittlich gutem Aussehen?

    Hallo,
    ich bin ein 36-jähriger Mann auf Partnersuche. In den Diskussionsforen von Partnerbörsen habe ich jetzt so viele (weibliche) Kommentare über das schlechte Aussehen von deutschen Männern im Vergleich etwa zu Franzosen oder Italienern gelesen, dass ich total verunsichert bin. Ich bekomme schon langsam eine Halbglatze, und nach dem, was ich gelesen habe, muss ich wohl als Opa-Typ gelten. Ich traue mich schon gar nicht mehr, mit meinem durchschnittlichen Aussehen eine Frau anzusprechen. Wahrscheinlich wird ein Typ wie ich niemals heiraten und eine eigene Familie haben.

    Christian S. (Name geändert)

    Aussehen und Partnersuche-
    Segen und Fluch des Internets

     

    Hallo Christian,

    die vielen Möglichkeiten im Internet sind oft etwas Tolles, können aber auch ein richtiger Fluch sein.

    Was Sie betrifft: Eine wirkliche Abfuhr durch eine echt und real vor Ihnen stehende Frau haben Sie gar nicht erhalten- Sie sind nur verunsichert durch Einträge in Foren, die manchmal ein ziemliches Geschwätz sein können. Zu Ihrer Beruhigung: Solchen Blog-Einträgen zum Trotz heiraten in Deutschland nach wie vor die meisten Frauen keine fantastisch gut aussehenden Franzosen oder Italiener… (auch dann nicht, wenn sie möglicherweise davon träumen).

    Vielleicht ist für Sie die Partnersuche nur über das Internet nicht der beste Weg, um die für Sie passende Frau kennenzulernen.

    Häufig treffen im Internet Frauen, die einen idealen Mann suchen, auf Männer, die eine ideale Frau suchen. Das hat mit Realität und wirklicher Partnersuche manchmal nur wenig zu tun. Eine Internetsuche tendiert dazu, die eigene Suchanfrage immer weiter zu optimieren. Und es gibt immer ein Profil nur einen Klick weiter, das möglicherweise noch besser passt als das zuvor gefundene Profil.

    Aber Menschen sind keine Profile. Auch mit einer absoluten Traumpartnerin muss es Tage geben, wo Sie beide unterschiedlichen Interessen nachgehen und „profilmäßig“ nicht zueinander passen. Sonst würden Sie beide wie Kletten aneinander hängen, ständig das Gleiche machen und sich im Handumdrehen total überdrüssig werden.

    Partnersuche-
    Grundlagen einer stabilen Beziehung

    Und da kommt der nächste wichtige Punkt. Der Soziologe Hartmut Esser hat in einer Studie nachgewiesen, was die Faktoren für eine langanhaltende und stabile Partnerschaft sind:

    • eine religiöse und eher konservative Orientierung,
    • den Wunsch nach mindestens zwei Kindern,
    • eine sehr gute Passung: gleicher Geschmack, gleiche weltanschauliche Einstellungen sowie harmonierende Psychen.

    Das Aussehen der beiden Partner, das vielleicht wichtigste Kriterium bei Internet-Partnerbörsen, spielt dabei keine Rolle. Es wäre also im Prinzip sinnvoller, Internet-Partnerbörsen würden überhaupt keine Bilder zeigen- und die Profilsuche würde ausschließlich nach Übereinstimmungen der Interessengebiete funktionieren.

    Aussehen und Partnersuche-
    Warum das Internet oft wenig hilft

    Das Internet ist wie das Kino eine Traumfabrik, und eine wirtschaftlich erfolgreiche Partnervermittlungsagentur im Internet möchte vor allem eins: Sie lange als zahlenden Kunden behalten. Und da ist es gut, möglichst viele Männer und Frauen von irgendwelchen Idealprofilen träumen zu lassen.

    Beim konkreten Kontakt mit einem/einer über das Internet gefundenen Partner/in ist die Enttäuschung oft schon vorprogrammiert: Denn wer ist schon immer so ideal, wie er sich selbst in seinem Internetprofil vermarktet hat (und auch vermarkten muss, um überhaupt gefunden zu werden)?

    Partnersuche-
    Weitere Ratschläge aus dem Netz

    Auch abgesehen von den Single-Börsen kann man im Internet jede Menge Tipps zur Partnersuche finden. Die Klassiker sind: „Borgen Sie sich einen Hund!“ oder „Gehen Sie in eine Bar!“. Und auch diese Tipps sind auf der Suche nach einem/einer Lebenspartner/in, mit dem/der man eine Familie gründen möchte, wenig hilfreich.

    Denn wenn Sie selbst kein leidenschaftlicher Hundefreund oder stetiger Barbesucher sind: Warum soll sich dann ausgerechnet eine Hundefreundin oder Partyfrau in Sie verlieben?

    Analyse der eigenen Lebensgewohnheiten

    Vielleicht ist es sinnvoll, das Problem umgekehrt anzugehen, mit einer Analyse Ihrer eigenen Lebensgewohnheiten. Viele männliche (und auch weibliche!) Singles haben ihr Leben so organisiert, dass eigentlich gar kein Platz mehr da ist, um andere Menschen kennenzulernen. Vom Job geht es in den Feierabend nach Hause- dort bleibt gerade mal die Zeit fürs Kochen und Einkaufen. Etwas Fernsehen oder Computerspielen- und das war´s. Und auch die Wochenenden sehen nicht sehr viel anders aus.

    Deswegen schlagen viele Ratgeber vor: Suchen Sie sich neue und spannende Hobbys! Aber da gilt wieder das gleiche: Sie haben vermutlich weder Lust noch Zeit, jetzt mit irgendwelchen Hobbies anzufangen, für die Sie sich auch in den vergangenen 36 Jahren Ihres Lebens nicht interessiert haben.

    Sinnvoller ist es, wenn Sie, möglicherweise gemeinsam mit einem Coach oder Therapeuten, prüfen, wo in Ihrem aktuellen Leben Anknüpfungspunkte für gemeinsame Aktivitäten mit einer Lebenspartnerin liegen könnten. Gehen Sie gern spazieren und wandern? Interessieren Sie sich für Reisen nach Italien, Frankreich oder irgendein anderes Land? Kochen Sie gern? Besuchen Sie ein Fitness-Studio?

    Wenn Sie in Ihrem ganz gewöhnlichen Alltagsleben genau solche Interessen oder ähnliche haben, dann gibt es Tausende an Single-Frauen, die genau dieselben Interessen haben. Und diese Frauen sitzen eben nicht an der Bartheke und warten auch nicht drauf, von Ihnen zu einem Drink eingeladen zu werden.

    Und wo finde ich nun die richtige?

    Die beste Strategie ist nach meiner Meinung:
    Machen Sie genau das, was Sie schon immer tun, aber tun Sie es da, wo es auch Single-Frauen gibt.

    Das kann also beispielsweise heißen: Wenn Sie gern wandern: Nehmen Sie an Wanderungen des Alpenvereins oder eines anderen Naturfreundevereins teil. Wenn Sie gern nach Italien oder Frankreich reisen: Besuchen Sie einen Italienisch oder Französisch-Kurs. Wenn Sie gern kochen: Nehmen Sie an einem Kochkurs teil, z.B. Indische Küche… Und wenn Sie sowieso schon bei einem Fitness-Studio eingeschrieben sind, dann machen Sie nicht nur das Maschinen-Krafttraining, sondern nehmen Sie am offenen Kursprogramm teil, wo die Teilnehmerinnen fast immer in der Mehrheit sind.

    Die Frage des Ansprechens und der Ansprechtechniken erübrigt sich dann fast schon von selbst. (Zum Thema Schüchternheit überwinden gibt es hier einen eigenen Blog-Eintrag.)

    Beim Wandern können Sie fragen: Wer hat Lust, dass wir gleich nächstes Wochenende eine ganz ähnliche Tour nochmal machen? Im Sprachkurs können Sie vorschlagen: Wer von Euch hat Lust, mit mir heute den xy-Film in Originalsprache anzuschauen? (entweder im Kino, eventuell aber auch zuhause) Beim Kochkurs: Wer hat Lust, dass wir das Essen gemeinsam bei mir zuhause nochmal nachkochen? Und beim Fitness: Wer hat Lust, mit mir eine Jogging-Gruppe zu eröffnen?

    Und wenn es unter den Kursteilnehmerinnen eine Single-Frau gibt, die an Ihnen Gefallen gefunden hat, können Sie sicher sein, dass Sie sich Ihren Unternehmungen anschließen wird. Und dann heißt es, einfach am Ball zu bleiben: Machen Sie ihr einfach immer wieder einen Vorschlag für die nächste gemeinsame Unternehmung…

    Denn:
    Eine Beziehung entsteht nicht dadurch, dass man irgendwann durch Zufall den zu einem passenden Partner sieht und anspricht. Eine Beziehung entsteht vor allem durch gemeinsam verbrachte Zeit.

    Therapeutische Unterstützung kann helfen

    Das Vorhaben, eine Frau kennenzulernen, fällt leichter, wenn Sie jemanden haben, mit dem Sie Ihre persönliche Situation gemeinsam analysieren können. Ein guter Therapeut kann mit Ihnen auch daran arbeiten, wie Sie mit einer Frau am besten ins Gespräch kommen und wie Sie sich selbst überzeugend und sympathisch darstellen können.

    Denn viele Singles haben ihr Leben unbewusst wie eine Festung gesichert, so dass ein neuer Lebenspartner/eine neue Lebenspartnerin gar keine Chance hat, hier einen Platz zu finden. Möglicherweise senden auch Sie selbst, ohne es zu wissen und ohne es zu wollen, Signale aus, welche eine andere Single-Frau so sieht,als wären Sie an Kontakt gar nicht interessiert. Da könnte es durchaus ganz sinnvoll sein, noch vor Beginn der Suche in ein paar Beratungsstunden zu investieren…

    Herzliche Grüße
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.

    Der passende Partner-
    wie erkenne ich ihn?

    Der passende Partner Foto © drubig-photo Fotolia.com

    Der passende Partner- was sind die Anzeichen?

    Der passende Partner: Sind Schmetterlinge im Bauch und Magenkribbeln Anzeichen, den Richtigen gefunden zu haben? Gibt es das: Liebe auf den ersten Blick? Wie kann ich klar erkennen: Dieser Mann der ist der Richtige für mich?

    Corinna F. (Name geändert)

    Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

    Hallo, Corinna,

    Die berühmten Schmetterlinge im Bauch und das Magenkribbeln: Wenn Sie das Spüren, ist das vor allem ein Zeichen, dass Sie sich verliebt haben. Es sind typische Reaktionen des Körpers, die Ihre innere Aufregung und Freude begleiten, einen neuen interessanten Partner kennengelernt zu haben.

    Aus psychologischer Sicht verraten diese Symptome also mehr über Ihren aktuellen Zustand, als dass sie eine Prognose über die Qualität und Dauer Ihrer Beziehung geben könnten.

    Gleichzeitig aber gilt: Das ist ein sehr guter Anfang! Es kann zwar auch lange haltende Beziehungen geben, die ohne Verliebtheit am Anfang beginnen, aber das ist die Ausnahme. Eine gute, langanhaltende Beziehung beginnt mit dem Zustand der Verliebtheit, er die ersten Monate einer Beziehung einen ganz besonderen Reiz gibt.

    Natürlich gibt es die Liebe auf den ersten Blick- und es ist wunderbar, wenn Sie das gerade erleben.

    Allerdings ist es ein tröstlicher Gedanke, dass es auch den umgekehrten Fall gibt: die Liebe auf den zweiten Blick. Auch ein Mensch, den wir beim allerersten Treffen gar nicht in die erste Wahl einbezogen haben, kann sich später als der richtige Partner fürs Leben herausstellen.

    Der passende Partner-
    Passend wofür?

    Der mehr allgemeine Aspekt Ihrer Frage, wie man den passenden Partner erkennt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Denn zuvor kommt noch die andere Frage: Für welchen Zweck soll der Partner denn passen?

    An eine gute Bekanntschaft stellen Sie sicherlich weniger oder andere Erwartungen als an den Mann, den Sie heiraten wollen und mit dem Sie Kinder bekommen möchten. Und auch ein solcher Mann wird nicht in allen Lebensbereichen zu Ihnen passen, z.B. wenn er bestimmte Hobbies hat, bei denen er lieber allein oder mit Freunden zusammen ist, wie vielleicht bei Klettertouren oder Computerspielen.
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Wenn es einige solche Lebensbereiche gibt, in denen Sie sozusagen nicht zusammenpassen, ist das sogar ein gutes Zeichen. Denn Beziehungen halten dann besonders gut, wenn beide Partner mit ihrem Lebensstil und Ihren Interessen nicht komplett ineinander verschmelzen, sondern beide ihre eigenen Freiräume behalten.

    Solange Sie beide mit Ihrer Beziehung zufrieden sind, kann es so falsch nicht sein

    Wenn Ihre Beziehung schon etwas länger besteht, ist es normal, dass das Verliebtheitsgefühl mit den Schmetterlingen zurückgeht oder sich nur hin und wieder in besonderen Momenten meldet.

    Solange Sie beide die Frage „Sind Sie beide mit Ihrer Beziehung zufrieden?“ mit Ja beantworten können, ist Ihre Beziehung offenbar eine Bereicherung für sie beide, über die Sie sich freuen können.

    Der passende Partner fürs Leben?

    Wenn Sie wissen wollen, ob Ihre Beziehung so angelegt ist, dass sie ein Leben lang halten kann, dann gibt es dazu einige sehr interessante wissenschaftliche Erkenntnisse. Der Soziologe Hartmut Esser hat in einer Studie nachgewiesen, was die Faktoren für eine langanhaltende und stabile Partnerschaft sind:

    eine religiöse und eher konservative Orientierung,

    der Wunsch nach mindestens zwei Kindern,

    eine sehr gute Passung: gleicher Geschmack, gleiche weltanschauliche Einstellungen sowie harmonierende Psychen.

    Wenn Sie zwei oder drei dieser Punkte auch in Ihrer Beziehung wiederentdecken können, dann stehen Ihre Chancen sehr gut, tatsächlich den Mann fürs Leben gefunden zu haben.

    Der passende Partner- und wenn es nicht fürs Leben ist?

    Und wenn nicht: Es muss ja nicht gleich die Beziehung fürs Leben sein, die Sie eingehen. Viele Menschen haben vor der Beziehung ihres Lebens schon andere Männer oder Frauen gehabt. Und aus psychologischer Sicht sind solche Erfahrungen oft sogar hilfreich für die spätere Lebenspartnerschaft. Sie können dabei vieles im Umgang miteinander lernen, was Ihnen auch in jeder späteren Partnerschaft für das Verständnis des anderen helfen kann.

    Wenn Sie also die Schmetterlinge im Bauch spüren und eine neue Beziehung eingehen, können Sie gar nichts falsch machen. Denn in diesem Moment passt Ihr Partner zu 100% zu Ihnen!

    Herzliche Grüße
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.

    Speed Dating-
    Der schnelle Weg zum Partner?

    Speed Dating-
    Die Lösung für jede Partnersuche?

    Speed Dating Agenturen scheinen die ideale Lösung für die Partnersuche zu versprechen: 7 Frauen treffen 7 Männen (jeweils in derselben Altersklasse) in eim Café und in einer Stunde hat jeder und jede sich von sechs möglichen PartnerInnen ein Bild gemacht und entscheidet, wen er/sie wiedersehen will. So weit, so gut. Aber wie funktioniert das in der Praxis?

    Das Verfahren stammt ursprünglich aus den USA und wurde von einem orthodox-jüdischen Rabbiner erfunden, um jüdische Singles zusammen zu bringen. In diesem speziellen Kontext gibt es sehr gute Ergebnisse- und viele heiratswillige junge orthodoxe Jüdinnen und Juden haben so zueinander gefunden.

    Erstaunlicherweise hat das Verfahren jetzt auch in Deutschland Hochkonjunktur: In allen größeren Städten finden monatlich Dutzende dieser Veranstaltungen statt- allerdings erhalten viele  männliche Teilnehmer nach Erfahrungsberichten im Internet offenbar von keiner der anwesenden Frauen ein Angebot zu einem weiteren Treffen.

    Speed Dating-
    Warum der große Erfolg in den USA
    und der Misserfolg in Deutschland?

    Das jüdische Modell in den USA hat deutlich bessere Vermittlungserfolge, geht aber von einer sehr speziellen Vorsortierung aus, welche bei den deutschen Veranstaltern nicht gegeben ist. Orthodoxe Jüdinnen und Juden haben von vornherein ein Hobby, welches ihren gesamten Lebensalltag prägt: nämlich das jüdische Religionsgesetz. Die TeilnehmerInnen haben auch alle die gleichen Wertvorstellungen: sie wollen alle einen jüdischen Partner heiraten, eine Familie gründen und Kinder bekommen.

    Eine solche Vorauswahl in den Zielvorstellungen zum Thema Partnerschaft gibt es bei deutschen Speed-Dating-Veranstaltugen nicht. Vielmehr scheint es so, dass die angemeldeten männlichen Singles meist tatsächlich auf Partnersuche sind, während sich weiblicherseits immer wieder Frauen anmelden, die Speed Dating geradezu zu ihrem Hobby gemacht haben (es lassen sich Berichte googeln, in denen Frauen von der Teilnahme an 30 und mehr Speed-Dating-Veranstaltungen hintereinander berichten) und die Hilflosigkeit der sie umwerbenden Männer genießen.

    Es wäre also sehr sinnvoll, wenn Speed-Dating Agenturen in Zukunft nicht nur nach Altersklasse sortiert solche Treffen veranstalten würden, sondern auch jeweils getrennt für TeilnehmerInnen, die bereits irgendein gemeinsames Interesse im Vorfeld verbindet (z.B. ähnliches berufliches Interesse, gleiches Bildungsniveau etc.).

    Speed Dating-
    Konsequenzen für Menschen auf Partnersuche

    Solange die Speed-Dating Agenturen in Deutschland keine Vorsortierung der TeilnehmerInnen vornehmen, ist die Frustration vorprogrammiert.

    Der Wunsch allein, möglichst bald einen Partner bzw. eine Partnerin kennenzulernen, ist ohne weitere soziale oder interessensmäßige Gemeisamkeiten eine zu geringe Basis, als dass sich daraus die gewünschte Partnerschaft entwickeln könnte.

    Es gilt die alte Binsenwahrheit: Eine Partnerschaft ist dann solide, wenn sie auf gemeinsamen Interessen beruht.

    Natürlich kann es durch Zufall durchaus sein, dass auch bei einem Speed Dating ein/e solcher Partner/in unter den TeilnehmerInnen dabei ist- das ist aber ähnlich wahrscheinlich, wie durch Zufall beim Zugfahren auf dem Platz neben sich den/die Partnerin fürs Leben kennenzulernen.

    Einfachere und erfolgversprechendere Wege, den/die passende Partnerin zu finden, können sein:
    – der eigene Bekanntenkreis und Bekannte von Bekannten (daher sind Parties von Freunden/Freundinnen schon immer eine besonders gute Kontaktbörse gewesen);
    – gemeinsame Gruppenaktivitäten bei Lernen, Sport und Freizeit, die nicht von vornherein als Kontaktbörse ausgelegt sind, wo sich aber gleichgesinnte Singles leichter finden lassen als ausgerechnet beim Speed-Dating.

    Wenn Sie also mehr als nur einen One-Night-Stand suchen, lohnt es sich, schon vor Beginn der Suche zu überlegen, in welchem Umfeld Sie überhaupt suchen wollen und was für Sie in einer Beziehung wichtig ist (z.B. gemeinsame Werte, gemeinsame Interessen, Familie und Zukunftspläne). Diese Planung können Sie noch gezielter gemeinsam mit einem Coach oder Therapeuten angehen.

    In diesem Sinne viel Freude und Erfolg beim vielleicht aufregendsten Abenteuer im Leben.
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.

    Schüchtern- Wie spreche ich eine Frau an?

    Schüchtern- und trotzdem die Traumfrau finden Foto © diignat Fotolia.com

    Schüchtern- und mit 37 immer noch Single

    Hallo,
    Ich bin 37 Jahre alt und immer noch Single. Ich hatte leider noch nie eine Freundin. Das Problem ist meine Schüchternheit. Ich traue mich nicht, eine Frau anzusprechen. Mir fällt einfach nicht ein, was ich sagen soll. Sobald ich eine Frau sehe, werde ich rot und kann nicht mehr richtig reden. Ich bin echt verzweifelt!

    Stefan K. (Name geändert)

    Schüchternheit, ein Problem vieler Singles, männlich und weiblich

    Hallo Stefan,

    Schüchtern und Single zu sein, das ist ein Problem, das viele Menschen haben, übrigens Männer und Frauen. Sie sind also nicht allein auf der Welt mit diesem Problem!

    Und ab Mitte dreißig wird bei den meisten Singles der Wunsch immer stärker, endlich einen Lebenspartner zu finden. Da auch weibliche Singles genau diesen gleichen Wunsch haben wie Sie, stehen Ihre Chancen prinzipiell sehr gut, die zu Ihnen passende Frau zu finden.

    Schüchtern- ein Problem auf zwei Ebenen

    Ihr Problem, eine Frau anzusprechen, betrifft gleich zwei Bereiche:

    1. Die Frage: Wie lerne ich überhaupt eine Frau kennen?
    Dazu habe ich bereits einen anderen Blog-Eintrag geschrieben, der Ihnen vielleicht weiterhelfen kann: Es geht da vor allem darum, wie Sie in ihrem eigenen Alltagsumfeld und im Bereich Ihrer eigenen Hobbies Single-Frauen kennenlernen können.

    2. Wie überwinde ich meine eigene Schüchternheit?
    Darum soll es jetzt im Folgenden gehen.

    Schüchtern- das Kopfkino läuft

    Schüchternheit hat etwas mit Kopfkino zu tun. Vielleicht kommt Ihnen folgende Situation bekannt vor:

    Sie haben es geschafft, dass Sie in Ihrer Umgebung (z.B. bei einem Sprach- oder Fitnesskurs) eine Frau gefunden haben, die Sie gern näher kennenlernen möchten. Dazu würden Sie sie gern fragen, ob sie nicht nach dem Ende des Kurses mit Ihnen einen Kaffee trinken möchte.

    Doch noch bevor sie die Frage stellen, geht das Kopfkino los: Was ist, wenn die Frau Sie uninteressant findet? Wenn Sie selber ganz rot werden und anfangen zu stottern? Wenn die Frau vor den anderen Kursteilnehmern zu lachen anfängt und meint, mit so einer Figur würde sie niemals ausgehen?

    Jetzt merken Sie, wie Ihr Herz zu rasen anfängt und sich Ihnen die Kehle zuschnürt. Sie beschließen, die Frau lieber nicht anzusprechen und verschwinden grußlos aus dem Kursraum.

    Was ist da passiert?

    Ihre eigenen katastrophisierenden Gedanken haben Ihnen ein Bein gestellt: Die Vorstellungen, dass Sie selbst zu stottern anfangen,dass die Frau sie lächerlich machen wird, dass Sie nicht die richtigen Worte finden etc.etc. – diese Vorstellungen, die nur in Ihrem Kopf vorhanden sind, machen es unmöglich, die Frau in der Wirklichkeit anzusprechen.

    Und wenn Sie dann zuhause sind, kommen noch weitere negative Gedanken dazu: So dumm, wie ich bin, werde ich niemals eine Frau finden. Irgendetwas tickt bei mir nicht richtig, weil ich mich nicht traue, sie anzusprechen. Anderen Männern würde das ganz leicht fallen, nur mir nicht…

    Sie sind ärgerlich auf sich selbst, sie haben Angst, körperlich ist Ihnen sauer. Und Sie haben nullkommakeine Lust, noch einmal in den Kurs zu gehen und diese ganze Geschichte noch ein zweites Mal erleben zu müssen.
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Ergebnis: Sie sehen die Frau in Ihrem Leben nicht noch einmal wieder.

    Schüchternheit- Was kann ich dagegen tun?

    Ihre eigene Angst hat Ihnen in dieser Geschichte ein Bein gestellt. Auslöser für die Angst waren Ihre eigenen Fantasien, was alles schiefgehen könnte, wenn Sie die Frau ansprechen würden.

    Genau diese Gedanken müssen Sie loswerden, wenn es mit dem Ansprechen etwas werden soll. Das heißt natürlich nicht, dass Sie jetzt einfach zu denken beginnen: Die Frau findet mich supertoll, ich brauche einfach nur loszulegen!

    Aber Sie können daran arbeiten, realistische Vorstellungen einzuüben:

    Mein eigenes Ziel ist es heute, diese Frau anzusprechen. Wenn ich das mache, kann ich stolz auf mich sein, ganz egal, wie sie reagiert. Sollte Sie keine Lust haben, mit mir ins Café zu gehen, kann das viele Gründe haben: dass sie gerade keine Zeit hat (und ich es also nächste Woche nochmal probieren kann) oder dass ich tatsächlich nicht ihr Typ bin. Aber das ist nicht so schlimm: Auch ich stehe nicht auf jede beliebige Frau. Wichtig ist, ihr die Möglichkeit zu geben, ja zu sagen. Wenn ich sie nicht frage, habe ich meine Chance von vornherein vertan. Nur wenn ich Sie frage, kann ich auch gewinnen.

    Solche Umstrukturierung des eigenen Denkens lässt sich am besten gemeinsam mit einem Coach oder Therapeuten einüben. Zu einem guten Teil ist das schlicht und ergreifend Übung, die den Meister macht. Je häufiger Sie Menschen ansprechen, desto selbstsicherer werden Sie. Und je selbstsicherer Sie sind, desto überzeugender wirken Sie.

    Es lohnt sich also, wen Sie möglichst bald mit einem solchen Training an sich selbst beginnen. Und das kann sogar Spass machen! Ihnen wünsche ich auf diesem Weg viel Erfolg,
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.

    Homosexuell: Bin ich homosexuell oder nicht?

    Homosexuell durch falsche Gedanken?

    Coming-out. Homosexuell?
    Homosexuell? Foto © oneinchpunch Fotolia.com

    Bin ich eigentlich homosexuell?- Eine Frage, mit der ich mich die ganzen letzten Jahre herumquäle. Dabei hatte ich schon mehrmals etwas mit Mädchen und bin beim Sex auch immer ohne Probleme gekommen.
    Allerdings habe ich nie eine richtige Freundin gehabt. Ich fange im Kino immer an zu vergleichen und frag mich: findest du das Mädchen hübscher oder doch eher ihn? Abends kann ich dann überhaupt nicht einschlafen. Kann man sich selbst durch Rumgrübeln einreden, dass man schwul ist? Ich habe echt Angst davor, dass mich mein eigenes Nachdenken krank macht.

    Marcus R. (Name geändert)

    Eine Frage, die viele Menschen irgendwann beschäftigt

    Hallo Marcus,

    so wie Ihnen geht es vielen Menschen. Wahrscheinlich stellt sich sogar jeder Mensch in seinem Leben einmal die Frage: Kann es sein, dass ich mich auch in jemanden verlieben kann, der das gleiche Geschlecht hat wie ich?

    Diese Frage allein hat noch nichts damit zu tun, ob Sie homosexuell sind oder heterosexuell oder vielleicht auch bisexuell. Durch Rumgrübeln können Sie nicht homosexuell werden, davor brauchen Sie bestimmt keine Angst zu haben.

    Die Frage an sich ist im Grunde auch gar nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist, zu welchem konkreten Menschen Sie sich hingezogen fühlen und ob dieser Mensch, ganz gleich, ob Mann oder Frau, Ihre Liebe dann auch erwidert.

    Zeit dafür, einen Mann kennenzulernen?

    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Sie schreiben, dass Sie im Kino durchaus auch mal den männlichen Star attraktiver finden. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass für Sie möglicherweise eine homosexuelle Beziehung besser paßt, als es Ihnen bisher mit den Mädchen gegangen ist. Aber das finden Sie natürlich nur heraus, wenn Sie es ausprobieren. Mit Rumgrübeln vorm Einschlafen werden Sie da nicht weiterkommen.

    Mit dem Kennenlernen von Mädchen hatten Sie ja in der Vergangenheit offenbar wenig Probleme. Vielleicht ist es Zeit, dass Sie auch einmal einen Jungen kennenlernen?

    Das ist zugegebenermaßen in unserer Gesellschaft nicht sehr einfach. Aber vielleicht sollten Sie es einfach mal ausprobieren?

    Gibt es schon einen Mann in Ihrem Leben?

    Gibt es in Ihrem Leben einen Mann, der Ihnen gefällt und in den Sie sich bereits verliebt haben? Dann versuchen Sie doch, diese Freundschaft zu pflegen, miteinander etwas zu unternehmen, zu verreisen. Wen Ihr Freund dazu Lust hat und Sie beide richtig viel zusammen sind, dann werden Sie sich früher oder später auch über das Thema Sexualität unterhalten.

    Und wenn Sie beide sich bis dahin gut verstanden haben, dann können Sie Ihren Freund auch ansprechen, am Strand oder im Hotelzimmer, ob er nicht etwas näher an Sie heranrücken möchte. Klar besteht das Risiko, dass er nein sagt. Aber andererseits werden Sie es nicht herausfinden, wenn Sie nichts wagen.

    Leute kennenlernen in Jugendzentren und Vereinen

    Aber es gibt noch eine andere, möglicherweise einfachere Alternative. Sie können mal bei einem homosexuellen Jugendzentrum in Ihrer Nähe anrufen, wie zum Beispiel dem anyway in köln oder dem diversity in München. Hier finden Sie Gruppen für Jugendliche oder junge Erwachsene bis 27, die genau wie Sie häufig noch gar nicht sicher sind, ob sie nun dezidiert homosexuell sind oder nicht. Was das Schöne an der Sache ist: Sie sind da mit Leuten zusammen, mit denen Sie über Ihr Thema mit Sicherheit ohne jede blöde Bemerkung reden können.

    Falls Sie dafür schon zu alt sind: Es gibt in nahezu allen größeren Städten einen homosexuellen Verein, wo Sie Veranstaltungen besuchen und Leute kennenlernen können: Das finden Sie im Internet sehr schnell heraus. Dazu kommen die überregionalen Gruppen, wie zum Beispiel HuK- Homosexuelle und Kirche oder der Völklinger Kreis, der Berufsverband für schwule Manager, Unternehmer und Freiberufler.

    Wenn Sie weitere Fragen haben, freue ich mich über Ihre Mail,

    Herzliche Grüße
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.

    Aggressiver Sex trotz liebevoller Beziehung?

    Aggressiver Sex

    Aggressiver Sex-
    Was tun, wenn der Sex gewaltsam wird?

    Mein Freund und ich verstehen uns eigentlich bestens. Wir sind sehr glücklich miteinander, und ich weiß, dass er mich liebt. Nur beim Sex klappt in letzter Zeit gar nichts mehr.

    Er packt mich jedes Mal immer gröber an, beschimpft mich: „Du dreckiges Luder, Dir zeig ich, was Sache ist!“  Er spuckt mich manchmal auch an und drückt mich beim Sex mit den Handgelenken so sehr nach unten, dass es mir richtig weh tut und ich schreien muss. Das geilt ihn dann offenbar noch mehr an, und er hört gar nicht mehr auf.

    Nachher entschuldigt er sich dann und sagt, dass ich ja weiss, dass das nur ein Spiel ist. Dann ist er richtig zärtlich und liebevoll.Ich will ihn auf gar keinen Fall verlieren, habe auch schon versucht, ihm zu erklären, dass das so nicht geht. Er sagt dann, dass er alles versteht und sich ändern will. Doch beim nächsten Mal ist er nur noch brutaler.
    Heike B. (Name geändert)

    Aggressiver Sex: Oberste Spielregel:
    Beim Sex geht nur, was beide wollen

    Hallo Heike,
    das Wichtigste gleich voran: Sex funktioniert nur so, wie ihn beide Partner wollen.

    Ansonsten wird das Ganze sehr schnell sehr lustfrei- zuerst für den Partner, dessen Bedürfnisse nicht beachtet werden, und bald darauf auch für den zweiten Partner. Denn irgendwann kommt der Punkt, an dem der Partner mit den vernachlässigten Bedürfnissen einfach nicht mehr mitspielen wird. Und an diesem Punkt scheinen Sie gerade zu stehen.

    Gerade wenn Ihnen an Ihrer Beziehung etwas liegt: Es ist wichtig, dass Sie standfest bleiben und sich nicht beim Sex zu etwas hinreissen lassen, das Ihnen nicht gefällt.

    Aggressiver Sex nach Alkohol oder Drogen

    Zur Beurteilung Ihrer Situation ist eine weitere Frage wichtig, über die Sie selbst noch nichts geschrieben haben: Hat der Kontrollverlust Ihres Freundes möglicherweise etwas mit Alkohol oder Drogen zu tun?

    Wenn das der Fall sein sollte, benötigt Ihr Freund unbedingt therapeutische Hilfe. Sie selbst und das Sex-Problem sind dann eher ein Nebenschauplatz, und eine grundsätzliche Lösung wird es nur dann geben, wenn Ihr Freund seine Suchtkrankheit in den Griff bekommen hat. Das kann ein sehr langer und schwieriger Weg sein, dessen Ausgang ungewiß ist. Mehr als die Hälfte aller Alkohol- oder Drogenabhängigen schaffen es niemals, ihre Suchtkrankheit zu überwinden.

    Sollte also Alkohol oder Drogen der Grund für den aggressiven Sex sein, werden Sie dieses Thema für sich allein genommen niemals lösen können. Entscheidend ist allein der Punkt, ob Ihr Freund zu einer Entzugsbehandlung bereit ist. Da das Zusammenleben mit einem alkohol- oder drogenkranken Menschen psychisch immer sehr belastend ist, sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht auch für sich persönlich therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen wollen.

    Aggressiver Sex auch ohne Alkohol oder Drogen

    Wenn Sie sicher sind, dass Alkohol und Drogen im Leben Ihres Freundes keine Rolle spielen, sieht die Situation natürlich anders aus.

    Die beste Lösung wäre, gemeinsam mit Ihrem Freund einen Paartherapeuten aufzusuchen. Denn Ihr Problem erscheint bereits jetzt so gravierend, dass professionelle Hilfe sinnvoll ist. Da Ihnen beiden offensichtlich an Ihrer Beziehung etwas liegt, sollte Ihnen beiden diese Investition nicht zu teuer sein.

    Ob nun im Rahmen einer Paartherapie oder außerhalb: In einem ersten Schritt ist es meiner Ansicht nach unbedingt erforderlich, dass Sie Ihrem Freund unmißverständlich erklären, dass Sie das nächste Mal den Sex komplett abbrechen werden, wenn es Ihnen keine Freude mehr macht. Und das sollten Sie nicht nur als Drohung in den Raum stellen, sondern tatsächlich auch so machen. Bei der ersten von Ihnen nicht gewünschten gewaltsamen Handlung ist Schluß mit Sex. Wenn er dann trotzdem weitermacht, erfüllt das den Tatbestand der sexuellen Nötigung bzw. Vergewaltigung nach § 177 Strafgesetzbuch.

    Sollte es tatsächlich so weit kommen, könnten Sie sich überlegen, ob Sie die Beziehung tatsächlich noch weiter aufrecht erhalten wollen. In diesem Fall wäre therapeutische Hilfe für Sie beide sinnvoll.

    Und wenn er Ihr Problem verstanden hat?

    Es kann natürlich auch sein, dass Ihr Freund bis zu diesem Gespräch immer noch geglaubt hat, Ihr Widerstand als Frau gegen seine Gewaltausbrüche würde irgendwie zum Sex dazugehören.

    Vielleicht hat er nach diesem Gespräch eingesehen, dass Sie wirklich nicht wollen, dass er Ihnen beim Sex wehtut oder Sie beleidigt. Aber auch, wenn Sie das erreicht haben, ist es sinnvoll, gemeinsam zu klären, welche Bedürfnisse Sie beide eigentlich beim Sex haben und was Sie beide brauchen, um mit Ihrem Sex zufrieden zu sein.
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Diese Frage ist für Sie beide sehr wichtig.
    Denn nehmen wir einmal an, Sie haben ihn überzeugt und er verzichtet auf die bisherige Form von Gewalt beim Sex:. In Ordnung ist die Welt dadurch wahrscheinlich noch nicht.

    Möglicherweise werden zwar Sie selbst jetzt mit dem Sex zufriedener sein, aber genauso wahrscheinlich ist, dass von nun an ihm etwas beim Sex fehlen wird, nämlich dieses gewaltsame Element. Für viele Menschen, männlich und weiblich, liegen Sex und Gewalt dicht beieinander. Gewaltsame Fantasien können sexuell sehr erregend sein und lustvoll. Manche Menschen benötigen sie unbedingt, um lustvollen Sex zu erleben.

    Das heißt natürlich nicht, dass solche Gewaltfantasien auch 1:1 ausgelebt werden müssen, und schon gar nicht gegen den Willen eines anderen Menschen.

    Aggressiver Sex-
    Mögliche Lösungen auf der Spielebene

    Das heißt aber auch nicht, dass Ihr Freund auf den Kitzel Gewalt beim Sex komplett verzichten muss. Es gibt sogar zwei mögliche Lösungen, bei der Sie seine Gewaltfantasien als spielerisches Element in den Sex einbauen können.

    1. Sie besprechen vorab, was für Sie in Ordnung ist und was nicht. Z.B. könnten Sie es zulassen, sich die Augen verbinden zu lassen, aber nicht, dass er Ihnen körperlich weh tut. Danach vereinbaren Sie, wie in der BDSM-Szene üblich, einen Ampelcode: Wenn Sie „Gelb!“ sagen, weiß Ihr Freund, dass er sich beim Sex eine neue Stellung einfallen lassen muss und so nicht mehr weitermachen darf. Wenn Sie „Rot! sagen, muss er das Spiel abbrechen und mit Ihnen genau besprechen, was in diesem Moment Ihrer beider Bedürfnisse sind.

    2. Die andere Lösung geht davon aus, dass Gewaltfantasien oft gar nicht daran gebunden sind, dass ein bestimmter Partner „oben“ und der andere „unten“ ist. Möglicherweise findet es Ihr Freund genauso erregend, wenn Sie für ihn ein bißchen die Domina spielen und ihn fesseln und beim Sex mit der Reitgerte schlagen- der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Nur dass es diesmal er ist, der „Gelb!“ oder „Rot!“ zu sagen hat. Und vielleicht macht es Ihnen sogar selbst Freude zu sehen, wenn es Ihnen gelingt, auf diese Weise das Bedürfnis nach Gewalt zu befriedigen, das Ihr Freund beim Sex empfindet.

    Ihnen beiden alles Gute!
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.

    Was ist eigentlich Impotenz? Arten und Ursachen

    Impotenz bedeutet auf lateinisch Nicht-Können. Der Begriff Impotenz für sich genommen ist wenig aussagekräftig, da hier ganz unterschiedliche körperliche und psychische Phänomene gemeint sein können. Hilfreich ist, hier genauer zu unterscheiden.
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.

    Drei Arten von Impotenz

    Auf sexuellem Gebiet unterscheidet man beim Mann drei Arten von Impotenz:

    1. Impotenz als Erektionsunfähigkeit
    (erektile Dysfunktion)

    Die Unfähigkeit zur Erektion hat in der Regel körperliche Ursachen: Weil der Verlust der Erektionsfähigkeit in manche Fällen Vorbote für andere schwere Erkrankungen (insbesondere Schlaganfall/Herzinfarkt) sein kann, ist es unbedingt erforderlich, möglichst bald einen Arzt aufzusuchen. Auch Drogenkonsum oder Alkohol kann Ursache für Erektionsunfähigkeit sein. Erst wenn mögliche medizinische Ursachen abgeklärt sind, ist eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll.
    Mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit zu: Während nur etwa jeder 50. Mann unter dreißig betroffen ist, sind es bei den über Sechzigjährigen mehr als die Hälfte.

    2. Impotenz als Unfähigkeit zum Samenerguss
    (Anejakulation)

    Die Unfähigkeit zum Samenerguss ist immer zuerst ein medizinisches Problem, das mit dem Arzt besprochen werden muss. In der Regel liegt eine neurologische Erkrankung zugrunde (z.B. Wirbelsäulenschädigung).

    3. Impotenz als Zeugungsunfähigkeit

    Auch hier ist eine medizinische Abklärung möglicher Ursachen wichtig, und zwar sowohl beim männlichen als auch beim weiblichen Partner in einer Beziehung. Für körperliche Ursachen bei einem oder beiden Partnern gibt es eine Vielzahl möglicher Behandlungsmethoden. Eine psychotherapeutische Begleitung der medizinischen Behandlung ist sinnvoll und kann den Behandlungserfolg wesentlich verbessern.

    Es gilt für alle drei Formen der Impotenz:
    Vor dem Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung ist ein Arztbesuch und die Abklärung möglicher medizinischer Ursachen unerläßlich.
    Impotenz kann ein Warnsignal des Körpers für andere, noch nicht erkannte Erkrankungen sein.

    Da Sexualität einer der Kernbereiche unseres Lebens ist und sich eine Störung auf diesem Gebiet auch auf die gesamte Lebensqualität eines Menschen auswirkt, ist es in allen drei Arten von Impotenz hilfreich, zusätzlich zur medizinischen Behandlung auch psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das gilt insbesondere dann, wenn körperliche Ursachen für eine der Formen von Impotenz durch den Arzt nicht gefunden werden konnten.

    Impotenz- mögliche körperliche Ursachen

    Es gibt eine ganze Reihe von Krankheiten, die zu Erektionsschwierigkeiten und Impotenz führen können, z.B. Nervenschädigungen oder bestimmte Formen der Rückenmarksschädigung, Diabetes, Bluthochdruck. Auch bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung zu Potenzschwäche führen. Aus diesem Grunde ist die medizinische Abklärung solcher Ursachen unbedingt erforderlich.

    Daneben gibt es auch weitere körperliche Faktoren, welche die Potenz und den körpereigenen Hormonhaushalt negativ beeinflussen und die durch Änderung von Lebensgewohnheiten verbessert werden können:

    • Alkoholmissbrauch
    • Rauchen
    • Cholesterinüberschuss
    • Übergewicht
    • zu wenig Bewegung und Sport
    • zu viel Sport

    Es ist nicht immer leicht, diese Faktoren alleine zu verändern. Deshalb ist es sinnvoll, sich hier fachlichen Rat durch einen Arzt oder Therapeuten einzuholen.

    Impotenz- mögliche psychische Ursachen

    Psychische Ursachen für Impotenz sind vielfältig und für jeden betroffenen Menschen unterschiedlich.

    Auch wenn Impotenz häufig als generelles persönliches Versagen erlebt wird („Ich bin impotent“), kann es sich auch um ein Problem handeln, das nur in einer bestimmten Konstellation besteht.

    Während der Betroffene möglicherweise keine Schwierigkeit hat, durch Masturbation allein einen Orgasmus mit Samenerguß zu erleben, ist das mit dem/der Sexualparterin nicht (mehr) möglich.
    In so einem Fall ist Impotenz weder eine Eigenschaft („Ich bin jetzt impotent geworden“) noch eine körperliche Krankheit, sondern möglicherweise Ausdruck für einen Beziehungskonflikt. Hier könnte psychotherapeutsiche Hilfe ein sehr wichtiger Weg sein, um das Problem zu lösen.

    Andere mögliche psychische Ursachen sind zum Beispiel mangelndes Selbstvertrauen, das auch in nichtsexuellen Bereichen des Lebens wurzeln kann (z.B. mangelnde Anerkennung im Beruf). Auch andere Lebensumstände wie z.B. Stress und Leistungsdruck können zu Potenzstörunge führen. Auch psychische Störungen wie z.B. eine unerkannte depressive Erkrankung kann Impotenz auslösen.

    Impotenz und das eigene sexuelle Selbstbild

    In manchen Fällen kann es auch das eigene sexuelle Selbstbild sein, welches die Störung verursacht: z.B. die eigene nicht erkannte Homosexualität oder ein unbewußter Protest gegen eine bestimmte Form des Männlichseins, wie sie (tatsächlich oder vermeintlich) von der Sexualpartnerin erwartet wird. Zu prüfen wäre insbesondere, ob bestimmte Erwartungen an das sexuelle Zusammenspiel (noch) sinnvoll sind, z.B. die Erwartung: „Der Samenerguss darf nur im Koitus erfolgen, andere sexuelle Spiele gibt es in unserer Beziehung nicht.“ Hier könnte die psychotherapeutische Arbeit an der Frage weiterführen: Warum ist eine solche Einengung des Sexualverhaltens überhaupt notwendig ist? Wie können sich die Sexualpartner von dieser Einengung zugunsten eines mehr spielerischen Umgangs mit der Sexualität lösen?
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Freude am Sex ist ein zentraler Punkt an Lebensqualität für jeden Menschen. Freude am Sex ist prinzipiell auch für jeden Menschen möglich. Es lohnt sich also, an diesem Punkt zu arbeiten und so in das ganz persönliche Lebensglück zu investieren.

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    PS: Vgl. auch den Artikel Normal oder nicht?- Normen für den Sex

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.

    Wie erkennt man Pornosucht?- Die wichtigsten Kriterien

    Pornosucht

    Pornosucht aus therapeutischer Sicht

    Wann beginnt Pornosucht?

    Pornosucht: Häufig stellen mir Klienten die Frage, was Pornosucht eigentlich ist und wie man sie erkennt. Antworten, wie man sie im Internet findet, sind oft recht unwirsch und meist wenig hilfreich (nach dem Motto: „Geh doch lieber ins Bordell…“).

    Grundsätzlich ist der Genuss von Pornografie aus psychotherapeutischer Sicht nichts Schlechtes. Wenn der männliche Partner in einer Beziehung ein häufigeres Bedürfnis nach sexueller Betätigung hat als die Frau, dann ist Internet-Pronografie sogar ein guter Weg, die Beziehung zu stabilisieren, sicherlich viel besser als zusätzliche „Affairen“ oder Bordellbesuche.

    Einen Krankheitwert hat der Genuss von Pornografie ohnehin nur dann, wenn es einen Leidensdruck bei dem Betroffenen oder seiner Umgebung gibt (das gilt für jedes menschliche Verhalten). Stundenlange Beschäftigung mit Pornografie ist, wenn der Betroffene selbst darunter nicht leidet, zwar ein ziemlich exzentrisches Verhalten, aber für sich genommen in keiner Weise krank.

    Pornosucht läßt sich also nicht durch irgendwelche Zeiten oder Häufigkeiten feststellen. Es gibt keine Regel, die besagt, soundso viele Minuten/Stunden Pornokonsum am Tag bedeuten Pornosucht.

    Die Frage, ob Porno-Konsum zur Sucht geworden ist, läßt sich besser analog zu den ICD-10– Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO zum Alkoholkonsum prüfen:

    Pornosucht-Schädlicher Konsum

    Schädlicher Konsum von Alkohol liegt vor, wenn der Alkoholkonsum für körperliche oder psychische Schädigungen verantwortlich ist oder erheblich dazu beigetragen hat. Tatsächliche körperliche Schädigungen durch sexuelle Selbstbefriedigung sind in der modernen Wissenschaft nicht bekannt- anders, als das etwa noch im 19.Jahrhundert vermutet wurde. Ähnlich wie Glücksspiel macht auch Pornosucht als solche körperlich nicht krank, kann aber psychische Schädigungen verursachen.
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Psychische Schädigungen durch Internet-Pornokonsum könnten sein: Unfähigkeit/Unlust, einen realen Sexualpartner zu finden oder in einer bestehenden Beziehung regelmäßigen Sexualverkehr zu haben; Probleme mit dem eigenen Selbstwertgefühl aufgrund des Nichteinhaltens eigener moralischer Grundsätze; Verlust von Kontrolle über Zeit und Geld zugunsten von Pornokonsum.

    Wenn solche Schädigungen vorliegen, ist es unbedingt sinnvoll, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Pornosucht- Kriterien fürAbhängigkeitt

    Analog zu den Regeln der ICD 10, wie sie für Alkoholkonsum entwickelt wurden, liegt dann eine Abhängigkeit vor, wenn mindestens 3 der folgenden Kriterien in Laufe des letzten Jahres eingetreten sind:

    1. Craving; starkes Verlangen oder eine Art Zwang zum Pornokonsum  (wäre z.B. der Fall bei Abbruch oder Verkürzung von Treffen mit Freunden zugunsten von Pornokonsum)
    2. Kontrollverlust bezüglich Beginn und Menge (z.B. Pornokonsum auch am Arbeitsplatz, stundenlanger nächtlicher Pornokonsum statt Schlaf)
    3. körperliches Entzugssyndom (so nur bei Alkohol, nicht bei psychischen Abhängigkeiten bekannt)
    4. Toleranzentwicklung gegenüber der Wirkung (bei Alkohol wäre das die Steigerung der Menge, um die gleiche Wirkung zu erhalten; bei der Pornografie könnte dem der Zwang zum Konsum immer brutalerer Inhalte entsprechen)
    5. Einengung des Verhaltens und Vernachlässigung anderer Interessen (Freizeitbeschäftigung reduziert sich nahezu ausschließlich auf den Genuß von Pornografie)
    6. Anhaltender Konsum trotz eindeutiger schädlicher Folgen (gesundheitlich, psychisch, sozial): hier wäre wieder Pornokonsum am Arbeitsplatz trotz Verbot durch den Arbeitgeber ein Beispiel.

    Was tun, wenn die Kriterien für Pornosucht zutreffen?

    Exzessiver, schädlicher Pornokonsum ist weniger eine Krankheit für sich, sondern viel eher der Ausdruck für andere, dahinterliegende psychische Störungen. Deswegen hilft es Betroffenen wenig, wenn man ihnen rät: „Hör doch einfach auf, du schadest dir doch selbst.“  Es ist unbedingt sinnvoll, beim Vorliegen der Suchtkriterien psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, da alleine kaum eine Lösungsmöglichkeit für den Betroffenen selbst besteht.

    Psychotherapeutische Hilfe ist gleichzeitig der beste Weg, um nicht nur am Symptom, sondern auch an der Ursache der Störung zu arbeiten. Dazu ist vor allem eine sorgfältige Diagnostik nötig, zum Beispiel, um festzustellen, ob eine depressive Erkrankung der Pornosucht zugrunde liegt. Danach können unterschiedliche Therapieverfahren (z.B. Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie) weiterhelfen.
    Mausklick deaktivieren © M.Petery.
    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Haben Sie selbst eine Frage
    oder benötigen Sie psychologische Beratung?

    Vereinbaren Sie einen kostenlosen Ersttermin für meine Online-Sprechstunde per Mail:

    michael@petery.eu

    Dr. rer. biol. hum. Michael Petery

    Gerne berate ich Sie bei allen Themen der Sexualtherapie:

    • sexuelle Probleme aller Art
    • Angst (Versagensangst, sexuelle Ängste…), Depression
    • Beziehungsprobleme, Partnerschaftsprobleme
    • Homosexualität und Coming-Out
    • BDSM und Fetisch
    • Erektionsprobleme: Erektionsstörung, vorzeitiger Samenerguss
    • Impotenz, Frigidität, Orgasmusprobleme
    • Partnersuche
    • Paartherapie, Eheberatung
    • und vieles mehr.